Mach mal Yoga

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    • instagram.com/mynameisjessamyn/

      Sie ist auch echt gut!

      Wenn Du das erste Mal Yoga machst, würde ich Dir aber einen Kurs empfehlen, damit man die Übungen richtig macht.
      Kleider sind egal, Leggings und T-Shirt, Shorts und BH, nackig geht auch. :grins:

      Später wäre eine Matte nicht schlecht.

      Ich mache gerne Yoga Einheiten nach Erin Motz, sie gibt auch immer Varianten für weniger Fortgeschrittene an, oder Yoga with Adriene ist auch gut. Sollte auch mehr machen, ist gut für die Flexibilität und Muskeln.
    • nackig geht auch. :grins:



      Ich möchte nicht wissen, wo da überall mein Busen wäre (Körpchengrösse G). ;)

      Das hab ich mir auch mal überlegt. In der Nähe gäbe es sogar einen Kurs. Die Kursleiterin hat die anerkannten Zertifikate und Neumitglieder können zu einer Einzelprobestunde. Auch damit, dass sie sieht, was die Person machen kann und darf. Das find ich hört sich seriös an. Darauf würd ich achten frau brezle.

      LG Finchen
    • Finchen schrieb:

      Ich möchte nicht wissen, wo da überall mein Busen wäre (Körpchengrösse G). ;)


      Habe mal eine Anleitung gelesen, die als Tipp gibt - auch mit Kleidung, ein Sport-BH kann kopfüber auch nur soviel leisten - sich eine Art weichen Gurt üben den Busen (unter den Achseln durch) zu binden.

      Wobei jeder da für sich Lösungen finden muss. ^^

      Was ich für Yoga-Interessenten auch noch wichtig zu wissen finde:
      Dehnungen oder Figuren sind am Anfang manchmal schwierig. Es kann sein, dass ein Körperteil (Bauch, Busen) im Weg ist, die Arme nicht lang genug und die Flexibilität noch nicht ausgeprägt genug ist. Dafür gibt es Hilfsmittel, nämlich Blöcke. Damit holt man z.B. den Boden zu sich, damit man die Figur trotzdem korrekt ausführen kann und für Streckübungen gibt es Bänder.
      Yoga kann gut angepasst werden und man sollte sich nicht entmutigen lassen. Die Mobilität, Balance und Kraft braucht viel Übung, aber grundsätzlich ist es für jeden offen sich seinen Platz im Yoga zu finden.
    • erweiterung seiner grenzen

      Joy2016 schrieb:

      Es kann sein, dass ein Körperteil (Bauch, Busen) im Weg ist, die Arme nicht lang genug und die Flexibilität noch nicht ausgeprägt genug ist


      Das Gefühl hab ich oft, dass meine diversen Körperteile irgendwie im Weg sind.:hahaha:
      Allgemein "pass " ich irgendwie nicht.

      Das mit der Flexibilität- also momentan bild ich mir ja ein- ich kann maximal aufrecht stehen- liegen und mal kurz sitzen.Bein heben- hüpfen oder sonst ne Bewegung darüber hinaus - kann ich nicht.:-o

      Aber dats Quatsch und Yoga , wäre vielleicht DAS, wobei ich mal wieder in Bewegung komme und meinen Körper "ausprobiere".

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von fraubrezle () aus folgendem Grund: vertippselt

    • Ich denke, es ist so eine Spirale. Natürlich sind gewisse Übungen schwieriger, wenn Körperteile oder sagen wir mal "grössere Versionen" oder ein grösserer Umfang vorhanden ist.

      Mit Muskeln und Mobilität kann man das bis zu einem gewissen Grad kompensieren, siehe die Yogis mit mehr Körperumfang, so dass man zu einem Ideal kommt, dass einem der eigene Körper erlaubt. Auch das ist nicht einfach und man stösst manchmal an seine Grenzen, aber man sollte sich immer im Rahmen orientieren, dass man die Übungen bzw. Sport immer an den eigenen Körper anpasst (auch wegen Verletzungsgefahr) und halt eben sein eigenes Ideal anstrebt und sich bzw. seinen Körper so auch mehr zu schätzen weiss.

      Aber, wenn ich fragen darf, Deine Mobilität scheint nach Deiner Aussage ziemlich eingeschränkt? Kann Dir Deine Krankenkasse hier nicht mit Gymnastik oder Physiotherapie weiterhelfen?
      Es ist echt schwierig zu starten, wenn man selber durch den Körper blockiert ist - ich hatte vor zwei Jahren sehr schlimme Rückenschmerzen und kam zum Schluss kaum aus dem Bett. Bewegung hat viel geholfen, aber über die Schmerzen in die Bewegung zu kommen brauchte doch Überwindung. Der Kopf und die Angst vor den Schmerzen ist sehr stark.

      Ich weiss nicht, ob ein Yoga-Instruktor die notwendige medizinische Bildung hat, aber ich würde mal den Kursleiter Deines Kurses anfragen. Eine andere Idee wären auch Fitnessstudios, manche Personal Trainer sind wirklich gut ausgebildet.

      Ausserdem denke ich, durch Bewegung musst Du nicht irgendwo hin passen. Du musst auch nicht eine gute Figur dabei machen oder Leistungen erbringen, die (derzeit) nicht möglich sind. Bewegung sollte dir langfristig mehr Energie geben (am Anfang ist man meistens mehr müde, jetzt im Frühling sowieso), guten Schlaf, mehr Wertschätzung des eigenen Körpers, quasi Zuneigung zu sich selber und halt mehr Muskeln und Mobilität, in Deinem Tempo. Bist Du zum ersten Mal auf einem Bein stehst. ^^
    • Joy2016 schrieb:

      Dafür gibt es Hilfsmittel, nämlich Blöcke. Damit holt man z.B. den Boden zu sich, damit man die Figur trotzdem korrekt ausführen kann und für Streckübungen gibt es Bänder.


      Das wusste ich nicht. Danke für den Hinweis! Bisher dachte ich, dass Yoga für mich nicht durchführbar ist.
    • Lucia schrieb:

      Das wusste ich nicht. Danke für den Hinweis! Bisher dachte ich, dass Yoga für mich nicht durchführbar ist.


      Bitte! Auf jeden Fall ist Yoga möglich! Es ist immer noch ein Sport, der gerne von weissen, schlanken, jungen Frauen gezeigt wird, aber es gibt viele Möglichkeiten die Posen und Abläufe dem Körper anzupassen.
      Auch, wenn man zum Beispiel andere körperliche Einschränkungen hat (schwache Handgelenke, enge Hüfte usw.) und man muss sich auch nicht schämen, wenn man Hilfsmittel nimmt. Sie erleichtern einfach den Einstieg, auch bei schwierigeren Posen später.

      Wenn man neu ist, würde ich definitiv eine Anleitung empfehlen, damit man eine Idee bekommt, wie sich das anfühlt. Und wenn man länger keinen Sport gemacht hat und einem ein bisschen das Körpergefühl fehlt, auch. Wobei es immer schwierig ist, sich selber einzuschätzen. Es wird oft zum Beispiel verlangt, dass die Bauchmuskeln betätigt werden, für die Entlastung des Rückens und damit er gerade ist, aber das muss einem gesagt und am Anfang auch gezeigt werden.

      Hier wird noch eine Modifikation des Sonnengrusses gezeigt: youtu.be/IE1cz0WSZpQ?t=8m15s

      Einfach, dass Du eine Idee hast, wie das aussehen kann. Am Anfang des Videos wird es ohne Modifikationen gezeigt, in der Mitte gibt sie ganz verschiedene Möglichkeiten.

      Vielleicht noch als Anmerkung: ich bin selber noch Anfängerin. Und einige Videos, die zum Beispiel für Senioren und Anfänger gedacht sind, verlangen schon Posen ab, deren Körperhaltung man sich nicht mehr gewöhnt ist oder anstrengend sind. Das ist kein Grund für Entmutigung!
    • Danke mal für Deine ausführlichen Erklärungen.

      Ich werde mich dem Thema annähern.
      Ich denke indem ich mir ungefähr 100 Clips zu Yoga angucke.

      Ne soory:ironie:

      Weißte ich bin so jemand, der keine guten Erfahrungen damit gemacht hat, wenn er sich aufmachte sich alleine oder gar in Gruppen zu "bewegen".
      Alles was "öffentlich bewegen" angeht, daran hat man mir spätestens im Schulsport den Spaß ausgetrieben.
      Du scheinst daran Spaß zu haben-schön.

      Heute bewundere ich es ,wenn sich runde Damen trauen- wie die Yogadame- sich trotz Ü-Gewicht öffentlich zu "bewegen"- ich lebe eher so im "passiven-hoffentlich sieht mich keiner Schleichgang".


      Neuerdings geh ich ins Schwimmbad- dats für mich schon mal ein sehr großer Fortschritt.
    • sonnengruß

      Joy2016 schrieb:

      Hier wird noch eine Modifikation des Sonnengrusses gezeigt: youtu.be/IE1cz0WSZpQ?t=8m15s



      Also den Clip fand ich schon mal echt insprierend.Leider werd ich das nicht können, denn ich kann nicht mehr so einfach wie die Dame vom Boden aufstehen oder mich hinlegen.
      Vorhin mußte ich was erledigen, dazu mußte ich auf den Boden sitzen.
      Runterkommen ist schon Riesenproblem- hochkommen- fällt unter "Gottsei dank sieht mich keiner dabei" Und irgendwann schaff ich es bestimmt gar nicht mehr-ich hatte mal ziemlich schlimm " Rücken" und irgendwie passierte es , daß ich vom Spfa auf den Boden rutschte- es dauerte eine gute Stunde, bis es mir gelang mich irgendwie hochzuwuchten- ich dachte schon- es bleibt mir nur zur Tür raus robben und um Hilfe rufen- ans Telefon kam ich nicht- das stand auf einem Regal.

      So nun hab ich genug gejammert und zemmentiert- "bewegen ist für andere da- nichtt für mich"....:eek:

      ABER daß so Hilfsmittel erlaubt sind-wie die Blöcke- hatt mir auch nie einer gesagt- :danke:
    • Yoga ist voll mein Ding. Und Yoga kann auch nur sitzen und atmen sein.
      Oder ganz sachte Bewegungen.

      Ich musste bei dem Beitrag an folgende Doku denken. Ist leider auf Englisch.
      Und am Anfang wird eine Frau gezeigt, die erzählt, dass sie abgenommen hat. Das ist total doof. Aber das ist nicht der Tenor der Doku.

      Wenn die Abnehm-tante Euch nicht triggert, ist das ein sehr schönes, einfühlsames Video.

      youtube.com/watch?v=iX4hUcR8FU…9EKDRV8J4gr3qhBTTY5nQuE9e

      Liebe Grüße
    • Früher habe ich auch gerne Yoga gemacht, und zwar nicht in einem Kurs, sondern ganz allein im stilen Kämmerlein, nach einem guten Buch mit Bildern, guter Erklärung und einem großen Spiegel (Mach ich den Rücken wirklich grade, oder gehe ich ins Hohlkreuz?) Manchmal mach ich das noch heute, in meinem Zimmer oder im Garten.

      Wenn man nicht gleich die Extrem-Übungen wie Kopfstand oder Brücke angeht, braucht man meiner Meinung nach auch keinen Trainer. Kein Trainer ist besser als ein schlechter Trainer, so meine Erfahrung. Man muss nur unbedingt in sich hineinspüren können, und abschätzen können, was nun gar nicht geht.
      In einer Gruppe besteht meiner Meinung nach auch immer die Gefahr der Überforderung - weil man nicht als Versager dastehen möchte, geht man oft über seine Grenzen hinaus.

      Es geht im Kern auf der körperlichen Ebene darum, die Wirbelsäule vorwärts, rückwärts, seitlich und in Torsion an verschiedenen Stellen zu dehnen und wieder gerade zu richten. Daraus sollen sich nach der altindischen Lehre auch Wirkungen auf die seelische Ebene, die Chakren, ergeben. Das In-Sich-Hineinspüren und auf Körper und Atmung zu achten, soll meditativ wirken.

      Für den Anfänger ist eine leichte Dehnung schon wirkungsvoll genug, der Fortgeschrittene braucht da schon eine höhere Dosis an Dehnung, um das gleiche Gefühl zu bekommen, und diese Extrem-Positionen werden gezeigt und verschrecken schon den Normal-Anfänger, geschweige denn jemanden mit Einschränkungen.

      Ich würde Yoga nicht als "Sport" bezeichnen, sowenig wie ich Fegen oder Sockenstricken als Sport bezeichnen würde. Man tut etwas mit seinen Körper, nicht mehr und nicht weniger.
      "Sport" hat bei uns immer den Beigeschmack von "schweißtreibend" und "Leistung", und "Bewertung". Dieser Leistungsaspekt ist es ja, der vielen von uns den Schulsport und jegliche andere körperliche Betätigung verleidet hat.

      Mit all dem hat Yoga nichts zu tun, außer man will es selber dazu machen (oder gerät an einen schlechten Trainer). Dann kann ich auch aus Sockenstricken einen stressenden Leistungssport machen.
      Man gerät bei Yoga nicht ins Schwitzen, bewegt sich langsam nach den eigenen Möglichkeiten (und wenn die noch so winzig sind) und erzielt dadurch positive Wirkungen auf Kreislauf und Wirbelsäule. Der meditative Aspekt trainiert die Selbstwahrnehmung und lässt einen "runterkommen".

      Wie sonst soll man denn aus dem Teufelskreis von Nichts tun - körperlicher Abbau - weniger können - Nichts tun usw. herauskommen als durch mehr oder weniger langsames Wieder-Hoch-Trainieren? Von alleine macht es nicht plopp und die Kreuzschmerzen sind weg oder die Muskulatur wächst wieder über Nacht nach. Es gibt auch keine Superpille, die uns über Nacht schön, gesund und glücklich macht, sondern für alles im Leben muss man lernen und üben: Lesen und Schreiben, Laufen, Denken, Sockenstricken, Kochen, den Körper funktionstüchtig halten. Man kann sich auch mit seiner Rutschpartie auf der Abwärtsspirale abfinden und sich aufgeben. Dann braucht man aber auch nicht zu lamentieren.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Hallo Sophie

      Ich finde Du hast auch einen sehr guten Punkt gemacht, aber gewisse Sachen würde ich gerne ergänzen, weil ich anderer Auffassung bin.

      Ganz wichtig finde ich den Unterschied zwischen guter Anleitung und eigener Anleitung ohne aussergewöhnlich gutes Körperbewusstsein. Das trifft zum Beispiel eher auf langjährige Tänzer zu.

      Natürlich ist ein schlechter Instruktor völlig nutzlos und schadet nicht nur physisch, sondern auch mental. (Entmutigung, Überforderung, Schmerzen...)
      Aber das Ziel ist ja nicht die Wahl zwischen zwei Übeln, sondern selber das Gute zu suchen. Es ist normal, dass man ggf. auch nach einer Probestunde sagt, dass es halt nicht stimmig war und eine andere Lokalität aufsucht.
      Aber es ist ein immenser Unterschied, gerade als Anfänger, diese Anleitung zu haben. Es geht auch nur um Feinheiten, wo ein Buch es zwar erklären versucht, aber erst wenn jemand hilft, fällt plötzlich alles an den richtigen Platz.
      Selbstverständlich gehört da auch Ermutigungen, positives Denken, Alternativen usw. dazu.

      In einer Gruppe besteht meiner Meinung nach auch immer die Gefahr der Überforderung - weil man nicht als Versager dastehen möchte, geht man oft über seine Grenzen hinaus.


      Das ist eine Aussage, wie auch weiter unten, die ganz viel über die eigene Einstellung zum Körper, der Leistung und der Bewegung/ Sport angeht.

      Ich persönlich finde es ganz wichtig, dass man auch da ansetzt und aus dem Muster ausbricht.
      Eine Gruppe wirkt motivierend, aber eine Gruppe kann auch helfen, wenn man an die Grenze kommt. Wie beim Trainer ist es wichtig die richtigen Leute zu finden. Manche wollen sich gegenseitig zu Höchstleistungen bringen, dies ist aber nicht die einzige Gruppenform.
      Insbesondere, da man Yoga immer noch für sich macht, so dass es eigentlich genau der Sport ist, um vom Konkurrenzdenken wegzukommen und so in der Gruppe sich bewegen kann, die Motivation daraus ziehen, die Freude, ohne sich zu zermürben.

      Ich würde Yoga nicht als "Sport" bezeichnen, sowenig wie ich Fegen oder Sockenstricken als Sport bezeichnen würde. Man tut etwas mit seinen Körper, nicht mehr und nicht weniger.
      "Sport" hat bei uns immer den Beigeschmack von "schweißtreibend" und "Leistung", und "Bewertung". Dieser Leistungsaspekt ist es ja, der vielen von uns den Schulsport und jegliche andere körperliche Betätigung verleidet hat.


      Sport ist ja nichts anderes als "man tut etwas mit seinem Körper" (ohne, dass es einem bestimmten Zweck dient, wie Arbeit). Früher war Sport nichts anderes als Spiel als Gegensatz zur Arbeit. Und prinzipiell hat sich an dieser Grunddefinition nichts geändert, es wurde einfach ergänzt.

      Natürlich akzeptieren nicht alle, dass auch z.B. Dressur, Motorsport oder Denksport dazu gehören - für mich gehört dazu aber auch Konzentration, Koordination, Balance usw. Körperbeherrschung und Bewegung halt.

      Es ist mir in diesem Forum auch schon aufgefallen, dass Sport eben mit Leistungsgedanken gleichgesetzt wird und als "böse" abgestempelt. Und während Wettkämpfe Teil davon sind, sind sie nicht alles.

      Ich sehe Sport mehr als eine weisse Fläche, wo JEDER Mensch seinen Platz finden kann. Von den Athleten, die an den Olympischen Spielen teilnehmen, zu der Studentin, die mit der Freundin am Wochenende laufen geht, zum Rückenpatienten, der sich mit Gymnastik ein Stück Selbständigkeit und Mobilität zurückholt.

      Nicht der Sport definiert uns als ungenügend, es ist an jedem selber den Sport sich anzupassen. Es gibt Gott sei Dank heute auch mehr Bewusstsein für Erwachsene, die eine zeitlang oder schon immer unsportlich waren, einfühlsam zu mehr Bewegung zu verhelfen.

      Und genauso wie ich sage, dass Yoga nicht nur für dünne, weisse, junge Frauen ist und es Alternativen gibt, wenn man die Übungen noch nicht kann, ist Yoga eben nicht nur Atemtechnik und Dehnung, sondern kann schweisstreibend und anstrengend sein und es gibt Alternativen, wenn man mehr aus den Übungen holen will. Ich finde Yoga genau deshalb schön, weil es in viele Richtungen funktioniert und somit alle einschliesst und man auch mit Yoga wachsen kann.

      Trotzdem möchte ich gerne die Frage stellen, was an schweisstreibend denn schlimm ist? Oder wenn man mal (und nicht immer) aus der Puste ist?

      Wie sonst soll man denn aus dem Teufelskreis von Nichts tun - körperlicher Abbau - weniger können - Nichts tun usw. herauskommen als durch mehr oder weniger langsames Wieder-Hoch-Trainieren? Von alleine macht es nicht plopp und die Kreuzschmerzen sind weg oder die Muskulatur wächst wieder über Nacht nach.


      Da stimme ich Dir 100%ig zu.

      @fraubrezle
      Meine Rückenschmerzen kommen vom Muskel. Ich hatte durch die Schule genügend Bewegung, da war alles in Ordnung. Dann Büroarbeit, der Muskel wurde schwächer und die Schmerzen kamen. Dann habe ich Sport angefangen und die Muskeln haben sich angefangen aufzubauen und der Schmerz wurde nicht besser - weil meine Muskeln sich aufgrund der Anspannung verkrampft haben. Also Physiotherapie, die diese durch Massage gelockert hat, es war richtig schmerzhaft. Ich habe am Anfang nichts vorher gegessen, weil ich Angst hatte, dass mir vor Schmerzen schlecht wird.
      Ein Jahr später brauche ich Physiotherapie noch gut alle drei Woche (vorher war es nach zwei Tagen wieder nötig), aber nur, weil ich auf genügend Bewegung achte. Damit sich die Muskeln nicht zurückbilden, damit sie gefordert und gefördert werden. Und Bauchmuskeln, damit der Rücken entlastet wird.

      Es hat mir das erste Mal richtig das Bewusstsein geweckt, dass ich selber die Möglichkeit habe meinem Körper zu helfen. Und ich hatte Angst, dass ich später richtig Probleme kriege, weil ich mit Mitte 20 schon Rückenschmerzen hatte.

      Das Beste an der Bewegung ist aber, dass mir Sachen leichter fallen, ganz alltäglich Sachen, wie auf eine Stufe setzen und wieder aufstehen. Mich Bücken und etwas vom Boden aufheben, einen grossen Schritt machen. Es fühlt sich einfach anders an... besser, wie eine gute Dehnung nach einem langen Schlaf.
      Und ich fand nie eine Verbindung zu meinem Körper. Meine Seele und mein Körper, fand ich, passten nicht zusammen und Selbstliebe? Nein... Und jetzt fange ich an Freundschaft mit ihm zu schliessen. Ihn zu schätzen, weil er diese Leistung bringt, weil es wie ein Pakt ist: mein Kopf entschliesst sich zur Bewegung, mein Körper macht mit wie er mag und wir finden ein gemeinsames Ergebnis. Manchmal sagt mein Körper auch "Hey, heute will ich nochmals raus!" und mein Kopf sagt "Es regneeet..." und ich gehe dann trotzdem. Manchmal.
      Und indem ich den Körper wieder mehr schätze, gebe ich etwas mehr acht.

      Der Teufelskreis funktioniert nämlich auch in die andere Richtung.

      Ich weiss, wie schwer der Anfang ist. Aber wie Sophie direkt sagt, es wird nicht besser, wenn man nichts macht.
    • uihuih da wurde ja ein Thema draus

      Ufz- da hab ich was losgetreten.

      Nun hab ich das alles gelesen und will meinen Senf dazu geben.

      Sophie hab ich gut verstanden.

      Joy, Du scheinst ja viel positive Erfahrungen gemacht zu haben - rund um Sport- mit Trainern- Gruppen.

      Ja, eine Gruppe , die einen motiviert dranzubleiben und wo man sich austauschen kann-wäre suppi.
      Aber meine Erfahrung ist und ich denke da bin ich nicht allein- das leider eher so eine Art Konkurenzdenken vorherrscht und alles andere als eine wohlwollende Einstellung zu den anderen Teilnehmern.
      Und mir hat niemand so sehr den Spaß an Sport verleitet, wie meine Sportlehrer.
      Es fing damit an, daß ich , damals noch ein eher dünnes Kind, daß "ganz normal" Spaß an Bewegung hatte, ins Sonderturnen kam.
      Das war gedacht für Kinder , die irgendwie motorisch noch nicht so fit waren oder sonst wie "anders" waren.
      In meinem Fall kam ich- vermute ich - dahin, weil ich als Kind einen Senk-Spreizfuß hatte- ich lief meien Schuhe schräg ab- also irgendwie war ich wohl "schief".
      Dieses Sonderturnen war das erste Erlebnis, wo man mir klar machte- Du bist "verkehrt", denn Du darfst nciht bei den anderen- den Normalen mitturnen
      Allgemein habe ich Sportunterricht immer nur als einen Ort des Versagens erlebt.Motivierende Pädagogen gab es nicht.Aber welche die alle , die das Zirkeltraining nicht reibungslos durchliefen , offen runterputzten.

      Ich dachte später oft, wie anders hätte ich mich entwickeln können, ein wie viel besseres Körpergefühl hätte ich lernen können, hätte man mir nicht so nachhaltig klar gemacht- du bist "unsportlich".

      Aber - und da komme ich zu so einem anderen Punkt- wo ich vermute- Du -Joy hast einfach eine ganz andere Erfahrungswelt als ich - ich bin ein Kind der 60er.
      Lese ich Dein Profil, dann bist Du mal locker 30 Jahre jünger als ich.
      Auserdem vermute ich- das ist keine Bewertung- daß Du nicht mit wirklich "dick" zu kämpfen hast.
      Wenn man mal die 120 kilo Marke überschritten hatt, dann sind Deine Vorschläge Herausforderungen.
      Bis 99 kilo habe ich mich körperlich eigentlich null eingeschränkt gefühlt.
      Jetzt ist es einfach schon eine Leitunun mich hochzuwuchten- zu bewegen.

      Mit meinem Körper hab ich Glück.Trotz dem zuvielen Gewicht, hab ich erst mit ü- 50 "Bewegungsschmerzen entwickelt"
      Rücken hatte ich nie. Und als ich da damals auf dem Boden saß und nicht mehr hochkam- das war wohl ein kleiner Bandscheibenvorfall- und den hatte ich von der Arbeit.
      Ich sag nur "Pflege".
      Es ist eher verwunderlich, daß ich eine der ganz wenigen war, in dem Beruf, die erst Ende 40 Rücken bekam.

      Seit so zwei Jahren setz ich mich zum ersten Mal ernsthaft damit auseinder , "wie bekomme ich mich leichter".
      Ich weiß, daß ich mich zu wenig bewege- wobei ich mal behaupte ich bewege mich noch relativ viel- alleine weil ich im 4 Stock wohne einen Hund habe, kein Auto habe und doch tatsächlich gerne in der Natur bin.
      Aber ich fahr nimmer Rad-Asthma- ich arbeit nicht mehr und Sport ist Mord-
      Neulich kams dazu daß ich in einem Fitneßcenter was zu tun hatte.
      Ich hab ganz sehnsüchtig auf die Geräte geguckt-mein Körper seht sich nämlich heimlich danach, mehr genutzt zu werden.
      Aber ich werd den Teufel tun und mich anmelden und den hämischen Blicken aussetzen .
      Also Sport in Gruppen. Sport "öffentlich"- das ist für mich , wie leider für viele Dicke schambesetzt und an ganz viel schlechte Erfahrungen gkoppelt.
      Wir sollen uns ja immer bewegen,aber wenn wirs tun, wird über uns Dicke gelästert.
      Ich habe noch nicht den Mut ,diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
      Immerhin geh ich wieder ins Schwimmbad- das ist meine neue positive Erfahrungung geht es um Bewegung und zu seinem Körper stehen.

      Sophies Erfahrungung, daß man Yoga ja auch ganz alleine für sich machen kann- das versteh ich, das einem das dann lieber ist , als in einer Gruppe.

      Und ich nähere mich dem an:grins:
    • Hallo fraubrezle! Schönen Karfreitag, Dir. ^^

      Ich finde es in Deinem jetzigen Beitrag etwas schade, dass Du von meinen Beiträgen aus, die sich mehr auf Tatsachen berufen haben, mit einer eigenen Anekdote, etwas auf die persönliche Ebene bringst und implizierst, dass meine Erfahrungen nicht den typisch negativen Erlebnissen eines übergewichtigen oder unsportlichen Kindes oder Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen entsprechen.

      Ich kann Dir versichern, ich habe sehr wohl jahrelanges fat-shaming hinter mir, die ebenfalls grosse Spuren hinterlassen haben. Mein Selbstbewusstsein ist quasi nicht-existent. Ich kenne ebenso die Blicke, wenn ich zum ersten Mal in einen neuen, sportlich oder figürlich orientierten Raum (Schwimmbad, Fitnessstudio) betrete und ich kenne die absolute Nervosität vor einem Kurs, die Angst, dass man auf das Gewicht reduziert wird.

      Erst vor einem halben Jahr gab es bei uns einen Trainerwechsel. Die hat dann hinter meinem Rücken sich abfällig über mich, besonders meine Figur geäussert. Es wurde mir nach ein paar Wochen von zehn (!) verschiedenen Menschen zugetragen, weil sie dies nicht akzeptiert haben.
      Ich bin dann gegangen und war einige Wochen ohne Alternative, obwohl ich gesucht habe. Natürlich hatte ich Angst, dass sich das wiederholt. Jetzt habe ich wieder etwas gefunden und auch hier ist das Gewicht ein Thema, aber in einer konstruktiven Art und Weise und für mich ist das in Ordnung so.

      Du siehst also, dass meine letzte negative Erfahrung gar nicht weit zurück liegt.

      fraubrezle schrieb:

      Ich dachte später oft, wie anders hätte ich mich entwickeln können, ein wie viel besseres Körpergefühl hätte ich lernen können, hätte man mir nicht so nachhaltig klar gemacht- du bist "unsportlich".


      Bei uns sagt man dazu "Die Hebamme ist schuld."
      Also, wenn man im Erwachsenenalter immer noch die Verantwortung Menschen gibt, die einen als Kind schlecht beeinflusst haben. Ich denke, irgendwann sollte man sich davon emanzipieren können, ggf. auch mit Therapie.

      D.h. nicht, dass man danach, um bei Deinem Beispiel zu bleiben, den Sport machen muss, der einem so vermiest wurde. Aber die Ablehnung sollte eher aus einem Bereich kommen, indem man selber entscheidet und nicht die Schatten der Vergangenheit über einen grossen Bereich der Lebensqualität, der Mobilität, entscheiden lässt. Man bringt sich dadurch ja noch Jahre später in eine passive Position.

      Auserdem vermute ich- das ist keine Bewertung- daß Du nicht mit wirklich "dick" zu kämpfen hast.
      Wenn man mal die 120 kilo Marke überschritten hatt, dann sind Deine Vorschläge Herausforderungen.
      Bis 99 kilo habe ich mich körperlich eigentlich null eingeschränkt gefühlt.
      Jetzt ist es einfach schon eine Leitunun mich hochzuwuchten- zu bewegen.


      Irrelevant, da ich nie von Gewicht gesprochen habe, sondern von körperlichen Eigenschaften, die die eigene Mobilität von einfachen körperlichen Tätigkeiten behindern.
      Bei Dir ist es das Gewicht und womöglich die fehlende Fitness, bei mir ist es das Gewicht und die fehlende Bemuskelung des Rückens und natürlich auch die fehlende Fitness.

      Die Ursache ist erstmals völlig nebensächlich und nicht zu bewerten, denn in meinen Beiträge habe ich immer von Bewegung gesprochen, damit man sich mehr Mobilität, damit Selbständigkeit und damit Lebensqualität zurückholt.
      Natürlich sieht dann im Programm Deine Situation anders aus, als meine. Aber ich weiss wie es ist, wenn der eigene Körper Bewegungen verhindert oder es einfach nur schmerzt. Und auch wenn ich die 120KG-Marke nicht erreicht habe, da hast Du Recht, bin ich durch mein Gewicht limitiert und meine Fettdepots behindert - da muss ich mir mit meinem Körper auch nichts schönreden.

      Aber ich fahr nimmer Rad-Asthma- ich arbeit nicht mehr und Sport ist Mord-


      Bewegung kann für Asthma sogar förderlich sein und Dir mehr Luft verschaffen.
      Da es aber auch schnell gefährlich werden kann, würde ich da immer einen Arzt als Begleitung haben. Zumindest am Anfang...

      Aber ich werd den Teufel tun und mich anmelden und den hämischen Blicken aussetzen .


      Wie viel blöde Blicke gibt es denn de facto und wie viele empfindest Du denn als blöd?
      Ich würde mich auch nicht im Fitnessstudio anmelden, ich wüsste nicht einmal, was ich mit den Geräten machen sollte. o_O Weil ich Anleitung brauche, habe ich mich in einer Crossfit Box angemeldet. Es sind acht Probestunden, drei habe ich bis jetzt. Und ja, die erste war... ich war furchtbar nervös. Da waren diese durchtrainierten Typen und natürlich haben sie geschaut und ich dachte nur "Oh je, oh je, oh je..." Aber ich wollte es ausprobieren und habe fur diese Stunden den Mut zusammengekratzt. Weil ich mich weigere mich durch die Vorurteile anderer über meinen Körper zu limitieren.

      Also Sport in Gruppen. Sport "öffentlich"- das ist für mich , wie leider für viele Dicke schambesetzt und an ganz viel schlechte Erfahrungen gkoppelt.
      Wir sollen uns ja immer bewegen,aber wenn wirs tun, wird über uns Dicke gelästert.


      Ja, es gibt noch genügend Menschen, die andere beschämen, es ist wirklich eine Schande. In einem geschützten Raum in einer Gruppe bzw. einer Klasse gehe ich eher, aber es braucht für mich viel mehr Mut in der Öffentlichkeit laufen zu gehen. Manchmal denke ich mir, ich habe kein Recht in Sportkleidung zu laufen, obwohl ich dann Sport mache, halt, was ich leisten kann, weil ich dick bin. Ich kenne die Gedanken alle auch...

      Vielleicht hast Du Recht, was den Generationenunterschied angeht - obwohl ich sehr gut verstehe, was fat-shaming betrifft und es auch erlebt habe, gibt es mehr und mehr Stimmen, die sich dafür einsetzen, den Körper so zu lieben, wie er ist, auch wenn er sich verändert oder man selber eine Veränderung wünscht.
      Mir haben viele dieser Videos geholfen mehr Mut zu finden, auch wenn es ein langer Weg ist.

      Immerhin geh ich wieder ins Schwimmbad- das ist meine neue positive Erfahrungung geht es um Bewegung und zu seinem Körper stehen.


      Und das ist absolut grossartig. Jetzt, wo es wieder wärmer wird ist Baden und Schwimmen so schön. ^^

      Sophies Erfahrungung, daß man Yoga ja auch ganz alleine für sich machen kann- das versteh ich, das einem das dann lieber ist , als in einer Gruppe.

      Und ich nähere mich dem an:grins:


      Ich habe mich nie gegen Yoga für sich ausgesprochen. Nur zu Bedenken gegeben, dass kein Buch der Welt einen guten Instruktor ersetzt. Wenn man, wie wir beide jetzt, in unserer Mobilität schon beeinflusst sind, ist auch das Körpergefühl nicht mehr absolut korrekt. Und ein guter Instruktor ist notwendig für eine gesunde, effektive Praxis.

      Das gesagt, man wird mit Yoga für Anfänger auch nicht viel kaputt machen, wenn man es alleine versucht und Yoga hat oft einen sehr positiven Einfluss auf die eigene Perspektive, ohne dass man die Figur bilderbuchmässig macht.
    • Liebe Fraubrezle, Liebes Forum

      das mit dem Schämen im Sportunterricht, das ist gar kein originär dickes Problem. Falls es dir hilft: Mir gings ganz genau so.

      Bis heute kann ich weder Werfen noch Fangen, und wenn ich renne, bin ich unfreiwillig komisch.

      Und trotzdem ist mir Sport heute wichtig. Oder: meinen Körper spüren. Weil Sport für mich kein sinnloses Kalorien-auf-dem-Ergometer-zählen oder sich-im-Wettkampf-befinden ist.

      Ich glaube, es kann nicht Schaden, dem ganzen noch mal einen Versuch zu geben - vielleicht mit einer anderen Haltung.

      Für mich war das, nachdem ich mit dem Trinken aufgehört hatte, ein bisschen so: Ok, das ist mein Körper. Mein Körper ist wichtig, denn ich wohne darin.
      Ich versuche, ihn zu betrachten, ohne ihn zu bewerten. Was funktioniert? Was funktioniert nicht? Bestandsaufnahme.

      Und dann: Was ist mir wichtig?
      Sobald ich über die Form nachdenke, fange ich an, mich zu bewerten.
      Also befasse ich mich lieber mit der Funktion. Was ist mir an Funktion wichtig?
      Wie kann ich mir das erarbeiten?

      Das können kleine Dinge sein, oder klitzekleine. Etappenziele.
      Und mit dem Wissen, dass du dich bewegst, um dir ein eigenes Stück Freiheit zu erkämpfen, kann sich Bewegung auch richtiggehend befreiend anfühlen.

      So habe ich richtig Freude an Bewegung gefunden. Das ist natürlich nur ein subjektiver Bericht, der keinen statistischen Wert hat.
    • Ich habe von Anfang an nicht in dem Thema gelesen, weil ich kurz bevor es aufkam, selbst durch eine Fernsehreportage auf Yoga für Dicke aufmerksam wurde und für mich etwas angestoßen habe. Ich wollte erst mal schauen, wie sich das entwickelt, bevor ich hier etwas schreibe.

      Die Fernsehreportage habe ich, während ich im Nebenzimmer beschäftigt war, nur gehört und nicht gesehen. Ich habe dann mal ein bisschen im Netz gesucht. Fündig wurde ich bei Brigitte:

      Plus-Size-Yoga - Wenn ich das kann, kann das jeder

      Yoga für Übergewichtige - Ist Yoga auch etwas für schwere Menschen?

      Ich habe schon länger darüber nachgedacht, mich mit Yoga zu befassen, weil meine beste Freundin der Meinung ist, dass das sehr hilfreich bei der Bewältigung von Emotionen ist. Und das ist leider eins meiner Themen.

      Gestern nun habe ich einen Yoga-Tageskurs im Lahore-Institut in Offenburg mitgemacht. Es handelte sich um Samara-Yoga. Die Instituts-Leiterin habe ich im Rahmen meiner Aktivitäten in der Schlüsselbad Klinik in Bad Peterstal kennen gelernt.

      Da ich über 100 km von Offenburg entfernt wohne, kann ich leider nicht regelmäßig dorthin gehen. Es gibt da ganz normale Kurse. Der Kurs gestern war für angehende Samara-Yoga-Lehrer. Ich war also als blutige und zudem noch dicke Anfängerin dazwischen ein echtes Unikum.

      Aber was soll ich sagen: Ich fand es toll, wie mir ohne jedes Vorurteil begegnet wurde. Ich habe vormittags im Rahmen meiner Möglichkeiten die Übungen mitgemacht, zum Teil vom Stuhl aus. In den Pausen habe ich mich sehr nett unterhalten. Es war eine rundum gute Erfahrung. Nachmittags habe ich nur noch zugeschaut.

      Denn eins war mir recht schnell klar: Da werden Muskeln angesprochen, die beim Krafttraining gar nicht vorkommen. Entsprechend habe ich heute einen handfesten Muskelkater.

      Eingeschränkt haben mich nur meine unkoordinierten Füße (wie unkoordiniert die sind, ist mir da einmal mehr klar geworden) und meine lädierte Schulter. Mein Gewicht und meinen dicken Körper empfand ich nicht als einschränkend.

      Ich habe mir eine DVD mitgenommen und möchte unbedingt danach üben. Denn ich denke, wenn ich die Bewegungen regelmäßig mache, werden auch die damit verbundenen Muskeln nicht mehr so ermüden.

      Ich möchte behaupten, dass die allermeisten Übungen, die ich dort gestern gemacht und gesehen habe, auch für - zunächst untrainierte - dicke Menschen ohne Behinderung zu machen sind. Und selbst wenn man durch eine Behinderung eingeschränkt ist, ist es immer noch möglich. Es war auch ein schlanker Teilnehmer dabei, der nicht gut auf den Boden konnte. Viele Übungen, die auf dem Boden gemacht werden, lassen sich auch im Stehen oder vom Stuhl aus machen.

      Ich würde das wirklich gerne weitermachen, zumal mir die ruhige Atmosphäre in meinem stressigen Alltag sehr gut getan hat.

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    • Joy2016 schrieb:


      Manchmal denke ich mir, ich habe kein Recht in Sportkleidung zu laufen, obwohl ich dann Sport mache, halt, was ich leisten kann, weil ich dick bin. Ich kenne die Gedanken alle auch....

      Wenn es denn welche in Größen über 42 gäbe. Ich meine damit nicht schlottrige "Jogging"-Hosen in Bonbonfarben, die eher zum Chipsessen vor der Glotze dienen sollen - was Dicke halt angeblich so den ganzen Tag machen. Joggen kann man darin jedenfalls nicht.

      Ich hab noch meine alten Tights aus meinen Marathonzeiten, aber die sind mittlerweile an der Grenze ihrer Dehnfähigkeit angelangt. Neue Modelle sind anscheinend extra schmal geschnitten, die krieg ich in der selben Größe noch nicht mal über den Arsch...
      Frauen über Größe 42 dürfen halt keinen Sport machen. Igitt!
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • FrauLehmann schrieb:

      Und mit dem Wissen, dass du dich bewegst, um dir ein eigenes Stück Freiheit zu erkämpfen, kann sich Bewegung auch richtiggehend befreiend anfühlen.

      So habe ich richtig Freude an Bewegung gefunden. Das ist natürlich nur ein subjektiver Bericht, der keinen statistischen Wert hat.

      Da kann ich dir nur zustimmen. Als nach einem Arbeitsunfall mein rechter Fuß zerschmamscht war, musste ich erst wieder gehen lernen. Und später habe ich richtig Freude an der Bewegung an sich verspürt. Ganz ohne Vergleichszwang, schneller-weiter-besser. Ich habe es für mich getan, und es tat gut. Nicht weil "man" es tut, oder es auf dem Stundenplan steht. Wenn ich langsamer gehen wollte, ging ich langsamer, wenn ich mich auspowern wollte, hab ich Gas gegeben. Weil es mir gut tat und nicht weil ich irgendein Trainigsziel hatte. Ich hab dann mal nen Marathon mitgelaufen, aber diese Massenveranstaltungen sind nicht so mein Ding. Lieber allein im Wald die gleiche Strecke.

      Dass mich jetzt mein schlecht geflicktes Fußgelenk im Stich lässt, macht mich wütend. Wie gern würde ich wieder laufen, aber ich bin froh, wenn ich ohne Krücken zum Parkplatz komme. Das kann man auch nicht wieder hochtrainieren.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:

      Wenn es denn welche in Größen über 42 gäbe. Ich meine damit nicht schlottrige "Jogging"-Hosen in Bonbonfarben, die eher zum Chipsessen vor der Glotze dienen sollen - was Dicke halt angeblich so den ganzen Tag machen. Joggen kann man darin jedenfalls nicht.

      Ich hab noch meine alten Tights aus meinen Marathonzeiten, aber die sind mittlerweile an der Grenze ihrer Dehnfähigkeit angelangt. Neue Modelle sind anscheinend extra schmal geschnitten, die krieg ich in der selben Größe noch nicht mal über den Arsch...
      Frauen über Größe 42 dürfen halt keinen Sport machen. Igitt!


      Bis 46 kommt man theoretisch noch rein, aber bei zum Beispiel längeren engen Hosen dehnen sie sich am Oberschenkel und Po, dass sie manchmal durchsichtig erscheinen oder es sich einfach verzieht.

      Ich habe die ersten Konsequenzen des Krafttrainings jetzt gerade auf meiner Rucksackreise bemerkt, Treppen hoch und runter mit 25 Kilogramm auf dem Rücken gingen viel leichter, 1 1/2 Stunden durch die Stadt gelaufen, während ich früher nach dem kurzmöglichsten Weg gesucht habe. Toll!
    • Hey,

      ich hab mich schon länger für Yoga interesiert und hab mir im Internet ein paar Videos angeschaut und entschieden dass es was bringen könnte, vor allem in der allgemeinen Beweglichkeit. Hab mir einfach den Laptop an meinen Fernseher angeschlossen und auf dem Wohnzimmerteppich mitgemacht. Bei der Kleidung hab ich mir einfach ne bequeme Pyjamahose genommen und ein etwas engeres T-Shirt damit des nicht so rumhängt. Hat gut funktioniert zum Probieren werde mich aber bei einem Kurs anmelden um eine Anleitung und Korrekturen bei der Haltung zu bekommen, da einige Positionen für mich schon fast unmöglich zu schaffen sind.
    • Yoga macht so Spaß, mache das jetzt schon seit einigen Wochen weil mir eine Freundin einen Gutschein von (bitte nach Fitnessstudio - studio chemnitz goggeln) geschenkt hat. Aber ich würde dir auch Empfehlen zu Beginn einen Kurz zu besuchen, weil ich mir sicher bin, das das auch nach hintenlosgehen kann, wenn man da auf Gut Glück anfängt.
      Liebe Grüße und Erzähl wie es dir gefallen hat

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