Was die anderen sagen...

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    • Was die anderen sagen...

      Hallo Leute.

      Ich bin ziemlich neu hier und habe einen super Frust auf meine Verwanten.
      Warum? Weil sie mich nicht mögen. Warum? Weil ich dick bin. Okay, ich gebe zu, dass ich manchmal etwas zu deutlich meine Meinung preis gebe, aber ich denke ich bin dennoch ein guter Mensch, der für seine Fehler gerade steht und dem eigentlich die Familie und die Freunde über alles gehen.

      Die Sache ist die.
      Ich bin vor einer Weile umgezogen und habe dabei ganz zufällig meinen persönlichen Mr Perfekt gefunden. Wir sind ziemlich schnell zusammen gezogen und alles war/ist perfekt.
      Aber dann: Die Silberhochzeit meiner Eltern stand kurz bevor und aus heiterem Himmel ruft mein Vater mich an. Das macht er sonst nie. Ich habe nur einen stillen guten drat zu ihm. Wir reden nicht viel, aber wir verstehen uns gut. Bis dahin! Wie gesagt. Er ruft an und fängt an rumzusülzen. Erst ist das Thema Beruf interessant, dann wird über das Wetter geplaudert und dann wird über die Silberhochzeitsvorbereitungen gesprochen. Dann trifft mich der Schlag als mein Vater sagt: "Ich schäme mich für dich." Er meinte, ich sei in den letzten Monaten ganz schön dick geworden und ob ich gesundheitliche Schwierigkeiten hätte. Er gäbe meinem Mann dafür die Schuld. Der würde mich "mästen" und mir jegliche arbeit abnehmen.
      Also: Er schämt sich, weil er Angst vor den Lästereien der Verwanten und Bekannten auf der Feier hat.
      Was passiert mir? Ich werfe ihm alles vor, was mich schon als Kind zum dick werden verleitet hat:
      -"Ihr habt immer gesagt:Schön aufessen, dann wirst du groß und stark." (von der Größe habe ich bis heute nichts gesehen^^)
      -"Ihr habt gesagt: Du bleibst so lange sitzen bis du deinen Teller leer gegessen hast!" (Das ist mir selten schwer gefallen)
      -"Als ich in der fünften Klasse von meiner Abspeck-Kur gekommen bin, hat mich nie einer dabei unterstützt das ganze weiter zu machen. Ich war gerademal 10 Jahre alt!"
      -"Ich nehm eben mal ein wenig zu wenn es mir zu gut geht."
      -"Seeluft macht hunrig."
      -"Es liegt in meinen Genen dick zu sein. Du solltest das wissen. Ich hab es von deiner Seite."
      Und was fällt ihm ein? "Du bist zu fett. Das geht so nicht"
      Darauf hin hatte ich einen Nervenzusammenbruch und wollte nicht mehr mit ihm reden. Er ist der einzige mensch auf der Welt der mich vorher noch nie auf mein Gewicht angesprochen hatte. Und ich hätte es nie von ihm erwartet.
      Ich war vertig mit der Welt.
      Als die Silberhochzeit dann da war, habe ich total viele Komplimente bekommen, wie gut doch meine Haare aussehen, aber nicht wie gut mir das Kleid steht.
      Drei meiner Tanten haben mich sogar an diesem Tag direkt und ohne Blume angesprochen:
      "Häng mal den Brotkorb höher."
      und
      "Bist du Schwanger? Oder einfach nur dick?" und
      "Du solltest dringend abnehmen."
      Ich habe mir fast gedacht, dass sowas kommt aber habe mich natürlich nicht vorbereitet.
      "Dicke sehen jünger aus, denn sie schlagen nicht so viele Falten. Solltest du auch mal probieren."
      und
      "Klar mit 5-Lingen. Willst auch eins haben?"
      und
      "Das das von dir kommt wundert mich jetzt. Wieso sagen sowas immer die Menschen, die die selben Probleme haben?"


      Ihr könnt euch vorstellen was die drei Hännen gebrütet haben.
      Aber mir war es egal.
      Ich habe an diesem Tag meinen Vater abgeklatscht beim Eröffnungstanz. Er hat mich nicht ein mal angesehen. Ich sagte dann nur, dass ich ihm verzeihe und das ich ihm auch mehr Selbstbewustsein wünsche.

      Gott sei dank, war ab da alles wieder in Ordnung.
      Mit meinen Tanten rede ich bis heute nur noch in der guck-dich-mal-an-Sprache, wenn überhaupt.

      So. Verzeiht, dass es so viel geworden ist, aber ich musste mir das mal von der Seele reden. Vielen, vielen dank für´s zuhören.

      Eure Miss Piggy
    • Ich habe ähnliches in meiner Familie auch schon erdulden müssen, kann aber heute rückblickend nur sagen, dass ich dies als menschenverachtend erlebe. Schön dass Du Deinem Vater verzeihen kannst, ich könnte es nicht und ganz ehrlich finde ich einen Vater, der so wenig zu seinem Kind steht einfach nur traurig.
    • Erstmal, danke für deine Antwort. :daumen:

      Es tut gut zu wissen, dass man nicht allein so ein Problem hatte.

      Ich kann meinem Vater auch nur verzeihen weil er mir auch schon so vieles verziehen hat und immer für mich da war. Und weil ich weiß, dass er so wenig selbstbewustsein bestitzt. Sein ganzes Leben lang wollte er den Menschen seiner Umgebung gefallen, hat ihnen geholfen um nicht schlecht da zu stehen und er hat immer viel verständnis für andere gehabt aber nie für sich selbst.
      Ich weiß das er es nie leicht hatte und wir wollen beide unseren Frieden miteinander, denn er ist der einzige Vater den ich habe und ich bin das einzige "richtige" Kind das er hat. Es wäre verschenkte Zeit und Kraft wenn wir uns nicht zusammen raufen würden.

      Mann kann nie sagen wie lange man seine Eltern noch hat... :mama:
    • Ich hatte als Jugendliche auch manchmal das Gefühl, dass ich meinen Eltern peinlich bin. Damals mit 17 hatte ich mein bisheriges Höchstgewicht von fast 100kg. Gut ich habe mich manchmal unvorteilhaft gekleidet und hatte so meine Phasen u.a. Punk, Gothic etc. Da kamen manchmal so Sprüche wie "So wie du aussiehst nehme ich dich nirgendwo mit hin!" :( Aber direkt gesagt hat es mir keiner, dass ich ihnen als dicke Tochter peinlich bin, obwohl ich schon ab und zu dirket nachgefragt habe.
      Mein Opa hat mal zu mir gesagt "Du wirst immer dick sein und es nie schaffen abzunehmen!" Aber ein bisschen habe ich schon geschafft, nur leider hat er das dann nicht mehr miterlebt.
      Meine Eltern sind beide schlank und sportlich. Da falle ich natürlich total raus. "Mensch du musst mal was tuen!" höre ich fast täglich! Aber trotzdem haben sie noch nie sowas gebracht wie "Du bist uns peinlich, weil du dick bist!" Sie waren trotzdem stolz auf mich. Ich glaube sowas hätte mir echt zugesetzt, ich glaube dann hätte ich entweder aus Frust noch mehr gegessen oder gar nichts mehr.
    • Miss Piggy schrieb:


      Es wäre verschenkte Zeit und Kraft wenn wir uns nicht zusammen raufen würden.



      Für mich hat das nichts mit "zusammenraufen" zu tun ...

      Es tut mir richtig weh, wenn ich hier lesen muss, wie wenig Zuneigung und Respekt Du von deiner eigenen Familie bekommst...

      Mich würde man nur ein Mal so behandeln...
    • Hightlight Vater: „Lern anständig und mach 'nen Doktor, sonst nimmt Dich keiner mit Deinem dicken Arsch.“

      Highlight Mutter (nach der ersten Das-defekte-Kind-wird-repariert-800kcal-täglich-Abspeckkur): „Jetzt muss ich mich endlich nicht mehr schämen, wenn ich mit Dir auf die Straße gehe.“

      Wobei ich nicht mal daran zweifle, dass sie mich geliebt haben bzw lieben – aber was solche Aussagen anrichten, das sieht man schon daran, dass ich mich heute noch daran erinnere, als wäre es gestern gewesen.
    • Lyssa, da geht es mir ähnlich wie Dir: Es gibt eine ganze Reihe von Sprüchen von meiner Mutter und vor allem auch meiner Schwester, die mich im Kopf bis heute verfolgen, obwohl die teilweise bis zu 20 Jahre zurückreichen. Erstaunlich, wie weit sich so etwas in einen hineingräbt.
      Dass ich meiner Mutter wichtig war/bin habe ich selten bezweifelt, auch wenn sie Zuneigung nicht wirklich zeigen kann.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
      [/CENTER]
      [/SIZE]
    • Hallo Miss Piggy,

      das ist wirklich richtig übel. Ich hoffe, dass du es schaffen kannst dir klar zu machen, dass es ein Fehler dieser Menschen ist so zu reden und nicht dein Fehler, wie du aussiehst.

      Mir steckt immer noch in den Knochen, dass mein Oma als ich in der Grundschule war zu meinen Eltern sagte - ihr habt ja tolle Kinder, sie sind nur zu dick - seitdem hatte ich stets das Gefühl, dass es völlig egal ist, was ich leiste - solange ich eben zu dick bin, ist es nichts wert.
    • mir erging es ähnlich mit meiner mutter. ich durfte mir auch schon diverse gemeinheiten anhören.
      da ihre gemeinheiten mich so niedermachen und sie meine schlankere schwester besser in ihr leben integrieren kann, haben wir keinen kontakt mehr. ich fahre damit einfach besser, da die sprüche so verletzend sind, dass ich, da ich borderline-patientin bin, sehr schnell wieder in die selbstverletzungsphase falle. dazu gehört dann auch massives essen.

      ich kann nur sagen, für mich ist kein kontakt das beste. ich habe mich lange mit selbstvorwürfen gequält, weil man als kind seiner eltern ja eigentlich funktionieren soll. nur hat meine seele schon geschrieen.

      jeder muss da seinen eigenen weg finden. aber ich finde es gut, dass du auch gegenwind zeigst. nur weil man dick ist, muss man nicht alles schlucken.
    • utofti schrieb:

      ich habe mich lange mit selbstvorwürfen gequält, weil man als kind seiner eltern ja eigentlich funktionieren soll. nur hat meine seele schon geschrieen.

      Neenee. Eine Maschine muss funktionieren. Ein Mensch ist aber keine Maschine. Und Eltern sollen auch ihre Kinder lieben, egal wie gut diese "funktionieren". Als Wunscherfüllungsmaschine Kinder in die Welt zu setzen, ist idiotisch.
      Ein sehr weiser muslimischer Freund hat mal gesagt: Nur Allah ist vollkommen. Wer von sich selbst Vollkommenheit erwartet, wird daran zerbrechen. Wer von anderen Vollkommenheit erwartet, ist grausam.
      Das sage ich mir immer wieder, wenn ich mal den Blues habe und mich mit Selbstvorwürfen quäle.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:

      Neenee. Eine Maschine muss funktionieren. Ein Mensch ist aber keine Maschine. Und Eltern sollen auch ihre Kinder lieben, egal wie gut diese "funktionieren". Als Wunscherfüllungsmaschine Kinder in die Welt zu setzen, ist idiotisch.
      Ein sehr weiser muslimischer Freund hat mal gesagt: Nur Allah ist vollkommen. Wer von sich selbst Vollkommenheit erwartet, wird daran zerbrechen. Wer von anderen Vollkommenheit erwartet, ist grausam.
      Das sage ich mir immer wieder, wenn ich mal den Blues habe und mich mit Selbstvorwürfen quäle.


      Den Grundgedanken finde ich absolut richtig.
      Aber bitte nicht vergessen, dass auch Eltern keine Maschinen sind und deshalb eben auch nicht fehlerlos funktionieren, sondern Fehler machen.
      Deshalb nicht nur das Augenmerk auf den ersten Teil dieser Weisheit lenken, sondern auch auf den zweiten. Denn beide Teile sind gleich wichtig.
      Mit dem Gedanken, das Eltern genauso Fehler machen wie wir alle, ist es sicher auch leichter, manche ihrer Worte und Taten als solche abzulegen.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Jou.
      Ich habe als Kind immer unter der mangelnden Zuwendung durch meinen Vater gelitten. Ich habe mich abgelehnt gefühlt, wenn er nicht mit mir reden wollte.
      Heute weiß ich, dass er sehr unter seiner Arbeit als Polizist gelitten haben muss. Wenn man nur mit dem Bösen auf der Welt konfrontiert wird, hat man halt keine Kraft mehr für pubertierende Töchter. Heute kann ich ihm verzeihen, was mir damals leider nicht möglich war...
      Also: Eltern und andere Verwandte sind auch nur Menschen!
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:

      Jou.
      Ich habe als Kind immer unter der mangelnden Zuwendung durch meinen Vater gelitten. Ich habe mich abgelehnt gefühlt, wenn er nicht mit mir reden wollte.
      Heute weiß ich, dass er sehr unter seiner Arbeit als Polizist gelitten haben muss. Wenn man nur mit dem Bösen auf der Welt konfrontiert wird, hat man halt keine Kraft mehr für pubertierende Töchter. Heute kann ich ihm verzeihen, was mir damals leider nicht möglich war...
      Also: Eltern und andere Verwandte sind auch nur Menschen!


      sicherlich sind eltern auch nur menschen und machen fehler. in dem fall meiner mutter kann ich sagen, dass diese ablehnung zu mir tatsächlich da ist und sie sich nicht ansatzweise bemüht, diese zu verbergen. ich war es sowas von leid, mir das anzuhören bzw. später diese verachtenden blicke zu spüren. meine therapie hat mir geholfen, endlich den kontakt und damit auch das geliebt-sein-wollen einzustellen, ohne ein schlechtes gewissen zu haben. der weg war lang, hart und tat sehr weh, aber für mich war es das richtige.
      ich verzeihe ihr mittlerweile auch. sie war jung, als sie mich bekam. ihr wurde, von wem auch immer, eingetrichtert, dass zu einer ehe ein kind gehört. das kind bin ich. o-ton meine mutter. sie konnte wahrscheinlich gar nicht anders.
      schade für mich ist nur, dass meine großeltern mütterlicherseits und auch die komplette familie mütterlicherseits auch ablehnen. zwar nicht in dem großen stil, aber kontakt ist nicht erwünscht.
      ich durfte letztes jahr noch nicht mal zur beerdigung meines opas!
      es ist nicht einfach für mich, das schwarze schaf der familie zu sein. aber ich kann mich nicht mehr verstellen. es zermürbt mich endlos. ich hoffe darauf, dass wir uns irgendwann alle wiedersehen, und es in einer anderen welt besser wird.
    • utofti schrieb:


      es ist nicht einfach für mich, das schwarze schaf der familie zu sein.


      für mich klingt das eher, als seist du das weiße Schaf in einer schwarzen Schaffamilie.

      Und zu dem was vorher geschrieben wurde kann ich nur folgendes erzählen. Ich habe mich in meiner Familie nie so richtig akzeptiert gefühlt und immer wieder auch gesagt bekommen, dass man mich so wie ich bin nicht lieben kann und mir daran auch noch die Schuld dafür gegeben.

      So nach dem Motto, ich liebe dich ja schon, ich wollte solange ein Kind, aber mit Dir muß man sich ja schämen (zu dick), du gibst ja so viele Widerworte, du bist ja so kalt (klar, wenn man sowas gesagt bekommt will man vielleicht nicht dauerknuddeln) und ich habe alles geglaubt.

      Ich habe geglaubt ich sei fett, häßlich, wäre faul und hätte einen schlechten Charakter und nie würde mich jemand wollen und wenn was sollte man mit mir anfangen, da ich ja so gefühlskalt bin.

      Und dann passierte was, ich wurde selber Mutter. Ich bin sicher nicht frei von Fehlern, aber ich habe da gemerkt, was mir angetan worden war und ich bin mir ganz sicher, so etwas tut eine Mutter ihrem Kind nicht an, wenn auch nur eine Spur von Mutterliebe da ist.

      Eine Mutter, Großmutter oder ein Vater sollten ihr Kind lieben, achten und beschützen. Das ist sicher nicht immer möglich, aber wenn schon der Wunsch danach fehlt und man lieber die Tochter beleidigt, als der Nachbarschaft und Verwandschaft die Leviten zu lesen, dann fehlt meinem Verständnis nach etwas grundlegendes.
    • danke, babelfish, dass ich das weiße schaf bin. fakt ist, ich war jahrelang ein schaf, egal, welche farbe ich hatte.
      ich bin zwar leider keine mutter, aber ich glaube auch, dass ich für mein kind durchs feuer gehen würde. ich würde eher den abstand zu anderen leuten wählen, als den abstand zu meinem kind.
    • Itsme schrieb:

      Das alles beweist, dass auch Eltern Fehler machen. Auch schwerste Fehler. Und auch den Fehler, ihre eigenen Fehler nicht zu sehen.


      Richtig, aber die Konsequenz daraus muß nicht heißen, dass Kinder oder Eltern alles verzeihen müssen. Die Konsequenz kann auch sein, dass ein Kind oder ein Elternteil sagt, ich will nicht mehr unter diesen Fehlern leiden, ich trenne mich von Menschen, die mich verletzt haben und mich immer weiter verletzen.

      Ich trenne mich von Menschen, die keinerlei Empathie oder Unrechtsbewußtsein besitzen und ich bin die einzige Person, die darüber entscheiden darf, wann es genug ist.
    • Das kenn ich irgendwo her

      Richtig, aber die Konsequenz daraus muß nicht heißen, dass Kinder oder Eltern alles verzeihen müssen. Die Konsequenz kann auch sein, dass ein Kind oder ein Elternteil sagt, ich will nicht mehr unter diesen Fehlern leiden, ich trenne mich von Menschen, die mich verletzt haben und mich immer weiter verletzen.

      Ich trenne mich von Menschen, die keinerlei Empathie oder Unrechtsbewußtsein besitzen und ich bin die einzige Person, die darüber entscheiden darf, wann es genug ist.


      Das hast du toll geschrieben. Und so sollte es eigentlich auch sein.

      Lustigerweise ist mir das vor ein paar tagen passiert, dass mein vater zu dem ich in der letzten zeit wieder ein besseres verhältnis aufgebaut hab, plötzlich mir an den kopf warf(während ich eine kleine diskussion mit meiner mutter hatte), dass ich ein großes maul habe und ich mein leben kaputt mache und nichts auf die reihe kriegen werde.Es gab garkeinen Zusammenhang zwischen dem was er mir vorwarf und die diskussion mit meiner mutter. Es war ganz offensichtlich,dass er mir nur eins reinwürgen wollte. Wenn ich darüber nachdenke, dass dieser mann vor ein paar wochen erstmals gefragt hat, was ich eigentlich beruflich mache d.h. er überhaupt keine ahnung hat,dass ich noch auf der schule bin, fällt es mir schwer, in solchen situationen den mund zu halten. Aber bei solchen leuten bleibt einem nichts anderes übrig.....

      Es gibt einfach menschen, die immer recht haben(wollen). Und leider gehören alle in meiner familie dazu.........................schwer sich da loszusagen..............ich hoffe,dass ich das mit der therapie hinbekomme...
    • Itsme schrieb:

      Das alles beweist, dass auch Eltern Fehler machen. Auch schwerste Fehler. Und auch den Fehler, ihre eigenen Fehler nicht zu sehen.



      sorry itsme, aber wenn du meine mutter kennen würdest, dann wüsstest du, dass sie ein mensch ist, der nie fehler macht, gemacht hat oder machen wird. schuld haben immer die anderen, nie sie. sie hat auch keine teilschuld. es ist erstaunlich, wie merkbefreit jemand mit mitte 50 noch ist.

      ich halte es da wie babelfish geschrieben hat: nur weil ich kind bin, muss ich nicht alles mit mir machen lassen. ich kann auch gehen, wenn ich merke, dass es besser für mich ist. ich brauche kein schlechtes gewissen haben, wenn ich mir das alles nicht mehr anhören möchte.

      es hat insgesamt zwei therapien, einen klinikaufenthalt und rund 10 jahre gedauert, bis ich das schlechte gewissen abgelegt habe. ich bilde mir auch ein, dass meine fressanfälle sich auf ein mimimum reduziert haben.

      auch heute hadere ich manchmal noch mit mir. grad jetzt. es sind feiertage, ich habe bald geburtstag, mein vater spielt auch grad tote maus. da fehlt mir schon eine "richtige" familie. glücklicherweise habe ich eine tolle schwiegermutter, zu der ich "mutti" sage und die für mich eine mütterliche freundin ist. "mama" hätte ich nie sagen wollen, weil ich das immer zu meiner mutter gesagt habe.

      sehr weh tut mir, dass meine jüngere schwester so unter der fuchtel meiner mutter zu stehen scheint, dass auch bei ihr kein kontakt möglich ist. jedes mal, wenn ich zu ihr durchgedrungen bin, dachte ich: "so, jetzt wirds was". danach blubberte meine mutter sie wieder zu, wie schlecht blablabla ich doch sei und genauso wie mein vater wäre, und prompt hörte und sah ich nix mehr von meiner schwester. ich glaube nicht, dass, selbst wenn meine mutter irgendwann nicht mehr sein sollte, dann der kontakt aufleben würde. da muss ich sagen: respekt, da hat sie ganze arbeit geleistet. und ich weiß, wovon ich da spreche. und das kann ich ihr nicht verzeihen.

      ich habe meine mutter irgendwann mal gehasst. aber dieser hass ist weg. einfach so war er weg. zurückgeblieben ist nur die trauer, was ich nie hatte. eigentlich sollte man nicht vermissen, was man nicht kennt, aber ich vermisse es trotzdem.

      sorry, dass ich diesen thread so mit mir vollgetextet habe. aber damit wurde einiges wieder nach oben gespült, was ja nie ausbleibt. tat auf jeden fall gut, drüber zu schreiben.

      es muss nicht bei jedem so laufen, wie bei mir. ich wünsche denjenigen, die das noch vor sich haben, den für sie richtigen weg.
    • Utofti
      sorry itsme, aber wenn du meine mutter kennen würdest, dann wüsstest du, dass sie ein mensch ist, der nie fehler macht, gemacht hat oder machen wird. schuld haben immer die anderen, nie sie. sie hat auch keine teilschuld. es ist erstaunlich, wie merkbefreit jemand mit mitte 50 noch ist.


      Das bestätigt ja genau das, was ich oben schrieb.
      Ich kann absolut verstehen, dass man sich sogar von Eltern, die niemals ihre Fehler einsehen und sie immer wieder begehen, trennen muss, um sich selber zu schützen.

      Ganz allgemein zum Thema Fehler:
      Menschen, die niemals irgendwelche Fehler bei sich sehen, sind mit suspekt und sie tun mir auch in gewisser Weise leid, weil ich es als zur Entwicklung dazugehörig empfinde, im Rückblick Fehler in seinen Entscheidungen und dergleichen zu erkennen.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • itsme, ich glaub, ich hab ein smilie mit dem schild "ironie" vergessen. ich meinte das natürlich ironisch. weil, anders kann man das nicht meinen.

      für mich gehören fehlermachen auch zur entwicklung.

      das ist alles ein thema, wo ich mich gern hinstellen würde und einfach nur laut schreien würde. wwwwaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhh!!!!

      weil es mich einfach nervt, wie jemand so sein kann. so blind!

      das muss ich jetzt noch loswerden: meine mutter hat sich von meinem vater getrennt, weil der ihr immer zu viel rumgeschrien hat. so einen wollte sie nie wieder haben. jetzt hat sie einen, der noch weniger redet als mein vater. aber wenn er redet, schreit er auch. da fass ich mich echt an den kopf und frage mich, warum sie sich das gibt. nun gut, nicht meine baustelle. aber verstehen tue ich es trotzdem nicht.
    • Hab ich schon verstanden, dass Du das ironisch meinst. Ich wollte es einfach noch einmal bestätigen, auch, dass es verständlich ist, sich sogar von den Eltern distanzieren zu müssen, wenn die verbalen Verletzungen nie auf hören und nie eine Einsicht da ist.

      Das mit der Partnerwahl finde ich auch erstaunlich, aber es passiert glaube ich, sehr oft, dass der gleiche Typ Mensch gewählt wird, mit dem man vorher schon arge Probleme hatte. Sogar wenn der Partner schlug, landen Frauen oft wieder bei einem solchen. Warum das so ist, habe ich nie verstanden.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • "Vermeintliche Sicherheit" würde das vielleicht eher umschreiben.

      Es kann aber auch die Angst vor Veränderungen sein, die ja auch anstrengend und mit Arbeit verbunden sein kann.

      Aus diesen Gründen beharren manche Frauen sogar in der schrecklichsten Partnerschaft. Ein Neubeginn ist immer auch unbequem und man mus aktiv werden. Dann lieber weiterhin das Gewohnte aushalten.

      Ich weiß, das hört sich hart an, ist aber in manchen Fällen wirklich so.
      Auch wirtschaftliche Sicherheit ist nicht selten ein Grund, die größten Qualen auszuhalten.

      Nicht immer ist der Beginn des Weges in eine bessere Zukunft ein leichter Weg. Oft müssen starke Abstriche gemacht werden und so manches Gewohnte aufgegeben werden. Vielleicht muss man sogar wirtschaftlich kleinere Brötchen backen.
      Mancher, der das Für und Wider in die Waagschalen legt, entscheidet sich dafür, alles so zu belassen wie es ist, auch wenn das Umfeld dies nicht versteht.

      Und was auch nicht selten eine Rolle spielt, sind die Gedanken daran, was "die anderen" sagen, wenn die eigene Entscheidung publik wird. Dafür wird auch schon mal auf das eigene Glück verzichtet, damit das Bild nach außen stimmt.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]