Ideen?

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    • Hallo zusammen

      Heute morgen ist mein Vater gestorben. Er war kein Kirchenmitglied, aber glaubte an ein höheres Wesen. Er wird im Garten begraben, also findet der Abschied auch dort statt. Jetzt bin ich am überlegen, wie man eine Abschiedsfeier gestalten könnte? Und ich hab einfach keine Ideen. Habt Ihr mal eine Beerdigung erlebt, was Ihr als besonders schön erlebt habt?

      Vielen Dank schon mal.

      LG Finchen
    • Hallo Finchen,

      mein Mitgefühl für Deinen Verlust.

      Ich finde es sehr schön, dass Dein Vater im Garten begraben wird.

      Wirklich "schöne" Beerdigungen hab ich noch nicht erlebt. Was ich als schön empfinden würde (und mir für mich selber irgendwann mal wünsche) wäre eine Feier, wo die Leute sich gemeinsam an schöne Erlebnisse erinnern, gern mit einem lachenden Auge. Sehr gern. War Dein Vater ein humorvoller, eher positiver Mensch? Dann würde sowas vielleicht passen. Man könnte auch dazu ein paar Freunde bitten, bei der Beisetzung oder Abschiedsfeier die ein oder andere Begebenheit zu teilen, die man in schöner Erinnerung hat.
      Ich persönlich finde es schön, wenn man schon was ins Grab geben soll, dass es Blumen sind. Entweder bittet man die Trauergäste, Blumen zum reinwerfen mitzubringen oder man stellt einen Strauß neben das Grab, wo sich jeder eine Blume rausnehmen kann und diese ins Grab gibt.
      Da fällt mir ein, was ich sehr schön fand, als unser Neffe begraben wurde, wurden wir gebeten, rote Oberteile zu tragen, weil er so gern rot mochte.
      Zu meiner Idee würde also auch die Bitte passen, farbige bzw. nicht-Trauerkleidung zu tragen, sofern man das mitmachen möchte.

      Mehr fällt mir da auch nicht ein. Da müsste man wohl auch etwas mehr wissen dazu. Aber vielleicht kannst Du ja was mit meinen Ideen anfangen.

      Ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Kraft für die nächste Zeit.
      Viele Grüße

      Andrea - Seepferdchen-Admin


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      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz
    • Darf man in der Schweiz seine Toten im eigenen GArten begraben? Ich glaube, dass ist in Deutschland nicht möglich, oder?
      [FONT="Comic Sans MS"][SIZE="2"][COLOR="Blue"]Viele Grüße
      Pamina
      [/COLOR][/SIZE][/FONT]

      [FONT="Comic Sans MS"]Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. (Antoine de Saint-Exypery)[/FONT]
    • Finchen es tut mir leid für dich und deine Familie, dass dein Vater verstorben ist.

      Zu deiner Frage - eine andere Art der Trauerfeier konnte ich nur einmal aus der Ferne miterleben. Als wir in einer Großstadt lebten, war ich täglich in dem dortigen Wald spazieren, der in Teilen auch als Waldfriedhof genutzt wird. Dort konnte ich einmal auf einer Bank sitzend miterleben wie eine Familie eine kreative Trauerfeier abhielt.


      Beim Beobachten der Trauerfeier hatte ich zuerst ein Gefühl von Scham und als ich deshalb gehen wollte bemerkte ich, dass die Feier eigentlich „trauerfeieruntypisch“ war, denn die Familie/Gäste waren laut, lachten und tranken etwas.

      Das Gefühl, dass man dort gerade einen lieben und lebenslustigen Menschen verabschiedet, dass kam bis zu mir … es muss nicht immer typisch Trauerfeier sein, aber es kommt bestimmt auch auf das Wesen von deinem Vater an, inwieweit du kreativ sein kannst. Vielleicht …

      Musik - welche Musik hörte dein Vater gerne, damit du diese im Garten abspielen kannst.

      Wenn du es jetzt schaffst - vielleicht eine schöne, eventuell auch witzige, Geschichte über deinen Vater aufschreiben und sie dann vortragen.

      Zettel schreiben mit Wünschen oder mit einem Gedanken für deinen Vater und diese der Urne beifügen.

      Mit Angehörigen zusammensetzen und überlegen was ihr an kreativen Ideen noch findet.
    • Danke an Euch.

      Tja, die Waldbeerdigung. Meine Nachbarin hat das gemacht bei ihrem Vater. Ich find das wunderschön unter einem Baum begraben zu sein und möchte das für mich auch mal.

      @ Bircan Die Idee mit dem Zettel finde ich wunderschön! Vielen Dank dafür.

      Musik hat er nicht mehr so gehört.

      Und viele Angehörige sind nicht mehr da. Meine Mutter, wie an anderer Stelle erwähnt, dement, ich und noch 4 von seinen ehemals 12 Geschwistern. Und dann noch meine Familie (Mann, der heute Gold wert war, und zwei Kinder). Aber stimmt, ich könnte noch meine Kids fragen.

      Die hier übliche Beerdigung möchte ich nicht. Kirche, Orgel und Pfarrer.
      Meine Mutter möchte kein Leidmahl, ich wiederum finde es komisch, wenn man so schnell wieder auseinander geht. Ich möchte auch nicht die ganze Blase von Verwandtschaft (hab 26 Cousinen/Cousins) hier haben. Eher ein Abschied in kleinem Rahmen und auch mit seinen Freunden.

      Leider hat mein Vater keine Wünsche geäussert bezüglich seiner Abdankung.

      @ Sunny Deine Idee mit Erinnerungen teilen ist jetzt auch auf meiner Liste. Finde ich toll, sich gemeinsam zu erinnern.

      @ Pamina Das ist in Deutschland wirklich nicht möglich. Mein Vater hat vor Jahren mal einem Steinmetz den Auftrag für einen Grabstein gegeben. Zwei Eulen auf einem Stamm. Denn er wollte mit meiner Mutter im Garten gegraben werden, bei dem Haus, das er gebaut hat. Ich hatte auch mal einen Schulkollegen, die haben die Oma im Schrank aufbewahrt. Darf man hier alles.

      LG Finchen
    • Das tut mir leid für dich. Egal wie man zu seinen Eltern stand, irgendwie ist der Tod eines Elternteils immer ein Schnitt, und es werden Wurzeln gekappt.

      Ich habe mal an einer multikulturell-unreligiösen Beerdigung einer Kommilitonin teilgenommen. Jede/r ist an das offene Grab getreten und hat sich in einem kurzen Satz bedankt. "Ich danke dir dafür, dass ..." "du immer Zeit für mich hattest", "dass du so leckeren Kuchen gebacken hast", "dass du bei meiner Hausarbeit geholfen hast", undsoweiter.
      Irgendwer hatte damit angefangen, und dann haben es alle gemacht. Und zum Schluss hat jeder ein brennendes Teelicht aufs Grab gestellt Ich fand es schön, wie man sich auf die vielen kleinen schönen Erinnerungen konzentrieren konnte.

      Eine Friedwaldbestattung wünsche ich mir auch für mich. Orgelmusik und lange Reden wären nicht mein Ding(verhindern könnte ich es allerdings nicht, und stören könnte es mich ja auch nicht mehr). Vielleicht, dass ein russischer Kollege auf dem Akkordeon "Nje dla menya" spielt und ein paar Kumpels dazu schön schräg singen und Wein und Wodka trinken...
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Mir kam heute noch ein Gedanke – in einer jüdischen Trauerfeier werden kleine Steine auf den Grabstein gelegt in Gedanken an den Verstorbenen.

      Vielleicht sammelt ihr verschiedene Steine und legt dieses in eine schöne Schale im Garten.

      Noch bevor die Trauerfeier beginnt könnten sich die Gäste einen Stein aussuchen und diesen zu einem bestimmten Zeitpunkt an die Grabstelle legen - zusätzlich könntet ihr vorher auch die Gäste ansprechen, dass sie selbst einen schönen Stein mitbringen … Kinder könnten den Stein eventuell vorher mit Acrylfarbe bemalen.
    • @ Sophie In der Grundschule hat das eine Lehrerin mal mit den Kids gemacht. Jeder sollte über jeden etwas positives aufschreiben. Es war ein wunderbares Experiment und meine Tochter war zum Teil sehr beeindruckt, was andere über sie sagten oder dachten. Daher finde ich die Idee sehr schön für eine Beerdigung. Eigentlich sollte man es zu Lebzeiten machen, aber es ist auch ein schöner Abschluss am Grab.

      @ Bircan. Den jüdischen Brauch kenne ich. Auf alten Friedhöfen ist es eindrücklich, wie viele Steine auf den Gräbern liegen.

      LG Finchen
    • Herzliches Beileid, Finchen. Ich bin froh dass du deinen Männe als Beistand hast.

      Ich find man kann sehr schwer "Tips für eine erfolgreiche Beerdigung" geben. Und man kann auch total schwer vorhersagen, was nur gut gemeint ist und was tatsächlich gut ist.

      Die letzte Trauerfeier auf der ich war, da war der Tote im Haus für den Tag und die Nacht vor der Beerdigung aufgebahrt. Katholisch. Ich fänd das normalerweise gruselig (ich hab auch dort übernachtet). Aber tatsächlich, es war tröstlich. Wir konnten zusammen trauern, reden, weinen und auch lachen. Der Leichenschmaus bietet dafür auch eine gute Gelegenheit. Die Aufbahrung hatte den Effekt, dass wir wirklich Abschied nehmen konnten. Begreifen, sehen, anfassen, dass der Tote nicht der Mensch ist den man kannte sondern wirklich nur die körperliche Hülle. Ich fand das tröstlich. Die Beerdigung selbst war dann nur noch eine Formalie und ging superschnell.

      Als ich auf der Beerdigung meines Vaters war, hat die Partnerin ein Band abgespielt, mein Vater sang grottenschlecht - "I did it my way" auf seiner eigenen Beerdigung. Es war so bad taste dass es schon fast lustig war. Aber für sie wars wohl ne gute Idee....

      Ich find es einfach wichtig, dass man sich gegenseitig Trost sein kann, einfach weil man miteinander ist.
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******
    • Danke Knallfrosch. Gibt es "erfolgreiche Beerdigungen" ;). Es ist ein persönlicher Anlass, der nach persönlichem Geschmack ausgerichtet wird. Da ist es wahrscheinlich, dass das nicht jedem gefällt. Die Abdankung Deines Vaters erinnert mich an den Film Grabgeflüster, wo eine Beerdigungsinstitut auch ungewöhnliche Abdankungen organisierte.

      Das wäre mir jetzt auch zu gruselig, mit dem Verstorbenen eine Nacht zu verbringen. Aber eben. Zum Beispiel dachte ich immer, ich könnte keinen Toten anfassen. Als die Spitex Hilfe brauchte, um unter den Körper ein Tuch zu legen, hab ich geholfen und es war nicht eklig. Gut, unten war er noch warm. Seine nackte Haut hätt ich jetzt nicht angefasst. Oder heute haben wir seine Urne geholt. Da dachte ich auch immer, ich kann die Asche nicht anfassen. Nun kam mein Vater per Post und der Verschluss hat sich leicht verschoben, so dass etwas feine Asche ausgetreten war, und es hat mir dann auch nichts ausgemacht, das wegzuwischen. Jetzt steht er im Esszimmer auf dem Tisch und ich hoffe von Herzen, dass meine Mutter nicht auf die Idee kommt, umzuräumen. Mein Mann und ich haben uns bei dem Gedanken beömmelt was machen wir, wenn sie ihn umräumt und wir ihn nicht mehr finden. ;). Denn meine Mutter ist dement und es verschwinden Dinge gerne einmal.

      LG Finchen
    • Es tut mir leid für Dich, dass Dein Vater verstorben ist. Wünsche Dir viel Kraft!

      Finchen schrieb:

      Mein Mann und ich haben uns bei dem Gedanken beömmelt was machen wir, wenn sie ihn umräumt und wir ihn nicht mehr finden.


      Bei der Vorstellung wie Ihr ihn dann überall sucht musste ich wieder an die Beerdigung meiner Mutter denken.
      Ihre Urne stand auf so nem kleinen Wagen und wurde zum Grab gefahren und die ganze Trauergesellschaft lief hinterher. Mein Liebster und ich gingen direkt hinter dem Wagen und konnten sehen, dass die Urne total hin und her kippelte. da sie dabei extrem nah am Rand stand stellte ich mir vor was passieren würde wenn sie runterfällt, die Urne aufgeht und die Asche überall verstreut wird....

      Ich musste grinsen weil es meiner Mutter bestimmt gefallen hätte wenn sie für solches Chaos gesorgt hätte ;)