Wenn Essen das Leben bestimmt

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    • Wenn Essen das Leben bestimmt

      Ich mach hier auch mal einen Thread auf. Als Kind empfand ich Naschen immer als Zuneigungsbezeugung der Mutter, die mir nie gesagt hat, dass sie mich lieb hat. Stattdessen stellte sie Näschereien hin. Damals bin ich noch gewachsen, und auch das heimliche Naschen schlug nicht auf die Hüften.

      Nachdem ich nicht mehr zum Schulsport musste in der Ausbildung, fing ich an, zuzunehmen. Ich bin kein sportlicher Typ, und als ich den Führerschein hatte, fuhr ich auch nicht mehr mit dem Rad. Es fehlte also schlicht die Bewegung, und dummerweise bin ich ein Sportmuffel, wenn ich nicht Rad fahre. Nun ist mein neues Fahrrad für mich zu filigran, das heißt es hält mich nicht mehr aus. Es steht seit 5 Jahren ungenutzt in der Garage.

      So begann meine Diätkarriere, immer nahm ich zwar ab, aber auch wieder zu, und immer nahm ich mehr zu, als ich abgenommen hatte. Bis ich 1,50 m zum Quadrat geworden bin. Das war 2006. Dazu hatte ich Antidepressiva, die solche Heißhungerattacken auslösten, dass mein Körper nur noch Schmerz signalisierte, als ich Hunger bekam, und dann sofort gefüttert werden musste. Ich habe ihn derart gemästet, dass ich auf dem Schützenfest nicht mehr ins Karussell passte und mich nur noch mithilfe von Armprothesen waschen oder die Wäsche aus der Maschine holen konnte. Das sind dann Sachen wie Grillzange (einen Greifer habe ich nicht gefunden), Handfeger und Kehrblech mit langem Griff usw.

      Mein Spiegelbild weckt in mir die grausigsten Phantasien. Es weckt keine Lust mehr, weder auf Sex noch auf andere sportliche Aktivitäten. Kegeln gehe ich hin und wieder, und manchmal kann ich mich auch zum Schwimmen aufraffen, aber leider nur manchmal, ich wünschte ich hätte das Durchhaltevermögen von 2005 und würde wieder so einiges abnehmen.

      Tja Sex war für mich immer nur ein sportlicher Akt, anfangs hatte der auch mit Zärtlichkeiten zu tun, heute ist es nur noch Paarungsritual. Ein Glück, dass mein Mann auch keine Lust hat. Essen war bisher für mich Liebesersatz, ich habe gegessen, wenn es mir schlecht ging, und ich esse, wenn ich Langeweile habe oder beim Lesen oder Fernsehen. Das ist für mich ne Art Genuss. Ich habe Binge Eating schon seit über 20 Jahren, zwischendurch hatte ich immer mal längere Phasen, in denen ich abnehmen konnte und nur selten Fressanfälle bekam. Heute schaffe ich den Absprung nicht mehr, so nenne ich es. Es ist zum größten Teil die Angst vor dem Scheitern und der erneuten Gewichtszunahme. Zum Teil bin ich auch einfach nur noch schwach und verzage angesichts des langen, schweren Weges des Verzichts und der Selbstkasteiung, die eine Diät für mich bedeutet. Es bedeutete immer, zu essen, was einem nicht schmeckt, und sich abzustrampeln, damit die Pfunde endlich purzeln.

      So das ist meine Geschichte. Heute muss ich Utensilien in den Koffer packen, die ich zum Duschen brauche, aus speziellen Katalogen Kleidung bestellen, Schuhe ohne Schnürsenkel kaufen, kann auf dem Schützenfest nur noch ins Riesenrad gehen, obwohl ich die anderen Fahrgeschäfte viel schöner fand, usw. Sehe nicht mehr fotogen aus und bin froh, wenn keiner von mir ein Foto macht. In der Disco schocke ich nur noch mit Grusellinsen und Haarteilen mit Skeletthandspangen, weil ich sonst einfach nur schlecht aussehe. Wenn schon grottenhässlich, dann mache ich mich richtig zur Horrorfrau, dann ist mir alles egal, dann sollen die Leute eben sofort weg gucken oder weiter gaffen oder mich nach einer Gastrolle im Horrorfilm fragen.

      Im Haushalt komme ich auch nicht mehr so richtig klar, hole mir Hilfe, so viel es geht, lange Zehennagelscheren usw., Strumpfanzieher und und und. Tatsache ist: Ich will abnehmen, nicht wegen dem Aussehen. Ich hab hohen Blutdruck, ne massive Insulinresistenz, und ne Schilddrüsenunterfunktion. Für alles nehme ich Tabletten, weiß aber, dass ich meine Gesundheit und den Alltag durch Abnehmen bessern könnte. Leider kann ich einfach nicht den Mut dazu finden. Da finde ich eher Mut zur Hässlichkeit und der Annahme, dass mein Leben zwar kürzer, aber genussvoller sein wird, sieht man von den Dingen ab, die ich durch mein Übergewicht nicht mehr genießen kann, und das ist ja nicht allzu viel. Sex z. B. ist keine Notwendigkeit und erst recht kein Genuss mehr, es sei denn man hat den richtigen Partner. Mir kommts im Zusammenleben aber nicht darauf an, sondern auf die Harmonie, die Gemeinsamkeiten, die man sonst hat.

      Na das ist ja ein Handtuchpost geworden. Sollte jemand es schaffen, ihn zu lesen: Meinen Nick habe ich wegen der Einschlafstörungen. Ich bin ein Nachtmensch, der spät ins Bett geht und spät aufsteht.

      Grüße aus der dunklen Nacht
      DracuLara
    • DracuLara, ich habe Deine Geschichte gelesen (und unten auch Stichweorte dafür vergeben) und verstehe einen Teil Deines Frusts, zumal Du durch Dein Gewicht eingeschränkt zu sein scheinst. Vor allem aber wundere ich mich darüber, dass Du immer wieder vom Abnehmwunsch sprichst, aber nie davon, Dich richtig mit Deinem Binge Eating auseinander zu setzen, das Du mehr im Nebensatz erwähnst - denn das Problem BE ist durch eine Diät ja keinesfalls aus dem Weg geräumt, dazu ist eine ganz andere Form von Arbeit notwendig! Dafür solltest Du Dir professionelle Hilfe suchen.
      Abnehmen willst Du angeblich nur aus gesundheitlichen Gründen, bringst aber immer wieder das Stichwort Hässlichkeit und machst Dich noch zusätzlich runter, indem Du offenbar meinst, durch bizarres Styling Aufmerksamkeit auf Dich ziehen zu müssen.
      Wir sind hier ein Forum für Selbstakzeptanz, wir sehen Diäten nicht als Mittel der Wahl, um sich einem von Medien propagierten Bild anzugleichen und um sich gesellschaftlich akzeptiert zu fühlen. Wir möchten jeden einzelnen darin bestärken, dass er/sie weit mehr wert ist und dass wahre Schönheit im Auge des Betrachters liegt, aber nicht in den BMI-Vorgaben und gephotoshoppten Fotos. Wenn Du aber meinst, mit einer Diät Deiner Gesundheit Gutes zu tun, ist es Deine Entscheidung, ein ausgewogenes Maß an Gewichtsreduktion und Bewegung zu finden.
      Vielleicht gelingt es Dir ja, Dich ein wenig darauf einzulassen, was Du aus diesem Forum für Dich selbst an Bestärkung ziehen kannst.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
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    • Draculara schrieb:

      Ich mach hier auch mal einen Thread auf. Als Kind empfand ich Naschen immer als Zuneigungsbezeugung der Mutter, die mir nie gesagt hat, dass sie mich lieb hat.


      Das ist sehr schlimm, denn eine Mutter kann Kraft fürs Leben geben. Umso mehr musst du heute Kämpfen und der Eine hat ein leichteres Leben und der Andere hat ein schwereres Leben, leider zählst du, wie ich auch, zu der zweiten Kategorie.

      zu hatte ich Antidepressiva, die solche Heißhungerattacken auslösten, dass mein Körper nur noch Schmerz signalisierte, als ich Hunger bekam, und dann sofort gefüttert werden musste.


      Wenn du diese Medikamente heute noch nehmen musst, dann wäre es doch besser dich auf andere Medikamente umstellen zu lassen…..!?

      Ich habe ihn derart gemästet, dass ich auf dem Schützenfest nicht mehr ins Karussell passte.....


      Also in ein Karussell passen so einige Leute nicht rein, deshalb würde ich mir keine Vorwürfe machen.

      Mein Spiegelbild weckt in mir die grausigsten Phantasien.

      Also wenn ich vor dem Spiegel stehe dann sehe ich auch keine Elfe, aber ich sehe einen netten, witzigen und lebenslustigen Menschen. Ich weiß man kann nichts erzwingen, aber vielleicht kannst du dir doch Hilfe holen damit dein Selbstbild nicht so „grausig“ ist.


      Essen war bisher für mich Liebesersatz, ich habe gegessen, wenn es mir schlecht ging, und ich esse, wenn ich Langeweile habe oder beim Lesen oder Fernsehen. Das ist für mich ne Art Genuss.


      Dass wäre doch ein Ansatz mit deinem Mann in ein Gespräch zu kommen. Essen kann auf jeden Fall ein Genuss sein, aber nur solange ich mir nicht damit schade!


      Ich habe Binge Eating schon seit über 20 Jahren, zwischendurch hatte ich immer mal längere Phasen, in denen ich abnehmen konnte und nur selten Fressanfälle bekam.


      Wenn du eine Diagnose hast, dann bist du doch in Behandlung oder wenigstens schon gewesen!?
      Heute schaffe ich den Absprung nicht mehr, so nenne ich es. Es ist zum größten Teil die Angst vor dem Scheitern und der erneuten Gewichtszunahme. Zum Teil bin ich auch einfach nur noch schwach und verzage angesichts des langen, schweren Weges des Verzichts und der Selbstkasteiung, die eine Diät für mich bedeutet.

      Das ist keine Angst, dass ist gesunder Menschenverstand der aus dem Diäten etwas gelernt hat!!!


      Wenn schon grottenhässlich, dann mache ich mich richtig zur Horrorfrau, dann ist mir alles egal, dann sollen die Leute eben sofort weg gucken oder weiter gaffen oder mich nach einer Gastrolle im Horrorfilm fragen.


      Es ist schlimm, wenn sich Menschen „nur“ weil sie dick sind, als hässlich oder schlimmeres bezeichnen……ich sage es mal wieder: man ist hässlich, wenn man hässliches tut und nicht weil man dick ist. Versuche einmal die gesellschaftliche Normen beiseite zu schieben und dir vorzustellen, du lebtest in einer Gesellschaft in der das freundliche Miteinander der wichtigste Indikator für Schönheit ist….na, wie schön wärst du dann!?


      Ich hab hohen Blutdruck, ne massive Insulinresistenz, und ne Schilddrüsenunterfunktion. Für alles nehme ich Tabletten, weiß aber, dass ich meine Gesundheit und den Alltag durch Abnehmen bessern könnte.

      Ich glaube es würde dir schon besser gehen, wenn du dir nicht ständig diesen Druck machen würdest.
    • savoir-vivre schrieb:




      Wenn du diese Medikamente heute noch nehmen musst, dann wäre es doch besser dich auf andere Medikamente umstellen zu lassen…..!?


      Nein, die nehme ich schon seit 5 Jahren nicht mehr. Mit der neuen Kombination bin ich zumindest die Hungerschmerzen los, die Freßattacken leider nicht.


      savoir-vivre schrieb:


      Also in ein Karussell passen so einige Leute nicht rein, deshalb würde ich mir keine Vorwürfe machen.




      Es ist schlimm, wenn sich Menschen „nur“ weil sie dick sind, als hässlich oder schlimmeres bezeichnen……ich sage es mal wieder: man ist hässlich, wenn man hässliches tut und nicht weil man dick ist. Versuche einmal die gesellschaftliche Normen beiseite zu schieben und dir vorzustellen, du lebtest in einer Gesellschaft in der das freundliche Miteinander der wichtigste Indikator für Schönheit ist….na, wie schön wärst du dann!?


      Ich glaube es würde dir schon besser gehen, wenn du dir nicht ständig diesen Druck machen würdest.


      Lieber würde ich den Leuten Angst machen, als sie dazu aufzufordern, dumme Sprüche zu reißen oder hinter meinem Rücken zu tuscheln. Darum mache ich mich immer für die Gothic-Szene zurecht. Wie schön wäre ich im freundlichen Miteinander... vor welchen Fratzen würde ich dann weglaufen? Und vor wievielen... :eek:

      Lieber Horroroutfit als ein freundliches Gesicht. Die meisten Leute trauen sich dann nicht, mich anzusprechen.

      Nächtliche Grüße
      DracuLara
    • Draculara schrieb:

      Lieber würde ich den Leuten Angst machen, als sie dazu aufzufordern, dumme Sprüche zu reißen oder hinter meinem Rücken zu tuscheln.

      Wem macht man denn heute noch mit "Grusellinsen und Haarteilen mit Skeletthandspangen" Angst!?


      Wie schön wäre ich im freundlichen Miteinander... vor welchen Fratzen würde ich dann weglaufen? Und vor wievielen... :eek:

      Verstehe ich dich jetzt richtig, du empfindest freundliche Gesichter als Fratzen?
    • Draculara schrieb:


      Lieber Horroroutfit als ein freundliches Gesicht. Die meisten Leute trauen sich dann nicht, mich anzusprechen.


      Damit nimmst du den anderen Meschen aber auch die Möglichkeit freundlich auf dich zuzugehen... du schießt dich damit ein Stück weit selbst ins Aus.
    • Mondsteinhexe schrieb:

      ... du schießt dich damit ein Stück weit selbst ins Aus.
      Meinem Gefühl nach will sie leider genau das erreichen, vielleicht sogar als Selbstbestätigung für ihre Hässlichkeitstheorie.
      Ich kenne einige, die eine gewisse Griesgrämigkeit vor sich her tragen und damit letztlich oft Schüchternheit und Unsicherheit im Umgang mit anderen zu verbergen versuchen. Wenn man nicht angesprochen wird, kommt man auch nicht in die Verlegenheit, auf jemanden reagieren zu müssen.
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      — Mary Flannery O'Connor

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      — Sam Levenson
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    • Nee Savoir-Vivre hat doch geschrieben: "Versuche einmal die gesellschaftliche Normen beiseite zu schieben und dir vorzustellen, du lebtest in einer Gesellschaft in der das freundliche Miteinander der wichtigste Indikator für Schönheit ist….na, wie schön wärst du dann!?"

      Das habe ich beantwortet mit:"Wie schön wäre ich im freundlichen Miteinander... vor welchen Fratzen würde ich dann weglaufen? Und vor wievielen... :eek:"

      So war das gemeint. Und die Angst davor, angesprochen zu werden, ist nicht der einzige Grund dafür. Ich will so aussehen, wie ich mich meistens fühle: Eben schaurig. :cool: Untot. Zur Zeit bin ich in ner depressiven Phase, ich bin manisch-depressiv. In manischen Phasen gehe ich oft und lange aus, natürlich auch in ähnlichen Outfits, die Grusellinsen sind nicht immer dabei.

      Grüße aus der Dunkelheit
      DracuLara
    • Draculara schrieb:

      So war das gemeint. Und die Angst davor, angesprochen zu werden, ist nicht der einzige Grund dafür. Ich will so aussehen, wie ich mich meistens fühle: Eben schaurig. :cool: Untot. Zur Zeit bin ich in ner depressiven Phase, ich bin manisch-depressiv. In manischen Phasen gehe ich oft und lange aus, natürlich auch in ähnlichen Outfits, die Grusellinsen sind nicht immer dabei.

      Grüße aus der Dunkelheit
      DracuLara


      Ich gebe zu, ich kann das nicht nachvollziehen, aber das muss ich ja auch nicht.

      Du schreibst von einer Binge-Eating Essstörung und von einer bipolaren Störung. Machts du denn eine Therapie?

      Das sind beides Störungen, die behandelt werden sollten - meiner Meinung nach.
    • draculara schrieb:

      Das habe ich beantwortet mit:"Wie schön wäre ich im freundlichen Miteinander... vor welchen Fratzen würde ich dann weglaufen? Und vor wievielen... :eek:"

      So war das gemeint. Und die Angst davor, angesprochen zu werden, ist nicht der einzige Grund dafür. Ich will so aussehen, wie ich mich meistens fühle: Eben schaurig. :cool: Untot. Zur Zeit bin ich in ner depressiven Phase, ich bin manisch-depressiv. In manischen Phasen gehe ich oft und lange aus, natürlich auch in ähnlichen Outfits, die Grusellinsen sind nicht immer dabei.


      Naja, es geht anscheinend darum, sein Ich nach außen ausdrücken zu wollen.
      Das ist ja dein gutes Recht. Und ehrlich gesagt wäre ein Freundlichkeitszwang jetzt auch für mich nichts Erstrebenswertes.

      Aber ob auf Dauer diese Extreme wirklich gut für dich lebbar sind, steht ja auf einem ganz anderen Blatt.
      [SIZE=2]Liberté toujours![/SIZE]
    • Mondsteinhexe schrieb:

      Ich gebe zu, ich kann das nicht nachvollziehen, aber das muss ich ja auch nicht.

      Du schreibst von einer Binge-Eating Essstörung und von einer bipolaren Störung. Machts du denn eine Therapie?

      Das sind beides Störungen, die behandelt werden sollten - meiner Meinung nach.


      Die bipolare Störung wird jetzt behandelt mit Lithium und Seroquel. Beides macht nicht dick, nur die Eßstörung macht es. Spreche ich die an (was ich schon getan habe), dann habe ich keine Chance mehr auf einen Magenballon. Eßstörungen müssen bei ner AC ausgeschlossen werden können, auch körperliche Krankheiten wie die Schilddrüsen-UF oder Diabetes. Ne Insulinresistenz ist die Vorstufe davon. Wobei es heißt, gerade Diabetiker profitieren angeblich vom Schlauchmagen.

      Sicher wäre alles halb so schlimm, wenn ich keine Couch-Potatoe wäre. Aber Essen bestimmt sozusagen meinen Alltag. Ich brauche es, zu schmecken und zu genießen. Dazu kommt, dass es nicht viel gibt, was mir schmeckt. Es ist immer dasselbe, ich nenne es schon "Suchtmittel", wenn ich mir das reinziehe. Richtig überessen tue ich mich übrigens nicht. Ich esse, bis ich satt bin, nicht bis ich platze. Was mir wirklich schadet, ist die Art des Nahrungsmittels. Würde mir etwas Gesundes derart schmecken, könnte ich davon nicht zunehmen. :kirsch:

      Gegen das Fressen habe ich kein Rezept gefunden. Da muss wahrscheinlich AC ran. Vor der habe ich Angst wegen der Schmerzen, die ich bisher nach jeder OP hatte (Galle, Blinddarm, Knie). Und davor, zu schnell zu viel abzunehmen und dass dann die Haut runter hängt. Die Instantsetzungs-OP könnte ich mir nicht leisten, die KK zahlt so was nicht. Dass ich mit meinem Mann reden muss, schiebe ich auch immer weiter hinaus. Der Geschlechtsakt als solcher ist nicht mehr machbar auf Grund des dicken Bauches, aber der ist auch nicht nötig, es gibt genug andere Möglichkeiten, befriedigt zu werden und den Partner zu befriedigen.

      Ich fürchte, dass ich um dieses Gespräch nicht herum komme, wenn meine Fressanfälle wirklich bekämpft werden sollen.c:flirt:

      Grüße aus der Dunkelheit
      DracuLara
    • Draculara schrieb:

      Die bipolare Störung wird jetzt behandelt mit Lithium und Seroquel. Beides macht nicht dick, nur die Eßstörung macht es.

      Selbst wenn du durch die Medikamente zunehmen würdest... es ist jetzt wichtig, dass deine psychische Erkrankung behandelt wird - und ich bin der Meinung, dass Medikamente immer nur ein Baustein inneralb der Therapie sein können. Bei jeder Form von psychischer Störung sollte auch eine Psychotherapie gemacht werden. Medikamente allein können nur symptomatisch helfen.


      Draculara schrieb:

      Spreche ich die an (was ich schon getan habe), dann habe ich keine Chance mehr auf einen Magenballon. Eßstörungen müssen bei ner AC ausgeschlossen werden können

      Statt einem Magenballon hilft gegen eine Essstörung vorallem eine adäquate Therapie - es gibt Fachleute, die darauf spezielisiert sind, Menschen mit Essstörungen zu helfen. An deinen gesunden Organen herumoperieren zu lassen, hilft dir kein Stück bei der Bewältigung deiner Essstörung - im Gegenteil, sie bringt dir wahrscheinlich noch viel Größere Probleme - übrigens nicht nur postoperative Schmerzen.


      Draculara schrieb:

      Gegen das Fressen habe ich kein Rezept gefunden.

      Dagegen hilft eine Therapie, in der du deine Probleme aufarbeitest.

      Draculara schrieb:

      Da muss wahrscheinlich AC ran.

      Lies mal hier im Forum ein wenig über AC..

      Draculana, du wirst keins deiner Probleme durch AC lösen! Und ich hoffe, dass deine behandelnden Ärzte das erkennen.
    • Tja, es ist bei meiner Eßsucht ja auch ähnlich wie bei den Rauchern. Die sagen nämlich oft: "Ich hab doch sonst nichts vom Leben. Ich hab ja nur das Rauchen." Da kann man auch mit Argumenten kommen wie: "Wenn du aufhörst, hast du das Geld für einen richtig schönen Urlaub." Der Raucher wird kontern mit: "Dazu habe ich keine Zeit" oder irgendeiner anderen Ausrede, wie: "ich muss nicht rauchen, ich rauche freiwillig, ich kann jederzeit aufhören..." Was z. B. gar nicht stimmt. Er ist süchtig und sucht für alles Ausreden.

      Mir geht es ähnlich: Ich erwische mich dabei, wie ich sage: "Auf diese Chipstüten kommt es jetzt auch nicht mehr an. Was macht es aus, bei diesem Kampfgewicht was abzunehmen, das sieht man eh nicht. Und diese paar Tüten machen mich auch nicht mehr dick." Oder ich behaupte auch mal, wie die Raucher: "Ich habe doch sonst nichts. Ich habe nur das Essen. In Karussells passe ich nicht mehr rein, da müsste ich wieder aussteigen, die Bügel gehen nicht runter, ins Schwimmbad traue ich mich nicht, es sind Ferien, da sind zu viele Kinder, die über mich herziehen würden. Laufen kann ich nicht, das Knie tut mir weh. Radfahren kann ich nicht, da ist nach 3 Metern die Luft raus. Also was soll ich tun, den lieben langen Tag?" Außer Essen fällt mir da nur der Haushalt ein, und der nimmt höchstens 1 bis 2 Stunden in Anspruch. Dann sitze ich wieder da und weiß nicht weiter.

      Klar sind das alles Ausreden, man kann stattdessen auch Gesundes essen und sich an den Computer setzen. Oder in den frühen Morgenstunden schwimmen, wenn die Kinder noch im Bett sind. Das Ding ist nur: Ich war schon frühmorgens da. Dann sind die ganzen Berufstätigen im Wasser und oft auch 1-2 Kinder. Nachmittags ist es zu überlaufen, und so meine ich immer: In den Ferien gehe ich nicht schwimmen. Zu peinlich.

      So fällt mir nichts besseres ein, um genießen zu können, als zu fressen. Dass ich mir damit gesundheitlich schade, mal vom ästhetischen Gesichtspunkt abgesehen, weiß ich ja. Das wissen die Raucher auch, und sie rauchen trotzdem und behaupten, sie genießen das Leben mehr als die Nichtraucher. So was Blödes, wie gesagt: Die Ausreden variieren und sind weit hergeholt oder bescheuert. Ich habe ein klares Suchtproblem und muss versuchen, das zu lösen, ähnlich wie ich in diesem Jahrtausend das Rauchen aufgegeben habe.

      Grüße aus der Dunkelheit
      DracuLara
    • Hm, ganz ehrlich: Binge Eating, bipolare Störung, Medikamente, Schilddrüsen-Unterfunktion und Insulinresistenz (vielleicht auch PCO)? Da ist es für mich persönlich nicht gerade verwunderlich, dass du zugenommen hast bzw. zunimmst. Und das ist wirklich kein Disziplinthema.

      Da hilft weder AC noch die berüchtigte Diät. Es gibt adäquatere Maßnahmen. Therapie für Binge Eating und die Bipolarität, regelmäßig die Unterfunktion prüfen lassen, ob man medikamentös richtig eingestellt ist, und auch Insulinresistenz läßt sich mit Medikamenten behandeln.

      Und was Seroquel angeht: sowas macht dick, das gehört zu den häufigen Nebenwirkungen. Und es begünstigt unter Umständen auch Diabetes mellitus und Schilddrüsenunterfunktion. Da gibts auch noch andere "nette" Dinger. Eine gute Freundin von mir, sehr sportlich, ist durch die Psychopharmaka -und nur dadurch- aufgegangen wie ein Hefekloß. Sie konnte rein gar nichts dafür. Seroquel war auch lange Zeit dabei. Was momentan alles notwendig ist, weiß ich gar nicht, doch die Medis haben sich geändert und sie nimmt wenigstens nicht mehr zu. Wichtiger ist ihr allerdings, dass sie ihre Seele heilt, was gar nicht so einfach ist.

      Ich kann dir nur raten, dich angemessen zu behandeln. Ich weiß nicht, hast du vielleicht Manschetten vor einer Therapie? In deinen bisherigen Beiträgen hier im Thread umgehst du das Thema scheinbar ein wenig, du schreibst eher von konkreten Belastungen im Alltag und fragst immer wieder, was du machen kannst. Ich würde mich freuen, wenn du konkret was zu den genannten Lösungsvorschlägen schreibst.

      Gruß

      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)