Überall immer mehr Zucker drin

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    • Überall immer mehr Zucker drin

      Ich muss mal wieder Frust ablassen. X(
      Ich habe schon immer gern Spinat gegessen, auch als Kind, als außer mir sonst kein Kind Spinat mochte. Nicht die braune Soße, die man manchmal vorgesetzt kriegt, sondern grünen Spinat, ordentlich gewürzt, mit viel Maggi. Und auch TK-Spinat, mein Mann will immer den mit dem Blubb.
      Heute gab es mal wieder davon, aber nach dem ersten Löffel hab ich das Zeug wieder ausgespuckt. Der Spinat hat SÜSS geschmeckt. Es kann nicht sein, dass ich vom Süß-Geschmack entwöhnt gewesen wäre, weil ich an den Tagen zuvor auch süße Sachen gegessen habe. Ein Blick auf die Zutatenliste ergab zwar "nur" einen Zuckergehalt von 1,8g Zucker auf 100g. Hört sich mal nicht so viel an, aber für die 800g-Packung bedeutet das immerhin 4 Stück Würfelzucker, soviel würde eine normale Hausfrau nie in den Spinat tun. Und dann steht noch "Molkereierzeugnisse" drauf, das ist (Milch)-Zucker, der nicht in der Zuckerangabe enthalten sein muss. Und da wundert mein Mann sich, dass er nach dem TK-Spinat immer Durchfall kriegt. Er verträgt im Gegensatz zu mir nämlich keinen Milchzucker - ich habs eher nicht so mit dem Fruchtzucker.

      Ich hab mich kurz mit meinem Mann gezofft: wenn er die Pampe weiter essen will, kann er sie alleine essen. In Zukunft mache ich mir auch noch den Spinat selber.
      Nee, es kotzt mich wirklich an. Ständig wird man angepampt, man ist nur so dick, weil man ständig Softdrinks trinken würde, dabei trinke ich die überhaupt nicht, nur Leitungswasser. Und dabei wird man mit Zucker zwangsernährt. In einer kleinen 300g-Dose Rotkohl sind 9,4 Stück Würfelzucker drin!
      Dabei sind mir die Kalorien sch...egal. Mir geht es um den Geschmack. Wenn ich Süßes essen will, esse ich Kuchen, Kekse, Schokolade. Wenn ich Gemüse essen, möchte ich etwas Pikantes, nix Gesüßtes. Frust hoch drei!
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Hallo liebe Sophie, ja, Zucker ist ein billiger Füllstoff für die Lebensmittelindustrie, in Dosen eigentlich immer, bei Tiefkühlprodukten gibt es anscheinend auch welche nur mit Gemüse, obwohl die dort, wo ich einkaufen gehe, eher nicht verfügbar sind.
      Das "Blubb" bekommt man eventuell hin, wenn man selbst einen Löffel saure Sahne an den Spinat macht?
      Ich finde das mit dem Geschmack ganz schlecht, so ähnlich wie beim Salz, gewöhnt man sich auch an Zucker, und dann erscheinen Früchte und Gemüse plötzlich fürchterlich fad.

      Beim Rotkohl bin ich dazu übergegangen, ihn erst zu wässern :D und dann selbst nach gusto anzumachen.

      Ich könnte jetzt sagen, tja alles selber kochen, aber ich weiss, dass das ilusorisch ist, wenn man arbeitet oder wenn man- was ich so aus Südamerika von Hausfrauen kenne - nicht um 3 Uhr morgens aufstehen will, um Erbsen oder Mais zu puhlen und vor der Arbeit für die Familie zu kochen.
      Nee - ich will Convenience Food !!!!!!!
      ohne Zucker, ohne zu viel Salz, ohne zu viel Fett - was mir fehlt, mach ich selber dran.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Liebe @Sophie - da bist Du nicht alleine.
      Auch ich habe den Eindruck, daß alles was "fertig" ist, immer weniger geniessbar wird.
      Ein hoher und vor allem unnötiger Zuckergehalt ist da nur eine von den Sachen, die mir bitter aufstoßen.

      Egal was man kaufen will, muß man heute ganz genau das Etikett lesen - und manches im Regal stehen lassen.
      Mit stinkt zum Beispiel "aktuell" gerade, daß in ganz vielen Bio-Sachen inzwischen diese Sirupe drin sind, Glucose-Fructose-Sirup, oder Maissirup, und was noch für Sorten. Dabei ist längst bekannt, daß diese Sirupe viel schädlicher sind als "normaler" Zucker. Zum Beispiel bekommt man auch kaum noch eine Bio-Marmelade mit Zucker. Ist fast überall nur noch dieser Agavendicksaft drin.

      Und nachher heißt es dann, der Konsument verlangt es, und die Konsumenten sind selber schuld, hätten's ja nicht zu essen brauchen.
      Irgendwie ist das für mich nur noch "strange", und ich wundere mich. Aber zum Glück bin ich ja per Grundgesetz nicht verpflichtet, die Food-Ingenieur-Logik zu verstehen. Wobei ich schon sagen muß, manchmal denke ich, da ist auch ein Schuß Böswilligkeit gegenüber den Verbrauchern drin. Ist nur so ein Eindruck, dem ich mich aber manchmal kaum noch verschließen kann.

      Da greife ich eben zur Selbsthilfe. Spinat - gerne. Aber entweder frisch, oder den TK-Blattspinat ohne weitere Zutat. Wenn ich einen Blubb will, mach ich mir den selber dran. Ist ja kein Hexenwerk, einen Schuß Sahne reinzuschütten.
      Rotkohl - gerne. Aber den mach ich mir selber. Ist auch kein Hexenwerk, wenn man mal von den 5 oder 10 Minuten absieht, die man zum Schneiden oder Hobeln braucht.
      Marmelade? Brauch ich eh nicht viel, vielleicht ein Viertelpfund im Jahr. Wenn ich aber wirklich mal eine will: Frucht klein schneiden, Zucker drauf, 3 Minuten kochen lassen. Fertig. OHNE Agavenzeugs!

      Ich hätte früher nie gedacht, daß ich mal ein solcher "Purist" werde. Aber was soll man machen. Ich sage mir halt, ich will kein Geld ausgeben für Sachen, die mir nachher weder schmecken noch bekommen.

      Ich kann Dich wirklich vollumfänglich verstehen. Ich finde, die Lage auf dem fertigen Eßmarkt ist dramatisch ... -

      Trotzdem ich einen schönen Sonntag!
      Hab mich gefreut. mal wieder von Dir zu lesen!
      Liebe Grüße
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Mir geht es ein wenig wie Lisa. Stundenlang Essen zubereiten, und dann wird noch gemault, weil es nicht so toll schmeckt wie von Dr.Oetker? Ich hab noch was anderes zu tun.
      Und ich mache ja schon vieles selbst. Mittlerweile kriege ich sogar ein tolles Sauerteigbrot hin, wo nichts anderes drin ist als Roggenmehl, Wasser und Salz. Und das hält sich genauso lange frisch wie fertig gekauftes. Braucht allerdings etwas Planung.
      Aber zum Beispiel Rotkohl für 1 Person selber machen? Ich bin ja eine begnadete Resteverwerterin, aber auf eine Woche lang Rotkohl habe ich auch keinen Bock. Und manche Sachen sind auch saublöd selber zu machen, wie Mixed Pickles (da kaufe ich mir das Produkt von Baktat aus dem Regal für ausländische Spezialitäten), oder generell Gemüsemischungen. Da braucht man von allem immer nur ein wenig, und wenn man die verschiedenen Sorten zusammen hat, kann man einen Monat davon essen.
      Wir sind zwar zu zweit, aber kochen müssen wir für 2x eine Person. Mein Mann und ich haben zwei völlig verschiedene "Ernährungslinien". Er isst Fleisch, Wurst und Eier, ich bin Lacto-Vegetarierin. Ich esse gerne Gemüse, er stellt sich dabei an wie ein Kindergartenkind: dieses mag ich nicht, jenes will ich aber nur SO zubereitet haben, das schmeckt mir nicht, bäh das ist ja gesund, Kohl schon gar nicht... Nö, wenn er den Blubb mit dem Originalgeschmack haben will, soll er es alleine essen. Für mich muss es auch kein Spinat sein. Ich esse auch Brennesseln und Giersch, und im Moment wachsen so viele zarte Weinblätter am Haus.
      (Kleiner Tipp am Rande: aktuell habe ich viele grünen Trauben am Haus. Der Saft von den unreifen Trauben kann statt Zitronensaft verwendet werden, wenn man nur ein paar Tropfen Säure braucht. Schmeckt nicht so "gärig" wie Essig und ist auch nicht so scharf wie Zitronensaft. Davon will ich mir etwas in Eiswürfelförmchen einfrieren, bevor die Amseln "ernten".)

      Ganz einfach: was mir nicht schmeckt, wird nicht gekauft.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:

      Stundenlang Essen zubereiten, und dann wird noch gemault, weil es nicht so toll schmeckt wie von Dr.Oetker?
      Das ist das Problem. Die "erziehen" den Geschmack der Verbraucher. Und dann will man nur noch das mit dem guten schockgefrosteten Geschmack.

      Ich kann Euch gut verstehen, Sophie und Lisa. Ich bin nur alleine, und ehrlich gesagt könnte auch ich gut damit leben, nicht alles "selbst" kochen zu müssen. Es wäre herrlich, wenn es "dort draußen" jemand oder eine Firma oder ein Restaurant gäbe, die für mich kochen. Gesund und schmackhaft.
      Gibt es aber nicht. Deshalb koche ich.

      Was NICHT bedeutet, daß ich Anderen das Selber-Kochen "empfehlen" möchte. Das muß jeder so machen, wie es für ihn / sie richtig ist.

      Im Zusammenhang mit Zucker finde ich es aber schon interessant, daß schon einmal in der Geschichte Menschen, die keine Zeit mehr hatten, selber zu kochen, eine Menge Zucker aufs Auge gedrückt wurde.
      Das war zu den Anfängen der Industrialisierung in England. Damals war Zucker in zweifacher Hinsicht interessant: erstens war er so billig, daß man damit die preiswertesten "Mahlzeiten" herstellen konnte. Und zweitens waren die Mahlzeiten aus Tee und Marmeladenbrot, oder Tee und irgendwas-Gekauftem-mit-viel-Zucker schnell hergerichtet.
      Preiswert und schnell - das machte ihn zum idealen Nahrungsmittel für die Industrie-Arbeiter, die sechzehn Stunden arbeiten mußten - für einen Zucker-Lohn - und abends zu müde waren um sich erst noch lange an den Herd zu stellen.
      Damals war Zucker in England für die finanziell schwächeren Menschen so etwas wie ein Grundnahrungsmittel, und ich habe immer den Eindruck, das versuchen sie hier jetzt wieder einzuführen.

      Es ist eine der Herausforderungen unserer Zeit, und ich finde es manchmal mühsam und schwierig, sich durch alle diese Herausforderungen hindurchzufinden -

      Liebe Grüße an Euch!
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Es gibt kaum ein Lebensmittel wo kein Zucker drin ist.
      Ansich ist Zucker gesund, den brauchen wir um überhaupt Leben zu können.
      Aber nicht der Industriezucker der verarbeitet und raffiniert wird. Der ist schuld für Entzündungen und vieles mehr.
      da steckt jede menge Absicht dahinter. Bringt viel Geld und Krankheiten mit sich.
      Und der wiederum kurbelt die Wirtschaft an. Der Mensch ist denen egal.

      Ich bin gerade dabei den Zucker gegen Xylit auszutauschen. Funktioniert aber auch nur, wenn man viel selber macht.


      Seitdem geht es mir bedeutend besser.
      nichts ist so wie es mal war
    • Xylit ist genauso ungesund. Die Auswirkungen können individuell noch übler sein als von Zucker, wenn man irgendwelche Probleme mit der Zuckerverdauung oder den Nieren hat, und ich hab beides.

      Die Leute starren immer so auf den "weißen Industriezucker", aber das ist nur die Spitze des Zuckerbergs. Diese ganzen Zutaten wie x-ose, x-Sirup, Molkenerzeugnisse (! damit ist Milchzucker gemeint - und manche wundern sich, warum sie von "lactosefreiem" Gemüse Durchfall kriegen), modifizierte (=verzuckerte) Stärke muss man noch hinzu rechnen.

      Die angebliche Gesundheitsgefährdung durch (weißen) Zucker halte ich persönlich für Panikmache der Schlankheits- und Lebensmittelindustrie. Die wollen nur ihre teuren Austauschstoffe verkaufen.
      Und die paar zusätzlichen Kalorien kann ich woanders einsparen.

      Aber muss es denn immer SÜSS sein??? Es gibt hunderte von Geschmacksnuancen im Bereich von blumig, würzig, scharf, herb, bitter, grün, fruchtig, kräuterig, geröstet... Muss denn alles durch Süße überkleistert werden? Selbst das Frischkostangebot hat sich in den letzten 10-20 Jahren verändert.

      Ich träume von Tomaten, die tomatig-herb-würzig-grün schmecken, und nicht SÜSS. Schaut euch mal das Saatgutangebot an. "Süß", "zuckersüß", "besonders süß", "für Kinder = süß". Ich habe mal bei einem Spezialhändler nach Samen von tomatigen Tomaten gefragt, die nicht süß schmecken. So etwas gibt es in Deutschland nicht mehr, ist nicht mehr zugelassen durch die "Tomatensortenzulassungsstelle". Nur gelistete Sorten dürfen in den Handel, und das sind alles "besonders zuckrige". Es gäbe noch alte Sorten, die dürfte man nach Erteilung einer Genehmigung für eine "Erhaltungszucht" - nicht zu Speisezwecken! anpflanzen.
      Oder gibt es irgendwo in Europa noch bittere Auberginen, Chicoree, Gurken? Der infantilisierte Verbraucher will das ja angeblich nicht. Ich müsste mir Saatgut illegal (!!!!) aus Indien oder Indonesien besorgen....
      Hat schon mal jemand einen Apfel von einer alten Obstwiese verglichen mit einem "modernen" Apfel? Die alte Sorte schmeckt für die heutigen Geshmacksgewohnheiten sehr fade. Auch die Äpfel wurden auf immer höheren Zuckegehalt hin gezüchtet.

      Ich finde es einfach nur traurig, dass in unserem Kulturkreis nur "süß" gegessen werden kann. Nichts gegen süße Sachen, aber jedes zu seiner Zeit.
      Nach der ayurvedischen Lehre bedeutet das übrigens ein Festhalten an der Babyzeit. Die Westler wollen nicht erwachsen werden. Passt ja irgendwie.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • In der Homöopathie steht Zucker und Süss für Liebe.
      Wenn die "Liebe" ansonsten fehlt - ?

      Das Verlangen nach immer süß und übermäßig süß ist aber auch angelernt, antrainiert.
      Und es ist sehr schwierig, von "süß" wegzukommen.
      Weil es auf der Stammes-Erinnerungs-Ebene in den Zellen mit "gut! Energie!" gleichgesetzt wird. Das süßeste Obst war damals das beste, weil mit dem meisten Energiegehalt.

      Die Welt der Zuckeraustausch-Stoffe fing irgendwann mit Ahornsirup einerseits an, und Cyclamat und Saccharin andererseits. Heute sind wir bei Xylit und Aspartam und Getreidesirupen und was noch allem angelangt.
      Ich sehe das wie Sophie: due Auswirkungen können noch übler sein als von weißem Zucker.
      Die einzige wirkliche Alternative wäre, den übermäßig süßen Geschmack langsam wieder zu ent-lernen.

      Zucker an sich ist nach heutigem Erkenntnisstand nicht schädlich, so lange er in geringen Mengen gegessen wird. Im Gegenteil: in geringen Mengen kann er Magen und Milz tonisieren, in Form eines Nachtisches beim Verdauen helfen. Die TCM betrachtet Zucker als eine Art hochwirksames, konzentriertes "Medikament".
      Das Problem liegt in der MENGE die wir konsumieren.
      Im Mittelalter lag der durchschnittliche Zuckerverbrauch pro Kopf und Jahr bei ungefähr 17 Gramm.
      Heute? Bei etwa 32 Kilogramm.
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Also jetzt nur vom Spinat her, den mache ich mir selber, also ich kaufe die Blätter und pürree sie, aber leider habt ihr Recht, Zucker ist wohl schon überall drinnen, leider.

      ich habe vorigen Freitag, eine kleine Mehlspeise gekauft und meinte, aber ohne Zucker( sie haben immer welche die oben Zucker drauf haben und welche ohne) da lächelt die Verkäuferin und sagt, ohne Zucker haben wir keine, aber wenn ich will kann ich die nehmen wo kein sichtbarer Zucker drauf ist und so ist es wohl überall
    • Issi schrieb:


      Das Verlangen nach immer süß und übermäßig süß ist aber auch angelernt, antrainiert.
      Und es ist sehr schwierig, von "süß" wegzukommen.
      Mir doch egal. Meinetwegen soll jeder, der süßsüchtig ist, soviel Süßes essen, bis ihm schlecht wird. Aber ich persönlich habe kein Verlangen nach Süße, mir ist "süß" sogar zuwider. Schon als Kind hab ich mein Taschengeld lieber beim Metzger für Sauerkraut (damals noch ganz ohne Zucker) hingelegt als für Süßigkeiten. Ich habe ganz einfach die Nase langsam voll, dass mir der süße Geschmack überall gegen meinen Willen aufgezwungen wird, und zwar nicht nur in beabsichtigt Süßem wie Backwaren (da darf es dann auch mal so rrrichtig süß sein), sondern auch da, wo eigentlich ein anderer Geschmack vorherrschen sollte.
      Uns wird die Freiheit des Verbrauchers vorgegaukelt, das ist eine Lüge. Man kann 1000 Sorten Tütensuppe kaufen, aber die schmecken eh alle gleich. Im Grunde sind wir willenloses Mastvieh, dem dann noch eingeredet wird, dass man selber schuld an seinem Elend wäre.
      Eine ausführliche Zutatenliste mit Mengenangaben in verständlicher Sprache (nicht nur E-Nummern) wäre ein erster Schritt, aber da sperrt sich die Lebensmittelindustrie aus gutem Grund schon lange dagegen.
      Aber bald bin ich arbeitslos, dann hab ich Zeit, zuckerfrei zu kochen. Mal in einen indischen oder afrikanischen Gemüseladen gehen und ausgefallene Geschmäcker testen, vielleicht gibts da auch Karela (Bittergurke), oder vielleicht versuche ich auch mal selber Sauerkraut oder Kim-Chi anzusetzen. Das kann doch nicht sooo schwer sein, wenn das früher die Leute ohne Technologie hingekriegt haben. (Ich sach immer: mehr wie Scheißerei kann man auch nich von kriegen.)
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Ein Bekannter von mir macht jeden Herbst sein eigenes Sauerkraut.
      Seine Großeltern waren Bauern und er hat noch ein "Krautfass" von früher.
      Er hobelt das Kraut, gibt es Schichtweise in das Fass und salzt es ordentlich. Zwischendrin wird immer mal wieder kräftig mit einem Holzstampfer draufgestampft, damit die Zellen vom Kraut platzen und sich der Saft mit dem Salz mischen kann.
      Am Schluss kommt ein Deckel und ein großer Stein drauf.
      Dann muss es einige Zeit stehen.

      Ich muss sagen ich hab noch nie so ein leckeres Kraut gegessen! Schmeckt auch roh genial! Das Faß reicht ihm und seiner Familie das ganze Jahr.
      Also machbar ist's auf jeden Fall ;)
      "s'Leba isch koin Schlotzer - abr au koi Gosch voll Reißnägel!!" (schwäbische Volksweisheit)
    • Ich lebe nicht auf dem Land, ich habe diese typische Einbauküche, die gerade mal Platz für eine Person lässt und auf mein Balkönchen passt kein Fass (weder Bier noch Sauerkraut ;) )
      Ich mag mein urbanes Leben, möchte auch nicht umziehen und auch nicht stundenlang in der Küche stehen.
      Was ich aber trotzdem möchte, ist naturbelassenes, wohlschmeckendes Essen ohne Füllstoffe.
      Ist das überhaupt machbar in einem Land der 1. Welt?

      Freue mich über Tipps.
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Hi, Lisa,

      man braucht nicht gleich ein ganzes Faß Sauerkraut einzumachen. Man kann auch ein klein bißchen Kraut nehmen und als Gefäß ein Einmachglas. Das paßt auch in eine kleine Küche - Du scheinst ein ähnliches "Küchen-Modell" zu haben wie ich. :)
      Trotzdem wird das Gärgefäß einen Geruch ausströmen, den nicht alle Leute mögen.
      Bei uns im Städtchen gibt es während der Wintermonate "loses" naturbelassenes Sauerkraut im Reformhaus. Roh. Kochen muß man es selber.

      Ja da sagst Du was. Sich in einem Land der 1. Welt mit "naturbelassenem, wohlschmeckenden Essen ohne Füllstoffe" zu versorgen. "Ganz" machbar das irgendwie nicht. Es ist nie, als ob man sich zu Mittag einfach einen Kopf Salat aus dem Garten holt.

      Naturbelassene Ernährung ohne Füllstoffe und schmackhaft und preislich machbar und so, daß es in den Zeitplan paßt - ich strebe auch danach. Es ist aber irgendwie kein Zustand, den man ein für alle Mal erreichen kann. Es ist mehr so eine asymptotische Annäherung ...

      Liebe Grüße!
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Beim guten Metzger (nicht an der Supermarkt-Wursttheke) gibt es normalerweise auch immer frisches Sauerkraut. Das setzen die in der Regel selber. Wenn mein Mann sich seine Steaks holt, muss er mir davon immer was mitnehmen.
      Das Problem sind nicht die Techniken. Dem Ingeniör ist nichts zu schwör, und ich hab noch immer alles gelernt, was ich wissen wollte. Eher die erforderlichen Mengen. Beispiel Ratatouille: je eine gelbe, rote und grüne Paprikaschote, eine Aubergine, eine Zucchini, eine kleine Dose geschälte Tomaten (frische Soßentomaten gibt es ja nicht), das reicht für mich für eine Woche. Ich muss also jedesmal einen Großteil einfrieren, und ratzfatz ist das Kühlfach voll und mein Mann mault rum, weil er seinen Kaffee nicht einfrieren kann.
      Früher als Studentin hatte ich einen Tiefkühlschrank, der stand aus Platzgründen im Wohnzimmer. Nicht so schick...
      Aber mal sehen. Vielleicht kaufe ich mir einen neuen in A++ oder so. Jetzt habe ich ja Platz.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Hi Sophie,

      Ratatouille ist ein gutes Beispiel. Wenn ich das so vorschriftsmäßig machen würde wie Du, wäre mir das auch zu viel. Obwohl ich ein Viel-Gemüse-Esser bin.
      Ich nehme meistens eine einzige normale Tomate, eine ganze (wenn klein) oder eine halbe Paprikaschote meiner Lieblingsfarbe, ein Stückchen Zucchini und ein klein wenig Aubergine.

      Das was angeschnitten übrig bleibt, mache ich mir am folgenden Tag, vielleicht angebraten.
      Auch sehr lecker: Tempura: Gemüsestückchen durch einen einfach Backteig ziehen und ausbacken. Oder ich mach mir aus der Zucchini einen Puffer. Oder überbacken. Oder Suppe ...
      - auf jeden Fall bereite ich es anders zu als am Vortag.

      Das ist meine Art von Kreativität in der Küche. Anders geht es nicht, denn Eingefrorenes mag ich nicht, und "ganze" Mengen sind mir zu viel.

      Liebe Küchengrüße!
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Ja, Reste verwerten ist eine tolle Idee. Im Süden hat sich die Tapas-Kultur auch daraus entwickelt - bleiben Kartoffeln übrig, macht Hausfrau/Mann sie mit einer Soße an und serviert sie als Häppchen zu einem Glas Wein....ich habe einen Tiefkühlschrank unter dem Kühlschrank und friere tatsächlich vieles portionsweise ein - damit habe ich dann auch immer Fast-Food für die Mikrowelle. Es gibt allerdings Sachen, die lassen sich nicht einfrieren, dass ist alles sehr Wasserhaltige.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
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      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • dieser Zucker.. das ist eine echte Sucht auch bei mir!! Ich kann davon nicht wegkommen! Aber wenn du natürliches und frisches Obst und Gemüse statts in Glas, Dose oder tiefgekühlt, hättest du denke ich schon mal ein geringeres Problem mit diesem verdammten Suchtstoff.
    • ich habe keine Sucht nach Zucker, im Gegenteil ist mir der süße Geschmack zutiefst zuwider. Leider verseucht die Lebensmittelindustrie einfach alles mit dem Dreck. Ich esse auch kein Obst, weil ich eine Fructose-Intoleranz habe. So richtig saure Gurken kriegt man heute nur noch in Polen. Noch.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Das musste ich auch im Rahmen einer Behandlung feststellen. Ich habe bei einem Heilpraktiker eine Therapie gegen meine Allergien gemacht und ein Teil meiner Therapie lief quasi über meine Ernährung. Ich habe einen Ernährungsplan bekommen und stark verarbeitete Lebensmittel sowie Lebensmittel denen Zusatzstoffen und Zucker zugeführt wurden sollten gemieden werden. Im Supermarkt angekommen war mein Staunen groß. Fast in allen Produkte war Zucker enthalten. Im Reformhaus gibt es inzwischen einige Anbieter die darauf achte, allerdings muss man dann dafür tief in die Geldbörse greifen. Mir ist aufgefallen das eine riesen Bevölkerungsschicht gerade aus diesem Grund nicht anders Ernähren kann. Oder sagen wir das den Menschen dabei Steine in den Weg gelegt werden. Ich musste mich daran gewöhnen frisch zu koche. Heute profitiere ich natürlich davon, musste mich nur selbst wieder dran gewöhnen da ich selbst als Kind aus einem Haushalt gekommen bin in dem nicht immer frisch gekocht wurde..
    • Auch wenn das Thema schon länger angefangen wurde, ist es bei mir brandaktuell. Als ich merkte, dass ich immer "süßer" essen wollte, wollte ich unbedingt gegensteuern. Schon beim Kaffee beginnt es am Morgen. FloriSan88 kocht frisch, das ist bei mir weniger das Problem. Leider am Abend kommt es vor, dass ich doch noch so gern etwas zu viel Zucker will. Egal worin er enthalten ist . . .

      Wenigstens konnte ich Limonade wieder verbannen (keine mehr gekauft) . . .

      Inzwischen ist sie mir sogar zu süß, was ich als Schritt in die richtige Richtung werte.

      Geringe Mengen im Kaffee oder in Mehlspeisen sind nach wie vor von mir gewünscht.

      Doch meine Geschmacksknospen auf der Zunge sollen schon nicht noch weiter Richtung pappsüß tendieren . . .
    • Genau das ist das Ding. Es ist ne Gewohnheitssache. Wie du schon sagst, wenn die Geschmacksknospen an Zucker gewöhnt sind, dann schmeckt alles was von Natur aus Süß ist sehr fad. Limos habe ich auch schon seit längerem verband und ich versuche wirklich bei den Hauptmahlzeiten zu bleiben (was mir natürlich schwer fällt) und nicht immer wieder zwischendurch ne Kleinigkeit zu essen.

      @Klangola Also mir hat die Zuckerabstinenz wären meiner Therapie sehr geholfen um einen Abstand zu süßen Speisen zu schaffen. Versuche doch mal nur für eine Woche auf Zucker zu versichten. Vielleicht ist das Verlangen in der zweiten Woche dann gar nicht mehr so gegeben bei dir.
    • Wenn man sich die ganzen Inhaltsangaben mal anschaut, ist es echt erschreckend, was da so alles an Zucker drin ist. Meine Mama hat mal so eine fertige Mehlspeise mitgenommen, weil wir Besuch bekamen und sie keine Zeit mehr zum Backen hatte. Unglaublich, was da alles an Zucker drin war. In der Zutatenliste war Zucker schon an erster Stelle, später kamen dann aber noch Glukose und Saccharose. Geschmeckt hat es, als würde man sich puren Zucker in den Mund schieben, da esse ich lieber gleich gar keine Mehlspeise.

      Als mein Onkel und meine Tante noch verheiratet waren, hat sie schon immer viel Fertigprodukte gekauft und kaum selbst gekocht (ihre Ausrede war immer, dass ihre Tochter im Rollstuhl sitzt und viel Aufmerksamkeit braucht, aber die hatte immer eine Betreuerin da, also wäre sehr wohl Zeit zum frisch Kochen gewesen). Nach der Scheidung hat mein Onkel dann mal selbst ein Kartoffelpürree gemacht und war stolz drauf, dass es genauso geschmeckt hat, wie das gekaufte. Als er dann aber ein paar mal bei uns Mittagessen war, war er überrascht, wie gut Kartoffelpürree schmecken kann, wenn es selbst gemacht ist.

      Meine Tante und ihre beiden Töchter ernähren sich weiterhin von sehr viel Fertigprodukten und siehe da, alle haben sie starke Stimmungsschwankungen. Seit mein Onkel seine neue Lebenspartnerin hat, die selbst kocht, sind seine Stimmungsschwankungen weg und er schläft auch besser. Zucker hat so viele Auswirkungen auf unseren Körper, wenn wir zu viel davon essen, das ist echt schlimm. Mag sein, dass nicht nur der Zucker an den Stimmungsschwankungen und den Schlafstörungen meines Onkels war, aber ich finde es sehr arg, dass das mit der Umstellung der Ernährung so viel besser wurde.

      Klar ist es nicht immer einfach, alles selbst und frisch zu kochen (geht bei meinen Arbeitszeiten auch nicht, aber Mama kocht noch für mich mit), aber es schmeckt halt doch schon viel besser, wenn man weiß, was drin ist. Wenn dann die Zutaten noch aus dem eigenen Garten kommen, oder vom Metzger des Vertrauens, ist das Essen der reinste Genuss für Körper und Seele :klapp:
    • Das ist alles richtig und schön und gut.
      In allen Foren, die ich so kenne, ganz gleich zu welchen Themen, kommt die Rede ab und an auf's Essen. Und fast alle behaupten dann, dass sie natürlich immer frisch kochen - im Gegensatz X oder Y.
      Dabei gehen die Umsätze der Lebensmittelindustrie durch die Decke, sehr viele Menschen können gar nicht mehr kochen und die große Mehrheit kann oder will sich weder Reform- noch Hofladen leisten.

      Deshalb glaube ich den meisten Bekundungen nicht so recht und meine Zweifel nehmen zu, je größer der Nachdruck ist, mit dem jemand von sich behauptet, besser, gesünder als die große Masse zu essen oder zu kochen. Und jemandem, der sich überwiegend bekochen lässt, nehme ich solche Grundsätze eigentlich gar nicht ab, denke eher, da macht man sich was vor.

      Beste Grüße von Thea, die frisch kocht, wenn sie Zeit hat, aber auch zum Fertigprodukt greift, wenn das nicht der Fall ist.