Krücken-Katastrophe

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    • Krücken-Katastrophe

      Hallo!
      ich habe mir gestern den linken Fuß umgeknickt und dabei ist etwas vom sprunggelenk abgesplittert. Die Prognose des diensthabenden Arztes war 2-3 Wochen Gipsbein, gehgips ab der zweiten Woche. Schmerzmäßig ist das alles nicht so tragisch. Mein Problem ist, dass ich mit dem Fuß erstmal überhaupt nicht auftreten soll, weil:
      - sonst der Knochen nicht richtig zusammenwächst
      - sonst die Gipsschiene bricht, die mir der Notdienst hingemacht hat

      DAS IST UNMÖGLICH!

      mit meinem Gewicht an Krücken zu gehen ist eh schon schwierig, aber dabei den gegipsten Fuß nicht aufzusetzen geht bei meinem Gewicht einfach nicht.
      Von den Schmerzen her wäre das schon machbar. Soll ich auf einem Gehgips bestehen? Ich denke besser so als dass die Schiene bricht, oder? Im Krankenhaus behalten wollten sie mich auch nicht.

      Hat jemand von euch Erfahrungen mit so einem Fall?
    • Ich verstehe Dich. So gut!

      Vor meiner Hüft-OP habe ich geglaubt, weil man das überall liest, ich dürfe das operierte Bein nur mit 20 kg belasten. Wenn ich den Fuß nur ganz leicht auf die Waage stellte, zeigte die schon 30 kg an. Ich hatte Glück und durfte entgegen allem, was man im Netz dazu findet, sofort voll belasten.

      Was würde ich Dir raten? Besorge Dir morgen ein Physio-Rezept und einen Physio-Termin ... am besten für einen Hausbesuch und lasse Dir erklären, wie es geht.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Hallo Günther,

      das Problem hatte ich auch schon. Nach einem Mehrfachbänderriss im Fuß. Das Band was die US Knochen zusammenhält war auch gerissen und ich durfte eine Woche null belasten. Wobei mir der Orthopäde damals nicht mal Krücken verschrieb.
      Die bekam ich vom Hausarzt aber auch null Anleitung.
      Meine Freunde haben mir dann sofort einen Bürostuhl auf Rollen in die Wohnung gestellt, damit bin ich rumgerollert.
      Eine Tortur war das.
      Martinas Rat mit dem Physio schliesse ich mich an. Mir hat der damals auch sehr geholfen, und der meinte auch, jeder der Krücken bekommt sollte gleich zum Physio, allein um Haltungsschäden durch nicht richtig "laufen" damit, zu vermeiden.
    • Also, ich kann dir auch nur den Besuch beim Physiotherapeuten ganz besonders ans Herz legen. Ich laufe auch grad an Krücken und bin dort vor allem angeleitet worden, wie ich am besten laufe, aufstehe, Treppen gehen kann usw.
      [FONT="Comic Sans MS"][SIZE="2"][COLOR="Blue"]Viele Grüße
      Pamina
      [/COLOR][/SIZE][/FONT]

      [FONT="Comic Sans MS"]Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. (Antoine de Saint-Exypery)[/FONT]
    • Kann ich auch nur noch mal bestätigen. Ich hatte einen mehrfach-Unterschenkel-Bruch und ohne die Physiotherapie würde ich heute hinken. Dank deren Anleitung konnte ich mit Krücken fast schneller laufen als ohne. Und ich glaube dass ich bis heute davon profitiere denn ich laufe bewusst und knieschonend wie ich damals gelernt habe (ich war eineinhalb Jahre auf Krücken, da musste ich Laufen ganz von vorne lernen).
      Wobei, wenn das bei dir mit 2-3 Wochen schon getan ist, dann ist das ja gar nicht lange. Da brauchst du für die erste Woche einen Rollstuhl. Aber auch mit Gehgips auf jeden Fall die Krücken! Mit Krücken laufen erscheint am Anfang unmachbar aber wenn du gute Anleitung bekommst, gibt sich das nach 1-2 Wochen und du kannst richtig schnell damit laufen.
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******
    • Knallfrosch schrieb:

      Kann ich auch nur noch mal bestätigen. Ich hatte einen mehrfach-Unterschenkel-Bruch und ohne die Physiotherapie würde ich heute hinken. Dank deren Anleitung konnte ich mit Krücken fast schneller laufen als ohne. Und ich glaube dass ich bis heute davon profitiere denn ich laufe bewusst und knieschonend wie ich damals gelernt habe (ich war eineinhalb Jahre auf Krücken, da musste ich Laufen ganz von vorne lernen).
      Wobei, wenn das bei dir mit 2-3 Wochen schon getan ist, dann ist das ja gar nicht lange. Da brauchst du für die erste Woche einen Rollstuhl. Aber auch mit Gehgips auf jeden Fall die Krücken! Mit Krücken laufen erscheint am Anfang unmachbar aber wenn du gute Anleitung bekommst, gibt sich das nach 1-2 Wochen und du kannst richtig schnell damit laufen.


      Das sagen viele, dass sich das mit der Zeit einstellt. Ich kann das leider nicht bestätigen. Hatte mal eine Zerrung am Knie und war drei Wochen auf Krücken unterwegs. Als die Schmerzen soweit nachgelassen hatten, dass ich mit dem verletzten Bein halbwegs auftreten konnte, ging es. Aber vorher war es nur die Hölle und es wurde auch nicht besser.

      Diesmal ist das von den Schmerzen her nicht der Rede wert und das Auftreten tut auch nicht weh. Ich krieg nur immer gesagt, dass ich das nicht darf.
    • Es gibt verschiedene Sorten von Krücken. Die Unterarmkrücken, bei denen man sich mit dem Ellbogen in eine Mulde abstützt, und Y-förmige Achselkrücken (ich kenne den korrekten Begriff nicht), das sind die klobigen Holzdinger, die man in US-Filmen oft sehen kann.

      Die Unterarmkrücken belasten Ellbogengelenk und Schultergelenk enorm, da das gesamte Körpergewicht mit den Unterarmen abgefangen wird. Deshalb werden sie in den USA nur für ganz kurze Einsätze (im Krankenhaus zum Toilettengang, oder zur Unterstützung bei leicht eingeschränkter Gehfähigkeit) verwendet. Als ich nach meínem Arbeitsunfall vor 17 Jahren (mir hats den rechten Fuß fast abgezwirbelt, alle Sehnen und Bänder waren hin, der Fuß hing sozusagen nur noch an der Haut) musste ich so Dinger ein Vierteljahr benutzen, davon hab ich mir die Schultern bis heute kaputtgemacht.

      Die Achselkrücken heißen auch glaub ich Invalidenkrücken, weil die für dauerhaft gehbehinderte Invaliden gedacht sind. Die sehen hässlich aus, aber das Körpergewicht wird in der Achsel unterstützt und die Last wird ohne Hebelarm direkt von der Wirbelsäule abgefangen. Daher sind diese Y-Krücken viel schonender für Schulter-, Ellbogen- und Handgelenk.

      Was die Tragfähigkeit angeht: die "Beine" sind bei beiden Typen enorm tragfähig. Wer unter 200 Kilo wiegt, braucht diesbezüglich keine Bedenken zu haben. Bei den Unterarmkrücken könnte allerdings die Plastikstütze ein Schwachpunkt sein und sich auseinanderbiegen.

      Um deiner Schultergelenke willen würde ich mal nach diesen Invalidenkrücken fragen, aber ich weiß nicht, ob es die in DE überhaupt gibt, ich kenne die nur aus den USA.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Hallo alle und vielen Dank für eure Antworten!

      Obwohl die mich da eher abwimmeln wollten habe ich mir schnellstmöglich einen Termin beim Unfallchirurgen besorgt.

      Resultat:
      der abgerissene Bereich des Knöchels liegt nicht in der Belastungszone, das ist nicht relevant und muß weder operiert noch eingegipst werden. Ich habe ein Rezept für eine Schiene bekommen, die das abknicken verhindert und ich darf den Fuß auch belasten. Wie stark und wie lange ich Krücken brauche, mache ich in Eigenregie, nach dem Motto weh tun darf es nicht. Ich drei Wochen muß ich zur Kontrolle, die Gesamtprognose lautete fünf Wochen Schiene.

      Könnt ihr euch vorstellen, was mir für ein Stein vom Herzen gefallen ist? Der alte Werbeslogan der Gelben Seiten hat sich mal wieder bewahrheitet: vielleicht hätte man jemanden fragen sollen, der sich mit sowas auskennt.

      So am Rande hat mich der Arzt noch auf die Arthrose auf dem Röntgenbild hingewiesen. Auf meine Frage, was eine Arthrose sei meinte er a bissl a Abnutzung vom Gewicht her, aber es is ned schlimm.
      Auf meine Anmerkung, dass das halt nicht ausbleiben wird bei meinem Gewicht und dass in Anbetracht der Tatsache, dass ich das Übergewicht schon über 40 Jahre* mit mir rumschleppe das Röntgenbild doch gar nicht so schlecht aussieht meinte er "ja, des is noch ganz gut, ist auch wirklich nicht schlimm".

      Hauptsache, doch wenigstens nochmal kurz auf dem Gewicht rumgeritten. Normalerweise hätte ich noch nachgebohrt und gefragt, wie die Röntgenbilder von 15 Jahre jüngeren hochaktiven ranken schlanken Hobbyfußballern ausschauen, aber ich war so erleichtert über die guten Nachrichten, dass ich es dann gerne und dankbar habe gut sein lassen. ;)

      Zu den Schwerlastkrücken, für die ich ein Rezept bekommen habe: die Teile bis 160 Kilo müßte ich trotz Rezept selbst zahlen, die Dinger bis 150 kg bemomme ich nur mit Zuzahlung.
      Für allen möglichen Mist ist Geld da ...

      Grüße vom Günther

      *= okay, das war etwas aufgerundet. Übergewichtig bin ich seit der Einschulung, aber 35Jahre sind ja auch ein ansehnlicher Zeitraum.
    • Günther schrieb:



      Auf meine Anmerkung, dass das halt nicht ausbleiben wird bei meinem Gewicht und dass in Anbetracht der Tatsache, dass ich das Übergewicht schon über 40 Jahre* mit mir rumschleppe


      Für mich klingt das eher so als hättest Du das Thema Gewicht doch eher selber vertieft. Wenn der Arzt am Rande erwähnt, dass eine "Abnutzung vom Gewicht" vorliegt, die aber nicht schlimm ist würde ich persönlich das aber nicht als "auf dem Gewicht herumreiten" bezeichnen.
    • Alke schrieb:

      Für mich klingt das eher so als hättest Du das Thema Gewicht doch eher selber vertieft. Wenn der Arzt am Rande erwähnt, dass eine "Abnutzung vom Gewicht" vorliegt, die aber nicht schlimm ist würde ich persönlich das aber nicht als "auf dem Gewicht herumreiten" bezeichnen.


      Klar, das kann man natürlich auch so sehen. Ich Frage mich halt, hätte er damit angefangen, wenn ich kein Übergewicht hätte? Wieso fängt er Überhaupt damit an, wenn es nicht schlimm ist und ich momentan ein anderes Problem habe? Gerade mit dem Wort Abnutzung kann man ja - meine ich - prima Nozeboeffekte provozieren, die absolut nicht sein müssen.
    • Erst mal: Arthrosen hat jeder, manche mehr, manche weniger. Das Gewicht ist zwar nicht förderlich, aber auch keine Ursache. Wie sehr man unter Arthrosen zu leiden hat, hat im Wesentlichen mit der Genetik zu tun.

      Dann kann ich sehr gut verstehen, dass Dir ein Stein vom Herzen gefallen ist. War bei mir genauso, als ich hörte, ich dürfte von Anfang voll belasten ... auch wenn ich bis heute diesbezüglich ein schweres Vertrauensproblem habe. Aber es wird immer besser ...

      Ich wünsche Dir ganz doll gute Besserung!!!
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Martina schrieb:

      Wie sehr man unter Arthrosen zu leiden hat, hat im Wesentlichen mit der Genetik zu tun.


      Und nicht zu vergessen, damit wie man Gelenke (fehl-) belastet. Hat auch ganz viel mit supersimpler Physik zu tun (achsengerechte Rotation beispielsweise).

      Ich freu mich sehr über die guten Nachrichten, Günther!
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******