Studien zu Diabetes/Diabetes-Risiko an der Charité

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  • Studien zu Diabetes/Diabetes-Risiko an der Charité

    Die Klinik für Endokrinologie am Charité-Klinikum Benjamin Franklin und das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (Potsdam-Rehbrücke) führen in den nächsten Jahren mehrere Studien zur Erforschung der Zuckerkrankheit (insbesondere Diabetes mellitus Typ 2) durch.
    Es handelt sich dabei NICHT um Medikamentenstudien; auch an bestehenden Therapien wird in den Studien nichts verändert.

    Die Forscher suchen interessierte Probanden, die an den Diät- und Ernährungsstudien sowie reinen Beobachtungsstudien teilnehmen möchten.

    Für die Untersuchungen sind geeignet:

    - Männer und Frauen ab 18 Jahren
    - mit hohem Risiko für späteren Typ-2-Diabetes (Übergewicht; Diabetesfälle in der Familie)

    oder

    - bestehendem Typ-2-Diabetes


    Folgende Studien finden statt:

    OPTIFIT - 2jährige Ernährungsstudie für Patienten mit hohem Diabetes-Risiko (aber noch ohne tatsächlichen Diabetes)

    DDIET - 12wöchige Ernährungsstudie für Patienten mit Typ-2-Diabetes (< 5 Jahre Erkrankungsdauer)

    DINA - 6wöchige Ernährungsstudie für Typ-2-Diabetiker, die große Insulinmengen benötigen

    PLIS - langjährige Beobachtungsstudie für Patienten mit hohem Diabetes-Risiko (aber noch ohne tatsächlichen Diabetes)

    GDC - langjährige Beobachtungsstudie für Typ-2-Diabetiker

    Je nach Studie gibt es einen kostenlosen Kursus zur Ernährungsberatung oder eine finanzielle Aufwandsentschädigung (bis 700 €); außerdem finden viele wichtige medizinische Untersuchungen dabei statt, so daß man als Proband auch mehr über den eigenen Gesundheitszustand erfährt.

    Die jeweiligen Studien haben zusätzlich weitere Teilnahmekriterien. Diese werden telefonisch mit den Interessenten besprochen.

    Wer mitmachen möchte oder Fragen zu den Studien hat, kann sich hier melden:

    Tel.: (030) 8445 - 4766 (Anrufbeantworter)
    E-Mail: diabetes@charite.de / endokrinologie@charite.de

    Klinik für Endokrinologie, Diabetologie & Ernährungsmedizin
    Campus Benjamin Franklin
    Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin
  • Das steht bei OPTIFIT auf ihrer Seite:

    Zum langfristigen Gewichtsmanagement und zur gesundheitsförderlichen Veränderung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens nehmen darüber hinaus alle Probanden an einem 12-monatigen Diabetespräventionskurs (insgesamt 12 Beratungen) teil.

    :ueberleg:...Gewichtsmanagement?

    P.S. oh, ich habe gerade was gelesen, dass mich überzeugt hat ;-)

    ...kostenlosen Kursus zur Ernährungsberatung...
  • Und das gibt es für die die noch kein Diabetes haben (Projekt PLIS)...juchuuu ich komme :gehschlafen:
    Dass zu PLIS (Prädiabetes Lebensstil Interventionsstudie)…Anschließend erhalten sie über einen mehrjährigen Zeitraum eine individuelle und intensive Lebensstilberatung zur Ernährungsumstellung und zur vermehrten körperlichen Bewegung.
  • DZD-Studien-Bln schrieb:

    ...
    Für die Untersuchungen sind geeignet:

    - Männer und Frauen ab 18 Jahren
    - mit hohem Risiko für späteren Typ-2-Diabetes (Übergewicht; Diabetesfälle in der Familie)

    ...

    Das glauben doch selbst informierte Ärzte nicht mehr: Übergewicht ist kein Risiko, geschweige denn, ein hohes Risiko für einen Diabetes Typ2. *erklärbärgeb*
    [SIZE=1]-[SIZE=1]O-[/SIZE][/SIZE]
  • Sonnenkuss schrieb:

    Das glauben doch selbst informierte Ärzte nicht mehr: Übergewicht ist kein Risiko, geschweige denn, ein hohes Risiko für einen Diabetes Typ2. *erklärbärgeb*


    Sicher nicht "jedes Übergewicht", da geb ich gern recht.
    Arnold Schwarzenegger hatte zu besten Trainingszeiten auch einen BMI von 33.

    Und sicher gibt es auch bei der richtigen Adipositas Unterschiede zwischen "dick" und "dick". Genau diese Unterschiede gilt es ja herauszufinden:

    Warum werden manche Dicken Diabetiker und andere nicht? Kann man das vielleicht bald sehr viel zeitiger abschätzen? Anhand welcher Untersuchungen und Messwerte?
  • DZD-Studien-Bln schrieb:



    Warum werden manche Dicken Diabetiker und andere nicht? Kann man das vielleicht bald sehr viel zeitiger abschätzen? Anhand welcher Untersuchungen und Messwerte?

    Was ist mit Schlanken?

    Mich persönlich -und wahrscheinlich noch so einige andere- würde nämlich wenn, dann interessieren, warum werden manche Menschen Diabetiker und andere nicht.

    Haben Sie auch Vergleichsgruppen, auf die die vorgebenen Kriterien (Übergewicht/familiäre Vorbelastung) nicht passen?
    [Body] Shaming doesn’t make people thin, or healthy. It just makes them hurt.
    [SIZE=1](Miss Rosie, Blogger)[/SIZE]
  • DZD-Studien-Bln schrieb:


    Kann man das vielleicht bald sehr viel zeitiger abschätzen? Anhand welcher Untersuchungen und Messwerte?


    Super, da werden sich die Pharamkonzeren freuen und sicherlich sofort Medikamente entwickeln oder bestehende schnell schnell im Text in der Wirkung anpassen. Das erinnert mich an die Aussage von Dr. G. Frank, dass die Messlatte, wo Diabetes anfängt, im Lauf der Zeit immer mehr runter kam und heute Leute Diabetes haben, die vor 20 Jahren als Gesund gegolten hätten. Und es erinnert mich daran, dass heute Leute mit Prädiabetes schon "in den Genuss" des vollen Programms kommen. :mad:

    Ganz genau.
    Ernährungsberatung: gratis.


    Donnerwetter, da kann man ja kaum nein sagen :ironie:

    LG Finchen
  • Ich frag mich gerade, was genau da für ne Ernährung beraten wird? Für "dicke Dummerchen", die nicht wissen, dass es Obst und Gemüse gibt? Oder doch etwas seriöseres? Und sind das dann wenigstens Experten, die sich mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien auskennen und da adäquate Tipps geben können? Da bin ich bis jetzt skeptisch. :cool:
    Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
  • sombra_blanca schrieb:

    Was ist mit Schlanken?

    Mich persönlich -und wahrscheinlich noch so einige andere- würde nämlich wenn, dann interessieren, warum werden manche Menschen Diabetiker und andere nicht.

    Haben Sie auch Vergleichsgruppen, auf die die vorgebenen Kriterien (Übergewicht/familiäre Vorbelastung) nicht passen?


    Ein schlanker Mensch ohne familiäre Vorbelastung hat ein so geringes Risiko, in absehbarer Zeit Diabetiker zu werden, daß man viel zu viele schlanke Leute testen und weiteruntersuchen müsste, um auch nur einen späteren Diabetiker darunter zu finden. Daher wird gezielt nach Übergewichtigen und Menschen mit familiärem Risiko gesucht.
  • Finchen schrieb:

    Super, da werden sich die Pharamkonzeren freuen und sicherlich sofort Medikamente entwickeln oder bestehende schnell schnell im Text in der Wirkung anpassen. Das erinnert mich an die Aussage von Dr. G. Frank, dass die Messlatte, wo Diabetes anfängt, im Lauf der Zeit immer mehr runter kam und heute Leute Diabetes haben, die vor 20 Jahren als Gesund gegolten hätten. Und es erinnert mich daran, dass heute Leute mit Prädiabetes schon "in den Genuss" des vollen Programms kommen. :mad:

    LG Finchen


    Das kann die Pharmaindustrie auch ohne die oben genannten Studien machen. Alle genannten Studien sind KEINE Medikamententests.

    Natürlich verändern sich Grenzwerte über die Jahre. Die Forschung bleibt ja nicht auf einem Wissensstand stehen. Die Entscheidung, wann Diabetes anfängt, beruht allein auf der Überlegung, ab wann der Noch-Gesunde/Schon-Patient vom Gesundheitswesen profitiert.

    Die steigende Lebenserwartung in Europa hat man zu großem Teil den Fortschritten in der medizinischen Behandlung von Alterserkrankungen zu verdanken. Unsere Studien wollen überprüfen, ob und inwieweit "gesunde Ernährung" eine medizinische Behandlung unnötig machen kann. Es geht also eigentlich eher weg von der Pharmaindustrie.
  • Nordlicht schrieb:

    Ich frag mich gerade, was genau da für ne Ernährung beraten wird? Für "dicke Dummerchen", die nicht wissen, dass es Obst und Gemüse gibt? Oder doch etwas seriöseres? Und sind das dann wenigstens Experten, die sich mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien auskennen und da adäquate Tipps geben können? Da bin ich bis jetzt skeptisch. :cool:


    In Berlin führt die Charité diese Studien durch, einige davon laufen noch an 4 weiteren führenden deutschen Universitätskliniken.
    Ich hoffe, da erübrigt sich die skeptische Frage, ob da Experten arbeiten und ob das seriös ist.
  • DZD-Studien-Bln schrieb:

    .....an 4 weiteren führenden deutschen Universitätskliniken.
    Ich hoffe, da erübrigt sich die skeptische Frage, ob da Experten arbeiten und ob das seriös ist.


    ...für mich ganz und gar nicht. Ich habe die äußerst schmerzvolle Erfahrung machen müssen, dass die "Experten", die mich an der Universitätsklinik hier "behandelten" nicht gerade seriös vorgingen... Nur weil es eine Universitätsklinik ist, heißt das noch lange nichts....
  • Ich finde es gut, dass DZD-Studien-Bln sich die Mühe macht, alles deutlich darzulegen. Seitens DZD-Studien-Bln besteht Interesse an einem Austausch und an Aufklärung, damit mögliche Studienteilnehmer im Voraus gründlich informiert sind. Das funktioniert nur in gegenseitigem Respekt.
    Schade, wenn einige dann anstatt inhaltlicher Auseinandersetzung lieber spitzfindige Auslegungen betreiben und es nicht schaffen, eine Diskussion auf Augenhöhe aufrecht zu erhalten.
    Dass vielleicht nicht immer zu 100% unser Geschmack getroffen wird mit den Formulierungen, sollten wir hinnehmen. Es mag viele Leute geben, denen beispielsweise an einer Ernährungsberatung gelegen ist, hier im Forum kommt so ein Art von Lockmittel nicht wirklich gut an. Dazu kennt man vom DZD-Studien-Team unsere Erfahrungen mit Bevormundung durch medizinisches Personal und Ärzte, ständiger Diätenaufschwatzerei oder anderen Geschichten nicht genug.
    [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
    an attempt to become better.
    — Mary Flannery O'Connor

    You must learn from the mistakes of others.
    You can't possibly live long enough to make them all yourself.
    — Sam Levenson
    [/CENTER]
    [/SIZE]
  • kampfzwerg schrieb:


    Erfahrungen mit Bevormundung durch medizinisches Personal und Ärzte, ständiger Diätenaufschwatzerei


    Das unterschreibe ich gern.

    Ohne vernünftige Forschung mit interessierten Teilnehmern wird sich aber leider weder das Gesundheitssystem verbessern, noch werden falsche Diättipps und das Alle-Dicken-über-einen-Kamm-scheren wirkungsvoll bekämpft.
    Unseren Studien geht es nun mal gerade darum, die Unterschiede zu erkennen. Uns ist klar, daß jeder eine individuelle Gesundheitssituation hat, ob dick oder dünn.
  • DZD-Studien-Bln schrieb:

    Das kann die Pharmaindustrie auch ohne die oben genannten Studien machen. Alle genannten Studien sind KEINE Medikamententests.

    Natürlich verändern sich Grenzwerte über die Jahre. Die Forschung bleibt ja nicht auf einem Wissensstand stehen. Die Entscheidung, wann Diabetes anfängt, beruht allein auf der Überlegung, ab wann der Noch-Gesunde/Schon-Patient vom Gesundheitswesen profitiert.

    Die steigende Lebenserwartung in Europa hat man zu großem Teil den Fortschritten in der medizinischen Behandlung von Alterserkrankungen zu verdanken. Unsere Studien wollen überprüfen, ob und inwieweit "gesunde Ernährung" eine medizinische Behandlung unnötig machen kann. Es geht also eigentlich eher weg von der Pharmaindustrie.


    Ich hab es auch nicht als Medikamententest verstanden. Aber es geht darum, dass die Pharmaindustrie gerne und schnell Medikamente verschreibt lässt durch die Ärzte. Und im "Wutbuch" von Dr. Frank kann man schön nachlesen, wie da Studien gemacht und interpretiert werden. Das hat nichts von profitieren vom Gesundheitswesen zu tun, es geht um's Geld, um sehr viel Geld. Wäre Diabetes eine seltene Erkrankungen, wären die Forschungsgelder deutlich weniger hoch, wenn denn überhaupt geforscht würde....

    Die steigende Lebenserwartung in Europa hat auch dazu geführt, dass Menschen heute an Krankheiten sterben, die mit dem hohen Alter zusammen hängen, wie eben Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs. Früher starben die Menschen z.B. bei der Geburt oder Kindbett, an Lungenentzündungen usw, weil eben die Medizin nicht so viel zur Hand hatte, um zu helfen.

    Unsere Studien wollen überprüfen, ob und inwieweit "gesunde Ernährung" eine medizinische Behandlung unnötig machen kann.


    Den Satz find ich so richtig Klasse:ironie:, man kann ihn nämlich so verstehen "wir wollen beweisen, dass wir Recht haben und gesunde Ernährung gut ist". Wobei noch definiert werden muss, was gesunde Ernährung ist und wer bestimmt, was gesund ist. Zumal es hier im Forum zum Allgemeinwissen gehört, dass gesunde Ernährung nicht für jeden gesund ist, sondern dass jeder Mensch ein persönliches Verdauungssystem hat und nicht alle Lebensmittel, die heute als gesund propagiert werden, verträgt. Es ist auch ein gutes Instrument, noch mehr Druck auf all jene zu machen, die sich dieser Ernährungsanschauung widersetzen. Überdies bin ich der Meinung, dass eine ernsthafte Erkrankungen möglicherweise mit einer an die Person und Krankheit angepassten Ernährung gemildert werden kann oder die Therapie gut unterstützt. Aber eine chronische Krankheit wie Diabetes niemals nur durch Ernährung alleine behandelt werden kann. Das mag vielleicht ganz am Anfang der Erkrankung noch funktionieren, aber später nicht mehr.

    LG Finchen
  • Mondsteinhexe schrieb:

    ...für mich ganz und gar nicht. Ich habe die äußerst schmerzvolle Erfahrung machen müssen, dass die "Experten", die mich an der Universitätsklinik hier "behandelten" nicht gerade seriös vorgingen... Nur weil es eine Universitätsklinik ist, heißt das noch lange nichts....


    Kann ich unterschreiben und gilt genau so für [ein] Unispital in [... der Schweiz...].

    LG Finchen

    Edit sombra_blanca: Bitte keine negativen Äußerungen zu genauen Krankenhäusern/Ärzten. Das bringt uns uU rechtlich in eine schwierige Lage. Bei Interesse bitte über PN nachfragen. Danke!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von sombra_blanca () aus folgendem Grund: Ort entfernt.

  • Finchen schrieb:

    Wobei noch definiert werden muss, was gesunde Ernährung ist und wer bestimmt, was gesund ist.


    Vielleicht wird genau dieser Punkt ebenfalls in der Studie ebenfalls adressiert.

    Auf jeden Fall halte ich es unterstützenswert, potenzielle Einflussfaktoren auf das Krankheitsgeschehen zu identifizieren, idealerweise mit Gewichtung, bzw. auszuschließen.

    Einer von vielen Einflussfaktoren kann die Ernährung sein, ein anderer der Sport. Nun bin ich zwar kein Typ II Diabetiker, aber seit fast 30 Jahren ein Typ I. Zumindest bei mir haben Ernährung und Sport definitiv Einfluss darauf, mit welchem Aufwand (= Insulinmenge) der Blutzucker im Normbereich zu halten ist. Meiner Erfahrung nach stehe ich damit nicht alleine da. Ein weiterer Einflussfaktor ist, ebenfalls basierend auf persönlicher Erfahrung, das Körpergewicht.

    Nur weil es nicht eine allgemeingültige Antwort und Erklärung für 100% der Betroffenen geben wird und kann, bedeutet das noch lange nicht, dass man deshalb gleich jede Forschung unterlassen oder bestimmte Ansätze per se als unzulässig ausschließen sollte. Ergibt sich im Zuge der Studie keine statistische Signifikanz, werden sie ohnehin eliminiert.

    Dogmatismus hilft nicht weiter, egal ob pro oder absolut kontra Einfluss der Ernährung bei Diabetes.
  • Finchen schrieb:

    Das hat nichts von profitieren vom Gesundheitswesen zu tun, es geht um's Geld, um sehr viel Geld. Wäre Diabetes eine seltene Erkrankungen, wären die Forschungsgelder deutlich weniger hoch, wenn denn überhaupt geforscht würde....


    Mag sein.

    Dennoch begrüße ich es als (indirekt) Betroffene, dass die Forschung vorangetrieben wird. Vielleicht ergeben sich neue Ansätze.

    Und sollte es je die Möglichkeit geben, mit vertretbarem gesundheitlichen Aufwand* Diabetes zu neutralisieren, wäre mir das viel wert. Klar, man kann gut mit Diabetes (Typ I) leben. Aber nur wenn man bereit ist, großen persönlichen Aufwand zu betreiben (Insulinpumpe, häufiges Messen des BZ, achtsamer Umgang was wann gegessen wird, welcher Sport in welcher Intensität betrieben wird, ärztliche Kontrollen, ...). In diesem Forum wird oft - zu Recht - ein entspannter Umgang mit Ernährung propagiert. Ich wünschte, ich könnte mir das auch hin und wieder erlauben.

    Daher: Viel Erfolg für die Studie!

    Edit:
    *Diabetes Typ I kann momentan durch Pankreastransplantation "geheilt" werden. Allerdings u.a. mit der Folge, dass sich durch die Immunspressiva das Krebsrisiko signifikant erhöht. Daher wird eine Transplantation des Pankreas derzeit im allgemeinen nur bei ebenfalls erforderlicher Nierentransplantation durchgeführt, durch die dann so oder so Immunsupressiva eingenommen werden müssen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Lucia () aus folgendem Grund: Angabe eines Beispiels für nicht vertretbaren gesundheitlichen Aufwand

  • Finchen schrieb:

    Das erinnert mich an die Aussage von Dr. G. Frank, dass die Messlatte, wo Diabetes anfängt, im Lauf der Zeit immer mehr runter kam und heute Leute Diabetes haben, die vor 20 Jahren als Gesund gegolten hätten. Und es erinnert mich daran, dass heute Leute mit Prädiabetes schon "in den Genuss" des vollen Programms kommen.


    Bist du mit den potenziellen Spätschäden von Diabetes vertraut?

    Ich habe mit Betroffenen gesprochen und deren Beschwerden gesehen. Lässt sich durch schärfere Grenzen und mehr Betreuung von Beginn weg ein wenig davon verhindern, fällt sehr viel persönliches Leid weg. Und auch, was ich immer wieder gehört habe, "dass man es besser gemacht hätte, wenn man sich der Folgen bewusster gewesen wäre".
  • kampfzwerg schrieb:

    Es mag viele Leute geben, denen beispielsweise an einer Ernährungsberatung gelegen ist, hier im Forum kommt so ein Art von Lockmittel nicht wirklich gut an.


    Der Vollständigkeit halber:

    Ernährungsberatung zielt nicht notwendigerweise einseitig auf Gewichstverlust ab. Gewichtsmanagement mag ein Teil des Programms sein, ein anderer Aspekt ist vermutlich das Krankheitsmanagement selbst.

    Erstaunlich viele Menschen, auch Diabetiker, sind nicht oder nur marginal mit den bei der Verdauung ablaufenden Stoffwechselprozessen vertraut und wissen daher zu wenig über den Zusammenhang zwischen Ernährung und Blutzuckerverlauf Bescheid. Fehlt dieses Wissen, können keine zielgerichteten Entscheidungen (angepasst an die eigenen Körpererfahrungen, nicht jeder reagiert 100% gleich) gemacht werden, und die Lebensqualität leidet durch zu hohe Blutzuckerwerte enorm. Sowohl kurzfristig durch Müdigkeit usw. als auch langfristig durch Spätschäden.

    Übrigens ist nicht nur nicht jeder Mensch gleich, selbst beim Individuum gibt es Variationen der Insulinsensitivität durch den circadianen Rhythmus, den weiblichen Zyklus, bei Erkrankungen, bei Stress, bei Medikamenteneinnahme (Cortison), ....

    Eine fundierte Enscheidung erfordert theoretisches Wissen und Erfahrung mit dem eigenen Körper. Fördert eine Beratung dies, umso besser!
  • DZD-Studien-Bln schrieb:

    Ein schlanker Mensch ohne familiäre Vorbelastung hat ein so geringes Risiko, in absehbarer Zeit Diabetiker zu werden, daß man viel zu viele schlanke Leute testen und weiteruntersuchen müsste, um auch nur einen späteren Diabetiker darunter zu finden. Daher wird gezielt nach Übergewichtigen und Menschen mit familiärem Risiko gesucht.


    Koennen Sie bitte darlegen, auf welche Statistiken sich diese Aussage bezieht? Das wuerde mich sehr interessieren. Wie hoch ist das Risiko bei "Normalgewicht" UND familiaeren Vorgeschichte? Und wie hoch ist das Risiko bei "Uebergewicht" UND keiner familiaeren Vorgeschichte? (Und alle logische Faelle dazwischen wuerden mich natuerlich auch interessieren.)

    "Normalgewicht" und "Uebergewicht" habe ich in Gaensefuesschen geschrieben, denn ich persoenlich lasse mir nicht von der WHO willkuerlich festgelegte BMI-Grenzen aufs Brot schmieren. Dieser Gedanke ist in diesem Forum auch eher die Regel als die Ausnahme. :cool:

    Auf das Wort "Ernaehrungsberatung" reagieren hier sehr viele Menschen sehr allergisch. Da erlebt man manchmal die tollsten Sachen... :eek:

    Ich habe ausserdem mehrfach gelesen, dass der Stress die Entstehung von Diabetes sehr beguenstigt. Der Stress macht es einem auch sehr schwierig, Ernaehrungsregeln durchzuhalten. (Stichwort: Selfish-Brain-Theorie.) Was nuetzt einem also die Ernaehrungsberatung in diesem Fall? Nichts, meines Erachtens. Eine Psychotherapie zur Stressreduktion haette mich da viel mehr angesprochen.

    Ausserdem habe ich von der Forschung ueber "gesunde und kranke Dicke" von Norbert Stefan gelesen. Er hat doch gezeigt, dass ungefaehr 30% aller dicken Menschen (a) nicht gefaehrdert sind und (b) von einer Lebensstilumstellung nicht profitieren. Ganz im Gegenteil, werden ihre Blutwerte durch eine Umstellung schlechter. Vielleicht passiert das wegen des Stresses, der mit einer Umstellung verbunden ist?

    Haben Sie vor, Menschen aufzuklaeren, dass eine Ernaehrungs- und Bewegungsberatung dieses Risiko bergen kann? Im schlimmsten Fall koennen Sie ja mit Ihrem Angebot einen gesunden Dicken in einen kranken Dicken verwandeln...

    Uebrigens, ich schliesse mich Kampfzwerg an: Ich finde es einfach super, dass Sie auf kritische Fragen antworten. :applaus: Wenn sie das noch eine Weile tun wuerden, waere ich hoch erfreut.