Die Macht des Fernsehens

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    • Die Macht des Fernsehens

      Eine Kollegin hat mir gestern ein Video weitergeleitet, das mich ziemlich sprachlos zurückgelassen hat.

      Hier kann man es anschauen.

      Heute Morgen habe ich dann auch darüber in der FR gelesen.

      Und hier ist der Zeitungsartikel.

      Es ist kein eigentlich "dickes" Thema, aber ich hatte so die Vision, dass sich solche Szenarien mühelos auch in einer (bisher noch theoretischen) Weiterentwicklung von Formaten wie "The Biggest Loser" denken lassen. Vielleicht ist das zu weit gedacht und zu schwarz gesehen? Ich weiß es nicht. Aber Medien - und insbesondere das Fernsehen - hat eine Macht, die durchaus zu solchen Auswüchsen führen könnte. Möge uns der letzte Rest von gesundem Menschenverstand davor bewahren.
    • Ich glaube, dass dieses Experiment auch an anderer Stelle gelungen wäre - will sagen, ich halte das nicht für ein speziell das Fernsehen betreffendes Problem. Es geht hier vielmehr um Gehorsam gegenüber Autoritäten bzw. der Angst sich zu widersetzen und gegen den Strom (hier die gröhlenden Zuschauer) zu schwimmen.

      Allein bei dem Wort "Gehorsam" könnte ich :krank:

      LG
      Hummelchen
    • Ich frage mich, wie weit der Faktor, dass einem bewußt ist, dass es eine TV-Show oder ein offizielles Experiment mit Aufsichtsperson ist, mitspielt. Also in dem Sinne "Naja - richtig gefährlich wird es schon nicht sein. Ist immerhin Fernsehen/bewacht...."

      Also auch, wenn man sieht, was seine Handlungen für Reaktionen beim "Opfer" auslöst, es immer abgemildert wird, und sei es unterbewußt, weil es diesen "ist ja nur Show" Touch hat.
      "My body is a cage
      That keeps me from dancing with the one I love
      But my mind holds the key"

      Peter Gabriel
    • Ich halte das insgesamt hauptsächlich für ein grundsätzliches Problem von Autoritätshörigkeit. Und dabei ist es natürlich schon mehr als fragwürdig bis besorgniserregend, wenn alleine die Situation im Fernsehen zu sein schon ausreicht, um sämtliche ethischen Grundsätze über Bord zu werfen... :(
      [CENTER]★ [SIZE=1]I am fat. And I have this radical idea that I am allowed to exist.[/SIZE] ★
      [SIZE=1]by Fat Grrrl A[SIZE=1]ctivism[/SIZE][/SIZE]
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    • ... wobei das Milgram-Experiment ja nicht "im Fernsehen" stattfand und trotzdem in etwa das gleiche Ergebnis hatte. Hat also m. E. nichts mit "ist ja nur Show" zu tun, sondern wirklich mit Autoritätshörigkeit generell und der Tatsache, dass die Leute stufenweise an die höchstmögliche Strafe herangeführt wurden. Viele kleine Unterschiede nacheinander fallen eben nicht so auf wie ein großer - denn gleich die "Höchststrafe" hätten die meisten wohl nicht gegeben.

      Und so beunruhigend das Ganze ist: Wenigstens gab es noch einige wenige, die nicht bis zum Schluss mitgemacht haben. Das lässt zumindest hoffen...
    • Hallo,

      ich arbeite in einer Kindertagesstätte mit 3-6jährigen Kindern. Vor einiger Zeit hatten wir eine Anfrage ob bei uns für eine Fernsehsendung gedreht werden dürfte. Es handelte sich um sone Sendung, bei der ein Geschäft sich verbessern wollte und sollte eine Szene in der Kita gefilmt werden.
      Wir hatten im Vorfeld nur dürftige Informationen, und befragten die Eltern persönlich ob sie damit einverstanden wären dass ihr Kind eventuell gefilmt wir.
      Nun das Ergebnis: So gut wie keine Eltern fragten nach um welche Art von Sendung es sich handelt. Die Reaktion war überwiegend "Hurra mein Kind kommt ins Fernsehen". Ehrlich, ich war geschockt dass hier so wenig hinterfragt wurde. Sobald die Leute Fernsehen hören, verbinden sie es wohl mit berühmt werden usw. , da wird dann schnell vergessen ob es wirklich dem Wohl der Kinder dient.

      Liebe Grüße
      gartenzwerg
    • Ich hoffe / denke, dass Leute die bei solchen Formaten mitmachen, nicht der Durchschnitt der Bevölkerung sind!

      Ich bemerke jedenfalls einen starken Unterschied, ob ich mich über solche Themen mit Leuten aus sozialen Brennpunkten auseinander setze, oder in meinem persönlichen Umfeld.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Ich fürchte, dein und mein Umfeld - das ist nicht der Durchschnitt, und das sind auch nicht die meisten.

      Wer tatsächlich in der Überzahl ist, lässt sich an den Heerscharen von Menschen ablesen, die seit vielen Jahren für alles zur Verfügung stehen, was das Privatfernsehen hergibt, von Big Brother über Frauentausch bis zu unsäglichen "Talk"-Formaten.
    • Ich finde den Gedanken, dass so etwas passiert auch abstoßend und ebenso vieles, was das Fernsehn zu "bieten" hat. Was aber die Leute angeht, die da mitmachen, sollte man auch berücksichtigen, dass es dafür Geld gibt und je weniger Geld jemandem zur Verfügung steht, um so mehr ist es in Relation, was da geboten wird.
      Ich kann leicht sagen, dass ich so was auch für eine Million nicht mitmachen würde, weil ich zwar bestimmt nicht reich bin, aber mir keine Sorgen darüber machen muss, ob ich mir morgen etwas zu essen kaufen kann.
    • Ich weiß nicht, ob das alles unbedingt mit der Macht des Fernsehens zu tun hat. Die Geschichte der Menschheit ist voller Gräuel, auch lange vor Erfindung der modernen Medien. Ich glaube eher, das liegt alles irgendwo in den Menschen verborgen. Unter den bestimmten Bedingungen, kommt das dann an den Tag.

      Ein Beispiel, dass dies zeigt, dürfte der Film "An American Crime" sein (Trailer). Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit, welche sich 1965 ereignet hat. Zu der Zeit dürfte das Fernsehen noch keine so große Rolle gespielt haben. Und wie schnell Menschen bei eine faschistischen Bewegung mitmachen, hat "Die Welle" gezeigt.

      Wer hat sich nicht schon mal gefragt, ob er zu bestimmten Sachen fähig wäre? Wenn die Menschen das nicht wären, dann gäbe es die schrecklichen Beispiele in unserer Geschichte nicht. Wir sind dazu fähig. Die Frage ist wohl nur, unter welchen Voraussetzungen.
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