Werbepsychologie

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    • Werbepsychologie

      Im Sommer – glücklich sein und dünn. Zugegeben dieser Bericht erzählt zwar nichts neues, aber er passt in die jetzige Fernseh-Werbezeit und daher fand ich ihn ideal.

      Oliver Kahn war das Weight Watchers Werbegesicht 2012 „Verlier´wie ein Mann!“ brüllte Kahn in dem Werbespott. In dieser Saison kann man Wladimir Klitschko bewundern, er macht nicht für Weight Watchers Werbung, er hat sein eigenes Konzept entwickelt. Zusammengefasst kann man sagen „Eat, Sleep, Train, Repeat“ also Essen, Schlafen, Trainieren und wieder von vorn. Natürlich dürfen Detlef … und die gute Ursula Karven, in diesem Bericht, auch nicht fehlen.

      Ich habe die Werbung mit Wladimir Klitschko noch nicht gesehen, aber wenn ich ein Abnehm-Programm von einem Profisportler sehe, dann löst das bei mir nur ein allgemeines Kopfschütteln aus. Über die Eiweißpulver-Bulldogge-Fahrstuhl-Werbung mit der sehr schlanken Frau bin ich auch immer wieder erstaunt. Wenn man bei diesen Werbungen etwas genauer hinschaut, kann man erkennen wie viele Klischees damit bedient werden.

      Ich glaube, dass den Menschen in der heutigen Zeit ein wenig Unterricht in Werbepsychologie überhaupt nicht schaden würde. Wenn das Auge auf die Beeinflussung geschult ist, kann es auch Spaß machen die werbepsychologische Wirkung aufzudecken ;)
    • Mit Grausen fällt mir da der Spot der Klitschkos ein für eine Fitnesskette, wo sie sämtliche Dickenklischees bedienen und dann natürlich mit der entsprechenden Betätigung im Studio erschlanken. brrrrrr.
      Viele Grüße

      Andrea - Seepferdchen-Admin


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      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz
    • sunny73 schrieb:

      Mit Grausen fällt mir da der Spot der Klitschkos ein für eine Fitnesskette, wo sie sämtliche Dickenklischees bedienen und dann natürlich mit der entsprechenden Betätigung im Studio erschlanken. brrrrrr.
      Gruselig - diese Werbung gibt es auch noch als fast 6 Minuten Film … voll mit Vorurteilen.
    • jup, so ziemlich alles wird da bedient, was man über Dicke im Allgemeinen und Abnehmen im Speziellen so denkt.
      Viele Grüße

      Andrea - Seepferdchen-Admin


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      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz
    • "Werbung ist die Kunst, auf den Kopf zu zielen und die Brieftasche zu treffen"
      Vance Packard

      Ich schau mir Werbung grundsätzlich nicht an. Höchstens dann, wenn mich ein Produkt wirklich interessiert. Es ist doch klar, dass hier Bedürfnisse geschaffen werden. Es ist ja wohl auch inzwischen zu den meisten durchgedrungen, dass sie dazu gebracht werden sollen, etwas zu kaufen.
      Angebot und Nachfrage. Ein uralter Hut.

      Meine Lieblingswerbung ist schon etwas älter. Sie propagiert die Bioprodukte des grössten Schweizer Grossverteilers. Sie ist hier Kult.
      Ich hoffe, es geht in Ordnung, hier den Link zu kopieren.

      youtube.com/watch?v=Y0Caq4WYNZ8

      Und jetzt Fröhliche Feiertage!

      Wenn der Osterhase Durchfall hat, dann gibt's Rührei in der Stadt.

      :ostern4:
    • Balou schrieb:

      Es ist doch klar, dass hier Bedürfnisse geschaffen werden. Es ist ja wohl auch inzwischen zu den meisten durchgedrungen, dass sie dazu gebracht werden sollen, etwas zu kaufen.
      Angebot und Nachfrage. Ein uralter Hut.

      Klar, die Manipulation durch die Werbung ist nichts Neues, was aber heute und in der Zukunft abläuft ist sehr wohl etwas Neues. Gerade da wir wissen, dass wir beeinflusst werden, passen sich die Werbestrategen auch dieser Gegebenheit an. Dein Ein-Satz-Hinweis „Angebot und Nachfrage“ erschließt sich mir in diesem Zusammenhang überhaupt nicht :confused: Die Redensart bedeutet doch nur: „Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.

      Aber zurück zum Thema: Nicht jede Werbung ist manipulativ, dass hängt, in meinen Augen, von der Art der Umsetzung und den Zielen dahinter ab.

      Wir werden täglich von Marketingexperten und Werbegenies beeinflusst. Es gibt große Firmen die ganze Abteilungen einsetzen, nur um unsere Empfindungen zu ergründen. Der Kunde ist eines des am besten erforschten Lebewesens des Planeten. Im Auftrag der Forschung werden Menschen in den Kernspintomografen geschoben, wo sie etwa durch einen Schlauch ein Getränk schlürfen, während Hirnforscher die Vorgänge unter der Schädeldecke inspizieren. Mit Spezialbrillen werden Menschen auf und ab durch die Regale geschickt um die Pupillenbewegung zu vermessen. In den USA werden Kunden beim Einkaufen mit speziellen Kameras gefilmt, die ihr Alter und ihr Geschlecht erkennen …

      Zur Einführung des Deos und Duschgels der Marke Axe hat sich der monstergroße Konzern Unilever nicht lumpen lassen. Marketingstrategen hatten 12.000 Jungen und Männer nach ihren Sexfantasien und Flirtstrategien befragt. Die Marketingstrategen begleiteten Testpersonen in die Kneipe um ihr Paarungsverhalten zu studieren. Das alles passierte nur um eine ideale Zielgruppe zu ermitteln.

      Neu in diesem Bereich ist auch das „Crowdsourcing". Freiwillig sehen sich zu Hause am Rechner einen Werbespot an und lassen sich dabei von ihrer Webcam filmen. Auf diese Weise erhält ein Unternehmen, ohne großen Aufwand, konkurrenzfähige Informationen von Tausenden Menschen. Die Software ermittelt dann anhand der Webcam Aufnahme die Lächelkurven. Mit Hilfe dieser Lächelkurve erkennt man, was die Zuschauer amüsierte oder verstörte, ob Frauen und Männer, Alte und Junge unterschiedlich reagieren. Mit dieser Art der Kontrolle stellt man bei der sexbetonten Axe-Werbung auch fest, dass der Spot zwar älteren Zuschauern die Laune verdarb, dafür aber bei den jüngeren Zuschauern umso besser ankam.

      Die Tricks der Marketingstrategen treffen heute mehr denn je auf eine verunsicherte Gesellschaft und gerade in Bezug auf Diätprodukte und Abnehmprogramme kann man in den kurzen Werbefilmen erkennen, wie Ängste geschürt und zugleich eine vermeintliche Chance verkauft werden soll.
    • Bircan schrieb:

      Klar, die Manipulation durch die Werbung ist nichts Neues, was aber heute und in der Zukunft abläuft ist sehr wohl etwas Neues.

      neu ist auch die personalisierte Werbung im Internet. Da seh ich mir bestimmte Seiten an, interessiere mich also offensichtlich für ein Thema und - schwuppdiwupp - werd ich mit entsprechender Werbung zugeschüttet.
      Früher hatten wir identische Suchergebnisse, wenn wir auf mehreren PCs einen Suchbegriff in die Suchmaschine eingegeben haben. Heute bekommen wir unterschiedliche Suchergebnisse, weil wir uns offensichtlich ansonsten für unterschiedliche Dinge interessieren. So wird für jeden eine eigene digitale Scheinwelt gebastelt.
    • ich teste manchmal Werbung, Produktaufmachung etc. im Internet und bin oft estaunt, wie viele Gedanken und Mühe hinter all dem steckt.
      Eine typishe Frage iist: " Mögen Sie ein Shampoo, was sympahisch, innovativ, modern, und noch x Adjektve mehr ist?"
      Und ich suche eigentlich nur eines, was die Haare sauber hält ....:rolleyes:

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • elltee schrieb:

      neu ist auch die personalisierte Werbung im Internet. Da seh ich mir bestimmte Seiten an, interessiere mich also offensichtlich für ein Thema und - schwuppdiwupp - werd ich mit entsprechender Werbung zugeschüttet.
      Früher hatten wir identische Suchergebnisse, wenn wir auf mehreren PCs einen Suchbegriff in die Suchmaschine eingegeben haben.

      Ja, das ist schon recht lustig teilweise. Ich bin ehrlich, es hat mir auch schon dabei geholfen, etwas wiederzufinden, was ich mir einige Tage zuvor angeschaut hatte. Und ich habe tatsächlich ein- oder zweimal interessante LInks gefunden, die personalisiert waren. Der Großteil war allerdings nicht hilfreich bzw. war "egal". Ich hatte überlegt, ob ich das komplett abschalte, hab mich allerdings dagegen entschieden.
      Ich dämme das ein, indem ich mich bei jedem Cookie fragen lasse, ob ich das haben will (und meine Entscheidung merkt sich mein Browser dann). Des Weiteren nutze ich "Privacy Badger" - das Add-on erkennt Tracking, also Cookies und Webseiten, die mein Verhalten verfolgen/aufzeichnen. Geht mir bei meiner manuellen Abfrage was durch, kann ich dann dort manuell abschalten.
      Außerdem habe ich mich vorher schon bei "youronlinechoices.eu" um mein OptOut für nutzungsbasierte Online-Werbung gekümmert. Somit bin ich zwar nicht komplett unsichtbar (das kann man natürlich mit einigen Vorkehrungen auch machen), aber ich lass auch nicht alles mit mir machen. Ich entscheide, wer darf und wer nicht darf.

      Zum Thema, dass seitens der Werbemacher manipulativ vorgegangen wird und viel mit Psychologie gearbeitet wird - und dadurch auch jede Menge Vorurteile bedient werden: Ja, je besser die Werbung gemacht ist, desto besser (hofft man) verkauft sich das Produkt. Und da man eine bestimmte Zielgruppe definiert, schadet es nicht, die Vorurteile, die diese Zielgruppe hat, zu bestätigen oder aufzugreifen. Gerne auch auf emotionale Art und Weise, sei es begeisternd oder anders. Der Nutzen für den Konsumenten ist im Ergebnis halt zum Beispiel, dass man nicht nur schlank/schön wird, sondern auch wieder entspannt und glücklich (statt ängstlich und sorgenvoll), selbstbewusst (statt schüchtern), beliebt (statt außen vor) etc. etc.
      Insofern reiht sich der angesprochene Werbespot aus meiner Sicht in die Reihe unzähliger anderer ein, die es auch schon versucht oder gemacht haben.

      Ich persönlich, wenn ich solche Spots sehe, dann reagiere ich mit Kopfschütteln, "Pffft, was für ein Blödsinn!" und wegschalten/ausschalten oder ähnlich. Allerdings sehe ich mich auch nicht in der Zielgruppe dieser selbsternannten "Heilsbringer". ;)
      Meine jüngere Schwester dagegen hat's erwischt mit diesem imakeyousexy vom Soost. Immerhin ist sie so vernünftig, einfach nur die Grundlagen des Ernährungsprogramms für einen privaten Versuch zu nutzen, und nicht gleich Geld dafür auszugeben, das sie eigentlich gar nicht hat (nachdem ich bei einem Gespräch darüber ein wenig Kritik an den Kosten geübt hatte). Ein paar Wochen hat sie jetzt durchgehalten und fühlt sich wohl gut damit, ich bin dagegen gespannt, wie lange sie noch fast komplett auf Kohlehydrate verzichten wird und wann ihr die vielen Eier zum Hals raushängen. :rolleyes: Ich lass mich überraschen...

      Grüße
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)