Wie kann ich aufhören zu essen?

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    • Wie kann ich aufhören zu essen?

      Hallo!

      Ich bin 1,62m und wiege derzeit 58kg... (nur so zur Orientierung)

      Seit ich 14 war, ist mein Essverhalten immer mehr aus den Fugen geraten... Es fing an, dass ich einfach immer zu viel gegessen habe... Dann habe ich natürlich immer mehr zugenommen (hatte aber dennoch "Normalgewicht") und wollte wieder abnehmen... aber das hat meine "Esssucht" (wie ich es heute sehe) nur verstärkt...
      Mittlerweile, etwa 10 Jahre später, ist es so, dass ich esse, esse und esse, mir jeden Abend übel ist, ich nicht aufhören kann und dann heulend und mit Bauchschmerzen schlafen gehe... Ehrlich gesagt, habe ich auch 2mal versucht zu erbrechen - einfach, weil mir soooo schlecht jedes Mal ist - aber es geht nicht (wofür ich irgendwo auch dankbar bin, da ich dann wenigstens nicht Gefahr laufe, auch noch Bulimie zu entwickeln)

      Das Gewicht halte ich wahrscheinlich nur, weil ich halbjährlich 2 Wochen lang heilfaste und dadurch kurzfristig wieder abnehme... Aber das werde ich wohl demnächst unterlassen, da ich gemerkt habe, dass mein Essverhalten danach immer nur noch schlimmer wird...

      Ich weiß einfach nicht mehr was ich tun soll - ich bin bereits in Therapie und werde dieses Thema das nächste Mal wieder aufgreifen... Wir haben zwar schon oft darüber gesprochen und ich sollte es aufschreiben, was ich esse - dann ging es auch mal besser, aber jetzt ist es wieder sooooo schlimm...
      Ich habe mir jetzt auch Bücher gekauft und mich reingelesen und erkannt, dass ja viel mit verdrängten Gefühlen in Verbindung steht, etc....

      Also theoretisch kenne ich Wege, um mein Essverhalten zu ändern (ablenken, Gefühle reflektieren, aufschreiben, etc.), aber die Umsetzung ist nochmal was anderes...

      Mir macht das aber soooooo Angst... Einmal ist es natürlich das Gewicht (vor allem, da ich eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse habe und dadurch ohnehin kaum abnehmen kann, selbst wenn ich normal esse)... Aber was mir noch mehr Angst macht und mich verzweifeln lässt, ist, dass ich Angst habe, dass mein körper echt krank davon wird... schließlich ist mir jeden Tag sooo übel und ich kann kaum noch aufrecht laufen, da mein Bauch so weh tut...
      Ich sitze dann oft abends noch gegen 23Uhr da und will eigentlich ins Bett, aber ich esse, esse, und esse... Nur mal als Beispiel der gestrige Tag:

      Frühs: 2 schüsseln Müsli und ein Brötchen (frühs gehts immer noch9
      mittags: Kartoffeln, (weil ich mal gesund essen wollte) - allerdings gleich 500kg + Gemüse, danach gleich 1 Packung ferrero Küsschen, 1e halbe Tüte Gummibärchen, 2 Hanuta, 2 Schüsseln Müsli mit Joghurt und noch paar Bonbons...
      nachmittags: 2 Scheiben Knäckebrot mit Honig, danach 1 brötchen, 5 Kekse (Prinzenrolle), wieder Bonbons...
      abends: 1e Pizza, 2 schüsseln müsli, 2 kekse, 2 scheiben Brot mit Käse (dachte, dann höre ich mal auf) und schon im Verzweifeln noch weiter Müsli bis ich absolut nicht mehr konnte und ins Bett gefallen bin

      ich habe auch schon mal alle süßigkeiten weggetan und verschenkt, damit das wenigstens wegfällt, aber dann bin ich auf Nutella, Zuckerwürfel, Honig, Marmelade, etc. umgestiegen... Und alles was Zucker ist kann ich auch nicht verbannen wegen Freund und Kind... Und selbst wenn: dann würde ich mich wohl mit Brot oder so überfressen .-(

      was soll ich denn nur tun? kennt ihr eigentlich auch organische Ursachen? Ob Hashimoto thyreoiditis (die Autoimmunerkrankung) diese Anfälle auslöst, habe ich noch nicht gefunden...
      Und Ärzte nehmen mich nicht ernst - glauben es nicht, da ich ja nicht wirklich dick bin - noch nicht...
      aber ich denke, dass die Psyche auf jeden Fall eine große Rolle spielt... (unsichere Bindung in der Kindheit, Perfektionismus (zwanghaftes Verhalten), etc.)

      aber was soll ich nur tun? Ich verzweifel echt noch...
    • Du bist Dir sicher, dass die Angabe stimmt?
      Ich bin 1,62m und wiege derzeit 58kg
      Dann wärst Du alles andere als dick und könntest einfach erstaunlich viel verdrücken, ohne zuzunehmen - wobei da die Schilddrüse sicherlich heftigst mit im Spiel ist. Oder gehört da noch eine 1 vor die 58? Dann könnte ich Dein Hilfegesuch weitaus besser verstehen.
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      — Mary Flannery O'Connor

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    • Ja, die Zahlen stimmen... Mein "Problem" ist ja nicht, dass ich dick bin, sondern dass ich ess werde, wenn ich so weitermache...
      Aber was mich noch viel schlimmer belastet, ist eben, dass ich nicht aufhören kann zu essen und ständig Bauchschmerzen habe...
      Mit der Schilddrüsenkrankheit nehme ich eher noch mehr zu, als ohnehin schon... Dass ich nicht so viel wiege, liegt daran, dass ich, wenn ich auf die 60kg zugegangen bin, bisher dann immer 2 Wochen Fastenzeit eingelegt habe - zwar nicht um abzunehmen, sondern eigentlich, um meiner Gesundheit was Gutes zu tun, meine Ernährung umzustellen etc... Und weil es auch mal zwischendrin wieder "geht" mit dem Essen... Das letzte Mal war es so schlimm wie jetzt im Herbst... da habe ich innerhalb von ein paar Wochen 8 Kilo zugenommen, dann hatte ich wieder gefastet und jetzt habe ich innerhalb von 2 Wochen wieder 4-6kg drauf :( Aber wie gesagt - ich würde lieber 10kg mehr in Kauf nehmen, wenn ich endlich mal normal essen könnte... Mir ist schon wieder übel und ich bin schon wieder am Zappeln, weil ich so ein verlangen nach mehr (vor allem Süßigkeiten) habe *heul*

      P.S. Oder darf ich hier nicht schreiben, nur weil ich (noch) nicht dick bin?
    • Mami87 schrieb:

      P.S. Oder darf ich hier nicht schreiben, nur weil ich (noch) nicht dick bin?
      Hier darf jeder schreiben. Dick zu sein ist keine Grundvoraussetzung für die Themen hier im Forum.
      Essstörungen sind ein sehr ernstes Thema und machen vor keiner Gewichtsklasse halt.

      Mich irritierte nur Deine Fragestellung in Verbindung mit der Gewichtsangabe, daher meine Nachfrage.
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    • Du darfst hier auf jeden Fall schreiben auch wenn du nicht dick bist.

      Was du so schilderst klingt wirklich schlimm und ich verstehe gut, das es dir echt mies geht. Sehr problematisch ist sicherlich auch deine Panik vor dem zunehmen, die aufgrund deiner Zahlen eigentlich auch gar nicht begründet ist. Und auf jeden Fall tust du dir keinen Gefallen, immer wieder zu fasten um wieder abzunehmen. Fasten ist nicht zum abnehmen geeignet und in der Form wie du das betreibst, bringst du sicherlich deinen Stoffwechsel völlig aus der Bahn. Deine Esserei könnte vielleicht auch mit deiner Panik vor dem zunehmen und deinen überzogenen Ansprüchen an dich selber zusammen hängen. Du solltest das auf jeden Fall in der Therapie thematisieren.
    • Ich bin ebenfalls über die Zahlen gestolpert denn Du schreibst ja auch:

      mittags: Kartoffeln, (weil ich mal gesund essen wollte) - allerdings gleich 500kg

      denn das kann nun wirklich nicht stimmen. ;)

      Und ehrlich, wenn Du eine Unterfunktion der Schilddrüse hast - oder habe ich das flasch verstanden? - dann wundere ich mich, dass Du so schlank bist.

      Aber das ist ja letztlich nicht das Thema, sondern Dein unendlicher Appetit oder der große, fast unstillbare Hunger.
      Merkwürdig, dass er nur Phasenweise auftritt. Für mich als Laie hört sich das fast so an, als wenn Dein Körper phasenweise einen Mangel leidet.
      Kann man das abchecken?

      Ansonsten finde ich es jedoch recht normal, dass man Phasen hat in denen man mal weniger, mal mehr isst. Auch jahreszeitlich bedingt und so. Ich esse z. B. pauschal im Winter mehr als im Sommer.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Es geht jetzt nur um das, was ICH finde: Ich finde, Du bist hier nicht richtig. Hier bei mir oben steht "das-dicke-forum.de" und ICH! finde es komisch, dass Du hier neu bist (wie ich übrigens auch) und gleich mit so nem Thema ankommst. Deine ganzen aufgezählten Speisen, entsprechen ja fast schon so nem Ernährungstagebuch. Ich dachte, das sei hier im Forum nicht "erlaubt" (Forenregeln?).

      Hier geht es doch nicht um Schlanke, die eine Essstörung haben, oder? Ich finde, Du wärst in nem Forum für Bulemiker z.B., besser aufgehoben.

      Das liest sich jetzt alles etwas hart, ich weiß, aber ich glaube nicht, dass Du hier wirklich richtig bist. In Therapie bist Du ja schon, sonst hätt ich gleich gesagt: Hol Dir professionelle Hilfe.

      Bei mir kommt es auch irgendwie so rüber: "Mal schaun.. ich esse viel, wer isst viel? Achja: Die Dicken, auf gehts ins Forum für Dicke, die wissen sicher Bescheid".

      Kann auch sein, ich reagiere über.

      Ich hoffe, ich darf hier meine Meinung so offen kund tun :)

      Trotz der "bösen" Worte: Dir alles Gute,
      Sarah.

      (kampfzwerg schreibt ja, dass dick sein keine Grundvoraussetzung ist und Esstörungen ernst zu nehmen sind: Aber ist das hier ein Forum, wo vorallem, wie hier, Esstörungen von Dünnen im Vordergrund stehen sollten? Es gibt im Inet sooooo viele Foren, da findet sie sicher eines, wo sie besser aufgehoben ist, wenn man da nicht danach schaut, dann tümmeln sich hier irgendwann lauter Schlanke, die "zu viel essen")
    • Ah - also nagut - ich meine 500g ;) nicht kg ;)
      Und ich finde es schon viel - dafür dass ich danach ja weiteresse...
      Also mein Problem ist ja nicht, dass ich viel esse, sondern dass ich bei mir eine Esssucht erkannt habe, da ich nicht aufhören kann zu essen, vor allem abends und schon oft am Heulen bin, weil mir schlecht ist, mein Bauch weh tut und ich dennoch weiteresse...

      Und ja, ich habe eine schilddrüsenunterfunktion infolge von Hashimoto Thyreoiditis (Autoimmunerkrankung)... Und ich nehme auch immer seeehr schnell zu, wenn ich so viel esse... Die Hosen die ich beispielsweise vor 2 Wochen anhatte, passen jetzt nicht mehr... aber da es ständig so schwankt, habe ich von Gr.36 bis 40 alles im Schrank (also an Hosen)...
      Wie gesagt, phasenweise geht es wieder und dann nehme ich auch schnell wieder ab...

      Aber derzeit ist es echt wieder schlimm und es wird auch jedes mal schlimmer habe ich den Eindruck... Ich glaube aber wie gesagt, dass es mehr psychisch ist... Also in Form von unbewussten Unterdrücken von Gefühlen, Langeweile, Gewohnheit, etc... Aber ich weiß auch nicht, was ich trotz dieses Wissens tun soll... Ich mache mir zwar dann manchmal bewusst, dass ich eigentlich keinen Hunger habe und eigentlich z.B. in dem Moment die sehnsucht nach Liebe, etc., aber das dauert eine sekunde an und dann esse ich und denke an nichts mehr :(

      Ach ja: Also wenn ich hier nicht schreiben darf, ok, dann muss ich wieder gehen :( Aber ich bin hier auf das Forum gestoßen, da ich bei Google Esssucht eingegeben habe und da bin ich hier auf einen Beitrag gestoßen und fand das Forum ganz interessant... das hat nichts damit zu tun, dass ich denke, dass Dicke ja viel essen, etc... also die Dicken in meiner familie, essen alle nicht viel... Also damit hat es wirklich nichts zu tun... Und ich habe schon erst gezweifelt, aber dachte mir dann, es sind doch nur Körpergewichtsangaben, etc. - das hat doch nichts mit dem Menschen zu tun, der drin steckt...
    • Also, von mir aus (auch wenn ich kein Admin oder Moderatorin bin) kannst du hier schreiben. Ich finde es auch nachvollziehbar, dass man in einem verzweifelten Zustand mal Gramm mit Kilogramm verwechselt. ;)

      Du hast ja so grosse Angst vorm Zunehmen, und ich habe daher einen Vorschlag: Lese dich ein bisschen ein. Du wirst sehen, dass Dicksein nicht so schlimm ist, auch wenn es vielleicht gesellschaftlich nicht akzeptiert wird.

      Es geht hier ja um Selbstakzeptanz dicker Menschen, aber im Vordergrund steht "Selbstakzeptanz" und nicht "dick", udn deswegen kannst du fuer dich hoffentlich Nuetzliches hier finden.
    • Mami87 schrieb:


      Seit ich 14 war, ist mein Essverhalten immer mehr aus den Fugen geraten... Es fing an, dass ich einfach immer zu viel gegessen habe...


      Du bist ja in Therapie, aber trotzdem: Warum hast du mit dem Essen angefangen? Bei mir war es nach meiner ersten Diaet.

      Mami87 schrieb:


      Mittlerweile, etwa 10 Jahre später, ist es so, dass ich esse, esse und esse, mir jeden Abend übel ist, ich nicht aufhören kann und dann heulend und mit Bauchschmerzen schlafen gehe... Ehrlich gesagt, habe ich auch 2mal versucht zu erbrechen - einfach, weil mir soooo schlecht jedes Mal ist - aber es geht nicht (wofür ich irgendwo auch dankbar bin, da ich dann wenigstens nicht Gefahr laufe, auch noch Bulimie zu entwickeln)


      Du beschreibst sehr treffend das, was ich in deinem Alter erlebt habe. Genau so. Und lass es dir sagen: Es gibt einen Ausweg. Er ist nicht leicht, und geht nicht schnell. Ich habe ca. 15 Jahre gebraucht.
    • Mami87 schrieb:


      Ich glaube aber wie gesagt, dass es mehr psychisch ist... Also in Form von unbewussten Unterdrücken von Gefühlen, Langeweile, Gewohnheit, etc... Aber ich weiß auch nicht, was ich trotz dieses Wissens tun soll...


      Ja, genau. So ging es mir auch. Das geht eben nicht so schnell, du solltest dir Zeit lassen. Zeit zum Fuehlen und -- auch wenn es fuer dich komisch klingt -- Zeit zum Essen. Es ist dein Koerper und deine Seele, und aus mehreren Gruenden brauchen sie diese Nahrung.


      Mami87 schrieb:

      dass ich eigentlich keinen Hunger habe und eigentlich z.B. in dem Moment die sehnsucht nach Liebe, etc., aber das dauert eine sekunde an und dann esse ich und denke an nichts mehr :-(


      Ich habe den lezten Satz hervorgehoben. Genau so ging es mir. Beim Essen kann man die Denkschleife eben hervorragend abschalten. Der Stress, der Selbsthasss, die Angst vor Heruasforderungen des Lebens, die Unzufriedenheit mit dem Leben -- alles verschwindet. Man kann endlich entspannen, sowohl mental als auch physisch.

      Ich koennte noch viel mehr schreiben, aber ich warte ab, ob du dich noch meldest. Vielelicht haben dich ja die wenig begeisterten Reaktionen hier schon abgeschreckt?
    • Thematisch bist Du in diesem Unterforum wie schon gesagt nicht falsch. Trotzdem sehe ich leider auch nicht, wie wir Dir konkret Hilfestellung leisten können. Ich schätze, dass Du hier wahrscheinlich nicht das finden wirst, was Du brauchst.
      Es gibt Foren, die auf Essstörungen spezialisiert sind, die aber oftmals nicht der Selbsthilfe und positiven Unterstützung zu dienen scheinen ("Wie komme ich aus der ES raus?"), sondern wo man sich gegenseitig beinahe noch anstachelt. Da muss man bestimmt sehr vorsichtig mit den Informationen umgehen, die gegeben werden und ebenso umsichtig lesen, um nur das rauszufiltern, das einen stützt.
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    • Ich koennte zwar wahrscheinlich nicht helfen (denn ich bin kein Profi), aber aus meiner Erfahrung berichten und auch einige allgemeine Zusammenhaenge offen legen, die ich (vielleicht?) entdeckt habe. Wenn es denn hier erwuenscht ist.
    • kampfzwerg schrieb:


      Es gibt Foren, die auf Essstörungen spezialisiert sind, die aber oftmals nicht der Selbsthilfe und positiven Unterstützung zu dienen scheinen ("Wie komme ich aus der ES raus?"), sondern wo man sich gegenseitig beinahe noch anstachelt.


      Echt?! Ich war noch nie bei so einem Forum, aber das haette ich mir nicht gedacht. Es gibt die "Hungrig Online" Webseite. Kennst du sie? Ist es dort auch so?
    • Mami87 schrieb:

      weil ich so ein verlangen nach mehr (vor allem Süßigkeiten) habe *heul*


      Für mich als Diabetiker klingt das so, als müßtest du so viel essen, weil dein Blutzuckerspiegel stark schwankt. Entweder weil du mit dem vielen zuckerhaltigen Zeug dafür sorgst, oder weil bereits eine Grundstörung vorliegt. Wie wäre es denn mal mit dem Besuch bei einem Endokrinologen?
    • @Muminfrau
      Ich hatte eine Studienfreundin, die sich über Jahre hinweg mit professioneller Hilfe aus der Magersucht mit zeitweisen bulimischen Phasen herauskämpfte. Sie hat einen derben Rückschlag erlitten, als sie Internetforen für sich entdeckte. Sie erhoffte sich Feedback und gegenseitige Unterstützung der Nutzer bei den Schritten aus dem Leiden. Statt dessen war sie entsetzt, aber gleichzeitig auch noch recht empfänglich für destruktive Einflüsse. Da tendierte die Stimmung der Mitschreibenden gelegentlich in Richtung "Wie kann ich am besten alles wieder auskotzen?" oder es brach da sogar die Pro-Ana-Fraktion durch, die eigentlich schon genügend gruselerregende eigene Webplattformen hat. Ich denke, da war die Moderation nicht wirklich aktiv darum bemüht, bestimmte Tendenzen herauszufiltern.
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    • Nachtrag: Habe gerade bei "Hungrig Online" Informationen zu Binge Eating gelesen, denn das scheint Mami87 zu haben. Das sind shcon interessante Informationen, und die Betroffenen werden ernst genommen.

      Aber die Rubrik "Selbsthilfe" ist IMHO unter alle Kanone. Grhhhh... So viele Plattitueden habe ich selten auf einer Webseute entdeckt. Ganz am Anfang steht z.B.:

      - Menschen mit Uebergewicht und Esstoerunng sollen versuchen, abzunehmen. Mit "fachlich angeleiteten Programmen".

      So weit so gut, auch wenn wir hier ganz gut wissen, was diese "fachlich angeleitete Programme zur Gewichtsreduzierung" wert sind. :eek:

      Dann: "Betroffene, die nicht an Übergewicht leiden, sollten nicht versuchen abzunehmen, weil dies das Risiko erhöht, eine andere Essstörung zu entwickeln."

      Wie kommen die eigentlich darauf, dass man mit Anhemen eine andere ES entwickeln koennte?! meiner Erfahrung nach steigert jegliches Abnehmen die ES, die man sich eben "eingefangen" hat.

      Beim Weiterlesen, was soll man nun tun:

      - Ernaehrungsprotokoll fuehren
      --> Super, man ist auch so ans Essen konzentriert, jetzt muss man sich noch den zusaetzlichen Stress machen, indem man alles aufschreibt. :rolleyes:

      - Stress vermeiden
      --> Wie bitte?! Und wie macht man das? Soll man sich das Gehirn auswechseln? Und dann sollte man aber erst recht kein Ernaehrungsprotokoll fuehren.

      - Entspannungsuebungen machen und angenehmen Taetigkeiten nachgehen
      --> Ja, super. Und wann soll man LEBEN? Herauforderungen annehmen, herausfinden, was fuer Aufgabe man in diesem Leben hat, sich weiterentwickeln? Meiner Meinung nach hilft es am besten, wenn man den Sinn in seinem Leben enteckt. Das hat nichts mit Entspanunguebungen zu tun. Leute mit Binge Eating kennen uebriogens schon eine hervorragnede Entspannunguebung: Essen. Das hilft immer -- und ich meine es nicht ironisch und nicht "stichelnd".

      Na gut, also allgemeine Ratschlaege ohne viel Sinn. Trotzdem als erster Anlauf scheint mir diese Seite ganz okay zu sein.

      @kampfzwerg: oh, Sch*****!!! Das tut mir sehr leid fuer deine Freundin.
    • Hallo,
      ich bins nochmal... Also wie gesagt - das mit meiner Angst vorm Zunehmen ist das kleinere Übel... Ich würde wie gesagt lieber mehr wiegen, als diesen Zwang zum Essen zu haben... Wenn ich wenigstens "freiwillig" viel essen würde - das wäre auch was anderes...

      Ich finde aber schon, dass das, was auf der seite da steht, nicht ganz falsch ist... Zumindest kann ich mir vorstellen, dass, wenn man als esssüchtige abnehmen will, schnell auch in die Bulimie oder Magersucht rutschen kann... Mir fällt es ja bspw. auch leicht GAR NICHtS zu essen (was dann gegen Magersucht tendiert)...
      Das mit dem Aufschreiben war im Herbst auch für mich hilfreich - danach bin ich so langsam da rausgekommen (bis jetzt halt)... Seit gestern schreibe ich auch wieder auf - mal sehn was passiert... Es dient einfach dazu, dass man das was man isst, wenigstens wahrnimmt (nicht darum, sich einen Essensplan aufzustellen)...

      So genau weiß ich nicht, warum ich mit 14 angefangen habe... Da ist eben vieles zusammengekommen... das gefühl, in der Familie nicht akzeptiert und gewollt zu sein, Liebeskummer, sinkendes selbstwertgefühl, etc..

      bei einer Endokrinologin war ich schon... Wegen der schilddrüse eben und da habe ich auch gesagt, dass ich Essanfälle habe, aber sie hat mich eben auch nur angeschaut und nicht für voll genommen... Ich habe sogar noch gesagt, dass einige in unserer Familie Diabetes haben, etc., aber sie nahm mich nicht ernst und da wurde es auch nicht kontrolliert... allerdings denke ich, dass es eher noch ein "zusätzlicher" Grund wäre, aber wie gesagt: Ich denke, ich muss an meiner Psyche arbeiten, an meiner Selbstwahrnehmund und - akzeptanz, etc., aber die Verzweiflung und die Angst, dass ich es nie schaffen werde, überwiegen so oft :(
    • Mami87 schrieb:

      bei einer Endokrinologin war ich schon... Wegen der schilddrüse eben und da habe ich auch gesagt, dass ich Essanfälle habe, aber sie hat mich eben auch nur angeschaut und nicht für voll genommen...
      Dann gibt es nur eines: Nutze die freie Arztwahl, schau z.B. mal hier in die Ärzteliste, lass Dir Tipps geben.
      Ich denke, ich muss an meiner Psyche arbeiten, an meiner Selbstwahrnehmund und - akzeptanz
      Guter Ansatz. Darauf solltest Du Dich wirklich häufiger konzentrieren.
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      — Sam Levenson
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    • Wie gesagt, ich bin keine Expertin, aber mir geht da was durch den Kopf.

      Du schreibst, das Du immer wenn Du zugenommen hattest, eine Fastenzeit eingelegt hast:

      Mami87 schrieb:

      "Das Gewicht halte ich wahrscheinlich nur, weil ich halbjährlich 2 Wochen lang heilfaste und dadurch kurzfristig wieder abnehme... Aber das werde ich wohl demnächst unterlassen, da ich gemerkt habe, dass mein Essverhalten danach immer nur noch schlimmer wird...
      [...]
      Dass ich nicht so viel wiege, liegt daran, dass ich, wenn ich auf die 60kg zugegangen bin, bisher dann immer 2 Wochen Fastenzeit eingelegt habe
      [...]
      Das letzte Mal war es so schlimm wie jetzt im Herbst... da habe ich innerhalb von ein paar Wochen 8 Kilo zugenommen, dann hatte ich wieder gefastet und jetzt habe ich innerhalb von 2 Wochen wieder 4-6kg drauf"


      Diese Deine Worte zusammen mit der Angabe:

      Mami87 schrieb:

      "Ich bin 1,62m und wiege derzeit 58kg..."


      - und da sind die 4-6 Kilo Zunahme schon mit drin, die Du nach eigenen Angaben gerade wieder zugenommen hast - können auch bedeuten, dass Dein Körper immer wieder nach seinem wirklichen Sollgewicht verlangt, Du es jedoch jedes mal, wenn er auf dem Wag dahin ist, stopst, indem Du wieder fastest,

      und es ergibt sich für mich auch das Bild, dass du genau jetzt, wo Du wieder vor der (anscheinenden) Angst-Grenze von 60 kg stehst, die Notbremse ziehen willst und nach Hilfe Ausschau hältst.

      Die Fragen die für mich auftauschen sind folgende:

      Kann man denn, wenn man eine Essstörung hat, einfach so, wenn eine bestimmte Zahl auf der Waage erscheint, für bestimmte Zeit fasten?

      Kann es nicht sein, dass es eben doch diese Angstzahl - die 60 kg - ist, die Dir im Kopf herum geistert, auch wenn Du zwischendrin betonst, dass Dir das Gewicht gar nicht so wichtig wäre?

      Und kann es nicht wirklich so sein, das Dein Körper alles versucht um ein bestimmtes Gewicht zu erreichen, welches er für sich in Anspruch nimmt, Du es jedoch jedes mal rigoros unterbindest, indem Du dann wieder fastest?

      Ich werde bei all dem das Gefühl nicht los, dass Dein Körper mehr Kilos will als Du ihm erlaubst zu haben.
      Und ich werde dasd Gefühl nicht los, dass entgegen Deiner Behauptung:

      Mami87 schrieb:

      das mit meiner Angst vorm Zunehmen ist das kleinere Übel


      Du wahrscheinlich mit Deinem Bewusstsein glaubst, aber im Unterbewussten eine große Angst oder Abneigung davor besteht, 60 oder gar mehr als 60 kg zu wiegen.

      Für mich sieht es so aus, als ob Du phasenweise gegen Deinen Körper kämpfst (fastest) und er verliert....

      ...bis er sich wieder sein Recht mit aller Macht zu nehmen versucht....
      (und Du viel essen musst.)

      Könnte somit diese "Essstörung" einfach ein Alarmsignal des Körpers sein, dass er mehr will als er ansonsten bekommt??? Dass er mehr Gewicht braucht, als man ihm zugesteht???

      --------------

      Sind nur meine Eindrücke, die nicht stimmen müssen. Aber so sieht das für mich aus.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von kampfzwerg () aus folgendem Grund: Teilzitate deutlicher hervorgehoben

    • Nein, das hat wirklich nichts damit zu tun...

      Ich habe wie gesagt mit 14 mit dem "Fressen" angefangen... und habe (bis zu meiner Schwangerschaft vor 4 Jahren) um die 50kg gewogen...
      Und damals habe ich auch noch nicht gefastet... damit habe ich erst vor 2 Jahren angefangen, aber wie gesagt nicht um abzunehmen, sondern der Gesundheit wegen... Und "nichts essen" geht eben, wenn ich weiß, dass es meiner Gesundheit guttut (eben im Rahmen einer Heilfastenkur)...
    • Itsme schrieb:


      Könnte somit diese "Essstörung" einfach ein Alarmsignal des Körpers sein, dass er mehr will als er ansonsten bekommt??? Dass er mehr Gewicht braucht, als man ihm zugesteht???


      Aus meiner Erfahrung wuerde ich sagen, dass das, was Mami87 beschreibt, eine handfeste Essstoerung ist. Man kann auch mit einer Essstoerung fasten, ich habe mal sogar 3 Wochen lang gefastet, und da war meine Essstoerung in ihrer "Bluetezeit".
    • Mami87 schrieb:

      rutschen kann... Mir fällt es ja bspw. auch leicht GAR NICHtS zu essen (was dann gegen Magersucht tendiert)...


      Mir ist es frueher auch leicht gefallen. Ich finde immer noch, dass es ein Teil derselben Essstoerung ist, und nicht Magersucht. Aber das ist ja eigentlich nur Definitionssache.

      Ich habe die Vermutung, dass Menschen zu unterschiedlichen Essstoerungen tendieren, und diese nicht einfach so "leicht" inenander uebergehen. Du hast z.B. geschrieben, dass es fuer dich sehr schwer war, Erbrechen hervorzurufen. Fuer mich auch. Und nach jeder Episode, in der du nichts oder wenig isst, verlangt dein Koerper wieder nach Nahrung. Das kann nicht zu Magersucht fuehren (und sei froh darueber!).
    • babelfish schrieb:

      Für mich als Diabetiker klingt das so, als müßtest du so viel essen, weil dein Blutzuckerspiegel stark schwankt. Entweder weil du mit dem vielen zuckerhaltigen Zeug dafür sorgst, oder weil bereits eine Grundstörung vorliegt. Wie wäre es denn mal mit dem Besuch bei einem Endokrinologen?


      Mami87, hast du dich nun nach Diabetes ueberperuefen lassen? Das habe ich nicht so ganz verstanden. Wenn nicht, mach das bitte unbedingt. Und finde einen kompetenten Arzt, es lohnt sich.

      Ich halte folgende Punkte fuer sehr wichtig:

      - Mit welchem Ziel machst du im Moment die Therapie?
      - Hast du eine wichtige Lebensaufgabe, etwas, was deinem Leben Sinn gibt?

      Ich frage nicht "einfach so". Ich finde es naemlich nicht sinnvoll, eine Essstoerung damit anzugehen, dass man versucht, weniger Essanfaelle zu bekommen. Denn wir leben ja nicht um zu essen, sondern wir haben andere Aufgaben. Ich finde es wichtig, bei diesen Aufgaben, Wuenschen, Sehnsuechten anzusetzen: Was will ich in dieser Welt? Wofuer bin ich da? Warum bin ich wichtig?

      Denn du BIST wichtig, und dein Leben HAT einen Sinn. Wenn du das verinnerlichen kannst, werden die Essanfaelle weniger, und irgendwann werden sie weg sein. Das ist zumindest meine Hypothese -- ohne Gewaehr, natuerlich.
    • Mami87 schrieb:

      Aber was mir noch mehr Angst macht und mich verzweifeln lässt, ist, dass ich Angst habe, dass mein körper echt krank davon wird... schließlich ist mir jeden Tag sooo übel und ich kann kaum noch aufrecht laufen, da mein Bauch so weh tut...


      Diese Angst hatte ich auch. Und weisst du was? Ich persoenlich bin nach mehr als 20 Jahren Essstoerung immer noch (toi-toi-toi) kerngesund. Ich bin ja erst seit ca. 3 Jahren da raus, und ich bin 36, also habe ich im selben Alter angefangen wie du.

      Der menschliche Koerper ist ein Wunderwerk, und kann (manchmal) sehr viel aushalten. Solange du auf deine Gesundheit mit normalen Mitteln aufpasst (Frauenarzt, Diabetes-Untersuchung, Endokrinologie), kannst du davon ausgehen, dass dein Koerper zu dir haelt. Meiner Erfahrung nach schaden dem Koerper eher die Crash-Diaeten als die Essanfaelle.

      Will sagen: Essanfaelle sind zwar nicht "gesund", aber du scheinst eine gute Verdauungskraft zu besitzen, deswegen mach dich erstmal nicht verrueckt und vertraue deinem Koerper.