Stigmatisierung von Dicken

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    Bitte beachtet unsere überarbeitete Datenschutzerklärung sowie unsere ebenfalls überarbeiteten Forenregeln.

    • Stigmatisierung von Dicken

      Die Universität in Göttingen hat eine Studie durchgeführt - HIER zum Nachlesen

      Übergewicht allein als Folge von Willensschwäche und Faulheit anzusehen, sei wissenschaftlich widerlegt, erklärte Ellrott. Teile der Gesellschaft dürften Übergewichtige nicht länger als Menschen zweiter Klasse betrachten, sondern sollten ihnen ohne Vorurteile fair begegnen.

      Das ist wahr, Fairness wäre sehr wichtig.
    • Dabei helfe die Stigmatisierung den Übergewichtigen nicht und motiviere sie auch nicht zum Abnehmen. Im Gegenteil: Die Probleme verschlimmern sich. Stigmatisierung könne bei Übergewichtigen zu Depressionen und geringem Selbstwertgefühl führen, sagte der Forscher. Außerdem werde die Wahrscheinlichkeit des Abnehmens verringert.


      Und schon wieder abnehmen.............:mad:.

      Es fehlt der Öffentlichkeit das Wissen, was alles Übergewicht auslöst. Vielleicht wäre die Diskriminierung geringer, wenn die Leute wüssten, dass u.a. Kortison, Antidepressiva und Krankheiten Übergewicht verursacht und sie selber auch betroffen sein könnten.

      LG Finchen
    • Wie war das?
      es gibt Gazellen und Nashörner und beim abnehmen
      gibt es dann keine Gazelle, sondern ein abgemagertes Nashorn.

      ich merke es aber auch, wenn ich mit normalgewichtigen unterwegs bin,
      wie gedankenlos sie ihre Bemerkungen machen:
      "Fette weiber!" oder über einen dicken Mann, der gerade eine Bratwurst isst:
      "Der hat es gerade nötig!"
      das tut mir weh und ich würde am liebsten schreien:
      "Hey, ihr redet auch von mir!"
      dann Betroffenheit: "Nein, dich meinten wir nicht. Du hast doch durch Neuroleptika so zugenommen."
      Hallo - das habe ich aber nicht auf die Stirn gedruckt.
      Und die probleme meiner Mitmenschen kann ich nicht beurteilen.

      Besonders schlimm ist es, dass ich eine überaus schlanke Mutter und Schwester habe, die ablästern.

      liebe Grüße Lisa
    • ...All these factors reduce quality of life for vast numbers of overweight and obese people and have both immediate and long-term consequences for their emotional and physical health…and have both immediate and long-term consequences for their emotional and physical health.

      ...We’re working to draw attention to weight bias and develop strategies to address the issue with various groups, including young people, families, teachers, employers, and health care professionals.

      Ich drücke die Daumen, dass sich generell etwas ändert und vielleicht andere Länder aus diesem Beispiel lernen und ähnliches tun…Danke für den Link!
    • Finchen schrieb:


      Dabei helfe die Stigmatisierung den Übergewichtigen nicht und motiviere sie auch nicht zum Abnehmen. Im Gegenteil: Die Probleme verschlimmern sich. Stigmatisierung könne bei Übergewichtigen zu Depressionen und geringem Selbstwertgefühl führen, sagte der Forscher. Außerdem werde die Wahrscheinlichkeit des Abnehmens verringert.

      Und schon wieder abnehmen.............:mad:.

      Es fehlt der Öffentlichkeit das Wissen, was alles Übergewicht auslöst. Vielleicht wäre die Diskriminierung geringer, wenn die Leute wüssten, dass u.a. Kortison, Antidepressiva und Krankheiten Übergewicht verursacht und sie selber auch betroffen sein könnten.

      LG Finchen


      Ich verweise in diesem Zusammenhang mal eben kurz auf meine Signatur.
      In jedem Fall finde ich das nämlich unheimlich wichtig - ganz egal, was die Ursache von Übergewicht ist oder das Selbstverständnis derjenigen, die übergewichtig sind, es führt zu nichts positivem, wenn diese stigmatisiert/diskriminiert/"motiviert" werden.
      [Body] Shaming doesn’t make people thin, or healthy. It just makes them hurt.
      [SIZE=1](Miss Rosie, Blogger)[/SIZE]
    • Das Schämen in Bezug auf das Übergewicht ist aber auch „interessant“, denn warum schämen wir uns denn eigentlich? Ich sinniere jetzt mal…


      Ich schäme mich weil ich das Gefühl habe anders zu sein und von daher nicht ein Teil der Gesellschaft zu sein. Ich hatte noch vor einiger Zeit ein wahnsinniges Schamgefühlt, z.B. wenn ich in die Stadt ging, aber auch in anderen Situationen wäre ich am liebsten in den Boden versunken, so stark habe ich mich geschämt für mein Aussehen.


      Obwohl ich glaube, dass es auch ein Schamgefühl gibt, dass uns als Mensch wachsen lässt, denn ich kann mich als Kind/Jugendliche daran erinnern, dass ich durch bestimmte Scham-Situationen gelernt hatte mich anders zu benehmen…aber das war eher ein gesundes Schämen.


      Ich überlege gerade ob Scham und Peinlichkeit dasselbe sind. Wenn ich mir beide Situationen vorstelle, würde ich sagen Scham ist viel intensiver als eine Peinlichkeit, denn Scham kann ein fester Bestandteil werden, gerade wenn es auf eine Äußerlichkeit bezogen ist und ein tiefes Schamgefühlt geht bei mir auch immer mit einem Selbstwertverlust einher. Wohingegen die Peinlichkeit eher kommt und geht je nachdem was ich tue.

      Ich glaube, dass es fiese Menschen gibt die dicke Menschen Beschämen und Anprangern damit diese durch den Scham eine sehr tiefe Demütigung erleben die so weit gehen kann, dass der Scham die Kontrolle über den jeweiligen Menschen übernimmt. Mir ging es auf jeden Fall so, denn ich hatte eine Zeit in der ich mich so dermaßen geschämt hatte, dass ich schon kurz davor stand in eine Depression zu verfallen…wow, was ist das Schamgefühl doch für eine große Macht.

      Es ist heute nicht so, dass ich mich überhaupt nicht schämen würde, wenn ich in der Stadt rumlaufe, aber ich sehe es jetzt eher sachlich und weiß (fühle/sehe), dass alle Menschen unterschiedlich sind der eine schlank, der andere dick, wieder ein anderer sehr dick…

      Die Zeit in der ich mich über die Maßen für mein Dick sein geschämt hatte, ist glücklicherweise vorbei, aber als ich das Zitat von „sombra blanca“ gelesen hatte, war mir erst wieder richtig bewusst geworden, was das "ungesunde" Schamgefühl anrichten kann.

      Es ist wichtig, denke ich, dass man ein sehr starkes Schamgefühl, weil man dick ist, bewusst angeht und daran arbeitet dieses in ein gesundes Maß zu verwandeln.
    • Body Shaming bedeutet eigentlich, dass jemand aktiv den Körper einer anderen Person beschämt, also abwertet, kritisiert, kommentiert und dies auch verbalisiert. Edit: Vielleicht trifft es "bloßstellen" besser.

      Ich glaube, dass es fiese Menschen gibt die dicke Menschen Beschämen und Anprangern damit diese durch den Scham eine sehr tiefe Demütigung erleben die so weit gehen kann, dass der Scham die Kontrolle über den jeweiligen Menschen übernimmt.
      So in etwa ist das Zitat gemeint.

      Also in Übersetzung: "Das Anprangern von Körpern macht Leute nicht dünn oder gesund, es macht nur, dass sie verletzt sind."
      [Body] Shaming doesn’t make people thin, or healthy. It just makes them hurt.
      [SIZE=1](Miss Rosie, Blogger)[/SIZE]
    • Ich hatte das auch auf das Verbalisieren bezogen und das der Beleidigte durch die Häufigkeit von verbalen Beleidigungen ein immer größer werdendes Schamgefühl entwickelt...auch eine Art Verletzung.
    • sombra_blanca schrieb:

      Body Shaming bedeutet eigentlich, dass jemand aktiv den Körper einer anderen Person beschämt, also abwertet, kritisiert, kommentiert und dies auch verbalisiert. Edit: Vielleicht trifft es "bloßstellen" besser.

      So in etwa ist das Zitat gemeint.

      Also in Übersetzung: "Das Anprangern von Körpern macht Leute nicht dünn oder gesund, es macht nur, dass sie verletzt sind."


      Wobei manche Leute wirklich eine Antenne dafür haben, wer sich beschämen lässt, und wer nicht. Und wenn ich einen wirklich wirklich guten Tag habe, dann kann ich solche Leute frech und selbstbewusst angrinsen, wenn sie mich von oben bis unten mustern.

      LG Finchen
    • Nicht einmal die tatsache, dass manche Medikamente dick machen führt zum einlenken. ich habe einer Krankenschwester erklärt, ich hätte durch neuroleptika fast 50 Kilo zugenommen. ihre reaktion: "Aber Sie bestimmen doch, was Sie essen!" Sie hält den verweis auf Medikamente für eine blöde Ausrede. Wenn schon medizinisches Personal so denkt, wie erst die Normalbevölkerung.
      liebe Grüße Lisa
    • Lisa Cortez schrieb:

      Nicht einmal die tatsache, dass manche Medikamente dick machen führt zum einlenken. ich habe einer Krankenschwester erklärt, ich hätte durch neuroleptika fast 50 Kilo zugenommen. ihre reaktion: "Aber Sie bestimmen doch, was Sie essen!" Sie hält den verweis auf Medikamente für eine blöde Ausrede. Wenn schon medizinisches Personal so denkt, wie erst die Normalbevölkerung.
      liebe Grüße Lisa


      Ja, diese Reaktionen kenne ich auch - und leider sind auch Krankenschwestern, sogar Ärzte dahingehend etwas doof! Ich drücke es einfach mal so krass aus, weil so etwas eigentlich nicht sein darf, dass ich einem Arzt etc, erklären muss, welche Nebenwirkungen manche Medis haben können.

      Genauso stößt mir immer wieder folgende, bitterböse und zynische Bemerkung auf, wenn es um übergewichtige Menschen geht. Egal ob im Fernsehen oder mittenmang in einer Unterhaltung. Gerne verwendet wird dann: "gell, du hast es an den Drüüüüüsen......? (danach folgt immer ein abwertendes Kichern) :mad:
    • Elisabeth schrieb:

      und leider sind auch Krankenschwestern, sogar Ärzte dahingehend etwas doof!


      Obwohl ich auch schon viele negative Erfahrungen mit medizinischem Personal gemacht habe, mag ich solche Verallgemeinerungen nicht.

      Ich werde derzeit von einem interdisziplinärem Team behandelt und mache durchweg positive Erfahrungen in Bezug auf die Sichtweise zu meinem Gewicht und meiner Zunahme aufgrund von Medikamenten.
    • Mondsteinhexe,

      dann mildere ich meine Aussage etwas ab, und beziehe das nur
      auf die Ärzte und ärztliches Personal, mit dem ich in dieser Weise schon schlechte Erfahrungen gemacht habe. :)
    • Hallo Elisabeth :five:,

      Danke, es gibt halt beide "Sorten" und manchmal muss man lange suchen bis man die richtigen Ärzte findet, was natürlich schade ist. Es wäre schöner, wenn man eine gewisse(n) Offenheit und Wissensstand erwarten könnte. Ich habe auch lange suchen müssen, aber jetzt fühle ich mich gut aufgehoben.

      Viele Grüße
      Mondsteinhexe
    • Mit geht es wie Mondsteinhexe. Ich musste auch lange suchen, bis ich einen guten Endokrinologen gefunden habe, der auch noch in relativer Nähe wohnt.

      Morgen muss ich zu einem neuen Venenspezialisten und auf Grund meiner Erfahrungen mit Ärzten, vor allem Endokrinologen, bin ich jetzt schon auf Krawall gebürstet, weil ich mir schon im Vorfeld überlege, was ich da wieder zu hören kriege.

      @ Lisa, so was macht mich richtig richtig stinksauer.

      LG Finchen
    • Besondere "Begeisterung" hat bei mir eine Ärztin hervorgerufen, die immer lange Vorträge zum Thema abnehmen hielt, und mir ein blutdrucksenkendes Mittel verschrieb, welches den Stoffwechsel verlangsamte :eek:
      Ich hab ganz schnell eine neue Ärztin gesucht und glücklicher weise gefunden, die gründlich untersucht, nicht nervt (egal ob Übergewicht, Rauchen oder Couchpotatoe), sich aber freut, wenn man eine Änderung zur gesünderen Lebensweise schafft (bin seit 18 Monaten Rauchfrei).