Wie geht ihr mit Stress um?

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    • Nun möchte ich Euch auch etwas Positives berichten, nach all dem Gejammer:

      Ich glaube ich habe meine Blockade halbwegs überwunden. Ich kann mich zwar nicht immer dazu aufraffen jeden Tag meine 2-3 Seiten zu schreiben, aber dafür habe ich fast ein ganzes Kapitel fertigstellen können und nebenbei eine neue Gliederung erarbeitet, die mir ein besseres Gefühl gibt, dass die ganze Sache nun endlich in richtigen Bahnen verläuft.
      Dazu habe ich die Hiwi Stelle bekommen, auf die ich mich beworben habe. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen wie ich mich gefreut habe, als die Mail kam. Mein Lebenslauf scheint wohl Eindruck gemacht zu haben und das Vorstellungsgespräch ist auch sehr gut verlaufen.
      Außerdem habe ich herausgefunden, dass mir klassische Musik beim Schreiben hilft (warum nicht eher so?!). Das Gefühl der Hilflosigkeit ist weitaus weniger geworden.

      Danke nochmal für Eure Worte! :D
    • Auch hier bin ich Euch ein kleines Resumé schuldig:

      Ich habe meine Abschlussarbeit letzten Montag fristgerecht abgegeben. Es sind genügend Seiten geworden und ich denke sie ist ganz ordentlich. Beide Betreuer haben mir bei der Abgabe gratuliert und sich für die unkomplizierte Zusammenarbeit bedankt. Beim anschließenden Kneipenabsacker nach dem Kolloquium wurde auf einen anderen Kommilitonen und mich nochmal direkt hingewiesen und entsprechend ein Gläschen erhoben. Das hat mich ganz stolz gemacht und schon irgendwie gerührt.
      Danach fiel ich erstmal ein paar Tage in ein kleines Loch. Es ist komisch, wenn man über ein Jahr lang auf etwas Großes hinarbeitet und dann ist es schneller vorbei, als man denkt.

      Auf der Arbeit läuft alles gut. Die Mitarbeiter sind alle sehr nett und offen. Die Arbeitsatmosphäre ist sehr kameradschaftlich, alle duzen sich, man fühlt sich auch als Hilfskraft auf Augenhöhe gewertschätzt. Zur Zeit habe ich einen Arbeitsauftrag nach dem anderen, was ich aber gut finde, denn so habe ich keine Zeit tiefer in das Loch zu fallen und mich wieder an die Oberfläche gekämpft. Letzten Donnerstag war es dann soweit, ich schrieb meine letzte reguläre Prüfung vor dem Examen im Oktober. Scheinfrei. Seltsam. Für mich ganz besonders, denn die Uni war/ist ein Ort, der für mich nur Positives hat(te). In der Schule war ich immer der Streber Freak, hier bin ich eine unter vielen "Freaks", mein Wissensdurst wird geschätzt und nicht verurteilt. Hier hatte ich zum ersten Mal sowas wie Freunde, ein Netzwerk von vielen interessanten Menschen und konnte mich beweisen.

      Ende Februar habe ich noch ein letzets Praktikum an einem Gymnasium, wo ich vor vier Jahren mein aller Erstes hatte. Ich freue mich darauf, aber ich weiß auch, dass ich vermutlich nach dem 1. Staatsexamen nicht direkt in das Referendariat gehen möchte. Ich weiß noch nichtmal mehr, ob ich wirklich Lehrerin werden möchte. Mir würde was fehlen, denke ich. Vor allem das selbstständige Arbeiten und Forschen, was mir so großen Spaß bereitet. Ich träume insgeheim davon nach meinem Abschluss eine Dissertation zu schreiben und als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Uni treu zu bleiben, auch wenn das weniger finanzielle Sicherheit bedeutet. Manchmal weiß man eben erst am Ende eines Weges, dass man genau das Ziel nicht erreichen will. Ich habe mit dem Wunsch angefangen zu studieren, Lehrerin zu werden. Aber in den letzten zwei Jahren, trotz erfolgreicher Praktika, manifestierte sich der Wunsch doch eher in der Forschung zu bleiben.

      Ich weiß noch nicht genau wie ich es angehen werde. Erstmal werde ich meinen Studiengang mit einem Abschluss krönen. Es hängt mit Sicherheit auch Einiges an meiner Abschlussarbeit. Denn sollte diese nicht gut werden, bin ich so ehrlich um mir einzugestehen, dass meine Träume vielleicht doch zu hoch gegriffen sind. Ich traue mir eine akademische Laufbahn zu, allerdings sollte mir jemand davon abraten, der halbwegs Ahnung hat, werde ich dessen Rat befolgen. Ich habe in meinem Schlussfazit deutlich gemacht, dass das Thema noch nicht vollends aufgearbeitet ist und dies in Zukunft zu begrüßen wäre. Ich denke es wird im Auswertungsgespräch auch um meine Zukunft gehen, ich habe das im Gefühl. Am Anfang des Semesters habe ich mal durchklingen lassen, dass ich gerne eine Dissertation anstreben würde und mein Betreuer meinte darauf "Wir haben sie ja nicht umsonst in das Kolloquium eingeladen!" und fragte mich ein paar Sachen dazu, ob mir langfristige Projekte und Forschungen Spaß machen etc. Ich glaube er hat sich auch etwas umgehört im Institut, da er schon eine hohe Meinung von mir zu haben scheint, obwohl ich ihn bis dato nicht kannte. Ich weiß also nicht, wie das kommende Jahr verlaufen wird, aber ich weiß, dass ich nicht an einer Schule landen und jahrzehntelang unterrichten will.

      Auch in punkto Stress ist mir aufgefallen, dass es mir besser geht, wenn ich für bestimmte Aktivitäten feste Tageszeiten einplane. So bin ich vormittags meistens zur Arbeit gefahren, war bis ca. 13-14 Uhr dort, habe dann Mittag gegessen und habe danach an meiner Abschlussarbeit geschrieben. Den Samstag habe ich mir immer frei genommen und versucht nichts für die Uni zu machen, auch wenn es oft nicht ganz geklappt hat. Außerdem gehe ich das Dringliche zuerst an. Jetzt z.B. die Arbeit und ab 27.02. das Praktikum, welches 4-6 Wochen in Anspruch nehmen wird. Danach habe ich zwar noch zwei kleine Hausarbeiten auf dem Plan, die aber gut in drei Wochen zu schaffen sind (da nur 10 Seiten). Bis 7.6. muss ich dann alle Unterlagen zur Prüfungsanmeldung eingereicht haben, sodass ich bis Ende April alles fertig haben möchte.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sassy ()

    • Sassy schrieb:

      Ich traue mir eine akademische Laufbahn zu, allerdings sollte mir jemand davon abraten, der halbwegs Ahnung hat, werde ich dessen Rat befolgen.


      Das ist wie mit Kinderkriegen, finde ich: Jeder soll für sich selbst entscheiden. Ratschläge sind hier nicht wirklich möglich.

      Ich glaube, dass ich dir auf dem "akademischen" Weg viel Stress und viel Frust versprechen kann, aber auch etwas Freude. :cool: Wenn du diesen Weg gerne gehen möchtest, dann mach das. Leicht wird es nicht sein, aber bestimmt interessant.

      Ach ja, und nachdem die Diss fertig ist... du kannst dir gar nicht vorstellen, in welch ein tiefes Loch du dann fällst. :holy:

      Hast du eigentlich schon bei Amazon "promovieren" ins Suchfeld eingegeben? Wenn nicht, mach es mal, vielleicht kommt was nützliches raus. ;)
    • Ich glaube ein stressfreies Leben wird für alle, die arbeiten oder sonst wie eingespannt sind ein Traum bleiben. Es kommt eben drauf an, WAS es für ein Stress ist. Ist es positiver Stress oder negatives, frustriertes vor sich hin schuften ohne zu wissen wofür oder nur, weil es Geld einbringt.

      Die Lehrerlaufbahn bietet finanzielle Sicherheit, wissenschaftliche Arbeit ist leider noch unverschämt unterbezahlt. Will ich Sicherheit und einen Job, der mir eventuell schon nach ein paar Jahren zum Halse raushängt, oder will ich finanzielle Unsicherheit und dafür positiven Stress?!

      Mir ist es ehrlich gesagt lieber mit meinem Leben das anzufangen, was ich für richtig halte und wobei ich einige Leidenschaften ausleben kann, als bloß Geld zu verdienen.

      Und ich habe noch nicht "promovieren" bei Amazon eingegeben. Werde ich aber mal machen :)
    • Tu das, wozu dir dein Herz rät, und nicht, was irgendjemand dir rät, und wenn er/sie noch so viel "Ahnung" hat. Jeder kann nur seine eigenen Empfindungen beurteilen, und liegt vielleicht völlig falsch, was dich angeht.

      Auch aus einer wissenschaftlichen Laufbahn heraus kann man lehren, zum Beispiel als Honorardozentin, oder an enem Institut der freien Wirtschaft in der Erwachsenenbildung, oder sogar an der Volkshochschule. Viele Profs machen das so, erst mal wegen der Knete und weil man da so schön netzwerken kann, und auch weil es Freude macht, das eigene Wissen weiterzugeben.

      Ich persönlich - und das ist ein Statement aus meiner Lebenserfahrung heraus, die sich nicht mit deiner decken muss - würde ich den Weg wählen, der die meisten Wahl- und Wechselmöglichkeiten bietet. Für den Fall, dass es mal schief geht, habe ich gerne einen Plan B (oder C) in der Tasche.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)