Eltern!

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    • Hilfe, meine Eltern kommen zu Besuch! Ich dachte, ich werde mit sowas fertig, aber nein... ich BIN fertig. :(

      Also, sie haben mich 2 Monate lang nicht gesehen, und ich bin in der letzten Zeit viel runder geworden. Oder bilde ich es mir ein? Ich glaube, Kleidung sitzt enger als sonst...

      Also, ich bin total aufgebracht und muss zur Beruhigung auch noch immer wieder was essen. ;) Und ich glaube, mein Bauch ist echt wie ein Luftballon! Und ich denke mir immer grausame Massnahmen, mit denen ich auf jegliche (auch nonverbale) Kommentare ueber meine wuerde. Z.B. meine Mutter sofort beim Hals packen. :keule1:GRHHRRR :wut:

      Ich denke, dass sie sich was denken wuerden. Ok, das kann ich nicht verhindern. Ich weiss das. Ich weiss das. Aber Gott bewahre, meine Mutter sagt was. Ich garantiere dann fuer nichts.

      SOOOO. Ich weiss, ich soll niemanden schlagen und niemanden anschreien. Ich werde es auch nicht tun. Wirklich nicht. Ich werde nur Bauchatmung ueben, das beruhigt. Das mache ich schon jetzt. Aber ich sehe jetzt, dass es noch ein sehr, sehr weiter Weg zur Selbstakzeptanz und Selbstsicherheit ist. Traurig aber wahr.
    • Ich habe gerade Schuessler Salze genommen. ;)

      Aber eigentlich moechte ich jetzt am Liebsten, dass mich eine Mutter (nicht meine, sie kann es nicht... leider...) umarmt und sagt, dass sie mich so akzeptiert wie ich gerade bin, jederzeit. Ach, das haette gut getan! Ich habe grosse Sehnsucht danach.

      Nun, wie die Meisten habe ich nur eine Mutter ;), und bin froh, dass sie toi-toi-toi relativ gesund und munter ist. Aber in diesem Leben werde ich den Akzeptans-Spruch niemals hoeren. Selbst wenn sie das sagen wuerde, werde ich es nicht annehmen koennen. Das soll ich wohl lernen, mich selbst zu bemuttern. Fuer mich macht es sonst keiner.
    • Ich kann deine Qualen sehr gut verstehen. Und du hast auch schon einen Schlüssel gefunden. Bemuttere dich selbst, das darfst du und das solltest du auch. Leider habe wir nicht immer die Menschen um uns, die uns gut tun und die, die wir um uns haben, tun uns nicht gut. Aber wenn du dich selbst bemuttern kannst, dann bist du weniger abhängig davon, ob da jemand anderes ist, der dich bemuttert.
      Ich wünsche dir viel Kraft für das Familienwochenende.
    • Ist schon ärgerlich. wenn ihr nicht gerade ins Schwimmbad geht, ich habe eine Trick, so trage ich ein Korsett, es ist ganz praktisch und hilft. Ich weiß, ich bin gemein. Entschuldigung.
    • Muminfrau schrieb:


      Ich denke, dass sie sich was denken wuerden. Ok, das kann ich nicht verhindern. Ich weiss das. Ich weiss das. Aber Gott bewahre, meine Mutter sagt was. Ich garantiere dann fuer nichts.


      Lass es doch einfach herankommen.
      Wie lange wollen deine Eltern denn bleiben?

      Schaut nach einem etwas größeren Konflikt aus zwischen dir und deiner Mutter.
      Da kann ich dir einzig nur raten:
      Wenn ein gewisses Thema von ihr angesprochen wird, worauf du nun absolut nicht scharf bist, dann solltest du - einmal - klipp und klar erklären, dass du keine Lust hast, über dein Gewicht oder dein Aussehen zu sprechen. Und wenn sie das nicht akzeptieren kann, dann möchte sie bitte auf der Stelle deine Wohnung wieder verlassen und nach Hause fahren.
      Das klingt hart, aber wenn du dich immer in dein Schicksal ergibst und alles erträgst, des lieben Frieden willens, wirst du nie froh dabei werden.
    • Hallo :)

      Das habe ich alles meiner Mutter schon erklaert, und sie, wenn sie ihren Mut dazu sammelt, beginnt immer mit: "du wirst mich bestimmt wieder anschreien..." -- und wenn ich das tue, bin ich natuerlich das dumme kleine Maedchen.

      Ich weiss, dass es keinen Sinn macht, ihr etwas zu erklaeren, sie versteht nicht, ich hab es ausprobiert. Obwohl sie eine durchaus intellignete Person ist.

      Also, ich muss mir einfach neutrale Antgworten ueberlegen, alles andere ist sinnlos. Sowas wie "danke fuer die Information" und "mach dir keine Sorgen, mir geht es gut". Die Sache ist nur, ich weiss ja nie, was und wie kommt, und wenn es unerwartet ist, dann schiessen die Emotionen hoch.

      Das sind einfach Dinge, die noch nicht verarbeitet sind. Und werden es vielelicht nicht sein, ich bin nicht gut in Verzeihen. Ich bin gut im Verstehen. Aber "verstehen" hilft bei Emotionen nicht. Emotionen gehen tiefer. So tief, dass ich dort gar nicht reinschauen moechte!

      Diese ganzen Aussagen kommen natuerlich daher, das sich meine Eltern Sorgen um mich machen. Ich wuensche mir so sehr, dass sie sich entspannen und darauf vertrauen, dass ich mein Ding gut mache...
    • Owei, ich kenne das so gut. Meine Mutter hat schon immer als ich total dünn war (KLeidergröße 36) gejammert ich sei zu fett. Und jetzt mit Kleidergröße 56 möchte meine Mutter nur heulen wegen mir, so sehr hab ich sie enttäuscht mit meiner Figur.
      Die meiste Zeit hat sie inzwischen bei mir Narrenfreiheit, kann sagen was sie will, wenn sie sich ausgesprochen hat wechsele ich das Thema. Manchmal auch mittendrin wenn sie noch spricht.
      Manchmal platzt mir dann doch die Hutschnur, aber das bringt nichts. Ich muss auch meine Mutter so nehmen wie sie ist: als enttäuschtes Klageweib. Sorry, aber so ist es. Und da ich den Kontakt zu ihr nicht noch einmal abbrechen möchte, muss ich das hinnehmen, wegatmen, was auch immer.
      Ich möchte aber die Jahre die man noch zusammen hat (ich sehe sie sowieso nicht so oft) nicht damit verbringen, dass ich mich über sie ärgere. Sie "meint es ja nur gut".
      Das es mir nicht gut tut, hab ich ihr auch schon 1000x gesagt, aber das kommt bei ihr nicht an. Also hör ich einfach weg und wechsele einfach das Thema.
    • Nicht nur, wenn ich solche Dinge lese, auch sonst immer wieder, weiß ich, wieviel Glück ich mit meiner Mutter hatte. Nie-nie-niemals hätte sie aufgrund von irgendwelchen Äußerlichkeiten eines ihrer Kinder diskriminiert.
      Sie hat uns ihre Liebe deutlich gezeigt und wir haben immer gespürt, dass wir für die sehr sehr wertvolle Menschen sind, ganz egal, wohin unser Weg uns führte.

      Ich kann mich also sehr schlecht in eine solche Situation hinein versetzen. Wenn ich es trotzdem versuche, dann habe ich ständig ein Bild vor Augen:

      Ich würde meine Mutter fragen, was sie von einer Mutter hielte, die sich ein Kind mit blonden Haaren und blauen Augen wünscht, jedoch ein dunkelhaariges Kind mit braunen Augen bekommt. Würde sie es nun weniger lieben, weil es nicht ihrer Wunschvorstellung entspricht?

      Vielleicht ist das ein Beispiel, welches man solchen Müttern einmal vor Augen halten kann?

      Eigentlich ist es doch so, dass die (in meinen Augen) Mutterliebe impliziert, dass man seine erwachsenen Kinder respektiert, sie vielleicht, wenn gewünscht, noch sanft leitet, nie aber gängelt, und vor allem, egal, welchen Weg sie wählen, man will, dass sie glücklich sind.
      Welche Rolle spielt denn in der Mutterliebe, wie das geliebte Kind aussieht? Ist nicht da eigene Kind das schönste Kind? Immer?

      Ich habe zwei Töchter. Die eine sehr schlank, die andere sehr rund.
      Jede mit ihren ganz ureigenen liebenswerten Eigenschaften. Einmalig und unersetzlich. Für mich die wichtigsten Menschen auf der Welt.

      Und doch...
      Als sie Teenys waren, habe ich mich über manche Dinge, die Äußerlichkeiten betrafen, aufgeregt. Mal über die fast bis zur Glatze abrasierten oder auch bunt gefärbten Haare, manchmal auch bestimmte Klamotten.
      Wie blöde war das von mir!
      Das würde mir heute nicht mehr passieren!
      Und wenn ich ganz ehrlich bin, war das nicht nur, weil ich es nicht schön fand, sondern auch im Hinterstübchen der Gedanke, was "die Leute" wohl sagen. Also auf deusch: Purer Egoismus!

      Gut, dass meine Mädchen ihren Weg gingen, auch in diesen Punkten, denn nur so konnten sie ihren ganz eigenen Stil finden, zu dem sie stehen und mit dem sie sich wohl fühlen.
      So, wie sie sind, sind sie gut!

      Der Fehler lag damals zu 100% auf meiner Seite. Ich denke jedoch, ich habe daraus gelernt und mache ihn so nicht wieder. Aber auch als Mutter lernt man eben nie aus und manche Fehler erkennt man erst im Rückblick.:-o

      Das ist dann auch die Lanze, die ich für alle Mütter brechen möchte:
      Wir sind ganz ganz sicher niemals vollkommen oder haben immer recht. Ganz bestimmt nicht!
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Ich denke, die meisten Muetter vergessen das mit Mutterliebe ziemlich oft. Ich habe ja selber einen Sohn und passe auf, dass es mir nicht passiert.

      Aber wie gesagt, wenn das Kind nicht den Wunschvorstellungen entspricht oder sonstwie aus der Reihe tanzt, ist die Mutterliebe schnell vorbei, weil man sich eben Sorgen ums Kind macht und Angst hat. Wenn das Kind irgendwie anders ist, bedroht es naemlich entscheidend das innere Leben der Mutter, denn sie ist ja an "allem" schuld, nicht? ;)

      Ich wurde in frueher Kindheit als dumm und langsam angesehen, ich habe zu langsam Gehen udn Lesen gelernt, habe in keiner Weise der Norm entsprochen, innerlich wie aeusserlich... Natuerlich hatte meine Mutter damals Schuldgefuehle, und sowas praegt dann die ganze Mutter-Tochter-Beziehung fuer die naechsten 35 Jahre.

      Und ich weiss ja, dass sie nicht anders konnte, das waren andere Zeiten, und sie ist nicht jemand, der viel ueber solche Dinge denken kann, da fehlt ihr eine gewisse Denkausrichtung. Deswegen macht es auch keinen Sinn, mit ihr zu reden, sie sagt nur ganz erstaunt: "Aber ich habe doch immer an dich geglaubt. Wir haben immer gesagt, dass du ganz klug und begabt bist."

      Hm... Ich wuerde so gerne einfach nur Frieden schliessen. Vielleicht klappt es ja irgendwann. Habe mir heute uebrigens Urlaub genommen, bin gerstern so fertiog gewesen, ich heute morgen auch. Das ist ja unglaublich, es sind ja bloss meine Eltern, die vorbei kommen!
    • Itsme schrieb:



      Welche Rolle spielt denn in der Mutterliebe, wie das geliebte Kind aussieht? Ist nicht da eigene Kind das schönste Kind? Immer?

      Und doch...
      Als sie Teenys waren, habe ich mich über manche Dinge, die Äußerlichkeiten betrafen, aufgeregt. Mal über die fast bis zur Glatze abrasierten oder auch bunt gefärbten Haare, manchmal auch bestimmte Klamotten.
      Wie blöde war das von mir!
      Das würde mir heute nicht mehr passieren!
      Und wenn ich ganz ehrlich bin, war das nicht nur, weil ich es nicht schön fand, sondern auch im Hinterstübchen der Gedanke, was "die Leute" wohl sagen. Also auf deusch: Purer Egoismus!

      Gut, dass meine Mädchen ihren Weg gingen, auch in diesen Punkten, denn nur so konnten sie ihren ganz eigenen Stil finden, zu dem sie stehen und mit dem sie sich wohl fühlen.
      So, wie sie sind, sind sie gut!



      Ich sehe das ein wenig anders. Natürlich ist meine (minderjährige) Tochter für mich die Allerschönste, die Beste und ich werde sie immer lieben, egal ob sie sich die Haare abrasiert oder bunt färbt. Ich könnte sogar mit blondgefärbten Dauerwellen und Assitoasterbesuchen leben (würde mir aber schwer fallen).

      Äußerlichkeiten und vermutlich auch moderate Charakteränderungen würde und werde ich ertragen und akzeptieren um ihrer Willen, aber ich sehe es schon als erzieherische Pflicht ihr die Tragweite des von ihr gewählten Auftretens zu verdeutlichen.

      Sie hat zur Zeit eine Punkeinstellung-- also null bock auf nichts, vor allem nicht auf Arbeit in jedweder Form und unmögliche zerissene Klamotten, zerupfte Haare und die klassischen Antifa und Antipolizeisprüche drauf.

      Ich sage ihr oft und sehr deutlich, dass sie mit ihrem Auftreten trotz guter Schulnoten auf dem Arbeitsmarkt und in der "normalen" Gesellschaft so wenig Chancen haben wird.

      Aus dem gleichen Grund verbiete ich jedwede Form von Ohrlochweiten, von Piercings, buntgefärbten Haaren und Tatoos. Wenn sie das alles mit 18 haben will, dann ist es ihre Sache und ich muss (leider) damit leben.

      Ich bin mir dessen bewußt, dass ich alles was mein Kind im Moment sein will kritisiere. Das ist sicher hart für sie und es ist hart für mich. Aber manche Grenzen müssen Eltern schon setzen, weil sich Jugendliche oftmals mit ihrer Radikalität Chancen verbauen und die Tragweite ihres Handelns nicht überblicken können.

      So hat eine Bekannte meiner Tochter doch mal ein paar Stunden auf dem Polizeirevier verbracht, weil sie das ACAB etwas zu laut in Richtung von Uniformierten gesagt hat. Da war meinr Tochter dann schon froh, dass ich einen Sticker mit diesem Schriftzug verboten habe und sie nicht mit einkassiert wurde.

      Aber mindestens genauso oft, wie ich sie kritisiere sage ich ihr auch, dass ich sie liebe und das das für immer so bleibt. Nur akzeptieren kann ich nicht alles.
    • Muminfrau schrieb:


      Aber wie gesagt, wenn das Kind nicht den Wunschvorstellungen entspricht oder sonstwie aus der Reihe tanzt, ist die Mutterliebe schnell vorbei, weil man sich eben Sorgen ums Kind macht und Angst hat. Wenn das Kind irgendwie anders ist, bedroht es naemlich entscheidend das innere Leben der Mutter, denn sie ist ja an "allem" schuld, nicht? ;)



      Meine Mutterliebe ist nicht vorbei wenn ich mir Sorgen mache. Ich fühle mich auch nicht in meinem inneren Leben bedroht, wenn mein Kind anders ist als andere Kinder.

      In solchen Momenten habe ich Angst um mein Kind, nicht um mich. Ich ertrage meine Schuldgefühle irgendwie und ich kann auch mit dem Gefühl "versagt" zu haben irgendwie leben.

      Und trotzdem muss ich auch als liebende Mutter nicht alles akzeptieren. Das sind unterschiedliche Dinge. Liebe ist das eine, akzeptieren aller Äußerlichkeiten und Charaktereigenschaften eine andere. Und jetzt erzählt mir ja nicht, dass ihr alle Eigenschaften der Menschen, die ihr liebt immer und vorbehaltlos akzeptieren könnt.
    • babelfish:
      Natürlich ist meine (minderjährige) Tochter für mich die Allerschönste, die Beste und ich werde sie immer lieben, egal ob sie sich die Haare abrasiert oder bunt färbt. Ich könnte sogar mit blondgefärbten Dauerwellen und Assitoasterbesuchen leben ...

      ....verbiete ich jedwede Form von Ohrlochweiten, von Piercings, buntgefärbten Haaren und Tatoos. [(quote]

      Ich verstehe Dich hier nicht ganz. Du könntest damit leben, aber Du verbietest all das.
      Dies ist nicht im vorwurfsvollem Ton gemeint, sondern wörtlich so, dass ich nicht genau verstehe, wie Du das meinst.

      Ich bin mir dessen bewußt, dass ich alles was mein Kind im Moment sein will kritisiere. Das ist sicher hart für sie und es ist hart für mich. Aber manche Grenzen müssen Eltern schon setzen, weil sich Jugendliche oftmals mit ihrer Radikalität Chancen verbauen und die Tragweite ihres Handelns nicht überblicken können.


      Du hast natürlich recht. Es gibt (sich anbahnende) Grenzüberschreitungen, bei denen man einschreiten muss. Was ich jedoch meinte, sind diese rein äußerlichen Extreme. Die, die Du radikal verbietest.
      Ich kann nur für mich sprechen, aber im Rückblick finde ich, ich hätte mir viel Aufregung ersparen können, und diese rein pubertäre Phase als das ansehen sollen, was sie ist, nämlich ein ganz normales Aufbegehren und sich von den Erwachsenen absetzen wollen. Nicht mehr und nicht weniger. Heute würde ich kein solches Aufhebens mehr davon machen, sondern sie gewähren lassen. Wahrscheinlich ist so eine Phase sogar umso schneller auch wieder vorbei.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Nun, mein Sohn ist ja noch nicht in Pubertaet, keine Ahnung, wie er dann sein wuerde. Bin schonmal gespannt, wo ich euch so lese. ;)

      Mich wuerde interessieren, was bedeutet es fuer diese Teenager, sich so anzuziehen und diese ganzen Piercings zu machen, Haare zu faerben usw. Irgendwas bedeutet es fuer sie, oder? Oder denken sie daran nicht nach und machen etwas, weil es die Freunde so machen?
    • Itsme schrieb:

      babelfish:

      Ich verstehe Dich hier nicht ganz. Du könntest damit leben, aber Du verbietest all das.


      Was ich meinte war, ich werde sie immer lieben, egal wie sie aussieht. Aber ich möchte sie auch ein wenig vor sich selbst schützen.

      Aus ihrer letzten Schule wurde sie rausgemobbt. Einer der Gründe dafür war, dass es Schüler wie Lehrer lustig fanden einen Emo zum Heulen zu bringen.

      Damals habe ich ihr den übertriebenen Emostyle gestattet, weil ich dachte das solche Dinge zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen. Haben sie aber nicht.

      Radikal aussehende Klamotten und Frisuren einer bestimmten Richtung führen sehr oft dazu, dass einem auch die Vorurteile begegnen.

      Als Punk ist sie nicht nur für jeden Neonazi ein Punchingball, sie fällt sofort unangenehm auf, obwohl sie nichts tut. Wenn sie mit ihren Freunden in der Innenstadt auf der Bank sitzt, wird sie von der Polizei weggeschickt oder von Ladenbesitzern angekeift, im supermarkt wird ihre Tasche kontrolliert.

      Wenn sie sich so bewirbt und so zu einem Vorstellungsgespräch geht. Nun ja man kann sich ja vorstellen wie begeistert der potentielle neue Chef sein wird.

      Zwei ihrer Freundinnen ist das schon passiert, dass die Chefin in spe gemeint hat, sie würde sie gerne nehmen, aber mit den Tatoos und den geweiteten Ohrläppchen wären sie nichts für das Klientel dieses Geschäftes.

      Es gibt derzeit nicht soviel Arbeit in Deutschland und es sich im Alltag unnötig schwer machen muss man auch nicht. Vor allem dann nicht, wenn man ein sehr empfindsamer Mensch ist und mit der geballten Feindseligkeit nicht gut klar kommt.
    • Oje, warum machen sie das denn? Nix verstehen...

      Ich selber bin eher ein zartes Gemuet, das Blut nicht vertragen kann usw. Ich habe nur einmal extrem geweitete Ohrlaeppchen gemerkt, und da ist mir wahrhaftig schlecht geworden. Wie bei Anblick von Blut. Es wundert mich nicht, dass diese Maedchen nicht eingestellt werden, letztendlich ist es einfach ecklig, sorry.

      Es sieht fuer mich nach Selbstverstuemmelung aus. Deswegen interessiert es mich, was sie dabei denken und fuehlen.
    • Muminfrau schrieb:



      Mich wuerde interessieren, was bedeutet es fuer diese Teenager, sich so anzuziehen und diese ganzen Piercings zu machen, Haare zu faerben usw. Irgendwas bedeutet es fuer sie, oder? Oder denken sie daran nicht nach und machen etwas, weil es die Freunde so machen?


      Mein Vater sagt immer, dass ist wie im Mittelalter, als jeder sich um sein Fähnlein geschart hat.

      Ich denke, dass es hier um die Entwicklung der Persönlichkeit und der Suche nach gleichdenkender Gesellschaft geht.

      Die Abnabelung von den Eltern und dem Gewohnten und die Suche nach neuer Zugehörigkeit ist sehr wichtig.

      Also alles in allem, die persönliche Freiheit in der selbstgewählten Gruppe.

      Für mich ist es jedoch auch wichtig das andere Ende zu zeigen. Eine permanente Veränderung seines Äußeren sollte gut durchdacht sein. Man muss eine Vorstellung davon haben, wie die Menschen um einen herum reagieren und wie realistisch man dann seine Wünsche noch umsetzen kann und wie angreifbar man wird.

      Z.B. sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man als Hippie, Hardcore-Punk oder Emo, Hip-Hop-Tussi oder Glatzkopf vielleicht nicht die Lehrstelle oder den Beruf bekommt, die man sich wünscht.

      Eine Hotelfachfrau oder Bänkerin mit grünen Haaren, 10 Piercings und Oberarmzierenden Tatoo.
      Wer hat sowas gesehen?

      Soziologie-Student oder Kindergärtner mit Neonazi-Glatzkopf und Springern, hmm sieht man auch nicht so oft.

      Versicherungskaufmann, Jurastudent oder Feldwebel mit 1,20m langen Haaren und Peace-Zeichen auf die Stirn tätowiert. Vielleicht im Einzelfall

      Versteht ihr was ich meine? Man sollte sich einfach soviele Möglichkeiten lassen, wie es irgendwie geht, ohne sich zu verbiegen, gerade in jungen Jahren. Daher kann man sich z.B. auswaschbare Haarfarbe kaufen, auf Tatoos und Piercings (zumindest an immer sichtbaren Stellen) verzichten und lernen Provokation zur Abgrenzung in einem gemäßigten Rahmen zu halten.
    • Ja,
      da den Mittelweg zwischen wichtigem persönlichem Entfaltungsfreiraum lassen und Verboten und Beschützen wollen zu finden, ist nicht leicht.

      Muminfrau
      Mich wuerde interessieren, was bedeutet es fuer diese Teenager, sich so anzuziehen und diese ganzen Piercings zu machen, Haare zu faerben usw. Irgendwas bedeutet es fuer sie, oder? Oder denken sie daran nicht nach und machen etwas, weil es die Freunde so machen?


      Ist Deine Pubertät schon so aus Deinem Kopf verschwunden? ;) Oder hattest Du keine Ausbrüche, oder nicht den Wunsch "anders" zu sein?

      Ich erinnere mich an meine sehr gut!
      Und ich weiß auch, dass meine Mutter sicher einiges nicht so prall fand.

      Ich zelebrierte was die Haare anbelangte den Afrolook, was bedeutete, dass man versuchte, eine möglichst aufgebauschte Mähne auf den Kopf zu zaubern. Das beinhaltete jede Menge Haarspray und vorheriges Toupieren ohne Ende.
      Die Lieblingsjeans - von den Freunden hochbewundert und beneidet - war so hauteng, dass sie nur im Liegen zu ging, wurde in der Badewanne mit Scheuersand auf alt geschrabbelt und bestand schließlich hauptsächlich aus Flicken.
      Die Hosen begannen - wie die Hosenmode auch heute teilweise ist - erst sehr weit unten auf den Hüften und wurden vom breitesten Gürtel der irgendwo zu finden war, gehalten. Cool waren auch Schlaghosen. Also Hosen, die oben wie beschrieben waren, aber ca. ab dem Knie sehr sehr weit wurden. Gern nähte man sich seitlich ein Stück Plissee ein, damit die Hose dort noch weiter wurde. Dazu Plateausohlen, so hoch und halsbrecherisch, dass ich heute bei der Vorstellung damit herum laufen zu müssen, Schweißausbrüche kriege.
      Shirts wurden gebatikt und sollten einen leicht gammeligen Eindruck machen. Nur nichts Braves oder Ordentliches!
      Und dann das schminken! Am Unterlied waren angemalte, einzelne Wimpern modern. Diese oder einzelne "Fliegenbeine" zum ankleben. Was für eine Siyphusarbeit!
      Pearcings oder Tatoos waren ja noch nicht in Mode, aber wer weiß, wie ich das gesehen hätte?:)

      Und alles schlich sich nach und nach einfach aus und legte sich mit dem langsamen Erwachsen werden. Wie das halt meistens so ist. Aber ich erinnere mich gut und ich erinnere mich gern. War eine schöne Zeit und nichts davon hat mir geschadet. Es war aber auch nichts, was ein Leben lang an einem bleibt, wie es bei großen Pearcinglöchern oder Tatoos ist.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Hallo,

      das mit den Zitaten kriege ich nicht so ganz gerafft - denke auch ein wenig langsamer :) Aber das macht nix, dann sage ich eben so, was ich sagen will.

      Bin fast 51 Jahre alt und seit meiner frühesten Kindheit kämpfte ich um die Liebe und die Akzeptanz meiner Eltern, besonders meiner Mutter, die immer viel schöner, viel schlanker, viel intelligenter, viel...... war als ich. Sie brauchte mich einerseits als Selbstbestätigung ihres guten jugendlichen Aussehens und andererseits hat sie immer über mich hergezogen. Im Laufe meines Kampfes --- und diese Erkenntnis ist tatsächlich erst die vergangenen 2 Jahre und aktuell über mich gekommen --- war ich als Kind schon kräftig, dann sehr kräftig, dann moppelig. Mit Anfang 20 wog ich trotz einer massiven Gewichtsabnahme immer noch (für mich heute ein Traumgewicht) 100 kg. Bei einem Sonntagsbesuch zusammen mit meinem 1.Mann bei meinen Eltern schaute mich meine Mutter damals ohne einen Willkommensgruß von oben bis unten an und meinte zu mir Du wirst auch von mal zu mal immer fetter oder bist Du schwanger, das würde mir auch noch fehlen. Damals habe ich das geschluckt und das Schlucken hat bis Anfang/Mitte 30. mit den Geburten meiner beiden Söhne angehalten. Danach habe ich den Kontakt auf Sparflamme laufen lassen, weil doch immer noch Spitzen und Gemeinheiten von ihr kamen. Vor nunmehr 13 Jahren ist meine Mutter verstorben, mein Vater vor 22 Jahren. Auch er - der Zeit seines Lebens immer übergewichtig war und von meiner Mutter dahingehend immer zum Abnehmen gedrängt wurde - hat immer über mich und mein immer höher werdendes Gewicht gelästert. Mein 1. Mann war alkoholabhängig, der zweite auch und beide haben mir viele Schutzkilos eingebracht. In einem Gespräch mit meinem 1. Mann (dieser hat das damals meiner mütterlichen Freundin gebeichtet, weil er das loswerden wollte aber mich nicht damit belasten wollte) hatte mein Vater dann zu ihm gemeint "Ich kann schon nachzuvollziehen, dass Du säufst. Wenn die Iris meine Frau wäre, so fett wie die ist, auf der könntest Du mich festschnallen, da würde ich mich los rosten".
      Nun mit beiden kann ich nicht mehr sprechen, kann keine Entschuldigungen oder Liebe einfordern und muss meinen Kampf gegen mich, mein Unterbewusstsein und den Kampf gegen die Vergangenheit alleine führen. Mittlerweile wiege ich mehr als 200 kg und leide körperlich wie auch seelisch.
      Als ich vor 11 Jahren meine heutige Frau kennengelernte, habe ich einen Menschen gefunden, der mich so liebt wie ich bin, mir das auch sagt und tatsächlich Vorzüge und Schönes an mir entdeckt, was ich schon lange lange Jahre aus den Augen verloren habe. Mit meinen Kindern bin ich 2004 nach Worms zu ihr gezogen und lernte da auch ihre Familie kennen, die jetzt auch meine ist. Meine Schwiegereltern lieben mich und meine Jungs und meine Schwiegermutter - die leider voriges Jahr verstorben ist - war mir 1000x mehr Mutter als meine eigene je gewesen ist. Da habe ich nach so vielen langen Jahren meine vorbehaltlose Liebe bekommen, die ich so lange gesucht habe.

      Meinen Söhnen - heute 15 und 17 - versuche ich eine Mutter zu sein, die sie so nimmt wie sie sind mit all ihren Fehlern, Ecken und Kanten und das sind viele mit beide schwerem ADHS, beide Missbrauchserfahrung durch ihren Vater, meinen 2. Mann und vielen Verhaltensauffälligkeiten. Aber ich liebe sie und versuche sie von Schaden fern zu halten. Besonders der Große würde sich liebend gerne mit Piercings und Tattos schmücken. Eigentlich rennt er da bei mir offene Türen ein, aber bis jetzt konnten wir ihn noch bremsen und auf 18 vertrösten in der Hoffnung, dass er bis dahin eine Ausbildungsstelle gefunden hat und dass der Verstand ihn noch ein wenig gewachsen ist. Mit 14 wollte er sich bereits Bushido auf den Nacken tätowieren lassen, was wir erfolgreich verhindern konnten ebenso verschiedene Ohr- und Augenbrauenpiercings. Ich finde das auch ganz schön, aber in Maßen und mit Geschmack.

      Von Ehepartnern kann man sich scheiden lassen, von Bekannten und Freunden sich fern halten, aber die Familie bleibt die Familie und besonders die Eltern. Aber trotz aller Liebe und der Hoffnung endlich von der Mutter geliebt zu werden und vollkommene Akzeptanz zu erhalten, sollte man auf Abstand gehen, ehe die eigene Gesundheit - geistige Gesundheit - kaputt geht. Manchmal ist das besser als ewig zu leiden.
      Wenn es klappt die gefährlichen Themen zu umschiffen ist es gut und tatsächlich sind die Bachblüten-Notfalldrops eine wahre Wohltat.

      Nun habe ich Euch genug zugetextet.
      Ich hoffe, dass ich zu den Müttern gehöre, die ihren Kindern genug Liebe, Akzeptanz etc. zukommen lassen kann und konnte und das später keiner vor meinem Besuch Notfalldrops nehmen muss oder einem Nervenzusammenbruch nahe ist.

      LG Iris
    • Hallo, der Horrorbesuch ist nun "im Progress", nichts schlimmes passiert. Sie haben sogar meine Suppe gegessen und meinten, sie schmeckt. ;)

      Der einzige Kommentar war, dass ich mit Brille lustig aussehe (habe vorher keine getragen). Ich habe den Kommentar einfach ueberhoert und mich fuer 3 Minuten zurueckgezogen (auf die Toilette) ;) -- dann ging es wieder.

      Ich bin froh dass ich hier ein bisschen von meiner (absolut uebertriebener) Verzweiflung ausdruecken konnte. Denn auch wenn sie uebertrieben ist, ist sie fuer mich leider sehr real.
    • @Itsme: Meine Pubertaet war serh unspektakulaer. Ich habe mich immer so von anderen Leuten unterschieden, insbesondere innerlich, dass ich absolut keinen Wunsch hatte, mich auch noch durchs extravagantes Aeusseres hervorzutun.

      Ich sehe ja, dass Viele dieses Beduerfnis haben, kann es aber ueberhaupt nicht nachfuehlen oder verstehen. Nun ja, man muss ja auch nicht alles verstehen.

      Ich merke nun, dass ich diesem Phaenomen eine besondere Bedeutung beimesse, die es vielleicht gar nicht gibt. Oder doch? ;)
    • @Iris85
      Du bist nicht allein! Auch ich habe schlimme Zeiten mit meiner Verwandschaft hinter mir (hauptsächlich mit meiner Mutter) Ich habe allerdings beizeiten den Kontakt abgebrochen. Von diesen tollen Sätzen "es ist ja die Familie" usw. halte ich inzwischen gar nichts mehr. Es hat mir geholfen erst psychisch und dann körperlich zu gesunden. Ich freue mich, dass du jetzt eine Familie gefunden hast, in der du so akzeptierst wirst wie du bist:)
    • Schmetterling schrieb:

      @Iris85
      Du bist nicht allein! Auch ich habe schlimme Zeiten mit meiner Verwandschaft hinter mir (hauptsächlich mit meiner Mutter) Ich habe allerdings beizeiten den Kontakt abgebrochen. Von diesen tollen Sätzen "es ist ja die Familie" usw. halte ich inzwischen gar nichts mehr.


      Geht mir genau so...

      Manchmal ist dieser radikale Weg der einzige um "heil" werden zu können.