Weil ich ein Dicker bin

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    • Weil ich ein Dicker bin

      Im aktuellen NDR-Kulturjournal. Der stark übergewichtige FAZ-Journalist Bertram Eisenhauer über sein Buch, dass beschreibt, wie sehr unter seinem starken Übergewicht leidet, dass er anscheinend einem persönlichen Versagen zuschreibt. Mir sieht das zumindest im Ankündigungstext sehr nach Ess-Störung aus.
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    • schonungslos real

      Also ich hab nun gelesen was da steht und kann nur sagen.

      so ist es..all das Scheitern...wie sehr es ihn hanicapt...

      kenn ich .

      Und werd mir das Buch kaufen. Mal sehen ob er für sich eine Antwort gefunden hat.

      Was ich nicht verstehe, Linux- Deine Zusammenfassung-Feststellung. daß er von seiner Sucht schreibt, ist ja schon im Artikel klar.
      Und Essen, übermässiges Essen, seine Emotionan darüber regulieren ist SUCHT.
      Und wenn ich nun wieder gefleddert werd, keiner kan mir weismachen, daß es Schicksal oder medizinisch begründet ist.
      Sich überessen ist immer ein süchtiges Verhalten.

      Was ja nicht schlimm ist. Der Mensch ist seiner Natur so entfremdet und lebt in so lebensfeindseeligen Zusammenhängen, daß viele etwas brauchen um sich im Lot zu halten.

      Da freß ich lieber zuviel, als daß ich saufe, rauche oder mir andere Substanzen einverleibe, die auch dann schädlich sind, wenn ich sie nicht übermäßig konsumiere.
    • fraubrezle schrieb:



      Und wenn ich nun wieder gefleddert werd, keiner kan mir weismachen, daß es Schicksal oder medizinisch begründet ist.
      Sich überessen ist immer ein süchtiges Verhalten.



      Und Sucht ist nicht medizinisch begründet?
      Was sollte Sucht denn sonst sein, eine Charakterschwäche?

      Es ist nicht so einfach eine Sucht zu verlagern. Das ist eine dieser Unwahrheiten die seit Jahren kursieren. Manchmal passt es, oft bei stofflichen Süchten, da wird die Droge gegen Alkohol ausgetauscht. Stoffliche Abhängigkeiten sind z.B. Drogen und Alkohol. Bei nichtstofflichen Süchten sieht das schon wieder völlig anders aus.Essstörungen gehören zu den nichtstofflichen Süchten.

      Für mich ist Sucht ganz klar ein Krankheitsbild und somit auch "medizinisch" begründet.

      Gruß
      Bärbel
      Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird.
      (Immanuel Kant)
    • fraubrezle schrieb:

      Was ich nicht verstehe, Linux- Deine Zusammenfassung-Feststellung. daß er von seiner Sucht schreibt, ist ja schon im Artikel klar.


      Es war mir vom Text her nicht ganz klar, wie er das selber sieht, ich habe relativ flüchtig gelesen und wollte den Beitrag abwarten.

      Es bleibt immer noch eine gewisse Unsicherheit bei mir: Sieht er seine Sucht, die er als solche erkannt hat, als eine therapiebedürftige Krankheit oder doch, zumindest teilweise, als persönliches Versagen. Es ist vor allem dieser haarsträubende Diätversuch der mich verunsichert.
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    • @viele frau-bärbel

      Klar ist Sucht eine Krankheit.

      Hab ich was anderes gesagt:confused:

      Ich kenne viele Leute, die von anderem abhängig waren und das dann in Griff bekamen.
      Viele gleiten dann aber in eßsüchtiges Verhalten ab.

      Die Krux mit meiner Sucht mich zu Überessen bzw. das Essen als Emotionsregulator zu benutzen, ist

      "ich kanns nicht lassen".

      Alle anderen Süchte ob stofflich oder verhaltensmäßig, kann man ja "einfach" bleiben lassen.

      Essen muß man. Somit ist man immer wieder aufs neue damit konfrontiert einen "gesunden" Umgang damit zu finden.

      @ linux,

      Das geht aus dem Artikel nicht hervor, was er für Schlüße zieht.
      Da müßen wir wohl das Buch lesen.

      @ überhaupt und so

      ich finds interessant, wie wenige etwas zu diesem Beitrag sagen....
    • Tatsächlich kann man wenig zu dem Buch sagen, wenn man es nicht gelesen hat ... werde mir heute eins bestellen ... vielleicht könnten wir es "zusammen" lesen und uns dann darüber austauschen? ... Falls Ihr wollt ... ???

      Wozu sich aber schon was sagen läßt, das sind diese Formula-Diäten, die er laut dem Artikel gemacht hat.

      Also ich finde daß wenn jemand zu diesen Pülverchen greift, dann zeigt das, daß er irgendwie völlig das Vertrauen in sich verloren hat ... das Vertrauen in seinen Willen, was er jetzt wirklich will ... und das Vertrauen in seine Bedürfnisse, was brauche ich jetzt tatsächlich ...
      Er verläßt sich dann völlig darauf, was ihm irgendwer "dort draußen" zumißt und vorsetzt ...
      Es ist ein bißchen wie man Jahrzehnten lang die jungen Mütter verunsichert hat, ihr könnt gar nicht wissen was euer Kind braucht, die Industrie weiß es besser, hat auch das ausgewogenere Pulver, also meßt zwei Löffelchen ab und gebt es mit etwas Wasser in das Fläschchen ...

      Daß es in Deutschland Kliniken gibt, die mit diesen Pulvern arbeiten, finde ich noch krasser. Denn den "gesunden Umgang mit Essen", wie es fraubrezle so treffend sagt, werden die Patienten da natürlich NICHT lernen.
      Der einzige Lerneffekt, der aus einer klinisch verordneten Formula-Diät entstehen kann ist, daß Abnehmen untrennbar mit dem ewig gleichen pappigen Geschmack verbunden ist ... daß Abnehmen eklig ist ... daß Abnehmen "mir nicht schmeckt" ... - und deshalb lasse ich's auf Dauer vielleicht lieber.

      Im realen Leben kenne ich eine Frau, die schon seit Jahren zwischen Ammaseth und Bottichen voll von Süßigkeiten hin- und herpendelt ... bei ihr habe ich immer den Eindruck, daß sie sich sagt gut, jetzt habe ich die schreckliche Entbehrungs- und Kasteiungsphase brav hinter mich gebracht, jetzt will ich mich aber auch dafür belohnen ...

      Mehr von mir, wenn ich das Buch gelesen oder zumindest angefangen habe.
      Bis dann ...
    • Brauche wirklich mal einen Computer, bei dem die Internet-Verbindung nicht dauernd zusammenbricht... Aber da ich jetzt zum dritten Mal anfange, belästige ich Euch wenigstens nicht mit einem ewig-langen Beitrag:)

      Fand es ja schon interessant, dass der Ressortleiter einer Zeitschrift, die laut Eigenwerbung "bei der Elite zu Hause" ist, seine Abnehm-Versuche mit Diät-Pülverchen vermarktet.

      Für ihn ist der Kapitalismus die beste aller möglichen Welten, er hat eine Karriere hingelegt, um die ihn viele beneiden würden, und er ist kreuzunglücklich, weil er ein wenig elitäres Verhältnis zu Junk-Food hat und ihm das auch anzusehen ist.

      Dass es nicht wirklich schlüssig ist, sich beim Abnehmen ausgerechnet auf die Produkte einer Unternehmung zu stützen, deren Produkte eher auf den Empfehlungslisten von Ernährungsberaterinnen zu finden sind. Er dokumentiert auch den Beipackzettel dieser "Formula". Hab' mir sowas noch nie durchgelesen, es dann aber mal mit der Zusammensetzung von Muttermilch-Ersatz derselben Firma zu vergleichen. Fand die Ähnlichkeit frappierend.

      Ist das das Konzept von sogenannten Formula-Diäten? Den Kunden auf das Niveau eines Säuglings herabzustufen, um ihm dann erwünschtes Verhalten beizubringen? Kein Wunder, dass das nicht funktioniert!

      Und wenn ich die leicht ironische Schlussbermerkung richtig verstanden habe, hat es bei Herrn Eisenhauer auch nicht wirklich geholfen...
    • Hallo, @FrauMops,

      die Dokumentation des Beipackzettels habe ich gar nicht gelesen? Ist mir total entgangen - könntest Du mir bitte die Seite im Buch nennen, damit ich nochmal nachschlagen kann?

      Mit dem Ersatz hast Du m.E. völlig Recht.
      Der Autor "weiß" schon, daß Essen ein Ersatz für ihn ist. Einmal betrachtet er die abgegessenen Teller und denkt sich "this is what I get instead of hugs" ... das da bekomme ich anstatt Umarmungen ...
      Und dann ersetzt er den Umarmung-Ersatz mit Nahrungs-Ersatz ...
      hat irgendwie schon was unfreiwillig Komisches ...

      Es waren ja nicht nur die Beutelchen. Es war ja ein ganzes Programm, ein Jahr lang. Mit wieder feste Nahrung essen lernen, einkaufen lernen, Punkte zählen ...

      Nein, es hat auch bei ihm "nichts genützt" - zumindest nicht in abgenommenen und unten gehaltenen Kilos gemessen. Wenn ich es richtig verstanden habe, will er sich für ein weiteres Jahr dort anmelden ...

      aber das wissen wir ja Alle: es ist nicht mit einem Jahr getan, in dem man sich "umstellt" ... falls man tatsächlich etwas umkrempeln möchte ... dann ist es sozusagen ein lebenslanges Programm ... ein immerwährender Bewußtseinsprozess ...
      Ich denke manchmal auch, vielleicht ist es gerade der "ewig" lange Zeitfaktor, der manche entmutigt ... ?

      Schwieriges Thema ...
    • Ich habe hier ein Interview gefunden, aber noch nicht selber gehört WDR 5. Vielleicht ist das ja erhellend.

      FrauMops schrieb:


      Fand es ja schon interessant, dass der Ressortleiter einer Zeitschrift, die laut Eigenwerbung "bei der Elite zu Hause" ist, seine Abnehm-Versuche mit Diät-Pülverchen vermarktet.


      Über über solche Widersprüche habe ich mich auch lange gewundert. Mittlerweile denke ich jedoch, dass Menschen eben widersprüchlich sind.

      Und wenn man bedenkt, dass nicht zuletzt Wissenschaftler oder jedenfalls Akademiker an diversen Märchen über Dicksein und Abnehmen beteiligt sind, dann ist es auch wieder nicht so verwunderlich, dass selbst gebildete Menschen auf die allgegenwärtige Gehirnwäscher hereinfallen.

      Aber wenn es tatsächlich nur um Vermarktung gehen sollte, wäre der Fall ja auch klar.
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    • Mittlerweile gibt es die ersten Rezensionen bei Amazon. Wirklich brauchbar finde ich bisher nur die von "Benedictu", auch wenn einiges daran etwas spekulativ scheint.

      Und wie immer keine Feier ohne Geier - Die AC wird in einer anderen wärmstens epfohlen. :genervt:
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    • @Lunix

      Hast Du jetzt das Buch gelesen? Oder nur die Rezension? Oder was? ...

      Ich verstehe offen gestanden nicht so recht, was Du uns sagen willst? Du hast den Thread doch angefangen, als das Buch noch nicht raus war - jetzt ist es raus. Wie hast DU es gefunden? ... oder wolltest Du uns nur Hinweise darauf geben, was gewisse Rundfunkredakteure oder Rezensenten denken? ...

      :confused:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Issi () aus folgendem Grund: Tippfehler korrigiert

    • Issi schrieb:

      ... oder wolltest Du uns nur Hinweise darauf geben, was gewisse Rundfunkredakteure oder Rezensenten denken? ... :confused:


      Ja, als Entscheidungshilfe für alle, die noch überlegen ob sie das Buch lesen möchten. Aber vor allem interessiert mich eure Meinung dazu, also ob ihr vielleicht irgendwem zustimmt oder zum Teil oder auch gar nicht.

      Und insgesamt finde ich es wichtig, solche Bücher zu diskutieren, auch um darauf aufmerksam zu machen, dass es Bücher gibt, die Dicksein jenseits von "die endgültig wirksame Superdiät" oder "die 783igste einzig richtige Ernährungsform" behandeln. Dabei habe ich auch immer forenexterne MitleserInnen im Kopf.

      Bei mir kommt es auf die Geburtags-Wunschliste.
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    • @lunix und comfortzone

      Ahhhhhhhhhh! Jetzt kapier ich- Du hast das Buch noch gar nicht gelesen.
      Ich habe es gerade gekauft und bin schon von den ersten Zeilen "gefesselt".

      Klar muß man solche Bücher-Sichtweisen dikutieren!
      In dem Zusammenhang finde ich es interessant , wie wenige im Forum sich daran beteiligen.

      Ich habe da so meine Vermutung, daß man ungern diese schonungslose Betrachtungsweise aufs dicke Leben "hören" will.
      Dick ist ja jetzt akzeptiert, also braucht man sich nicht mehr aus seiner Comfortzone aufscheuchen lassen.

      Und schon bin ich wieder ein Nestbeschmutzer.
      Aber das kann ich gut aushalten.
      Mein Gefühl ist, daß Veränderung bei mir stattfindet, weil ich mich gerade aus meiner Comfortzone heraus entwickle.

      In Diesem Sinne:

      life is begins
      ate the end of your
      comfort zone

      das brezel....:holy:
    • Lunix schrieb:

      Aber vor allem interessiert mich eure Meinung dazu, also ob ihr vielleicht irgendwem zustimmt oder zum Teil oder auch gar nicht.


      Hallo, Lunix,
      alles klar, jetzt hab ich's kapiert ... :)

      Okay also meine Meinung zu dem Buch ist, daß ich es sehr spannend fand. Der Verfasser schreibt in so einer Art Plauderton, wenngleich er einerseits private Gefühle von sich preisgibt, und andererseits ziemlich umfassend recherchiert hat. Ich würde das Buch jederzeit weiterempfehlen, vor allem weil kein bißchen "Tunnelblick auf Bewegung und Kalorien" drin ist. Weil er viele andere Aspekte reinbringt, die echte Gedankenanstöße sein können.

      Ich fand allerdings, daß der Autor in gewisser Weise schon "atypisch" ist. Mal so sagen - er hat immerhin auf dem beruflichen Sektor gepunktet. Diese Chance bekommen ja leider längst nicht alle Hochgewichtigen.
      Das heißt, wenn er "reduziert", muß er sich nur aus einer Mangelsituation heraus beschränken, während Viele von uns sich aus einem doppelten Mangel heraus beschränken würden - beruflich UND privat.
      Trotzdem hat der Kurs für ihn nicht so funktioniert, wie er sich das gewünscht hätte ...

      Zwar will und kann ich nicht allem zustimmen, was er schreibt. Zum Beispiel würde ich niemals solche Beutelchen nehmen wollen. Ich meine - er erkennt, daß Essen für ihn Ersatz für Liebe ist. Und dann geht er her und ersetzt den Liebes-Ersatz durch Essens-Ersatz ... das kann auf keinen Fall funktionieren ...

      Trotzdem finde ich, es ist ein wirklich lesenswertes Buch. Weil, es ist irgendwie ehrlich.
      Bin gespannt, wie es Dir gefällt, wenn Du es zum Geburtstag bekommst.

      Herzliche Grüße von
      Issi
    • Ich werde mir das Buch noch besorgen, aber insgesamt habe ich im Moment wenig Zeit zum Lesen.

      Womit ich nach allem, was ich bis jetzt drüber gelesen habe, nicht gut klar komme, ist, dass das so absolut dargestellt zu sein scheint. Ich habe dieses Essen-als-Ersatz-Problem nicht. Deshalb kann ich mich damit auch persönlich nicht identifizieren.

      In den letzten Monaten habe ich es sehr gründlich analysiert: Es gibt eigentlich nur eine einzige Situation, in der ich Süßigkeiten oder vielleicht auch nur das Auf-etwas-rumkauen vermisse: Wenn ich gestresst bin. Aber nicht so der normale Alltagsstress, sondern wirkliche Ausnahmesituationen. Und ich glaube, dann geht es bei mir eher darum, mich besser konzentrieren zu können, indem ich auf etwas rumkaue. Plöde ist, dass ich kein Kaugummi mag ...

      Trotzdem habe ich das Buch auf der Liste. :notier:
    • fraubrezle schrieb:

      In dem Zusammenhang finde ich es interessant , wie wenige im Forum sich daran beteiligen.



      Und ich finde es schade, dass Du einfach wenig differenzierst.

      Nur, weil jemand hier vielleicht nicht mitdiskutiert, weißt Du weder:

      - ob er/sie das Buch gelesen hat
      - ob er/sie darüber mit anderen diskutiert (vielleicht nur eben nicht hier)
      - ob er/sie sich das Buch überhaupt fianziell leisten kann
      - ob er/sie (momentan/generell) Zeit hat, das Buch zu lesen
      - etc. pp.

      Du weißt doch gar nichts über die Situation in der andere Menschen in ihrem Leben stecken ... vielleicht ist ihr kleinstes Problem z.Zt. das Übergewicht. Warum dann gleich diese "Unterstellungen" (Comfortzone sic .. usw. usf.)?

      Freu' Dich doch einfach über die, die hier über das Buch sprechen und erwarte nicht, dass jeder User automatisch sich an allen Diskussionen beteiligen müsste.

      (just my 2 cents)
      Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat,
      der wäre auch nicht mit dem zufrieden, was er haben möchte. (Berthold Auerbach)
    • @ M-Essen als Ersatz

      Ich kenne das zu gut- essen aus anderen Gründen als sich ernähren und weils schmeckt.Weil ich das so gut kenne, daß ich aus allen möglichen Gründen esse , Hunger ist der aller seltenste Grund und der den ich am allerbesten aushalten kann, versteh ich diesen Schreiber so gut.

      Ist es bei Dir so, daß Du wirklich behaupten kannst, daß die Gründe für Dein Gewicht nicht auch was mit Kompenstion von Gefühlen zu tun hat.Daß es wirklich nur an Hormonen ecetera liegt?

      Erst wegen einer Erkrankung, den Medikamenten und dann auch Schildrüse habe ich richtig zugelegt.
      Aber mopplig war ich seit ich 9 Jahre alt war .
      Und ich kann genau erklären, welche psychischen Faktoren, welche Ereignisse im Leben dazu führten, daß Essen für mich ein Suchtmittel wurde.

      Und da hat mir OA geholfen- dieses Eingestehen , daß ich machtlos und süchtig bin- das zu erkennen war für mich eine wichtige Kehrtwende.

      Es gibt viele Abstufungen, ich bin meinem Eßverhalten nicht völlig ausgeliefert- aber ich eß Gefühle zu/ auf, tröste mich, vertreibe mir die Langeweile....Essen nur aus Hunger, so wie Du beschreibst, mach ich nicht.

      Ich geh auch nicht eins mit diesem Pülverchen als Essensersatz und allgemein seiner Methode Gewicht langfristig zu verlieren, steh ich kritisch gegenüber.

      Aber er beschreibt so ungeschönt, was es heißt dick zu sein..das hab ich so bisher noch in keinem der gefühlt Millionen " Büchern zu dem Thema gefunden.
      Für mich ist grad wichtig , mir , nachdem ich erst seit so einem Jahr wirklich etwas verändern will am Gewicht bzw. mich dazu in der Lage sehe, viele Meinungen und Standpunkte zu hören.
      Eine Freundin hat mir übrings auch erzählt, daß sie oft Kaugummi kaut.Dieses haptische braucht.
      Aber für mch wäre das auch nichts.
    • @ fraubrezle

      Ich will das ja gar nicht in Zweifel ziehen, aber ich mag dieses "Dicke tun dies und das" nicht. Auch jeder Dicke ist anders. Wir neigen dazu, das, was für uns selbst zutrifft, auf andere zu übertragen. Ist mir mit meinen SD-Problemen selbst lange so gegangen, bis mir das klar wurde. Seither bin ich da zurückhaltender, horche erst mal, was der andere für Probleme hat, bevor ist von vornherein davon ausgehe, dass jeder Dicke es an der Schilddrüse hat.

      Nein, ich kann nicht sagen, dass es nur von den Hormonen kommt. Es ist ein Konglomerat von Ursachen, die sich teilweise auch gegenseitig bedingen. Ich wurde allerdings ziemlich zeitgleich mit dem Auftreten meiner SD-Probleme in der frühen Pubertät moppelig.

      Auch gibt es da so eine Geschichte aus den ersten sechs Wochen meines Lebens, in denen ich auf Grund einer kaputten Babywaage gehungert habe, weshalb ich ganz schlecht Essen abgeben kann, und wenn ich es tue, sollte es zu Anfang des Mahls sein (wenn also noch genug da ist).

      Dann habe ich - aus heutiger Sicht - diätentechnisch extrem viel falsch gemacht, weil ich es nicht besser wusste.

      Aber Essen als Liebesersatz, nee, das ist mein Thema nicht. Ich fühle mich allerdings auch nicht ungeliebt. Ich habe wirklich tolle Freunde. Die sind zwar weit weg, aber die Kontakte sind lebendig und stets präsent, was in Zeiten wie diesen viel einfacher ist, als es das vorher war. Ja, ja, ich weiß, dass ich hier schon mal Smartphones für überflüssig gehalten habe. Sind sie eigentlich auch, aber Threema hat mir mein Weitwegsein von all meinen Lieben echt noch mal sehr erleichtert. Ich habe ständig Kontakt zu meinen Leuten, per Telefon, eMail, SMS und Threema, so dass ich selbst, wenn ich es physisch bin, tatsächlich nie allein bin. Und die Fotofunktion lässt mich auf genial einfache Weise am Leben der anderen teilhaben und ich kann sie an meinem Leben teilhaben lassen.

      lebreab schickt mir beispielsweise im Moment jeden Tag mehrere sehr lustige Berichte aus der Schlüsselbadklinik (die sie genauso genial findet wie ich). Die werde ich so dermaßen vermissen, wenn sie wieder zu Hause ist. Und so geht es mit vielen Freunden. Ich bin immer auf dem Laufenden und sie sind immer auf dem Laufenden.

      Ich kenne auch keine Langeweile, habe eher das umgekehrte Problem, halse mir immer viel zu viel auf, habe viele Jahre das Wort "nein" nicht gekannt, aber selbst, wenn ich regelmäßig "nein" sage, bin ich immer noch von morgens um sechs bis abends um zehn auf Trab. Einen faulen Sonntag empfinde ich als Luxus.

      Eigentlich will ich mit alledem sagen: Ich finde es gut, wenn einer seine persönliche Situation schonungslos beschreibt, aber ich mag nicht, wenn derjenige dann davon ausgeht, dass es bei allen anderen in seiner Situation exakt genauso ist, denn das ist es in den seltensten Fällen (ganz unabhängig davon, um welches Thema eigentlich geht).
    • Martina schrieb:

      Und ich glaube, dann geht es bei mir eher darum, mich besser konzentrieren zu können, indem ich auf etwas rumkaue. Plöde ist, dass ich kein Kaugummi mag ...

      Geht mir genauso. Ich hab schon Nägel gekaut, meine Haare gegessen, und mir die Lippen blutig genagt. Meine derzeitige Lösung sind harte, zähe Brotkanten, Möhren und Steckrübenschnitze. Meine Kollegen freuen sich dann immer so über das Krachen und Knurpsen...
      Ich glaube nicht, dass ich die Nägel und Haare aus Appetit oder Hunger gegessen habe, aber als "Ess"-Drang würde ich es nicht bezeichnen, eher als umgeleitete Aktivität, als Übersprunghandlung. So wie Katzen sich lecken oder Vögel sich die Federn ausreißen. Da ist das Umlenken auf "echte" Nahrung vielleicht der bessere Weg.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Martina schrieb:

      Ich finde es gut, wenn einer seine persönliche Situation schonungslos beschreibt, aber ich mag nicht, wenn derjenige dann davon ausgeht, dass es bei allen anderen in seiner Situation exakt genauso ist, denn das ist es in den seltensten Fällen (ganz unabhängig davon, um welches Thema eigentlich geht).


      Es ist wahr: jede Situation und jeder Mensch ist einzigartig. Das wird ja glücklicherweise - sogar von Ärzten und von der Ernährungswissenschaft ;) - inzwischen immer mehr anerkannt. Was dem Einen hilft, kann dem Anderen sogar schaden, und was beim Einen zutrifft, muß deshalb nicht auch für alle Anderen gelten.

      Auch wahr: in der Regel neigt der Mensch dazu, von sich auf Andere zu schließen. Das ist vielleicht deshalb so, weil wenn wir nach langem Suchen und Herumprobieren endlich den "Hammer" gefunden haben, der unser Problem auf den Kopf trifft - dann scheinen uns zumindest eine Zeitlang auch die Probleme anderer Personen irgendwie alle "Nägel" zu sein ... wobei es sich in Wirklichkeit vielleicht um "Schrauben" handelt ...

      Ich glaube aber, daß es gleichzeitig auch wahr ist, daß es immer wieder Gemeinsamkeiten gibt - und daß gerade deshalb der Erfahrungsaustausch so wichtig ist. Es gibt ja auch das Sprichwort: "Wir lesen, damit wir wissen, daß wir nicht alleine sind".
      Autoren und Dichter haben schon immer relativ subjektiv über ihre ganz persönlichen Erfahrungen und Gefühle gesprochen. Manche Leser können sich darin nicht wiederfinden, während wieder andere fühlen, daß der Dichter ihnen aus dem Herzen oder aus der Seele gesprochen hat: daß er quasi stellvertretend für Viele etwas zum Ausdruck gebracht hat.
      Manchmal ist es so - also ich kann sagen, mir geht das so - daß so ein "Stellvertreter" etwas sagt, das auch in mir drin ist und von dem ich gar nicht wußte, daß es da ist ... das ich bis zu dem Zeitpunkt, wo ich es lese, nicht hätte in Worte fassen können ...

      Ich denke, daß jede einzelne "Dick"-Situation individuell verschieden ist und daß es gleichzeitig - koexistierend mit den individuellen Unterschieden - auch immer wieder viele Gemeinsamkeiten gibt.
      Ich denke auch, daß es eher hilfreich sein kann, die Gemeinsamkeiten zu entdecken. Während das Betonen des Trennenden und des Alleinseins mit einem Aspekt mir eher weniger "heilsam" erscheint ...

      Wie gesagt, das ist meine persönliche Meinung ... muß auch nicht für Jede(n) zutreffen ...
    • Martina schrieb:


      Womit ich nach allem, was ich bis jetzt drüber gelesen habe, nicht gut klar komme, ist, dass das so absolut dargestellt zu sein scheint.


      Diesen Eindruck habe ich auf jeden Fall beim Interview auf WDR5 gehabt. Er scheint tatsächlich zu glauben, dass seine Geschichte für alle Dicken gelten muss. Andererseits denke ich, dass viele zumindest von uns Jojo-Dicken lange einen ähnlichen Fehler begangen haben, bevor wir auf die Idee der Selbstakzeptanz gekommen sind. Wer weiß, vielleicht stolpert er mal über unser Forum und nutzt die Chance zur Weiterentwicklung.

      @Issi

      Danke für die Antwort. Sie hat mir noch mehr Lust auf das Buch gemacht.

      "Wir lesen, damit wir wissen, daß wir nicht alleine sind"
      Schöner Satz.
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    • Dass Betram Eisenhauer an manchen Stellen ziemlich stark verallgemeinert, stimmt sicher. So heißt es in der Vorbemerkung, dass einem als Fettem nicht nur der Körper zur Last werde, sondern "das Leben selbst wird die zur Last" (S. 12). Würde ich so nicht teilen. Und auch wenn ich mich aus eigener Erfahrung ganz gut mit Fressattacken auskenne, würde ich auch nicht Essen so unmittebar mit Sex vergleichen wollen (Kapitel 5, wiedergeben möchte ich die Geschichte mit der süßen Creme mit dem italienischen Namen jetzt nicht).

      Aber interessant fand ich's schon. Ich würde ihn auch nicht für typisch halten. Aber was ist schon typisch dick? Hält man sich an das, was das Statistische Bundesamt schreibt, müsste man sich unter eher älteren Witwen mit niedrigem sozialem Status umschauen. Die schreiben aber eher selten Bücher, sondern werden höchstens in Real-Life-Sendungen vorgeführt.

      War noch die Antwort auf Issis Frage schuldig, wo denn die Zusammensetzung des Pülverchens des großen Unternehmens aus dem schweizerischen Vevay zu finden ist: Gleich im ersten Kapitel, S. 22
      Passend dazu las ich übrigens heute in der Westfälischen Rundschau, dass es ein Unternehmen gibt, das jetzt etwas Vergleichbares für Gesundheitsbewusste ohne Gewichtsprobleme, aber mit wenig Zeit zum Kochen auf den Markt bringen will...