Hilfe Vollnarkose abgelehnt

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    • Hilfe Vollnarkose abgelehnt

      Hallo alle zusammen,

      vielleicht kann mir jemand helfen. Ich muß etwas weiter ausholen für den Anfang meiner Geschichte. Ich wurde letztes Jahr an der linken Hand operiert. Es wurde mir ein Überbein unterhalb des Handgelenkes entfernt und ein Ringband am Mittelfinder gespalten(schnellender Finger)Bin extrem übergewichtig und es schien auch kein Problem für eine Vollnarkose zu geben. Nun ja jetzt ein Jahr später soll meine rechte Hand operiert werden 2 Ringbänder, Karpaltunnel, und das 1. Sehnenstreckfach am Handgelenk (Tendovaginitis de Quervain). Sollte mit Vollnarkose gemacht werden da es mehrere Eingriffe auf einmal sind. Habe mir auch nichts dabei gedacht bis ich den Anästhesisten traf (Chef der Abteilung) Er erklärte mir das ich ein Problem habe Bluthochdruck, Diabetes etc und ob mich schon mal jemand darauf hingewiesen hat. Doch außer dem Übergewicht trifft nichts zu doch das wollte er garnicht hören und riet mir stattdessen zu einem Magenband. Ich bin selten sprachlos doch da viel mir nichts mehr ein:eek:. Ich habe in 38 Jahre so etwas noch nicht erlebt. Wenn das Gewicht eine solche Rolle spielt frage ich mich warum die OP ein Jahr zuvor möglich war. Dann sagte er noch es sei keine lebensbedrohliche Op also nicht so wichtig. Villeicht nicht lebensbedrohlich aber existenziell sehr wichtig.

      Nun ja nun sitze ich hier und hoffe das irgendjemand ein Krankenhaus kennt das mir eine Vollnarkose macht und eine Handchirurgie hat. Denn alleine der Gedanke ich müsste das mit örtlicher Betäubung machen läßt mir das Blut in den Adern gefrieren. Doch es muß etwas passieren da die Probleme mit der Hand stärker werden.

      Wäre schön wenn jemand was weiß.
    • Wenn der Herr Chefarzt dich nicht für narkosefähig erklärt, wie soll dann bitte ein Magenband operiert werden????
      Da würde ich mir eine Zweitmeinung holen. Man kann diese Handchirurgischen Eingriffe auch mit lokaler Betäubung und einer leichten Sedierung operieren.
      Wie kommte er auf einen Diabetis und eine Hypertonie, hast du das schon mal abklären lassen?
      Diese Erkrankungen sind doch keine Kontraindikation für eine Vollnarkose, wenn sie gut eingestellt sind.
      Das ist alles etwas seltsam.
    • Der Anästhesist hat sie doch nicht alle... Die werden da ja wohl mehr als einen Anästhesisten haben - red mit dem operierenden Arzt, der die Hand reparieren wird. Erzähl dem, dass der Anästhesist Vorurteile gegen dich hat, weil du übergewichtig bist (sonst würd er wohl kaum auf Magenband, Diabetes und Bluthochdruck kommen, wenn du das gar nicht hast), und verlange einen anderen. Du bist ja schließlich schon an der linken Hand mit Vollnarkose operiert worden, ohne Probleme.
      Wenn ich das schon lese... mir würde sich das Fell sträuben, wenn ich welches hätte. :cool:
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • Nordlicht schrieb:

      Der Anästhesist hat sie doch nicht alle... Die werden da ja wohl mehr als einen Anästhesisten haben - red mit dem operierenden Arzt, der die Hand reparieren wird. Erzähl dem, dass der Anästhesist Vorurteile gegen dich hat, weil du übergewichtig bist (sonst würd er wohl kaum auf Magenband, Diabetes und Bluthochdruck kommen, wenn du das gar nicht hast), und verlange einen anderen. :cool:


      Genauso würde ich es auch machen - schon allein darum, dass der Anästhesist einen auf den Deckel kriegt!


      Mir wollte eine Vertretung meines Hausarztes auch mal einreden, dass ich unter einem Metabolischen Syndrom leide - dann hat er mir dreimal (!) Blutdruck gemessen (ich leide seit Jahren unter zu niedrigem Blutdruck) - weil er die Werte nicht glauben wollte und er hat regelrecht vor Wut geschnaubt, als er meine Laborwerte gesehen hat. Er hat aber nichts revidiert sondern meinte, ich solle gefälligst jeden Monat mindestens 2kg abnehmen - sonst hätte ich eine Lebenserwartung wie eine Krebskranke. Ich habe erwidert, dass er das jemand erzählen könne der sich den Hut mit dem Hammer aufsetzt und bin einfach aufgestanden und gegangen...Was für ein Idiot...

      LG
      Hummelchen
    • Guten Morgen, liebe Natalie,

      zunächst einmal herzlich willkommen bei uns im Forum. :)

      Ich bin auch an beiden Karpaltunneln operiert worden und es wurde mit örtlicher Betäubung und auf meinen Wunsch hin ohne Sedierung gemacht, weil ich die OP auf dem Bildschirm mit verfolgen wollte. Ich bin halt schrecklich neugierig und wollte wissen, was da passiert.

      Die Betäubungsspritze wird in solch einem Fall in der Nähe der Achselhöhle gesetzt. Zusätzlich werden am Operationsort noch Betäubungspunkte gesetzt. Der Arm wird zuvor ganz fest mit einer Gummibinde umwickelt, damit das Blut daraus entweicht. Das ist, bis die Betäubung wirkt, das Unangenehmste an der ganzen Aktion.

      Ich kann mir allerdings vorstellen, dass diese Prozedur für eine multiple Operation, die längere Zeit in Anspruch nimmt, nicht geeignet ist. Sicher bin ich mir da aber nicht. Ich bin keine Fachfrau.

      Mir ist mal etwas ganz Ähnliches wie Dir passiert. Ich bin zweimal an der Schilddrüse operiert worden. Bei der zweiten OP hat sich an der Narbe eine üble Nekrose entwickelt. Dort war ein Gefäß elektrisch verödet worden. Mich störte diese hässliche Stelle sehr. Also reklamierte ich die Narbe und sie sollte noch einmal gerichtet werden.

      Zunächst sollte ich den Eingriff selbst bezahlen. Solange sollte das mit örtlicher Betäubung gemacht werden. Aber dann hat meine Krankenkasse die Korrektur genehmigt. Plötzlich sollte das in Vollnarkose gemacht werden. Nachtigall, ick hör Dir trapsen ...

      Am Tag der Korrektur hatte ich morgens das übliche Gespräch mit einem Anästhesisten, in dem ich selbst zum Ausdruck brachte, dass ich eine Vollnarkose für so ein bisschen Haut wegschneiden für überdimensioniert hielte, zumal ich Angst vor Vollnarkosen habe. Ich tue mich ganz allgemein schwer mit Kontrollverlust.

      Ich wurde dann in den Vorbereitungsraum gebracht. Dort lag ich splitterfasernackt mit meinem auch damals schon dicken Körper auf einer Liege, hatte nur so ein Haarnetz um. Da trat der Chef-Anästhesist an meine Liege und blökte mich nahezu wortgleich an, wie es in Deinem Fall geschehen ist. Er meinte, diese Operation sei völlig überflüssig und damit auch die Vollnarkose und hielt mir das monströse Risiko vor Augen, zumal ich Herzrhythmusstörungen hätte (übrigens eine Folge einer falschen Hormoneinstellung; seitdem ich die richtige Menge Hormone nehme, habe ich keine Herzrhythmusstörungen mehr).

      Ich empfand es als eine kaum in Worte zu fassende Unverschämtheit, mich so, wie ich da lag, splitterfasernackt, in ein solches Gespräch zu verwickeln. Entsprechend giftete ich ihn an. Ich sagte ihm, dass ich nicht der Meinung wäre, dies sei der richtige Moment und die richtige Situation ein solches Gespräch zu führen. Die Gelegenheit, dies in einem würdigen Rahmen zu tun, habe es zuvor gegeben und ich frage mich, warum diese Gelegenheit nicht wahrgenommen worden sei. Im Übrigen sei eine Vollnarkose erst im Gespräch, seitdem die Krankenkasse den Eingriff bezahlt. Warum man also nicht, wenn das alles so dramatisch ist, die OP, wie ursprünglich geplant, mit lokaler Betäubung vornehme.

      Er rannte daraufhin zum Telefon und sprach mit dem Operateur. Und plötzlich ging es auch mit lokaler Betäubung. Später zur Rede gestellt, stammelte der Operateur irgendwas davon, dass er befürchtet hätte, ich würde auf dem OP-Tisch nicht stillhalten. Hallo??? (a) war ich erwachsen und (b) ist man da derart angegurtet, dass man sowieso keine Möglichkeit zum Zappeln hat.

      Ich habe mich über dieses Thema mal mit einem (dicken Menschen sehr zugetanen) Anästhesisten unterhalten. Damals wog ich 180 kg und bedurfte auch einer kleiner Operation. Er erklärte mir, es sei sicher nicht alltäglich einen solch gewichtigen Menschen auf dem Tisch zu haben, aber die Methoden seien heutzutage so ausgefeilt, dass das kein Problem mehr sei. Diese OP konnte auch mit Periduralanästhesie gemacht werden. Das war bei mir möglich und ich habe es dann auch so machen lassen.

      Das hier schon angebrachte Argument, dass es absolut widersinnig ist, zum einen eine Vollnarkose zu verweigern und zum anderen eine Magenoperation zur Lösung des Problems vorzuschlagen, kann ich nur noch einmal unterstreichen.

      Um Dir Auskunft über in Frage kommende Kliniken zu geben, müsste man wissen, woher Du kommst. Es gibt heutzutage eine ganze Reihe von Adipositaszentren in Deutschland. Zwar läuft man dort verstärkt Gefahr, zur Magenoperation missioniert zu werden, aber sie bieten häufig auch konservative Methoden an. Wenn man darauf vorbereitet ist, kann man aber mit festem Verstand argumentieren, dass und warum man lieber auf eine Magenoperation verzichten würde. Über allem sind diese Krankenhäuser aber auf schwergewichtige Patienten eingerichtet. Ich würde also in solch einem Fall eine solche Klinik aufsuchen. Da das völlig normale Akutkrankenhäuser sind, wird es sicher auch welche geben, die eine Handchirurgie haben.

      Übrigens gibt es einen - noch nicht erforschten, aber doch auffälligen - Zusammenhang zwischen Karpaltunnelproblemen und Übergewicht, und zwar erwiesenermaßen nicht so, dass Übergewicht die Ursache ist. Hier gibt es mehr Informationen zu diesem Thema.

      Alles Gute wünscht Dir
      Martina
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    • Hallo,

      vielen Dank Euch allen für die Rege Anteilnahme an meinem Bericht und das schnelle antworten.
      @Evi, genau das habe ich mich auch gefragt aber manchmal sollen Ärzte ja Halbgötter in weiss sein und vielleicht hatte dieser die magischen Hände und kommt deshalb ohne Vollnarkose aus.:-D
      das mit der lokalen Betäubung weiß ich aber genau da liegt ja der Hase im Pfeffer begraben. Ohne Vollnarkose hüpfe ich denen vom Tisch. Ich weiss das ich nichts spüre und auch nichts sehe aber ich höre das klappern der Instrumente und weiß das da was passiert und das funktioniert nicht. Ich muß schon total weg sein. Das komische ist nur das vor einem Jahr die linke Hand operiert wurde und da gab es kein Problem mit der Narkose schon seltsam:confused:.
      Was die Diagnose Hypertonie angeht und Diabetes kann ich Dir nicht sagen sie er darauf kommt. Er hat mich ja nicht untersucht. Ich hatte mal erhöten Blutdruck doch das hat sich erledigt als ich mit dem rauchen aufgehört habe. Das einzige was ich habe ist ein Lymph und Lipödem.
      Habe am Montag in Darmstadt noch einen Termin bei einem Arzt und wenn das auch nichts wird muss ich mal das Netz durchforsten wo in meinem Umkreis noch gute Kliniken sind.

      @Nordlicht Ich weiß nicht was mit dem los war leider war das der Chef bzw. der Leiter der Anästhesie. Ich hatte am Mittwoch einen zweiten Termin bei dem Chirurgen der operieren sollte doch der teilte mir mit das er seinem Kollegen nicht ins Handwerk pfuschen kann.
      Mir hat sich das Fell gesträubt zumal ich nicht wirklich negative Erfahrungen gemacht habe in dieser Richtung ich war so perplex das ich nichts mehr zu sagen wußte. Er teilte mir noch mit das er sich die Mitarbeiterin bei der ich letztes Jahr war zum Narkosegespräch zur Brust genommen habe und deshalb sei er auch persönlich zu diesem Gespräch gekommen um mit mir über mein Problem zu sprechen.
    • @Martina Danke für den Wilkommensgruß.
      Wie schon oben erwähnt würde ich mir in die nicht vorhandenen Hosen machen müßte ich dies in lokaler Anästhesie überstehen. Genau umgekehrt wie bei Dir. Da Du diese Op schon hinter Dir hast hast Du ja etwas Erfahrung meine Frage deshalb wie lange warst Du krank geschrieben bzw. arbeitstechnisch außer Gefecht gesetzt?

      Die Erfahrung im Op die Du gemacht hast finde ich bei weitem noch schlimmer. Ich konnte gehen aber Du warst ihm ausgeliefert und außerdem finde ich es unmöglich mit jemanden zu diskutieren der nackt ist. Ich finde das demütigend. Absolut unverschämt geschmack und respektlos Dir gegenüber.

      Ich habe Artikel gelese die ähnlich Deinem Gespräch mit dem (dicken Menschen zugetanen) Anästhesisten waren deswegen verstehe ich es ja nicht. Bin 159kg schwer bei einer Größe von 1,68 das war letztes Jahr so und ist noch immer so also frage ich mich was sich da geändert hat in dieser Zeit :confused:

      Das Magenband betreffend hat es keinen Sinn mit mir zu diskutieren da das für mich nicht in Frage käme wenn dann möchte ich es alleine schaffen mit eigenem Willen und aus eigener Kraft.

      Nun ja Du hast mich eines besseren belehrt das man im Leben niemals auslernt ich habe noch nie etwas von einem Adipositaszentrum gehört aber danke für die Info. Ich komme aus dem Raum Frankfurt bzw Darmstadt also fals Du etwas weißt wäre ich dankbar. Mal sehen was mir der Termin am Montag bringt werde Euch auf dem laufenden halten.

      Schönes Wochenende Dir und auch allen anderen

      Natalie
    • Hallo Natalie,
      in Frankfurt gibt es eine Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik. Mit Handchirurgie ist man da bestens aufgehoben - das ist sozusagen Tagesgeschäft bei denen. Was Vorurteile gegen Dicke angeht, da kann ich nichts dazu sagen, das ist ja auch individuell abhängig von der jeweiligen Person...
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Vor einigen Jahren musste ich mich einer Mandel-OP unterziehen, die nicht aufgeschoben werden konnte. Die eigentlich zuständige Anästhesistin kam zum Vorgespräch in mein Zimmer und wollte mir die OP ausreden und beschimpfte mich dann wegen meines erheblichen Übergewichtes (knapp 200 kg). Ich habe sie dann aus dem Zimmer hinauskomplimentiert und dann bei den Schwestern um ein Gespräch mit einem anderen Anästhesisten gebeten.

      Dieser hat mich über die Risiken aufgeklärt (die hat jeder Mensch) und mich später erfolgreich narkotisiert.
      Ich kann Dir daher nur empfehlen mit einem anderen Anästhesisten zu sprechen. Normalerweise hat jede Klinik mehrere davon.

      Viel Glück!
      Die Brockenhexe