Kundentäuschung bei Angaben von Crosstrainer

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    • Kundentäuschung bei Angaben von Crosstrainer

      Ich möchte euch von einem Sachverhalt berichten der mir die letzte Woche bzw. gestern passiert ist. Es wird etwas lange, aber ich kann Euch versichern es wird „spannend“.

      Ich suchte schon vor Jahren einen Crosstrainer, der für eine Belastung über 150 Kilo zertifiziert ist. Einen Crosstrainer fand ich damals, aber dieser kostete weit über 2.000 Euro und war ein Studiogerät.

      Vor kurzen kam mir wieder der Gedanke an einen Crosstrainer und ich gab in einer Suchmaschine „Crosstrainer bis 200 Kilo“ ein und siehe da, ich hatte Glück. Das Gerät, dass mich interessierte lag zwischen 400 und 700 Euro, je nachdem bei welchem Anbieter man dieses Gerät bestellt.

      Ich entschied mich für einen Discounter-Onlineshop um das Gerät zu bestellen. Bevor ich die Bestellung aufgab, wollte ich beim Onlineshop noch offene Fragen klären zum Versand, Bezahlung, Lieferkosten und was mir sehr wichtig war, dass das Gerät ein Prüfzertifikat hat.

      Dazu muss ich jetzt erklären, dass ich schon einmal einen Crosstrainer hatte und dieser war bis 150 Kilo zugelassen. Ich hatte etwa zehn Kilo mehr, und wagte mich auf das Gerät. Es war auch wochenlang kein Problem, aber an einem Tag, ich war gerade in voller Bewegung, krachte es und der eine „Fuß Arm“ brach ab und ich knickte mit dem Knöchel um…….nicht schlimm, aber der Schreck saß mir in den Gliedern. – Aus diesem Grund war es mir wichtig, dass das Gerät wirklich geprüft ist –

      Der Callcenter-Mitarbeiter beantwortete mir einzelne Fragen und dann kam das Thema „Gewichtsbelastung“ bzw. geprüftes Belastungsgewicht.
      Auf allen Angebots-Seiten steht bis 200 Kilo geprüft und so auch auf der Onlineshop Seite.
      Ich fragte welches Prüfzertifikat für dieses Gerät vorliegen würde. Der Mann meinte „machen Sie sich mal keine Sorgen, dass Gerät hält schon bis 180 Kilo“ und ich sagte zu ihm, dass es mir, aber wichtig wäre, dass das Gerät „wirklich“ bis 200 Kilo geprüft sei, so wie es auch auf den Angebotsseiten steht.
      Dann kam eine echt blöde Antwort „Welches Zertifikat genau das Gerät hat weiß ich nicht, aber Frau xxx machen sie sich keine Sorgen, so schwer ist doch eh niemand“. Gut danke, dachte ich und bat den Mitarbeiter mir die Kontakt-Daten vom Hersteller zu geben, damit ich diesem selbst meine Fragen stellen könnte.

      Mail an den Hersteller:
      Anfrage wegen Gerät…… und bitte um Angabe des genauen Zertifikates und Bestätigung des Belastungsgewichts.
      Antwort vom Hersteller:
      Anbei übersenden wir ihnen die Betriebserlaubnis in pdf Form und das Gerät ist bis 180 Kilo geprüft.

      Ich staunte nicht schlecht, denn auf allen Seiten war immer von 200 Kilogramm die Rede, aber in der Betriebsanleitung stand wirklich „nur“ bis 180 Kilo belastungsgeprüft durch den TÜV mit GS Siegel.

      Mail wieder an den Hersteller:
      Frage, wieso ist dieses Gerät nur bis 180 Kilo geprüft, wird aber bis 200 Kilo beworben!?
      Antwort vom Hersteller:
      Dass war ein Schreibfehler, von der Sachbearbeiterin, in der Mail und auch in der Betriebsanleitung hätte sich ein Fehler eingeschlichen.

      Nun war mein Misstrauen geweckt, aber darauf bezogen, dass das Gerät vielleicht nur bis 180 Kilo TÜV geprüft sei. Ich schrieb der Herstellerfirma wiederrum eine Mail.

      Mail an Hersteller:
      Ist das Gerät auf jeden Fall, bis 200 Kilo vom TÜV geprüft und hat ein GS Siegel bis 200 Kilo bekommen!?
      Antwort vom Hersteller:
      Ja, so ist es!

      Nach dieser Antwort bestelle ich das Gerät im Onlineshop.


      Trotzdem war mir wichtig der Sache nachzugehen. Ich rief Tüv Stellen an und erkläre mehreren Leuten immer wieder dieselbe Geschichte. Niemand wusste was ich tun sollte, aber eine Angestellte von einer Tüv Stelle sagte zu mir „machen bitte einmal die pdf Datei auf und erklären sie mir genau wie das Siegel aussieht“ und danach war ich schlauer, denn das Siegel ist vom Tüv Rheinland und aus diesem Grund auch nur diese Stelle dafür zuständig.

      Wieder Telefonate und schlussendlich hatte ich die richtige Sachbearbeiterin am Telefon, diese bat mich ihr alle Unterlagen, Mails und eine kurze Anfrage meinerseits, um Bitte der Prüfung meiner eingesendeten Unterlagen.


      Gestern Morgen kam die Antwort von der Tüv Stelle:

      Gerne haben wir Ihre vorgelegten Dokumente überprüft. Das Produkt, mit denen von Ihnen mitgesandten Angaben, wurde gemäß unserer Datenbank nicht in unserem Hause zertifiziert und ist somit nicht gültig.

      Über Ihr Interesse freuen wir uns, da uns sehr daran gelegen ist, dass nur von uns zertifizierte Produkte unser Prüfzeichen tragen. Da Prüfzeichenmissbrauch in Einzelfällen vorkommt, ist uns sehr daran gelegen, dagegen eindeutig vorzugehen.


      Wir werden in dieser Angelegenheit weiter recherchieren und alle notwendigen Schritte von uns aus einleiten.“

      Des Weiteren habe ich gestern noch die Markenüberwachung, den Discounter-Onlineshop, Gewerbeaufsichtsamt und die Verbraucherzentrale Deutschland über diesen Sachverhalt informiert.

      Danke fürs Lesen, und zugleich Entschuldigung, dass es so lange wurde, aber ich habe schon gekürzt wo es nur ging

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von savoir-vivre ()

    • Kleiner Zusatz meinerseits:
      Dieser Thread ist mit der Forenleitung abgesprochen.
      Ich habe in den vergangenen Tagen sogar einige Daten/E-Mails zugeschickt bekommen, um die Geschichte besser nachvollziehen zu können.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
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      — Sam Levenson
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    • Da hast Du mit Deiner Recherche anderen Verbrauchern einen grossen Dienst erwiesen. Das ist ja wirklich dreist, was der Hersteller sich erlaubt haben.

      Schickst Du das bestellte Gerät wieder zurück? Oder hast Du schon die Bestellung storniert?

      LG Finchen
    • Finchen schrieb:

      Schickst Du das bestellte Gerät wieder zurück? Oder hast Du schon die Bestellung storniert?

      Ich habe aufgrund des Sachverhalts dem Onlineshop mitgeteilt, dass ich das Gerät so nicht annehmen werde. Der Onlineshop hat mir mitgeteilt, dass er "versucht" den Auftrag rückgängig zu machen ABER

      eben bekam ich einen Anruf von der Speditionsfirma mit dem Hinweis man würde Morgen-Vormittag das Gerät anliefern.

      Ich habe die Speditionsfirma darauf aufmerksam gemacht, dass ich das Gerät, aus rechtlichen Gründen, bei dem Onlineshop schon storniert habe. Auf Rückfrage warum, habe ich nur gesagt, dass die Speditionsfirma sich selbst mit dem Onlineshop in Verbindung setzen soll, denn ich möchte mit dieser Geschichte nicht noch irgendwelche rechtlichen Probleme bekommen.

      Die Speditionsfirma meinte, dass es sein könnte, dass sie das Gerät anliefern müssen, aber sie werden sich noch einmal bei mir melden und Bescheid geben wie es weiter geht.

      - ich weiß aber was ich tun muss, falls dieses Gerät doch bei mir angeliefert wird, dafür Danke an den Ratgeber! -
    • savoir-vivre schrieb:


      Die Speditionsfirma meinte, dass es sein könnte, dass sie das Gerät anliefern müssen, aber sie werden sich noch einmal bei mir melden und Bescheid geben wie es weiter geht.
      Die sind ja auch in einer denkbar blöden Position, denn sie müssen einerseits den Auftrag des Versendenen erfüllen, also mit der Ware bei Dir an der Haustür angetingelt kommen, wissen aber andererseits, dass es für die eigentlich weniger Aufwand wäre, den Retoureartikel direkt vom Lager wieder dorthin zu schicken, wo er her kam.
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    • Gerade kam der Rückruf, nach Rücksprache mit dem Onlinehändler hätte sich ergeben, dass sie den Crosstrainer nicht anliefern müssten.

      Nun warte ich nur noch auf mein Geld, denn ich habe mit Vorkasse bezahlt.
    • Solche TÜV Siegel werden auch immer wieder ganz dreist gefälscht.
      Ich drücke dir die Daumen, dass nun alles Reibungslos läuft und finde es sehr gut, dass du der sache mal so genau auf den Grund gegangen bist :daumen:
    • Ich möchte Euch auf dem Laufenden halten was zurzeit bei dieser Geschichte los ist.

      Zum Einen habe ich gestern Abend noch eine Mail bekommen, dass ich nun doch das Gerät geliefert bekommen soll. Bis jetzt ist noch nichts angekommen, aber ich werde das Gerät, auf keinen Fall, annehmen und des Weiteren habe heute Vormittag einen Widerruf geschrieben und diesen per Einwurf-Einschreiben bei der Post abgegeben.

      Da ich verschiedene Stellen über diesen Sachverhalt informiert hatte, habe ich heute bzw. gestern schon zwei Antworten bzw. Reaktionen bekommen.

      Die eine Antwort lautete zusammengefasst so: Da das Gerät in Asien produziert wurde und dort ein TÜV Zertifikat vorliegen würde, wollte der Hersteller in Deutschland eine Co-Lizenz beantragt bzw. die hätte er beantragt, aber typisch Deutschland würde dieses Prozedere lange dauern. Darüber hinaus wäre das TÜV Siegel international gleich. Komisch ist nur, dass der TÜV Rheinland, welches Siegel das Gerät schon trägt, von dem Gerät keine Kenntnis hat.

      - Ich werde hierzu versuchen heraus zu finden, ob es stimmt, dass das TÜV Siegel international gleich ist, hierzu habe ich schon mit dem Chinesischen Konsulat gesprochen, aber noch keine Antwort erhalten und außerdem versuche ich heraus zu finden, wie lang dieses Gerät schon in Deutschland verkauft wird –

      Die andere Antwort war, dass man nur einschreiten könnte wenn es sich um irreführende Werbung handelt und da der TÜV schon dran wäre, müsste man nicht extra noch ein Verfahren laufen lassen.

      – Ich schrieb zurück mit dem Hinweis, dass ich schon der Meinung bin, dass wenn dieses Gerät auf Katalogseiten und Onlineshops beworben wird mit TÜV und GS Siegel, dass ich mir als Kunde irregeführt vorkomme -

      Antwort heute Morgen: Man stimmte mir zu und es könnte sich tatsächlich um irreführende Werbung handeln. ABER nun muss ich wieder ran, einmal muss ich wieder alle Mails vom TÜV und vom Hersteller an diese Stelle senden und zum Anderen benötigt die Stelle noch konkrete Werbung, die ich Ihnen zusenden soll (habe ich in Form von einem Link getan).

      Ich verstehe nun auch warum sich manche Leute diese Arbeit des Recherchierens nicht machen (können), denn ich bin seit Tagen entweder am Telefonieren oder am Mails schreiben und dafür hat nicht jeder die Zeit.
    • savoir-vivre schrieb:

      Ich verstehe nun auch warum sich manche Leute diese Arbeit des Recherchierens nicht machen (können), denn ich bin seit Tagen entweder am Telefonieren oder am Mails schreiben und dafür hat nicht jeder die Zeit.


      Und nicht jeder hat die Kraft sich über so manches, was da auf einen zukommt zu ärgern. Ich finde es super, wie konsequent du dich dahinter klemmst :daumen:!
    • Da schließe ich mich Mondsteinhexe an. Ich an deiner Stelle würde mich vermutlich ziemlich darüber ärgern und deshalb bis zuletzt am Ball bleiben. Es ist wirklich nicht ok, dass das bei dem Gerät ein "falsches" Siegel und eine falsche maximale Gewichtszulassung angeben wurde. Die Aussage des Kundendienstmitarbeiters ("So dick ist doch eh niemand.") ist da dann noch das dreiste I-Tüpfelchen. Ich wünsche dir viel Kraft um diesen ärgerlichen Kram durchzustehen!:daumen:
    • Erst mal Danke an Euch......:)
      Es geht weiter…..das Konsulat bzw. die Botschaft konnte ich nicht erreichen, obwohl es dort eine Bürozeit gibt geht niemand ans Telefon.

      Ich habe nun wieder herum telefoniert und mir wurde gesagt, dass es kein einheitliches TÜV Zeichen international gibt.


      Da ich weiter nach einem Crosstrainer suche, habe ich einen Hersteller angeschrieben und dabei hat mir der Hersteller mitgeteilt, dass sie selbst keine Crosstrainer über Belastung 150 Kilo haben, aber das ich unter dem Stichwort „Semi-Professionelle Crosstrainer“ suchen müsste.


      Ich habe dabei auch einige gefunden, aber die kosten, wenn sie bis 200 kg „geprüft“ sind 5.400 Euro. Nun habe ich einen Crosstrainer gefunden der bis 180 Kilo geprüft sein soll (ca. 1.900 Euro), aber da ich ein „gebranntes“ Kind bin, hatte ich gestern den Anbieter angeschrieben, mit der Bitte um Nennung des Prüf-Zertifikates.


      Antwort kam heute Morgen:
      nach Kontakt mit der Firma xxxx welche mir auch die Bedienungsanleitung als pdf zugeschickt hat, haben wir festgestellt, daß auf unserer Homepage das max. Benutztergewicht falsch angegeben ist. Für diesen Fehler möchten wir uns Entschuldigen.

      Der Kollege der Firma xxx schrieb mir, daß folgende Geräte bis 170 kg zugelassen sind:


      Da ich eigentlich wissen wollte, wer das Gerät geprüft hat, habe ich heute Vormittag wieder eine Mail geschickt mit der Bitte um Mitteilung welches Zertifikat dieses Gerät besitzt.


      Nun werde ich noch die Hersteller/Anbieter von den Geräten über 5.000 Euro anmailen und ich warte mal ab, ob denen nicht auch „zufällig“ ein Fehler bei dem Benutzergewicht unterlaufen ist……..Mensch, dass ist ein Sumpf da habe ich keine Worte.


      -Ich hatte mal ein Geschäft, nur eine kleine Manufaktur und ich musste sooo viele Zertifikate haben, dass ich am Ende tausende Euro dafür bezahlt hatte und dabei wurde ich auch noch regelmäßig kontrolliert…..Sorry, ich bin jetzt vom Thema abgeschweift, aber es macht mich ein wenig wütend, dass es mit den Angaben bei den Crosstrainern wohl nicht so ernst genommen wird.
    • Für mich klingt das nach Betrug. Vielleicht wäre das ein Fall für eines dieser Verbrauchermagazine bei den Öffentlich rechtlichen Fernsehanstalten.
      Internationale TÜV-Siegel? Nö, das ist deutsch. Und selbst das sind die einzelnen TÜV-Gesellschaften eher regional. Auch wenn der Auto-TÜV sich bundesweit an gleiche Vorgaben halten muss. Egal, welche Gesellschaft den Test abnimmt.
      [CENTER]Summ summ summ
      [SIZE=1](Honigbiene)[/SIZE][/CENTER]
    • Honigbiene schrieb:

      Vielleicht wäre das ein Fall für eines dieser Verbrauchermagazine bei den Öffentlich rechtlichen Fernsehanstalten.

      Dieser Gedanke kam mir auch schon, zumal ich eigentlich nicht gedacht hätte, dass so dreist ein TÜV / GS Siegel gefälscht wird. Die Medien weisen doch immer darauf hin auf das TÜV/GS Siegel zu achten, aber nicht darauf, dass man dieses Siegel besser vorher überprüfen sollte............ :frust:
    • savoir-vivre schrieb:


      Da ich eigentlich wissen wollte, wer das Gerät geprüft hat, habe ich heute Vormittag wieder eine Mail geschickt mit der Bitte um Mitteilung welches Zertifikat dieses Gerät besitzt.

      Ich habe nun die Antwort auf die hier oben stehende Frage bekommen

      Antwort:
      Wir von xxx verkaufen Crosstrainer seit Jahren mit ruhigen Gewissen an Hotels, Studios oder Physiotherapien. Dort sind die Geräte mehrere Stunden am Tag, täglich in Benutzung. Auf diesen Geräten trainieren Personen von 50 Kg bis 200 kg Körpergewicht.
      Als Fachhändler werden wir den Teufel tun, Ihnen irgendein Gerät "aufzuschwatzen", wo wir selber nicht von überzeugt sind und wo die Gegebenheiten nicht passen


      Na, da laust mich doch der Affe. WIR Kunden sind die Tester und wenn seit Jahren nix schief geht, dann werben wir mal mit einem Belastungsgewicht von 180 Kilo - oh hopsala Entschuldigung, da habe ich doch glatt das Belastungsgewicht falsch angegeben...ich meinte natürlich 170 Kilo!

      Es könnte aber auch sein, dass in Hotels, Studios oder Physiotherapien das Gewicht der Benutzer geschätzt wird und so das Belastungsgewicht von 170 Kilo festgelegt wird. :nixweiss:


      Meine Rückantwort per Mail kam umgehend mit der Frage " es gibt also keine TÜV Siegel oder eine ähnliche Prüfkontrolle die das Belastungsgewicht bestätigen!?


      Antwort des Anbieters:
      Die einzigen Sportgeräte die ein TÜV Zertifikat haben sind xxx - Geräte.

      Alle anderen Geräte haben dies nicht.

      Auch Studiogeräte nicht!


      Eine Rückantwort konnte ich mir nicht verkneifen:
      Alle anderen Hersteller haben das TÜV Siegel nicht, weil sie sich die Kosten für die Prüfung sparen wollen und aus keinem anderen Grund!

      Diese Kosten-Ersparnis wird auf dem Rücken der Kunden ausgetragen, denn auch wenn ein Gerät "einmal" eine schwere Person trägt so heißt dieses noch lange nicht, dass dasselbe Gerät eine schwere Person regelmäßig trägt.

      P.S. Info: der Hersteller der Geräte mit TÜV Zertifikat anbietet, hat bei Crosstrainer eine Belastungsgrenze von 150 Kilo.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von savoir-vivre ()

    • Honigbiene schrieb:

      Internationale TÜV-Siegel? Nö, das ist deutsch. Und selbst das sind die einzelnen TÜV-Gesellschaften eher regional. Auch wenn der Auto-TÜV sich bundesweit an gleiche Vorgaben halten muss. Egal, welche Gesellschaft den Test abnimmt.
      Das stimmt nicht.

      Die meisten Prüflabore sind heutzutage weltweit vertreten (Beispiel: das amerikanische Prüflabor Underwriters Laboratories (UL) -> UL Deutschland). So auch die deutschen TÜVs (Standorte TÜV Rheinland, Standorte TÜV Süd, Standorte TÜV Nord, um nur drei zu nennen).

      Obwohl sich internationale Arbeitsgruppen seit Jahrzehnten um eine Harmonisierung der Normen, nach denen geprüft wird, bemühen, ist es doch noch so, dass in den einzelnen Ländern durchaus sehr unterschiedliche Normen Grundlage der Prüfungen sind. Die Prüfsiegel enthalten in der Regel einen Hinweis, nach welcher Norm die Prüfung vorgenommen wurde (Beispiel für ein nordamerikanisches Prüfsiegel). Ein Prüfsiegel nach europäischen Normen hat in anderen Ländern ebenso wenig Gültigkeit wie z. B. ein Prüfsiegel in diesem Fall nach chinesischen Normen in Deutschland.

      savoir-vivre, die Anrufe bei der chinesischen Botschaft kannst Du Dir sparen. Die haben damit nicht das Geringste zu tun. Wenn das Siegel auf dem Gerät vom TÜV Rheinland ist, dann ist der der richtige Ansprechpartner.

      Auf das seltsame Gebaren der Gewichtsangaben in den Katalogen und in der Werbung kann man allerdings wirklich Verbraucherorganisationen/-magazine aufmerksam machen. Dabei kann man die Sache mit dem TÜV-Siegel ja durchaus erwähnen. Allerdings würde ich auf den TÜV Rheinland verweisen und es dem überlassen, sich dazu öffentlich zu äußern, denn die haben definitiv einen klaren Überblick über die Rechtslage, da solche Geschichten täglich Brot ihrer Rechtsabteilungen sind.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Martina schrieb:

      savoir-vivre, die Anrufe bei der chinesischen Botschaft kannst Du Dir sparen. Die haben damit nicht das Geringste zu tun.

      Ich muss jetzt auch ein wenig lachen, dass ich diese Idee hatte bzw. dort angerufen hatte, denn du hast vollkommen recht, dass hätte nichts gebracht. Während ich am Telefon bei der Botschaft war dachte ich mir eine "Geschichte" aus und wenn ich dort gefragt worden wäre, warum ich solch eine Frage habe, hätte ich gesagt, dass ich ein Referat schreiben muss Thema "Prüfsiegel".......ein Glück das niemand ans Telefon ging :-o

      Martina, vielen Dank für die Informationen, ich werde mir diese genau durchlesen!

      Die Verbraucherzentrale Deutschland habe ich schon eingeschaltet und sie wollen sich die Unterlagen ganz genau ansehen (auch die Mails die ich vom TÜV Rheinland bekommen habe) bzw. prüfen.
    • Dieser Gedanke kam mir auch schon, zumal ich eigentlich nicht gedacht hätte, dass so dreist ein TÜV / GS Siegel gefälscht wird. Die Medien weisen doch immer darauf hin auf das TÜV/GS Siegel zu achten, aber nicht darauf, dass man dieses Siegel besser vorher überprüfen sollte............


      Ja die Medien weisen darauf hin, das man aufs TÜV/GS<siegel achten sollte, wäre aber nett, wenn die mittlerweile auch mal berichten würden, wie oft und dreist selbst offensichtliche Plagiate minderer Qualität und mit teilweise lebensgefährlichen Mängeln (Motorsäge zB) die gefälschten Plaketten haben.
      Mittlerweile kann man sich fast nicht mehr richtig auf das Siegel verlassen oder sollte beim TÜV nachfragen....
      n-tv.de/ratgeber/Sicherheit-nu…aukelt-article292692.html

      Ich war mir auch sicher, wenn ein Gerät, ein wirklich echtes TÜV/GS-Siegel hat und zB bis 180Kg zugelassen ist, ist da doch ein Sicherheitsspielraum von x Kg mehr zusätzlich eingerechnet? Ich kenn das aus der Industrie, das Werkststücke mehr aushalten als angegeben (teilweise bis zum 7fachen) um die Produkthaftung zu minimieren wenn das Teil bis zum Anschlag belastet wird.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von bigette ()

    • Danke, bigette für den Link.

      Es interessiert mich selbst wie die Geschichte weiter geht, zumal der Hersteller, von dem ich im ersten Bericht geschrieben hatte, wohl ein wenig konfus ist.

      Als ich vom TÜV Rheinland die Information erhalten hatte, dass das Gerät, welches ich bestellt hatte, kein echtes TÜV Siegel hat war ich schon sauer und überlegt am nächsten Tag, ob der Hersteller nicht vielleicht noch andere Crosstrainer im Angebot hat, mit einer Belastung von über 150 Kilo.

      Da ich aber zu diesem Zeitpunkt schon verschiedene Stellen über den Sachverhalt informiert hatte, rechnete ich mir keine großen Chancen ein, dass die Herstellerfirma mir wiederrum von zwei anderen Crosstrainer eine Betriebsanleitung in pdf Format zusenden würde.

      Ich staunte, am anderen Morgen, nicht schlecht, als ich vom Hersteller eine Mail bekommen hatte, mit denen von mir angefragten Crosstrainer-Betriebsanleitungen in pdf Format. Auch auf diesen Betriebsanleitungen ist ganz deutlich das TÜV Rheinland mit GS Zeichen zu erkennen.

      Nun versuchte ich das Ganze noch auf die Spitze zu treiben und schrieb der Herstellerfirma zurück und zwar folgende Frage "sind diese beiden Crosstrainer bis 200 Kilo TÜV und GS geprüft worden vom TÜV Rheinland!?.......ich bekam auf meine Frage keine Antwort mehr :gruebel:

      Ich „packte“ alles zusammen und schickte der Angestellten vom TÜV Rheinland auch diese Unterlagen mit bitte um Prüfung.

      Frau xxx hatte mir zurück geschrieben, dass sie sich herzlich bedankt für die Einsendung und das ich von ihnen hören werde.

      Weiteres folgt, wenn es etwas Neues gibt!
      Danke fürs Lesen!
    • ich schmeiß mich gerade weg. was für eine story? willst du nicht doch mal an die zeitung damit herantreten.

      langsam wundert es mich gar nicht mehr, dass ich im letzten jahr 3 für mein gewicht zugelassene gartenliegen/-stühle zerlegt habe:-D.

      danke für deine energie und deinen einsatz!
    • Ich wurde gestern von der Markenüberwachung in Kenntnis gesetzt, dass die Unterlagen von dem „ersten“ Crosstrainer nun an die Bezirksregierung, in dem der Hersteller sein Sitz hat, weiter geleitet wurden.

      Eben rief mich der zuständigen Sachbearbeiter, der Bezirksregierung, an. Ich unterhielt mich mit Ihm und konnte auch ein paar Fragen stellen zum Thema Normen, Zeichen und Zertifikate.

      Zuerst berichtete ich dem Herrn noch, dass ich zwei weitere Betriebserlaubnisse habe und er bat mich Ihm diese per Mail zuzusenden.

      Der Sachbearbeiter erklärte mir, dass er nun abgeklärt muss, ob es sich um einen Bußgeld-Tatbestand handeln. Dazu wird wiederrum überprüft ob nicht doch ein TÜV Siegel vorliegt, oder ob nicht ein TÜV Siegel schon beantragt ist und dieses noch in Bearbeitung ist. Sollte dem nicht so sein, dann würde ein Bußgeldverfahren eingeleitet werden.

      Der Herr von der Bezirksregierung informierte mich darüber, dass es sich bei der Firma um eine „sehr angesehene Firma“ handelt. Ich wiederrum verdeutlichte Ihm, dass ich mir trotzdem, dass die Firma eine angesehene Firma ist, oder vielleicht gerade deshalb, als Kunde, verschaukelt vorkomme, wenn mit einem Zeichen geworben wird, welches noch nicht vergeben ist.

      Der Sachbearbeiter erklärte mir des Weiteren noch, dass es in Deutschland ein Sicherheitsgesetz gibt. Dieses Gesetz sieht vor, dass wenn ein Geräte von außerhalb nach Deutschland eingeführt wird, diese Geräte nach EU Norm geprüft sein muss!

      Die Prüfung nach Europäischer Norm sieht vor, dass alle Crosstrainer mit 100 Kilo geprüft sein müssen und dabei sagt die Europäische Norm, dass das Gerät das 2,5 fache Aushalten muss das heißt also im Umkehrschluss, dass jedes Gerät „angeblich“ mit 250 Kilo Belastungsgewicht geprüft wurde, wenn es in Deutschland eingeführt ist.

      Das ließ ich so natürlich nicht stehen, meine Frage lautete darauf "warum schreibt dann nicht jeder Hersteller bis 250 Kilo Belastung geprüft und bestanden auf das Gerät"!? Antwort von dem Zuständigen „ das kann sein, dass der Hersteller der Prüfung in China nicht so recht vertraut“………!?

      Martina schrieb:

      Die meisten Prüflabore sind heutzutage weltweit vertreten (Beispiel: das amerikanische Prüflabor Underwriters Laboratories (UL) -> UL Deutschland). So auch die deutschen TÜVs (Standorte TÜV Rheinland, Standorte TÜV Süd, Standorte TÜV Nord, um nur drei zu nennen).


      Martina du hast vollkommen Recht, denn ich habe von dem Sachbearbeiter auch erfahren, dass einige deutsche TÜV Stellen im Ausland noch Sitze haben, in denen geprüft wird. Es könnte sein, dass z.B. die TÜV Stelle Köln eine Außenstelle in China hat und dort Geräte geprüft werden die dort auch ein TÜV Siegel mit GS Zeichen ausgestellt bekommen, aber nur der chinesische Hersteller besitzt dann dieses Siegel und will der Deutsche „Hersteller“ auch eine TÜV Siegel so muss er dieses in Deutschland beantragen.

      Frage wiederrum "warum steht nicht wenigstens das TÜV /GS Siegel aus Asien auf dem Gerät" die Antwort lautete, damit würde der „wahre“ Hersteller bekannt und das wollte der „Hersteller“ in Deutschland vermeiden, damit nicht Käufer die das Gerät noch günstiger wollen, direkt an den Hersteller in China heran treten.
    • Savoir-vivre, ich glaube du hast keine Vorstellung darüber, was ein TÜV Zertifikat überhaupt beinhaltet (ich auch nicht). Damit ist ein Gerät nicht heilig, es ist nur nach einem Standard überprüft worden. Keine Ahnung ob dazu auch Belastungsprüfungen nach Gewichtsklassen gehören. Das würde ich erstmal erfragen.
      Ich mache selbst Inspektionen bei Firmen auf ISO 9001......
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******
    • Hi Knallfrosch,

      Knallfrosch schrieb:

      Keine Ahnung ob dazu auch Belastungsprüfungen nach Gewichtsklassen gehören.
      das hat sie doch geschrieben:

      savoir-vivre schrieb:

      Die Prüfung nach Europäischer Norm sieht vor, dass alle Crosstrainer mit 100 Kilo geprüft sein müssen und dabei sagt die Europäische Norm, dass das Gerät das 2,5 fache Aushalten muss das heißt also im Umkehrschluss, dass jedes Gerät „angeblich“ mit 250 Kilo Belastungsgewicht geprüft wurde, wenn es in Deutschland eingeführt ist.
      Für Heimtrainer ist die DIN EN 957 zuständig. Leider gibt es zu der bei Wikipedia keinen Artikel, in dem der Inhalt zusammengefasst ist. Da Normen kostenpflichtig (im Suchfeld "DIN EN 957" eingeben) sind, kann man sie auch nicht so einfach im Netz finden und verlinken.

      Grüßle
      Martina
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Ich hatte versucht über den Sachbearbeiter eventuell eine Zusammenfassung von der Prüf-Norm eines Crosstrainers zu bekommen. Leider ist es so wie Martina schrieb, man bekommt keine Zusammenfassung der Prüfstatuten, denn die Firma Beuth besitzt das alleinige Recht daran und gibt diese nur gegen Bezahlung heraus.

      Ich habe „nur“ heraus gefunden, dass die Norm DIN EN 957-1 (Teil 1 ) für die Allgemeine sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren steht.

      Die Norm DIN EN 957-9 ( Teil 9 ) ist speziell für Crosstrainer und Elipsentrainer und gilt für die sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren.

      Nachzulesen HIER


      Noch was nachträglich – Der Sachbearbeiter hat mir erklärt, dass der Test nach Europäischer Norm nur die dynamische Kraft misst.


      Das heißt, dass physikalisch für den Test berechnet wird, wie hoch die Krafteinwirkung von einem hundert Kilo Menschen auf das Gerät ist und diese ist nun mal höher wie die eigentlichen hundert Kilo. Dann wiederrum wird dieses Gewicht „hoch gerechnet“ und das soll dann schlussendlich die Belastungsgrenze sein.

      Laut Hersteller würden bei der Produktion dann hier und da Verstärkungen eingebaut um die Belastungsgrenze zu erhöhen, oder eben nicht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von savoir-vivre ()