Kann Esssucht nicht auch (körperlicher) Hunger sein?

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    • Martina schrieb:


      Nun muss man ja nicht operiert sein, um sich ständig Nahrung zu versagen, so dass ich denke, dass manche Esssucht auch ohne OP eher körperlicher Hunger ist.

      Dass es auch eine Esssucht gibt, die vermeintlich seelischen Hunger stillen soll, weiß ich natürlich. Aber ist es nicht ein Denkfehler, Essbedürfnis per se als Esssucht zu interpretieren? Bricht sich da nicht auch die weit verbreitete Auffassung, dass Essen grundsätzlich etwas "Böses" ist, irgendwie Bahn?


      Als Esssucht würde ich nur bezeichnen wenn man isst ohne das man Hunger hat.

      Das kann sein wenn gegessen wird um irgend etwas zu kompensieren (Streßesser, Frustesser.....) oder auch wenn man anfängt zu essen und nicht aufhören kann bevor die Tüte oder der Teller leer ist. Egal ob man noch Hunger hat oder nicht.

      Ich bin nicht der Meiung das alle dicken Menschen esssüchtig sind, dafür sind die Gründe für Übergewicht einfach zu vielfältig.

      Aber das ist jetzt nur meine ganz persönliche Meinung zum Thema Esssucht.
    • Lunix schrieb:

      Sorry, aber ich muss auch mal eben eine off topic Bemerkung machen:

      Was hat die Lebenssituation vieler Dicker mit der vieler Katzen gemeinsam?



      Mit dem Thema an sich haben Katzen überhaupt nix zu tun.... siehe Beitrag Nr. 21 von Gabriele... es ging lediglich um die Begriffe "essen" oder "fressen", daher die Katzen :daumen:
    • Maky schrieb:

      Ich glaube, man muss sehr wohl unterscheiden zwischen einem "Appetitesser" und dem Verhalten, wie es Sophie oben beschreibt. Das hat mit "auf etwas Appetit haben" sicher nichts mehr zu tun.


      Sicher, da stimme ich dir zu. Aber Pika hat ja eben gesagt, dass jeder essgestört ist, der isst, obwohl er keinen Hunger hat. Das hat mich gestört, weil es so verallgemeinernd klang.
      Außerdem nennt sie Beispiele z.B. aus Stress eine Tüte Chips essen, obwohl man keinen Hunger versprührt bzw. eigentlich auch eine Hand voll reichen würde.
      Wer von uns hat nicht schonmal aus Stress oder Frust oder auch als Belohnung eine schöne Speise z.B. Schoki gegessen, obwohl er gerade nicht hungrig war?! Bin ich essgestört, nur weil ich in stressigen Prüfungsphasen beim Lernen vermehrt Schokolade esse?! Sicher ist die Schoki in dem Moment eine Art Kompensation. Aber eine Esstsörung ist weit mehr als das oder etwa nicht?!
    • Sassy schrieb:

      Sicher, da stimme ich dir zu. Aber Pika hat ja eben gesagt, dass jeder essgestört ist, der isst, obwohl er keinen Hunger hat. Das hat mich gestört, weil es so verallgemeinernd klang.
      Außerdem nennt sie Beispiele z.B. aus Stress eine Tüte Chips essen, obwohl man keinen Hunger versprührt bzw. eigentlich auch eine Hand voll reichen würde.
      Wer von uns hat nicht schonmal aus Stress oder Frust oder auch als Belohnung eine schöne Speise z.B. Schoki gegessen, obwohl er gerade nicht hungrig war?! Bin ich essgestört, nur weil ich in stressigen Prüfungsphasen beim Lernen vermehrt Schokolade esse?! Sicher ist die Schoki in dem Moment eine Art Kompensation. Aber eine Esstsörung ist weit mehr als das oder etwa nicht?!


      So war das gar nicht gemeint! Jeder wird ab und zu mal etwas essen obwohl er keinen Hunger hat aber wenn es ständig und in großen Mengen vorkommt dann stimmt was nicht.
    • Wie definierst du denn "große Menge"? Ich habe in anderen Foren gelesen, dass es Menschen gibt, die regelrechte Fressanfälle bekommen, wo sie teilweise bis zu 10.000kcal. auf einmal essen, nicht aufhören können bis ihnen schlecht ist. Das ist sicher nicht gesund und dahingehend liegt auf jeden Fall eine Essstörung vor!
      Für viele ist es aber bereits eine große Menge, wenn jemand eine Pizza und ein Dessert beim Italiener isst. Und danach klangen deine Beispiele.
      Sorry, wenn ich dich da falsch verstanden habe..ich kann ja auch nur das kommentieren,was ich lese ;)
    • Essen muss gut tun

      Hallo,

      Also das stimmt, es gibt Menschen, die müssen sich mit Essen zu schütten. Die haben dann gar kein Verhältnis mehr zu der Menge. Und die erzählen auch, dass sie nie aufhören können und kein Sättigungsgefühl haben.

      Wie soeben berichtet wurde, tatsächlich, es gibt Menschen die Essen tatsächlich 10.000-15.000 Kalorien am Tag. Ich habe auch solche in den Kliniken kennen gelernt. Dann waren das aber wirklich mehrere Pizzaam Tag, unglaubliche Mengen zum Frühstück mit viel Kalorien, und dann auch noch Riesen schalen voller Spaghetti Bolognaise.

      Wie auch in einem anderen Thread ja über diese verstorbenen oder schwer kranken neuen Fälle berichtet wurde, nach Magen OP , als ich danach las, ist immer von diesen großen Kalorienmengen die Rede.

      Dahinter liegen jede Menge schwere psychische Störungen und die Lust am abfüllen oder irgendwelche anderen psychischen Erkrankungen.

      Aber wie schon andererseits beschrieben, gibt es ja über 100 Gründe, Übergewicht zu bekommen. Der Körper jedes Menschen reagiert anders. Bei mir sind es zum Beispiel auch sehr viel übermäßiger ungesunder Stress, der den Körper anleiten lässt, Reserven zu speichern. Dann kommt hinzu, dass bei mir in Toleranzen in jeder Menge vorliegen. Das hat zu einem schlimmen Reizdarm Syndrom geführt. Mittlerweile gibt es mehrfach seriöse Forschungen, dass durch das anschwellen und die Immunreaktionen jedenfalls Gewichtszunahmen entstehen. Auch die so genannten Ödembildung.

      Auch diese spielen bei mir eine starke Rolle, so muss ich immer sehr viel trinken weil ich stark dehydiere und trotzdem das viele Wasser sich auch im Gewebe leider niederlässt. So kommt es auch zu sprunghaftem Gewicht Anstieg, es können schon mal fünf Kilo an 2/3 Tagen seien.

      Besonders lagert sich das ab gehend nach unten ab dem Bauchnabel ab, da wo die Lymphe sehr stark vorhanden ist. So habe ich total unterschiedliche Kleidergrößen zwischen oben und unten. Leider werden auch meine Arme sehr dick.

      Ich kann total nachvollziehen, dass es einen wahnsinnig macht, wenn das Gewicht wieder nach oben geht. Aber niemals sollte eine chirurgische Lösung dann im Hinterkopf sein. Für mich ist das gestrichen. Ich habe mich extrem damit über Jahre auseinandergesetzt. Dies ist in keinem Falle eine Lösung. Auch nicht für Menschen, die solche massen Essen.

      Dass ist reine Folter der modernen Art, mit Gutmenschentum umantelte dickenhatz.. Ich habe zu viele leiden gesehen, die viel extremer sind als das, was jetzt bei mir passiert.und in den Statistiken kommen viele Menschen nicht vor, die nach diesen Operationen so sehr leiden. Weil sie bei ganz anderen Ärzten sind und dies nicht notiert wird. Ich kämpfe darum, in einer so genannte Lymphklinik mal eines Tages zu kommen. Da gibt es einige Möglichkeiten und auch Hilfen, das zu stoppen. und angepasste Bewegung zu suchen, wie Motor unterstütztes Fahrradfahren und Schwimmen.Zu mindestens auch wieder etwas besser leben zu können. Das kommt auf den einzelnen an.

      Es ist eine schwere Belastung und ich kann das sehr gut nachvollziehen. Besonders weil man dann kämpfen muss, wenn man so krank ist. Und einem der Gegenwind entgegenbläst. Ich habe aber nicht aufgegeben und suchen ihr verbündete, daran arbeite ich und leider dauert es länger, als ich mir selber gewünscht habe.

      RYANA
    • Sassy schrieb:

      Wie definierst du denn "große Menge"? Ich habe in anderen Foren gelesen, dass es Menschen gibt, die regelrechte Fressanfälle bekommen, wo sie teilweise bis zu 10.000kcal. auf einmal essen, nicht aufhören können bis ihnen schlecht ist. Das ist sicher nicht gesund und dahingehend liegt auf jeden Fall eine Essstörung vor!
      Für viele ist es aber bereits eine große Menge, wenn jemand eine Pizza und ein Dessert beim Italiener isst.


      Ich würde mal sagen, 10.000 kcal ist niemals normal, so groß und schwer kann kein Mensch sein, dass er soviel als Tagesbedarf benötigt.

      Ansonsten lässt sich nur schwer eingrenzen, was "große Mengen" sind. Die von dir zitierte Pizza und das Dessert hinterher beim Italiener ist für mich eine große Menge, die ich eigentlich kaum schaffe. Das was ich davon übrig lasse, isst dann wiederum mein Partner, dem eine Pizza einfach zu wenig ist. Es kommt einfach auf den einzelnen Menschen an, was für ihn zu viel bedeutet.
      Dass man ab und zu bei Kartoffelchips oder Erdnüssen oder Schokolade hinlangt, ohne Hunger zu haben, sondern einfach nur Appetit drauf hat, und dann das Aufhören sehr schwer fällt..... das halte ich wiederum für völlig normal und das wirft gesundheitlich und figurmäßig eher niemanden sofort aus der Bahn. :daumen:
    • Maky schrieb:


      Ansonsten lässt sich nur schwer eingrenzen, was "große Mengen" sind. Die von dir zitierte Pizza und das Dessert hinterher beim Italiener ist für mich eine große Menge, die ich eigentlich kaum schaffe. Das was ich davon übrig lasse, isst dann wiederum mein Partner, dem eine Pizza einfach zu wenig ist. Es kommt einfach auf den einzelnen Menschen an, was für ihn zu viel bedeutet.


      Da stimm ich zu besonders dem fett gedruckten.
      Wenn ich keinen Hunger habe sondern nur Appetit nehme ich nur ein Probierhäppchen z.B. eine ganze Pizza könnte ich dann gar nicht essen, die schaff ich kaum wenn ich völlig ausgehungert bin.


      Maky schrieb:


      Dass man ab und zu bei Kartoffelchips oder Erdnüssen oder Schokolade hinlangt, ohne Hunger zu haben, sondern einfach nur Appetit drauf hat, und dann das Aufhören sehr schwer fällt..... das halte ich wiederum für völlig normal und das wirft gesundheitlich und figurmäßig eher niemanden sofort aus der Bahn. :daumen:


      Ab und zu sicher ganz normal, auch wenn es das Lieblingsessen gibt ! Aber es gibt Leute die können nie auch nur einen Bissen auf dem Teller liegen lassen selbst wenn ihnen schon schlecht wird. Das empfinde ich als nicht mehr normal.

      Aber wie gesagt das ist nur meine ganz persönliche Meinung zu dem Thema.

      .
    • Also ich kapituliere auch schon das ein oder andere Mal vor einer sehr großen Portion im Restaurant. Als ich noch Fleisch gegessen habe z.B. Ich denke da an die typischen Portionen beim Griechen etc. Da habe ich meistens gerade mal so die Hälfte geschafft und musste den Rest einpacken lassen.
      Was bei mir oft vorkommt: Zusammenspiel von Hunger und dem Appetit auf spezielle Sachen. Dann neige ich auch dazu über das Sättigungsgefühl hinaus zu essen und hinterher merke ich dann; "Puh das war zu viel!".
      Ich war mal mit einem Kommilitonen in der Mittagspause "essen"...sprich Dönerladen. Ich habe meinen Salat mit Falafel gegessen und er hat sich einen Dönerteller mit Nudeln UND noch einen Extradöner bestellt und das tatsächlich aufgegessen. Der "Typ" ist total schlank und eher ein "Spargeltarzan". Manchmal fragt man sich doch echt, wo manche Menschen die Mengen hin essen.
      Wenn ich 1x über meinem normalen "Plan" esse z.B. spät Nachts auf einer Party...merke ich das sofort; ich fühle mich dann voller als sonst und obwohl ich mich nicht regelmäßig wiege, bemerke ich die Veränderung.
      Ich kenne aber auch Menschen, die ihren ganzen Tagesablauf rund um die Mahlzeiten planen und teilweise essen, um die Zeit zwischen den Hauptmahlzeiten zu überbrücken. Das finde ich schon grenzwertig. Ich rede hier nicht von Snacks bzw. mal einem Apfel zwischendurch...sondern von permanentem Essen kleinerer Dinge. Das würde zu diesem Punkt passen:

      dramaqueen schrieb:


      Dementsprechend wäre nach meinem Verständnis unter Esssucht nicht in erster Linie ein Verhalten von übermäßigem Essen oder Verlangen nach Essen zu sehen, sondern eher der Aspekt, dass die Leute permanent darüber nachdenken was sie wann essen oder eben nicht.
    • Maky schrieb:

      Ich würde mal sagen, 10.000 kcal ist niemals normal, so groß und schwer kann kein Mensch sein, dass er soviel als Tagesbedarf benötigt.


      Normal ist es nicht. Es ist dann eine Krankheit, wahrscheinlich physische und psychische, und soll entspreechend behandelt werden.

      Ich wuerde allerdings auch das nicht als Fressen oder Fressanfaelle bezeichnen. Denn auch diese Essgestoerten sind Menschen, und Menschen fressen nun mal nicht.
    • Ich habe mal von einer Frau (sehr schlank) in einem Forum gelesen, die an "Binge Eating" leidet. Sie sagte, dass sie meistens über den Tag gut mit ihrem Essverahlten klar kommt, aber sobald ein Trigger vorhanden sei z.B. emotionale Belastung, Stress, Ärger etc. esse sie eben in einem Essanfall bis zu 10.000 kcal zusätzlich. Sie könne nicht anders. Sie beschrieb es so, als würde sie außerhalb ihres Körpers dabei zusehen, wie sie all diese Sachen esse. Völlig passiv, zumindest mental.
    • Muminfrau, was stört dich so an dem Wort "fressen"?
      Die Abwertung, die du dahinter vermutest, liegt nicht in dem Wort, oder was ich deiner Vermutung nach denke, sondern in dem, was du darüber denkst.
      "Fressen" stammt von dem Niederdeutschen "freten" ab. (Wat de Buer niet kennt dat fret he niet.) Die inhaltliche Wertung ist völlig neutral. Aber da das Wort aus der Sprache der niederen Schichten stammt, wurde sein Gebrauch tabuisiert und zu einer "minderwertigen" Art von Ess-Wort.
      Ich benutze das Wort als Terminus technicus, um mein gestörtes Essverhalten abzugrenzen von "normalem" Essen.
      Ich sage nicht, du frisst, sondern ich sage, ich fresse. Und du solltest mir schon das Recht zugestehen, eine mir passend erscheinende Wortwahl vorzunehmen. "Fressen" ist vielleicht vulgär, so wie das andere böse F-Wort, und wenn du dich dadurch irgendwie beleidigt fühlst, dann entschuldige ich mich wirklich dafür.
      Aber ich habe keinen Bock mehr, immer wohlanständig meine Gefühle und Gedanken hinter "das tut frau nicht" zu verstecken. Es gehört sich nicht, als Dicke einen kurzen Rock zu tragen. Es gehört sich nicht, keine Diät machen zu wollen. Es gehört sich nicht, eine Affäre mit einem verheirateten Mann zu haben. Es gehört sich nicht, als Frau kinderlos bleiben zu wollen. Es gehört sich nicht, "fressen" zu sagen.

      Sorry, im Moment bin ich in meinem "Wut-und-Kampf-Modus", da suche ich überall Streit...
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:


      Aber ich habe keinen Bock mehr, immer wohlanständig meine Gefühle und Gedanken hinter "das tut frau nicht" zu verstecken. Es gehört sich nicht, als Dicke einen kurzen Rock zu tragen. Es gehört sich nicht, keine Diät machen zu wollen. Es gehört sich nicht, eine Affäre mit einem verheirateten Mann zu haben. Es gehört sich nicht, als Frau kinderlos bleiben zu wollen...


      Das hat mich auf eine spontane Erkenntnis gebracht: Ich stecke genau da fest: Zwischen dem, was sich nach allg. Meinung nicht für eine Frau gehört und dem, was ich fühle und will. Meistens siegt "das gehört sich nicht", was mich auf Dauer aber unglücklich macht.

      Hat deine "Streitsucht" doch was genützt Sophie ;)
    • Zur Zeit lese ich ziemlich abgefahrenes Zeug. Nietzsche zum Beispiel. In seiner "Götzendämmerung" spitzt er sinngemäß zu, dass "Moral" immer das Mittel der Herrschenden ist, um das niedere Volk auf Spur zu halten. Und je schwächer die Herrschenden, um so rigider die Moral.
      Einschub: Der arme Kerl hatte offenbar massiv Probleme mit Frauen, sonst hätte er bemerkt, dass seine Vorstellungen von "weiblich" und weiblichem Fehlverhalten genau das sind: Regeln, die beherrschte Gruppe (in dem Fall die Frauen) klein zu halten.
      Abgesehen davon, halte ich einige seiner Ansätze durchdenkenswürdig. Was würde passieren, wenn dies oder jenes Tabu gebrochen würde? Geht die Welt unter, wenn dicke Frauen enge Kleider tragen? Warum wird uns eingeredet, dass sich das nicht gehört? Warum zum Teufel, muss ich alle meine Handlungen daraufhin abklopfen, ob ich dadurch "attraktiv" oder "unattraktiv" werde? Für wen? Wer oder was verpflichtet mich dazu?
      Klingen hier noch alte Verhaltensmuster nach?
      Das Grübeln über solche Fragen und die Hoffnung, eine Antwort zu finden, hält mich momentan vom Amoklaufen ab.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Ich finde, dass die Menschen sich selber abwerten, wenn sie sagen "Ich habe ein Fressanfall". Das war bei mir definitiv so. Dass es bei den anderen anders sein koennte, ist mit nicht eingefallen.

      Ich bin keineswegs beleidigt, ich plaediere nur dafuer, dass man mit sich selbst menschlich umgeht, ganz egal, wie viele Kalorien man bei einem Essanfall zu sich genommen hat. :)
    • Für mich ist das eine zwar ordinäre, aber sachliche Beschreibung. So wie man sagt "ich hab die Sch***erei".
      Aber wir sind ziemlich OT.
      Zur Ausgangsfrage: ich denke schon, wenn sich die Gier auf bestimmte Lebensmittel beschränkt, könnte der Mangel an einem bestimmten Stoff dahinter stehen. Oder auch pupsnormaler Hunger. Oder man hat sich bestimmte Lebensmittel verkniffen (weil böse und dickmachend) und hat sozusagen Nachholbedarf.
      Hier ist ein Ernährungsprotokoll vielleicht hilfreich. Nicht, um die Kalorienzufuhr zu kontrollieren, sondern um herauszubekommen, ob es bestimmte Anlässe, bestimmte Lebensmittel sind, oder ob die gesamte Menge in der letzten Zeit ausreichend war.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:

      Oder man hat sich bestimmte Lebensmittel verkniffen (weil böse und dickmachend) und hat sozusagen Nachholbedarf.


      Oh ja, das kenne ich. Manchmal habe ich Appetit auf etwas Bestimmtes. Esse dann aber etwas anderes, um den Appetit zu stillen. Zum Bsp. habe ich ein Verlangen nach Schoki. Esse dann aber einen Apfel oder ein paar Nüsse, um den Yieper zu stillen, eben weil ich denke das sei die bessere Wahl. Komischerweise hilft das gar nichts. Am Ende esse ich dann doch die Schoki.
    • @Sassy

      Dann war es wohl nicht der richtige Ersatz... Wenn du rausfindest, welcher Stoff der Körper eigentlich verlangt und da einen adäquaten Ersatz anbietest, verschwindet der Schoko-Hunger. Nur am Zucker liegt es wohl in dem Fall nicht. Oder der Körper kennt was Süßes, was er mit Schokolade verbindet, und sendet das unspezifische Schokolade, auch wenn unter Umständen gar nicht die (reine) Schokolade selbst gemeint ist, sondern etwas anderes Süßes oder etwas Süßes, wo Schokolade mit enthalten ist... Nunja, sowas ist manchmal nicht so einfach.

      Ich hab da einfach vor ein paar Tagen einer spontanen Neigung nachgegeben: New York Cheesecake soll es sein. Ich bin nur noch nicht zum Backen gekommen, krieg aber dat Ding nicht aus dem Kopf. Das ist morgen fällig! :D (Mir schwebt in den Gedanken immer der Cheesecake von Starbucks rum, der ist mir aber zu teuer. Also selber machen.) Das gehört definitiv nicht zur Esstörung...

      Gruß
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • Sassy schrieb:

      Zum Bsp. habe ich ein Verlangen nach Schoki. Esse dann aber einen Apfel oder ein paar Nüsse, um den Yieper zu stillen, eben weil ich denke das sei die bessere Wahl. Komischerweise hilft das gar nichts. Am Ende esse ich dann doch die Schoki.


      Nicht nur, dass du die Schoki isst, du isst auch noch den Apfel, die Nüsse und was noch für "erlaubten" Kram. Statt dass du gleich die Schoki isst und gut ist. Das ist genau dass wo mir der Hals schwillt weil wir so gehirngewasschen wurden mit "gesundem" und "ungesundem" Essen. Statt dass wir einfach mal auf uns hören. Kotzkotz.
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******