Wie stirbt man eigentlich im Internet?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    Bitte beachtet unsere überarbeitete Datenschutzerklärung sowie unsere ebenfalls überarbeiteten Forenregeln.

    • Dass alles für unbestimmte Zeit im Netz bleibt, was man einmal von sich gegeben hat, sollte man sich nicht erst im Zusammenhang mit seinem eventuellen Ableben klar sein.

      Ansonsten - ehrlich - finde ich dieses Thema... äh... komsch?
      Symbolisch sterben täglich zigtausende von Menschen im Internet. Sie schauen mal hier oder da rein, melden sich zu Wort und sind nie wieder gesehen. Oder sie bleiben eine Weile und sind dann weg.
      Ich sehe da keinen Unterschied.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • naja, wo man sich schon gedanken machen sollte, ist:
      wenn ich ermordet werd oder durch n tragischen unfall sterbe, möchte ich dann wirklich, das sich BILD & co frei im internet an meinen bildern bedienen und meine angehörigen neben der trauer auch noch sich dagegen wehren müssen, das die fotos im falschen zusammenhang dargestellt werden oder evtl. fotos dabei sind, die nie für die öffentlichkeit bestimmt waren?
      das passiert nämlich öfter als man denkt
      auch wenn die eltern das nicht wollen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von elvae () aus folgendem Grund: link vergessen/repariert

    • Wenn ich wirklich morgen nicht mehr am Leben sein sollte, würde das im Internet niemand merken. Klar, ich würde hier oder da nichts mehr schreiben, aber warum - das wüßte keiner und ich vermute stark, es würde auch keinen groß interessieren. Dafür ist das Internet einfach zu schnelllebig und zuviele User kommen und gehen. Und in sozialen Netzwerken bin ich nicht vertreten und auch anderweitig kennt ja niemand meine reale Person.
      Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat,
      der wäre auch nicht mit dem zufrieden, was er haben möchte. (Berthold Auerbach)
    • Über das Thema habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. In Foren habe ich mich schon hin und wieder gefragt, was mit jemandem passiert ist, der vorher regelmäßig geschrieben hat und dann plötzlich gar nicht mehr auftaucht. Ich finde das schon komisch, auch wenn es Menschen sind, die ich nicht persönlich kenne. In den meisten Foren werden die Profile wohl bei längerer Inaktivität irgendwann gelöscht.

      So sehe ich das Problem auch eher bei sozialen Netzwerken. In einigen Jahren wird es dort massenhaft Profile von Toten geben ... Ich finde es seltsam, wenn mein Profil noch Jahre oder Jahrzehnte nach meinem Tod im Internet steht. Mit der Frage, ob man irgendwie seine Passwörter mit der Bitte um Löschung im Testament hinterlässt, werden sich wohl mehr und mehr Menschen irgendwann befassen - so komisch sich das auch anhört ...
    • Schneckennudel schrieb:


      So sehe ich das Problem auch eher bei sozialen Netzwerken. In einigen Jahren wird es dort massenhaft Profile von Toten geben ... Ich finde es seltsam, wenn mein Profil noch Jahre oder Jahrzehnte nach meinem Tod im Internet steht.


      Im Lauf der Jahre habe ich mich im Internet mal hier, mal dort registriert - an vieles kann ich mich gar nicht mehr erinnern und es interessiert mich auch nicht besonders - wenn es wichtig wäre, würde ich diese Seiten ja bei Bedarf wieder aufsuchen. Und wen außer mir sollte es sonst noch interessieren, dass ich irgendwo im Netz meine Spuren hinterlassen habe und ob diese Spuren nach meinem Ableben (das hoffentlich noch in weiter Ferne liegt), immer noch existieren?
      Im echten Leben wird man bemerken, wenn ich sterbe, und meine Wohnung räumen, mein Bankkonto auflösen und mich von der GEZ abmelden.
      :eek:
    • Maky schrieb:

      Und wen außer mir sollte es sonst noch interessieren, dass ich irgendwo im Netz meine Spuren hinterlassen habe und ob diese Spuren nach meinem Ableben (das hoffentlich noch in weiter Ferne liegt), immer noch existieren?


      Ich meinte soziale Netzwerke wie wkw, facebook, meinVZ ... Da fügt man zu seinen Kontakten in der Regel Menschen hinzu, die man im "richtigen" Leben kennt und mit denen man befreundet ist. Ich fände es sehr seltsam, wenn einer meiner Freunde sterben würde und in 20 Jahren immer noch sein altes Profil auf meiner Seite erscheint. Da sollte einfach die Möglichkeit der Löschung solcher Profile bestehen. Ich denke, das ist ein Thema, das sowohl für Betreiber als auch Nutzer dieser Seiten bald von Bedeutung wird. Für Foren, in denen man anonym ist, ist das sicher weniger von Bedeutung.
    • Das "Problem" besteht jetzt schon. Soweit ich weiß, gibt es ziemlich viele Profile bei sozialen Netzwerken von Leuten, die mittlerweile gestorben sind.

      Ich glaub, früher oder später wirds gang und gäbe sein, es so zu machen, Schneckennudel.
      Mit der Frage, ob man irgendwie seine Passwörter mit der Bitte um Löschung im Testament hinterlässt, werden sich wohl mehr und mehr Menschen irgendwann befassen - so komisch sich das auch anhört ...

      Da müsste ich zwar alle 3 Monate mein Testament ändern,...
      [Body] Shaming doesn’t make people thin, or healthy. It just makes them hurt.
      [SIZE=1](Miss Rosie, Blogger)[/SIZE]
    • sombra_blanca schrieb:

      Da müsste ich zwar alle 3 Monate mein Testament ändern,...
      Das verkompliziert die Sache wirklich ungemein, aber die Passwörter im Testament zu hinterlegen, finde ich auch eine gute Sache.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
      [/CENTER]
      [/SIZE]
    • Du brauchst ja nicht die Passwörter selber ins Testament hinein schreiben. Es reicht völlig, zu schreiben, wo die Passwörter zu finden sind und was damit zu geschehen hat.

      Aber ich bin mir gerade gar nicht sicher, ob ich wirklich meine Passwörter posthum von irgendwem genutzt wissen wollte... :ueberleg:
    • Boewi schrieb:

      Aber ich bin mir gerade gar nicht sicher, ob ich wirklich meine Passwörter posthum von irgendwem genutzt wissen wollte... :ueberleg:
      Was hast Du denn für schlimme Sachen zu verbergen??? Tzzz!
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
      [/CENTER]
      [/SIZE]
    • Martina schrieb:

      Mir sind auch schon Tote in sozialen Netzwerken begegnet. :eingrab:

      OT und als Ergänzung: der Mann meiner Cousine hat vor Jahren den Anrufbeantworter mit einem witzigen Text besprochen. Leider ist der gute Mann seit einem Jahr verstorben, aber die Witwe hat die Bandansage aus Pietät behalten.
      Da gruselt es mich immer, wenn ich dort anrufe. Ich glaube, das geht noch ein Stückchen "näher" als "nur" im Netz.

      Liebe Grüße
      Mariechen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von sombra_blanca () aus folgendem Grund: Zitatreparatur

    • Martina schrieb:

      Man kann das Problem aber auch ganz pragmatisch angehen: Meldung von gestern!

      Mit Fakten, für die laut Fakten-Macher Marktwort an diesem Tag Geschäftsführer Krage zuständig ist, will dieser nicht so recht rausrücken. Ein Ziel - wie viele Accounts in einem Jahr akquiriert werden sollen - wird nicht bekanntgegeben. Und auch die genauen Strategien, die das Portal sicher machen sollen, will der Manager nicht verraten. In seinem Todesportal immerhin verrät er seinen Spitznamen: "Mucki." Aha.
      :eek:Den gleichen Spitznamen habe ich.
    • Ilse Aigner hat eine Art Verfallsdatum für private Daten im Internet gefordert.
      Sie wird in verschiedenen Presseartikeln und in der Tagesschau heute früh zitiert mit den Worten: "Es gibt ein Recht auf Vergessen, auch im Internet".
      Wie das nach ihren Vorstellungen funktionieren soll, weiß ich nicht, aber ich musste sofort an diesen Thread denken.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
      [/CENTER]
      [/SIZE]
    • gabriele schrieb:

      Teilweise gibt es das schon. Auf manche Seiten wird man wegen Inaktivität auch wieder gelöscht.
      Ja, durchaus. Ähnlich wie einige Emailanbieter einen nach einem Jahr kompletter Inaktivität löschen.
      Vieles im Internet bleibt einfach stehen, selbst wenn eine Seite längst nicht mehr betreut wird und deren Informationen komplett veraltet sind. Vor einiger Zeit erhielt ich eine Frage einer Studentin, die mich aufgrund eines vor 10 Jahren getätigten Eintrags (es ging um einen von mir für einen Sprachkurs) anschrieb. Die Seite selbst wurde seit mehr als 6 Jahren nicht mehr betreut und schwimmt wie ein Wrack auf dem Datenmeer. Ich konnte mich nicht einmal mehr daran erinnern, überhaupt jemals etwas zum betreffenden Thema geschrieben zu haben, geschweige denn, auf der Seite gewesen zu sein. Die Mailadresse, über die sie mich anschrieb, nutze ich nur sporadisch und zu bestimmten Zwecken. So kam es, dass ich ihre "dringende" Frage erst nach Wochen zu Gesicht bekam.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
      [/CENTER]
      [/SIZE]
    • kampfzwerg schrieb:

      Vor einiger Zeit erhielt ich eine Frage einer Studentin, die mich aufgrund eines vor 10 Jahren getätigten Eintrags (es ging um einen von mir für einen Sprachkurs) anschrieb.
      Da kann ich nicht mithalten: Ich erhielt kürzlich eine Anfrage zu einem Eintrag, den ich vor ca. 7 Jahren hinterlassen habe.
    • kampfzwerg schrieb:

      Ilse Aigner hat eine Art Verfallsdatum für private Daten im Internet gefordert.
      Sie wird in verschiedenen Presseartikeln und in der Tagesschau heute früh zitiert mit den Worten: "Es gibt ein Recht auf Vergessen, auch im Internet".
      Wie das nach ihren Vorstellungen funktionieren soll, weiß ich nicht, aber ich musste sofort an diesen Thread denken.
      Den Satz "Es gibt ein Recht auf Vergessen, auch im Internet" finde ich gut! :grins:

      Theoretische Umsetzung: einfach dem Internet einen globalen Cybervirus einimpfen, der Alzheimer im fortgeschrittenen Stadium auslöst.

      Praktische Umsetzung: weiß ich auch nicht...
    • Vielleicht bin ich da die einzige, aber irgendwie ist es mir doch relativ egal, was dann ist, wenn ich tot bin.
      Ich möchte nicht, dass andere, noch lebende Probleme durch mich haben. Oder darunter leiden, dass Fotos in die Zeitung kommen.

      Aber für mich ist es mir egal. Ich bekomme es ja nicht mehr mit.

      Irgendwie habe ich nicht mal den Anspruch, dass Fremde mich in guter Erinnerung behalten sollen. Auch das bekomme ich ja nicht mehr.
      Nur bei Freunden fände ich den Gedanken nicht schön. Aber die würden ja durch irgendwas im Internet oder in der Zeitung nicht anders über mich denken.
    • Ich kenn das Problem von meinem Vater. Einer seiner Ex Schulkollegen steht noch auf einem Internetportal. Leider wissen wir durch einen Besuch auf dem örtlichen Friedhof, bei dem wir nach dem Besuchen eines Grabes noch ein wenig rumgeschaut haben, wie die Gräber so aussehen ( weiß nicht, ich find's manchmal ganz interessant, alte Gräber anzusehen) , dass der Mann tot ist. Wir sind halt zu rein zufällig auf sein Grab gestoßen. Ich glaube, dass es meinen Vater doch schon sehr berührt hat.
      Nun wird er allerdings jedes Jahr daran erinnert, dass er eben diesem Toten doch zum Geburtstag gratulieren soll- und jedes Mal ist das ein neuer Shock, den ich auch durchaus verstehen kann. Dass bei sowas die Bitte nach dem Vergessen im Internet laut wird, kann ich schon verstehen.
      Andererseits gibt es gerade bei Jugendlichen auch Menschen, die eben die Person nicht vergessen wollen, und ihnen dann aus ihrem Profil mittels Passwort ein schönes Andenken machen, dass finde ich generell auch nicht schlecht.
      Falls ich sterben sollte hätten meine Eltern doch schon Kenntnisse über meine Passwörter , ich vertraue ihnen da voll und ganz, aber ich glaube nicht, dass sie da so viel machen würden. Natürlich ist es möglich, dass sie meine Profile löschen würden.... und da hätte ich auch nichts gegen. Sie können dann machen, was sie für das Beste halten. Aber ich hoffe mal, dass sie das nie müssen.