Große Essmengen in kurzer Zeit [Vorsicht: Thema kann triggern!]

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    • Große Essmengen in kurzer Zeit [Vorsicht: Thema kann triggern!]

      Hallo,
      ich überlege schon seit geraumer Zeit, ob ich an einer Essstörung leide.
      Dabei stolpere ich immer wieder über die Beschreibung "größere Menge an Essen in kurzer Zeit". Was bedeutet das eigentlich? Was sind größere Mengen? Wer definiert das?

      Gestern z.b. habe ich (okay, das hört sich erstmal viel an) 5 (kleine) Bratwürstchen gegessen. Zum Abendbrot erstmal 4 Würstchen mit Kartoffelbrei und Sosse und später noch ein Würstchen "in die Hand". Die Würstchen insgesamt waren 400gr. Das weiß ich, weil die abgepackt und gewogen waren.
      Danach habe ich dann am Abend 2 Weberli gegessen. Nach defitigem habe ich immer Lust auf süsses.

      Wäre das schon eine größere Menge? Auch wenn ich Dick bin und immer etwas mehr esse als die anderen?

      Oder z.b. heute. Frühstück und Mittagessen gab es. Dann am späten Nachmittag habe ich einen Döner gegessen. Dann habe ich später am Abend 6 Minifrikadellen mit 2 Scheiben Käse überbacken gegessen, 1 Riegel Mars und später am Abend noch 1 Tafel Schokolade. Okay, das ist kalorisch und fettmässig schon aussergewöhnlich, aber wäre das schon eine größere Menge?:confused: Ich könnte gerade weiteressen. Obwohl ich merke, dass ich eigentlich satt bin. Aber diese gelüüüüssste....:(

      Dann gibt es Tage, wo ich einfach weniger esse, weil ich keinen Bock habe, was zu essen.

      Mir ist nicht bewusst, was eine größere menge ist. :confused:

      lg
      elefäntchen
    • Größere Menge ist für mich zum Beispiel:

      jeweils zum "normalen" Essen, was man so einnimmt:

      Eine Tüte Chips plus eine oder zwei Tafeln Schokolade und eine Packung Kekse
      oder
      ein Pfund Nudeln mit Sauce auf einmal
      oder
      mehrere Stücke Kuchen auf einmal

      Besonderes Merkmal in dem Zusammenhang war für mich immer der Zwang, Essen reinstopfen zu müssen sowie auch weiterzuessen, obwohl es Dir schon fast schlecht ist.
      Viele Grüße

      Andrea - Seepferdchen-Admin


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      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz
    • Größere Essensmengen hat für mich auch etwas mit der Energiedichte der Nahrungsmittel zutun.
      Weil welcher Ernährungsberater oder Arzt sagt schon was, wenn ich im erzähle ich hab eine riesige Schüssel mit Salat gegessen?:rolleyes:

      Für mich sind Zeichen meiner Eßstörung daher unter anderem eher, dass ich esse ohne ein Sättigungsgefühl zu bekommen und/oder dass ich irgendetwas kompensieren will durch essen. Ess ich zum Beispiel weil ich Hunger habe, stellt sich durch aus ein Sättigungsgefühl ein.

      elefäntchen schrieb:


      ....Nach defitigem habe ich immer Lust auf süsses....
      ....Ich könnte gerade weiteressen. Obwohl ich merke, dass ich eigentlich satt bin. Aber diese gelüüüüssste....:(


      Diese Sätze könnten von mir sein.
      Aber ich hab für mich festgestellt das hinter Lust und Gelüste meistens etwas anderes steckt mit dem ich mich nur gerade nicht auseinandersetzen will oder kann. Heißt nicht ich habe keine Lust auf Schokolade oder dergleichen und esse sie auch nie. Aber ich versuche mir der Ursachen bewußt zu sein und mich dann dafür oder dagegen zu entscheiden!

      Große Mengen? Ich orientiere mich hier schon an gängigen Größen z.B eine Pizza und nicht Pizza +...; oder ein Teller Pasta und nicht noch einen zweiten; usw.
      Meinen Großen Mengen wurde ich mir erst bewust, als ich mir die Mühe mache alles was ich aß mal für einige Tage aufzuschreiben.
    • Ich denke, dass eine "große Menge" in Bezug auf eine Essstörung nicht ein oder zwei Portionen mehr sind, sondern das wahllose reinstopfen auf Grund psychischer Probleme. Eine Bekannte bezeichnete die Situation als "Ich kann gar nicht so viel essen wie meine Seele schreit." Es geht da nicht um eine oder zwei Pizzen, sondern viel mehr. Sie geht zum Kühlschrank, isst bis dieser leer ist, wenn nichts mehr zu finden ist, auch trocken Brot, immer weiter, auch wenn ihr schon übel ist. Also keine Gelüste auf was bestimmtes, kein Appetit auf Süßes oder herzhaftes.
    • Ich habe damals zu meinen "Hochzeiten" der Eßstörung regelrecht für meine großen mengen eingekauft, zB eine Cafe-Vivendi-Torte, 1 Packung Frikadellen und noch diverse Sachen dazu, vielleicht ne Tüte Lakritz und Kekse oder Törtchen oder so. Oder ich hab beim LIeferdienst, wenn Pizzatag war, eine 28-cm-Pizza bestellt, dick belegt, dazu eine Flasche Cola, und später noch diverse andere Dinge. Das fand normalerweise abends statt.
      Das wären also für mich die "großen Mengen".
      Heutzutage hätte ich Probleme, selbst eine 26cm-Pizza vom Lieferdienst aufzuessen. Eine (vom Durchmesser her ja noch kleinere) Tiefkühlpizza ist von der Größe her ok. Und es ist auch nicht mehr diese Getriebenheit dahinter, dieses Müssen-Wollen. Das war damals immer dabei.

      Gruß
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • Bei einer Essstoerung ist wohl nicht so wichtig, wie viel man isst (oder nicht isst), sondern von welchen Gefuehlen die Gedanken ans Essen und der Prozess des Essens begleitet wird.

      Von Mengen her wuerde ich sagen, dass elefaentchen zwar ziemlich viel isst, es aber an sich keine Esstoerung darstellt. Gelueste sind auch was gaaanz anderes als Zwang. Ich kann mir vorstellen, dass viele schlanke Leute durchaus auch solche Mengen essen, oder auch mehr.

      elefaentchen, fuehlst du dich wohl nach dem Essen? Bist du zufrieden? Und was empfindest du, wenn du zwar schon satt bist, aber weiter essen moechtest? Und wie fuehlt es sich an, wenn du auf eine weitere Portion doch verzichtest, weil du eben satt bist? Kannst du das?
    • ähm.... größere Mengen und Essstörung sind sowas wie die Menge von zwei Einkaufssackerln oder so.

      Das von dir beschriebene ist per definitionem (der meinigen nach) etwas ganz normales.

      Ich würde übrirgens nichtmal meine Essensmengen als "größere Mengen" definieren, obwohl andere das durchaus tun würden. (dies hier zu erörtern verbietet mir mein Essensdokumentationsverbot. Hinweis am Rande für Rita: falls du dich wunderst, dass ich um 4.00 eine solch gewählte, klar strukturierte *rofl* Schreibweise habe: ja, ich stehe natürlich unter Einfluss von Medikamenten, ich würde es nie wagen, ansonsten, hier etwas zu schreiben *rofl*)

      Also zusammenfassend: größere Mengen wären wohl sowas wie mehrere Einkaufssackerln und "größere Mengen" begännen wohl auch eher dann, wenn man beim Essen irgendwann Übelkeit verspüren würde oder nach dem Essen die ärgsten Refluxbeschwerden (aufgrund der Wahnsinnsmengen) bekommen würde.

      Ich war da mal im Krankenhaus mit einer Bulimikerin in einer Gruppe zusammen. Die hatte tatsächlich wirklich "größere Mengen" gegessen. na Wumm! Die hatte echt viele, viele Einkaufssackerln voller Essen gegessen. Also, ich hätte schon nach einem halben Einkaufssackerl die ärgsten Übelkeitsanfälle oder gar Brechreizattacken bekommen, aber die hat es tatsächlich geschafft, bei einem Essanfall mehrere Einkaufssackerln zu essen. Ähm....damit das hier keine Missverständnisse gibt (ich muss grad arg schmunzeln-...), natürlich hatte sie nicht die Einkaufssackerln gegessen - sondern deren Inhalt. Irgendwie weiß ich bis heute nicht, wie die das machen, ohne dass ihnen dann elend übel dabei wird, ..ich hab es nie im leben geschafft, soviel zu essen, ohne dass mir dabei schlecht wurde. Und ich hab das doch einige Male versucht. (Vielleicht schafft man das auch erst nach langer Übung?)

      In mehreren Krankenhäusern gab es bei mir enorme Missverständnisse wegen der Definition der "großen Menge". Davor wußte ich nämlich nicht, wie "große Menge" medizinisch, diagnosentechnisch defininiert ist, und wenn die mich fragten, ob ich Fressanfälle hätte, hatte ich natürlich gesagt, ich hätte welche. Irgendwann später kam dann immer raus, was ich unter "Essanfall" und "große menge" verstanden hatte und dann gab es arge Verwunderung/Verwirrung usw. Und irgenwdie passte dann alles nicht mehr so richtig, was die bisher so über mich dachten. Für mich war früher eben "große Menge und Essanfall" sowas wie mehrere Joghurts und ein paar Weckerln. Erst als ich erfuhr, dass die Mitpatientin in ihrem Zimmer Einkaufssackerln mit Essen in fast zweistelliger Zahl hortete und fast jeden zweiten Tag einkaufen ging, dämmerte es mir, was das wirklich bedeutet mit dem zuviel essen.

      ....soda....... soviel zum Thema "zuviel essen".
    • Ich habe eine sehr schlanke Tochter und einen Sohn zuhause und wenn ich die Essmengen sehe, was beide tagsüber essen, ist das ganz unterschiedlich. Mein 15 jähriger Sohn hat ständig Hunger und muss den ganzen Tag essen. Meine sehr schlanke, erwachsene Tochter dagegen isst regelmässig, aber von den Mengen wenig.
      Wenn ich deine Essmange beurteile finde ich es viel zu viel. Du bist sicher nicht mehr im Wachstum wie mein Sohn, so dass dein Grundumsatz nicht sehr hoch ist. Du schreibst, dass du am späten Nachmittag nach dem Mittagessen einen Dönner gegessen hast, danach was Süßes und dann noch Frikadellen mit Käse überbacken. Ich hatte nach dem Dönner aufgehört, maximal noch was Süßes und dann wäre Schluß gewesen.
      Ich habe das gleich Problem, ich hatte lange kein Sättigungsgefühl und esse nach Plan, also nach einem Teller höre ich auf. Weiterzuessen würde nur meine Gelüste befriedigen, auf die dann der Frust folgen würde.
      Seit einigen Wochen bemühe ich mich wirklich nur drei Mahlzeiten am Tag zu essen und nichts dazwischen zu essen und bin überrascht, dass das funktioniert. Seitdem merke ich auch, dass ich Gewicht verliere. Und ich erlebe es mit Freuden, dass der Magen kurz vor den Mahlzeiten knurrt, ein schönes Gefühl, weil ich jetzt langsam wieder ein Bauchgefühl bekomme.
      Ich jubele nicht zu laut, denn das neue Essverhalten ist noch sehr labil, aber ich glaube, es ist der richtige Weg.

      Ps: Ich findes es nicht verkehrt sich den Nährwert der Lebensmittel anzuschauen, schon daraus kann man erkennen, was viel und wenig ist. 100 g Würstchen haben 300 kcal, das heißt mit 400g hast du 1200 kcal zu dir genommen, für ein Mittagessen meiner Meinung nach zu viel.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Evi ()

    • Hm, ich habe mich in diesen Essstörungs-Definitionen auch nie komplett wiederfinden können.

      Bzw. habe ich die Übergänge häufig als fließend empfunden.
      Ich kannte Essanfälle, wie bei Binge-Eating-Disorder, inklusive einem extra Einkauf dafür.
      So ein Anfall hatte für mich folgende Merkmale:

      - im Vorfeld stetig ansteigender Essdruck
      - Empfinden einer zwingenden Notwendigkeit jetzt und genau jetzt große Mengen Essen einzukaufen
      - Heimlichkeit, Essen in der Uni-Tasche, Sporttasche reintragen, Sicherstellen, dass ich alleine bin, eventuell Tür verschließen
      - (zeit-bzw.teilweiser) Kontrollverlust, z.B. bereits während der Heimfahrt Tüten aufreißen und fünf Bonbons auf einmal in den Mund stecken, zuhause alles wahllos aufreißen, es kann gar nicht schnell genug gehen
      - Menge nicht willentlich begrenzen können, sprich, alles aufessen oder erst aufhören, wenn Übelkeit einsetzt
      - keine echte Befriedigung nach dem Anfall, wenn noch Essen übrig ist, wird das über den Rest des Tages, sobald wieder Appetit entsteht alles aufgegessen, bis ich eingeschlafen bin


      Das ist jetzt der absolute Extremfall gewesen, es gab das Ganze in jeglicher Abstufung. Es konnte auch nur eine Schokolade sein oder ein größeres Stück Käse.

      Entscheidend ist bei mir immer der Faktor Druck und Zwang gewesen, das Gefühl zu haben nicht anders zu können, als zu essen und ein Unwohlgefühl im Vorfeld, meist über mehrere Stunden.
      Das kann auch nur ganz schwach sein, war aber immer irgendwie vorhanden.

      Elefäntchen schrieb:

      Oder z.b. heute. Frühstück und Mittagessen gab es. Dann am späten Nachmittag habe ich einen Döner gegessen. Dann habe ich später am Abend 6 Minifrikadellen mit 2 Scheiben Käse überbacken gegessen, 1 Riegel Mars und später am Abend noch 1 Tafel Schokolade. Okay, das ist kalorisch und fettmässig schon aussergewöhnlich, aber wäre das schon eine größere Menge?:confused: Ich könnte gerade weiteressen. Obwohl ich merke, dass ich eigentlich satt bin. Aber diese gelüüüüssste....:(



      Ich empfinde die Gesamtmenge als recht viel für einen Tag, für eine erwachsene Frau.
      Du nimmst ja vor allem, so mein Empfinden, schnell verfügbare Energie auf.
      Es kommt ja nicht nur auf die Portionsgröße an.

      Fehlt dir vielleicht eine dritte regelmäßige Mahlzeit am Abend?


      Ansonsten würde ich dir ähnliche Fragen wie muminfrau stellen.
      [SIZE=2]Liberté toujours![/SIZE]
    • Hallo,
      erstmal dankeschön für all Eure Antworten.

      Davor fühle ich mich leer. Und wie ich mich danach fühle? Ich empfinde Frustation, Traurigkeit und Verzweifelung, weil ich schon wieder das falsche zu oft gegessen habe. Es ist auch nicht so, dass ich den kompletten Kühlschrank ausräume und aufesse. Es müssen dann schon süsse Sachen oder Chips sein. Es ist ein schieres Verlangen nach Essen. Manchmal schaffe ich es, nichts süsses einzukaufen. Dann gibt es auch nichts. Meistens schaffe ich das dann auch, aber manchmal gehe ich auch schnell zum Kiosk und hole dann doch was. Ich fühle mich dann voll und viel zu schwer. Ich habe ein schlechtes Gewissen etc. Manchmal fange ich auch an zu weinen, weil ich wieder nicht "standgehalten" habe.
      Wenn ich dann versuche, ganz explizit auf meinen Körper zu hören, dann bin ich satt. Aber mein Gehirn will mehr.

      Ich habe schon etliche Therapien in meinem Leben gemacht und dies auch angesprochen, aber geholfen hat mir bisher leider nichts.

      Liebe Grüße
      elefäntchen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von elefäntchen () aus folgendem Grund: satz vergessen.

    • Aber sie ist nach dem Genuß der Schokolade doch auch nicht glücklich, nachgeben führt doch aus der Situation nicht heraus, denn am nächsten Tag ist es doch die gleiche Situation, das gleiche Gefühl und danach das schlechte Gewissen und der Frust, wieder versagt zu haben. So kenne ich es von mir. Wieso ich die ganzen Jahre zuviel und zu oft gegessen habe, das weiß ich und ich bin dabei mein Leben neu zu sortieren und zu ändern und schon klappt es mit dem Essverhalten auch besser.
      Ich würde mir Gedanken machen, für was das Essen Ersatzbefriedigung ist.
    • Evi schrieb:

      Aber sie ist nach dem Genuß der Schokolade doch auch nicht glücklich, nachgeben führt doch aus der Situation nicht heraus, denn am nächsten Tag ist es doch die gleiche Situation, das gleiche Gefühl und danach das schlechte Gewissen und der Frust, wieder versagt zu haben.


      Eben nicht. Ich rede einfach von einem täglichen Gönnen. Wenn ich ein bestimmtes Nahrungsmittel oder Genußmittel brauche, dann gönne ich es mir. Man muß ja keine Tafel Schokolade essen. Außerdem was heißt hier nachgeben. Warum muss man sich denn Ziele setzen, die einen scheitern lassen und warum muss man ein schlechtes Gewissen haben wegen einem Stück Schokolade?
    • Ich rede nicht von einem Stückchen Schokolade, wenn man das steuern kann, dann ist das ja wunderbar. Ich rede von Steuern der ganz normalen Nahrungsaufnahme, eine normal großes Mittagessen, das ist doch bei Elefäntchen auffällig. Die Mengen sind eindeutig zu groß und sie hat trotz der Mengen kein Sättigungsgefühl. Das wird mit dem Genuß von einem Stückchen Schokolade doch auch nicht besser.
      Ich kenne das sehr gut, mir ging es jahrelang auch so. Eigentlich sollte man zu einem Therapeuten und das Essverhalten abklären lassen. Ich bringe nicht den Mut dazu auf. Weil ich aus der Kindheit einiges mit mir rumschleppe und das dann aus mir ausbricht. Nein, das möchte ich nicht.
    • elefäntchen schrieb:

      Davor fühle ich mich leer. Und wie ich mich danach fühle? Ich empfinde Frustation, Traurigkeit und Verzweifelung, weil ich schon wieder das falsche zu oft gegessen habe.


      Hm, Leere war und ist zum Teil auch noch ein zentrales Thema für mich.
      Es ist im Grunde ja nur natürlich, dass du dir bei diesem Gefühl selber Zuwendung angedeihen lassen möchtest.
      Hast du denn für dich schon rausfinden können, was eine Lücke in deinem Leben schafft?
      Musst du ja hier nicht beantworten.

      Zu deinen Gefühlen hinterher, das finde ich schon typisch für eine Essstörung, dass dem Kompensationsverhalten Schuldgefühle, Wut und ähnliches folgen.
      Erstmal würde ich dazu sagen, es ist keine Schwäche, bedürftig zu sein, auch wenn einem das vom Umfeld, der Gesellschaft eventuell vermittelt wird.
      Und dass du in Momenten, wo du irgendetwas für dich Essenzielles vermisst dir das über eine Art Umweg zu geben versuchst, ist nichts verdammungswürdiges, es ist zutiefst menschlich.

      Ich kann ja nur für mich sprechen, ich habe damals angefangen diesen ewigen Kreislauf mit einer sanften, stetigen Umgestaltung zu durchbrechen.
      Ich habe mir zunächst vorgenommen, wenn ich ganz dringend einen Essanfall zu brauchen schien, mir zumindest dann die Zeit zu nehmen, etwas "Richtiges" zuzubereiten, ich habe mir dann auch für mich alleine einen Kuchen gebacken, ein tolles Essen gekocht, selber Kekse gebacken.
      Also eben nicht schnell Süßigkeiten, Burger und sonstiges Fertigzeug gekauft sondern mir wirklich für mich Mühe gegeben.
      Damit war ich dann schonmal eine zeitlang irgendwie sinnvoll beschäftigt und meistens war dann beim Essen der Druck auch schon nicht mehr so groß und ich auch mit wesentlich weniger Essen wesentlich mehr zufrieden.
      Irgendwie hat das auch meine Schuldgefühle ausgebremst.

      Über diesen Trick war und ist es mir möglich, auch "das (angeblich) Falsche" genießen zu können.
      Das entbindet mich nicht von meiner Weiterentwicklung und dem angehen anderer Problembereiche, aber es hat über längere Zeit zu einer maßgeblichen Verbesserung meines Essverhaltens und meiner Lebensqualität geführt.
      [SIZE=2]Liberté toujours![/SIZE]
    • Hört sich blöd an, aber ich konnte mir aus euren Antworten schon einiges rausziehen.

      Leider klappt das mit dem "Stückchen Schokolade" nicht. Auch nicht mit einer kleinen, hochwertigen und mit hohen Kakaoanteil befindlichen Schokolade. Ich verliere dann die Kontrolle. Es bleibt nicht bei 3 Keksen, oder bei einer halben Tafel usw. Ich muss die Packung dann leer essen. In einem Rutsch. Auch nicht über den Abend verteilt, sondern sofort.

      Momentan lese ich ein Buch über Essstörungen, teilweise finde ich mich dort wieder, teilweise auch nicht. Echt konfus das ganze...:(

      Ich war mal vor einiger Zeit bei einer Ernährungsberatung, diese Frau erzählte mir, "...wenn ich sowieso weiß, dass ich nach dem "normalen" Abendbrot noch Schokolade/Chips essen muss, wieso ich denn dann nicht wenigstens das "normale" Essen weglasse?". Irgendwie leuchtet das auf der einen Seite ein, auf der anderen Seite kann es ja allerdings auch nicht sein, dass ich mich nur von solchen Fetthaltigen Sachen ernähre. Das war auch rausgeschmissenes Geld. :cool:

      elefäntchen
    • elefäntchen schrieb:


      Davor fühle ich mich leer. Und wie ich mich danach fühle? Ich empfinde Frustation, Traurigkeit und Verzweifelung, weil ich schon wieder das falsche zu oft gegessen habe.
      [...]
      Manchmal fange ich auch an zu weinen, weil ich wieder nicht "standgehalten" habe.
      [...]
      Wenn ich dann versuche, ganz explizit auf meinen Körper zu hören, dann bin ich satt. Aber mein Gehirn will mehr.


      Das klingt schon nach gestörtem Essverhalten. Ich sehe das Problem darin, dass du "standhalen" willst. Das ist ein Willensakt, das sehr schwer zu erfüllen ist. Und auf "standhalten" kommt "nachgeben" und schlechtes Gewissen.

      Ich denke, dass du versuchen solltest, deine Einstellung zum Essen zu ändern. (Klar, das geht nicht von heute auf morgen.) Tu dir was Gutes, wenn du isst. Essen ist fürs Leben notwendig, und niemand darf dir vorschreiben, wie viel und was du isst. Fang den Experiment an, in dem du herausfinden möchtest, was dir gut tut. Und wenn du heute Abend (es ist immer abends, richtig?) dich leer fühlst und eine Tafel Schokolade brauchst, dann iss sie. Iss sie aber so, dass du es dir gönnst. (Wie babelfish geschrieben hat.) Tu dir Gutes mit dieser Schokolade. Kannst du das?

      Und wenn du noch eine Tafel danach möchtest, dann iss sie auch.

      Ausserdme könnte es helfen, eine Liste (auch im Kopf) deiner Lieblingsspeisen zu machen, und diese dann fest in die Mahlzeiten einbauen.

      Ich esse z.B. jeden Morgen guten Käse zum Frühstück. Ich liebe Käse. Seit ich ihn jeden Tag esse, muss ich abends nicht mehr ein Pfund Aldi-Plastik-Gouda verschlingen. Ich bin sehr befriedigt dadurch, dass morgens in Ruhe meinen guten Käse esse. Mit Butter, jawohl! :hopps:Es macht mir großen Spaß.

      Vorletzte Woche habe ich Krustenbraten gemacht. Mein Sohn isst sowas nicht, das war nur für mich. Ich habe an 2-3 Tagen dieses Stück Fleisch mit großem Vergnügen aufgegessen. Früher hätte ich mir das nicht "erlaubt" und hätte ein paar Tage später eine Essattacke gehabt. UNd ehrlich, wenn ich diesen Samstag beim Einkaufen nochmals Lust auf Braten habe, werde ich es nochmals machen. (Ich glaube aber, dass ich erstmal zufrieden bin...)

      Vielleicht wird auch dir das Essen irgendwann Spaß machen?
    • elefäntchen schrieb:


      Leider klappt das mit dem "Stückchen Schokolade" nicht.


      Nein, weil du mehr brauchst und dir das auch gönnen solltest. Wenn du dir 1 Woche lang so viel Schokolade gönnst wie du willst, und zwar vielleicht zu jeder Mahlzeit, wird Schokolade bald den Reiz verlieren und du wirst eine Tafel jeden Abend nicht mehr brauchen. Wofür denn auch, wenn es morgen auch noch Schokolade gibt, und zwar so viel, wie es gerade passt?

      elefäntchen schrieb:

      ...wenn ich sowieso weiß, dass ich nach dem "normalen" Abendbrot noch Schokolade/Chips essen muss, wieso ich denn dann nicht wenigstens das "normale" Essen weglasse?". Irgendwie leuchtet das auf der einen Seite ein,


      NEIN. Tue das nicht, die Frau versteht nichts davon. Du solltest nichts weglassen, du solltest allerdings dir erlauben, Spaß beim Essen zu haben und das essen, was dir wirklich gefällt. Selbst wenn du dich dann "zu fett", "zu fleischaltig" oder sonstwie ernährst.


      elefäntchen schrieb:

      auf der anderen Seite kann es ja allerdings auch nicht sein, dass ich mich nur von solchen Fetthaltigen Sachen ernähre.


      Wenn du das brauchst, dann nur zu. Ich kann mir vorstellen, dass nach einiger Zeit, in der das alles "erlaubt" ist, dein Essverhalten sich zum Besseren wendet. Vielleicht versuchst du das?
    • Siska007 schrieb:

      Irgendwie weiß ich bis heute nicht, wie die das machen, ohne dass ihnen dann elend übel dabei wird, ..ich hab es nie im leben geschafft, soviel zu essen, ohne dass mir dabei schlecht wurde. Und ich hab das doch einige Male versucht. (Vielleicht schafft man das auch erst nach langer Übung?)

      Es wird einem elend übel dabei. Aber der Zwang zu essen treibt einen über die Übelkeit und über den Schmerz hinaus.Und das Kotzen fällt dann auch leichter, wenn einem eh schon schlecht ist...
      Viel essen hieß für mich: ein halbes Pfund Brot, zwei Schneckennudeln, ein halbes Pfund Käse, zwei Tafeln Schokolade, vier Becher Pudding, eine Dose gebackene Bohnen, einen Viertelliter Speiseeis, und das in einer Mahlzeit.
      Oder eine 500g-Packung Nudeln mit Soße, eine Tafel Schokolade, ein Glas Gurken.
      In meiner Magersucht war das meine Monatsration.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Ich habe zwar, glaube ich zumindest, keine direkte Essstörung wie Binge Eating etc. aber ich kenne die Leere, die Elefäntchen beschreibt ganz gut.
      Bei mir schlägt sie am Abend zu, wenn ich nach erledigtem Tagespensum geduscht und in meinen "Zu Hause" Klamotten bin, alleine in meiner Wohnung. Eigentlich schalte ich dann immer ab, aber genau diese Zeit ist auch anfällig für Grübelattacken und Minderwertigkeitsgefühle. Meistens habe ich dann das Bedürfnis mir etwas zu Gönnen und esse somit ab und an zwischen 18 und 21 Uhr das Meiste. Oft rufe ich auch beim Lieferservice an und bestelle mir was Warmes, obwohl ich schon zum Mittag eine warme, selbstgekochte Mahlzeit hatte. Das Essen befriedigt mich dann auch, aber gleichzeitig kommen diese Schuldgefühle, dieses "Das hätte jetzt nicht sein müssen".

      Es gibt Phasen, wo es monatelang nicht so ist und dann wieder eins, zwei Wochen, wo ich dreimal die Woche den Lieferdienst bemühe. Meistens ist es in den Zeiten so, wo ich in mir drin eine Unruhe gemischt mit tiefer Traurigkeit spüre. Was mir fehlt weiß ich nicht. Vielleicht mehr Zuwendung?! Ich bin schon immer eher eine Einzelgängerin gewesen, ich habe gelernt alle Dinge selbstständig und allein zu erledigen, sich auf niemanden verlassen zu können. Ich habe zwar sehr gute Freunde, die allerdings weit weg wohnen und auch nicht immer erreichbar sind, wenn ich mal wieder so einen Anfall von Einsamkeit habe. Manchmal schaffe ich es mich durch etwas anderes abzulenken (lesen, DVD gucken, Beautyprogramm mit Peeling, Masken, Nägel lackieren etc.) oder liege einfach nur im Bett und lasse den Tränen freien lauf.

      Aber ich habe auch oft ein regelrechtes Verlangen nach bestimmten Gerichten z.B. das lecker Thai Curry vom Chinesen oder einer leckeren vegetarischen Pfanne vom Inder. Am letzten Wochenende habe ich jeden Tag 100g Reismilchschoki gegessen (die nimmt sich nichts mit Vollmilchschoki von den kcal her), einfach weil ich das Gefühl hatte jetzt genau das zu brauchen. Dafür esse ich in der Woche nie Süßes, weil ich es da einfach nicht brauche und lieber Obst esse. Gutes Essen setzt bei mir Glücksgefühle frei und vielleicht kommt daher das Verlangen. Ich bin traurig und jappse nach Glück, welches ich dann durch Essen suche, weil es sich alleine nicht einstellt. Allerdings ist es auch normal, dass man nicht immer glücklich ist, entgegen all dessen, was uns immer so suggeriert wird. Niemand ist permanent gut gelaunt und super zufrieden, aber einem wird eingeredet, dass man das zu sein hat.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Sassy ()

    • Ich kenne diese Phasen mit diesem extremen Verlangen nach Süssigkeiten auch ganz gut. Früher habe ich auch immer versucht das zu reglementieren und fühlte mich entsetzlich, wenn ich "versagt" habe.
      Eine Therapeutin gab mir dann den Rat, es einfach mal zu lassen. Da bekam ich es richtig mit der Angst zu tun. Was würde passieren, wenn ich diesem Bedürfnis nachgeben würde? Ich dachte, dass ich innerhalb kürzester Zeit Tonnen an Gewicht zunehemen würde. Nach ca. vier Wochen war ich total erstaunt, dass sich am Gewicht gar nichts verändert hatte. Allerdings fühlte ich mich wesentlich freier und mit der Zeit ließen diese negativen Gedanken und Zwänge tatsächlich auf. Gleichzeitig stellte ich fest, dass ich durchaus auch Appetit auf "gesunde" Lebensmittel hatte.
      Heute passiert es mir nur noch ganz selten, dass sich diese Gedanken des Versagens einschleichen. :smile2:
    • Hallo,
      also heute beim Abendessen hab ich mir was kurioses gedacht: Auf der einen Seite esse ich zuviel und manchmal denke ich: Was denken DIE sich dabei?

      Es gab Nudeln mit Riccotta-Pesto. Und zwar so ein kleines 200gr. Glässchen von einer bekannten Nudelfirma. Nennen wir sie mal Carrillo.:-D
      Im Ernst: Wer nimmt sich denn nur 1-2 Teelöffel zu einer Portion Nudeln??? Da schmeckt man ja garnichts. Auch keinen Hauch von irgendwas. Jedenfalls ist tatsächlich ein ganzes Glässchen auf meinen Nudeln (mit Nachschlag) gelandet und ich finde, dass da garnicht sooo viel drin war..:-D

      elefäntchen
    • elefäntchen schrieb:


      also heute beim Abendessen hab ich mir was kurioses gedacht: Auf der einen Seite esse ich zuviel und manchmal denke ich: Was denken DIE sich dabei?


      Ich glaube, ich habe nicht ganz verstanden, was du meinst. D.h., ich moechte nur ungern hineininterpretieren, deswegen sage ich nichts von meiner Vermutung. Wer sind DIE?

      Ansonsten geht es wirklich nicht darum, wie viel man isst, sondern darum, wie man sich davor, waehrenddessen und danach fuehlt. Und was man denkt.

      Mir koennen z.B. Leute gestohlen bleiben, die raten, Oel beim Braten entweder gar nicht zu verwenden oder peinlich genau abmessen. Ich brauche Oel fuers Anbraten. Sonst schmeckt es mir persoenlich nicht!

      Wenn es aber jemandem auch ohne Oel schmeckt -- bitte, ich habe nichts dagegen. Soll mir bloss keiner versuchen, seinen eigenen Geschmack und sein Lebensstil aufzudraengen.

      Und uebrigens, Vorliebe fuer bestimmte Konsistenzen und Geschmacksrichtungen, genauso wie Vorliebe fuer grosse oder kleine Portionen, scheint viel mehr mit Genen zu tun haben als mit Willenskraft.

      Ich selber habe auch so meine Minuten, wo ich denke: War das, was ich gerade gegessen habe, zu fett? Oder war es zu viel? Und ehrlich gesagt, ich habe keine gute Antwort darauf. Ich weiss nur, ob ich mich nach einem Essen gut oder schlecht fuehle. Koennte ich anders essen? Weniger Fett, weniger Fleisch? Ich weiss nicht. Ich moechte auch nicht unbedingt herum experimentieren.

      Ich bin naemlich so unglaublich froh darueber, dass ich schon (fast) vergessen habe, wie sich ein Essanfall anfuehlt... Und wenn ich keine Essanfaelle habe, dann ist es zumindest ein Indiz dafuer, dass ich fuer mich persoenlich das Richtige esse und in richtigen Mengen. Auch wenn es "zu" fett ist. :rolleyes: Aber ganz sicher bin ich mir da trotzdem nicht... :confused: