Weight Watchers: Die fetten Jahre sind vorbei

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    • Finchen schrieb:



      @ Lisa Gemeinsam Kochen und dann gemeinsam essen, nicht Ernährungslehre. Das ist dann doch ein kleiner aber feiner Unterschied.

      LG Finchen


      Finchen, ich habe selbst Kochunterricht gegeben. ( Als Wahlfach, hatte aber so viele Schüler, dass ich den Kurs teilen musste)
      Alter: 14 - 15 Jahre.
      Erste Beobachtung:
      Die Schüler haben viel Freude daran. Es gibt viele, die gerne mal was mit den Händen machen, oft sogenannte " schlechte Schüler." Außerdem ist der lockere Stil von "Kochen" eine willkommene Auflockerung des Schulalltags.
      Also keine Frage: Kochunterricht ist wahnsinnig beliebt.

      Zweite Beobachtung:
      Haben die Schüler nur durch Praxis, nicht durch Theorie, etwas gelernt?

      Was hängen blieb, ist , dass Moslems kein Schweinefleisch und Vegetarier kein Fleisch essen ( hatte Angehörige beider Gruppen in meinem Kochunterricht.)

      aber über Ernährung ?
      ( kann ich nicht beurteilen. Einige Schüler haben zuhause Gerichte nachgekocht und mir davon erzählt.)

      Warum erzähle ich das?
      Weil ich der Meinung bin, dass der Einfluss der Schule von vielen Menschen, auch von Politikern, sehr überschätzt wird.
      Kochen ist teilweise Unterricht wie jeder andere: Schüker gehen hin, Schüler reißen die Stunden ab, Schüler bekommen Noten.
      Ob da wirklich was aufs alltägliche Leben übertragen wird, wage ich zu bezweifeln. ( leider!)

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Aber immerhin haben sie gelernt, dass Kochen Spaß machen kann, und keine Geheimwissenschaft ist. Im jugendlichen Alter hat man ganz andere Prioritäten, aber ich kann mir gut vorstellen, dass das Gelernte später wieder abgerufen wird, z.B. wenn man von zu Hause auszieht für Ausbildung/Studium, und nicht wie die Kuh vorm neuen Tor vor den Kochutensilien stehen muss.
      Bei Bedarf gibt es heutzutage die tollsten Internetinhalte, von chefkoch.de bis youtube-Tutorials. Wenn man gewisse Basiskenntnisse hat, lässt sich leichter darauf aufbauen, als wenn man mit 0 Ahnung anfängt.

      Ich erinnere mich an meine Studienzeit, wo wir in der Clique alles mögliche zusammengebrutzelt haben. (Übrigens war ich dabei das einzige Mädel unter lauter männlichen Ingenieurstudenten.) Ein Studienkamerad konnte sogar Strudelteig machen. Der kollektiv erarbeitete Apfelstrudel war zwar krumm und beulig, aber das gemeinsame Verspeisen war trotzdem ein Fest. Jeder hatte seine Kenntnisse eingebracht, und wir haben voneinander gelernt. Ausländische Kommilitonen aus China oder dem Iran haben ihre eigenen Rezepte weitergegeben, und dafür Käsekuchen backen gelernt.

      Mit relativ einfachen Mitteln kann man sich durch Kochen kleine Erfolgserlebnisse verschaffen, und das trägt auch sehr zum Selbstwertgefühl bei. Die "schlechten Schüler" haben vielleicht nicht viel über Ernährungstheorie gelernt, aber sie haben gelernt, dass sie auch etwas Sinnvolles (und was kann sinnvoller sein als eine Speise?) zustande bringen können, und nicht auf der ganzen Linie Versager sind.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Wie macht Ihr das mit dem professionellen Zitieren? ... Ich krieg das noch nicht hin, also zitiere ich so:

      ..."daß Kochen Spaß machen kann" ...
      Genau darum geht es: es geht um Spaß, und nicht um wissenschaftlich fundierte Kombination von Lebensmitteln.

      ..."das gemeinsame Verspeisen war ... ein Fest" ...
      Es geht um Freude und gute Gefühle, und nicht um Kalorien oder "Punkte".

      Es geht beim Essen auch um Gemeinschaft ... jedes Essen quasi eine kleine "Kommunion", mit der man die Verbindung zu einer bestimmten Gemeinschaft stärkt und hinterher sagt "ich bin" ... oder "ich gehöre zu ..." .. zu dieser oder jener Kultur, zur Gemeinde der Vegetarier oder Veganer ... was immer es im individuellen Fall sein mag. -
      Beim Essen geht es nach meiner Erfahrung um Freude, um Gefühle, und um Identität. Wogegen alles was "Gehorsam" einfordert, kontraproduktiv ist: all die "Experten"-Meinungen, all das "Wissen", alles was angeblich "sooo gesund ist" ... - und natürlich auch die WW-Punkte ...
    • Issi schrieb:

      Wie macht Ihr das mit dem professionellen Zitieren?
      Off topic aber zur Info: Das mit dem Zitieren kannst Du hier lernen und dort üben. Es ist kein Hexenwerk, sondern ein einfacher Weg, um zu zitieren und kenntlich zu machen, von wem man gerade Text übernimmt.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
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    • ja, dass Kochen Freude macht, da habt ihr Recht.
      und Jugendliche finden Kochen durchaus nicht "uncool", ein guter Koch unter den Jungs konnte durchaus die Mädels beeindrucken ....
      da helfen natürlich auch die Kochshows mit den Starköchen etwas mit beim Image.

      Ich kritisiere auch eher das, was Politiker erwarten: Dass nämlich der Kochunterricht die "Fettsucht" von Kinder und Jugendlichen sozusagen "bekämpft".

      ich habe als Studentin auch gerne mit anderen gekocht. Gottseidank ging es aber nie um "kalorienarm" sondern um "lecker" - wobei lecker durchaus auch gesund sein konnte.....

      ich selbst bin keine Freundin der Ernährungswissenschaft. Nicht umsonst hieß das Fach "Chemie- und Ernährungslehre" - und genauso lief es ab.
      Das Sinnliche, das Gemeinschaftserleben etc. kam zu kurz.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
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      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Meine Tochter hat zum Teil zu Hause auch manche Gerichte aus der Schule nachgekocht. Aber wirklich kochen lernte sie erst, als sie als Au pair in einer Familie lebt und täglich für alle kochen musste. Aber wenigstens brachte sie aus dem Unterricht Grundkenntnisse mit. Es war nicht völlig fremd.

      Auch ich hatte Kochunterricht, wobei ich vor allem herausfand, was ich nicht hinkriege, aber da gibt es heute gute Fertigprodukte :-D. Aber das Kochbuch, das ich damals bekommen habe, ist heute noch im Einsatz.


      Ich kritisiere auch eher das, was Politiker erwarten: Dass nämlich der Kochunterricht die "Fettsucht" von Kinder und Jugendlichen sozusagen "bekämpft".


      Das ist richtiger Blödsinn und das sind unrealistische Erwartungen.


      Beim Essen geht es nach meiner Erfahrung um Freude, um Gefühle, und um Identität.


      Das gemeinsam in der Schule essen finde ich auch gut wegen der Gemeinschaft. Es gibt sicher Jugendliche, die das nicht so kennen von zu Hause, dass zusammen gegessen wird. Und wer weiss, vielleicht stärkt es auch ein bisschen der Zusammenhalt in der Klasse.

      LG Finchen