Fifty Shades of Essstörung

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    • Fifty Shades of Essstörung

      Ich habe die 3 Fifty Shades Bücher, um die so ein Wirbel gemacht wird, gelesen. For Science! :P Also für einen Online-Buchbesprechungsclub.

      Was für eine gequirlte Sch****

      Der Sex ist nun wirklich nicht das "Skandalöse" an den Büchern. Keine Ahnung, warum ausgerechnet das so aufgewirbelt wird.
      Neben sonstiger Unterdrückung, Mißhandlung, obszöner Anbetung von Geld (Kapitalismusporno), Stalking, permanenter Aggression und Angst sowie einfach grauenhaft schlechten Schreibstil springt einen aber jede zweite Seite etwas an, weswegen ich einen Thread hier im Forum eröffne:
      Essen. Bzw. Nicht-Essen.
      Ana, die Hauptdarstellerin, hat nämlich so gut wie nie Hunger. Und will nie was Essen. Wird aber von Christian, dem Angebeteten, jedes Mal dazu gezwungen. Natürlich wütend und aggressiv drohend.
      Ständig.
      Sie will aber nicht. Weil sie einmal nie Hunger hat und zum anderen ja auf keinen Fall zunehmen will, besser noch abnehmen, um für ihn attraktiv zu bleiben.

      In der Form und Häufigkeit und dazu in der schlechten Art und Weise, wie es beschrieben wird...... nagut, die Bücher als gesamtes sind unterhaltsam zu lesen, wenn man drauf steht, wütend gemacht zu werden.

      Ich verstehe nicht, wie das so einen enorm großen Erfolg haben kann.
      "My body is a cage
      That keeps me from dancing with the one I love
      But my mind holds the key"

      Peter Gabriel
    • Ich kann nur raten, da ich die Dinger selbst nicht gelesen habe. Ich habe nur mit Leuten gesprochen, die den Trash gelesen haben und dabei festgestellt, dass diese Romane wohl inhaltlich sehr nahe an sogenannten Groschenromanen sind, nur extremer in der Ausführung der Themen. Es geht also vornehmlich um sexuelle Fantasien. Auch um Fantasien, die Frauen nie umsetzen würden, ja ihren Liebhabern gegenüber nicht einmal ansatzweise zugeben würden. Dazu Klischees von Reichtum und Macht und merkwürdige Arten, Zuneigung zu zeigen. Dazu mag für manche Frauen auch gehören, dass ein Liebhaber sie gegen den eigenen Willen füttert, um sie so vor einer Magersucht zu bewahren. Offensichtlich können manche Menschen auch zwischen der Erregung bei Angst/Ekel und sexueller Erregung nicht auf Anhieb unterscheiden (daher auch schon mal der Ratschlag an Männer, Frauen beim ersten oder zweiten Date in einen Horrorfilm mitzunehmen - hört sich erfunden an, habe ich aber tatsächlich mal in so einem Ratgeber gelesen). Gewalttätigkeit wird zu Leidenschaft umdefiniert. So erkläre ich mir die Wirkung dieses Schriftguts auf ansonsten durchaus zurechnungsfähig erscheinende Frauen.

      Ja, ich habe tatsächlich schon mal Ratgeberliteratur für männliche Singles gelesen. :D
      [CENTER]Summ summ summ
      [SIZE=1](Honigbiene)[/SIZE][/CENTER]
    • Ich bin einfach mal neugierig geworden, denn ich bin eine große Leseratte, aber von diesen Büchern hatte ich noch nie gehört.
      Liegt wohl daran, dass ich mich bei meiner Bücherauswahl noch nie nach irgendwelchen Bestsellerlisten oder ähnlichem gerichtet habe.
      Wenn dann doch mal durch Zufall das eine oder andere Buch solcher Art dabei war, dann war es meist ein Geschenk von einem wohlwollenden Menschen, der weiß, dass ich gern lese und mir etwas Gutes tun wollte.
      Ich kann nicht behaupten, dass das, was offensichtlich sehr vielen Menschen gefiel auch automatisch mir gefallen hat.

      Ich wage mal einen Gedanken, der sich eventuell etwas hochnäsig anhören mag, aber ich könnte mir vorstellen, dass er auch auf die oben erwähnten Bücher zutrifft:

      Das "Volk" liebt es einfach. Etwas, was ohne großes Denken konsumiert werden kann, ist beliebt. Wenn es dann noch ein bisschen abartig ist und das Gefühl vermittelt, viel normaler, besser, anständiger, ordentlicher (etc.) als die Darsteller zu sein, dann ist es wie ein Streicheln des Ichs.
      Aus dem selben GHrund sind (oder waren, falls es sie gar nicht mehr gibt) auch diese unsäglichen täglichen Nachmittags-Talkshows so beliebt und erfolgreich.

      Ich habe mir von den obig erwähnten Büchern nur eine kleine Leseprobe "gegönnt". Zusammen mit dem, was meine Vorschreiberinnen berichten, reicht mir das absolut aus, mir diese Bücher nicht anzutun.

      Um den eventuell "hochnäsigen" Eindruck zu relativieren:
      Ich mag mich hier und da durchaus auch mal einfach nur berieseln lassen. Weder alle meine Bücher noch jede einzelne Fernsehstunde sind immer nur extrem anspruchsvoll. Nach einem schweren und anstrengenden Arbeitstag mag ich so etwas ab und zu mal ganz gern. Aber mein täglich Brot ist es nicht. Sicherlich nicht.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Guten Abend !

      Meist werden solche Bücher sowieso nur medial hochgepusht. Verkauft sich besser. Ansonsten hätte doch sowas niemand gekauft. Wenn man viel Geld in die WErbung steckt, wird der Konsument neugierig. Meistens jedenfalls. Nicht immer. Für mich ist dieses Buch eine reine Werbegeschichte. :cool:

      Schildkröte
    • Schildkröte schrieb:

      Meist werden solche Bücher sowieso nur medial hochgepusht. [...] Für mich ist dieses Buch eine reine Werbegeschichte. :cool:
      Neulich wurden im Rahmen einer Vebrauchersendung verschiedene große Buchanbieter gefragt, wie sie zu ihren Buchtipps des Monats etc. kommen. Direkt zugegeben hat es eigentlich niemand, aber es wurde unterschwellig deutlich, wie sehr da große Verlage Geld geben, um ein bestimmtes Buch, eine Buchserie oder einen Autor zu pushen. Damit erklärt sich auch, warum die verschiedenen Buchhitlisten verschiedener Zeitschriften und Buchhandelsunternehmen dermaßen unterschiedlich ausfallen. Da gibt es nur noch wenige erfolgreiche Selbstläufer.

      Aber zurück zum Thema, das Oriens eigentlicher Anlass für den Thread war: Es ist interessant, wie unterschiedlich man das Buch offenbar lesen kann. Die einen kommen sich herrlich verrucht vor, weil sie die Bücher vor allem wegen ihres angeblichen erotischen Inhalts konsumieren. Anderen fallen ganz andere Knackpunkte auf. Dass sich da offensichtlich eine derbe Essstörung durch die Bände zieht, wusste ich vorher nicht. Klingt aber nach Oriens Beschreibungen nach einem sehr deutlichen Unterton des Buches.
      Ich hatte mich aber köstlich über den wie immer herrlichen Denis Scheck und seinen Kommentar zu den "50 Shades" amüsiert. Da ist von "Schrottprosa zwischen zwei Buchdeckeln" und einem "Kapitalismusporno" die Rede und dass sich die Bände "in eine lange Geschichte der einhändigen Lektüren" einreihe. Hach, ich liebe seine Kommentare einfach.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
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    • Im Leewe nit würde ich mir diese Bücher kaufen.
      Ich habe mal aus Neugier im Buchladen darin geblättert - :eek:
      Damit meine ich nicht die Sexszenen. Obwohl ich nichts übrig habe für Sado-Maso. Ich habe Groschenhefte gelesen, die waren gegen dieses Geschreibsel literaturpreisverdächtig.

      Die Entdeckung von Orien finde ich allerdings interessant. Auch dass die Heldin Anstasia heißt - oder kurz Ana - gibt zu denken. Kann es sein, dass die Autorin ihre eigene ES verarbeitet?

      Sei es wie es ist, ich halte diese Bücher für eine Verschwendung von Rohstoffen.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Die Autorin selbst ist eher übergewichtig, was natürlich Essstörung nicht ausschließt.
      Auf jeden Fall macht es nicht frei von den üblichen Klischees und bizarren Wunschvorstellungen, die ja doch mainstreamfähig sind.

      Ich habe im ersten Durchgang nicht gezählt und hatte noch keine Lust es nochmal gezielt durchzugehen. Kommt evtl. noch. Im Februar ist unsere Besprechung zum Buch (bzw. dazu noch Fanfiction Phänomen) und dafür werde ich zumindest nochmal quer lesen für Zitate.

      Es war aber deutlich auffallend (nicht nur mir).

      Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen in der kompletten Trilogie, in der Ana von sich aus was isst oder mal Hunger bekundet. Sonst komplett am besten tagelang nichts und will dann auch nichts essen, mit unterschiedlichsten Begründungen gefolgt von "Befehlen" ihres Partners. Jetzt kontrolliert er ohnehin ALLES, so ist es ja nicht und das Essen/Essverhalten sicherlich nicht das schlimmste in diesem Werk.
      Aber doch auffallend genug, um es zu erwähnen.
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      Peter Gabriel
    • Genau das gleiche Phänomen ist mir auch aufgefallen, als ich die Bücher las. Ich schiebe da jetzt mal keine intellektuelle Entschuldigung vor: Ich hab die Bücher gelesen, weil ich die Umschläge und das grundsätzliche Thema ansprechend fand. Die Bücher waren allerdings nicht mein Fall, da sie eben wirklich wie härtere Groschenromane gestrickt sind (insbesondere Band 1).

      Die Tatsache, dass Christian Grey über Anas Essgewohnheiten bestimmen will, irritierte mich auch. Begründet wird es im Buch dadurch, dass Christian selbst als Kind oft hungern musst und zudem seine Mutter verlor (schwere Kindheit also). In der Folge will er nun Frauen kontrollieren, beschützen und dafür sorgen, dass immer genug gegessen wird. Warum aber die Autorin dieses Thema miteinfließen lies, ist mir nicht ganz klar.

      Ich habe allerdings eine Theorie: Die Bücher sind das Ergebnis einer Fanfiction zu Twilight. Christian Grey ist also ursprünglich der Vampir Erdward Cullen gewesen und Ana Stelle Bella Swan. In dem Szenario Vampir-Mensch wäre es gar nicht verwunderlich, wenn der Vampir, der nur noch Blut trinken kann, das Mädchen, das sich noch ganz normal ernähren kann, gern dabei beobachtet, wie es isst. Es wäre ein bisschen, als könnte er selbst wieder normales Essen kosten. Bella dagegen ist in diesem Szenario ständig in Gegenwart von jemandem, der nicht zu essen braucht und würde davon vielleicht so abgelenkt, dass sie selbst nicht mehr regelmäßig ans Essen denken würde.

      Wenn das die Vorlage für die Geschichte von Ana und Christian ist, sind das Essen/Nicht-Essen vielleicht Überbleibsel von Twilight, die schlecht verarbeitet wurden.
    • also ich muss sagen das ich die bücher alle drei so gut wie verschlungen hab. ich fand sie gut, aber da darf ja jeder ne andere meinung haben. ich finde es aber erstaunlich wie unterschiedlich die leute doch solche bücher interpretieren. für mich war in dem buch die beziehung zwischen ana und christian zentral, klar der sex gehörte dazu. aber das nun die kontrolle über anas essverhalten irgendwie was mit einer essstörung zu tun hat? ich denke das sollte einfach unterstreichen was für ein kontrollmensch christian ist. ich find es jedenfalls schade das die reihe zuende ist.
    • Tina schrieb:

      aber das nun die kontrolle über anas essverhalten irgendwie was mit einer essstörung zu tun hat? ich denke das sollte einfach unterstreichen was für ein kontrollmensch christian ist.


      Ich habe die Bücher nicht gelesen und mein Interesse daran es zu tun geht so gegen null, aber wenn ein Mensch sein Essen bzw. Essverhalten von einer anderen Person kontrollieren lässt, dann liegt da meiner Ansicht nach sicher eine Essstörung/psychische Störung vor.
      Und dies gilt nicht minder für den Kontrollierenden.
    • Die Esskontrolle von Christian ist nur ein Punkt.
      Auch sonst wird ja, aus der Sicht von Ana, alle paar Seiten was zum Thema Essen gesagt - und da in fast allen Fällen, dass sie gar keinen Hunger hat, sich ein paar Happen reinzwingt etc.
      Und (ich glaube es war Buch 3) dann auch mit Gedanken a la "Ist ganz gut, will ja dünn und attraktiv für Christian bleiben".

      Aber unabhängig davon
      @Tina - was fandest du denn an den Büchern bzw. der Beziehung von Ana/Christian so gut?
      Ich selbst kenne jetzt nur Leute, die sich furchtbar drüber aufregen und deshalb interessiert mich die andere Seite tatsächlich ;)
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      Peter Gabriel
    • ich fand die beziehung bzw die geschichte über die beziehung unglaublich fesselnd. wie sie trotz ihrer großen probleme nicht voneinander lassen können und es trotz der probleme versuchen. ich wollte einfach sehen wie sich diese beziehung von buch zu buch weiter entwickelt und der sex war dabei eigentlich nur nebensache. er versucht sich zu ändern und tut ja wirklich alles für sie , wenn auch auf eine komische art und weise ;)
    • Sie will aber nicht. Weil sie einmal nie Hunger hat und zum anderen ja auf keinen Fall zunehmen will, besser noch abnehmen, um für ihn attraktiv zu bleiben.


      Kommt das mit dem Abnehmen erst im zweiten Band vor?

      Ich habe nur den ersten gelesen und da fand ich es nachvollziehbar.
      Wenn ich ganz frisch verliebt war, hatte ich auch nie großen Hunger und essen im Gegenwart des Schwarms war unangenehm.


      Ansonsten denke ich das Buch kommt gut an, weil quasi ein Traummann beschrieben wird. Reich, sehr attraktiv, selbstbewusst, aber er kann auch zuhören oder geht auf sie ein.

      Und es zeigt warum einige Frauen eben nicht auf die "netten" Männer stehen.
      Ich versteh schon warum er besser ankommt als ein Mann der schüchtern ist und beim Sex ständig fragt: "Ist das gut so?"
    • Mondsteinhexe schrieb:

      Ich habe die Bücher nicht gelesen und mein Interesse daran es zu tun geht so gegen null, aber wenn ein Mensch sein Essen bzw. Essverhalten von einer anderen Person kontrollieren lässt, dann liegt da meiner Ansicht nach sicher eine Essstörung/psychische Störung vor.
      Und dies gilt nicht minder für den Kontrollierenden.


      Es geht da ja nicht um Feeding. Er möchte "nur" das sie regelmäßig normale Mahlzeiten isst und sich gesund ernährt.
      Ich könnte es zwar nicht haben, wenn mir jemand da rein redet, aber an eine Essstörung würde ich da nicht denken.

      Ich kenne das schon auch von realen Beziehungen, allerdings eher umgekehrt.
      Einer sagt: "Willst du das wirklich noch essen?"
      Oder "Muss es wirklich ein Burger sein, willst du nicht lieber das magere Putenfleisch?"
    • Lyssi schrieb:

      Es geht da ja nicht um Feeding. Er möchte "nur" das sie regelmäßig normale Mahlzeiten isst und sich gesund ernährt.


      Von Feeding war ja auch nicht die Rede.

      Ich finde, kein Mensch sollte einen anderen Menschen kontrollieren. Allein der Gedanke macht mich wütend!
      Viele hier wissen, was Kontrolle beim Essen auslösen kann. Bei mir z.B. eine Essstörung - nur dass es nicht die Kontrolle durch einen Mann war, sondern durch die Eltern.

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    • manche menschen wollen aber kontrolliert werden. ich finde das sollte jeder für sich selbst entscheiden.
      das buch kommt einfach gut an weil es einfach manche bedürfnisse der menschen anspricht. ich finde das ist der sinn eines buches.
    • Ich zitiere mal was Orien über dieses Thema im Buch zusammenfasste:

      Orien schrieb:


      Ana, die Hauptdarstellerin, hat nämlich so gut wie nie Hunger. Und will nie was Essen. Wird aber von Christian, dem Angebeteten, jedes Mal dazu gezwungen. Natürlich wütend und aggressiv drohend.
      Ständig.
      Sie will aber nicht. Weil sie einmal nie Hunger hat und zum anderen ja auf keinen Fall zunehmen will, besser noch abnehmen, um für ihn attraktiv zu bleiben.


      Das halte ich für ein gestörtes Verhalten - von beiden Beteiligten.

      Im Übrigen sprechen viele Veröffentlichungen, Themen, Bücher, Organisationen, Internetplattformen und so weiter und so fort eine Reihe menschlicher Bedürfnisse an - das heißt aber nicht, dass die Art und Weise der Aufbereitung der genannten Medien auch gefahrlos ist.

      Junge Frauen stehen unter einem enormen medialen Druck schlank und schön sein zu "müssen" und stehen diesem Druck oft recht kritiklos und ergeben gegenüber. Sie halten es womöglich für ihr ureigenes Bedürfnis diesem Ideal zu entsprechen.
      Wenn solche Frauen lesen, was die Protagonistin unternimmt und mit sich machen lässt in Bezug auf ihre Figur, könnte das eine völlig falsche Botschaft vermitteln und das halte ich für ungesund.

      Wenn die Hauptperson des Buches - mit so einem Verhalten (!) - auch noch Ana heißt - naja, dann kann ich nicht mehr an einen Zufall glauben.
      Die Pro Ana-Bewegung erfüllt auch vermeintliche Bedürfnisse (die, ihrer esssgestörten Anhängerinnen).
    • ich denke das ist alles interpretationssache. als ich die bücher gelesen habe, war es mir egal was mit dem essverhalten da ist und ehrlich gesagt ist mir da auch nichts krankhaftes dran aufgefallen. bei mir hat es eher das bedürfnis der zweisamkeit angesprochen. das ich auch gerne einen freund hätte der für mich da ist usw. natürlich nicht genauso wie christian ist , aber er hat ja auch viele gute seiten.
    • Habe wie gesagt nur das erste Buch gelesen, aber da schien es für mich nie so als wollte Ana unbedingt abnehmen. Und Christian wollte auch nicht ihr Gewicht kontrollieren, sondern dafür sorgen dass sie generell gesund lebt, genug schläft und eben auch regelmäßig isst.
      Sie lässt auch, finde ich, nicht alles mit sich machen, sondern sagt auch sehr deutlich was sie nicht möchte. Sexuell und auch sonst.
      Es gab ja auch Szenen, wo sie das Essen dann ablehnt.

      Wenn es in den anderen Bänden nicht ganz anders zugeht, dann verstehe ich die Aufregung nicht.

      Da gibt es in meinen Augen viel schädlicher Filme und Bücher.
    • Ich bin selbst auch recht heikel wenn es um Kontrolle beim Essen geht.
      Hab mich da als Kind auch oft kontrolliert gefühlt.

      Ich finde aber schon es ist ein Unterschied ob man von Personen kontrolliert wird von denen man abhängig ist (Eltern, Großeltern, Tante..) oder als Erwachsener von einem Sexpartner. Da hat man ja normal jeder Zeit die Chance Stop zu sagen.
    • ana hatte doch die möglichkeit stop zu sagen. im ersten band als der vertrag noch bestand zwischen den beiden, hätte sie jederzeit gehen können. aber das wollte sie nicht. und ab band zwei gab es garkeine regeln mehr. weder beim essen noch sonst wo. es waren alles ihre eigenen entscheidungen und wurde zu nichts gezwungen.

      und wie hier schon erwähnt wurde geht es vielen so das wenn sie eine trennung hinter sich haben oder liebeskummer haben einfach das essen weg lassen.

      ich habe mich nach den büchern und auch noch anderen büchern in denen es um die beziehung DOM und SUB geht, näher mit dem thema beschäftigt. und ich muss sagen da ist dieses buch echt noch harmlos gegen und es ist in dieser szene einfach so das der DOM die komplette kontrolle über den SUB hat.
    • Ana und Christian haben keine Dom/Sub Beziehung. Hätte er gerne am Anfang gehabt aber die ganzen Bücher drehen sich ja drum, dass Ana anders ist und er sich für sie ändert blablasülz.
      Das hat mit BDSM und Dom/Sub NICHTS zu tun.
      Auch seine ganze Stalkermasche, unter Druck setzen etc. ist ein Nogo.
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      Peter Gabriel
    • Hab jetzt den zweiten Band angefangen, aber inzwischen geht es mir nur mehr auf die Nerven.
      Christian hat wirklich so eine extrem besitzergreifende Art.

      Da wundere ich mich aber schon, dass so vielen Frauen dies gefällt, obwohl doch Feminismus sonst so vielen wichtig ist. ;)
    • Ich lese so gern und viel, aber durch den dritten Band quäle ich mich seit Monaten so richtig durch. Normalerweise wäre ich mit einem Buch diesen Umfangs innerhalb kurzer Zeit fertig, aber dieser Stoff ist so langatmig geworden. Der erste Band waren Sexfantasien, im zweiten kam etwas Spannung auf und der dritte Band ist...hm...kitschiges Alltagsgehampel. Schade drum.

      Die Probleme mit Anas Essgewohnheiten sind mir im dritten Band h#ufig aufgefallen. Immer wieder heißt es, sie wolle aus diesem oder jenem Grund nichts essen. Christian erinnert sie daher mehrfach daran.
    • da kann ich nur zustimmen, ich habe nur die ersten beiden bücher gelesen und fand absolut keine motivation mir das 3. zu kaufen! schrecklich, mir kam eher vor als wäre das alles wunschdenken der autorin: nie hunger und immer schlank, vergöttert und mit geld überhäuft zu werden, ohne das man etwas besonderes kann oder aufzuweisen hat. so fern der realität