Eltern!

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    • Lea schrieb:

      Man kann nach so einem "Tobsuchtsanfall" ja auch darüber sprechen, wieso es dazu kam


      Nicht immer, da automatische Reaktion das Gehirn bei dem Verursacher ausschaltet, s.o. In Theorie ist ja alles schoen und gut, fuinktioniert im real life leider nicht.

      Wenn es zu einem Tobsuchtanfall kommt (was ich mir persoenlich nicht verbiete), muss man danach immer dafuer bezahlen. Immer. Deswegen waere es besser, wenn das nicht zu oft vorkommt -- vorsichtig ausgedrueckt. Aber natuerlich sind wir alle Menschen, und wenn jemand zum Ausrasten neigt, passiert es ab und zu.

      Lea schrieb:

      Wieso nichtig? Wieso Kleinigkeit?



      Weil der Verursacher nicht nachvollziehen kann oder nicht will, das es keine Nichtigkeit war. Ausrasten hilft dabei nicht, es verfestigt eher die Meinung des Verursachers.



      Lea schrieb:

      Vielleicht kommt es auch gar nicht mehr so weit, wenn man sich selbst und seine Bedürfnisse frühzeitig ernst genug nimmt und auch ausdrückt, und sich keine Wut mehr so lange bis zum Tobsuchtsanfall aufstauen kann...? Nur so ein Gedanke...


      Ich glaube auch, dass es stimmt, und als Erwachsene kann ich das auch ab und zu verwirklichen. Dann gibt es keine Tobsuchtanfaelle.

      Leider sind die besagten Dinge in der grauen Vorzeit passiert, sprich in der Kindheit, und man kann die Uhr nicht zurueck drehen.

      Und die Bemerkungen, die einen verletzen, kommen mitten in einem ganz normalen Gespraech aus dem heitern Himmel, beilaeufig, ohne Vorwarnung. Da wuesste ich wirklich nicht, wie ich die "aufgestaute Wut" (sie ist ja schon seit der Kindheit aufgestaut!) noch irgendwie vermindern kann, auch wenn ich meine Beduerfnisse mittlerweile sehr ernst nehme.
    • Muminfrau schrieb:

      Nicht immer, da automatische Reaktion das Gehirn bei dem Verursacher ausschaltet, s.o. In Theorie ist ja alles schoen und gut, fuinktioniert im real life leider nicht.

      Wie lange bleibt denn Dein Gehirn ausgeschaltet? Ich verstehe schon, was Du meinst, aber darüber sprechen kann man auch noch eine Stunde oder einen Tag später. Wenn man sich wieder gefangen hat. Und auch darüber sprechen möchte.


      Muminfrau schrieb:

      Leider sind die besagten Dinge in der grauen Vorzeit passiert, sprich in der Kindheit, und man kann die Uhr nicht zurueck drehen.

      Und die Bemerkungen, die einen verletzen, kommen mitten in einem ganz normalen Gespraech aus dem heitern Himmel, beilaeufig, ohne Vorwarnung. Da wuesste ich wirklich nicht, wie ich die "aufgestaute Wut" (sie ist ja schon seit der Kindheit aufgestaut!) noch irgendwie vermindern kann, auch wenn ich meine Beduerfnisse mittlerweile sehr ernst nehme.


      Das ist natürlich richtig, im Nachhinein kann man nicht mehr vorbeugen (ich kenne das auch mit der aus der Kindheit aufgestauten Wut). Ich war davon ausgegangen, dass es sich bei Dir um eher aktuelle Ereignisse handelt. Vielleicht kannst Du Dir diese berechtigte Wut (auch im Nachhinein) erlauben und Verständnis entwickeln für das Kind, das Du mal warst. Das ändert Deine Kindheit zwar nicht, aber es ist tröstlich und nimmt (mir zumindest) das Gefühl, irgendwie "falsch" zu sein.
    • Lea schrieb:

      Wie lange bleibt denn Dein Gehirn ausgeschaltet?


      Mein Gehirn bleibt meisten auch waehrend der Wutanfaelle eingeschaltet, vielleicht mit einem Ausfall von weniger Sekunden. Ich fange mich sehr schnell ein, so schnell, dass es fuer die anderen Menschen kaum nachvollziehbar ist.

      Ich habe davon gesprochen, dass der Verursacher (also derjenige, der die Wut ausgeloest hat, z.B. meine Mutter) total ausfaellt. Er/sie schaltet einfach das Gehirn ab und ist danach nicht mehr fuer Argumente zugaenglich.

      Das merke ich jedes Mal wenn ich ausgerastet bin. Danach geht nichts mehr mit Erklaeren, die Menschen konzentrieren sich nur auf ihre Empfindungen gegenueber dem Wutanfall. Fuer meine Mutter werde ich sofort zum Kleinkind, das ohne Grund ausrastet: "Warum musste du immer so reagieren? Ich habe doch nichts gesagt!" Man merke hier das Wort 'immer". Immer wenn es passiert, hat sie gar nichts gesagt. ;)

      Lea schrieb:

      Das ändert Deine Kindheit zwar nicht, aber es ist tröstlich und nimmt (mir zumindest) das Gefühl, irgendwie "falsch" zu sein.


      Ich glaube schon seit einiger Zeit nicht mehr, dass ich "falsch" war. Das ist Gott sei Dank vorbei. Leider war meine Mutter definitiv "falsch", und obwohl ich das verstehe kann usw, kann ich es immer noch nicht ertragen, wenn sie mich mit einem bloeden Satz an die Verhaeltnisse von damals erinnert.

      Dieses Gefuehl, das mich meine ganze Kindheit verfolgt hat, nicht so zu sein, wie ich haette sein sollen. Nicht duenn genug, zu langsam, haesslich.

      Damals hatte man es mit der Psychologie noch nicht so, und dadurch, dass mir meine Eltern zu verstehen gaben, dass sie sich eine andere Tochter gewuenscht haetten (am besten einen Sohn!, oder wenn Maedchen, dann ganz huebsch), bin ich zu einem Schaden gekommen, das sie sich nicht vorstellen koennen. Das wuerde bei ihnen einfach nicht mehr "reingehen". Ich denke, sie wollten mich eigentlich damit "verbessern". Es ist ihnen nicht gelungen. ;)

      Nun, der Schaden ist weitgehend behoben. Ich bin zufrieden mit meinem Leben. Nur die Kindheitsempfindungen brauchen nur ein Halbwort von meiner Mutter, um wieder aufzutauchen.

      Eigentlich mag ich meine Eltern gerne, und ich finde es nicht schoen, dass ich sie meide. Im Moment sehe ich aber keine andere Wahl. Es sind Dinge, die meine Eltern nie verstehen werden, an die sie sich nicht mehr erinnern, oder die sie unbewusst gesagt und getan haben. Letzendlich haben sie ihr Bestes fuer mich gegeben. Dass dieses Beste nicht gut fuer mich war, naja, dafuer koennen sie nichts.

      Ich bin mal gespannt, was mein Sohn so alles ueber mich denken und sagen wird, wenn er gross ist. :eek:
    • Muminfrau schrieb:

      Ich habe davon gesprochen, dass der Verursacher (also derjenige, der die Wut ausgeloest hat, z.B. meine Mutter) total ausfaellt. Er/sie schaltet einfach das Gehirn ab und ist danach nicht mehr fuer Argumente zugaenglich.
      Ach so! Das hatte ich falsch verstanden.

      Muminfrau schrieb:

      Man merke hier das Wort 'immer". Immer wenn es passiert, hat sie gar nichts gesagt. ;)
      Oh ja, das kenne ich auch - zur Genüge...

      Muminfrau schrieb:

      Dieses Gefuehl, das mich meine ganze Kindheit verfolgt hat, nicht so zu sein, wie ich haette sein sollen. Nicht duenn genug, zu langsam, haesslich.
      Genau das meinte ich. Für mich Grund genug zum Wütendsein. Erst recht, seit ich eigene Kinder habe und merke: Es geht auch ganz anders. Es wäre also möglich gewesen...

      Muminfrau schrieb:

      dadurch, dass mir meine Eltern zu verstehen gaben, dass sie sich eine andere Tochter gewuenscht haetten (am besten einen Sohn!, oder wenn Maedchen, dann ganz huebsch), bin ich zu einem Schaden gekommen, das sie sich nicht vorstellen koennen.
      Das war bei mir leider ganz genauso! Irgendwann fing ich dann an zu begreifen, dass nichts ihre Einstellung diesbezüglich ändern wird und ich diese (falsche) Hoffnung loslassen muss. Da kommt bei mir manchmal noch eine Menge Wut und auch Trauer hoch.

      Muminfrau schrieb:

      Ich bin mal gespannt, was mein Sohn so alles ueber mich denken und sagen wird, wenn er gross ist. :eek:
      Ich auch! ;)
      Vielleicht - wahrscheinlich - haben wir andere Fehler gemacht, aber hoffentlich nicht so schlimme.
    • Alle Jahre wieder... kommen die Osterferien... und mit ihnen kommen wieder meine Eltern zu Besuch. *seufz* Ich ueberlege mir, ob ich fuer diese zwei Woche aus meiner Wohnung ausziene soll. ;) Eine laengere Dienstreise machen?!

      Letztes mal waren sie zu Weihnachtsferien da, und es gab einen absolut kapitalen Streit, in dem mir meine Mutter vorgeworfen hat, ich wuerde ESSEN. (Sie meinte damit, ich haette mir meine zusatezliche Kilos angefressen...)

      Ich habe schon woanders geschrieben, seitdem bin ich optisch noch dicker geworden. Das Gewicht ist zwar gleich geblieben, aber mein Gesicht ist dicker geworden, und mein Bauch. Alle Analysen, die mir eingefallen sind (Schilddruese, Zucker, Cortisol, Nieren, Leberwerte, Blutbild) sind in Ordnung.

      Ich habe mich auch nicht weniger als sonst bewegt (sogar ein bisschen mehr, weil ich jetzt fast jeden Tag zu Fuss zur Arbeit gehe, ca. 30 Minuten), und ich esse nicht mehr als vorher. :confused:

      Aber das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass meine Eltern zu Besuch kommen und sehen werden, dass ich wieder zugenommen habe. Ich erwarte schon wieder einen kapitalen Streit, und bin schon im Voraus gereizt. :(

      Dieses Wochenende hatte ich leider sogar einen "Vorgeschmack" darauf bekommen, was kommen wird. Mein Sohn hat sich mit seiner "anderen" Oma, meiner Ex-Schwiegermutter (sagt man das?) per Skype unterhalten. Zum ersten Mal mit Videouebertragung.

      Ich war dabei, und die Ex-Swm (Ex-SchWiegerMama ;)) hat mich zum ersten Mal seit 3 Jahren gesehen.

      Ihre erste Worte waren: "Hallo, du siehst sehr gut aus, aber du bist... ehm... hm... breiter... um... geworden."

      Ich (froehlich): "Ja, ich bin jetzt richtig dick!"

      Ein paar Minuten spaeter musste ich kurz weg vom Rechner, weil ich 'ne Pizza im Ofen hatte.

      Ex-Swm dazu: "Was, du isst Pizza?!" (dicke Leute sollen keine Pizza essen, versteht sich ;))

      Ich (froehlich): "Ja! Ich esse alles!"

      Danach war Ruhe mit diesem Thema. Meine Ex-Swm ist mir total unwichtig, deswegen konnte ich ihr so entspannt antworten. Aber im Nachhinein habe ich mich sehr ueber diese Unterhaltung aufgeregt.

      Warum? Nicht, weil die Ex-Swm diese Dinge gesagt hat. Sondern weil ich ganz genau weiss, dass meine Mutter, wenn sie zu Besuch kommt, diese Dinge denken wird.

      Sie wird sich vielleicht nicht trauen, mir was zu sagen. Denn sie weiss, dass ich dann ganz fuerchterlich ausflippe. Wenn so ein Gespraech nicht mit der Ex-Swm, sondern mit meiner eigenen Mama stattgefunden haette, haette ich... ich weiss nicht... vor Wut explodiert?! :mad: :mad: :mad:

      Und nun sollen meine Eltern am 1. April kommen. Und mein dickes Gesicht wird das erste sein, was ihnen auffallen wird. :(

      Es ist egal, wie viel ich geleistet habe und immer noch leiste. Es ist egal, wie ich versuche, eine gute Mutter zu sein, eine gute Partnerin, eine gute Fachfrau. Anerkennung wird es nur geben, wenn ich abnehme. Sonst nicht. Also nie. Niemals. Ich bin sehr traurig und sehr wuetend.
    • Muminfrau schrieb:

      Sie wird sich vielleicht nicht trauen, mir was zu sagen.


      Muminfrau, solange sie nur denkt - die Gedanken sind frei. Das darf dich nicht bekümmern.

      Muminfrau schrieb:

      Muminfrau schrieb:

      Muminfrau schrieb:

      Muminfrau schrieb:


      Es ist egal, wie viel ich geleistet habe und immer noch leiste. Es ist egal, wie ich versuche, eine gute Mutter zu sein, eine gute Partnerin, eine gute Fachfrau. Anerkennung wird es nur geben, wenn ich abnehme. Sonst nicht. Also nie. Niemals. Ich bin sehr traurig und sehr wuetend.


      Wenn deine Mutter es nicht schafft, dich und deine Leistungen anzuerkennen und jedes Gespräch sich auf dein Gewicht bezieht - dann solltest du zukünftig davon absehen, deine Eltern einzuladen. Warum tust du dir das an?
    • Muminfrau schrieb:


      Es ist egal, wie viel ich geleistet habe und immer noch leiste. Es ist egal, wie ich versuche, eine gute Mutter zu sein, eine gute Partnerin, eine gute Fachfrau. Anerkennung wird es nur geben, wenn ich abnehme. Sonst nicht. Also nie. Niemals. Ich bin sehr traurig und sehr wuetend.


      Genau diesen Satz würde ich deinen Eltern in netter Form vortragen. Vielleicht positiver formuliert. Das stelle ich mir ungefähr so vor:

      Du: Mama, findest du dass ich eine (halbwegs meinetwegen) gute Mutter bin?
      Mama: Öh, ja schon.
      Du: Mein Cheff sagt ich bin ziemlich gut in meinem Job
      Mama: Das freut mich mein Kind
      Du: Mein Mann hat letzens gesagt dass er mich liebt (wahlweise: dass ich gut im Bett bin, eine gute Freundin, tolle Köchin etc :-p)
      Mama: Ach ja?
      Du: Ja. Und trotzdem scheint es mir manchmal dass ich erst gut genug bin, wenn ich schlank bin. Findest du dass ich das verdient habe?
      Mama: Ja aber
      Du: Denk mal drüber nach. Ich liebe dich wie du bist. (Auch wenn ich deine Strickjacke unmöglich finde). Jetzt möchte ich gerne meine Pizza essen. Hast du auch Hunger?
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******
    • Elternbesuch

      Hallo Muminfrau,

      ich kann Dich gut verstehen, wenn Du wütend bist. Gerade wenn es um die eigenen Eltern geht.
      Bei mir ist es ähnlich und dass tut oft sehr weh.

      Unsere Gesellschaft orientiert sich als erstes an Äusserlichkeiten und passt Du nicht in diese "Schiene", bist Du schon abgestempelt.

      Wie ist es aber mit Dir selbst?

      Bist Du mit Dir und Deinem Körper zufrieden? Oder kämpfst Du schon Dein halbes Leben lang mit einer Diät nach der anderen, um dann festzustellen,
      dass Du es wieder mal nicht geschafft hast abzunehmen?

      Es gibt also nur diese beiden Möglichkeiten.
      Bist Du glücklich mit Dir und Deinem Körper dann steh über den Dingen und lass die anderen reden.
      Die haben ja ein Problem mit Dir und dass kann Dir doch egal sein.

      Oder mach etwas dagegen. Nicht um deren, sondern um deinet Willen.
      Und da sind wir schon beim ersten Problem.
      Das Fleisch ist willig aber der Geist ist schwach. Reine Kopfsache sagen diese 50 Kg Tussis. Als wenn wir dass nicht selbst wüssten.

      Mann, die haben doch keine Ahnung.

      Kopf hoch.

      Gruß Caro
    • Hallo Muminfrau,

      Was du schilderst kenne ich nur zu gut. All diese Grenzüberschreitungen, dieses reduziert werden auf den Körperumfang und das nicht sehen (wollen) der vielen anderen Dinge, die meine Persönlichkeit ausmachen... das Resulat waren mehrere Psychotherapien und ein radikaler Kontaktabbruch zu meiner Familie (dafür gab es auch noch andere Gründe, aber sie hatten alle mit der Verletzung meiner Würde zu tun).

      Ich habe nicht den ganzen Thread gelesen - nur die Beiträge von heute (sorry...), aber ich frage einfach mal, warum tust du dir das an? Ostern kann man doch wunderbar ohne Besuch von den Eltern feiern.

      Welche Bedeutung nimmt die Bewertung und Beurteilung deiner Mutter in deinen Gedanken ein? Es gibt - meiner Ansicht nach - so bestimmte Themen und wunde Punkte, bei denen man sich in der entsprechenden Situation (z.B. Mutter bemerkt und bewertet Gewichtszunahme) fühlt wie früher als Kind.

      Die Situation ist heute jedoch eine andere: du bist eine erwachsene gestandene Frau, hast selbst ein Kind, bist berufstätig, gebildet, leistest eine Menge usw. (die Liste könnte man endlos weiterführen). Aus welchem Grund besteht noch diese emotionale Abhängigkeit von der Mutter? Was wäre anders, wenn sie dich mit all deine zu dir gehörenden Eigenschaften positiv bewerten würde?

      Keine Frage, die Anerkennung der Eltern ist wichtig für das Kind und oft noch für das erwachsne Kind - aber wenn sie nicht gegeben wird, lohnt es sich dann, sich so an dem Thema aufzureiben? Wieviel Energie das kostet!

      Ich habe meine Mutter einmal ganz klar in ihre Schranken gewiesen - das Thema Gewicht ist kein Thema mehr zwischen uns, habe ich ihr gesagt. Ich habe ihr angekündigt, sollte sie es jemals wieder zum Thema machen, positiv ("oh... du hast ja abgenommen... toll!") wie negativ ("Nein, Kind!!! Was hast du wieder zugenommen!") würde ich wortlos aufstehen und gehen bzw. sie bitten zu gehen. Sie überschritt weiterhin meine Grenzen und ich machte meine Ankündigung wahr.

      Folge: Verständnislosigkeit auf ihrer Seite - ein Gefühl der Befreiung auf meiner Seite.

      Es macht keinen Spass, seine Eltern zu "erziehen", aber manchmal ist es notwendig. Ich will dir nicht empfehlen, den Kontakt abzubrechen - ich will dir nur empfehlen für dich zu sorgen. Mach dich nicht so abhängig vom Urteil deiner Mutter. Wichtig ist, das du dich liebst so wie du bist.

      Alles Liebe
      Mondsteinhexe
    • Meine Eltern kommen in den Ferien, um ihr Enkelkind zu sehen. Ausserdem bin ich Einzelkind, sie haben also niemanden sonst (nicht einmal andere Verwandte), und ich wuerde es nicht fertig bringen, den Kontakt abzubrechen. Es spielt zwar eigentlich auch keine Rolle, ob ich das will oder nicht, aber ich will es auch nicht wirklich. Ich moechte nur so gerne so reagieren koennen, wie bei der Ex-Schwiegermama: cool und entspannt.

      @Knallfrosch: ein schoener Vorschlag. Nur ist es extrem schwierig, mit meiner Mutter direkt ueber das Thema Gewicht zu reden. Schwierig fuer mich und schwierig fuer sie. Meine Mutter ist sehr emotional, und logische Argumente schiessen an ihr vorbei. Da hilft nichts.

      Ich wuerde die Sache schon sehr gerne aus der Welt schaffen, aber das liegt nicht nur an mir, sondern auch an meiner Mutter. Wenn sie nicht mitmacht, wird nichts passieren. Und ich frage mich, ob sie genug Intelligenz besizt, um mein Dicksein zu anzeptieren. Bei so vielen Menschen sitzt im Kopf "dick = disziplinlos", dass es wohl nicht mehr zu aendern ist.

      Hm... ich muesste nochmals ueberlegen, ob ich mit meiner Mutter reden moechte. Und moechte ich auch noch mit meinem Vater reden? Wie sieht er das wohl? Keine Ahnung...

      Das Thema "Gewicht" ist so eng mit allem verbunden, was zwischen mir und meinen eltern laeuft, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich da anfangen moechte. Noch einen "Generalstreit" moechte ich nicht.
    • Mondsteinhexe schrieb:

      aber ich frage einfach mal, warum tust du dir das an? Ostern kann man doch wunderbar ohne Besuch von den Eltern feiern.


      Keine Frage, die Anerkennung der Eltern ist wichtig für das Kind und oft noch für das erwachsne Kind - aber wenn sie nicht gegeben wird, lohnt es sich dann, sich so an dem Thema aufzureiben? Wieviel Energie das kostet!

      Ich habe meine Mutter einmal ganz klar in ihre Schranken gewiesen - das Thema Gewicht ist kein Thema mehr zwischen uns, habe ich ihr gesagt. Ich habe ihr angekündigt, sollte sie es jemals wieder zum Thema machen, positiv ("oh... du hast ja abgenommen... toll!") wie negativ ("Nein, Kind!!! Was hast du wieder zugenommen!") würde ich wortlos aufstehen und gehen bzw. sie bitten zu gehen. Sie überschritt weiterhin meine Grenzen und ich machte meine Ankündigung wahr.

      Folge: Verständnislosigkeit auf ihrer Seite - ein Gefühl der Befreiung auf meiner Seite.



      @ Muminfrau

      Mit meinen Eltern hatte ich jahrelang so einen Zirkus jeweils an Weihnachten. Und eines Tage sagte ich zu ihnen " wir feiern ohne euch". Von da an gab es entspannte und schöne Feste mit meinem Mann und den Kindern. Einerseits würd ich den Osterbesuch absagen, dass musst Du Dir nicht antun. Und andererseits würd ich bei allen anderen Besuchen es genau so machen wie Mondsteinhexe, wenn das Thema Gewicht kommt "ich oder du gehst, aber ich hör mir das nicht mehr an".

      LG Finchen
    • Muminfrau schrieb:

      Meine Eltern kommen in den Ferien, um ihr Enkelkind zu sehen. Ausserdem bin ich Einzelkind, sie haben also niemanden sonst (nicht einmal andere Verwandte)


      Ich bin auch Einzelkind. Die Besuche sind auf für mich verträgliche Dosen reduziert. Auch wenn sie sonst niemanden haben, musst Du Dir trotzdem nicht alles gefallen lassen. Manchmal ist eine gesunde Portion Selbstschutz und Egoismus gut.

      LG Finchen
    • Ich bin traurig ueberrascht, dass so viele Leute hier den Kontakt zu den Eltern minimiert oder abgebrochen haben, weil das Thema "Gewicht" nicht mehr zu verhandeln war. Ich habe echt gehofft (und tue es immer noch), dass ich es ohne den Kontaktabbruch machen kann.

      Mein Sohn freut sich, dass die Grosseltern kommen, und sie freuen sich natuerlich auch. Und der Konflikt spielt sich erstmal nur in meinem Kopf ab. Ich hoffe immer noch darauf, dass ich meine eigene Einstellung zum Thema irgendwie aendern kann, denn meine Eltern werde ich wohl nicht aendern koennen.

      Letzendlich aergere ich mich selber darueber, dass ich zugenommen habe. Und ich fuehle mich schuldig. Ich versuche zwar, fuer mich so gut wie moeglich zu sorgen, aber irgendwie scheint es nicht auszureichen.

      Ich werde z.B. nie ein "perfektes" Essverhalten entwickeln koennen. Ich trosete mich ab und zu mit dem Essen, ich esse manchmal mehr, als ich eigentlich brauche. Das Zunehmen hat zwar nicht unbedingt unmittelbar mit meinem Essverhalten zu tun, aber vielleicht doch? Ich kann es nicht wissen...

      Es ist also alles sehr verwickelt, was mit meinem Dicksein zu tun hat, und es waere unfair, das alles auf meine Eltern abzuwaelzen, nur weil sie mich mit ihrer Anwesenheit (oder drohender Anwesenheit ;)) an all das erinnern.
    • Muminfrau, ich weiß nicht warum andere Menschen hier im Forum oder woanders den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen... ich kann nur für mich sagen, dass ich eine Menge psychische und physische Gewalt im Elternhaus erlebt habe und der Aspekt der Ablehnung aufgrund meines Gewichts nur ein kleiner Teil davon war und weit über das Thematisieren im Sinne einer negativen Bewertung hinausging.

      Hätte es nur den Aspekt des Gewichts gegeben, hätte ich noch Kontakt zu meiner Mutter - allerdings unter der Voraussetzung, dass sie mich respektiert - mit jedem einzelnen Kilo, dass ich auf die Waage bringe.

      Ich finde auch, dass es in deinem Fall völlig übertrieben wäre, den Kontakt abzubrechen. Aber meiner Meinung nach, gibt es zwei Möglichkeiten etwas zu ändern:
      Entweder du wirst immun gegen die Bemerkungen und Sichtweise deiner Mutter, so dass sie dich nicht mehr verletzen kann oder du zeigst ihr ihre Grenzen auf - lange Diskussionen bringen da nichts.
    • Muminfrau schrieb:


      Sondern weil ich ganz genau weiss, dass meine Mutter, wenn sie zu Besuch kommt, diese Dinge denken wird.


      Und nun sollen meine Eltern am 1. April kommen. Und mein dickes Gesicht wird das erste sein, was ihnen auffallen wird. :(

      Es ist egal, wie viel ich geleistet habe und immer noch leiste. Es ist egal, wie ich versuche, eine gute Mutter zu sein, eine gute Partnerin, eine gute Fachfrau. Anerkennung wird es nur geben, wenn ich abnehme. Sonst nicht. Also nie. Niemals. Ich bin sehr traurig und sehr wuetend.


      Das kommt mir sehr sehr bekannt vor. Für meine Mutter gilt haargenau dasselbe. Sie wird wohl auch immer so denken. Aber ich bin nicht mehr so wütend auf sie, weil ich weiß, dass sie aus ihrem Leben nichts gemacht hat und all ihr Versagen auf ihr Gewicht schiebt. Sie ist allen Ernstes der Meinung, dass Frauen, die nicht schön (also alle mit mehr Gewicht) sind niemals wahre Liebe erleben werden oder beruflich aufsteigen. Wie erbärmlich!
    • Meine Mutter ist schlank und war sehr huebsch. Ich denke, sie hat es vielleicht als Schande wahrgenommen, dass sie mit einem pummeligen, ungeschickten Maedchen "gesegnet" war.

      Meine Eltern haben aus ihrem Leben leider auch nicht viel gemacht, und auch deswegen tun sie mir leid. Sie tun allerdings auch sich selber ganz schoen leid. ;)

      Es ist aber nun mal so, dass nicht jeder seine Traeume erfuellen kann. Es gibt objektive udn subjektive Gruende dafuer, und sie sind wichtig. Ich finde nicht, dass meine Eltern deswegen weniger wert sind, dass sie keinen finanziellen und professionellen Erfolg haben. Ich frage mich allerdings, welches Kopfkino sie zu diesem Thema sehen.

      Denken sie vielleicht, ich wuerde sie deswegen verachten? Einige Hinweise, dass sie das denken koennten, habe ich bereits. Aber ich kann ihnen einfach nicht erklaeren, wie ich die Sache sehe. Sie verstehen wirklich nicht, wie ich ticke, und wir scheinen komplett unterschiedliche Sprachen zu sprechen.

      Ich glaube nicht, dass ich und meine Mutter uns besser verstehen werden. Dafuer sind wir zu unterschiedlich. Ich kann es schon nicht ausstehen, wenn sie versucht, mich zu knuddeln. ich hasste das schon als Kind, und ich hasse es jetzt auch!!! Ich bin doch kein Teddybaer!!!

      Na gut, aber zurueck zum Thema "dicksein". Ich werde nicht duenner, und meine Mutter wird nicht intelligenter. ;) Ich muss also innerlich eine Entscheidung treffen, wie ich damit umgehe. Das faellt mir aber im Moment schwer. Ich weiss nicht, wie und was und wohin. :confused:
    • Muminfrau schrieb:

      Meine Mutter ist schlank und war sehr huebsch.
      Meine Eltern haben aus ihrem Leben leider auch nicht viel gemacht, und auch deswegen tun sie mir leid. Sie tun allerdings auch sich selber ganz schoen leid.


      Vielleicht ist es genau das. Nicht Verachtung für das dicke, ungeschickte Kind, sondern Erstaunen und Unglauben darüber, dass jemand, der nicht so schön ist, trotzdem mehr Erfolg hat?
      Und dann kommt noch dazu, dass man sich nicht versteht. Vielleicht braucht man da etwas Objektivierbares (das Übergewicht) um das subjektive peinliche Empfinden sich mit seinem Kind nicht zu verstehen, zu überwinden.
    • Muminfrau schrieb:

      Ich bin traurig ueberrascht, dass so viele Leute hier den Kontakt zu den Eltern minimiert oder abgebrochen haben, weil das Thema "Gewicht" nicht mehr zu verhandeln war. Ich habe echt gehofft (und tue es immer noch), dass ich es ohne den Kontaktabbruch machen kann.


      Es ist doch nur eine wirklich letzte Entscheidung - ich finde auch nicht, dass man leichtfertig den Kontakt zu seinen Eltern abbrechen möchte.
      In deinem Fall wäre nur wichtig, bei ihrem Besuch die Grenzen abzustecken:
      Ich freue mich, Euch zu sehen, Euer Enkelkind freut sich, dass Ihr da seid - wir möchten ein paar schöne entspannte Tage mit Euch verbringen - und wir können gerne über alles reden - aber mein Gewicht, mein Aussehen und mein Essverhalten, darüber möchte ich kein Wort hören. ANSONSTEN würde ich Euch bitten, wieder zu gehen. PUNKT. :five:
    • Muminfrau schrieb:

      Ich glaube, das wird mir zu persoenlich.


      Dabei wollte ich keineswegs den Beitrag von babelfish "abwürgen". Sorry, falls es so angekommen ist. Es ist sicher etwas Wahres dran... wie viel, ist schwer zu sagen. Wundern sich meine Eltern über meinen Erfolg? Ich wundere mich ja selber die ganze Zeit. ;) Vielleicht liegt es in der Familie. :rolleyes:
    • Muminfrau schrieb:

      Ich bin traurig ueberrascht, dass so viele Leute hier den Kontakt zu den Eltern minimiert oder abgebrochen haben, weil das Thema "Gewicht" nicht mehr zu verhandeln war. Ich habe echt gehofft (und tue es immer noch), dass ich es ohne den Kontaktabbruch machen kann.


      Liebe Muminfrau,
      auch ich habe momentan keinen Kontakt zu meinen Eltern (weiß noch nicht, ob das eine temporäre oder endgültige Sache wird), und bei mir ist es nicht nur das Dicksein, das dazu geführt hat. Ich denke aber, dazu kann man aber niemandem raten, das muss man ganz alleine selbst entscheiden. Bei mir war es so, dass ich an irgendeinem Punkt das Gefühl hatte, dass es jetzt gar nicht mehr geht.

      Muminfrau schrieb:

      Letzendlich aergere ich mich selber darueber, dass ich zugenommen habe. Und ich fuehle mich schuldig. [...] Das Zunehmen hat zwar nicht unbedingt unmittelbar mit meinem Essverhalten zu tun, aber vielleicht doch? Ich kann es nicht wissen...

      Es ist völlig egal, ob Du "selbst schuld" bist oder nicht! Selbst wenn Du Dir die Kilos mit Absicht angefressen hättest, hat niemand das Recht, Dich deswegen zu demütigen und in Deiner Würde zu verletzen - vergiss das nicht!


      Muminfrau schrieb:

      Meine Mutter ist schlank und war sehr huebsch. Ich denke, sie hat es vielleicht als Schande wahrgenommen, dass sie mit einem pummeligen, ungeschickten Maedchen "gesegnet" war.

      Möglich, aber nicht Dein Fehler.

      Muminfrau schrieb:

      Meine Eltern haben aus ihrem Leben leider auch nicht viel gemacht, und auch deswegen tun sie mir leid. Sie tun allerdings auch sich selber ganz schoen leid. ;) [...] Denken sie vielleicht, ich wuerde sie deswegen verachten?

      Auch das kommt mir bekannt vor - ich bin in unserer Familie die einzige Akademikerin, und hin und wieder beschleicht mich auch das Gefühl, dass hinter den Demütigungen und den Machtspielchen auch sowas wie ein Minderwertigkeitskomplex stecken könnte, obwohl ich dazu nie Anlass gegeben habe (d. h. weder fühle ich mich als "was Besseres" noch signalisiere ich das nach außen). Das zu thematisieren ist wohl nicht einfach, weil sie sich dessen vielleicht gar nicht so bewusst sind...

      Muminfrau schrieb:

      Ich glaube nicht, dass ich und meine Mutter uns besser verstehen werden. Dafuer sind wir zu unterschiedlich.

      Man muss sich auch nicht mit seinen Anverwandten verstehen, nur weil sie eben Verwandte sind. Manchmal stimmt eben auch zwischen Eltern und Kind oder zwischen Geschwistern die Chemie nicht.
      Eine Freundin fragte mich, als es mir diesbezüglich gerade mal wieder schlecht ging, ob ich mir denn solche Sachen auch von meinen Freunden oder Bekannten gefallen lassen würde? Natürlich nicht! Und warum sollte man denselben Respekt, den man von Fremden einfordert, nicht auch von seiner eigenen Familie einfordern dürfen? Sollte einen die eigene Familie nicht erst recht respektieren?

      Muminfrau schrieb:

      Na gut, aber zurueck zum Thema "dicksein". Ich werde nicht duenner, und meine Mutter wird nicht intelligenter. ;) Ich muss also innerlich eine Entscheidung treffen, wie ich damit umgehe.
      Dafür wünsche ich Dir alles Gute und viel Kraft, liebe Muminfrau.
    • Lea schrieb:



      Es ist völlig egal, ob Du "selbst schuld" bist oder nicht! Selbst wenn Du Dir die Kilos mit Absicht angefressen hättest, hat niemand das Recht, Dich deswegen zu demütigen und in Deiner Würde zu verletzen - vergiss das nicht!

      Man muss sich auch nicht mit seinen Anverwandten verstehen, nur weil sie eben Verwandte sind. Manchmal stimmt eben auch zwischen Eltern und Kind oder zwischen Geschwistern die Chemie nicht.
      Eine Freundin fragte mich, als es mir diesbezüglich gerade mal wieder schlecht ging, ob ich mir denn solche Sachen auch von meinen Freunden oder Bekannten gefallen lassen würde? Natürlich nicht! Und warum sollte man denselben Respekt, den man von Fremden einfordert, nicht auch von seiner eigenen Familie einfordern dürfen? Sollte einen die eigene Familie nicht erst recht respektieren?



      Das seh ich genau so.

      LG Finchen
    • Freunde kann man sich auswählen, die Eltern aber nicht. ;) Ich bin mir sicher, dass meine Mutter (und mein Vater) mich nicht absichtlich verletzen wollen. Also möchte ich versuchen, nochmals mit ihnen zu reden. Vielleicht erstmal mit meiner Mutter, weil mein Vater sich sowieso mit Kommentaren immer zurückhält und mich dadurch nicht verletzt.

      (Er macht mich auf seine Art und Weise wahnsinnig -- aber da muss ich halt durch. Er gibt mir nämlich Erziehungsratschläge -- ein Mann, der sich nie um die Erziehung seiner einzigen Tochter gekümmert hat, außer ihr Bücher in der Bibliothek auszuwählen. :rolleyes:)