Selbstakzeptanz und Therapie (aus: Begrüßungsthread)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    Bitte beachtet unsere überarbeitete Datenschutzerklärung sowie unsere ebenfalls überarbeiteten Forenregeln.

    • Selbstakzeptanz und Therapie (aus: Begrüßungsthread)

      Pono schrieb:

      Trotz vieler Therapiestunden und Auseinandersetzung mit mir selbst schaffe ich es immer noch nicht mich mit dem Übergewicht zu akkzeptieren - es geht einfach nicht. Was ich inzwischen langsam anerkenne, ist dass es halt zu meinem Leben gehört ( immerhin 39 jahre) und immer gehören wird. Die Beschäftigung damit innerhalb einen konstruktiven Rahmens so wie bei (mit) Euch - so ist mein Eindruck - tut mir gut. Es hat irgendwie was tröstliches und nährendes..
      Ansonsten arbeite ich als Physiotherapeutin und Heilpraktikerin, lebe alleine mit zwei Katzen ( die auch so ihre Themen haben) und bin zuversichtlich dass Wachstum und Heilung sich immer einen Weg bahnen. Liebe Grüsse Charlotte
      Hallo Charlotte, schön, daß Du hierher gefunden hast!

      Aus Deinen Zeilen lese ich heraus, daß Du einen innerlichen Kampf mit Dir führst, den viele von uns - mich eingeschlossen - nur zu gut kennen. Mich persönlich interessiert, ob und wie Du es schaffst, Deine Patienten mental so zu stärken, daß sie sich selbst und ihre Krankheit akzeptieren lernen, was meiner Meinung nach Grundlage einer erfolgreichen Therapie ist. Dann wären die Patienten in dieser Hinsicht weiter als der Therapeut...
    • Hallo " klein und fein ", ich gebe Dir recht, die Akkzeptanz von sich und seinen
      " Störungen " sind immer auch Grundlage für Heilung. Natürlich und gerade weil es auch mein Thema ist bestärke ich sie bei meinen Patienten. Aber mir fällt beim besten Willen kein Patient ein , bei dem ich den Eindruck hatte dass er sich und seine Krankheit problemlos akkzeptiert. Als Therapeut ist man meist immer nur insofern ein Schritt weiter, dass man sich bereits intensiver mit dem Thema auseinadergesetzt hat und ihm vieleicht nicht mehr ganz so hilflos gegenübersteht. Ich habe nicht den Anspruch dass alles was ich weitergebe gemeistert haben muss - und bestimmt gibt es Patienten die mit diesem Thema besser zurecht kommen wie ich. D.h. nicht dass ich ihnen nicht totzdem helfen könnte. Ich kann z. B. andere super motivieren aber mich selbst ?????? Arbeitest Du auch therapeutisch ?
      Ich finde dass sind interessante Aspekte gerade weil in therapeutischen Beziehungen so viel idealisiert wird.
      Liebe Grüße Charlotte
      Vieleicht sollten wir daraus ein extra Thema machen
    • Pono schrieb:

      Vieleicht sollten wir daraus ein extra Thema machen
      Die verschiedenen Erfahrungen und Wege, die man auf dem Weg zu einer besseren Selbstakzeptanz durch macht, sind hier immer wieder in verschiedenster Form Thema. Angesichts des direkten Vorschlags habe ich mir erlaubt, dies jedoch als neues eigenes Thema zu eröffnen und aus dem BEgrüßungsthread abzuspalten.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
      [/CENTER]
      [/SIZE]
    • Hallo Kampfzwerg, Vielen Dank !

      Um das ganze nochmal auf den Punkt zu bringen: Kann ich als" Mich nicht selbst akkzeptierende Dicke ( oder was auch immer) anderen Menschen zu mehr Selbstakzeptanz verhelfen ?
      Umgekehrt hatte ich auch schon die Erfahrung als Klientin in einer Gruppe für Essstörung dass ich mich fragte ob die Therapeutin weiss von was sie da spricht - sie hatte nämlich keine Essstörung - war aber ansonsten sehr gut.
      L.G. Charlotte
      P.S. Als ich Physiotherapeutin lernte, dachte ich dass es der Garant zu schlank und fit sei :hahaha:
    • @ Pono:

      Ich arbeite nicht therapeutisch, sondern ich habe früher viele Jahre lang als Musikpädagoge gewirkt, und da galt es in hohem Maße, die Schüler/innen individuell zu motivieren und so zu fördern, daß Hochbegabte unter ihnen auch mal besser sein werden als der Lehrer. Insofern habe ich meine Gedanken aus Deinen Zeilen abgeleitet.
    • Hallo Pono,

      Du schreibst, das wohl noch keiner Deiner Patienten seine "Störung" problemlos akzeptiert hätte und das Du als ihre Therapeutin ihrem Thema nicht mehr ganz so hilflos gegenüberstehst.

      Vielleicht erwartest Du irgendwie von Dir, daß Du Dein Dick sein problemlos akzeptieren kannst und Dich nicht hilflos fühlst. Hab ich zumindest beim Lesen spontan so empfunden.


      Pono schrieb:


      P.S. Als ich Physiotherapeutin lernte, dachte ich dass es der Garant zu schlank und fit sei :hahaha:


      herrlich!
    • Pono schrieb:


      Um das ganze nochmal auf den Punkt zu bringen: Kann ich als" Mich nicht selbst akkzeptierende Dicke ( oder was auch immer) anderen Menschen zu mehr Selbstakzeptanz verhelfen ?


      Ich glaube schon, dass es geht. Viele Menschen sind mit sich selbst kritischer als mit anderen und können durchaus dort helfen, wo sie selbst "versagen". Ich wäre aber wachsam und würde mich selbst beobachten, damit du nicht Gefahr läufst, auf deine Klienten zu übertragen.

      Noch schöner wäre es natürlich, du könntest auch lernen dich zu akzeptieren. Wie wäre es mit einer Therapie für dich?
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******
    • Hallo Knallfrosch, Ich persönlich glaube auch dass ich Menschen helfen kann mit Themen, mit denen ich mich sebst noch auseinadersetzte, ohne sie gemeistert zu haben.
      Ich selbst habe viel Therapieerfahrung und bin immer noch dran aber auch Therapien sind kein Allheimittel und manche Themen brauchen lange.

      Ich gebe Dir recht was die Übertragung betrifft - da muss man grundsätzlich aufpassen wie ein Luchs - zumal man ja immer ähnliche Klienten anzieht.