Das Adipositas-Paradoxon

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    • Das habe ich Flowergirl, falsche Schlange wie ich bin, natürlich nicht ohne anzumerken dass ich von Medizin keine Ahnung habe, und gerne wissen wollte was der BMI denn sei - ich bin ja auch kein Arzt. Zumindest dass ist korrekt gewesen... :D

      Die Erklärung war, weil es der beste und sicherste Weg sei die Gewichtsprobleme eines Menschen einzuschätzen, und zu sichern dass eine solche Operation kein unnötiges Risiko darstellen würde. Der Mann war sogar bereit meinen BMI um zwei Punkte nach oben zu schustern, damit ich armes, verzweifeltes Etwas auch in den Genuss dieser medizinischen "Errungenschaft" kommen könne.

      Nachdem ich dann jedoch den Körperfettanteil einbrachte, und fragte ob dies nicht sinnvoller als Bemessungsgrundlage sei, war das Gespräch recht schnell vorbei. Der gute Arzt hatte nicht die Zeit sich mit Querolanten und Möchtegern-Doktoren zu streiten... *seufz*
    • Ich denke nicht, dass 130kg ein Gewicht ist, welches man nur durch Operationen "bekämpfen" kann.
      Wie wäre es denn einen anderen Arzt mal aufzusuchen und nach dessen Meinung zu fragen? :)
    • @ flowergirl

      Ich hab noch etwas mehr an Kilo`s zu bieten und wollte auch eine Op machen lassen.
      Aufgrund meiner weiteren Erkrankungen ist das Risiko noch mal enorm erhöht. Hab aber dass Gefühl dieser Arzt wollte mir nur was verkaufen.

      Als ich meine Bedenken äußerte, lachte er nur und sagte: " Es ist doch völlig egal, ob ich während seiner OP sterbe oder später an meinen Krankheiten.
      Ich dachte ich höre nicht richtig.
      Dann sterb ich lieber später und geb die Hoffnung und die Versuche nicht auf ein paar Kilos durch Diäten zu verlieren.

      Man darf auch nicht vergessen, dass immer noch Menschen bis zu 2 Jahre später an den Folgen dieser Op sterben.
    • Caro schrieb:


      Als ich meine Bedenken äußerte, lachte er nur und sagte: " Es ist doch völlig egal, ob ich während seiner OP sterbe oder später an meinen Krankheiten.
      Ich dachte ich höre nicht richtig.
      Dann sterb ich lieber später und geb die Hoffnung und die Versuche nicht auf ein paar Kilos durch Diäten zu verlieren.



      Das ist sowas von Menschenverachtend:mad:. Unfassbar!

      LG Finchen
    • Caro schrieb:

      Als ich meine Bedenken äußerte, lachte er nur und sagte: " Es ist doch völlig egal, ob ich während seiner OP sterbe oder später an meinen Krankheiten.

      ...

      Man darf auch nicht vergessen, dass immer noch Menschen bis zu 2 Jahre später an den Folgen dieser Op sterben.

      Solchen Irren - sorry, aber Arzt ist dass nicht - sollte man die Zulassung entziehen!!!! :mad::mad:
    • @Caro
      ...also das geht ja mal gar nicht! Was war denn das bitte für ein Arzt? Ich hoffe für dich das du einen anderen, vertrauenswürdigen Doktor gefunden hast!? Wenn mir das passiert wäre, könnte ich nicht mehr mit der Person über meine Probleme sprechen... Und ich denke das macht doch ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis aus! Basierend auf Vertrauen und Wertschätzung! Und in seiner beratenden Funktion muss er doch auch Ängste und Zweifel annehmen können... Aber wie du schon sagtest, du bist somit einigen Schmerzen und möglichen negativen Folgen entgangen. Professionell war der Arzt trotzdem nicht! Schwere Defizite im Bereich der sozialen Kompetenz.
      Liebe Grüße Julie
    • Adipositas-Paradoxon (Deutsches Ärzteblatt)

      Ich wollte es nicht versäumen, hier einen Link weiterzugeben von einem heute publizierten Artikel des Ärzteblattes. Der Titel lautet: Adipositas-Paradoxon: Übergewicht senkt Sterblichkeit – ein wenig.
      Gut, die meisten von uns bringen weit mehr auf die Waage als leichtes Übergewicht, trotzdem hat die Studie Aussagekraft und ist nicht nur eine Wischiwaschi-Aktion mit einer handvoll Teilnehmern.

      Artikel schrieb:

      Mit 97 zugrunde gelegten Studien und 2,88 Millionen Teilnehmern ist die Meta-Analyse von Katherine Flegal die bisher umfangreichste Untersuchung über den Einfluss des Body-Mass-Index (BMI) auf die Sterberate. Und wie in etlichen früheren Untersuchungen kommt auch die Forscherin des US-National Center for Health Statistics (CDC) in Hyattsville, Maryland zu dem paradoxen Ergebnis, dass Übergewichtige (BMI 25-29,9) eine niedrigere Sterblichkeit haben als Normalgewichtige (BMJ 18,5-25,9).
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
      [/CENTER]
      [/SIZE]
    • Eine fruehere Studie von Flegal (die aus dem Jahr 2005) wurde bereits im Buch "Lizenz zum Essen" von Gunter Frank zitiert. Sie wird auch in diesem Artikel erwaehnt.

      Was ich aber sehr interessant finde, ist die Bezeichnung "Paradoxon". Niemand sagt, dass die fruehere Daten und Analysen, die den dicken Menschen diese ganze Hetze und den fruehen tragischen Tod aufgebuerdet haben, moeglicherweise falsch waren. Methodisch falsch, oder unvollstaendig, oder einfach nur veraltet.

      Nein, man versucht zu erklaeren, warum die aktuelle Analyse von Flegel doch nicht richtig sein koennten. Man geht auf alle moegliche (teils recht abstruse) Seiteneffekte ein, die die Analyse von Flegal verfaelscht haben konnten.

      Und erst recht interessant finde ich die Interpretation der gleichen Pressemeldung beim GMX (wer sich nicht aufregen moechte, sollte sie allerdings nicht lesen). Da steht es doch gleich, dass dicke Leute trotzdem abnehmen sollten, weil "dick" sehr-sehr boese ist. Egal, was die Daten sagen. :rolleyes: Und das Ganze ist auch noch so aufgeschrieben, als ob das auch in der Untersuchung von Flegal steht. :wand:

      Ach ja, und der letzte gemeine Seitenhieb vom Aerzteblatt ist auch so nett: Man will unbedingt doch herausfinden, dass bei den dicken Menschen doch etwas nicht stimmt.

      Es könnte aber auch sein, dass der BMI ganz einfach nicht der richtige Parameter ist, um das Übergewicht zu bewerten.


      Also, die Forschungsfrage lautet: Wie (um Gottes Willen!!!) kann man bloss das Uebergewicht so messen, dass alles wieder "richtig" ist und den dicken Menschen weiterhin Angst und schlechtes Gewissen gemacht werden kann? :hilfe1:
    • Man könnte sich ja auch mal fragen, ob man überhaupt noch von Übergewicht sprechen darf, wenn es entgegen den Erwartungen einen positiven Effekt hat. Aber wie du schon sagst, was einfach nicht sein darf, das nicht sein kann. :cool:
    • Ich habe in den letzten Tagen einige Meldungen zu diesem Thema gefunden, das wird in verschiedensten Onlineblättern derzeit präsentiert und auch diskutiert. Aus den Kommentaren liest man, dass einige Leser es nicht so recht glauben wollen. Ich kann die Leute sogar verstehen. Viele, die auch nur wenige Kilos über der berüchtigten BMI 25 Grenze landeten mussten sich von Ärzten und anderen gutmeinenden Menschen anhören, dass sie unbedingt abnehmen müssen. Viele haben sich gemüht und bemüht und das jedes Jahr wieder und dann liest man sowas, dass alles am Ende sogar lebensverkürzend sich auswirken könnte. Da muss der Frust hochkommen und die Verweigerung, das zu glauben, ist die Konsequenz.

      Für mein Blog habe ich die Originalmeldung gesucht und gefunden, hier: jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1555137.

      Ziemlich lang - und was mir fehlt, sind die Zahlen für die Untergewichtigen. So ist die Kurve für mich zu einseitig.
      Da war die alte Studie aus dem Jahre 2005 ausgewogener, wenn ich mich richtig erinnere.
    • Muminfrau schrieb:



      Ach ja, und der letzte gemeine Seitenhieb vom Aerzteblatt ist auch so nett: Man will unbedingt doch herausfinden, dass bei den dicken Menschen doch etwas nicht stimmt.



      Also, die Forschungsfrage lautet: Wie (um Gottes Willen!!!) kann man bloss das Uebergewicht so messen, dass alles wieder "richtig" ist und den dicken Menschen weiterhin Angst und schlechtes Gewissen gemacht werden kann? :hilfe1:


      Das ist ganz einfach, es kann nicht sein, was nicht sein darf. Wer gibt schon gerne seine Lieblingsprügelknaben auf? Auf andere wie z.B. Ausländer darf man nicht mehr los, weil politisch nicht korrekt. Die Rauchen hat man schon durch, das gibt keine Schlagzeilen mehr. Und jetzt sollen auch noch die Dicken nicht mehr getreten werden dürfen. Wo kommen wir denn da hin!! :ironie:

      LG Finchen
    • Finchen schrieb:

      Das ist ganz einfach, es kann nicht sein, was nicht sein darf. Wer gibt schon gerne seine Lieblingsprügelknaben auf? Auf andere wie z.B. Ausländer darf man nicht mehr los, weil politisch nicht korrekt. Die Rauchen hat man schon durch, das gibt keine Schlagzeilen mehr. Und jetzt sollen auch noch die Dicken nicht mehr getreten werden dürfen. Wo kommen wir denn da hin!! :ironie:

      LG Finchen


      Finchen hat den Nagel auf den Kopf getroffen.
      [CENTER]Summ summ summ
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