Welche Essstörung hätte ich, wenn ich eine habe??

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    • Welche Essstörung hätte ich, wenn ich eine habe??

      Die Frage klingt vielleicht bescheuert, aber es beschäftigt mich tatsächlich sehr im Moment. Irgendwie hab ich echt das Gefühl, ich muss eine für mich erfinden. Alles was ich so lese über die "gängigen" Essstörungen, das trifft auf mich nicht zu, ich bin verzweifelt.

      Hintergrund:
      Für meine Hüft-TEP-Op soll ich ja erheblich abnehmen,tja, wie denn bitte?
      Ich bin eigentlich schier immobil und bin froh, wenn ich mich zum täglichen Leben hinbewegen kann.
      Wie schon mal beschrieben, fallen Wassergymnastik und Hockergymnastik in einem höheren Maße raus, da selbst jegliche Bewegung der Arme über die Hüfte ausgeglichen wird. Was auch beim Muskelrelaxing der Fall ist, also fällt Bewegung zur besseren Essverwertung und Anregung des Stoffwechsels flach. Nur was dann?

      Also eine passende Reha. Nur das Problem: Es gibt sie nicht mehr, die Abspeckkuren, da selbst bei den Feld-Wald- und Wiesenmedizinern angekommen ist, dass das nix dauerhaftes ist. Das einzige was einem heute jeder Arzt, vom Orthopäden bis zum Frauenarzt anbietet um Gewicht zu verlieren, ist eine Magen-OP.
      Dann eben eine psychosomatische Reha, die einzige, in der der Umgang mit Essen noch behandelt wird. Nun habe ich sehr viele Internetauftritte der Kliniken durchgelesen und finde keine, die "meine" Esstörung behandelt.

      Ich esse gleichbleibend gern und gut, Tag für Tag, wahrscheinlich immer ein bißchen zu viel für meine eingeschränkte Mobilität -so denke ich.
      Ich habe keine nächtlichen Essanfälle, ich überesse mich nicht bis zum Erbrechen oder zum Bauchweh, ich mache mir keine 8 Schnitzel zum Mittagessen. Ich esse mal eine Tafel Schokolade und keine fünf nachts heimlich aus dem Kühlschrank und dann wochenlang keinerlei Süssigkeiten. Ich habe keine Esssucht, weil ich kann mich sehr leicht auch mit anderen Themen beschäftigen, ohne darunter zu leiden.
      Gottseidank, aber was dann?

      Stress? Ja, ich leide seit drei Jahren eigentlich unter Dauerschmerzen. Das macht mir schon Stress. Aber ich warvorher schon dick und bin es nicht erst dadurch geworden, -meine ich.

      Alle Rehakliniken, die ich so durchforstet habe, behandelten meist das Binge-Eating-Syndrom und nichts anderes. Es muss aber was passieren, so kann es ja nicht weiter gehn, dass ich mir tagtäglich Schmerzmittel einpfeife und mich trotzdem nicht bewegen kann.

      Mein Hausarzt kommt über eine "läppische" Ernährungsberatung auch nicht hinaus, also was tun? Auf eine psychosomatische Reha, nur damit endlich irgendwas vorwärts geht? Wahrscheinlich.
      Aber in welche Klinik? Ich brauch eine, die nicht auf das Binge Eating eingefahren ist... oder hab ich das doch? Nee, ehrlich nicht.
      Oh mann. Verzweiflung macht sich breit.
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    • Für mich klingt Dein Essverhalten nicht nach Essstörung.

      Ich hab mit Akupunktur aufgehört mit Rauchen. Und damit ich den Verlust nicht mit Süssigkeiten ausgleiche, hat er so gestochen, dass ich keinerlei Lust mehr auf Süsses hatte. Das hat aber nur so lange angehalten, wie ich in Behandlung war. Und vor der Führerscheinprüfung hat er so gestochen, dass ich ganz Ruhig und Entspannt war. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit, kurzfristig abzunehmen? Allerdings, wenn Du das machst, achte auf einen Arzt mit Ausbildund in TCM.

      LG Finchen
    • TCM kannste auch schrecklich daneben langen. Das machen leider mittlerweile sehr viel Hausfrauen, daheim vom Küchentisch aus.

      Aber ich werde das mal ins Auge fassen. Ich würde mittlerweile sogar probieren, ob es hilft eine schwarze Katze ums Dorf zu tragen.
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    • Keine Schublade...

      Liebe Sonnenkuss (schöner Name -> Yoga?)

      ich passe auch in keine Eßstörungsschublade. Früher hätte ich mich mal zu den binge eatern gezählt, heute ist es ein stetes mehr Energie rein wie raus. Ich esse drei - 4 mal am Tag, also auch kein "Grasen", dann aber aber anscheinend zu viel des Guten - ähnlich wie du.
      Ich habe mal eine Weile ein Eßprotokoll geführt und festgestellt, das ich dann bewusster esse und eben auch, das ich ohne gedankenloser esse.
      Aber das ist ja jetzt nicht dein Thema, sondern die richtige Diagnose.

      Brauchst du die für den Arzt oder um die passende Klinik zu finden?

      Ich habe mich mal bei einer Klinik "beworben" mit Anamnesebogen, xxx Kilo bei 167 kg und der Professor hat mich angerufen und gemeint, ich hätte mich verschrieben (kleine Anekdote am Rand ;))

      Ich finde den Ansatz einer psychosomatischen Klinik gut, würde aber speziell nach einer Klinik schauen, die eben auch ein gutes Bewegungsprogramm anbieten, mit Physiotherapeut.
      Bei mir dauerte es erstmal 3 Wochen, bis ich überhaupt Sport machen "durfte" und außer Laufen, Fahrrad fahren und auf besonderen Wunsch: schwimmen, war da nichts drin. Und das ist ja nix für dich, das habe ich rausgelesen.
    • Hallo Sonnenkuss!

      Du schreibst du hast keine Esssucht. Bist du dir da sicher? (Ich glaube die gängigen mediziniischen Diagnose sind da völlig unzureichend.) Ist es nicht auch eine Art von Esssucht immer ein bißchen zu viel zu essen? Empfindest du es so dass du die freie Wahl hast bei Sättigung aufzuhören, dass du problemlos darauf verzichten kannst über die Sättigung hinaus zu essen? Denn wenn du keine Abhängigkeit vom Essen hast, dürfte es kein Problem sein mit dem Essen aufzuhören wenn du satt bist.

      Bei mir ist es so dass eine körperliche Sättigung erschreckend schnell eintritt. Die Vorstellung dann mit dem Essen aufzuhören geht einfach gar nicht, ich bekomme dann ganz extreme Gefühle, von zu kurz kommen, von Widerstand („ich lasse mir das Essen nicht wegnehmen!“). Da merke ich erst wie intensiv bei mir dann doch das Essen mit Gefühlen gekoppelt ist, wie sehr ich es als Seelentröster brauche. Noch, ich arbeite daran.


      Vielleicht passt das jetzt auch gar nicht auf dich, das weißt du am besten, und ich kenne dich ja nicht. Bitte betrachte es nur als Erklärungsangebot.


      Viele Grüße


      Claudia
      "Kurz" kann ich nicht. ;)

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von claudiathomas () aus folgendem Grund: Anrede vergessen

    • Ge-wichtig: Sport ist nicht, wie du vielleicht gelesen hast.

      claudiathomas: Ja sicher ist irgendwas an meinem Essverhalten gestört. Nur muss ich binnen kurzer Zeit jetzt mal was abnehmen, damit ich operiert werde und mich anschließend entsprechend wieder bewegen kann.
      Dann habe ich das Problem nicht mehr, ich werde nie rapeldürr sein, das will ich auch nicht, ich will nur wieder in Bewegung kommen.
      Also brauch ich eigentlich die gute-alte (vorsicht Ironie!) Abspeckklinik, die gibt es aber nicht mehr -also brauch ich eine einigermaßen passende Klinik.

      Alle die ich bisher fand, behandeln aber nur dieses unselige Bing Eating, an dem ich nicht leide... also wohin mit der dicken Sonnenkuss?
      Es ist eben der Teufelskreis in dem ich momentan so richtig festsitze.

      Kack aber auch, da wünsch ich mir echt diese Gewalt-Kliniken zurück, damit ich endlich operiert werden kann... das ist ja schon ein richtiger Tralala. Also doch psychosomatisch...
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    • Hallo Soku,

      was Du beschreibst, hört sich nicht nach einer gängigen Essstörung an. Man könnte es vielleicht umschreiben:
      "Binge eating ohne Fressanfälle",
      ich habe ja "Bulimie ohne Erbrechen" :rolleyes:
      also solche "Mischformen" scheint es zu geben.
      Ich habe in dem Forum Hungrig- Online von der Therapeutin einer Klinik, die dort mitschreibt, das erste Mal so eine Diagnose erhalten. Vielleicht möchtest Du dich auch dort hinwenden.
      liebe Grüße Lisa
    • Sonnenkuss schrieb:

      Ge-wichtig: Sport ist nicht, wie du vielleicht gelesen hast.


      Ja, habe ich.
      Ich wollte zum Ausdruck bringen, das eine Klinik mit nullachtfuffzehn-Sport nix für dich ist. Bewegung gehört aber doch immer dazu und auch wenn du grade sehr eingeschränkt bist, kann man im Rahmen der Möglichkeiten doch vielleicht ein bisschen was machen.
      Ich meinte eben eine Klinik, die auf deine aktuelle Situation Rücksicht nimmt - neben dem Übergewicht.
    • Sonnenkuss, zuerst möchte ich dir sagen, dass es mir leid tut, dass du solche Schmerzen hast und das seit so langer Zeit.

      Ich bin auch sehr dick, aber mein Essverhalten ist normal. Da ich in meiner Familie Vergleichsobjekte habe, weiß ich, dass ich nicht viel mehr bzw. auch öfter mal weniger als meine Familie esse. (Trotzdem nehme ich nicht ab) … Ich war vor Jahren einmal in einer psychotherapeutischen Behandlung weil ich mir sagte „du musst eine Essstörung haben, denn sonst wärst du nicht so dick bzw. dick geworden“.

      Der Psychotherapeut ging mit mir Essstörungs-Symptome durch:
      Frage:
      - haben sie mehrmals in der Woche, über einen Zeitraum von sechs Monaten, Essanfälle.
      - hastiges Schlingen, Schamgefühl bis zu einer Depression, hohe Kalorienzufuhr bei Essanfällen … alle diese Symptome habe ich nicht.

      Ich fragte den Therapeuten, ob es nicht möglich ist, dass wenn ich mal ein Stück Kuchen, oder beim Mittagessen drei Kabeln zu viel gegessen habe, dass das eine andere Form von Essstörung ist bzw. ob er diese Essstörung kennt. Der Therapeut hat eine normale Figur und nach dieser Frage lachte er und sagte „ja die Essstörung kenne ich, die habe ich selbst“. Daraufhin erklärte mir der Psychotherapeut, dass jeder Mensch eine andere Art des Essens hat, der Eine isst eher schnell, der Andere isst vom Kuchen gerne mal ein Stück zu viel, wieder ein Anderer mag überhaupt keine süßen Sachen, aber all diese Arten der Vorliebe bzw. des Essverhaltens würden nicht zu einer Essstörung zählen.

      Du schreibst, dass du ohne Abnahme keine Hüft-OP bekommst und da du dich nicht bewegen kannst und anscheint auch normal isst, wäre doch nur die Möglichkeit, dass du die Schmerzen über eine Schmerztherapie insoweit gemildert bekommst, dass du dich mehr bewegen kannst … aber bestimmt wurde das alles schon bei dir probiert ohne Erfolg.

      Ich bin Neuling hier und möchte dich und die anderen User nun bitten mich nicht zu zerreißen, wenn ich schreibe was mir direkt beim Lesen deines Berichts in den Sinn kam, bezogen darauf, dass du dich nicht bewegen kannst, aber annehmen musst für die OP um irgendwann wieder schmerzfrei zu sein.

      Brainstorming: „künstliches Koma“ ABER das ist extrem gefährlich und von daher habe ich den Gedanken schnell verworfen und weiter kam mir der Gedanke „Bandwürmer“ … mir war Maria Callas eingefallen und das man sagte, dass sie sich einen Bandwurm einsetzen lies.
    • Hallo Sonnenkuss,

      ich bin mir eigentlich auch sehr sicher, nicht an einer Störung meines Essverhaltens zu leiden. Über die Jahre wurde ich jedoch schleichend immer mehr, bis ich Anfang des Jahres beschlossen habe, mich genauer zu beobachten.

      Es gibt eine kostenlose Plattform namens FDDB -bei Interesse googlen. Ich habe darauf 2 Monate Ernährungstagebuch geführt und folgendes feststellen müssen: Mein Grundumsatz ist rechnerisch bei 2600 kcal. Esse ich diese, nehme ich zu. Bei 2000 kcal kann ich mein Gewicht halten, bei 1800 kcal nehme ich langsam ab. Ist blöd, ist aber so.

      Jetzt kann ich mein Essverhalten besser einschätzen und mich für meinen tollen Stoffwechsel bedanken. Aber ich weiß: Wenn ich so esse, wie es für andere normal ist, nehme ich zu.

      Alles Gute!
      [center]Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben, und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.[/center]

      [center][size=3]Antoine de Saint-Exupery[/size]

      [/center]
    • Hallo Bircan,

      ich bin ganz der Meinung deines Therapeuten dass es völlig normal ist, MAL (!) ein Stück Kuchen oder drei Gabeln zu viel zu essen! Aber ich teile nicht seine Meinung, dass man die ganzen genannten Symptome (das sind übrigens die Symptome für die spezielle Essstörung Binge Eating und nicht allgemein für Essstörungen) haben muß um essgestört zu sein. Da ist ja ein himmelweiter Graubereich dazwischen!

      Aber für mich ist es auch nicht so wichtig wie von Mediziner-Seite mein Essverhalten eingestuft wird:
      Ich merke, wenn ich aufhöre zu essen sobald ich körperlich satt bin und nicht weiter esse, geht „die Post ab“. Es reicht mir auch nicht, nur ab und zu mal über die Sättigung zu essen, es muß praktisch jedes Mal sein, und wenn ich das nicht tue, bekomme ich heftigen Essdruck. Ob ein Mediziner dass nun als Essstörung bezeichnet, spielt für meinen Leidensdruck kein Rolle.

      Ich hatte lange Zeit nur die Wahl entweder immer über die Sättigung zu essen, dadurch wurde ich dick, was mir großen Leidensdruck verursacht hat, oder nicht über die Sättigung zu essen, aber dann hat mich der Essdruck schier zerrissen. Unmöglich das auf Dauer auszuhalten. Ich wurde sogar krank davon.

      Durch die Therapie habe ich jetzt eine Alternative, ich befasse mich mit den Ursachen dafür warum ich überhaupt über die Sättigung essen will und so langsam komme ich raus aus der Abhängigkeit vom Essen. Ich brauche dass Essen eben jetzt schon manchmal nicht mehr als Seelentrost, oder nicht mehr so viel, sondern kann mir anders helfen.

      Der Witz ist: seit ich mich damit beschäftige warum ich Essen benutze um mich zu trösten, erkenne ich erst die gewaltigen Baustellen die darunter liegen, und die nicht das geringste mit Essen zu tun haben. Das geht es viel um Verletzlichkeit, Beschämung, Angst vor Ablehnung, geringes Selbstwertgefühl. Das Essproblem ist für mich nur noch ein oberflächliches Symptom. Selbst wenn ich heute mit einem Fingerschnippen kein Essproblem und kein Übergewicht mehr hätte, würde ich trotzdem weiter an meinen Baustellen arbeiten, denn ich merke wie ich mich dadurch immer besser fühle. Dass ich nicht mehr so viel Essen muß ist eher eine Begleiterscheinung.

      Sorry fürs Abschweifen, das hilft Sonnenkuss jetzt natürlich nicht bei ihrem akuten Problem, denn eine schnelle Abnahme gibt es da nicht. Ich wiege momentan mehr als zu Beginn der Therapie, hatte zuletzt eine sehr schwierige Phase.

      Viele Grüße

      Claudia
      "Kurz" kann ich nicht. ;)

      [SIZE=1]Von claudiathomas[/SIZE]
    • Stella schrieb:

      Es gibt eine kostenlose Plattform namens FDDB -bei Interesse googlen. Ich habe darauf 2 Monate Ernährungstagebuch geführt und folgendes feststellen müssen: Mein Grundumsatz ist rechnerisch bei 2600 kcal. Esse ich diese, nehme ich zu. Bei 2000 kcal kann ich mein Gewicht halten, bei 1800 kcal nehme ich langsam ab. Ist blöd, ist aber so.
      Das könnte wortwörtlich (einschließlich FDDB) von mir sein, wobei bei mir der Grundumsatz durch eine Messung in der Deutschen Sporthochschule bei Prof. Froböse auch noch bestätigt ist und nicht nur rein rechnerisch ermittelt wurde.

      Dieses ganze mehr essen als man verbraucht ... alles Mumpitz. Damit braucht mir keiner mehr zu kommen. Durch die Aufzeichnungen bei FDDB weiß ich auch, dass Ab- und Zunehmen ziemlich wenig allein mit Essen zu tun hat. Da spielen noch ganz andere Dinge mit rein.

      Ich muss sagen - und das ist jetzt ein bisschen OT -, mir hängt dieses ganze Thema Gewicht im Moment so was von zum Hals raus. Ich habe einfach keinen Bock mehr, mich immer und immer wieder zu erklären. Nach meiner Reha in einem traumhaften Elfenbeinturm gingen die ärztlichen Diskreditierungen auf der Basis von Bildzeitungs-Wissen nahtlos weiter. Ich bin mittlerweile so weit, dass ich auf Bemerkungen und Fragen zu meinem Gewicht einfach nicht mehr reagiere.

      Ich habe für mich einen Weg gefunden, Gewicht zu reduzieren. Ich muss es aus denselben Gründen wie Soku, wobei es mir noch richtig gut geht, denn ich kann ein durchgängiges Sportprogramm abspulen. Allerdings habe ich mir in der Rehaklinik über meinen Aufenthalt dort hinaus Hilfe und Überwachung gesucht, weil ich es nicht wieder mit zu viel oder zu wenig Ehrgeiz versemmeln will. Ich habe immer noch undefinierbare Hüftschmerzen und immer noch keine gescheite Diagnose (für die ich allerdings jetzt sorgen werde), aber meine Gesamtkonstitution hat sich rasant verbessert und verbessert sich noch weiter.

      Der Weg, den ich gehe, wird bestimmt von meinem Wissen über den Jojo-Effekt. Dieses Wissen hat mich aus Angst lange davon abgehalten, etwas an meinem Gewicht zu tun. Jetzt habe ich den Spieß aber umgedreht und setze das Wissen zu meinen Gunsten ein. Allerdings, das muss ich sagen, für Essgestörte ist das nix, denn tägliches Wiegen gehört genauso dazu, wie die Beobachtung der Reaktion des Körpers auf bestimmte Lebensmittel in Verbindung mit bestimmten Lebensumständen.

      Es gibt dafür kein Buch. Ich habe mir das durch Versuch & Irrtum selbst erarbeitet. Und - bevor hier jetzt wieder der Shit Storm los geht - ich werde auch dann noch dick sein, wenn ich mein Ziel erreicht habe. Mir geht es einzig und allein um ein schmerzfreies Leben mit jeder Menge Bewegung, weil ich die brauche, um mich gut zu fühlen. An meiner grundsätzlichen Meinung zum Forenthema und zur Forenphilosophie hat sich nichts geändert und wird sich auch nichts ändern.
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    • claudiathomas schrieb:

      ... ich bin ganz der Meinung deines Therapeuten dass es völlig normal ist, MAL (!) ein Stück Kuchen oder drei Gabeln zu viel zu essen! Aber ich teile nicht seine Meinung, dass man die ganzen genannten Symptome (das sind übrigens die Symptome für die spezielle Essstörung Binge Eating und nicht allgemein für Essstörungen) haben muß um essgestört zu sein. Da ist ja ein himmelweiter Graubereich dazwischen!

      Ich kenne mich nicht so gut mit Essstörungen aus, aber gibt es viele Arten von Essstörungen?

      Ich beschäftige mich recht häufig mit Essen bzw. damit, ob ich zu viel esse, oder gegessen habe. Wenn ich normalgewichtige Personen bei mir habe, ist das beruhigend für mich, denn so kann ich anhand deren Teller, sehen, ob ich zu viel esse ... hört sich doch jetzt auch nicht normal an :( zumal ich weder mehr noch weniger esse, wenn andere Leute bei mir sind.
    • Martina schrieb:

      [...] Mir geht es einzig und allein um ein schmerzfreies Leben mit jeder Menge Bewegung, weil ich die brauche, um mich gut zu fühlen.

      Genau, denn erst wenn man einmal bettlägerig, oder gehandicapt war, weiß man zu schätzen was Bewegung für den Menschen bedeutet.
    • Bircan schrieb:

      Genau, denn erst wenn man einmal bettlägerig, oder gehandicapt war, weiß man zu schätzen was Bewegung für den Menschen bedeutet.
      Ich war schon immer ein Bewegungsfreak, aber durch verschiedene Umstände bin ich da völlig rausgekippt. Alle Versuche, an frühere Aktivität wieder anzuknüpfen, sind gescheitert. Erst diesen Sommer hat mich das Schicksal in eine schier geniale Rehaklinik geweht, in der man null Vorurteile gegen dicke Menschen hat und mich ENDLICH in meinem Bewegungsdrang ernst genommen hat, vom ersten Tag an. Mein Schmerzproblem bin ich da nicht los geworden, aber mit guter Laune und einem gut trainierten Restkörper lässt sich das alles gut ertragen.

      Deshalb würde ich Soku auch wirklich so gerne helfen. Leider ist das Sportprogramm, das ich dort in der Klinik fünf Wochen lang durchgezogen habe, so straff, dass es für Soku nicht geeignet ist.
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    • Martina schrieb:

      Ich war schon immer ein Bewegungsfreak, aber durch verschiedene Umstände bin ich da völlig rausgekippt. Alle Versuche, an frühere Aktivität wieder anzuknüpfen, sind gescheitert. Erst diesen Sommer hat mich das Schicksal in eine schier geniale Rehaklinik geweht, in der man null Vorurteile gegen dicke Menschen hat und mich ENDLICH in meinem Bewegungsdrang ernst genommen hat [...]

      Oh wie schön, dass man dir helfen konnte. Ich würde auch nie behaupten, dass ich mit meinem dicken Körper sooo zufrieden bin, denn ich bin auch ein Bewegungsfreak und ich kann mich noch gut bewegen, aber wenn ich das einmal nicht mehr könnte :( da habe ich Angst davor. Meine Persönlichkeit hängt sehr stark von meinem körperlichen Befinden ab und von daher kann ich nur zu gut verstehen, dass du glücklich bist in dieser Reha gelandet zu sein.


      Deshalb würde ich Soku auch wirklich so gerne helfen. Leider ist das Sportprogramm, das ich dort in der Klinik durchgezogen habe, so straff, dass es für Soku nicht geeignet ist.

      Das tut mir leid ... es wäre schön, wenn man "einfach" zu dieser Reha gehen könnte und sagt hier bin ich und ich will :) (ich habe auch schon so viele Vorurteile erlebt, besonders darauf gezogen, dass ich dick bin und deshalb auch faul sein muss ... stimmt aber nicht)
    • Bircan schrieb:

      Ich kenne mich nicht so gut mit Essstörungen aus, aber gibt es viele Arten von Essstörungen?


      Also auf jeden Fall gibt es mehrere Arten von Eßstörungen sowie Mischformen.

      Bircan schrieb:

      Ich beschäftige mich recht häufig mit Essen bzw. damit, ob ich zu viel esse, oder gegessen habe. Wenn ich normalgewichtige Personen bei mir habe, ist das beruhigend für mich, denn so kann ich anhand deren Teller, sehen, ob ich zu viel esse ... hört sich doch jetzt auch nicht normal an :( zumal ich weder mehr noch weniger esse, wenn andere Leute bei mir sind.


      Edit: das mit dem mehrmaligen Zitieren kriege ich gerade nicht so hin...

      Also grundsätzlich würde ich sagen dass der Vergleich deiner Eßportion damit was normalgewichtige Besucher bei dir essen nicht wirklich aussagekräftig ist. Die Besucher könnten einen andere Stoffwechsel haben so dass sie mehr oder weniger essen können um ihr Gewicht zu halten. (Manche Schlanke können ja echt Essen ohne Ende und nehemn nicht zu...) Und du weißt nicht wie sie vor und nach dem Besuch essen. Vielleicht essen sie am nächsten Tag weniger oder haben vorher schon weniger gegessen weil sie bei einer Einladung mehr Essen genießen möchten? Vielleicht machen sie (mehr/viel) Sport zum Ausgleich? Vielleicht halten sie regelmäßig Diät um kleine Zunahmen wieder auszubügeln? ... Mir ist wichtig dass das jetzt nicht so rüberkommen soll als ob die was "besser" machen, sondern ich will einfach nur sagen du kannst von ihrem Tellerinhalt bei einer EInladung nicht auf ihr Eßverhalten im kompletten Alltag Rückschlüsse ziehen.

      Viel entscheidender ist doch was mit dir ist, mit deiner Sättigung. Kannst du denn gut spüren wenn du satt bist? Das ist ja keine Selbstverständlichkeit. (Und es zu spüren heißt ja noch lange nicht dass man dann aufhören kann.)

      Viele Grüße

      Claudia
      "Kurz" kann ich nicht. ;)

      [SIZE=1]Von claudiathomas[/SIZE]

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von claudiathomas () aus folgendem Grund: Zitatklammer repariert

    • Bircan schrieb:

      es wäre schön, wenn man "einfach" zu dieser Reha gehen könnte und sagt hier bin ich und ich will :)
      So war das da. In den Bewertungen hat die Patientin Nordlicht55 das schön geschrieben:
      ich fühlte mich an die Hand genommen "komm mit, wir machen, daß es Dir besser geht!" Und das hat genau so auch stattgefunden.

      Quelle
      Ich glaube, ich weiß, welche Patientin das war. Ihr Bewegungsdrang war noch krasser als meiner bzw. sie war an dem Punkt, an dem ich im Sommer 2012 war und neigte zu Übertreibungen. Eine Bemerkung von ihr ließ den Schluss zu, dass sie The Biggest Loser sicher gut findet. Sie wurde immer wieder von den Therapeuten gebremst. Ich habe inzwischen gelernt, dass weniger manchmal mehr ist.

      Aber Soku nutzt das leider nichts, weil ihre Schmerzen so allgegenwärtig sind, dass sie sich gar nicht mehr gut bewegen kann, wie sie ja auch schrieb. Das ist bei mir nicht so. Ich kann vorwiegend nicht sitzen.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Martina schrieb:

      So war das da. In den Bewertungen hat die Patientin Nordlicht55 das schön geschrieben:Ich glaube, ich weiß, welche Patientin das war. Ihr Bewegungsdrang war noch krasser als meiner bzw. sie war an dem Punkt, an dem ich im Sommer 2012 war und neigte zu Übertreibungen. Eine Bemerkung von ihr ließ den Schluss zu, dass sie The Biggest Loser sicher gut findet. Sie wurde immer wieder von den Therapeuten gebremst. Ich habe inzwischen gelernt, dass weniger manchmal mehr ist.

      Das wäre auch meine Angst, mich kann man zu Höchstleistungen bringen und das ist bestimmt nicht gut :( aber wenn diese Reha sogar darauf achtet (da sind doch sonst Ärzte so froh, wenn die dicke Frau noch viiiel mehr macht als sie müsste).

      Aber Soku nutzt das leider nichts, weil ihre Schmerzen so allgegenwärtig sind, dass sie sich gar nicht mehr gut bewegen kann, wie sie ja auch schrieb. Das ist bei mir nicht so. Ich kann vorwiegend nicht sitzen.

      Gibt es denn niemand in der Reha der sich die Geschichte von Soku anhört und ihr vielleicht einen Tipp geben könnte ... das kann doch so nicht weitergehen, immer nur Schmerzen :(
    • claudiathomas schrieb:

      Die Besucher könnten einen andere Stoffwechsel haben so dass sie mehr oder weniger essen können um ihr Gewicht zu halten. (Manche Schlanke können ja echt Essen ohne Ende und nehemn nicht zu...) Und du weißt nicht wie sie vor und nach dem Besuch essen. Vielleicht essen sie am nächsten Tag weniger oder haben vorher schon weniger ...

      Oh je, jetzt geht bei mir die Grübelei los ... an deinen Gedankengang habe ich noch nicht gedacht.


      Viel entscheidender ist doch was mit dir ist, mit deiner Sättigung. Kannst du denn gut spüren wenn du satt bist?

      Tja, dass ist so was ... also wenn ich etwas esse was ich sehr gerne esse (ich sage immer dazu "das Essen schmeckt so als wäre ich ein braves Kind" :-o) ja, dann kann ich aufhören.
      Zum Beispiel heute Mittag da habe ich mir eine geröstete Grießsuppe gekocht ... mmmmh die Suppe war so herrlich und (jetzt lach nicht) sie war tröstend für mich und dann kann ich auch wunderbar aufhören, wenn ich satt bin.
      Wenn ich etwas esse was z.B. versalzen ist oder verbrannt, dann kann ich davon so viel essen bis mir schlecht ist.
    • Bircan schrieb:


      Zum Beispiel heute Mittag da habe ich mir eine geröstete Grießsuppe gekocht ... mmmmh die Suppe war so herrlich und (jetzt lach nicht) sie war tröstend für mich und dann kann ich auch wunderbar aufhören, wenn ich satt bin.
      Wenn ich etwas esse was z.B. versalzen ist oder verbrannt, dann kann ich davon so viel essen bis mir schlecht ist.


      Das klingt für mich total logisch!
      Wenn mir mal das Essen nicht so gelingt, dann macht mir das sehr großen Eßdruck. Einerseits die Enttäuschung darüber dass es nicht so gut schmeckt, dass die ganze Mühe umsonst war. Dann die Tatsache dass da ja auch die ganzen Zutaten dafür drauf gegangen sind so dass ich es mir auch schwer fällt das alles einfach weg zu schmeißen und was zu essen was mir besser schmerckt. Lauter unangenehme Gefühle die ich nicht spüren will weshalb ich esse.

      Wobei ich auch zu viel esse wenn etwas besonders lecker schmeckt. Da wirken dann wieder andere Mechanismen, vielleicht sowas wie "wer weiß wann ich sowas wieder bekomme, das kann ich mir nicht entgehen lassen."

      Ich erlebe Eßdruck als sehr komplexes Geschehen und entsprechend komplex ist es auch das alles aufzudröseln und die Ursachen zu bearbeiten.
      "Kurz" kann ich nicht. ;)

      [SIZE=1]Von claudiathomas[/SIZE]
    • claudiathomas schrieb:

      Ich erlebe Eßdruck als sehr komplexes Geschehen und entsprechend komplex ist es auch das alles aufzudröseln und die Ursachen zu bearbeiten.

      Das ist bestimmt schwer für dich und ich drücke dir die Daumen das du das für dich zufriedenstellend aufgedröselt bekommst.

      Ich möchte nicht den Thread von Sonnenkuss mit meinen Themen Volltexten ... trotzdem danke für deinen Hinweis und vielleicht können wir uns einmal an einer anderer Stelle weiter austauschen, denn du hast interessante Ansätze.
    • Bircan schrieb:


      Ich beschäftige mich recht häufig mit Essen bzw. damit, ob ich zu viel esse, oder gegessen habe.


      Laut diesem Portal ist das eins der Merkmale einer Essstörung:

      fen-net.de/dickundduenn

      Ich kenne persönlich eine Therapeutin, die mit dieser Beratungsstelle zusammen arbeitet. Sie ist gut. (Ich weiß allerdings nicht, ob sie persönlich Beratungen durchführt. Sie Ihrer Meinung über diese Beratungsstelle vertraue ich zumindest ohne Weiteres.)

      Soku, das wäre vielleicht was für dich, es ist ja in Nürnberg. Das passt zwar nicht genau auf deine Situation, und ich glaube, dass du keine Essstörung hast, aber das wäre trotzdem eine mögliche Anlaufstelle.
    • Soku, verstehe ich richtig, dass du in der letzten Zeit einige Abnehmversuche unternommen hast? Wie haben sie denn ausgesehen?

      Hast du dich einige Zeit zurückgehalten beim Essen und dann festgestellt, dass du so nicht weiter kannst und wieder mehr essen musst? Gab es Stimmungsschwankungen, andere "Nebeneffekte"?

      Oder hast du einige Zeit weniger gegessen und festgestellt, dass es sich überhaupt nicht aus Gewicht auswirkt, und dann frustriert aufgegeben?

      Je nachdem, wie es war, könnte man versuchen, Anzeichen von einer oder anderen Essstörung zu finden. Ich finde eigentlich das, was ich oben beschrieben habe, eine natürliche und gesunde Reaktion auf die Reduktion von benötigten Essensmenge. Aber es geht ja darum, dass du gerne eine Diagnose hättest, die dir erlaubt, in eine Reha zu gehen. Da könnte man vielleicht was rausziehen.

      Ich möchte dich keineswegs zum Lügen anstiften, aber -- ich sage es mal zynisch -- leider braucht eine dicke Person keine hohen Überzeugungskünste um die Ärzte zu überzeugen, dass sie (oder er) eine Essstörung hat. :(