AC-Foren

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    • Martina schrieb:

      Ich denke, in diesem Forum kann man Dir da sicher weiterhelfen.


      Hallo,
      ich hoffe, dass ich jetzt für meine Worte nicht gesperrt werde, weil sie

      1. nicht hierhergehören (also ins Forum) und
      2. sie überhaupt nicht zum Thema passen.

      ABER: Ich habe mir gerade die von Martina aufgerufene Seite etwas angeschaut und irgendwie bin ich geschockt. Ich mein, ja 120-130 Kilo ist schon Übergewicht, aber deswegen gleich eine OP? Bei diesem Gewicht kann man schon noch beweglich sein und andere Dinge probieren. Das sind teilweise noch ganze junge Leute, die soetwas über sich ergehen lassen. Das finde ich sehr schade. Ich will ganz bestimmt niemanden verurteilen oder messen, es gibt bestimmt auch Einzelfälle, in denen soeine OP lebensnotwendig ist, aber irgendwie kommt es mir auf diesen Seiten so vor, als ob die die OP quasi als Sonderangebot verkaufen.

      Das musste ich loswerden, weil ich einfach geschockt bin. Sonst habe ich immer nur in diesem Forum darüber gelesen, nie direkt die Beiträge von AC-"Opfern". :(

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Martina () aus folgendem Grund: Zitat, auf das sich das Posting bezieht, hinzugefügt.

    • Es geraten auch schon Personen mit um die 100kg in die Fänge der AC.
      Man kann darüber fast immer nur mit dem Kopf schütteln.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
      [/CENTER]
      [/SIZE]
    • Es scheint vielen gar nicht so bewußt zu sein, was für ein großer Eingriff so eine Bauchdeckenstraffung ist. Was die zum Teil alles mit sich machen lassen... quasi jedes Jahr eine weitere OP, um überschüssige Haut zu entfernen, Bauch straffen, Brust straffen, Oberschenkel straffen etc. - Da wird mir echt schlecht.
      Ich hab derzeit auch Bedenken, wie sich mein Körper weiter "entwickelt", sollte das mit der Abnahme bei mir länger anhalten... ich halte mich ja mittlerweile ziemlich streng an meine "verträgliche Kost" wegen der Histaminintoleranz. Bis jetzt ist es alles positiv, es fehlen halt ein paar Polster, hab eine Hosengröße weniger, solche Sachen halt. Sollte ich jetzt nochmal so viel abnehmen wie bis jetzt, wirds in meinen Augen "grenzwertig" (da war ich schon mal). Was genau wird, weiß ich ja nicht. Es ist mir letzten Endes auch egal, was die Waage anzeigt. Ich hab einfach nur Bedenken, wie extrem sich meine zwangsläufige neue Ernährungsform auf mein Leben und mein Aussehen auswirken wird.
      Mein Lebensgefährte ist in dem Punkt allerdings ausnahmsweise mal nicht besonders einfühlsam - meinte er doch gleich: "wenns zu sehr hängt, kannst du ja ne OP machen..." Wenn Blicke töten könnten - er wär gestorben. Ich mach so ne OP nicht einfach aus kosmetischen Grunden, was denkt der denn?
      In dem AC-Forum scheint es allerdings ziemlich beliebt zu sein. Ich kann das nicht nachvollziehen, allerdings passt es wohl auch wieder zum generellen Tenor, sich für besseres Aussehen (nach der Abnahme) operieren zu lassen, unter großen Risiken. Da gehts dann halt um so banale Themen wie "behaltet ihr euren Bauchnabel?" oder es wird darüber geredet, wie viel Fläche des Bauchs nach der OP taub geblieben ist und was sonst noch so für Missempfindungen auftreten. Und das wird scheinbar als normal empfunden. Das finde ich doch ein wenig gruselig...

      Gruß
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • Nordlicht schrieb:

      Es scheint vielen gar nicht so bewußt zu sein, was für ein großer Eingriff so eine Bauchdeckenstraffung ist. Was die zum Teil alles mit sich machen lassen... quasi jedes Jahr eine weitere OP, um überschüssige Haut zu entfernen, Bauch straffen, Brust straffen, Oberschenkel straffen etc. - Da wird mir echt schlecht.
      Du hast noch die Nachoperationen vergessen, die zum Teil nötig sind, um die Abnahme zu sichern (Beispiel).
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    • kampfzwerg schrieb:

      Es geraten auch schon Personen mit um die 100kg in die Fänge der AC.
      Man kann darüber fast immer nur mit dem Kopf schütteln.


      Aber so sehr wundern kann ich mich nun auch nicht mehr darüber wenn man bedenkt, was uns als "absolut schön" verkauft werden soll.
      Gerade gestern hörte ich einen Satz über eine Frau die 1,76 groß ist und 49 kg wiegt, was für eine "beneidenswerte Modelfigur" sie doch hätte.
      Im Vergleich damit sind 100 kg dann natürlich gigantisch.

      In meinen Augen ist dieses ganze Denken mittlerweile regelrecht krank und im wahrsten Sinne des Wortes ver-rückt - also nicht mehr an einem vernünftigen Platz.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Es ist in der Tat so, dass die Option, nicht schlank zu werden, praktisch nicht vorkommt. Es scheint mir eine absolute Glaubensfrage zu sein. Die Menschen in diesen Foren sind nahezu durchweg davon überzeugt, dass es zwingend ist, den Zustand des Dickseins zu beenden ... egal wie. Viele sind zudem fest davon überzeugt, dass diese ganzen Leiden die gerechte Strafe für das Dicksein sind. Das ist halt der zwangsläufige Preis, den man dafür bezahlen muss, dass man sich nicht im Griff hat.

      Häufig liest man, dass Gesundheitsprobleme schon nach einer Abnahme von 10 oder 20 kg verschwinden. Keiner wäre aber damit dann zufrieden. Und wenn es dann irgendwann mal nicht mehr so läuft mit der Abnahme ist das Versagergefühl groß, anstatt dass man sich freut, dass es einem besser geht. Für mich unbegreiflich.
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    • Ich habe im Buch "LINDA - Das Buch zur Schulung für Menschen mit Diabetes" eine Passage gefunden, die vor allem im letzten Abschnitt auf Menschen mit Übergewicht und Selbstzweifeln positiv wirken kann:

      LINDA - Das Buch zur Schulung für Menschen mit Diabetes schrieb:

      Wenn Sie schon oft, ohne bleibenden Erfolg versucht haben abzunehmen, verzweifeln Sie nicht! Typ-2-Diabetes macht dick! Das soll keine Entschuldigung für ungezügeltes Essen sein. Schließlich tragen Sie selbst Verantwortung für Ihren Körper.
      Auf der anderen Seite kann kein Mensch ein Leben lang fasten. Stellen Sie Ihre Ernährung um, bevorzugen Sie pflanzliche Nahrungsmittel und reduzieren Sie tierische, vor allem Fleisch und Wurst.
      Wenn Sie trotz aller Mühen nicht abnehmen, versuchen Sie wenigstens Ihr Gewicht zu halten und akzeptieren Sie sich so, wie Sie sind! Auch mit Übergewicht können Sie glücklich sein.
    • Nordlicht schrieb:

      oder es wird darüber geredet, wie viel Fläche des Bauchs nach der OP taub geblieben ist und was sonst noch so für Missempfindungen auftreten. Und das wird scheinbar als normal empfunden. Das finde ich doch ein wenig gruselig...

      Gruß
      Dani


      vielleicht sollte ich mich dort mal anmelden. ich könnte ja mal darüber schreiben, dass einmal mein mann auf seinem rechten oberschenkel unerklärlicher weise eine bestimmte region hat, die über nacht taub geworden ist. wir haben alles mögliche abklären lassen. es weiß niemand eine lösung. für ihn ist es nur unangenehm.
      oder ich erzähle mal meine geschichte. durch meine notwendige bandscheiben-op vor neun jahren habe ich einen halben tauben fuß zurückbehalten. der fuß fühlt sich an, als ob er eingeschlafen ist. ist echt ein super gefühl!!! ich hab mich zwar mitterweile dran gewöhnt, aber es sind dennoch einschränkungen damit verbunden. z.b. fußnägel schneiden. ich hab nur dieses "pelzige" gefühl, kann also nicht abschätzen, wie ich schneiden kann. oder füße eincremen. es ist einfach nur unangenehm, den fuß zu berühren. oder schuhe mit absatz. völlig unmöglich geworden, weil ich dann vorn gar kein gefühl mehr habe.
      es war ne op, die notwendig war. ich "zahle" den preis also gern. wenn ich dann aber lesen muss, dass andere sowas freiwillig machen und es taub bleiben kann, geht mir die hutschnur hoch. auch wenn es nur ne kleinigkeit ist im gegensatz zu anderen sachen, die bei so einer op schief gehen können.
    • Hallo Ihr lieben!
      Ich bin doch sehr erstaunt über die sehr negative Haltung gegenüber der AC Chirugie.
      Für mich war es der Schritt in ein neues Leben. Wohlgemerkt, ich spreche nur von mir!!
      Ich habe seid Mai 2010 XX kg abgenommen, treibe wieder Sport und habe ein ganz neues Selbstbewustsein entwickelt.
      Die AC Foren waren da mit Rat und Tat zur Stelle und niemand hat mich irgendwo hereingedrängt oder erzählt nach der OP ist alles gut. Man muss sich schon bewußt sein, das man sich selbst ändern muss, die OP ist dabei nur eine Art Krüke, denn wir werden alle nicht am Kopf operiert und da muss die Veränderung einsetzen.
      DIes muss aber jeder für sich entscheiden.
      LG Claudia

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von kampfzwerg () aus folgendem Grund: Abnahmedokumentation gelöscht - Bitte Forenregeln beachten

    • Claudel112 schrieb:

      Ich bin doch sehr erstaunt über die sehr negative Haltung gegenüber der AC Chirugie.
      Es wird nun mal nicht überall gleich Beifall geklatscht, wenn Leute sich gesunde Organe verstümmeln lassen und meinen, dass mit der OP alles besser wird. Es gibt wenige, sehr wenige Fälle, in denen ich die Entscheidung zu einer solchen OP einsehen kann, nämlich dann, wenn z.B. die Gelenke durch das Gewicht erheblich schneller verschleißen oder es andere starke Komplikationen gibt. Aber selbst dann sollte der Schritt kein leichtfertiger sein. Teilweise verkommt in den Foren, soweit ich das bislang mitgelesen habe, die AC zu einer Art Modeoperation. Wenn dann in den Profilen zu lesen ist "1. OP XY, 2. OP XYZ, dann 3. OP zur Korrektur, zum Umbau ..." frage ich mich, wie viele OPs sein müssen. Außerdem frage ich mich dann, ob die Mitschreibenden sich wirklich Gedanken gemacht haben abgesehen von "Ich will schlank sein".
      Für mich war es der Schritt in ein neues Leben. Wohlgemerkt, ich spreche nur von mir!!
      Immerhin schränkst Du das ein, indem Du schreibst, nur von Dir selbst schreiben zu können. Das ist reflektierter als das, was sonst oft zu lesen ist.
      Es gibt genug Foren, wo extreme Formen von Diäten oder AC befürwortet werden. Wir empfinden uns hier als Gegenstimme zum gängigen Strom und zeigen den Leuten, dass das Leben eben nicht erst unterhalb eines gewissen BMI beginnt, sondern im Hier und Jetzt stattfindet. Dabei ist es egal ob mit 60 oder 160kg!
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    • Claudel112 schrieb:

      ...
      Ich habe seid Mai 2010 XX kg abgenommen, treibe wieder Sport und habe ein ganz neues Selbstbewustsein entwickelt.
      ...

      Du baust dein Selbstbewußtsein auf eine Operation auf, die dich für's Leben an einem lebenswichtigem Organ verkrüppelt? Da wären für mich ganz andere Defizite, als das Gewicht, vordringlicher zu bearbeiten.
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    • Hallo, Ihr Lieben,

      bislang hatte ich nur durch Beiträge hier im Forum Informationen über Adipositaschirurgie und deren Auswirkungen. Darüber hinaus habe ich mich nie intensiver damit beschäftigt, weil so etwas für mich indiskutabel ist.

      Heute abend aber habe ich Martinas Link vom 4.3. ("Beispiel") angeklickt und mich stundenlang mit Weiterklicken durchgelesen - und mir ist nur noch schlecht!!!

      Mir war nicht bewusst, dss es nur ganz, ganz wenige Menschen in diesen AC-Foren gibt, die keine gravierenden gesundheitlichen Probleme und daraus resultierende Nachfolge-OPs haben.
      Sie schildern diese auch sehr offen, betonen aber gleichzeitig, dass sie die OP(s) nicht bereuen!
      Ich kenne diese Menschen natürlich nicht und kann so auch nicht die Gründe nachvollziehen, die zu ihrem Entschluss führten - aber das hat schon etwas sehr Autoaggressives für mich.

      Viele der Betroffenen geben dem übermässigen Essen die Schuld an ihrem Dicksein. Wenn das stimmt und andere Ursachen ausgeschlossen sind, frage ich mich aber - vielleicht etwas naiv -: nach der OP müssen sie doch auch lebenslang überaus kontrolliert essen; warum können sie das nicht ohne OP und die sich daraus ergebenden erheblichen Einschränkungen?

      Heute nicht mit lieben, sondern ziemlich geschockten Grüssen
      Mariechen
    • Hallo,
      nun muss ich mich doch noch einmal zu Wort melden!!
      Ich finde dieses Forum toll und denke das die heutige Gesellschaft vieles nur auf Gewicht und Erscheinungsbild redziert.
      @Sonnenkuss Ich muss dir zum Teil Recht geben. Meine anderen Defizite werden jetzt aber auch aufgearbeitet, dies sehe ich als zwingend notwendig, da sonst die OP alleine nicht helfen wird.
      @Mariechen Auch dir gebe ich recht, natürlich muss man kontrolliert essen, aber das ist ja auch der Punkt. Die OP kann meiner Ansicht nach nur eine Art Hilfsmittel sein.
      Was mir hier auffällt ist die teilweise doch sehr aggressive Haltung hier im Forum, schade, denn ich kenne nun beide Seiten und kann auch beide gut verstehen. Ich denke es geht nicht darum alle Übergewichtigen zu operieren und auf Standartmaß zu bringen. Dies muss doch jeder für sich entscheiden.
      Ich fühle mich auch nicht verstümmelt!!
      LG
      Claudia
    • Claudel112 schrieb:

      Hallo,
      ...Was mir hier auffällt ist die teilweise doch sehr aggressive Haltung hier im Forum, schade, denn ich kenne nun beide Seiten und kann auch beide gut verstehen. Ich denke es geht nicht darum alle Übergewichtigen zu operieren und auf Standartmaß zu bringen. Dies muss doch jeder für sich entscheiden.
      ...



      hallo claudia,

      die vielleicht etwas agressivere haltung und meinung gegen die AC hier im forum kommt unter umständen daher, dass sehr viele der hier schreibenden einen langen und zum grossen teil von aussen geschürten leidensweg zur selbstakzeptanz hinter sich gebracht haben.

      die einflüsse, die von aussen in uns selbst hineingepflanzt werden, durch medien, falsche ärztemeinungen, falsch verstandenes gesundheitsdenken und auch durch panikmache, sind grenzüberschreitungen gegen die man sich zur wehr setzen muss, wenn man ein eigenbestimmtes leben führen möchte.

      wenn dann noch dazu kommend die gesellschaft da draussen durch informationen "wie einfach dem übergewicht doch beizukommen ist, wenn man nur eine operation vornehmen lässt" der meinung ist, dass man es ja einfach hat, sich der norm anzugleichen, dann ist das zusätzlicher druck, den man erst einmal aushalten können muss. die wenigsten derer, die sich NICHT mit der selbstakzeptanz als dicker mensch auseinander setzen sind so reflektiert, dass sie ihre defizite über das übergewicht hinaus betrachten, sondern ihnen wird eingeredet bzw. sie reden sich durchaus auch selbst ein (weil sie es nicht anders gelernt haben), dass sie glücklich und zufrieden leben könnten, WENN sie erst mal schlank sind.

      viele der leute hier haben ihren weg aus dieser fremdbestimmten geschichte heraus gefunden und möchten selbstverständlich ihre eigenen erfahrungen genau so an andere weiter geben wie du die deinen. weil sie aber sehr oft einfach gegen windmühlenflügel ankämpfen ist es für mich verständlich, dass der ton beim drölftausendsten mal erklären, warum AC nicht zwingend alleine glücklich macht, ein wenig schärfer wird.

      du bewegst dich hier unter leuten, denen es wichtig ist, mit sich (in der gesamtheit körper-geist-seele) ins reine zu kommen und da ist das gewicht halt nur eine von vielen baustellen, die zu bearbeiten sind.

      grüsse aus dem wilden süden
      e.
    • @19elke61
      Danke für Deine offene Antwort.
      Was mir nicht klar war ist, das viele denken die Op ist ein einfacher Weg.
      Denn das ist mitnichten der Fall. Ich bin seid Geburt übergewichtig und habe mich mit allen, Diäten, Vorurteilen und allem was sonst dazu gehört herumgeschlagen. Für mich war die OP der letzmögliche Weg um meinem Übergewicht beizukommen. Wer sagt das wäre einfach hat keine Ahnung.
      Das Leben ändert sich komplett und auch damit muss man erst einmal klar kommen, denn man wird ja nicht am Kopf operiert.
      Ich habe nur meinem allerengsten Umfeld von der OP erzählt, weil ich mich eine ganze Zeit als Versager gefühlt habe den Kampf gegen mein Übergewicht nicht alleine geschafft zu haben.
      Jetzt bin ich soweit das ich offen dazu stehen kann und ich habe zum Glück auch keine negativen Erfahrungen machen müssen.
      Ich würde mir wünschen das wir in unserer Gesellschaft im allgemeinen toleranter werden, aber ich glaube das wünschen sich viele. Ich habe vor jedem Respekt der mit hoch erhobenen Haupt durchs Leben geht egal welcher Norm er entspricht oder eben auch nicht. Ich konnte es nicht mehr und daher dieser Schritt.
      Ich finde dieses Forum trotzdem toll !!
      LG
      Claudia
    • Claudel112 schrieb:

      Was mir nicht klar war ist, das viele denken die Op ist ein einfacher Weg. Denn das ist mitnichten der Fall.
      Ich habe jetzt den ganzen Thread noch mal überflogen. Wo steht bitte, dass hier irgendwer die OP für einen einfachen Weg hält?

      Sorry, aber das ist etwas, was mich an den AC-Anhängern wirklich nervt: Ihr habt richtiggehend Standardargumente, die Ihr wahllos unters Volks schmeißt, egal, ob sie nun gerade passen oder nicht. Parallelen zu Herbalife sind unübersehbar.

      Im Gegenteil: Wir sind der Meinung, dass die Adipositaschirurgie ein unnötig schwerer, menschenverachtender Weg ist. Und damit kritisieren wir nicht diejenigen, die sich von diesem Schwachfug überzeugen lassen, sondern diejenigen, die so etwas anbieten, mithilfe von so genannten Selbsthilfeforen aggressiv vermarkten und jede Menge Geld damit scheffeln. Auf einer amerikanischen Seite fand ich mal die Aussage, dass die AC die moderne Beschneidung der Frau ist. Das ist in meinen Augen eine zutreffende Einschätzung.

      Claudel112 schrieb:

      Für mich war die OP der letzmögliche Weg um meinem Übergewicht beizukommen.
      Der Denkfehler besteht darin, dass die Welt meint, man müsse dem Übergewicht beikommen ... um jeden Preis.

      Claudel112 schrieb:

      Ich würde mir wünschen das wir in unserer Gesellschaft im allgemeinen toleranter werden, aber ich glaube das wünschen sich viele. Ich habe vor jedem Respekt der mit hoch erhobenen Haupt durchs Leben geht egal welcher Norm er entspricht oder eben auch nicht. Ich konnte es nicht mehr und daher dieser Schritt.
      Auch so ein Missverständnis. Es gibt nicht den geringsten Grund, unsere Kritik an der Adipositaschirurgie persönlich zu nehmen oder, wie in einem anderen Forum gelesen, als Anfeindung aufzufassen. Um vielleicht mal zu verstehen, worauf wir hier heraus wollen, empfehle ich die Lektüre dieser Erläuterung, insbesondere die Beiträge 2-5.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Martina () aus folgendem Grund: Komma zu viel

    • hallo claudia,

      Claudel112 schrieb:

      Was mir nicht klar war ist, das viele denken die Op ist ein einfacher Weg.


      wenn du unter "viele" grosse teile der (schlanken) gesellschaft meinst, dann wirst du wahrscheinlich recht haben. die leute, die hier sind haben sich mit der AC auseinander gesetzt und WISSEN, dass es nicht so ist. gerade dieses wissen macht mich und wahrscheinlich alle anderen, die sich gegen die AC äussern, zu gegnern der AC.

      Claudel112 schrieb:

      Ich bin seid Geburt übergewichtig und habe mich mit allen, Diäten, Vorurteilen und allem was sonst dazu gehört herumgeschlagen. Für mich war die OP der letzmögliche Weg um meinem Übergewicht beizukommen.


      siehst du, hier ist mein (unser) ansatzpunkt. wer sagt denn, dass man sich mit übergewicht herumschlagen MUSS? jeder mensch ist anders in form, farbe, wesen, eigenschaften und allem anderen - warum muss denn gerade beim gewicht ein gleichmass vorherrschen? ist es denn nicht wichtiger, mit sich selbst im reinen zu sein, sein inneres gleichgewicht zu haben und gelassen mit sich UND anderen umgehen zu können?

      Claudel112 schrieb:

      ...weil ich mich eine ganze Zeit als Versager gefühlt habe den Kampf gegen mein Übergewicht nicht alleine geschafft zu haben.


      warum fühltest du dich als versager? weil andere dir das gefühl gaben, es sei wichtig, schlank zu sein um glücklich werden zu können? oder weil du EINE sache in deinem leben nicht geschafft hast - wogegen du höchstwahrscheinlich TAUSENDE andere sachen (schulbesuch, berufsausbildung, haushalt, das normale tägliche leben usw.) durchaus auf die reihe gebracht hast? meinst du nicht, das ist ein klitzeklein wenig im ungleichgewicht?

      versteh mich richtig: wenn du deinen weg so gehen musstest, dann ist das durchaus in ordnung für dich. wenn du glück hattest und keine oder nur wenige beeinträchtigungen dadurch erlitten hast, dann freue ich mich für dich. wenn du nicht beim schritt zur op stehenbliebst sondern im nachhinein noch etwas für den nicht operierten kopf tust, dann finde ich das toll - vor allem, wenn es dich auf deinem weg vorwärts bringt.

      ABER das ist dein weg und er ist für andere menschen höchstwahrscheinlich nicht richtig, denn sie müssen ihren eigenen weg finden. UND sie könnten weniger glück haben als du und eben die verstümmelung eines (wahrscheinlich gesunden) organs nicht so gut bewältigen wie du. und genau dieses risiko müssen menschen kennen, die sich unter das messer legen um sich verstümmeln zu lassen. sie müssen eine alternative kennenlernen dürfen zu dieser verstümmelung (denn es ist eine, auch wenn man es vielleicht nicht auf den ersten blick sieht. ein teil des körpers wird weggeschnitten - bei einem finger oder einem bein ist es offensichtlicher aber nichts anderes) und sie dürfen aufhören, sich als versager oder minderwertig oder sonstwie schlechter zu fühlen als alle anderen, denn sie sind wie jeder andere auch EINZIGARTIG.

      viele grüsse
      e.
    • Hallo 19elke61,
      dich finde ich mittlerweile richtig Klasse!!
      Ich verstehe total was Du meinst und würde Deine Aussagen sofort unterschreiben.
      Was ich nur sagen möchte ist, das ich erschrocken war, das die anderen Adipositas Foren so dargestellt werden als würden da nur die Op´s zählen. Genau das habe ich total anders empfunden und es sind durchaus User dabei die vor einer Op zurückschrecken, was ich persönlich auch sehr gut verstehen kann.
      Wenn Du aber sagst es wird ein gesundes Organ verstümmelt, sehe ich das etwas anders, denn dieses Organ ist durch mein Verhalten "ausgeleiert" und funktioniert nicht mehr normal, sonst hätte ich ja ein Sättigungsgefühl gehabt.
      Das ich bei der ganzen Sache nur für mich spreche habe ich immer wieder betont und ich würde nie auf den Gedanken kommen meinen Weg als die Lösung für jedermann zu sehen.
      Das ich mich mit meinem Übergewicht schlecht gefühlt habe liegt ja auch an mir und an keinem sonst.
      LG Claudia
    • Ich kenne es von mir, dass ich lange Zeit kein Sättigungsgefühl hatte und auch ich das Gefühl hatte, das mein Magen "ausgeleiert" sei. Das ist aber mitlerweile weg. Ohne OP.

      Ich finde es wirklich, wirklich schlimm, dass so viele Menschen erst die OP machen und danach erst an den eigentlichen Problemen anfangen zu arbeiten.

      Vor mittlerweile 8 Jahren wurde ich zu der OP gedrängt, mit der Aussage, dass ich niemals 30 Jahre alt werden würde, mein Skelett leiden und ich Diabetes bekommen würde, aber dafür niemals Kinder.
      Und jetzt bin ich hier 8 Jahre später und um einiges leichter als zu dem Zeitpunkt, als ich zu der OP gedrängt wurde.

      Zwischendurch habe ich gut 60 kg Gewichtsschwankungen gehabt, kein Hungergefühl, bzw kein Sättigungsgefühl, ich hatte Essanfälle und und und. Ein hoffnungsloser Fall laut meinen Ärzten und der perfekte Kandidat für AC. Als 14-jähriges Mädchen, wohlgemerkt. Wenn ich langfristig leben will, so wurde mir gesagt, sei die OP meine einzige, ja - meine letzte Chance. Ich habe meine "letzte Chance" in den Wind geblasen.
      Die beste Entscheidung, die ich habe fällen können.

      Wenn ich mich jetzt angucke und mir vorstelle, ich hätte an dieser Stelle die Operation gehabt, als sogenannte Krücke, dann schüttelt es mich.

      Mit etwas Zeit und Vertrauen, mit Zuspruch und Therapie habe ich diese Krücke nicht gebraucht.
      Meine Krücke heißt Selbstakzeptanz und sie hat mich laufen lernen lassen.

      Für mich wird andersrum ein Schuh draus.
      [Body] Shaming doesn’t make people thin, or healthy. It just makes them hurt.
      [SIZE=1](Miss Rosie, Blogger)[/SIZE]
    • sombra blanca,

      darf ich dich fragen, ob du irgendwelche Krankheiten bekommen hast, die ja angeblich so typisch sind für Übergewichtige?

      Hast du nun wieder ein Sättigungsgefühl entwickelt und wenn ja, wie??

      Und die Essanfälle, sind die weniger geworden?

      Viele Fragen, ich weiß - aber ich muss doch fragen, um euch alle etwas besser kennen zu lernen und auch die verschiedenen Lebenserfahrungen rund um das Dicksein, zu verstehen.

      Geschockt hat mich, dass ein Arzt dir mit 14 Jahren angeraten hat, dich operieren zu lassen, das ist doch unverantwortlich. Was haben damals deine Eltern gesagt?? :)
    • Elisabeth schrieb:

      darf ich dich fragen, ob du irgendwelche Krankheiten bekommen hast, die ja angeblich so typisch sind für Übergewichtige?
      Ja, hab ich. Ich habe einen Hüftschaden, der zwar angeboren ist, aber durch das Übergewicht innerhalb ziemlich kurzer Zeit ziemlich heftig geworden ist, so dass ich operiert werden musste.
      Und ich hatte Diabetes, das war allerdings wahrscheinlich eine Nebenwirkung eines Medikaments, allerdings ist das nicht 100% herauszufinden.

      Diabetes ist weg, Hüftschaden bleibt.

      Elisabeth schrieb:

      Hast du nun wieder ein Sättigungsgefühl entwickelt und wenn ja, wie??
      Ich habe ein normales Hunger- und Sättigungsgefühl. Ich weiß nicht so recht, wie genau ich das entwickelt habe. Ich esse mittlerweile sehr regelmäßig, dh immer so ungefähr zur selben Zeit. Weil ich dann Hunger habe.
      Anfangs war es allerdings eher aus dem Tagesrhythmus geboren. Jedenfalls hab ich jetzt so ungefähr zu den gleichen Uhrzeiten Hunger. Und wenn ich so-und-so viel gegessen habe, bin ich satt. *schulterzuck*

      Elisabeth schrieb:

      Und die Essanfälle, sind die weniger geworden?
      Ich habe keine Essanfälle mehr, derzeitig. Es ist auch unheimlich lange her, dass ich den letzten wirklichen hatte.
      Allerdings würde ich nicht davon ausgehen, dass ich "geheilt" bin, sondern eher, dass es eben gerade funktioniert.

      Geschockt hat mich, dass ein Arzt dir mit 14 Jahren angeraten hat, dich operieren zu lassen, das ist doch unverantwortlich. Was haben damals deine Eltern gesagt?? :)
      Meine Mutter war dafür. Ich hab mich mit Händen und Füßen gewehrt und dann hat sie mich in Ruhe gelassen.
      [Body] Shaming doesn’t make people thin, or healthy. It just makes them hurt.
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    • sombra blanca,

      vielen Dank, für deine ausführlichen Antworten. :)

      Ich habe auch Diabetes und habe eben ganz entgeistert geschaut, als ich las, dass dein Diabetes weg ist. Ich denke, der ist unheilbar. :confused: Aber ich nehme an, das hat was mit hoher Gewichtsabnahme zu tun, oder meinst du nur wegen des Medikamentes??

      Ich glaube, dass dein regelmäßiges Essen den Umschwung gebracht hat, ich lasse mich noch zu oft von Fressereien aus Langweile fertig machen. Was ich im Nachhinein überhaupt nicht kapiere. Keine Fresslust, kein Hunger, einfach so, das ist schon komisch.
    • @sombrabalanca
      Hallo,
      ich ziehe den Hut, das Du die Umstellung geschafft hast. :applaus::applaus:Ich finde es auch heftig einer Minderjährigen zu einer Op zu raten. Meiner Ansicht nach indiskutabel.
      Allerdings war ich 40 Jahre alt und das was Du geschafft hast habe ich nie dauerhaft geschafft. Ich denke da ist der Unterschied.
      LG Claudel
    • Martina schrieb:

      Ich habe jetzt den ganzen Thread noch mal überflogen. Wo steht bitte, dass hier irgendwer die OP für einen einfachen Weg hält?


      Das steht meiner Meinung nach hier:

      19elke61 schrieb:


      wenn dann noch dazu kommend die gesellschaft da draussen durch informationen "wie einfach dem übergewicht doch beizukommen ist, wenn man nur eine operation vornehmen lässt" der meinung ist, dass man es ja einfach hat, sich der norm anzugleichen,


      War also keine Behauptung "OP ist einfach", sondern eher umgekehrt. Diesen Satz hat Claudia dann wohl aufgegriffen, wenn ich richitig verstehe.