"Optimierung" ...

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    • "Optimierung" ...

      ... gehört für mich fast zu den modischen "Unwörtern". Vor allem dann, wenn die Silbe "Selbst" davor steht.

      Warum ist es eigentlich so selbstverständlich, dass wir uns alle immer mehr "optimieren" sollen bzw. müssen? Von der Wiege bis zur Bahre: Es gibt immer noch etwas zu verbessern an uns. Wirklich? Ist nicht genau diese Einstellung mit daran schuld, dass wir uns nicht akzeptieren können und ständig etwas an uns auszusetzen finden - vom Gewicht ganz zu schweigen, versteht sich; der Grund, dass wir Faltenunterspritzung und Raffung und Straffung einschließlich OPs immer selbstverständlicher finden? Und irgendwann, wenn wir uns so richtig "überoptimiert" haben, macht uns das Schicksal eventuell einen ganz gemeinen Strich durch die Rechnung ...

      Wer hat das Selbstoptimieren eigentlich erfunden? (Also, die Schweizer warens diesmal nicht. :-p ;))
    • Man kann sich diese Unsitte ja bei so manchem Promi anschauen. Die verunstalten sich so lange bis sie echt kurz vorm Zerfall stehen. Also, da bleib ich lieber so wie ich bin, bevor ich mich total zerstöre. Man kann sich auch verschlimmbessern und das brauch ich nicht.
      Mal abgesehen davon klingt ein Begriff wie "Selbstoptimierung" nicht gerade menschlich. Als ob man einen PC aufrüsten würde. Nä! Ohne mich.
    • Wenn ich mir meine Kaffeepause auf meinem "Beobachtungposten" (Straßencafe) gönne, denke ich nicht selten:
      Wenn manch ein Mensch so viel Energie in geistige Inputs stecken würde, wie in sein Äußeres, wimmelte es wahrscheinlich vor geistigen Größen...

      Nein, im ernst, es ist wirklich erschreckend, wie wichtig es sehr sehr viele Menschen nehmen, äußerlich einem bestimmten Bild zu entsprechen.
      Gerade heute vormittag hatte ich mit einer Kollegin ein Gespräch, welches zum Thema passt: Die viele Zeit, die mache Frauen (und sicher auch Männer) täglich investieren, um sich (auf neudeutsch) zu stylen. Und nicht nur das, das Ganze kostet ja auch noch Unsummen an Geld.

      Gepflegt sein, ist ja vollkommen in Ordnung, gern gut aussehen wollen auch, aber irgendwo muss doch mal ne Grenze sein!

      Ich stelle es mir ganz schrecklich vor, immer und ewig einem nicht zu erreichenden Vor-Bild hinterher zu rennen.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Wir haben, denke zumindest ich, die Aufgabe und Pflicht, uns unser ganzes Leben lang zu "optimieren". Das hat aber überhaupt nichts mit Silikon oder Botox zu tun - direkt sogar nichts mit Äusserlichkeiten. Man sagt nicht umsonst, dass wahre Schönheit von innen kommt...
    • Guenter Osterma schrieb:

      Wir haben, denke zumindest ich, die Aufgabe und Pflicht, uns unser ganzes Leben lang zu "optimieren". Das hat aber überhaupt nichts mit Silikon oder Botox zu tun - direkt sogar nichts mit Äusserlichkeiten. Man sagt nicht umsonst, dass wahre Schönheit von innen kommt...


      Im Sinne von "positiv weiterentwickeln" stimme ich Dir zu.

      Was die Äußerlichkeiten angeht versuche ich schon auch das Beste aus mir zu machen - allerdings nur in einem gewissen Rahmen - spätestens bei irgendwelchen invasiven Methoden (aber eigentlich schon weit früher) würde da bei mir der Spaß aufhören...
    • Guenter O.:

      Wir haben den Auftrag, uns lebenslang weiterzuentwickeln, so sehe ich es auch. Das ist aber - aus meiner Sicht - fast das Gegenteil von dem, was ich beobachte ... und Itsme ... und ... ;)

      Vor allem: Wie schwer mag es den Menschen fallen, irgendwann das Alter zu akzeptieren, denjenigen, die alles auf Äußerlichkeiten reduzieren.
    • Guenter Osterma schrieb:

      Wir haben, denke zumindest ich, die Aufgabe und Pflicht, uns unser ganzes Leben lang zu "optimieren". Das hat aber überhaupt nichts mit Silikon oder Botox zu tun - direkt sogar nichts mit Äusserlichkeiten. Man sagt nicht umsonst, dass wahre Schönheit von innen kommt...
      So soll es auch sein, und so bleibt es. Meine innere Schönheit läßt sich sowieso nicht weiter optimieren... [Blockierte Grafik: http://www.cosgan.de/images/smilie/engel/a020.gif]

      [Blockierte Grafik: http://www.cosgan.de/images/more/schilder/003.gif]
    • Ach ja, optimieren. Für wen? Anhand welcher Maßstäbe? Wer bestimmt diese? Sind sie konstant, diese Normen?
      Letztendlich ist das auch nur wieder Perfektionismus und der macht bekanntlich krank. Also bin ich suboptimal besser dran als voll durchoptimiert. :grins:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Honigbiene () aus folgendem Grund: Ausnahmsweise hat mich ein Schreibfehler gestört.

    • Es gibt eine Aussage von Humboldt, die mir in den Zusammenhang sehr gut zu passen scheint und die mich schon lange begleitet.

      Der Sinn jedes Menschen ist, dieser Welt seinen persönlichen Zug hinzuzufügen. (Das ist nur sinngemäß)

      Optimieren bedeutet daher für mich, mein Wesen zu entwickeln und nicht irgendwelchen Normen hinterherzulaufen.
    • Ich denke auch oft, warum man ständig in eine gewisse Richtung "an sich arbeiten" soll. Ich werde oft darauf angesprochen, ob ich nicht mal abnehmen will.:mad:
      Wenn ich dann sage, ich nähme inzwischen davon Abstand, bekomme ich immer zu hören: "Nein! Du darfst nicht resignieren, Du musst am Ball bleiben!"
      Das hat aber nichts mit resignieren zu tun, sondern damit dass ich inzwischen dahin tendiere zu versuchen nicht immer nur den Fehler an mir zu sehen sondern zu versuchen mich so zu nehmen wie ich bin. Sage ich das, bekomme ich entsetzte GEsichter zu sehen.
      Ich arbeite auch an mir, aber nur in eine andere Richtung. Weniger Selbstdestruktiv.
    • Rapunzel schrieb:


      Wenn ich dann sage, ich nähme inzwischen davon Abstand, bekomme ich immer zu hören: "Nein! Du darfst nicht resignieren, Du musst am Ball bleiben!"


      Es ist so verdammt vermessen, wie andere immer wieder meinen zu wissen was gut für einen ist und was man unbedingt machen muss. Bei solchen A****geigen sollte man den Spieß mal umdrehen und ihnen raten sich mal das Gesicht richten zu lassen oder mal zum Neurologen zu gehen, weil da was nicht stimmen kann. Und das ganze mit dem Satz abschließen:
      Du darfst nicht resignieren. Du mußt am Ball bleiben!

      ...oder was immer man zu hören bekommt. Boooaaaah, sowas regt mich ja echt auf. Als ob es ein Gesetzt gibt in dem steht wie man auszusehen hat. :motz:
    • Optimiert? Nach DIN-Mensch oder was? :rolleyes: Alle die gleiche Größe, die gleiche Figur, alle gleich beliebt und alle gleich langweilig. Wieso fallen mir just "Die Frauen von Stepford" ein?

      Meine Schwester sagte einmal: "Ich habe keine Fehler. Das sind liebenswerte Unebenheiten." Recht hat sie :daumen:
      [CENTER]Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
      [SIZE=1](Søren Aabye Kierkegaard)[/SIZE]
      [/CENTER]
    • Mit fast 50 bin ich flotter und fitter als mit 25. Also bitte!

      Ich glaube, die ständige Dauerberieselung in den Medien (Himmel, seht euch mal MTV an!) führt dazu, dass man sich gegenüber den gestylten und digital retuschierten Medienmenschen (fängt an bei der Lottofee und hört auf bei den Hiphop-Sternchen) IMMER unzulänglich fühlen MUSS.
      Willkürlich festgesetzte biometrische Grenzwerte (BMI, Blutdruck, Cholesterin etc) tun das Ihre. Außerdem ist das der Zeitgeist: in der Industrie wird auch laufend optimiert, mat optimiert seine Geldanlage, seine Einkäufe, warum nicht seinen Körper?
      Mir wurde mal eine Aussage über mich zugetragen: "Die Frau XY ist eigentlich eine ganz Hübsche. Wenn die nur etwas aus sich machen würde."
      Bitte schön, was soll ich aus mir machen, was ich nicht schon bin?
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Was ich problematisch finde ist, dass der Spruch "etwas aus sich machen" gleichbedeutend mit "sich pflegen" bzw. "sich nicht gehen lassen" gebraucht wird.

      Man unterstellt doch oft Leuten, "die nichts aus sich machen" dass sie sich gehen lassen oder nicht pflegen. Oft wird es als "Respekt gegenüber der Umwelt und den Mitmenschen" gewertet, dass man sich "zurecht macht", das Beste aus seinem Typ herausholt...und ich rede da noch gar nicht von tiefgreifenden Optimierungen mittels OPs etc.

      Wer das nicht macht, sich z.B. nicht alle 4 Wochen neue Strähnchen färben lässt und sich nicht jeden Morgen 30 Minuten schminkt usw. gilt doch heutzutage schnell als komisch.

      Es wird einfach als Selbstverständlichkeit angesehen irgendwie.
      Ich finde es nicht schlimm, wenn man seinen naturgegebenen Typ unterstreicht. Aber das hat nichts mit Optimierung zu tun finde ich. Allerdings ist es schwer die Grenze zu ziehen. Man könnte ja auch schon bei Kleinigkeiten anfangen z.B. Augenbrauen zupfen schon als Optimierung bezeichnen.
    • Rapunzel schrieb:

      Ich denke auch oft, warum man ständig in eine gewisse Richtung "an sich arbeiten" soll. Ich werde oft darauf angesprochen, ob ich nicht mal abnehmen will.:mad:


      Was "an sich arbeiten" und abnehmen wollen/ sollen miteinander zu tun haben, verstehe ich nicht.

      Für mich bedeutet es einfach nur sich stetig (möglichst zum positiven) weiterzuentwickeln - das hat meiner Ansicht nach mit Äußerlichkeiten überhaupt nichts zu tun.

      Ich werde übrigens nie darauf angesprochen, ob ich nicht abnehmen will. Jedenfalls nicht mehr seit gelernt habe mich selbst anzunehmen.
    • Es ist sogar eine weit aus höhere Leistung an seiner Persönlichkeit und seinen Schwächen zu arbeiten, als an seinem Äußeren...bin ich der Meinung.
      Ich kenne viele "objektiv gutaussehende" Menschen, die überhaupt nicht kritikfähig sind. Die laufen durch die Welt und denken "Ich bin toll und perfekt und wer was anderes sagt ist blöd!" Und wenn es mal dazu kommt, dass sie jemand nicht so toll findet, auch in Bezug auf Äußerlichkeiten, reagiert diese Sorte Mensch gleich hochgradig beleidigt und aggressiv anstatt sich mal zu fragen, ob nicht vielleicht an der Kritik was dran ist.