Psyche

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    • Hallihallo!

      Eigentlich wollte ich hier ja schreiben bis mir die Finger abfallen, habe mich dann aber doch erstmal aufs Lesen beschränkt.

      Jetzt aber möchte ich mir doch mal etwas von der Seele schreiben.

      Grundsätzlich habe ich eigentlich keine großen Probleme wegen meiner breiteren Präsenz, keine größeren Beschimpfungen, komische Blicke oder dergleichen.
      Nun bin ich aber seit 4 Monaten zu Hause, weil ich mir eine krumme Halswirbelsäule plus Bandscheibenvorfall der HWS zugezogen habe und das erste Mal finde ich mich Ärzten gegenüber, die mich auf mein Gewicht reduzieren. Zumindest sagt mir mein Gefühl, das mir eine Kur aus diesem Grund verweigert wird. Die Ärztin beim Amt interessierte mein HWS-Problem tatsächlich nur solange bis ich auf der Waage stand.
      Das war buchstäblich der Moment in dem sich die Waage zum Verneinen neigte, sie mir irgendwas von Wirtschaftlichkeit erzählte und mir Ernährungstipps aufzwängen wollte.
      Hierzu sollte ich erwähnen, das ich über 10 Jahre Leistungssport betrieben habe und dementsprechend auch ein bißchen was über Ernährung weiß. Aufgeben musste ich aus familiären Gründen und weil sich meine Arbeitszeiten grundlegend änderten.
      Nun, genau das erfuhr dann auch die Amtsärztin, aber geholfen hat es nichts.
      Auf ihre Empfehlung hin wurde der Antrag abgelehnt.

      Das 2. Erlebnis dieser Art hatte ich kurz drauf beim Orthopäden.
      Statt mir zunächst mal Krankengymnastik zu verschreiben gabs für ihn nur Rehasport.
      Dabei sah er mich regelrecht angeekelt an, sodass ich mich fragte, ob ich irgendetwas Falsches gesagt oder getan hätte.
      Hatte ich nicht. Er schien aber zu meinen der "fetten Faulen" Beine machen zu müssen. Das zumindest sagte sein Blick, meiner Meinung nach, ganz deutlich.
      Die Bescheinigung für den Rehasport bekam ich nämlich auch unter Auflistung diverser Ernährungstipps dieses Orthopäden und einen älteren Befund (ein MRT-Bild) der LWS stellte er als völlig unauffällig dar, obwohl 2 andere Orthopäden dort eine krumme LWS festgestellt haben. Ganz nebenbei....auch ich als Laie sehe das.
      Mit dem Zettel in der Hand wurde ich fast rausgeschmissen.
      Das er nicht noch sagte, das nächste Mal hast du 20 kg weniger, war nur so was.
      Im Grunde genommen hat er mir mit dem langfristigen Sport ja einen Gefallen getan, weil ich jetzt mit Verordnung hin muss:-D und man familienmäßig dabei mal auf MICH Rücksicht nehmen muss.
      Es war auch ein bißchen wie "nach Hause kommen" als ich mich dafür anmeldete.
      Kurzfristig hätte es die KG allerdings schon wegen der Arbeit sein müssen.
      Die Krankengymnastik zahle ich nun selbst, weil dort Muskeln entspannt und Bewegungs- und Haltungsstrategien erarbeitet werden, was ich wiederum bei der Arbeit brauche, wo ich mir das Ganze ja nun zuzog.
      Der Rehasport dagegen besteht nur aus Kursen, die mich absolut nicht fordern und auch nicht auf meine Krankengeschichte eingehen.



      Jetzt mache ich mir allerdings Gedanken, ob ich vielleicht einfach nur extrem dünnhäutig geworden bin im Zuge der Behandlung und mir hier einfach auch was einbilde.
      Immerhin dauert das schon so lange und Geduld ist selten meine Stärke:-D Ich bin quasi ständig auf Ärzte-Tournee.
      Der eine sagt so, der andere sagt so und ich stehe mittendrin. Das, was ich wissen möchte, erzählt mir aber keiner.

      Ansich laufen ich und mein Selbstbewusstsein gleichauf, momentan scheint es allerdings fusslahm und weit abgeschlagen.

      Kennt das jemand von euch auch?
      Was macht ihr dagegen?

      Gruß
      Annemie
    • Hallo Annemarie,

      Zum Thema Wirbelsäule... Eine kleine Geschichte meiner Mutter,

      Meine Mutter hat seit sie 35 ist immer wieder Bandscheibenvorfälle und wurde auch schon sieben mal operiert.
      Hierzu ist zu sagen das meine Mutter seit ihrer Jugend Kindergrössen trägt !!!
      Bei einer Grösse von 1,59 Meter trägt sie Grösse 174 !!!

      Sie musste ewig um Rehas Kämpfen, Anfangs wurde alles auf Psychosomatik geschoben !!

      Die letzte Reha verlief so, das bei der Abschlussuntersuchung folgendes gesagt wurde : Sie treiben zu wenig Sport, daraufhin meine Mutter : ich gehe tägl. ca drei stunden mit dem hund raus und bin Briefträgerin d.h. ich fahre ca 4 Stunden tägl. Fahrrad... der arzt meinte daraufhin das die Bandscheibenvorfälle dann wohl vom Rauchen:eek: kommen...

      Was ich damit sagen möchte ist, du siehst viele Ärzte werden immer wieder versuchen die schuld beim Patienten zu suchen... leider.

      Auch ich habe die letzten Jahre die erfahrung machen müssendas egal was ich habe viele Ärte immer erst sagen man solle abnehmen, und es hat lange zeit gedauert bis ich gute Ärzte fand...

      Und ja, ich weiß wie das ist wenn man eigentlich nur Hilfe möchte und das gefühl hat das keiner sie einem geben möchte...

      Meine Tipps hierzu : Direkt mit der Krankenkasse in verbindung setzen ( Sachbearbeiter, nicht Hotline ) stelle dein Problem dar, habe nämlich die erfahrung gemacht das die eigentlich zu allem bereit sind wenn sich ihre ausgaben daanach reduzieren .

      2. Tipp beschwerde direkt bei der Ärztekammer !

      3 Tipp : ÄRZTE WECHSELN !!!


      Zum Thema Reha abgelent : Das kommt zur Zeit sehr oft vor, da die BFA ect, einfach kein Geld mehr hat, oder keine Plätze, da in den vergangenen Jahren zu viele Kliniken geschlossen wurden.

      Zum Thema MDK : Hier musst du ganz klar sehen, der MDK arbeitet FÜR die Kostenträger !! ausserdem sind sehr viele Ärzte dort überlastet bzw sie bekommen ihr geld ja sowiso, egal was sie für nen Mist verzapfen...

      und auch hier, auch der MDK hat einen Vorgesetzten, den MDS ( medizinischer Dienst der Spitzenverbände ) zur not auch hier beschweren !!!

      Zum Thema Psyche : Ja, das hat solche auswirkungen, such dir einen guten Psychologen, das ist mein Ernst !!!

      Ich wollte dir mit den Beispielen nun zeigen das es eben nicht am gewicht liegt wenn man nichts bekommt, sondern das die immer einen Grund suchen und finden, bzw, das es an den Rahmenbedingungen liegt.

      Du musst als kranker Mensch, egal ob dick oder dünn, jung oder alt zunehmend hart für dein rechte kämpfen... das ist unser tolles zig mal reformiertes neues Sozialsystem !!!

      Hoffe konnte dir n bischen helfen,

      LG
    • Moin Moin Molly!

      Danke dir, ja das hilft.
      Das Schreiben half mir schon.

      Nun, die Sachbearbeiterin der KK weiß schon von den Geschichten. Mit ihr stehe ich schon fast freundschaftlich in Kontakt:-D Sie weiß immer als Erste was passiert, geplant oder gemacht wird und wurde.
      Der Termin bei einem anderen Orthopäden steht schon und meine Meinung zu den Vorkommnissen habe ich auch schon an den entsprechenden Stellen angebracht, allerdings ohne zur Ärztekammer zu maschieren.

      Ich bin ja weder auf den Kopf noch auf den Mund gefallen:-D nur leider etwas zu harmoniesüchtig.
      Meine Fähigkeit für alles und jeden Verständnis aufzubringen steht mir sehr gerne mal im Weg, aber irgendwann ist halt jedes Fass mal voll.

      Ein Bandscheibenvorfall der HWS oder BWS hat nichts mit dem Gewicht zu tun, das musste sogar mein momentaner Orthopäde zugeben.
      Fachlich hat der Mann eigentlich richtig was drauf, daher tut es mir ein wenig leid wechseln zu müssen.

      Die Geschichte sollte ansich auch eher zum Gesamtverständnis dienen.

      Ich mache mir Gedanken, ob ich nicht einfach überreagiere und diese Vorkommnisse einfach Ausrutscher waren.
      Immerhin bieten breite Heckwannen jede Menge Angriffspotential, wenn jemand schlecht gelaunt ist oder sich abreagieren will.
      Das heißt natürlich nicht, dass das jeder so darf, allerdings passiert es oft genau so.
      Ich kenne diese gewichtsbezogenen Frechheiten Fremder eigentlich nicht oder zumindest fällt es mir nicht auf.

      Ich habe momentan nur einfach das Gefühl völlig überfordert zu sein. Es ist nicht nur der Rücken der mich plagt, ich stelle im Augenblick auch meinen beruflichen Weg in Frage.
      Die Bedingungen dort haben mich erst zu den Problemen gebracht.
      In fast 20 Jahren hat sich dort alles so verschlimmert, das man ernsthaft mit Angst zur Arbeit geht und auch mit Angst arbeitet.
      In letzter Zeit überraschen mich des öfteren regelrechte Panikattacken, obwohl ich langsam zur Ruhe komme nach 4 Monaten zu Hause.

      Auch hier habe ich schon meine Fühler ausgestreckt um etwas zu ändern. Meist scheitern meine Pläne aber an meinem Alter oder am Geld.

      Ach übrigens........an einen Psychologen dachte ich schon, aber da muss ich noch etwas suchen, denn in meinem Wohnort gibt es keinen, dem ich vertraue.

      Schlussendlich kommt bei mir momentan eins zum anderen und mir fehlt einfach die Kraft, mich damit zu beschäftigen oder auseinander zu setzen.

      Gruß
      Annemie
    • Hey Annemie!
      Deine Geschichte berührt mich sehr, denn sie erinnert mich z.T. an eigene Erlebnisse und zum größten Teil an Dinge, die eine Freundin erlebt hat. Meine Freundin hatte vor einigen Jahren in einer Firma gearbeitet in der Füllungen für Kissen hergestellt wurden. Sie war zwar im Büro tätig, aber der feine Staub flog überall herum. Sie bekam asthmatische Zustände, war lange krankgeschrieben und zog auch von Arzt zu Arzt. Diese sahen auch nur auf ihr Übergewicht und ihr Asthma wurde so gut wie gar nicht behandelt. Irgendwann wurde ihr gekündigt und dann ging die Reise weiter: Arbeitsamt, neue Ärzte, Klinikaufenthalt usw.
      Ich habe bei Ärzten ähnliche Erfahrungen gemacht wie du. Meine Gynäkologin meinte bei einem Termin, ich solle doch mal über eine Magenband-OP nachdenken, sie kenne eine Frau die danach extrem abgenommen hätte. Leider hätte diese OP die Nebenwirkungen, dass die Psyche sich später melde und man dann andere Probleme bekäme. Super! Hauptsache dünn. Seitdem gehe ich in eine andere Praxis. So etwas wollte ich mir kein zweites Mal anhören.
      Für deine Überlegungen zum Thema Arbeit hätte ich folgende Idee: Ich weiß zwar nicht wo du wohnst, aber bei uns in Schleswig-Holstein gibt es eine Beratngsstelle die heißt Frau & Beruf. Vielleicht solltest du mal klären, ob es in deiner Nähe so etwas gibt. Ich habe das ausprobiert und hatte eine sehr nette Beraterin, die mein Gewicht überhaupt nicht interessierte. Nun werde ich ab Herbst auch einige Seminare besuchen und mich somit neu orientieren. Für deine Kraftlosigkeit (kenne ich auch gut) würde ich die erstmal einen Besuch in einer Beratungsstelle empfehlen. Vielleicht brauchst du keine Thearpie, sondern nur ein wenig Unterstützung.
      Nur Mut!:rolleyes:
    • Die Rückenprobleme können auch von der beruflichen Stress-Situation herrühren. Ich selber merke das ganz genau: wenn ich beruflich konfliktbeladene Gespräche führen muss, versteife ich immer minimal meinen Rücken (Widerstand leisten, aufrecht bleiben, den Kopf hochhalten...), Abends tut mir dann die HWS weh.
      Bandscheiben fallen nicht so einfach vor. Da gehört ein mechanischer Auslöser dazu. Entweder durch Tragen oder Heben von schweren Lasten, oft aus ungünstiger Körperhaltung, oder - und das wird meines Erachtens immer wieder ignoriert - durch verkrampfte Muskeln, die ja auch mit enormer Kraft an der Wirbelsäule zerren können. Die Muskeln verkrampfen durch Dauerbelastung, die an sich nicht so schlimm ist und oft unbemerkt bleibt, aber eben stundenlang auftritt, wie eine falsche Haltung am PC oder langes Stehen, oder durch psychische Belastungen.

      Ich würde die Rückenprobleme als Warnsignal ansehen, etwas an deiner Lebenssituation zu ändern. Selbst wenn du nicht so einfach wechseln kannst, vielleicht lassen sich ja Kleinigkeiten in deinem aktuellen Job verbessern. Von der Ergonomie angefangen bis hin zu den sozialen Beziehungen. Die "Körpersprache" ist manchmal ganz klar: Magenschmerzen und Übelkeit vor Arbeitsbeginn = es kotzt mich an. Rückenschmerzen = ich ertrag es nicht mehr. Wenn sich zufällig die Situation ändert, verschwinden auch die Beschwerden. So hab ich jedenfalls ein paarmal die Erfahrung gemacht. Es wird viel mehr durch die Seele beeinflusst, als man glaubt.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Hallo ihr Lieben,

      Stimmt schon, schlechte Verhältnisse ziehen vieles hinter sich her.

      Das zu begreifen und ändern zu wollen ist eine Sache. Die Durchführung aber gestaltet sich recht schwierig, wenn man
      - nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren ist.
      - das 25. Lebensjahr überschritten hat.


      Ich habe einiges durch beim "Ändern wollen", ich suche schon seit einigen Jahren nach einem Weg aus der Leibeigenschaft meiner Firma. Seit rund 8 Jahren verschlechtert sich das Klima und die Arbeit selbst, kontinuierlich. Beschäftigt bin ich seit 18 Jahren dort.

      So etwas wie Frau&Beruf gibt es hier nicht, dafür aber eine Frauenbeauftragte.
      Doch wo auch immer ich nach Informationen suche, laufe ich früher oder später vor eine Wand.
      Beim Bafögamt, ich wollte und will das Abi nachmachen, sagte man mir ich sei zu alt. Bafög gibt es nur bis 30. Für das Abitur hatte ich mir ein Kolleg ausgekuckt, ich bilde mir ein, dort qualitativ besser aufgehoben zu sein als auf der Abendschule.
      Das Arbeitsamt half mir auch nicht weiter, ich solle froh sein Arbeit zu haben.
      Ich weiß nicht wievielen Beamten/Angestellten ich den Tag versüßte durch mein einfaches Anliegen nach Unterstützung. Viele amüsierten sich köstlich, wie ich denn mit "fast 40" auf derartige Ideen käme.
      Ich will ja keine "Vollkasko-Neuausbildung", nur Unterstützung, aber da gibt es scheinbar nichts, trotz des Regierungsprogramms Lernen, ein Leben lang.
      Vollzeitarbeit und Lernen auf der Abendschule verlängert die Prozedur und man lernt ja auch nicht mehr so fix wie ein Kind. Ohne Vollzeitarbeit, kann ich aber das Abitur nicht machen, denn die laufenden Kosten bleiben ja die gleichen.
      Dazu könnte ich jetzt noch stundenlang schreiben, aber das muss erstmal reichen..........wird sonst ein Roman:-D

      Die Rückenprobleme jetzt kommen ganz klar von falscher Haltung, die Arbeitsplätze sind nach der ergonomischer "Verbesserung" 10 cm höher als vorher und damit für mich zu hoch. Dazu kommt noch die gezielte Ausspielerei der Kollegen gegeneinander in sämtlichen Firmenhierachien und fertig biste..........

      Das stimmt schon, das alles zusammen genommen hat sicher etwas damit zu tun, wie es mir jetzt geht. Zu all dem eben genannten kommen auch noch einige familiäre Besonderheiten die Stress pur bedeuten und ich bleibe zurück.

      Interessant ist aber trotz allem, das ich erst jetzt, wo ich sozusagen Ruhe habe/ zur Ruhe komme, diese Dünnhäutigkeit entwickele.
      Es ist nicht schön so nah am Wasser gebaut zu haben und sich quasi selbst im Weg zu stehen.
      Aber es liegt halt auch zuviel im Argen.
      Die familiären Dinge lassen sich z.B. gar nicht ändern.

      Ach herrje, das ist jetzt schon wieder ein Roman geworden:peinlich::floet:

      Gruß
      Annemie
    • Annemie schrieb:


      Ich habe einiges durch beim "Ändern wollen", ich suche schon seit einigen Jahren nach einem Weg aus der Leibeigenschaft meiner Firma. Seit rund 8 Jahren verschlechtert sich das Klima und die Arbeit selbst, kontinuierlich. Beschäftigt bin ich seit 18 Jahren dort.


      Was hast du denn schon durch? Solange hab ich noch nie in einer Firma ausgehalten. Wenn sich seit 8 (!) Jahren das Klima ständig verschlechtert und du gesundheitlich massiv leidest, dann solltest du dir schleunigst eine andere Arbeit suchen. Dabei auf keinen Fall aufs Arbeitsamt warten, sondern selbst aktiv werden!

      Annemie schrieb:

      Beim Bafögamt, ich wollte und will das Abi nachmachen, sagte man mir ich sei zu alt. Bafög gibt es nur bis 30. Für das Abitur hatte ich mir ein Kolleg ausgekuckt, ich bilde mir ein, dort qualitativ besser aufgehoben zu sein als auf der Abendschule.

      [...]

      Vollzeitarbeit und Lernen auf der Abendschule verlängert die Prozedur und man lernt ja auch nicht mehr so fix wie ein Kind. Ohne Vollzeitarbeit, kann ich aber das Abitur nicht machen, denn die laufenden Kosten bleiben ja die gleichen.


      Wie wär's mit einer Halbtagsstelle? Einschränken muss man sich dann natürlich finanziell, aber Bafög ist ja evt. noch weniger. Mit über 30 bekommt man während des Studiums Bafög, wenn man das Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg nachgeholt hat. In Bezug auf die Altersgrenze gibt es sowieso zahlreiche Ausnahmeregelungen. Am besten man liest sich selbst ein (Internet!). Bei Ämtern bekommt man sehr oft falsche Auskünfte. Das Abitur an der Abendschule dauert nicht länger als am Kolleg und ist auch qualitativ nicht schlechter. Ganz davon abgesehen, gibt es ja inzwischen auch die Möglichkeit unter bestimmten Voraussetzungen ohne Abitur zu studieren.

      Sorry, aber mir kommt es irgendwie vor, als würdest du dir selbst im Weg stehen, indem du Gründe suchst, warum du nichts verändern kannst.

      Ich selbst habe auf dem Abendgymnasium Abi gemacht, dabei halbtags gearbeitet. Dann mit über 30 und mit Bafög studiert. Meine Arbeitsstelle hab ich bereits häufiger gewechselt. Immer ergaben sich dabei Änderungen zum Positiven. Ich weiß also durchaus, wovon ich rede.
    • Das die Arbeit einen ankotzt - kenn ich!
      Bei mir war es meine Zimmerkollegin. Ich war damals 17 Jahre als, sie um die 50. Sie Chef - ich niemand. Mit unseren Kunden ist sie umgegangen, als wären sie der letzte Dreck. Ich hätt mich täglich über ein Loch im Erdboden gefreut in das ich versinken wollte. Meine Lösung? Die Arbeit die andere in 8 Stunden erledigt haben, habe ich in 2 Stunden geschafft. Ich bin um 6 Uhr morgens gekommen, sie erst um 8 Uhr. Da war ich schon fertig und hab mich mehr oder weniger im Haus rumgetrieben.........
      Konfrontation bin ich aus dem Weg gegangen (hätte auch keinen Zweck gehabt).
      Ich hab neben einem Vollzeitjob am abend das Abitur nachgeholt. Nicht am Gymnasium sondern an der FOS - soll ich Euch was sagen? Es war SUPER - JEDERZEIT WIEDER!!! Hab dort meine beste Freundin kennengelernt. Lernen war mir damals lieber als arbeiten!!! Kann ich nur empfehlen. Probiers aus - kostet nix und wenns gar nicht geht, kann man jederzeit wieder aufhören!
      Ich habs durchgehalten, meine Kollegin ist nach 1 Jahr in eine andere Stelle versetzt worden, ihr Nachfolger war der liebste Kollege den ich jeh hatte, mit den Schulkollegen von der FOS hab ich heute noch Kontakt! Es war eine SUPER Zeit - würds heut sofort wieder machen!!!!!
    • rosengarten schrieb:

      D
      Ich hab neben einem Vollzeitjob am abend das Abitur nachgeholt. Nicht am Gymnasium sondern an der FOS - soll ich Euch was sagen? Es war SUPER - JEDERZEIT WIEDER!!! Hab dort meine beste Freundin kennengelernt. Lernen war mir damals lieber als arbeiten!!! Kann ich nur empfehlen. Probiers aus - kostet nix und wenns gar nicht geht, kann man jederzeit wieder aufhören!


      Kann ich alles nur bestätigen. Ich hatte am Abendgymnasium auch eine Superzeit und hab total nette Leute kennengelernt, von denen einige gute Freunde geworden sind. Manchmal war es stressig, aber wir hatten ein gemeinsames Ziel und das verbindet. Das ist überhaupt nicht zu vergleichen mit dem Kontakt, den ich zu Arbeitskollegen hatte/habe.

      Ich hatte zunächst auch tausend Hindernisse gesehen. Irgendwann hab ich mich dann einfach mal auf dem Abendgymnasium angemeldet. Ich dachte mir - wie rosengarten auch schrieb -, wenn's nichts ist, kann ich ja wieder aufhören. Das wär mir dann aber im Traum nicht eingefallen.

      Bei mir war's damals auch eine relativ spontane Aktion. Kurz vor den Sommerferien hab ich mich einfach mal noch schnell angemeldet. Bei mir in der Klasse gab's auch Leute, die noch ein, zwei Wochen nach Schuljahresbeginn hinzugestoßen sind. Es ist also nicht zu spät für das neue Schuljahr. Solltest du merken, dass es einfach zu stressig ist, hörst du wieder auf. Die Möglichkeit nächstes Jahr oder in zwei Jahren oder irgendwann noch mal anzufangen besteht dann immer noch.

      Man denkt oft, man hätte keine Kraft. Dann erfährt man aber grade durch das Neue, das man angepackt hat, soviel Positives, dass man trotz mehr Arbeit viel mehr Energie hat!
    • Hallöle!

      Hm, das klingt ja alles schön und gut, nur ich sitze hier ja auch nicht rum und jammere bein Fernsehen vor mich hin.
      Neben den beruflichen und gesundheitlichen Schwierigkeiten habe ich auch noch Pflegetätigkeiten innerhalb der Familie zutun und finanzielle Unterstützung derselben.
      Für jemanden, der das nicht weiß, klingt meine Geschichte sicherlich nach einer Frau, die sich selbst nicht helfen will oder kann, für die andere etwas machen sollen.
      Dem ist nicht so. Aber alles zusammen hat mich dahin gebracht, wo ich jetzt stehe. Ich habe mir zuviel zumuten lassen, zu selten nein gesagt.

      Trotz allem recherchiere ich seit 1,5 Jahren wie ich bildungsmäßig weiterkomme und es geht eben nicht so einfach.
      Ich habe sämtliche Ämter durch, war beim Arbeitsamt, bei diversen Studentenhilfen, habe im Internet gesucht und sogar Freunde ins Boot geholt und das Ganze nicht nur einmal.
      Eure Antworten enthalten fast mehr Informationen als ich in der ganzen Zeit befunden habe und bekommen habe!

      Ich arbeite, grob umschrieben, in einer Fabrik, also ich stehe nicht am Band. Übrigens arbeite ich in Schicht. Eine Halbtagsstelle ist in der Firma nahezu ausgeschlossen wegen der Schichtarbeit.
      Nach allem was ich nun herausgefunden habe, bin ich am Kolleg besser aufgehoben. Auch hierzu, Kolleg sowie Abendschule, habe ich schon Gespräche geführt. Das Kolleg bietet schon während der Schulzeit Inhalte, die später interessant werden beim Studium.

      Das früheste Eintreten in die Schule wäre Februar, da ich nun aus gesundheitlichen Gründen eben, erstmal wirklich Zeit für mich brauche und die Anforderungen, die man mir in den letzten Jahren aufgebürdet hat, an andere verteilen muss.

      Richtig ist aber durchaus, das ich zulange gewartet habe, um die Situation zu ändern.
      Wenn man aber 18 Jahre in einer Firma ist, kennt schlechte und gute Zeiten und man gibt nicht einfach auf. Das werden viele bestätigen können, denke ich.
      Wobei die guten Zeiten in der Firma sehr lange vorbei sind.

      Wichtig ist für mich in ersten Linie jetzt wieder auf die Beine zu kommen und meine Problempunkte nacheinander auszuräumen.
      Tipps aus erster Hand zum Thema "schulische Weiterbildung" würde ich aber trotzdem gerne bekommen. Immerhin erreichte ich mit meiner eigenen Recherche sehr viele lächelnde Gesichter, meines Vorhabens und meines prähistorischen Alters wegen:-D wirkliche Unterstützung aber eher nicht.

      Kann sein, das das dann in einem anderen Unterforum passieren muss.
      Das ich aus der Firma raus muss und will, ist auf alle Fälle Fakt. Nur kann ich
      nicht mal eben kündigen......

      Soweit aber trotzdem schonmal D A N K E

      Gruß
      Annemie
    • Vielleicht könntest du dich für die Zeit des Schulbesuches von der Firma freigestellt werden. Natürlich ohne Gehaltsbezug. Vielleicht gibt es diese Möglichkeit sogar für drei Jahre.
      Vielleicht hast du auch die Möglichkeit, in den Ferien bei deiner Firma zu arbeiten. Dann, wenn andere gerne Urlaub machen würden. Ich könnte mir vorstellen, dass gerade dann eine Aushilfskraft, die den Laden kennt, hochwillkommen ist.

      Wenn du innerhalb der Familie jemanden pflegst, steht dir dafür eine Bezahlung zu. Die ist zwar nicht so hoch wie für externe Kräfte, aber sie steht dir zu und könnte zu deinem Lebensunterhalt beitragen.

      Ich wünsche dir alles Gute, egal, wie du dich entscheidest. Und ich finde es auch durchaus positiv, dass du dir erst einmal die Zeit geben willst, selbst wieder etwas gesunder zu werden, bevor du etwas Neues beginnst.
    • Annemie schrieb:


      Neben den beruflichen und gesundheitlichen Schwierigkeiten habe ich auch noch Pflegetätigkeiten innerhalb der Familie zutun und finanzielle Unterstützung derselben.


      Dann würde ja auch Bafög nichts nützen. Soviel ist das ja nicht. Die Probleme müssten dann ja - wie du geschildert hast - zuerst gelöst werden.

      Annemie schrieb:

      Trotz allem recherchiere ich seit 1,5 Jahren wie ich bildungsmäßig weiterkomme und es geht eben nicht so einfach.
      Ich habe sämtliche Ämter durch, war beim Arbeitsamt, bei diversen Studentenhilfen, habe im Internet gesucht und sogar Freunde ins Boot geholt und das Ganze nicht nur einmal.


      Einfach ist es sicher nicht. Aber ich kann nur noch mal sagen, viel im Internet recherchieren. Ämter helfen einem da meistens nicht weiter.

      Eine Halbtagsstelle ist in der Firma nahezu ausgeschlossen wegen der Schichtarbeit.
      Nach allem, was du geschildert hast, würde ich sowieso vorschlagen, du suchst dir einen anderen Arbeitsplatz. Die guten Zeiten in der Firma sind ja - wie du geschrieben hast - längst vorbei, und verlassen musst du die Firma ja früher oder später, wenn du Abi machen und studieren willst. Ich will nicht schon wieder harsch klingen, aber es klingt alles sehr festgefahren. Ein Wechsel nach 18 Jahren würde dir sicher guttun.

      Nach allem was ich nun herausgefunden habe, bin ich am Kolleg besser aufgehoben. Auch hierzu, Kolleg sowie Abendschule, habe ich schon Gespräche geführt. Das Kolleg bietet schon während der Schulzeit Inhalte, die später interessant werden beim Studium.
      Welche Inhalte sollen das denn sein, die ein Kolleg vermittelt und ein Abendgymnasium nicht?

      Ein Kolleg ist sicher nicht schlecht, da man dann nur Schule hat und nicht arbeiten muss. Man kann sich also ganz aufs Lernen konzentrieren. Nur steht das im Widerspruch zu dem, was du sonst schreibst. Spätestens wenn du auf ein Kolleg willst, musst du deine Arbeitsstelle ja aufgeben. Bafög mit über 30 gibt's für ein Studium, wenn man vorher auf dem Zweiten Bildungsweg Abi gemacht hat und dann unverzüglich mit dem Studium beginnt. Meines Wissens gibt es mit über 30 kein Bafög mehr, um das Abitur nachzuholen. (Da würde ich dann aber ggf. bei einem Amt auf eine Vorabentscheidung drängen, da im Einzelfall vielleicht noch irgendeine Ausnahmeregelung greifen könnte.)

      Es stellt sich dann die Frage nach der Finanzierung deines Lebensunterhaltes während der Zeit am Kolleg. Auf einem Kolleg ist eine Berufstätigkeit untersagt. Abendgymnasien bieten ja gerade Berufstätigen die Möglichkeit, das Abitur nachzuholen. Mit ganzer Stelle ist das aber sowieso extrem schwierig, wenn man noch andere Sachen am Bein hat, gar unmöglich. Schichtdienst wäre dann ja auch ein gravierendes Problem. Hast du dich mal um eine andere Stelle beworben?

      Ich wünsch dir, jedenfalls viel Glück!