WICHTIG Vorsicht Operation! - @ alle Operationswilligen - Bitte unbedingt lesen!

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    • Vorsicht Operation! - @ alle Operationswilligen - Bitte unbedingt lesen!

      Die Reportage "Vorsicht Operation", die gestern Abend in der ARD gesendet wurde, ist der Beweis dafür, dass wir mit all unseren Bedenken gegen (adipositas-)chirurgische Eingriffe, die wir hier in diesem Forum im Laufe der Jahre formuliert haben, Recht haben.

      Auch wenn die Beispiele (!) in der Sendung dem orthopädischen Bereich zuzurechnen sind und Deutschland in Sachen AC zahlentechnisch noch eher ein Waisenkind ist (im Gegensatz zu so ziemlich jeder anderen Operationsart), betrifft die dort formulierte Kritik an der Vermarktung von (unnötigen) Operationen insbesondere auch die Adipositaschirurgie. An Ärzte gezahlte Fangprämien waren auch schon im Zusammenhang mit der AC ein Thema. Im Bereich der AC werden aber mehr als in anderen Bereichen über die Selbsthilfe auch die Patienten für die Vermarktung instrumentalisiert.

      Deshalb kann ich nur jedem raten, vor einer Operation in diese Reportage hineinzuschauen und noch einmal darüber nachzudenken, wie notwendig eine solche Operation wirklich ist.

      Die Reportage bei YouTube

      [align=center] Fazit der Sendung aus der Erinnerung formuliert:
      In Deutschland wird nicht geheilt, in Deutschland wird operiert.[/align]

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Martina () aus folgendem Grund: Link zur Reportage aktualisiert

    • Bundesrichter Thomas Fischer hat sich in seiner Kolumne mit der Ärzte Korruption beschäftigt. Am Ende des, wie ich finde, witzigen, intelligenten und bissigen Berichts ging er auch auf die mögliche Strafdrohung für korrupte Angehörige im Heilberuf ein.

      Zum Thema Arzt-Patient-Vertrauensverhältnis hat Thomas Fischer seiner eigene Meinung und so schreibt er im Bericht:
      Kurz gesagt: Das von den Lobbyisten beschworene Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt scheint mir doch recht einseitig. Die weitaus meisten Ärzte, die ich kennengelernt habe, vertrauen ihren Patienten nämlich nicht die Bohne. Sie machen Witze über deren Einfalt. Sie nennen sie "Patientengut".

      Grämen Sie sich nicht, sondern lernen Sie dazu! Vertraut Ihnen Ihr örtlicher Reisebürokaufmann? Hat Ihr Müllwerker eine emotionale Beziehung zu Ihnen? Würde sich Ihr Buchhändler für Sie aufopfern? Ärzte sind, ob Sie es glauben oder nicht, als Menschen nicht besser als Fernsehtechniker, Steuerberater, Rechtsanwälte, Tiefbauingenieure, Gartenbau-Unternehmer oder Richter. Das sogenannte "Vertrauen", das Sie ihnen entgegenbringen, gründet auf bloßer Angst, nicht auf Kenntnis. Sie wissen doch, dass "Doktor" keine Berufsbezeichnung ist, sondern eine akademische Würde, die man bei Medizinern für ein absolutes Minimum an wissenschaftlicher Kompetenz nachgeschmissen kriegt, sagen wir: für eine 30 Seiten lange Arbeit über die Unerweislichkeit eines Zusammenhangs zwischen Fußpilz und Nierenversagen.

      Mir gefällt der Bericht (Nieder mit der Ärzte-Korruption) sehr gut!
    • Bircan schrieb:


      Zum Thema Arzt-Patient-Vertrauensverhältnis hat Thomas Fischer seiner eigene Meinung !


      Es ist zwar ein Witz, aber zutreffend:

      Arzt zum Patienten: "Sie müssen mir vertrauen! Wenn Sie mit dem Flugzeug fliegen, vertrauen Sie dem Kapitän doch auch!"
      Patient: "Ja, aber der sitzt mit im Flieger...."


      ich glaube , der hippokratische Eid wird in Wirklichkeit nicht geschworen, oder?
      ist aber dennoch maßgeblich.
      Darin heißt es " Primum non nocere," - zuerst mal nicht schaden!
      als Bedingung für einen Arzt,
      von dem ich doch irgendwie mehr erwarte als von Reisebüroleuten, Müllmännern und Buchhhändlern .

      Mit freundlichen Grüßen
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Das ist ja das, was Thomas Fischer meinte: das Vertrauen beruht auf Angst. Als medizinischer Laie ist man abhängig von den Ärzten, und selbst wenn man sich als Autodidakt zu seinem eigenen Leiden ein extremes Expertenwissen erworben hat, ist man trotzdem abhängig vom medizinischen "Business", sei es, dass man ein Rezept braucht, operiert werden muss (meine Achillessehne hätte eine Änderungsschneiderin übrigens besser zusammengeflickt...), oder ein Attest braucht.
      Das Verhältnis Patient-Arzt ist kein Vertrauensverhältnis, sondern ein Abhängigkeitsverhältnis. Ich hoffe dann notgedrungen, dass der Arzt vertrauenswürdig ist, es bleibt mir ja nichts anderes übrig.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Vorsicht Operation

      "Vorsicht Operation - wie wir zu Kranken gemacht werden und was wir dagegen tun können" von Meike Hemschemeier 2015

      Klappentext:
      Die Jagd auf Patienten

      In Deutschland werden Menschen operiert, die keine Operation brauchen. .....Die Jagd auf operierbare Patienten wird öffentlich totgeschwiegen , in den Kliniken selbst hat sie aber nichts Heimliches. Sie ist methodisch, gut organisiert und Software- unterstützt.....

      mich hat schockiert, dass es wirklich im Stil : " Blinddärme hattten wir dieses Jahr schon genug, aber es fehlen noch 50 Hüftgelenke für dieses Jahr" gehen kann, und dass Ärzte oft keine Entscheidungsfreiheit haben in einem rein profitorientierten System.

      Da sehe ich auch die ganzen Adipositas- Op mit anderen Augen....

      während ambulant gilt: bezahlt wird nur, was auf einer Positiv- Liste steht,
      gilt für den stationären Bereich: Bezahlt wird alles, was nicht direkt verboten ist....:eek:

      Ein wirklich interessantes Buch.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Dass Krankenhäuser effizient sein müssen, damit sich das Haus für die Investoren lohnt, das bekommen die Ärzte natürlich auch als Arbeitsanweisung, da sollte man sich nichts vormachen. Und effizient sind halt gut bezahlte, einfache Eingriffe, nach denen die Patienten nach möglichst kurzer Zeit wieder entlassen werden können und am besten keine Nachsorge benötigen. Umgekehrt kann man davon ausgehen, dass man Patienten nach Möglichkeit nicht einfach zur Beobachtung oder Nachsorge auf Station behalten soll, weil das Krankenhaus dafür weniger Geld erhält.
      Das ist zum Beispiel auch bei Fehlgeburten so: In der Klinik wird einem danach oder auch bei verhaltener Fehlgeburt grundsätzlich zu einer Ausschabung geraten, weil "das Problem" danach fein säuberlich einen Abschluss findet und die Frau direkt nach Hause geschickt werden kann. Entscheidet man sich dagegen, muss man eine Erklärung unterschreiben, dass man ausdrücklich gegen den Rat des Arztes handelt, somit ist das Krankenhaus bei evtl. Komplikationen aus der Verantwortung, die Nachsorge ist dann ambulant bei der Frauenärztin zuhause, es erfolgt keine mehrtägige Beobachtung durch geschultes Personal.
      Dabei können Ausschabungen auch einiges kaputt machen und sind bei weitem nicht so häufig erforderlich wie sie vorgenommen werden, auch nicht bei verhaltener Fehlgeburt. Bei letzterer kann es einfach nur deutlich länger dauern, bis die eigentliche Abstoßung stattfindet. Leider erfolgt in der Hinsicht kaum Aufklärung, es wird im Gegenteil eher die Angst geschürt, dass "was zurückbleibt" oder "nicht rauskommt" und dann anfängt, in einem abzusterben oder sonst ein schwerwiegendes Risiko darzustellen, was umgehend durch die Ausschabung verhindert werden soll (als kleineres Übel). Gerade bei einer natürlichen Sache wie einer Fehlgeburt ist doch der Körper der Frau programmiert und weiß in der Regel, sich selbst zu helfen... Es ist schon schade, dass das eher als "Problem", "Risiko" oder krankheitsmäßig gesehen wird, als "trauriges Schicksal" vielleicht sogar - dabei sind Fehlgeburten eine häufige und alltägliche Sache.
      Nun ja.Wie auch immer - Krankhaus und Effizienz gehen zwangsläufig Hand in Hand, wenn auch nicht immer zum Besten des Patienten. Da hilft nur, sich vorher ausgiebig zu informieren und sich nicht bange machen zu lassen.

      Grüße
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • meien Erfahrung zu OP

      Also so vor einem Jahr war ich ja so verzweifelt, über meine zunehmende Inmobilität, daß ich mich "trotz besseren Wissens und gegen mein Gefühl" in so ein Adipozentrum begab.

      Eine Weile bin ich dann dort zur vorbereitenden SHG. Da ich aus der Ecke komme "sich erst mal mit seinen psychischen Baustellen auseinandersetzen und erkunden "warum man überhaupt dick ist" war es für mich erschreckend, daß es in der SHG darum überhaupt nicht ging.Es ging nur um die OP- was darf - kann - muß ich essen danach-davor- was muß ich mir an B Vitaminen spritzen- um Suppe eingefroren in Eiswürfelformen- war ein großes Thema-
      Die junge Frau, die irgendwie in die Leitungsposition gerutscht war , saß mir mit einer Flasche Cola Light gegenüber und ich dachte die ganze Zeit, wenn sie so ein Zeug trinkt, hat sie ja etwas wesentliches nicht kapiert und sollte man nicht , bevor man mit 29 so einen einschneidende OP macht erst mal anders an das Thema rangehen?

      Eine Bekannte, der ich vertraue in so Sachen, meinte- egal ob Du es machen willst- Du mußt diesen OA kennenlernen.Der drängt einen überhaupt nicht dazu , ist einfach "charismatisch" und hat "tolle" Ansichten.

      Leider war er es dann nicht, bei dem ich das vorbereitende Arztgespräch hatte sondern ein junger Arzt.
      Max. 35., Chirurg auf dem Weg die Karriereleiter hoch.
      Es wurde überhaupt nicht thematisiert, in Erwägung gezogen, daß Chirugie die allerletzte Maßnahme ist.Es wurden einem keine andern Angebote gemacht.Daß es in der Klinik zum B. eine angagierte Physioabteilung gibt, die ein Bewegungsprogramm für Moppels entwickelt hat und Kurse anbietet- habe ich nur durch Zufall erfahren.
      Wa heißt ja nicht Adipositas-Chirugie-Zentrum- sondern "nur Adipo-zentrum" da sollten einem ja dann auch andere Möglichkeiten aufgezeigt werden,; andere Unterstützung angeboten werden.

      Ich habe in der Klinik gearbeitet und habe da so meine Meinung/Erfahrung.
      Über junge Ärtzte die sich ein Thema rauspicken, darüber spezialisieren, über OP-Bücher- sie müßen nachweisen daß sie gewisse OP`s so und so oft gemacht haben, damit sie zum B. promovieren können.
      Sie haben also ein hohes Eigeninteresse daran, möglichst viele unters Messer zu bekommen.
      Das Gespräch beschränkte sich dann auch auf das Erklären wie es gemacht wird. Auf meine Fragen was das so emotional mit einem macht, wollte er nicht eingehen.
      Kurz "als Person, als Einzelschicksal fühlte ich mich nicht "gesehen" und erinnerte mich an Patienten in der HNO, wo ich einst arbeitete, die im hohen Alter noch unnötige Operationen ertragen mußten, weil der Herr Chirurg diese eine OP noch brauchte für seinen "Nachweiskatalog" und die dann, als sie nach der OP schwächelten sofort in eine andere Klinik abgeschoben wurden.
      So blieb die Erfolgsstastistik "rein"- OP erfolgreich- daß der Patient danach endgültig ein Pfelgefall war oder sogar starb, tauchte in der Klinikstatistik nicht auf.

      Dann erinnere ich mich auch zu gut an die vielen Besuche von Pharmareferenten und was man "halt so mitkriegt, als Pflegekraft, an Gemauschel."
      Also daß es viele andere Gründe gibt, möglichst viel zu operieren und der Grund Menschen helfen zu wollen dabei nicht gerade der 1. ist, war mir schon vor meinem Ausflug ins Adipo- zentrum klar.

      Diese Zentren sprießen überall und mittlerweile wird bald jeder Dicke darauf hingewiesen, daß er sich ja schlank operieren kann.
      Sogar viele Krankenkassen legen einem das mittlerweile als erstes nahe und sind nicht mehr bereit einem zum B. Reha zu zahlen.
      Meine Kasse lehne die Rehabilitation zur Verbesserung meiner Mobilität nun zum 2. mal ab. Die OP würden sie zahlen.

      Klar gibt es da wirtschaftliche Interessen und "Gemauschle" zwischen Kassen, Pharmafirmen, Chirurgen ecetera.

      Das zeigt schon der Umstand, daß in unserer Klinik für die AC eine eigene Station freigemacht wurde. Die wurde dann mit viel Geld umgebaut und den Bedürfnissen von "größeren-breiteren-schweren Menschen " angepaßt.
      Es gibt da auch immer Getränke umsonst und anderes wo man denkt- "wow das sollte es für alle Patienten geben".

      Es ist eine Station zwischen anderen, die auch mal dringend saniert werden müßten.
      Schon das Ambiente ist "schöner".
      Toll für die , die da Patient sind. Der Oberhammer ist, sie ist sogar voll klimatisiert die Station. Das ist sonst keine einzige in der Klinik.

      Das erwähne ich- weil letzten Sommer war ja heiß. Und eine Freundin lag, auf einer Station bei der Adipostations ums Eck, wo sie unter der Hitze sehr litt.
      Da man an ihr einen eklatanten Kunstfehler "verbrochen " hatte und sie nur deshalb wochenlang in der Klinik war, dachte ich immer- sie wurde auch noch ziemlich mies behandlet und man versuchte natürlich zu vertuschen, was geschehen war- also ich dachte "eigentlich müßte man ihr einen roten Teppich ausrollen und sie hoffieren.Es ihr so bequem wie möglich machen als Opfer von Kunstfehler."
      Statt dessen schwitzte sie bei 40 C in einem versieften Zimmer .
      Als ich dann jemanden aus der Adipo-Shg nach der OP besuchte und in ein auf kühle 20 C herunterklimatisiertes Zimmer kam - auf dem selben stockwerk- da hatte ich nur noch ne Wut im Bauch.

      Ich fand erstens meine Freundin gehört sofort auch in so ein klimatisiertes Zimmer und zweitens wurde mir bei Angesicht dieser gesponserten Station klar, was für ein Geschäft wir Dicken sind. Da stehen dann auch irgendwo kleine Hinweisschilder , welche Firmen so alles diese Station auf dem allerneusten, besten Standard gesponsert haben.

      Dass man mit AC also eindeutig Reibach machen will, war mir vorher klar- wurde mir da aber so richtig schön vorgeführt.

      Und ich kann nur sagen ich finde es zum :krank: