Alte Menschen in unserem Land

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    • Alte Menschen in unserem Land

      Kettenmail gelöscht.

      Es ist sicher notwendig etwas gegen Zustände, wie sie im Folgenden geschildert werden (Überlastung der Pflegepersonen) zu unternehmen, populistische, tendenziöse und einfach dumme Hetzmails werden die Situation aber sicher nicht verbessern. Da wäre solidarisches Handeln gefragt.


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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rita ()

    • Ich kenne das Gedankenexperiment irgendwo her. Mir fällt es nur gerade nicht ein.

      Grundsätzlich muss ich dem zustimmen; in den Pflegeheimen läuft so Einiges gewaltig falsch. Meine Oma ist seit ca. vier Jahren in so einer Einrichtung untergebracht, welche noch eine ist, die zu den "Besseren" gehört.
      Was sie da erzählt, wenn wir sie besuchen oder auch das, was ich dort mitbekomme ist alles andere als angemessen im Umgang mit alten und kranken Menschen.

      Allerdings sind das, meiner Meinung nach, systemimmanente Probleme. Es fehlt an gut ausgebildeten, motivierten Pflegekräften. Warum ist das so? Zum Einen sind die ziemlich teuer, denn einer ausgebildeten Pflegekraft muss man mehr Lohn zahlen, als beispielsweise an einen Zivi oder einer ABM Kraft, welche selbstverständlich oftmals das gleiche Arbeitspensum bewältigen müssen. Allgemein ist der Job für den Arbeitsauffand recht gering bezahlt, weshalb es glaube ich auch wenige Menschen gibt, die für so geringes Geld arbeiten wollen. Sicher muss man davon ausgehen, dass man so einen Job in erster Linie aus Spaß macht d.h. weil man den bedürftigen Menschen gerne helfen möchte. Allerdings nützt das alles wenig, wenn man dafür selbst am Hungertuch nagen muss.

      Dazu kommt der Fakt, dass die Bevölkerung immer älter wird. Es werden also immer mehr Heimplätze benötigt, mehr Heime gebaut etc. Gleichzeitig kommen die Pflegekräfte nicht hinterher, all diese Bedürftigen zu betreuen. Selbst wenn man allen Patienten gerecht werden möchte, ist das oft nicht zu bewältigen. Zu viele Menschen, zu wenig Pflegekräfte. Das da keine Zeit besteht sich um jeden intensiv zu kümmern ist nur eine Folge davon. Es ist traurig und schlimm, aber keinesfalls vom System von vornerein gewollt.

      Ich glaube kaum, dass die meisten Pflegekräfte zwar Zeit hätten, sich um jeden zu kümmern, aber lieber den halben Tag Kaffee trinken und absichtlich ihre Patienten so behandeln. Die meisten Leute die ich kenne und die in diesem Bereich arbeiten sind sehr bemüht und leiden unter der Situation aus Zeitmangel etc. den Leuten nicht genügend helfen zu können.

      Das Gedankenexperiment halte ich allerdings für problematisch. Sicher ist die Diskrepanz zwischen der "Versorgung" von Verbrechern und von älteren, kranken Menschen enorm. Aber ein Gefängnis ist kein Luxushotel, auch wenn es in dieser Beschreibung so anmutet.
      Auch wenn jemand etwas verbrochen hat, darf man ihn nicht menschenunwürdig behandeln.

      Ich finde diese Bereiche zu tauschen, die eigentlich nichts miteinander gemeinsam haben sehr schwierig.

      Das viele alte Menschen menschenunwürdig behandelt werden ist ein Fakt. Aber damit zu rechtfertigen Verbrecher so zu behandeln halte ich für falsch. Denn niemand hat es verdient unter solchen Bedingungen sein Dasein fristen zu müssen. Die Würde eines Menschen kann man ihm nicht aberkennen, egal was er getan oder nicht getan hat. Dann können wir auch gleich Selbstjustiz und Todesstrafe wieder einführen.

      Man muss die Probleme in den Einrichtungen bzw. in den dazugehörigen Kreisen lösen und nicht auf andere Bereiche zeigen, in denen angeblich soviel Unrecht herrscht. Das macht es nicht besser. Sicher stößt es sauer auf, wenn man in so einer Einrichtung das Elend sieht, etwas tun möchte, es aber aufgrund äußerer Rahmenbedingungen nicht kann. Und dahingehend wird sich in unserem Gesundheitssystem noch so Vieles ändern müssen, da es ja immer mehr alte Menschen werden. Aber Pflegeheim mit Gefängnissen zu tauschen und das als auf die Gesellschaft übertragbar zu betrachen..wie gesagt...problematisch.

      Da könnte ich jetzt auch anfangen gegen die Sozialhilfeempfänger zu wettern, weil sie keine Miete etc. zahlen müssen und viele meiner Kommilitonen mehrere Jobs haben, um ihre Miete zahlen zu können. Das macht das Problem aber nicht zunichte. Die Verhältnisse müssen insgesamt geändert werden, ein bloßer Tausch reicht da bei weitem nicht aus. Genau so wenig wie dieses schwarz/weiß Denken die Probleme löst...ich glaube kaum, dass alle Gefängnisse diesen "Komfort" bieten bzw. das alle Verbrecher sitzen, weil sie ihre Tat so toll fanden (bei voller psychischer Gesundheit natürlich!). Genauso wenig ist jeder Sozialhilfeempfänger freiwillig in seiner Situation. Pauschalisierungen sind immer mit Vorsicht zu genießen.

      Meine Meinung.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sassy ()

    • Eine examinierte Kraft, eine Altenpflegehelferin, vllt. mit Glück noch ein Praktikant oder Zivi Morgens um 7 auf einer Station mit 30 Leuten, 10 davon Pflegestufe III,- die alle binnen einer Stunde fix und fertig am Frühstückstisch sitzen müssen.

      Mittags um 12, eine Aushilfe die 15 Leuten Essen reichen und selbige danach noch frisch machen muss. Der einzige Wärmewagen steht unten im großen Speisesaal, die Einrichtung kann sich keinen weiteren leisten. Mikrowellen gibt es nur in der Großküche zu der man als Pflegekraft a) aus hygienischen Gründen in der Regel keinen Zutritt hat und die einem b) den Vogel zeigen, wenn man etwas warm gemacht haben möchte. Zurecht,- weil die 3 Leute die 50 Personen + Personal mit Essen versorgen müssen in Arbeit ersticken.

      Als examinierte Kraft schiebt man Überstunden ohne Ende, weil man ja auch noch den ganzen Papierkram machen muss und die Azubis wollen ja ebenfalls betreut werden.

      Man arbeitet teilweise 10 oder mehr Tage am Stück, hat einen Tag frei und dann gehts direkt wieder so weiter. Oder man hat einen Tag Spätschicht, kommt um 21 Uhr aus dem Laden raus und kann am nächsten Morgen um 6 direkt wieder zur Frühschicht antanzen. Arbeitsrechtlich natürlich nicht zulässig, aber meistens geht es eben nicht anders. Nachtschichten. Wochenend- und Feiertagsdienst inklusive.

      So kommt man gut und gerne auf 200 Stunden + im Monat, macht einen absoluten Knochenjob und am Ende kommen dann mit Glück und guter Steuerklasse 1200 Netto raus.

      Herzlichen Glückwunsch. Mehr muss man dazu echt nicht sagen.

      Und das ist jetzt nicht total übertrieben sondern die Realität. Das unterm Strich natürlich die alten Menschen darunter leiden ist klar, aber die Schuld ist nicht bei den Pflegern zu suchen, den die geben alle ihr Bestes.
      [CENTER][SIZE=2]Time has come for the crow to fly away.
      [SIZE=1](Avantasia - The Scarecrow)[/SIZE]
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    • Taborea schrieb:


      Und das ist jetzt nicht total übertrieben sondern die Realität. Das unterm Strich natürlich die alten Menschen darunter leiden ist klar, aber die Schuld ist nicht bei den Pflegern zu suchen, den die geben alle ihr Bestes.



      Eben. Genau das Selbe sagt meine Bekannte auch, die in einem Heim arbeitet. Sie routiert und routiert, wird schlecht bezahlt (aber sie ist froh überhaupt einen Job zu haben!) und es tut ihr Leid, dass nicht mehr drin ist.

      Das Problem sind nicht die angeblich unmotivierten und "kaltherzigen" Pflegekräfte, sondern zuviele Patienten pro Kraft plus zu wenig Zeit. Das am Ende die Patienten drunter leiden ist schlimm, aber mit so einem System nicht zu vermeiden.
      Da müsste man sich eher fragen, was man tun kann, damit diese Defizite ausgeglichen werden, und zwar direkt vor Ort.
      Ich stecke leider nicht drin, aber ich glaube es wäre vielleicht hilfreich mehr Freiwillige zu werben, sicher gibt es viele Menschen, die zwar nicht den Beruf des Pflegers gelernt haben, aber trotzdem gerne alten Menschen Gesellschaft leisten.
      Von größeren Veränderungen mal ganz abgesehen. Jedenfalls müssen die wenigen Kräft entlastet werden, das würde auch den Patienten zu Gute kommen, denke ich. Ich glaube was auch förderlich wäre, ist den Beruf Pflegekraft attraktiver zu gestalten, damit sich mehr Menschen dafür begeistern können. Aber wie gesagt, ich kann nur Vermutungen anstellen.
    • aber ich glaube es wäre vielleicht hilfreich mehr Freiwillige zu werben, sicher gibt es viele Menschen, die zwar nicht den Beruf des Pflegers gelernt haben, aber trotzdem gerne alten Menschen Gesellschaft leisten.


      Genau das würde dazu führen, dass noch weniger examinierte Kräfte eingestellt werden. Als ausgebildete Pflegerin kann ich ja schon froh sein, wenn ich überhaupt eine unterbezahlte, befristete Aushilfsstelle finde.

      Das Problem liegt nicht darin, die alten Leute ausreichend zu bespaßen. Dafür gibt es genug Zivis, Praktikanten und Azubis. Die pflegerische und medizinische Versorgung muss abgedeckt und das können nur ausgebildete Kräfte leisten,- aber so wie sich die Situation in den Einrichtungen mittlerweile darstellt, ist eben nicht mehr als das Nötigste drin.

      Ich würde die Leute auch gerne gründlich duschen, cremen, die Haare schön zurecht machen, was nettes zu Anziehen raussuchen, mich in Ruhe mit denen unterhalten.. Geht aber nicht. Nicht weil ich es nicht wollte, nein,- sondern weil es die Situation einfach nicht hergibt. Ich habe pro Person Morgens 10 Min. Zeit und dann muss dieser Mensch fix & fertig am Frühstückstisch sitzen. Und das auch nur bei Leuten ab Pflegestufe II. Bei Pflegestufe I ist das nicht mal mit einkalkuliert, obwohl diese Leute auch meistens Hilfe brauchen.

      Ich finde es nicht nur ärgerlich nicht so arbeiten zu können wie ich das gerne möchte, sondern im Grunde ist es auch ein hohes Risiko für mich. Denn ich bin gezwungen, Aufgaben an Leute zu übertragen, die dafür eigentlich nicht geeignet sind, sprich Zivis usw. Wenn die was falsch machen, bin ich dafür verantwortlich und muss den Kopf hinhalten.

      Genau deswegen regen mich solche Texte wahnsinnig auf. Allein Verbrecher mit alten Menschen zu vergleichen... Da merkt man, dass da Leute am Werk sind, die überhaupt gar keine Ahnung haben von was sie da eigentlich reden.

      Ein durchschnittlicher Verbrecher, sofern nicht psychisch gestört, kann Morgens allein aufstehen, allein duschen, sich allein anziehen, allein laufen, ohne Hilfe Essen, ins Bett gehen und ist meistens auch noch klar im Kopf oder zumindest ansprechbar. Die müssen zwar beaufsichtigt werden aber man kann sie trotzdem weitestgehend sich selbst überlassen bzw. sie brauchen keine Hilfe bei alltäglichen Angelegenheiten. Alte, bestenfalls demente Menschen hingegen schon und das nicht gerade wenig. Allein deswegen hinkt dieser Vergleich ganz gewaltig.

      Was mich aber noch am meisten aufregt, dass immer mit dem Finger auf die gezeigt wird, die am aller wenigsten dafür können, nämlich die Pfleger. Die ganzen Gesundheitsreformen, Kürzen und hastnichgesehn, werden auf unserem Rücken ausgetragen und wir müssen zusehen wie wir unseren Job machen.

      Hätten die Einrichtungen mehr Geld, könnten die sich mehr Fachpersonal leisten, was die Situation deutlich verbessern würde. Allein wenn ich mir meine alte Station anschaue. 12 Mitarbeiter, 3 examinierte Pfleger, 4 Pflegehelfe sprich "bessere" Aushilfen, Rest Zivis und Azubis..
      Die pflegesätze, ja die komplette Pflegestruktur müsste komplett überarbeitet werden und vor allem müsste deutlich mehr Geld her.

      Und solange das nicht der Fall ist, werde ich nicht in diesen Beruf zurück kehren, auch wenn er mir wirklich Spaß gemacht hat. Aber ich will einen Job, der mich a) nicht verheizt und b) von dem ich Leben kann,- und zwar hier in Deutschland und nicht in Bangladesh.
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    • Taborea schrieb:

      ...Und solange das nicht der Fall ist, werde ich nicht in diesen Beruf zurück kehren, auch wenn er mir wirklich Spaß gemacht hat. Aber ich will einen Job, der mich a) nicht verheizt und b) von dem ich Leben kann,- und zwar hier in Deutschland und nicht in Bangladesh.

      Da sitmme ich dir voll zu. Ich hatte mir ja 2005 meinen "burn out" genommen und bin seitdem wieder alös Sachbearbeiterin im Büro tätig, wo ich die Frau B. bin und nicht mehr nur die Schwester Geli.
      Ich konnte und wollte diesen "Wahnsinn" der da abläuft nicht mehr mitmachen. Ich hätte jeden Tag bei Arbeitsbeginn mein Examen mit in den Spind sperren müssen, denn was man gelernt hat und was man dann tun kann/darf/soll, sind zwei völlig konträre Vorstellungen.
      [SIZE=1]-[SIZE=1]O-[/SIZE][/SIZE]
    • Dazu fällt mir ein Satz ein, den eine Frau von sich gab, die auf der Straße nach Leuten für "Reality-Shows" sucht, sie, wie sie selber sagte, "castet".
      Welche leute denn für sie interessant und welche uninteressant wären.
      Ihre Antwort:
      "Uninteressant sind alte Leute, Kranke und Behinderte.
      Interessant sind Dicke - die gehen immer - Hartz4-Empfänger...."
      und so weiter.

      Und auch wenn Folgendes jetzt zum Thema alte Menschen nicht so passt:
      Die letzte "Dicke" die sie gecastet hatte,
      "passte 100%tig, denn sie war nicht nur dick, sondern auch so schön passend schlampig..."

      So werden Bilder von Menschen kreiert:
      Dicke sind schlampig und Alte sind uninteressant.

      (Dies alles ist aus einer Reportage über den Wahrheitsgehalt von so genannten Reality-Shows. Lief vor kurzem im ARD)
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Taborea schrieb:


      Ich würde die Leute auch gerne gründlich duschen, cremen, die Haare schön zurecht machen, was nettes zu Anziehen raussuchen, mich in Ruhe mit denen unterhalten.. Geht aber nicht. Nicht weil ich es nicht wollte, nein,- sondern weil es die Situation einfach nicht hergibt. Ich habe pro Person Morgens 10 Min. Zeit und dann muss dieser Mensch fix & fertig am Frühstückstisch sitzen. Und das auch nur bei Leuten ab Pflegestufe II. Bei Pflegestufe I ist das nicht mal mit einkalkuliert, obwohl diese Leute auch meistens Hilfe brauchen.

      Ich finde es nicht nur ärgerlich nicht so arbeiten zu können wie ich das gerne möchte, sondern im Grunde ist es auch ein hohes Risiko für mich. Denn ich bin gezwungen, Aufgaben an Leute zu übertragen, die dafür eigentlich nicht geeignet sind, sprich Zivis usw. Wenn die was falsch machen, bin ich dafür verantwortlich und muss den Kopf hinhalten.



      Genau das muss doch ernormen Stress erzeugt haben oder? Ich finde es ist das Schlimmste direkt an der "Quelle" zu sein, sprich theoretisch helfen zu können, weil man dafür ausgebildet ist, aber nichts praktisch tun zu können, weil die Rahmenbedingungen dies verhindern.
      Man muss quasi zusehen und kann nichts tun, weil man auch nur ein Mensch ist und nicht Maschine, die funktioniert ohne Fehler zu machen.

      Ich habe Hochachtung vor Menschen, die sowas trotzdem aushalten und dabei immer darauf bedacht sind, dass die Patienten das nicht spüren.

      Leider wird dieses Berufsfeld in Zukunft immer wichtiger werden und da geht es nicht an, dass da solche Defizite herrschen. Leider entscheiden in Sachen Gesundheit und Pflege, glaube ich zumindest, immer Menschen, die nie unmittelbar vor Ort in so einer Einrichtung sitzen und dort tagtäglich sehen, wie es da zugeht. Traurig.
    • ja, ich arbeite auch in der Pflege.
      Ich hätte jeden Tag bei Arbeitsbeginn mein Examen mit in den Spind sperren müssen, denn was man gelernt hat und was man dann tun kann/darf/soll, sind zwei völlig konträre Vorstellungen.

      Da fällt mir gerade ein, bei uns hatte eine Schülerin vor ein paar Tagen ihre Abschlussprüfung. Im Anschluss konnte ich mich kurz mit der Lehrerin unterhalten und fragte sie, ob diese Prüfung, teilweise auch die Ausbildung nicht vollends an der Praxis vorbeirauschen.
      Diese Zeitvorgaben die man dort bekommt, das wäre im täglichen Pflegeleben Luxus.
      Sie schaute mich ganz entgeistert an, und weg war sie.
      Wobei ich jetzt in einem Haus arbeite, wo es nicht ganz so stressig zugeht. Für 8 Bewohner habe ich 180 min Zeit und der Luxus im haus bei uns sind ganz viele Ehrenamtliche, die früher auch in der Pflege waren. Die geben das Essen ein, gehen spazieren, setzen auch mal jemanden auf`s WC usw.
      Aber ich kenne es auch anders, mein Highlight waren 33 Bewohner zu zweit zu versorgen. Mit Mobbing und ein Gehalt im dreistelligen Nettobereich.
    • In Deutschland möchte ich nicht Alt sein.:eek:. Wie schon gesagt, der Fisch stinkt vom Kopf her. Wenn Regierung und Minister im Gesundheitswesen so sparen, kann nichts Gutes dabei rauskommen. Aber leider ändern wollen oder können sie es auch nicht. Viele Pflegekräfte und Ärzte kommen in die Schweiz oder gehen nach Skandinavien, weil dort Arbeitszeiten- und bedingungen sehr viel besser sind. Vom Lohn ganz zu schweigen.

      LG Finchen
    • @ Finchen
      Ich wohne ja in Skandinavien und kann bestätigen, dass hier der Verdienst sowie wohl auch die Unterbringung der Alten besser geregelt sind.
      Richtig beschäftigt habe ich mich nicht mit dem System der Altenheime, da ich keinen Anlass dafür habe.
      Jedoch sieht die Einrichtung hier um die Ecke zum Beispiel recht vielversprechend aus. Durch die Fenster kann man ihren Kunstraum sehen mit sich ständig verändernden Bildern auf den Staffeleien. Sie haben auch einen schönen Garten.
      Soweit ich informiert bin gibt es den Beruf der/des Altenpfergers/rin nicht, sondern es arbeiten Krankenschwestern dort mit einer Weiterbildung für Geriatrie (Altenheilkunde) und teilweise weiteren Spezialisierungen (Ernährung, Demenz, etc.).
      Die alten Menschen scheinen mir hier auch besser integriert zu sein.


      Was die Altenpflege in Deutschland angeht, gibt es auch bessere Einrichtungen. Meine Mutter zum Beispiel arbeitet seit Jahren in einem Altenheim, in dem die Leute so lange schlafen können wie sie möchten und auch später oder in ihrem Zimmer essen können, wenn sie wollen.
      Die Chefin hatte schon Pflegekräfte hinausgeworfen, die mit den Patienten schlecht umgegangen sind.

      Ich selbst habe in Gegenbeispielen gearbeitet. In einem Heim wie Taborea es beschrieb.
      Und ich habe in einer Diakonie gearbeitet als FSJ-Kraft. Ich sollte dazu genötigt werden Medikamente zu geben und Kateter zu wechseln. Ich habe mich allerdings geweigert, weil ich davon keine Ahnung habe und es nicht machen durfte.
      Die finanzielle Einsparung scheint vielen Arbeitgebern in diesem Bereich mehr Wert zu sein, als das Wohl ihrer Patienten.

      Wenn der Mensch zum Produkt wird.