Die bittere Wahrheit

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    • Es stimmt schon:

      Wenn ich die Wahl habe, am Salatbüffet im Restaurant, dann lasse ich die bitteren Sorten links liegen. Sind sie aber das, was mir fehlen könnte? Ich weiß es nicht. Was ich nicht gerne esse, kann nicht gesund sein? Vielleicht ist es eher eine Sache des Trainings. So wie mit Zucker. Zuerst habe ich nur noch halb so viel pro Tasse reingetan, inzwischen brauche ich gar keinen mehr. Kann ich diese Methode auch Salat anwenden? Mal sehen . . .
    • Es ist mir nicht neu, dass Bitterstoffe aus Früchten und Gemüse weggezüchtet werden, genau wie man beispielsweise Äpfel oft süßer züchtet und die Säure verdrängt. Aber ich hatte noch nie so ausführlich gelesen mit Verweis auf die Rehe.
      Ich mag Chicorée sehr gerne, habe den aber nie als eine Art von Appetitbremse empfunden. Radieschen kann ich auch in großen Mengen vertilgen - die nehme ich überhaupt nicht als bitter wahr, sondern genieße die leichte Schärfe. OB das auch an den Züchtungen liegt? Ähnlich geht es mir mit Rucola, den ich nicht besonders bitter wahrnehme.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
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    • Interessant. Ich habe in meiner Kindheit (nicht in Deutschland) sehr gerne Grapefruit gegessen. Es war sehr bitter, und ich musste die Schale von den einzelnen Segmenten entfernen, sonst war es nicht geniessbar. Aber gleichzeitig gab die Bitterkeit diesen Obst den noetigen Kick.

      Als ich hier mal eine Grapefruit probiert habe, fand ich sie sehr fad und ruehere die Dinger seitdem nicht an. Ich finde sie nur noch widerlich.

      Was mir an diesem Artikel allerdings intensiv missfaellt, ist dieses Katalog von "guten" (also, bitteren) Lebensmitteln, und die mehrmals wiederoholte Halbfrage/Halbbehauptung, Bittersotffe wuerden uns von "Zivilisationskrankheiten" erloesen. :rolleyes:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Muminfrau ()

    • Klangola schrieb:

      Kann ich diese Methode auch Salat anwenden? Mal sehen . . .
      Warum solltest du? Der Geschmack Bitter ist eigentlich eine Warnung vor Giftstoffen. Wenn du keine bitteren Salate magst, dann hat das sicherlich einen biologischen Grund. Du wirst wahrscheinlich nicht tot umfallen, aber es könnte gut sein dass du die entsprechenden Sorten einfach nicht so gut verträgst. Und die Auswahl an für dich gut schmeckenden Salatsorten ist doch sicherlich noch groß genug.


      Ich mochte Rosenkohl schon als Kind gerne, unser Sohn mag ihn bis heute nicht. Dann isst er eben keinen. Rote Beete mag ich nur gekocht. Neulich habe ich sie bei einer Einladung als Rohkost gegessen - und hatte die ganze Nacht Bauchgrimmen.
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    • Hm, sehr eigenartig. Ich (dick) liebe die genannten Bitterstoffe (Grapefruit, Rosenkohl, Chicoree, Ingwer, Radiccio, Rucola ...). Für meinen Mann (schlank) ist ein Essen mit einem Rucola-Blättchen schon fast verdorben. Wie soll man das denn nun deuten?
      Egal, ich mach mir weiterhin mein Töpfchen Rosenkohl.

      Marylou
    • Ich finds interessant, wie sich Reaktionen meines Körpers irgendwann später als richtig und gut erweisen. Ich habe schon vor einiger Zeit, die vielen Knabbereien gegen Chicoreeblätter ausgetauscht, die lassen sich genauso wie Chips knabbern, schmecken mir wirklich gut, und scheinen genau das richtige zu sein. Genau so wie meine "Geheimwaffe" gegen Sodbrennen: Mandarinen (in der Schwangerschaft sogar Zitronen). Alle Leute schütteln den Kopf, aber bei mir hilft es und irgendwann später hab ich dann mal gelesen, dass die Fruchtsäure dem Magen signalisiert, dass genug Säure da ist, und er keine mehr produzieren soll. Ich hab keine Ahnung ob das so stimmt und noch aktuell ist, aber mir sagt es, dass ich mir viel mehr Zeit nehmen muss um auf meinen Körper zu hören, der weiß immer noch was gut ist für mich. Danke, lieber Körper
    • Ich hab nichts weiter gegen bitter. Was ich schlecht vertrage ist sauer, vor allem wenn bitter dabei fehlt.
      Ich esse zB gerne Granatapfel und Cranberrys, mit Essig aber kann man mich jagen.
      Ich persönlich denke, dass es die Mischung macht, und dasss selbige bei jedem doch recht individuell ist.

      Gruß
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • Nordlicht schrieb:

      mit Essig aber kann man mich jagen.
      Ich dagegen mag gerne sauren Salat. Gibt es des öfteren - Eierkuchen und Salat. Alle Feinschmecker bitte weglesen :D - ich schütte dann die Salatsauce mit Essig über die Dinger und bade die darin - lecker.

      Bitter dagegen mag ich gar nicht. Und wie man Rucola essen kann, werde ich nie verstehen, der iss widerlich :rolleyes:
    • Ich vermisse in der europäischen Küche das Bittere. Bei den Indern gibt es eine Gurkenfrucht, die Kareela oder Bitter Cucumber. Roh gegessen kräuseln sich einem die Zehennägel, so bitter ist das Teil, aber mit Kokos-Ingwer-Curry und Joghurt schmeckt das fantastisch.
      Im Ayurveda heißt es, dass seelische und körperliche Zustände durch das Essen beeinflusst werden und umgekehrt. Der im Westen vorherrschende Geschmack ist süß - sogar die Essiggurken werden in für mich ungenießbarem Maße gezuckert, würg!
      Ein Übermaß an Süßem würde laut Ayurveda zu infantilem Denken und Verhalten führen, was ich langsam zu glauben anfange, wenn ich manche Zeitgenossen so betrachte.
      Meine indischen Kollegen wundern sich jedenfalls, dass bei uns so gut wie gar nichts Bitteres oder Scharfes gegessen wird. (Was wir hierzulande scharf oder bitter nennen, geht in Indien als Babynahrung durch....) Ich vergreife mich im Frühjahr am Löwenzahn im Garten, Chicoree und Radicchio finde ich noch nicht bitter genug für den "Kick".
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Prinzipiell finde ich es merkwürdig, wenn man dazu auffordert bittere Dinge als Eßbremse zu proklamieren. Der Autor des Artikels sagt ja selbst, dass bitteres als Fraßschutz dient. Man kann also bei Substanzen, die dem Fraßschutz dienen zurecht annehmen, dass diese auch sonst schaden.
    • Warum trinkt man dann vor dem Essen als Aperitif einen Bitter? Dadurch soll die Sekretion von Verdauungssäften angeregt werden, also eher das Gegenteil von Essbremse.
      Aber wie immer, mit den Stichworten "schlank", "Essbremse" blabla meinen gewisse Leute den großen Reibach machen zu können.

      Meine eigene persönliche Erfahrung ist, dass Bitteres auf mich eine seelisch stärkende Wirkung hat. Süßes tröstet und streichelt (und es stimmt: indische und arabische Süßigkeiten sind richtig SÜSS, ich krieg davon keinen Bissen runter), Scharfes putscht mich auf, aber Bitteres klärt, hilft meine chaotischen Emotionen aufs Wesentliche zu konzentrieren.

      Was die sogenannten Fraßgifte angeht: die Frage ist, welcher Fressfeind abgewehrt werden soll. Käfer, Vögel, Mäuse? Wie überall entscheidet die Dosis, ob ein Stoff ein Gift oder ein Heilmittel ist. Es ist auch individuell unterschiedlich, wie große Dosen der Einzelne verträgt oder sogar braucht, und es gibt Gewöhnungseffekte, individuell und im Laufe der Evolution.

      Es muss jedem selbst überlassen bleiben, ob er süß, bitter, scharf oder salzig isst. Ich finde es aber schade, dass gerade Bitteres hierzulande kaum erhältlich ist. In alten Kochbüchern wird immer hingewiesen, dass Gurken oder Auberginen bitter sind, das habe ich noch nie so empfunden.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Bei den Gurken scheint das bittere rausgezüchtet worden zu sein. Ich kann mich noch erinnern, dass wir als Kinder die Gurken immer von der Blüte zum Stiel schälen mussten, damit das Bittere nicht über die ganze Gurke verteilt wird. Und das war richtig bitter, nicht so wie bei Chicoree. Übrigens habe ich die "Stämme" vom Blattsalat auch leicht bitter in Erinnerung, wir Kinder wollten trotzdem immer das Salatbäumchen (Stiel und die gaaanz kleinen inneren Blättchen).
    • Das mit den Gurken kann ich bezeugen!

      Und in vielen (alten?) italienischen Rezepten wird Aubergine erstmal irgendwie bearbeitet (weiss nicht mehr, wie), damit die Bitterkeit entfernt wird. Habe es aber nie noetig gehabt. Deswegen weiss ich nicht mehr, was da gemacht werden musste.
    • Muminfrau schrieb:

      Das mit den Gurken kann ich bezeugen!

      Und in vielen (alten?) italienischen Rezepten wird Aubergine erstmal irgendwie bearbeitet (weiss nicht mehr, wie), damit die Bitterkeit entfernt wird. Habe es aber nie noetig gehabt. Deswegen weiss ich nicht mehr, was da gemacht werden musste.


      Auberginen wurden aufgeschnitten und gesalzen und man liess sie einige Zeit dann schwitzen