Eigenverantwortung, Zwang etc. [aus Weight Watchers ...]

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    • Eigenverantwortung, Zwang etc. [aus Weight Watchers ...]

      Martina schrieb:

      Manchmal bin ich soooo müde. :muede:Manchmal bin ich soooo müde. :muede:


      Ich habe den Eindruck dass wer dem Mainstream z.B. "die Diäten sind schuld an meinem Übergewicht" nicht folgt wird in die Schublade " die haben es noch nicht kapiert ..." abgelegt.
      Das finde ich herablassend.
      Ich denke das hier alle User genug Erfahrung mit dem Thema gesammelt haben um sich eine Meinung zu bilden ( die man ja nicht teilen muss) ohne KDD ( klein dick doof :baeh2:) zu sein.

      Ich verstehe auch nicht wie man z.B. WW soviel Macht geben kann. Ab und an bekomme ich einen Rappel melde mich dort online an für 3 Monate, halte mich mehr oder weniger an die Punkte, was ich immer noch ok finde,, schnack ein bisschen in den Foren, aber WW ist keine Autorität für mich und hat 00000 Macht in meinem Leben. Und dicker werde ich davon auch nicht.

      Liebe Martina, wenn Dich manche Meinungen so müde machen, ignorier sie doch einfach... ist schade um die Energie

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von kampfzwerg () aus folgendem Grund: Ich habe mir erlaubt, einen neuen Thread aus der abgedrifteten Diskussion zu bauen

    • Bigboy schrieb:

      Ich denke wer wirklich dünner werden möchte , muss eigentlich nur anfangen sich mehr zu bewegen und bewusst zu Essen . Und mit bewusst Essen , meine ich nicht irgend etwas Essen nach dem Motto Hauptsache Gesund , sondern auch das zu Essen was einem wirklich schmeckt . Und wenn das dann mal ein paar mehr Kalorien hat , muss man sich am nächsten Tag halt mal ein bisschen mehr bewegen . Ich denke so vermeidet man auch Heißhungerattaken !:)


      schöne einfache Welt - aber so leicht geht das oftmals eben nicht!!
    • Pono schrieb:

      Ich habe den Eindruck dass wer dem Mainstream z.B. "die Diäten sind schuld an meinem Übergewicht" nicht folgt wird in die Schublade " die haben es noch nicht kapiert ..." abgelegt.
      Das finde ich herablassend.
      I



      Nee, umgekehrt wird ein Schuh draus!!!!!!!!
    • Pono schrieb:

      Ich habe den Eindruck dass wer dem Mainstream z.B. "die Diäten sind schuld an meinem Übergewicht" nicht folgt wird in die Schublade " die haben es noch nicht kapiert ..." abgelegt.
      Das finde ich herablassend.
      Ich denke das hier alle User genug Erfahrung mit dem Thema gesammelt haben um sich eine Meinung zu bilden ( die man ja nicht teilen muss) ohne KDD ( klein dick doof :baeh2:) zu sein.

      Ich verstehe auch nicht wie man z.B. WW soviel Macht geben kann. Ab und an bekomme ich einen Rappel melde mich dort online an für 3 Monate, halte mich mehr oder weniger an die Punkte, was ich immer noch ok finde,, schnack ein bisschen in den Foren, aber WW ist keine Autorität für mich und hat 00000 Macht in meinem Leben. Und dicker werde ich davon auch nicht.


      Ich sehe das ähnlich. Seit ich hier im Forum lese - und ich habe hier viel gelesen - stoße ich immer wieder auf Aussagen, wie die Diäten sind schuld am dicker werden, sich dickgehungert haben, eine neue Sau (Diät, Ideologie etc.) wird durchs Dorf getrieben usw. usf..

      Mit dem Begriff Schuld habe ich so generell meine Probleme und möchte hier mal den Begriff VERANTWORTUNG einwerfen.
      Jeder, der eine Diät beginnt, trägt für sein Handeln selbst die Verantwortung. Keiner - auch von euch - wird gezwungen eine Diät zu beginnen, einer Theorie zu glauben oder einer Ideologie zu folgen.
      Beim Durchführen einer Diät wird einem nicht vorgeschrieben, wie man sich zu ernähren hat - vielmehr erlegt man sich selbst auf nach diesem vorgeschlagenen Prinzip zu leben. Die Verantwortung liegt zu 100% bei einem selbst.

      Wer irgendwelchen windigen Diätideen, Konzernen wie WW oder selbsternannten Diät- und Ernährungsgurus folgt und ihnen womöglich noch sein Geld hinterherschmeißt, der kann nachher nicht ernsthaft die Schuld bei anderen suchen.

      An dieser Stelle teilt sich das Lager in 2 Hälften:
      Bei den einen funktioniert's mit der Abnehmerei und dem Halten des Gewichts (ja, das gibt es auch - darauf komme ich später zurück) und sie umjubeln ihr Erfolgsrezept, sei es WW oder was auch immer.
      Die anderen erleben einen Mißerfolg nach dem anderen, erleben den Jojo und dann folgt die eben beschriebene Schuldzuschreibung.

      Beide Gruppen haben dem jeweiligen Diätkozept einmal eine große Macht über ihr Denken eingeräumt - daran ist jedoch nicht der Erfinder des jeweiligen Konzepts SCHULD - dafür trägt jeder Inanspruchnehmende selbst die VERANTWORTUNG!

      Ich selbst zähle mich zu den Menschen, die grundsätzlich Diäten ablehnen und das obwohl ich schon etwa seit meinem 12. Lebensjahr von meiner Mutter zum Diäten & Abnehmen gebracht werden sollte.
      Ich habe mich hier durchgesetzt und NEIN gesagt, was eine Form der Verantwortungsübernahme für sich selbst sein kann.

      Zugenommen habe ich durch eine Eßstörung, die viele Gründe in meiner Biografie hat - ich werde das hier nicht erörtern.
      Abgenommen habe ich als Erwachsene, als ich anfing ich mit der Eßstörung zu beschäftigen und mir Hilfe im Zentrum für Eßstörung zu holen.

      Ich habe seitdem stetig abgenommen - dieser Prozess begann vor 15 Jahren - und seither habe nicht wieder zugenommen, weil ich mich eben nicht aufs Essen fixiere, sondern auf die psychoemotionalen Vorgänge in mir und den sich daraus ergebenden Folgen in Bezug auf mein Eßverhalten.
      Klar, ich habe jetzt 15 Jahre gebaraucht, um 40 Kilo abzunehmen - mit diesem Ergebnis kann keine Frauenzeitschrift in reißerischer Überschrift neue Diätwillige gewinnen, aber ich nehme weiter ab, nehme nicht zu, zähle keine Punkte, Kalorien oder sonstwas und esse alles, was mir schmeckt und worauf ich Lust habe. Ich bin lediglich in "Kontakt & Dialog" mit meiner Eßstörung.

      Nochmal zum Thema Schuld: ich würde nicht einmal meinen Eltern, die ja einen großen Anteil an meiner Geschichte haben, die Schuld geben. Sicher liegen hier Gründe, Auslöser und Mitverantwortung verborgen.
      Aber der Schuldgedanke, bremst letztendlich ein sich weiterentwickeln aus - meine Erfahrung.
    • Jeder, der eine Diät beginnt, trägt für sein Handeln selbst die Verantwortung. Keiner - auch von euch - wird gezwungen eine Diät zu beginnen, einer Theorie zu glauben oder einer Ideologie zu folgen.
      Kommt drauf an, was man unter Zwang versteht. Im juristischen Sinne wird niemand zu einer Diät genötigt werden können. Durch Druck, Manipulation interessierter Gruppen oder sogar fast erpresserisches Verhalten von Medizinern - aber wie Marina o. beschrieben hat, auch von Arbeitgebern - wird tatsächlich oft eine Form von Zwang ausgeübt. Und wenn du etwas wie "diät" oder "abnehmen" in eine Suchmaschine eingibst, wie viel Millionen von Einträgen findest du da? Und wie viele davon verweisen auf aufklärerische Seiten wie diese hier? wie sehen Medienberichte zum Thema Übergewicht und Abnehmen aus?

      Was die Verantwortung für den eigenen Körper und die bewusste Entscheidung gegen Diäten angeht, brauchen wir hier keine Belehrung. Dieses Forum lebt von dem Bewusstsein der Eigenverantwortung seiner Mitglieder.

      Wer die WW immer mal wieder als bezahltes Kaffekränzchen für zwischendurch benötigt - bitte, nicht mein Problem. Ich lasse mir aber nicht meine kritische Haltung zu solchen Schlankheitsverkäufern ausreden - und zwar aus ureigenster Erfahrung, und ich spreche bestimmt nicht nur für mich.
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    • Lunix schrieb:

      Kommt drauf an, was man unter Zwang versteht. Im juristischen Sinne wird niemand zu einer Diät genötigt werden können. Durch Druck, Manipulation interessierter Gruppen oder sogar fast erpresserisches Verhalten von Medizinern - aber wie Marina o. beschrieben hat, auch von Arbeitgebern - wird tatsächlich oft eine Form von Zwang ausgeübt. Und wenn du etwas wie "diät" oder "abnehmen" in eine Suchmaschine eingibst, wie viel Millionen von Einträgen findest du da? Und wie viele davon verweisen auf aufklärerische Seiten wie diese hier? wie sehen Medienberichte zum Thema Übergewicht und Abnehmen aus?


      Gegen so einen Arbeitgeber kann man klagen! Man muss sich seinem Druck nicht beugen. Dann muss eben vor Gericht geklärt werden, ob die Arbeitsfähigkeit durch das Gewicht des Arbeitnehmers beeinträchtigt wird und Nachteile für den Arbeitgeber bringt.
      Sonstigen Manipulationen kann man sich entziehen, indem man besagten Gruppen den Rücken kehrt, den Arzt wechselt und kreativer in der Wahl seiner Begriffe wird, die man in eine Suchmaschine eingibt - ich habe dieses Forum gefunden, als ich "Gwichtsdiskriminierung" eingab.... ich habe den Begriff "Diät" nie gegoogelt.
      Wer "Diät" googelt, will sich nicht mit Selbstakzeptanz beschäftigen.

      Im Übrigen belehre ich nicht zum Thema Eigenverantwortung - ich schreibe meine Meinung und das ist ja nicht verboten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ivy ()

    • Ivy schrieb:

      Jeder, der eine Diät beginnt, trägt für sein Handeln selbst die Verantwortung. Keiner - auch von euch - wird gezwungen eine Diät zu beginnen, einer Theorie zu glauben oder einer Ideologie zu folgen.
      Beim Durchführen einer Diät wird einem nicht vorgeschrieben, wie man sich zu ernähren hat - vielmehr erlegt man sich selbst auf nach diesem vorgeschlagenen Prinzip zu leben. Die Verantwortung liegt zu 100% bei einem selbst.

      Bei Erwachsenen magst Du zum Teil (!) Recht haben, aber bei Kindern?? Meine erste Diät wurde mir im Alter von 6 Monaten "verordnet", von da an kam eine nach der anderen. Ja, ich gebe den Diäten die Schuld, daß ich so extrem dick geworden bin!

      Und Erwachsene, die wie ich in dem Glauben aufgewachsen sind, nur etwas wert zu sein, wenn sie versuchen, schlank zu werden? Bei denen die Gehirnwäsche der Diätindustrie und der Gesellschaft eben genauso gewirkt hat? Ich hatte in meinen Diätzeiten noch kein Internet und mußte mich auf Ärzte verlassen, die mich immer weiter zu Diäten gedrängt haben. Das war der Mainstream! Heute sind die Informationsmöglichkeiten wesentlich vielfältiger, daher weiß der eine oder andere auch, daß Diäten dick machen. :rolleyes:
      Meine Eigenverantwortung fing zu dem Zeitpunkt an, als ich Diäten Adieu gesagt habe.
    • Ivy schrieb:

      Gegen so einen Arbeitgeber kann man klagen! Man muss sich seinem Druck nicht beugen. Dann muss eben vor Gericht geklärt werden, ob die Arbeitsfähigkeit durch das Gewicht des Arbeitnehmers beeinträchtigt wird und Nachteile für den Arbeitgeber bringt.
      Sonstigen Manipulationen kann man sich entziehen, indem man besagten Gruppen den Rücken kehrt, den Arzt wechselt


      Kann man theoretisch alles machen, aber die praktische Durchführbarkeit ist für mich ein ganz anderes Thema.
      Ich finde es gut, wenn sich jemand im Leben so gut durchsetzen kann. Ich kann das nicht.

      Für mich stellen sich auch Fragen ob es sich derjenige erlauben kann gegen den Arbeitgeber zu klagen oder ob dann evtl. der Arbeitsplatz und ggfs. die Existenz gefährdet werden können bzw. berechtigte Befürchtungen dahingehend bestehen. Und Ärzte wechseln solange bis einer nicht dazu neigt alle gesundheitlichen Probleme auf das Übergewicht zu schieben geht vielleicht in größeren Städten problemlos aber meiner Meinung nach nicht in ländlichen Gebieten.
    • Pandora schrieb:

      Bei Erwachsenen magst Du zum Teil (!) Recht haben, aber bei Kindern?? Meine erste Diät wurde mir im Alter von 6 Monaten "verordnet", von da an kam eine nach der anderen. Ja, ich gebe den Diäten die Schuld, daß ich so extrem dick geworden bin!

      Und Erwachsene, die wie ich in dem Glauben aufgewachsen sind, nur etwas wert zu sein, wenn sie versuchen, schlank zu werden? Bei denen die Gehirnwäsche der Diätindustrie und der Gesellschaft eben genauso gewirkt hat? Ich hatte in meinen Diätzeiten noch kein Internet und mußte mich auf Ärzte verlassen, die mich immer weiter zu Diäten gedrängt haben. Das war der Mainstream! Heute sind die Informationsmöglichkeiten wesentlich vielfältiger, daher weiß der eine oder andere auch, daß Diäten dick machen. :rolleyes:
      Meine Eigenverantwortung fing zu dem Zeitpunkt an, als ich Diäten Adieu gesagt habe.


      Ich kenne diesen Mainstream nur zu gut. Mein Vater hat sich jahrelang nicht mit mir öffentlich gezeigt, als ich ein Kind war, weil er sich für mich schämte. Von allen Seiten wurde ich scheinbar ausschließlich über mein Übergewicht wahrgenommen und permanent ermahnt nicht so viel zu essen, doch endlich mal eine Diät zu machen und in der Schule würde ich gehänselt.
      Auch von Ärzten kann ich ein endlos langes Lied über diskriminierendes Verhalten singen...

      Meine Kritik in meinen vorigen Beiträgen dreht sich um die Frage, wem geben wir die Schuld dafür und wann fangen wir an uns von diesen äußeren Einflüssen zu befreien, sprich Eigenverantwortung zu übernehmen.
      Als Baby konntest du das nicht - völlig klar. Hier ging es um die Verantwortung deiner Eltern.

      An anderer Stelle hatte ich schon einmal geschrieben, dass ich keinen Kointakt mehr zu meinen Eltern habe, weil ihr Verhalten mir sehr geschadet hat. Da eine Klärung nicht möglich war, bin ich den durchaus schmerzhaften Schritt gegangen und habe den Kontakt abgebrochen - ich hätte ihnen auch die nächsten 30 Jahre die Schuld an meiner Situation geben können. Was hätte es mir gebracht außer jeder Menge seelischen Unfrieden?
      Seit ich mich von ihrem Einfluss befreit habe, kann ich meine Eßstörung angehen.

      Ärzte, sie sich mir gegenüber diskriminierend und unprofessionell verhalten, werden von mir nicht mehr aufgesucht. Es ist manchmal schwierig gute Ärzte zu finden, aber es gibt sie und über sie anderen beschwere ich mich inzwischen bei der Ärztekammer.

      Mir persönlich hift das Handeln, das Aktiv sein bzw. werden weitaus mehr als die Schuldzuweisung.
    • bobi schrieb:

      Kann man theoretisch alles machen, aber die praktische Durchführbarkeit ist für mich ein ganz anderes Thema.
      Ich finde es gut, wenn sich jemand im Leben so gut durchsetzen kann. Ich kann das nicht.


      Ja, so ein Rechtsstreit ist anstrengend - nach meinem Bandscheibenvorfall habe ich gegen meinen Arbeitgeber geklagt. Das kostet viel Energie und der Ausgang ist ungewiss.
      Wenn mir ein Arbeitgeber jedoch eine Diät auferlegen würde, wäre diese sicher genauso anstrengend und auch hier wäre der Erfolg nicht sicher.

      Natürlich sollte keiner seine eigene Existenz in Gefahr bringen. Bei einem Arbeitgeber, der mich so wie ich bin nicht akzeptiert und zu solch drastischen Maßnahmen wie "Zwangsdiät" greift, ist jedoch das Seelenheil des Arbeitnehmers gefährdet und das kann nicht die Lösung sein.
      Hier gäbe es sicher noch Wege, wie den Betriebsrat aufsuchen oder sich langsam nach einer anderen Stelle umsehen.
      Sich der Auflage einer Diät zu beugen, finde ich falsch.
    • Ivy, ich habe gerade deinen Eintrag im Begrüßungsthread gelesen und stelle fest, daß ich anders herum angefangen habe als du. Bei mir ging und geht es zuerst um Selbstakzeptanz und erst in Folge dessen erlange ich ganz langsam die Möglichkeit mich besser durchzusetzen. Ich komme auch mit dem Verhalten (früher und heute) meiner Eltern nicht klar und möglicherweise wird auch bei mir eine einschneidende Maßnahme notwendig und befreiend sein, aber ohne mich selbst annehmen und lieben zu können, ist das für mich nicht machbar. Ich kann deine Herangehensweise zwar nur schwer nachvollziehen, da sie sich so sehr von meiner unterscheidet. Aber deine Argumentation kann ich nun verstehen.
    • Pandora schrieb:

      Ich hatte in meinen Diätzeiten noch kein Internet und mußte mich auf Ärzte verlassen, die mich immer weiter zu Diäten gedrängt haben. [...] Meine Eigenverantwortung fing zu dem Zeitpunkt an, als ich Diäten Adieu gesagt habe.
      Das kann ich voll und ganz unterschreiben.

      Ich habe, als ich Diäten gemacht habe, voll verantwortlich gehandelt. Ich habe das getan, wovon ich geglaubt habe, dass es verantwortungsvoll und gut für mich ist.

      Wenn ich heute darüber informiere, wie es mir ergangen ist (bei mir kam auch noch eine falsch behandelte SD-Erkrankung dazu, deren korrekte Behandlung ich nur auf Grund von Informationen aus dem Internet erzwingen konnte), dann tue ich das nicht, weil ich irgendwas die "Schuld" geben will, sondern weil ich andere davor bewahren will.

      Mein Handeln in der Vergangenheit aus heutiger Sicht zu beurteilen ist schlicht unseriös und anmaßend.

      Und was ich mit der Müdigkeit zum Ausdruck bringen wollte, war, dass mir diese unqualifizierten Verallgemeinerungen einfach auf die Zwiebel gehen, zumal, wenn sie wie das Thema Jojo gerade erst bis zum Erbrechen diskutiert wurden.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • bobi schrieb:

      Bei mir ging und geht es zuerst um Selbstakzeptanz und erst in Folge dessen erlange ich ganz langsam die Möglichkeit mich besser durchzusetzen.


      Das kann ich durchaus verstehen. Es ist oft nicht einfach mehr Durchsetzungsvermögen zu erlangen. Für mich war es nicht erkennbar, dass ich in meiner Familie soetwas wie Selbstakzeptanz erreichen kann.

      Ich wollte nach so vielen Jahren der Beeinflussung (und unabhängig von der Ablehnung bezüglich meines Gewichts auch psychischen Gewalt) sowas wie einen Neuanfang, an dem ich anfangen kann zu mir selbst zu finden, ohne ständig bewertet zu werden.

      Das war sicher ein drastischer Schritt und ich vermisse es eine Familie zu haben, aber in dieser Familie konnte ich nicht gesund werden.
    • Meine WW-Erfahrung fand AD 1985 statt. Damals galt Körpergröße minus 100 minus 10%. Das wären bei meinen 172 cm 64,8 kg gewesen. Dieses Zielgewicht wurde mir von den WW vorgegeben. Da ich es nicht erreicht habe, wurde mir, trotzdem ich mich darum bemüht habe, das Erhaltungsprogramm verweigert. Damals war es so, dass man nach Erreichen des vorgegebenen Gewichts weiterhin kostenlos an den Treffen teilnehmen konnte und eben ein spezielles Erhaltungsprogramm erhielt.

      Im Alter von 26 Jahren meinen Arbeitgeber zu verklagen, ist mir nicht eingefallen, zumal mich das tatsächlich meine Existenz hätte kosten können. Außerdem war es ja auch so, dass ich mir ja schon seit Eintritt ins Erwachsenenleben vorschriftsmäßig einredete, ich sei scheiße, wie ich bin (etwas, was mir zu Hause nicht mitgegeben wurde). Deshalb fand ich das alles zunächst mal voll okay. Allerdings wurde mir innerhalb eines Jahres klar, welche Demütigung das war. Man muss zudem festhalten, dass es ohne diese Erfahrung höchstwahrscheinlich dieses Forum nicht geben würde.

      Über die Sache mit dem Betriebsrat kann ich nur lachen. Ich habe noch nie in einer Firma gearbeitet, in der es einen Betriebsrat gegeben hätte. Und das finde ich auch voll okay, denn ich kann meine Angelegenheiten selber regeln. Ich halte nichts von Betriebsräten.
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    • Martina schrieb:


      Über die Sache mit dem Betriebsrat kann ich nur lachen. Ich habe noch nie in einer Firma gearbeitet, in der es einen Betriebsrat gegeben hätte. Und das finde ich auch voll okay, denn ich kann meine Angelegenheiten selber regeln. Ich halte nichts von Betriebsräten.


      Mir hat der Betriebsrat sehr geholfen - es gab vor meiner Klage regelmäßige Gespräche, wie ich vorgehen kann. Er war stets anwesend, wenn es Gespräche mit den Vorgesetzten gab, so dass ich Zeugen hatte.
      Und der Betriebsrat hat mich nicht zuletzt auch emotional gestützt, denn auch ich war damals noch recht jung und hatte keine Erfahrung mit arbeitsrechtlichen Problemen und hatte Angst um meinen Job.

      Den Betriebsrat zu kontaktieren hat nichts damit zu tun, seine Angelegenheiten nicht selbst regeln zu können. Aber es sei dir gegönnt, diese Möglichkeit zu "belachen"!
    • Ich belache diese Möglichkeit nicht. Wenn ein Betriebsrat im Sinne der Arbeitnehmer handelt, mag es ja gut und schön sein. Aber ich habe schon ganz andere Dinge erlebt in meinem Umfeld. Deshalb halte ich davon nichts.

      Lachen kann ich über den Vorschlag deshalb nur, weil es eben keine allgegenwärtige Option ist, wenn man Probleme welcher Art auch immer hat. Nicht jede Firma hat einen Betriebsrat.
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    • Martina schrieb:


      Lachen kann ich über den Vorschlag deshalb nur, weil es eben keine allgegenwärtige Option ist, wenn man Probleme welcher Art auch immer hat. Nicht jede Firma hat einen Betriebsrat.


      Dann gibt es eine andere Option, z.B. eine kostenlose Rechtsberatung beim Anwaltsverein oder die Rechtsberatung der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung (ja, ich weiß, du stehst ihr skeptisch gegenüber...) - wenn es um ein Gewichts"problem" am Arbeitsplatz geht.

      Eine Rechtsschutzversicherung mindert die Kosten bei einem Rechtstreit erheblich.

      Es gibt immer eine Option! Man muss dafür aber aus der Opferrolle rauskommen und aktiv werden, womit ich wieder bei der Verantwortung für sich selbst wäre.

      Eine Diät zu machen, die der Arbeitgeber einem auferlegt ist meiner Meinung nach keine ideale Option, um Probleme zu lösen.
    • Ivy schrieb:

      Doder die Rechtsberatung der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung (ja, ich weiß, du stehst ihr skeptisch gegenüber...) - wenn es um ein Gewichts"problem" am Arbeitsplatz geht.
      1985 :confused:

      Ivy schrieb:

      Eine Diät zu machen, die der Arbeitgeber einem auferlegt ist meiner Meinung nach keine ideale Option, um Probleme zu lösen.
      Da stimme ich Dir vollkommen zu. Allerdings war ich, wie ich jetzt bereits mehrfach ausgeführt habe, 1985 mit 26 Jahren so weit noch nicht. Für mich war das damals zunächst mal okay. Aber es hat auch die Gedanken in Gang gesetzt, die letztlich zu diesem Forum hier geführt haben.

      Heute würde ich mir so was nicht mehr bieten lassen. Und besagten Job habe ich 1989 verlassen.

      Ich nehme für mich das Recht in Anspruch, im Leben dazu lernen zu dürfen. Es ist sicher bewundernswert, dass Du bereits mit 12 Jahren ein so starker Charakter warst, dass Du das alles geblickt hast. Ich war das nicht. Ich bin an solchen und anderen Erfahrungen gewachsen und weiß, dass ich auch heute mit 52 noch immer an Erfahrungen wachse. Ich bin sicher, dass man, wenn man offenen Auges durchs Leben geht, nie auslernt.

      Als Opfer, auch das habe ich schon klar gemacht, sehe ich mich ebenfalls nicht. Ich habe aus der mir damals zur Verfügung stehenden Sicht das getan, was verantwortungsvoll und gut für mich war. Dass ich das heute anders sehe, gehört eben auch zu dem Wachsen an Erfahrungen.
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    • Martina schrieb:

      1985 :confused:


      Ich schreibe über Optionen, dich ich heute kenne. Und wenn es die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung damals noch nicht gab, so gab es sicher die eine oder andere von mir genannte oder weitere, nicht genannte Möglichkeiten.
      Es kann ja jeder selbst entscheiden, was er davon nutzt oder nicht - ich finde es nur wichtig sich klar zu machen, welche Möglichkeiten es gibt, anstatt eine für Viele sinnvolle Einrichting wie z.B. einen Betriebsrat abzulehnen, ohne jemals selbst damit Erfahrungen gesammelt zu haben.
      Es gibt positive und negative Erfahrungen mit Betriebsräten. Unabhängig davon ist er eine Option - wenn es ihn im Betrieb gibt.
      Ich frage z.B schon im Bewerbungsgespräch, ob es einen Betriebsrat gibt, denn ich habe ihn auch außerhalb akuter Probleme oft Kontaktiert, um bestimmte Fragen zu stellen.

      Martina, ich habe mit 12 Jahren keineswegs alles geblickt... aber ich habe sehr früh angefangen gegen alle möglichen Widrigkeiten in meinem Leben zu kämpfen - und auch wenn das vielleicht unrealistisch klingen mag, begann dieser Kampf schon viel früher. Und auch ich lerne an jedem einzelnen Tag dazu und "blicke" nach wie vor nicht alles - wie auch, ich bin nur ein Mensch.

      Aber ich nehme mir die Freiheit meine - manchmal vielleicht etwas radikalen Ansichten - zu äußern.
    • Ivy schrieb:

      Ich schreibe über Optionen, dich ich heute kenne.
      Das ist genau das, was ich meine. Du beurteilst etwas, das vor meinem halben Leben stattgefunden hat, aus heutiger Sicht und glaubst dabei anscheinend auch noch, dass ich heute noch genauso denke oder handeln würde wie damals.
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    • Ich schreibe lediglich meine Meinung, Martina.
      Wenn du dich beurteilt fühlst, kann ich nichts dafür. ´

      Selbstverständlich kannst du damals wie heute selbst entscheiden, wie du handelst - ich habe lediglich aufgezeigt, dass es Optionen gibt sich gegen einen Arbeitgeber zu wehren. Und die gab es - sorry, für die Wiederholung - auch damals schon.
    • Ivy schrieb:

      ich habe lediglich aufgezeigt, dass es Optionen gibt sich gegen einen Arbeitgeber zu wehren. Und die gab es - sorry, für die Wiederholung - auch damals schon.


      Ohne jetzt beleidigend werden zu wollen, aber Optionen gegen deine Eßstörung gabs damals auch schon. Hilft dir das heut, wenn dir jemand erzählt du hättest früher einen Psychologen aufsuchen sollen?
    • Ivy schrieb:


      Es gibt immer eine Option! Man muss dafür aber aus der Opferrolle rauskommen und aktiv werden, womit ich wieder bei der Verantwortung für sich selbst wäre.


      Was du dabei aber offenbar nicht verstanden hast ist, dass alle Welt einem suggerieren will, dass man nur dann verantwortungsvoll sich selbst gegenüber ist, wenn man aktiv (mit Diät) sein Übergewicht angeht.
    • Wie ich Dir aber schon schrieb, wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, mal abgesehen davon, dass ich es mir aus finanziellen Gründen nicht leisten konnte, meinen Job zu verlieren. Klagen gegen Arbeitgeber in dem inflationären Ausmaß, wie man heute davon hört, waren damals nicht üblich. Eine Rechtsschutzversicherung hatte ich zu der Zeit zum Beispiel durchaus.

      Ich wüsste auch nicht, wofür ich ihn hätte verklagen sollen. Mir wurde ja nicht mit Rausschmiss gedroht. Mir wurde nur gesagt, man könne mich auf Grund meiner äußeren Erscheinung nicht meinen Fähigkeiten entsprechend einsetzen.

      Hinzu kam, dass ich es zum einen gewohnt bin, Dinge mit Anstand zuende zu bringen. Zum anderen war dies aber meine erste Anstellung, mit der ich später punkten konnte. Alles in allem war es auch in diesem Falle wieder verantwortungsvolles Handeln, diesen Job nicht aufs Spiel zu setzen. Beruflich habe ich von den sieben Jahren in dieser Anstellung enorm profitiert und tue es heute noch.

      Außerdem habe ich dem Chef ja nach einem Jahr mit den passenden Worten den Wiegepass hingeschmissen. Und als er dann, nachdem ich wieder zugenommen hatte, meinte, ich müsse mich ja vor mir selber ekeln, so schwabbelig wie ich sei, und schließlich wolle ich doch mal einen Mann bekommen, habe ich ihm auch darauf passende Antworten gegeben.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • babelfish schrieb:

      Ohne jetzt beleidigend werden zu wollen, aber Optionen gegen deine Eßstörung gabs damals auch schon. Hilft dir das heut, wenn dir jemand erzählt du hättest früher einen Psychologen aufsuchen sollen?


      Ich habe mit 14 Jahren für mich die Option in Anspruch genommen, einen Psychlogen aufzusuchen.

      Einige Jahre zuvor hatten wir eine Familientherapie bei ihm gemacht und als ich merkte, dass ich Unterstützung brauche, habe ich den Psychologen wieder kontaktiert. Er hat mir dann geholfen den formalen Kram, wie Zustimmung meiner Mutter und Kostenübernahme zu regeln. Ich war einige Jahre bei diesem Therapeuten in Therapie.

      Es folgten eine stationäre Therapie, eine weitere Einzeltherapie und eine Gruppentherapie im Zentrum für Eßstörungen.

      Bevor du beleidigend wirst (oder nicht) solltest du vielleicht einfach mal fragen, was ich so unternommen habe.