Fehlkauf bei Weinprobe

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    • Fehlkauf bei Weinprobe

      Hallo,

      vielleicht weiss jemand Rat. Meine Freundin hat sich am Samstag auf einem Markt nach einer Weinprobe Wein "aufschwatzen" lassen.
      Für fast 500 Euro.
      Nun klagte sie ihr Leid, und ich meinte, sie könne doch dieses Geschäft widerrufen.
      Sie sagte das gehe nicht, weil das wohl im ausgeschlossen sei. Steht hinten auf dem Bestellzettel. Abnahme ist Pflicht.
      Sie wurde nicht darauf hingewiesen, hat es erst zu Háuse gesehen.
      Nun meine Frage, hat man da generell keine Möglichkeit mehr zu widerrufen?
      Habe schon gegoogelt, aber nix gefunden.
      Weiss jemand von euch mehr darüber?

      Gruss Ines
    • Hallo Tami,
      Deine Freundin hat einen Kaufvertrag abgeschlossen und somit auch das gesetzliche Widerrufsrecht von 14 Tagen.Das ist fest und muss von jedem gewerblichen Verkäufer gewährt werden.

      - Auszug aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB)-

      § 355 Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen
      (Fassung in der Änderung zum 01. August 2002!)
      (1) Wird einem Verbraucher durch Gesetz ein Widerrufsrecht nach dieser Vorschrift eingeräumt, so ist er an seine auf den Abschluss des Vertrags gerichtete Willenserklärung nicht mehr gebunden, wenn er sie fristgerecht widerrufen hat. Der Widerruf muss keine Begründung enthalten und ist in Textform oder durch Rücksendung der Sache innerhalb von zwei Wochen gegenüber dem Unternehmer zu erklären; zur Fristwahrung genügt die rechtzeitige Absendung.
      (2) Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, zu dem dem Verbraucher eine deutlich gestaltete Belehrung über sein Widerrufsrecht, die ihm entsprechend den Erfordernissen des eingesetzten Kommunikationsmittels seine Rechte deutlich macht, in Textform mitgeteilt worden ist, die auch Namen und Anschrift desjenigen, gegenüber dem der Widerruf zu erklären ist, und einen Hinweis auf den Fristbeginn und die Regelung des Absatzes 1 Satz 2 enthält. Wird die Belehrung nach Vertragsschluss mitgeteilt, beträgt die Frist abweichend von Absatz 1 Satz 2 einen Monat. Ist der Vertrag schriftlich abzuschließen, so beginnt die Frist nicht zu laufen, bevor dem Verbraucher auch eine Vertragsurkunde, der schriftliche Antrag des Verbrauchers oder eine Abschrift der Vertragsurkunde oder des Antrags zur Verfügung gestellt werden. Ist der Fristbeginn streitig, so trifft die Beweislast den Unternehmer.
      (3) Das Widerrufsrecht erlischt spätestens sechs Monate nach Vertragsschluss. Bei der Lieferung von Waren beginnt die Frist nicht vor dem Tag ihres Eingangs beim Empfänger. Abweichend von Satz 1 erlischt das Widerrufsrecht nicht, wenn der Verbraucher nicht ordnungsgemäß über sein Widerrufsrecht belehrt worden ist.
    • ist der verkauf in den räumen des verkäufers zustande gekommen? wenn ja, gilt das wiederrufsrecht m.e. nicht. nur bei haustürgeschäften und im internet.

      ich würde deiner freundin raten, bei einer verbraucherberatung nachzufragen.
      Lieben Gruß

      Rita
    • Das Widerrufsrecht hat man nur in besonderen Ausnahmefällen, etwa bei Bestellungen im Internet oder bei sogenannten Haustürgeschäften. Voraussetzung ist dabei immer, dass man Verbraucher ist.

      Es kann also eine böse Falle sein, wenn man in dem Glauben, man könne ja sowieso widerrufen, irgendetwas kauft ohne zu überlegen oder nur um seine Ruhe zu haben.

      Wenn sich auf dem Bestellzettel der Hinweis findet, dass ein Widerruf ausgeschlossen ist, hatte die Freundin mit Sicherheit Gelegenheit, das Kleingedruckte vor dem Kauf zu lesen. Wenn man das Kleingedruckte hinterher und nicht vorher liest, geht man immer ein großes Risiko ein...

      Manchmal hat man jedoch Glück und kann wegen eines Fehlers in den allgemeinen Geschäftsbedingungen doch noch etwas tun.

      Deine Freundin sollte sich deshalb so schnell wie möglich an einen Anwalt/Anwältin wenden und überprüfen lassen, ob es eine Chance gibt, den Vertrag anzufechten oder ob die allgemeinen Geschäftsbedingungen eine Möglichkeit bieten, sich vom Vertrag zu lösen.
    • Ich kenne diese "Verkaufsprofis" auch und bin drauf reingefallen. Erst mal ein lecker Weinchen, und dann noch einer, ein Schwätzchen usw. Dann ist man "blau" und unterschreibt.
      Wenn deine Freundin bei dem Betrieb diese Bestellung schriftlich wiederruft, kann mE nach nichts passieren.
      Ist sie denn dort schon Kundin?Wenn nein, hat sie "Glück"
      "unserer" Weinhändler lies regelmäßig bei uns Anrufen, ob "man mal schnell vorbeikommen könne, da ist ne neue Sorte auf den Markt....und man hätte schon sooo lange nichts mehr bestellt)....Bis ich mal sagte, die Frau Lischen Müller wohnt schon lange nicht mehr hier, ich bin die neue Ehefrau mit zufällig dem gleichen Vornamen....seitdem ist ruhe. Ich brauch wirklich keinen Überteuerten Wein für 30 euro die Flasche...

      Wir hatten auch schon den Fall, dass irgendwelche unbestellten Waren bei uns abgeliefert werden sollten, die wir wiklich nciht bestellt hatten. Die haben wir auch nie genommen--schön zurückgegeben(oder annahme verweigert)..Kann ja sein, dass sich da jemand mal nen "Scherz" gemacht hat, und Waren im Wert von 1000 Euro bei Beate Uhse auf unsere Adresse bestellt hat...

      Und wenn sie gerne Wein trinkt...in jedem "besseren" Getränkeladen gibts auf Anfrage auch Weinproben (da haben wir uns mit soooo lecker Weinchen eingedeckt, da kostete die teuerste Sektflasche 6 Euro Ungerade...und man muß nicht gleich "ein Karton a 24 Flaschen" nehmen...


      Viel glück!!!

      Bärli
    • Ist es nicht auch so, dass bei Lebensmitteln und Medikamenten andere Vorschriften gelten? Kein Rücknahmerecht oder sowas?

      Ausser natürlich, wenn das Lebensmittel zum Zeitpunkt des Kaufes schon abgelaufen oder schlecht war.

      :confused:
    • Boewi schrieb:

      Doch, denn das allein reicht leider in der Regel nicht.


      Kommt hier aber evtl. zum Tragen, dass der "Vertrag" aud dem erwähnten Markt abgeschlossen wurde???

      Am besten schützt man sich aber vor solchen Fehlkäufen indem man lernt "Nein" zu sagen. :cool2:

      LG
      Hummelchen
    • Hummelchen schrieb:

      Kommt hier aber evtl. zum Tragen, dass der "Vertrag" aud dem erwähnten Markt abgeschlossen wurde???

      Klar kommt das zum Tragen. Aber eben nicht zum Vorteil des Kunden.

      Es handelt sich erkennbar um einen Markt, auf dem verkauft und Handel getrieben wird. Es ist keine Privatwohnung, kein Arbeitsplatz und keine typische Freizeitumgebung, wo man überrascht wäre, ein derartiges Angebot zu erhalten. Ein Markt ist im Gegensatz ja gerade dazu da, um etwas zu kaufen oder zu verkaufen.

      Eine böse Falle sind auch diese Messeverkäufe, wo sich die Leute gern mal was aufschwatzen lassen in der irrigen Annahme, hinterher sowieso widerrufen zu können...

      Wie Hummelchen sagt, schützt vorheriges Nachdenken und konsequenter Gebrauch des Wortes "Nein" am allerbesten vor derartigen Fehlkäufen.