Meine Vorstellung/Berichte (Binge Eating - Achtsamkeit)

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    • Jakob,
      genau unsere letzten beiden States zeigen mir, wie schwer es ist, sich nur über das geschriebene Wort verständlich zu machen...;)

      Ich meinte mit "erwachsen sein" nicht, dass man nicht sein Leben lang lernt, und ich meinte mit "Träumer" nicht, dass man nicht als erwachsener Mensch Träume haben darf.


      Zitat von Itsme
      und ist das alltägliche Leben nicht schlicht und ergreifend ein täglicher Kampf...

      ein Kampf, den jeder erwachsene Mensch bewältigen muss...



      Antwort von Dir:
      "Genau damit möchte ich mich nicht abfinden, weshalb ich meine freie Zeit öfters mal nutze, um alles gedanklich nochmal umzuwälzen, um doch wieder ein bisschen mehr Freude rein zu bringen.

      Auch, dass Glücksmomente besondere Ausnahmemomente sind, möchte ich nicht glauben."

      Das ist unter anderem der Punkt der mich glauben lässt, dass Du noch nicht bereit bist das wirkliche Leben zu sehen wie es ist.

      Wie ich bereits schrieb, heißt das nicht, es nicht mit positiver Sichtweise leichter machen zu können. Trotzdem wird man irgendwann einmal erkennen müssen, dass es nun mal kein Spaziergang ist sein Leben zu leben, auch wenn man mit dem Fuß aufstampft und sagt, dass man das aber nicht will.

      Für mich ist das Fazit dies:
      Das Leben ist hart, manchmal unerträglich aber in vielen Momenten schön und sogar unglaublich schön. Je mehr ich lerne die schönen Dinge zu sehen, desto leichter werden mir die schweren Phasen gemacht und desto erfüllender kann das Leben sein.
      Zu Lernen hört nie auf. Wer nicht mehr lernt ist meiner Meinung nach bereits tot.
      Selbstverständlich ist es so, dass ich im Rückblick manches als Fehler erkannt habe, den ich heute so nicht mehr machen würde. Wer rückblickend keine Fehler an sich erkennt ist mir suspekt.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Itsme ()

    • Insgeheim hatte ich gehofft, dass wir doch nicht soweit auseinander lägen, wie ich zwischenzeitlich - in Rage geschrieben ;) - annahm.

      Mit Deinem letzten Post kann ich mich wieder sehr gut abfinden... was Glücksmomente genau sind, was "erwachsen" sein, was Du mit 'kein Spaziergang' meinst usw... keine Ahnung, ob ich da jetzt so meine Unterschrift drunter setzen kann.

      Aber auf jeden Fall ist es so, dass man manchmal Unbehagen überwinden muss, um das zu erreichen, was einen glücklich macht.

      Und was das angeht, hab ich definiv noch Luft nach oben. Das ist ja der Grund, weshalb ich öfters mal Binge Eating (und/oder andere Berieselungstaktiken) betreibe; weil ich vor Emotionen flüchte, die besser bearbeitet würden; und nicht selten bin ich schlechter Stimmung, weil ich nicht das getan habe, was ich hätte tun wollen. Oder mir hin und wieder die Welt anders wünsche, als sie ist.
    • Jakob schrieb:

      Und was das angeht, hab ich definiv noch Luft nach oben. Das ist ja der Grund, weshalb ich öfters mal Binge Eating (und/oder andere Berieselungstaktiken) betreibe; weil ich vor Emotionen flüchte, die besser bearbeitet würden; und nicht selten bin ich schlechter Stimmung, weil ich nicht das getan habe, was ich hätte tun wollen. Oder mir hin und wieder die Welt anders wünsche, als sie ist.


      Könnte ich Punkt für Punkt unterschreiben, nur Binge spielt bei mir die meiste Zeit eine untergeordnete Rolle mitlerweile, kommt halt bei sehr hohem Stresslevel ab und an phasenweise wieder zum Tragen.

      Aber insgesamt kann ich sagen, dass sich mein Leben mit der Zeit sehr zäh und langsam aber dafür bestetig zum Besseren gewandt hat, seit ich mir dieser Verhaltensweisen bewusst geworden bin.
      Dennoch kann ich sie nicht immer und jederzeit einfach abstellen und dass dann zu akzeptieren fällt mir schwer.

      Ich bin dir sehr dankbar für deine Offenheit hier, es tut gut zu lesen, wenn jemand ähnliche Baustellen bearbeitet.


      Und zum "Ernst des Lebens": Man sieht das oft durch die sehr persönliche Brille und es hängt sehr von der eigenen Lebenseinstellung und Wahrnehmung ab. Dass das Leben manchmal unglaublich hart sein kann, unterschreibe ich. Dass es ein täglicher Kampf sein muss hingegen nicht. Das ist mir auch zu calvinistisch. So fühlt sich mein Leben zwar durchaus manchmal an, aber nicht tagtäglich und nicht überwiegend.

      Es kann und darf sich auch leicht und einfach anfühlen, und das sage ich gerade, weil ich das selbst nie so empfunden habe und erst Recht nicht in meiner Jugend, die ja angeblich die Zeit für ein solches Lebensgefühl ist.

      Ich habe erst jetzt diese Momente, wo das Leben manchmal einfach nur Spaß macht, sie sind zwar noch selten, aber deutlich häufiger geworden und ich bin so dankbar, dass ich das endlichauch mal so empfinden darf.

      Kämpfer bewundere ich und ich habe mich auch selbst lange nach diesem Prinzip gerichtet, aber mir zu erlauben, einfach mal loszulassen und die Welt so wie sie ist, abgrundtief-hässlich und wunderschön zugleich, zu genießen.

      Und ich denke heute noch an ein Gespräch mit meiner besten Schulfreundin gegen Ende unserer Pubertät, wo sie mir auf die Frage, ob sie sich auch so oft so schlecht fühlen würde mit tiefer Überzeugung sagte: Nein, ich fühle mich eigentlich grundsätzlich gut und die schlechten Phasen sind die große Ausnahme. Sie ist heute eine sehr erfolgreiche Frau, die schon immer charakterfest in sich geruht hat.
      Mir hatte das damals einen tiefen Stich versetzt, weil ich erkennen musste, dass es bei mir schon von jeher genau umgekehrt war. Ein gutes Gefühl war die absolute Ausnahme bei mir innerhalb der dauerhaften Anstrengung und Traurigkeit, die ich meinen Alltag nannte.
      Und ja, da war das Leben auch ein Kampf für mich, ist es bis heute aber mitlerweile kenne ich auch die andere Seite, dieses Gefühl, im Leben sicher und geborgen zu sein und sich damit frei zu fühlen, seine Wünsche zu verwirklichen. Es ist zwar selten aber kein so flüchtiger Gast mehr wie noch vor 10 Jahren.
      [SIZE=2]Liberté toujours![/SIZE]
    • Die große Frage ist, was man unter "träumen" versteht.
      Nicht besonders hilfreich ist das realitätsflüchtige Abdriften in Wolkenschlösser.
      Wenn man aber unter "träumen" ein (möglicherweise nicht vollkommen erreichbares) Ideal, eine Vision versteht, kann daraus viel wachsen. Auch Martin Luther King hatte einen "Traum". Wenn das Leben einen Sinn hat, wenn die Arbeit einen Sinn hat, über das blanke Geldverdienen und Ego-Kitzeln hinaus, wenn man am Horizont eine neue Welt sieht und sich dafür einsetzt, diese zu verwirklichen - oder sich auch nur an die Verwirklichung in winzigen Schritten annähert - dann ist man bereit, auch Widrigkeiten auszuhalten, und jeder Schritt in Richtung auf diese Vision macht etwas zufriedener. Voraussetzung ist allerdings, dass diese Vision einen echten Gehalt, einen Wert "an sich" hat. Der Traum von einem schlanken Ich kann vielleicht realisiert werden, aber wird die Welt dadurch ein besserer, schönerer, glücklicherer Ort?

      Ich kann nur die Seite seele-und-gesundheit.de empfehlen, da steht sehr viel Schönes. Vielleicht das Thema "Abhängigkeit" und "Zufriedenheit" als Denkanstoß. Ich kann da etliche Gedankengänge absolut unterschreiben. Wir kränken uns selber, nur weil wir nicht reifen wollen. Das hat mit "erwachsen werden" nichts zu tun. Eine gewisse Korrelation gibt es schon, aber ich kenne viele Erwachsene, die "erwachsen" sind im Sinn von "ernsthaft", auch "verantwortungsbewusst", aber unreif wie ein Vorschulkind.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Wie schnell die Zeit ins Land geht... bin was länger nicht hier gewesen.

      Eure beiden letzten Beiträge haben viel Wahres schön und treffend zusammen gefasst. :holy:

      Hab eigentlich nichts mehr groß dazu zu sagen, außer dass ich es mir zu Herzen nehme. Danke. Und, dass ich Euch bewundere, zu dieser gelassenen Sichtweise zu kommen.