Pro Sieben ~ Wunder-OP

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    • Pro Sieben ~ Wunder-OP

      Hallöchen

      Ich stöber immer wieder mal in diesem Forum und hab mich nun dazu durchgerungen mich zu registrieren und hoffe darauf das ich nett aufgenommen werde :)

      Ich habe gestern bei "We are family" eine Folge gesehen bei der es um zwei übergewichtige Schwestern geht und darum, wie eine der beiden eine Magen-Operation genehmigt bekommt und dadurch "alles wieder gut wird"...

      Ich finde das diese Folge mehr einer Werbeaktion gleichkommt - wer sich nicht damit auseinander gesetzt hat zu dem Thema kann den Eindruck bekommen das durch so eine "Zauber-Op" all seine Probleme sich in Luft auflösen, superschön und schlank wird und es keine Risiken gibt. Nur einmal wird erwähnt das bei Operationen mit extrem übergewichtigen Menschen es risikoreicher ist aber ansonsten wird diese Operation angepriesen. Finde ich etwas rücksichtslos von Pro Sieben.

      Zu sehen ist die Folge hier: prosieben.de/tv/we-are-family-…-fettgefressen-1.1752069/

      LG
      Stricknadel
    • Hallo,

      und ein herzliches Willkommen an Dich!

      Solche Sendungen sind vom Tonfall her - der sich hier schon aus dem unsäglichen Titel ergibt - in Teilen menschenverachtend und unsympathisch, da bin ich ganz Deiner Meinung. Und als regelrechte, verdeckte Werbeträger für OPs präsentieren sich inzwischen immer mehr Sendungen, auch in bezug auf Schönheitschirurgie nimmt es bereits inflationäre Ausmaße an.

      Leider ändert man nichts dran, man kann für sich bestenfalls herausziehen, was man selbst wohl nicht machen möchte - oder die Sendungen ignorieren; leider haben sie etwas wider Willen Faszinierendes; mir fällt es auch nicht leicht, wenn auf derartige Titel stoße, sie bewusst links liegen zu lassen :(

      Liebe Grüße
      Brit
    • als menschenverachtend würde ich es nicht bezeichnen. Es wird ja keiner dazu gezwungen so etwas zu machen. Oder liege ich da falsch? menschenverachtend würde ich eher bezeichnen, wie solche Menschen in der Realität auf der Straße gehänselt und gegredelt werden.
    • Was mich allerdings bei diesem Film fasziniert, ist, dass die Operierte nach einigen Monaten und 50 kg weniger die Diabetes-Medikamente nicht mehr braucht!

      @ Gabriele

      Menschenverachtend finde ich den Titel und einige Satzformulierungen - ich schrieb deshalb ja "in Teilen" ...
    • Ja, das meinte ich unter anderem mit "menschenverachtend", aber es gab noch einiges mehr. Der süffisante Tonfall der weiblichen Off-Stimme in so mancher Passage tat ein übriges. :(

      Zum Beitrag selbst: Mal die ganzen Unsägichkeiten und tendenziellen Einfärbungen abgezogen, war er schon erschreckend. Man konnte sehr gut die Abwärtsspirale: Langeweile/Sinnlosigkeit - Ausgleichsversuche durch stimulierendes Essen - Resignation - mehr Sinnlosikeit/Langeweile usw. - sehen. Mir taten die beiden Frauen und auch die über lange Zeit sehr hilflose Mutter leid.

      Dass sich dieses Verhalten selbständig gemacht hatte und es sich bei den jungen Frauen um eine krankhafte Essstörung (eindeutige Esssucht) - vor allem bei der jüngeren - handelte, lag auf der Hand, meine ich: Wer isst denn mit 100 Kilo zuviel mit klarem Denken und voller Entscheidungsfreiheit fast nur Frittiertes? Und ich hab echte Zweifel, ob die operierte Frau auf Dauer mit dem "fast nichts" essen, wie sie es nannte, klar kommt ...

      Oder liege ich mit meinem Entsetzen über diese Fakten hier falsch, mal wieder aus der Sicht der nicht so arg Betroffenen?
    • Ich weiß von einer Folge dieser Serie, in der es auch um zwei Schwestern ging (ich weiß nicht, ob es explizit diese war), dass die Protagonistinnen von der Produktionsfirma genaue Vorgaben bekommen hatten, was sie vor OP hauptsächlich essen und wie toll sie das finden. Auch wurde der Kühlschrank entsprechend bestückt. Geht mal davon aus, dass in solchen Sendungen die Klischees, sofern sie nicht erfüllt werden, hergestellt werden.
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    • :( Das, so finde ich, könnte man dann aber durchaus als menschenverachtend bezeichnen. Sicher wird niemand "gezwungen", sich vor der Kamera und dem Fernsehpublikum erniedrigen und vorführen zu lassen. Aber sicher gibt es Menschen, die sich von der Aufwandsentschädigung verlocken lassen, die Besserverdienern vielleicht gering erscheinen mag, für einen Hartz IV-Empfänger aber ein willkommenes Extrageld bedeuten kann. Darüberhinaus sind in den für solche Doku-Soaps verantwortlichen Redaktionen natürlich sehr eloquente Mitarbeiter am Werk, die mit Überredungs- und Überzeugungskunst und demagogischen Fähigkeiten etwas einfacher gestrickte Personen schnell in ihren Bann gezogen haben. Nicht selten hört man doch etwas naivere Mitmenschen vor laufender Kamera oder in einer Talkshow Sätze von sich geben wie z.B.: "Das darf aber meine Familie nicht erfahren!" oder "Mein Mann weiß nicht, dass ich einen Liebhaber habe!" Diese Ahnungslosigkeit (Dummheit ist so ein hartes Wort) wird doch vom Privatfernsehen seit Jahren mit Erfolg und äußerst manipulativ ausgenutzt und meist unter dem Deckmäntelchen der Gutmenschen, die der Menschheit ja nur helfen wollen - im beschriebenen Fall dem dicken Teil der selbigen. :(
    • Wir haben das selbst schon einmal erfahren. Ich schrieb es schon mal in einem früheren Thread:

      Vor ein paar Jahren hatten wir mal eine Anfrage für eine Reportage (ich weiß nicht mehr, von welchem Sender; könnte SpiegelTV gewesen sein). Man wolle das typische Leben eines sehr dicken Menschen darstellen.

      Ich bot mich an. Die Redakteurin fragte mich, wie ich so lebe. Ich beschrieb es ihr (ich stehe morgens auf, gehe zur Arbeit usw.). Am Ende des Gesprächs bedankte sie sich für meine Auskünfte, aber ich sei leider nicht geeignet. Mein Leben sei doch zu bürgerlich. Das sei nicht das, was sie sich vorgestellt habe.

      Am Ende wurde dann ein fast bewegungsunfähiger Dicker gezeigt, der mit einem speziellen Krankenwagen zum Arzt chauffiert werden musste.
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    • Vielleicht ist in diesem Zusammenhang auch der Link in diesem Thread interessant. Ich kann mir kaum vorstellen, dass gefakte Angaben und extra zurechtgeschnittene Szenen nur ein einziges Format betreffen.
      [CENTER]Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
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    • Das in solchen "real-doku-soap-trash-tv-sendungen" manipuliert wird sollte mitlerweile seid den Berichten über Frauentausch bekannt sein - doch ist Tatsache das diese Frauen stark Übergewichtig sind und auch die jüngste Operiert wurde. RTL hätte die beiden zwar klischeehafter und diskriminierender "ausgeschlachtet", doch hat Pro Sieben sich nicht wirklich die Mühe gemacht Klischees auszulassen. Das die beiden in diesem Teufelskreis aus essen, sich schämen und bewegungslosigkeit gefangen waren war offensichtlich, doch die Folge darauf hinzuführen das diese Wunder-Op alles wieder heileheile macht und man sich danach nie wieder anstrengen müsse (was natürlich Quatsch ist), um Gewicht zu verlieren und ein besseres, freieres Leben zu führen, finde ich bedenklich so kann man labile Menschen dazu verführen zu leichtsinnig sich einer Operation zu unterziehen.

      Schlank und glücklich werden ohne sich anzustrengen? Auf zum nächsten Chirurgen!
      Das Risiko das man auf dem Friedhof enden könnte nimmt man gerne in Kauf, wenn man es dafür seinen Mitmenschen recht machen kann (um mit der eigenen Figur Niemanden auf der Straße belästigen zu müssen) und "sex and the city like" einkaufen gehen zu können [/ironi off]

      LG
      Stricknadel
    • Stricknadel schrieb:

      Schlank und glücklich werden ohne sich anzustrengen? Auf zum nächsten Chirurgen!
      Das Risiko das man auf dem Friedhof enden könnte nimmt man gerne in Kauf, wenn man es dafür seinen Mitmenschen recht machen kann (um mit der eigenen Figur Niemanden auf der Straße belästigen zu müssen) und "sex and the city like" einkaufen gehen zu können

      Ja, das ist das wirklich Erschreckendste an derartigen Sendungen - fast egal, ob über Dicke oder über "Hässliche", die natürlich nur den Segen der Chirurgen-Industrie brauchen, um "endlich glücklich" zu werden: Diese Oberflächlichkeit und unterstellende Alleswisserei der Fernseh-"Fach"-Leute!

      Ich denke jetzt auch, der Bericht über die Beiden wurde noch kräftig eingefärbt ("Jetzt sagen sie mal vor der Kamera, dass Sie am liebsten Pommes und Pizza und Frittiertes essen"!) - würde jedenfalls sehr gut in die Handhabung, die mittlerweile krititsch durchdringt, passen.

      Wie gut, dass sich die Sender anscheinend jetzt schon mal gegenseitig auf die Finger klopfen ...
    • Das Klischeehafte ist schon echt zum Haare raufen. Grad am Anfang der Sendung, die Darstellung mit fetten Pommes mit Majo, die Kameraeinstellung immer schön von unten gefilmt, damit das Doppelkinn NOCH fetter aussieht... Mag sein, daß diese Sachen vorgegeben sind, schlimm genug.

      Die Abnahme scheint aber fackt zu sein und da seh ich gleich schon ein riesen Problem. Das Mädel hat in 4 Monaten 40KG abgenommen. Das ist erstens viel zu viel (zu schnell) und zweitens ist sie auf direktem Weg ans andere Ende (ihrer) einer Eßstörung. Denn sie sagt, daß sie (und das nach 4 Monaten) lediglich EINE Scheibe Brot mit Käse am Tag ißt. [IMG:http://www.cosgan.de/images/midi/konfus/g055.gif]

      Das ist aber so weder vorgesehen, noch ist es gesund. Klar hat man anfangs starke Einschränkungen beim Essen, aber wenn alles verheilt ist, soll man ja "normal" essen. Also 3 bis 5 Malzeiten, je nach dem. So versaut sie sich nicht nur ihren Grundumsatz, sondern ruiniert sich auch noch den Stoffwechsel.

      Schade fand ich, daß man nicht mehr von der OP gesehen hat - das interessiert mich persönlich sehr! Leider habe ich kein Film von meiner OP, habe damals aber auch gar nicht daran gedacht danach zu fragen :rolleyes:.

      Toastbrot
    • :( Es ist wirklich grundsätzlich furchtbar, wenn auf Kosten der Einschaltquoten mit dem Schicksal von Menschen, die in jedweder Form nicht der Norm entsprechen, Schindluder getrieben wird. Vor ca. eineinhalb Jahren gab es bei "we are family" einen Bericht über eine junge, gesunde, unternehmungslustige und hübsche Frau, verheiratet, vier Kinder, Beruf, Haus, Garten und Haustiere, die stark übergewichtig war, aber in ihrem Umfeld (Familie, Nachbarn, Kollegen etc.) voll akzeptiert, be- und geliebt war.


      Doch dann folgte mit Hilfe und Vermittlung des Senders eine OP mit einem Magenband, sie verlor unglaublich viel an Gewicht, bekam dann auch noch im Anschluß von der KK die OP zur Hautstraffung bzw. Entfernung der überschüssigen Haut bezahlt, und hatte nunmehr die "perfekte" Figur. Und sie, die vorher so angenommen wurde, wie sie war, fand nun auf einmal ihr bisheriges Umfeld nicht mehr "gut genug"! Sie strebte nach Höherem, wollte modeln, raus aus dem Reihenhäuschen im Grünen, weg von Ehemann und Familie, und vor allem, sie war eine "militante ehemalige Dicke"! Selten zuvor habe ich jemand so herabwürdigende, verletzende und unsachliche Äußerungen gegen korpulente Menschen sagen hören wie sie!


      Das Ende vom Lied: Sie trennte sich von ihrem Ehemann und den Kindern, die Freunde waren ihr auch nicht mehr gut genug und sie glaubt nun, den Sinn des Lebens und ihre Erfüllung darin gefunden zu haben, dass sie in einer schicken kleinen Wohnung im Hochhaus lebt, mit ständig wechselnden Partnern. Nicht dass ich falsch verstanden werde: Wer sich dieses Lebensmodell zu eigen macht und damit glücklich ist, dem sei das unbenommen. Aber eben diese junge Frau wirkte in den Berichten über ihr "früheres" Leben weder unglücklich noch unausgeglichen oder unzufrieden. Doch dann wurde ihr - dank der OP - ein vermeintlich bessseres, glücklicheres und erfüllenderes Leben versprochen und ich hatte gegen Schluß zu starke Zweifel, ob sie das tatsächlich gefunden hatte. :(
    • Was ich mich gefragt habe war.. wie bringt man mit "einer Scheibe Brot und Käse" und anderen snacks seinen Vitamin-, Mineralien- und Nährstoffhaushalt über Wasser. Muss man dann zusätzlich Pillchen schlucken um sich mit Vitaminen etc abzudecken?

      Warum genemigt (hätte sie sicher auch) die Krankenkasse nicht lieber Kuren bei denen die Patientin über Monate unterstützt wird mit Ernährungslehre und den für ihr Gewicht passenden Sport? Das sie mit 200 Kg nicht wirklich stundenlang Joggen gehen kann leuchtet ein aber sich nur auf eine Operation die mit Risiken verbunden ist zu verlassen erscheint mir einfach zu leicht.

      Ich kenne diese Spirale selber:
      Zu Fett - sich nicht raustrauen - frustfressen - noch fetter sein - sich noch weniger raustrauen und sich bewegen - noch mehr frustfressen...

      Es gelingt mir jetzt nach MONATEN die Ernährung so darauf hinzulenken das ich keine Heißhungerattacken auf die "guten" Glutamate und Kohlenhydrate habe. in diesen Monaten hat die jüngere Schwester halt mal eben 40 Kg abgenommen - doch ich frage mich was gesünder ist... was EINFACHER ist kann sich jeder denken.

      Mein Vater meinte ich solle mir auch ein Magenband oder ähnliches anschaffen (mit 100kg ca) Das erste was ich mir dachte war "aha lieber tot als fett oder wie?"...
    • Toastbrot schrieb:

      Schade fand ich, daß man nicht mehr von der OP gesehen hat - das interessiert mich persönlich sehr! Leider habe ich kein Film von meiner OP, habe damals aber auch gar nicht daran gedacht danach zu fragen
      Hier wird eine Magenschlauch-OP ziemlich detailliert gezeigt.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Einen ähnlichen Bericht wie oben von Pfundsweib geschildert, hab ich auch mal gesehen: Die Frau war nach einer Mega-Abnahme und hautstraffenden OPs nun mit einer "Model-Figur" gesegnet und wollte jetzt noch eine Gesichts-OP, um den letzten Schliff :rolleyes: zu erhalten; wahrscheinlich deshalb der Bericht, weil damit das Fernsehen die Gesichts-OP sponserte (war gleichzeitig ja noch Werbung für das spätere Model-Dasein. :rolleyes: )

      Wie die Dame nun mit ihrer sekundierenden Familie umging, schrie allerdings zum Himmel. Mir tat wahrhaftig der sehr geduldige - aber auch resigniert wirkende - Ehemann leid. Sie erschien, sorry, wie ein eitler K***brocken. Gretchenfrage: Wurde sie so durch die OP oder lag das vielleicht vorher bereits in ihr? Brach nun heraus, was sich immer in ihr, schon in der dicken Frau, verbarg - und wäre das nicht sogar irgendwie verständlich? Schwierig, oder?
    • Brit schrieb:

      Gretchenfrage: Wurde sie so durch die OP oder lag das vielleicht vorher bereits in ihr? Brach nun heraus, was sich immer in ihr, schon in der dicken Frau, verbarg - und wäre das nicht sogar irgendwie verständlich? Schwierig, oder?


      :( Genau das hab ich mich auch gefragt, ob da eventuell aus einer gewissen Resignation heraus wahre Gefühle gedeckelt und unterdrückt worden sind, die die Betroffene dann erst zugelassen hat, als ihr wirkliches Ich nach dem Gewichtsverlust zum Vorschein gebracht worden und ans Tageslicht getreten ist. Das wäre aber ja fatal, denn dann hätte sie jahrelang alle Menschen, die ihr wohlgesonnen und sie geliebt haben, für dumm verkauft und ein recht falsches Spiel getrieben. :(
    • Würd eher sagen, diese Frauen die dann den "Höheflug" bekommen wollen auf einmal all das ausleben was sie durch das Übergewicht nicht ausleben durften wie eben das Modelln, schlank sich keine gedanken machen wenn man vor die Tür geht und eventuell mehr flirtende Blicke kassieren wenn man in der Stadt bummelt - das man da zur Diva mutieren kann kann ich nachvollziehen.
    • :( Also ich weiß nicht so recht, das ist dann aber traurig. Flirten kann man auch als Dicke ganz prima und leidenschaftlich, dafür muss man nicht schlank und rank sein. Die Möglichkeit zu Modeln gibt es ja inzwischen durchaus auch für Frauen mit ein paar Pfunden mehr auf den Rippen (falls das überhaupt als das Maß aller Dinge angesehen werden sollte, dass man eine so genannte Modelfigur hat) und als ich noch nicht schwerbehindert, aber auch keine Twiggy mehr war, bin ich mit großer Begeisterung in der Stadt bummeln gewesen.

      Für mich grenzt das schon an eine Persönlichkeitsspaltung, wenn ich die Art, wie ich mein Leben plane und gestalte, wirklich nur noch von den Pfunden, die ich auf den Rippen habe, abhängig mache. Auch wenn dieser Spruch vielleicht zu oft bemüht wird, aber wahre Schönheit strahlt von innen heraus und wer als Mollige nicht mit sich im Reinen war, bei dem klappt das auch im schlanken Leben nicht. Dafür kenne ich in meinem Umfeld einige Beispiele, da bin ich, trotz Krankheit und Übergewicht, mit weitem Abstand die Fröhlichste, Glücklichste und Zufriedenste. ;)
    • Pfundsweib schrieb:

      :( Also ich weiß nicht so recht, das ist dann aber traurig. Flirten kann man auch als Dicke ganz prima und leidenschaftlich, dafür muss man nicht schlank und rank sein.
      Jetzt gebe ich Dir auch Recht. Vor ein paar Jahren hätte ich das nicht. Mit der üblichen Propaganda, die es schon seit Ewigkeiten gibt, hat man ein wunderbares Mittel gefunden, Menschen klein zu halten und ihnen Minderwertigkeitsgefühle einzureden. Man muss schon ein wirklich dickes Fell haben, um sich von allem, was einem so täglich vor die Füße geworfen wird, nicht niedermachen zu lassen.

      Und damit meine ich keinesfalls irgendwelche Angriffe von Personen um einen herum, die ich so gut wie überhaupt nicht erlebe. Ich meine, dass es z.B. keinen Werbeblock gibt, bei dem nicht wenigstens ein Spot auf die "schlanke Linie" abzielt. Ich meine die dramatisch angewachsene Zahl an "Light-", "Diät-", "0,0001%-Fett"-Artikeln, durch die man sich im Supermarkt wühlen muss, um überhaupt brauchbare Nahrung zu finden. Ich meine die unzähligen Diätpulver und -tabletten, durch die man sich in einer Apotheke kämpfen muss, weil man ein Päckchen Kopfschmerztabletten kaufen will. Ich meine die zahllosen "Reportagen" auf nahezu allen Kanälen, die sich mit Dicksein bzw. dem Verhindern desselben beschäftigen. Und so weiter, und so fort.

      Ständig soll einem eingeredet werden, dass man so, wie man ist, nicht gut genug ist. Und das alles nicht etwa mit dem Ziel, uns wirklich ein angenehmeres Leben zu bereiten, sondern lediglich, dass sich andere die Taschen füllen. Aber zu begreifen, dass alles rein aus Gewinnsucht passiert, ist u.U. ein langer, harter Weg.
      [CENTER]Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
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    • Freut mich zu hören! :) @ Pfundsweib

      Ich musste diese Woche wegen Ämterbesuchen mal wieder vor die Tür. Und ich habe mich erstaunlich gut gefühlt und traute mich zum C&A und ging in die Übergrößenabteilung - dort wurde ich von einigen Mädchen (inclusiver dicken Mama) ausgelacht. Seit dem hab ich wieder sehr daran zu knabbern und denke mir oft wie das wäre wenn ich 45 kg wiegen würde. dann würde einfach keiner mehr lachen und ich würde mich schöner fühlen usw usw usw... das meinte ich damit das man dann zur Übertreibung neigt und sein altes leben hinter sich lassen will inclusive Freunde, Familie usw usw weil man ein neuer, schöner und "besserer" Mensch ist.

      Richtig ist das nicht. Und du hast recht Pfundsweib wer unruhe in sich trägt der wird nach einer Abnahme auch nicht aufgeräumter in der Seele. Was dazu beiträgt die Kontrolle zu verlieren und sich in die neue vermeindlich bessere Identität zu verlaufen.

      Mir fiel gerade noch der Satz einer Psychaterin ein, bei der ich war weil ich psychisch ziemlich am ende war/bin. Sie empfahl mir nach 15 Minuten ca. ein Magenband, dadurch würden sich einige meiner Probleme von selbst lösen und weil ich es "so" nicht mehr allein schaffen könne.

      Ja ne, is klar... :mad::(