BMI-Check an US-Schule

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    • BMI-Check an US-Schule

      Gwendolyn Williams lebt in New York und ist 1 Meter 25 groß und wiegt 30 Kilo. Das New Yorker Erziehungsdepartement startete, an ihrer Schule, das Programm „Fitnessgram“ bei dem den Schülern ihr BMI bestimmt wurde.

      Das Ergebnis, für Gwendolyn, bei dieser Untersuchung ist, dass sie mit einem BMI von 19 als übergewichtig eingestuft wurde :eek:

      Die Mutter bringt diese, unverständliche, Bewertung bei der Direktorin zur Sprache und dabei erklärt die Direktorin, dass es eigentlich den Kindern nicht erlaubt war, die Bewertung zu lesen.

      Bericht-Lesen

      Das Zitat im Bericht „Diäten bei Kindern sind die Einstiegsdroge für Essstörungen“ ist vollkommen richtig. Die Differenzierung die weiter im Text getroffen wurde, dass man sagt „nur die die wirklich keine Tendenz zur Fettleibigkeit haben“ sollten von Diäten Abstand nehmen, vertritt doch die gleiche Meinung bloß, dass dabei der BMI „eindeutiger“ sein sollte.
      Der Body-Mass-Index fällt immer wieder negativ auf, aber dennoch wird daran festgehalten - besonders bei Kindern kann dieser Richtwert eine verzerrte Selbstwahrnehmung zur Folge haben :(
    • Ich habe anfangs bei meinen Schülern auch diesen Fehler gemacht; Gewicht und Körpergröße bestimmen und BMI ausrechnen lassen - einfach weil es im Lehrplan steht.
      ich habe es schon im 2. Jahr gelassen. Es führte zu Scham und Hänseleien unter den Kindern "Du hast doch bestimmt einen BMI von 100!" so in diesem Stil.
      Weder die mit hohem noch die mit sehr niedrigem BMI fühlten sich wohl.
      Ich schloss daraus: Die Schule geht es schlicht nichts an.
      Höchstens den Kinderarzt meines Vertrauens.
      Ich würde es untersagen, wenn jemand meine Tochter in der Schule zwangswiegen wollte.

      Mit freundlichen Grüßen Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Es macht mich einfach nur Fassungslos vor Wut. Das sieht wirklich der Dümmste, dass das Mädchen nicht übergewichtig ist. Wie kommen die darauf, auf Zahlen zu vertrauen und nicht auf ihren gesunden Menschenverstand und das Bild, dass sie vor sich sehen?

      Es ist wirklich krank, wenn ein Kind nicht mehr die naturgegebene Körperform haben darf.

      Höchstens den Kinderarzt meines Vertrauens.


      Selbst das würd ich mit Vorsicht sehen. Der Nachbarsenkel ist ein überdurchschnittlich grosser und kräftiger Junge im Kindergarten. Und gerade letzthin hat der Kinderarzt den Eltern Angst gemacht, der Junge sei viel zu dick und müsse sofort auf Diät gesetzt werden.

      LG Finchen
    • In der Apothekenzeitung Baby und Familie stand jetzt drin, dass ein großer Teil der Eltern das Übergewicht ihres Kindes nicht erkennen und normalgewichtige Kinder für untergewichtig halten,...
      Scheinbar sind Kinder jetzt ein lukrativer Markt und Eltern müssen noch mehr verunsichert werden.....
    • Lisa Cortez schrieb:

      [...] Weder die mit hohem noch die mit sehr niedrigem BMI fühlten sich wohl.

      Exakt - dieses Kategorisieren kann, gerade bei Kindern, zu Ausgrenzungen führen.

      Finchen schrieb:

      [...] Wie kommen die darauf, auf Zahlen zu vertrauen und nicht auf ihren gesunden Menschenverstand und das Bild, dass sie vor sich sehen? [...] Der Nachbarsenkel ist ein überdurchschnittlich grosser und kräftiger Junge im Kindergarten. Und gerade letzthin hat der Kinderarzt den Eltern Angst gemacht, der Junge sei viel zu dick und müsse sofort auf Diät gesetzt werden.

      Du hast vollkommen recht, mit gesundem Menschenverstand betrachtet, hätte man sehen müssen, dass die Aussage "das Gewicht ist zu hoch" nicht stimmt.

      Man sollte es immer wieder betonen, auch bei einem Kinderarzt, „Diäten bei Kindern sind die Einstiegsdroge für Essstörungen“ ... ich hoffe, dass die Eltern bei dem Jungen die richtige Entscheidung treffen.

      salama schrieb:

      [...] Scheinbar sind Kinder jetzt ein lukrativer Markt und Eltern müssen noch mehr verunsichert werden.....

      Die Verunsicherung ... damit wurde immer schon "gutes" Geld verdient :seufz:
    • Perzentil 88 bedeutet, dass 88% der Altersgenossinnen leichter sind. Noch dünner? Ich frage mich, auf welcher Grundlage das ermittelt wurde. Die Bevölkerung von Somalia?
      Meine Güte, dieses Mädchen ist nie und nimmer adipös! Wieder mal ein Beweis dafür, dass der BMI nur äußerst begrenzte Aussagekraft hat. Da kann man doch gleich ein Horoskop berechnen.
      Vielleicht treibt sie Sport und hat relativ viel Muskeln für ein Mädchen. Oder sie kommt in die Pubertät und wird langsam zur Frau. Ich habe mit 10 Jahren das erste Mal meine Periode bekommen. Meine wachsenden Brüste wurden auch als "fett" beurteilt.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • DIES ist ein guter Bericht der zu diesem Thema passt – die Ernährungspsychologin Erika Toman warnt vor den Präventionskampagnen, die darauf abzielen, dass Essverhalten von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Frau Toman ist der Meinung, dass die Thematisierung und Problematisierung zu einer Essstörung führen kann.

      Die Gesundheitsförderung Schweiz hatte zum Beispiel eine Kampagne gestartet bei der überdimensionale Schlitten und Kindervelos mit XXL-Sitzen waren und darunter stand in großen Buchstaben „die Schweiz wird immer dicker“ und darunter klein geschrieben „Es braucht wenig, um viel zu ändern“.

      Laut Erika Toman verunsichere man die Zielgruppe mit diesen Kampagnen, denn die meisten Betroffenen seien sich sehr wohl bewusst, dass sie zu dick seien. Dieses Bewusstsein käme auch daher, weil sie täglich damit konfrontiert sind, dass sie das gesellschaftlich gültige Körperideal nicht erfüllen.
    • Hallo Sophie,

      das Perzentil (das?) ist so was von unwissenschaftlich, habe hier gerade nachgelesen:
      mamiweb.de/familie/who-perzent…cht-und-bmi-bei-kindern/1
      Das geht nicht mal nach Größe, sondern nach Alter des Kindes in einem Land.
      Alter?
      Eine Siebenjährige kann durchaus durchschnittlich zwischen 1,10 - 1,50 cm groß sein, aber die sollen das gleiche wiegen oder so?

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Lisa Cortez schrieb:

      Das geht nicht mal nach Größe, sondern nach Alter des Kindes in einem Land.
      Alter?
      Eine Siebenjährige kann durchaus durchschnittlich zwischen 1,10 - 1,50 cm groß sein, aber die sollen das gleiche wiegen oder so?

      liebe Grüße Lisa


      Danke für die Erklärung Lisa. Da kann ich doch nur lachen. Seit Geburt war mein Sohn immer grösser und schwerer als Gleichaltrige. Nun ist er 13, 1.80 gross und wiegt ca. 85 kg. Damit ist er grösser als sein Klassenlehrer und als seine grosse 17 jährige Schwester. Ich möchte doch zu gerne wissen, wer sich so einen Mist ausdenkt.

      LG Finchen
    • Das ist doch ein schlechter Witz, ja?

      Jeder der Augen im Kopf hat, sieht doch, dass das Mädel kein Übergewicht hat. Aber ja.. Listen und Tabellen -vor allen Dingen wissentschaftl.- sind das Maß aller Dinge.
      Da wird auch nicht hinterfragt .. nein die Listen haben recht.
      Warum können wir uns nicht mehr auf unseren Menschverstand verlassen bzw hören darauf ? Ist es Bequemlichkeit ? Ik weeß dat nich. *kopfschüttel
    • salama schrieb:

      In der Apothekenzeitung Baby und Familie stand jetzt drin, dass ein großer Teil der Eltern das Übergewicht ihres Kindes nicht erkennen und normalgewichtige Kinder für untergewichtig halten,...
      Scheinbar sind Kinder jetzt ein lukrativer Markt und Eltern müssen noch mehr verunsichert werden.....



      In einem Kochbuch für Kleinkinder hab ich letztens was ganz ähnliches gelesen. Da stand dass Mutterliebe blind machen würde und die Mütter das Übergewicht ihrer Kleinkinder oft nicht erkennen würden. Die Mütter untergewichtiger Kinder wären sich des Untergewichts ihrer Kinder jedoch bewusst.
      Das hat mich total aufgeregt obwohl ich selbst nicht mal Mutter bin.
      Außerdem sind in dem Buch die Rezepte mit so bunten Punkten markiert.
      Eine Farbe für "preiswert", eine für "schnell", eine für "gut vorzubereiten" eine "für möllige", eiene "für dünne".
      Da ist zum Beispiel ein Rezept für eine Geburtstagstorte drin und die ist mit dem Punkt "für dünne" markiert.
      Als ich das gesehen hab hab ich gedacht "hallo gehts noch?"
      Das Buch ist übrigens aus dem Jahr 2001.
    • elna schrieb:

      Die Mütter untergewichtiger Kinder wären sich des Untergewichts ihrer Kinder jedoch bewusst.
      .


      Stimmt nicht, meine Tochter war auch mal eine zeitlang zu leicht, und die Kinderärztin hat mich darauf aufmerksam gemacht. Das war aber in Kolumbien, und die Ärztin war durchaus besorgt. Das ist nicht wie hierzulande, wo man für U- Gewicht gelobt wird. In den Tropen gibt es halt mehr Parasiten und Krankheiten, die unfreiwillig für Gewichtsabnahme sorgen können.
      Es gibt bei Kindern oft Phasen, wo sie wenig oder nur ganz bestimmte Dinge mögen oder Phasen, wo sie einen Bärenhunger entwickeln.
      Es ist auch durchaus nicht so, dass "dickes Kind" oder "dünnes Kind" statische Begriffe sind. Die meisten Kinder wechseln da durchaus, besonders bei Wachstumsschüben.
      Daher dieses " Aus dicken Kindern werden dicke Erwachsene" - das ist doch nur richtig, wenn die Körperform genetisch festgelegt ist.

      Mit freundlichen Grüßen Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Unsere drei Kinder hatten auch alle verschiedenes Gewicht, bei der ältesten hatten wir Stress, dass sie so wenig zugenommen hat. Nachdem wir die Kinderärztin gewechselt hat, sah diese meinen Mann an und meinte, dass sie nach dem Vater kam.
      Unsere Große hat als Kleinkind sehr viel gegessen.