Welche Bedeutung "darf" essen haben?

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    • Vielleicht ist das wieder eine Innenbild-bedingt-Außenbild-Situation. Vielleicht "riechen" die Leute, mit wem man sowas machen kann.
      Ich hatte auch schonmal so eine ähnliche Situation, als ich mir eine Pizza kaufte. Da sagte mir die Bedienung, dass Pizzen fettig sind und ich ja wohl genug Fett an meinem Körper hätte und es auch Salate gäbe.
      Jahahaha!

      Ich habe schon tausendfach irgendwelche dummen Kommentare zu meinem Essen gehört -von Fremden in der Stadt.
      Deshalb kann ich verstehen, wie Sassy darauf kommt, dass sie das Gefühl hat, dass die Gesellschaft das diktiert.

      Ich habe damit aufgehört, mir Dinge zu verbieten. Ich hasse es, wenn Leute von "sündigen" im Bezug auf Essen sprechen - für mich ist das einer der ersten Schritte in gestörtes Essverhalten.

      Ich esse nach Hungergefühl und nach Appetit. Und ja, ich ess Mal ein Stück Schokolade. Ich esse auch Mal eine Tafel Schokolade und die auch am Stück. Aber ich will mich deswegen nicht schlecht fühlen (müssen). Das war dann wohl mal dran.
      Und wenn ich Bock auf Pommes mit Hela Curry Ketchup habe, dann hab ich da eben Bock drauf.

      Ich versuche, mein Essen nicht zu kriminalisieren und vor allem verbitte mir das von anderen.
      Das gehört für mich auch zur Lebensqualität.
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    • Ich kann Sassys Empfindungen gut verstehen. Irgendwann ist die Gehirnwäsche soweit gediehen, dass ich mir schon selber Vorwürfe mache, wenn ich "böse" Lebensmittel esse. Aber warum soll ich mir diesen Schuh anziehen?

      Ganz konkret habe ich im Laufe der Jahre sämtliche Essstörungen durchgemacht, und noch andere Macken mehr. Jetzt bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich immer wieder mein Verhalten hinterfrage. Und seit ich ganz bewusst darauf achte, wann und unter welchen Bedingungen ich sinnlos Nahrung in mich hineinstopfe, wo ich andere Bedürfnisse ersatzweise durch Essen zu befriedigen suche - was nie nie nie geht - geht es mit der Psyche auf- und mit dem Gewicht abwärts. Obwohl das Abnehmen nicht das eigentliche Ziel war. Ich habe meinen Frieden mit meinem Körper gemacht, und im Moment möchte ich sogar nicht weiter abnehmen, weil ich merke, dass ich mein Gewicht (noch) brauche.

      Wichtig ist mir, dass ich nur diese eine Leben habe. Ich habe nur diesen einen Körper. Und wenn er anderen nicht gefällt, ist das deren Problem. Ich verbiete mir nichts, aber ich habe deswegen auch nicht mehr diese unmäßigen Gelüste nach Schoki oder ähnlichem. In der Pizzeria bestelle ich, was ich will. Vielleicht bin ich sowieso der rebellische Typ, und in solchen Situationen gehe ich eher in Opposition, indem ich ganz betont das Unerwünschte tue, nämlich essen und demonstrativ genießen.

      @Sassy: Selbstdisziplin verstehe ich nicht als Selbstkasteiung oder eiserne Entbehrung, sondern eher als: bewusstes Hinhorchen, Innehalten, nach den eigenen Bedürfnissen spüren, äußere Auslöser für Essanfälle identifizieren, sich Zeit nehmen für gutes Essen, auch mal nein sagen können, die eigenen Bedürfnisse über die der Umwelt stellen.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Knalle schrieb:

      Eine Sache verstehe ich nicht. Wenn man von sich sagt, dass man Essen als Genuß versteht und Lebensqualität um sich dann später mit niedrigwertigem Essen vollzustopfen, dannn empfinde ich das als Widerspruch.


      Also ich habe nie gesagt, dass ich mich mit Fastfood vollstopfe. Ich versuche auch darauf zu achten, dass ich Essen von guter Qualität kaufe und wenn möglich selbst frisch zubereite.
      Früher (vor drei Jahren) habe ich mich allerdings noch mit fast food zugestopft, weil meine Geschmacksnerven nichts anderes mehr kannten und nur das als lecker empfunden haben.
      Ein Glück ist das jetzt anders. Das heißt nicht, dass ich auf alles verzichte. Wenn ich Lust auf Pizza habe, dann gönne ich mir das schon, nur habe ich danach eben ein schlechtes Gewissen. Vor allem, weil ich weiß, dass meine Lieblingspizza an die 1000kcal. hat. :eek:

      Sophie schrieb:

      @Sassy: Selbstdisziplin verstehe ich nicht als Selbstkasteiung oder eiserne Entbehrung, sondern eher als: bewusstes Hinhorchen, Innehalten, nach den eigenen Bedürfnissen spüren, äußere Auslöser für Essanfälle identifizieren, sich Zeit nehmen für gutes Essen, auch mal nein sagen können, die eigenen Bedürfnisse über die der Umwelt stellen.


      Für mich ist es das aber, jetzt rein subjektiv. Im Gegensatz zu meinem früheren Essverhalten hat sich zwar schon einiges getan. Aber wenn ich auf meinen Körper hören würde (der verlangt sehr oft nach "Nervennahrung"), ohje...dann könnte ich jeden Monat neue, größere Sachen kaufen. :( Und ich will ja nicht zunehmen, sondern nur lernen bewusster zu essen, um gesünder zu leben bzw. weil es meinem Körper einfach gut tut.
      Ich weiß, dass ich zu "Sünden" neige, wenn ich emotional irgendwie aufgewühlt bin, sei es nun durch Stress, Kummer etc. Ich habe auch schon versucht das anderwaltig zu kompensieren, aber irgendwie ging das dann immer so in mein begrenztes Studentenbudget. Habe versucht Kurse zu besuchen, Kino, shoppen, mit Freunden weggehen und sich unterhalten. Zur Zeit versuche ich Tagebuch zu schreiben, wenn ich mal wieder so eine Phase habe, oder einfach jemanden anzurufen, um mit ihm zu quatschen. Manchmal überkommt es einen aber trotzdem. :-o

      Allerdings habe ich manchmal so ein "Trotzkopfdenken". Da sage ich mir immer "Was nützt dir ein perfekter, schlanker Körper, wenn du morgen vom Auto bzw. von der Straßenbahn überfahren wirst oder du unheilbar krank wirst?" oder auch "Willst du dein ganzes Leben lang, jede Mahlzeit überdenken und grübeln, ob du das wirklich brauchst?" Aber dann denke ich mir wieder, dass das nicht unkontrolliertes Essen rechtfertigt und das man trotz allem schon auf seine Ernährung achten sollte.

      Im Moment versuche ich gerade mich nicht jedesmal zu hassen, wenn ich einer Verlockung nicht wiederstehen konnte.
    • sombra_blanca schrieb:


      Ich hatte auch schonmal so eine ähnliche Situation, als ich mir eine Pizza kaufte. Da sagte mir die Bedienung, dass Pizzen fettig sind und ich ja wohl genug Fett an meinem Körper hätte und es auch Salate gäbe.
      Jahahaha!


      Wirklich unglaublich, was sich manche Leute für Frechheiten herausnehmen!

      Doppelt dumm ist das noch dazu, denn oft haben diese Salate viel mehr Kalorien als das Hauptgericht...

      sombra_blanca schrieb:

      Ich habe damit aufgehört, mir Dinge zu verbieten. Ich hasse es, wenn Leute von "sündigen" im Bezug auf Essen sprechen - für mich ist das einer der ersten Schritte in gestörtes Essverhalten.

      Ganz meine Meinung! :applaus:




      I
    • Sassy schrieb:


      Für mich ist es das aber, jetzt rein subjektiv. Im Gegensatz zu meinem früheren Essverhalten hat sich zwar schon einiges getan. Aber wenn ich auf meinen Körper hören würde (der verlangt sehr oft nach "Nervennahrung"), ohje...dann könnte ich jeden Monat neue, größere Sachen kaufen. :( Und ich will ja nicht zunehmen, sondern nur lernen bewusster zu essen, um gesünder zu leben bzw. weil es meinem Körper einfach gut tut.
      Ich weiß, dass ich zu "Sünden" neige, wenn ich emotional irgendwie aufgewühlt bin, sei es nun durch Stress, Kummer etc.


      Here we go...
      Genau das ist es, was ich meine.
      Versteht mich nicht falsch, ich propagiere nicht, Frustessen beizubehalten und Essen als Kompensation für Gefühle zu nutzen.
      Davon aber abgesehen ist es doch nunmal so, dass es hin und wieder mal passiert. Und das ist nicht per se schlecht.
      In jedem Fall ist es aber schlecht, wenn es passiert und man sich deswegen noch über Gebühr kasteit.

      Natürlich ist es wichtig, auf seinen Körper zu hören.
      Natürlich ist es wichtig, Appetit, Hunger und schlechte Gefühle zu trennen.
      Aber was bringt es, sich deswegen noch mehr fertig zu machen?
      Was bringt es, Essen und Gelüste zu kriminalisieren, sich Genuss auf Grund einer Kalorienzahl zu versagen oder ihn sich hinterher zu verleiden, weil man "gesündigt" hat?

      Ich wiederhole mich gern: Das ist der Einstieg in gestörtes Essverhalten.

      Ich habe gerade das Buch "Hello, Cruel World: 101 Alternatives for Suicide for Teens, Freaks, and Other Outlaws" von Kate Bornstein (googlet es, es ist gut) gelesen.
      Eine ihrer Alternativen war: Back einen Kuchen.
      Und die darauffolgende: Iss ihn ganz.*

      Das ist nichts, was man ständig machen sollte , aber es ist doch so, dass man, wenn man diesen Mechanismus in sich hat, ersteinmal eine Alternative zu alten Verhaltensweisen finden muss.

      Und wenn es für den Moment eine Entlastung bedeutet und man sich nicht anders zu helfen weiß, dann ist es eben so.


      Aber dann denke ich mir wieder, dass das nicht unkontrolliertes Essen rechtfertigt und das man trotz allem schon auf seine Ernährung achten sollte.

      Sollte man, ja. Und manchmal klappt es eben gut und manchmal eben schlechter.
      Wenn man im Großen und Ganzen es schafft, sich gesund, ausgewogen [füge Worte in Bezug auf positives Essverhalten ein] zu ernähren, dann wird der Körper/die Waage/der Stoffwechsel/die Seele es einem auch nicht gleich strafen, wenn man mal sich nicht so ernährt.

      Gönn dir was! Und wenn du es als Schwäche wertest: Sein gnädig mit dir!


      *In dem Buch ging es um Alternativen für Suizid, das möchte ich nochmal betonen.
      Ihr versteht sicherlich dennoch, was mein Punkt ist.
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    • Ich arbeite zur Zeit daran kein schlechtes Gewissen zu bekommen, wenn ich mir mal was gönne. Aber das ist in meinem Umfeld sehr schwer. Da ich immer mollig war, hat sich bei meinen Eltern z.B. ein Kontrollmechanismus etabliert. Ständig fragen sie danach was ich wann gegessen habe, machen mir Vorwürfe wenn ich mal zum Süßigkeitenregal gehe. Und sich da zu sagen "Hey es ist okay mal zu Naschen!" wenn alle um dich rum meinen, dass du dir das eigentlich nicht erlauben könntest ist ganz schön schwer.
      Ich weiß ja, dass sie es gut mit mir meinen und nicht wollen, dass ich weiter zunehme, Folgeerkrankungen bekomme etc. Aber jetzt mal übertrieben, muss ich fast alles rechtfertigen was ich esse. Und das kotzt mich schon ziemlich an, ehrlich gesagt. :(
      Da bin ich froh, wenn ich in der Vorlesungszeit an der Uni und in meiner Wohnung bin, wo mich niemand ständig fragt "Was isst du denn schonwieder?" :D Witzigerweise esse ich nämlich dort, unkontrolliert nicht anders als zu Hause.
    • @sassy

      Das mit dem Kontrollwahn deiner Eltern finde ich ganz schön fies... Ich kenn sowas auch. Sobald ich dann allein gewohnt habe, fing das bei mir mit dem unkontrollierbaren Essen an. Ich hatte einfach selten Gelegenheit gehabt, rauszufinden, wie viel Essen und was für Essen mir gut tut *seufz*
      Musst du denn in den Semesterferien zurück zu deinen Eltern? Kannst du nicht einfach an deinem Studienort bleiben und sie nur für ein paar Tage besuchen? Oder Urlaub mit Kommilitonen machen oder so? Ich mein, du bist doch schließlich alt genug, um sich nicht mehr verpflichtet fühlen zu müssen, für die eigenen Eltern so lang es geht da zu sein... Die kommen auch gut ohne dich klar (oder sollten es zumindest) und du bist besser dran, wenn du dich nicht andauernd rechtfertigen musst. Davon ab: statt dich zu rechtfertigen - lass es einfach ;) du musst dich nicht rechtfertigen. Wenn wieder jemand ankommt mit irgendwelchem Kram, sag doch "einfach" das, was du wirklich denkst... sonst lernen sie es nie. So haben sie zumindest ne Chance, von diesem Trip runterzukommen...
      ("Willst du das wirklich essen? - Ja. - Das hat aber viele Kalorien - Ich weiß. - Willst du nicht lieber nen Salat? - Nein, danke. - Iss nicht so viel, sonst wirst du noch dicker. - Du nervst... - Ich will doch nur dein Bestes. - Weiß ich doch. - Aber willst du denn nicht abnehmen? - Nein. Würdest du jetzt bitte das Thema wechseln?")
      Naja, so in der Art stell ich mir sowas zumindest immer vor. Meine Eltern kommentieren mein Essen mittlerweile nicht mehr, kleine Scherze im normalen Rahmen natürlich ausgenommen. Ich habs leider nicht geschafft ruhig zu bleiben... hab mich zwischendurch sehr lautstark aufgeregt. Mittlerweile ist das Thema aber wieder entspannt ;)
      Wie handhabst du das denn?

      Gruß
      Dani
    • Nordlicht schrieb:

      Meine Eltern kommentieren mein Essen mittlerweile nicht mehr, kleine Scherze im normalen Rahmen natürlich ausgenommen. Ich habs leider nicht geschafft ruhig zu bleiben... hab mich zwischendurch sehr lautstark aufgeregt.
      Meine Mutter hat die blödsinnige Angewohnheit, mich zu fragen: "Was frisst Du denn da schon wieder?", wenn ich z.B. mit etwas Essbarem in der Hand ins Wohnzimmer komme. Mehrfach habe ich sie höflich, aber in anderen Situationen auch schon reichlich patzig darauf hingewiesen, dass ich nicht "fresse" sondern esse und ich eine Degradierung zum Tier nicht dulde. Warum darf ich nicht wie jeder andere Mensch auch etwas essen, ohne dass da ein Kommentar zu kommt? Weder ihr eigenes Essverhalten noch das meines Vaters würde sie jemals so betitulieren, nur das der dicken Tochter. Ziemlich entwürdigend.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
      [/CENTER]
      [/SIZE]
    • Ich bin leider mehr oder weniger dazu gezwungen in den Semesterferien bei meinen Eltern zu sein bzw. möchte ich das ehrlich gesagt auch ganz gerne, weil ich sie in der Unizeit gar nicht sehe, meine Freunde dann auch alle zu Hause sind, ich keine Waschmaschine habe, finanziell leider noch größtenteils von ihnen abhängig bin und weil ich sie total lieb habe, da sie mir jahrelang die einzigen Freunde waren, die ich hatte.;)
      Klar sag ich da ab und an was zurück, sowas wie "Ja klar, dass ist heute schon meine zweite Tafel Schokolade und jetzt esse ich noch eine!" oder "Regelmäßig essen ist besser als gar nicht!" etc. :D Ist ja auch im Gegensatz zu früher, wo ich wirklich unkontrolliert gegessen habe, schon besser geworden. Im großen und ganzen habe ich aber ein super Verhältnis zu meinen Eltern, sowas würde sich mancher wünschen. Im Gegensatz zu den Kommentaren kann ich auch mit ihnen über Probleme reden, die mir im molligen Alltag so begegnen.
    • Sassy schrieb:

      Für mich ist es das aber, jetzt rein subjektiv. Im Gegensatz zu meinem früheren Essverhalten hat sich zwar schon einiges getan. Aber wenn ich auf meinen Körper hören würde (der verlangt sehr oft nach "Nervennahrung"), ohje...dann könnte ich jeden Monat neue, größere Sachen kaufen. :( Und ich will ja nicht zunehmen, sondern nur lernen bewusster zu essen, um gesünder zu leben bzw. weil es meinem Körper einfach gut tut.
      Dazu ein paar unsortierte Gedanken:

      Zum einen sehe ich "bewusstes" Essen kritisch. Du hast recht, wenn man viel Fastfood und sonstigen Müll isst, dann muss man sich das tatsächlich erstmal bewusst machen, um es ändern zu können. Das hast du schon geschafft. Der nächste Schritt wäre mMn zu lernen, wieder "unbewusst" zu essen, also dem Körper die Regie zu überlassen. Dazu ist es aber zwingend notwendig, zwischen Hunger (= der Körper braucht Energie), Appetit (= der Körper braucht bestimmte Nährstoffe) und seelischem Bedürfnis zu unterscheiden. Wer essgestört ist oder war, der wird wahrscheinlich sowohl mit der Unterscheidung als auch mit dem Gefühl des Kontrollverlustes Schwierigkeiten haben.

      Insofern wäre es wichtig herauszufinden, warum du immerzu Appetit hast. Vielleicht fehlt deinem Körper einfach was. Der weiß nämlich nicht, was gesund oder ungesund bedeutet, sondern ordnet bestimmten Geschmäckern bestimmte Inhalte zu. Wenn man viel aromatisierten Mist gegessen hat, kann da schonmal was durcheinander geraten. Ein willkürlich herausgepicktes Beispiel: Vielleicht kennst du diese Erdnüsse mit der Panade, die ordentlich Geschmacksverstärker enthält. Du bekommst Appetit auf "was zu Knabbern" und kaufst dir eine Tüte Chips. Dein Körper brauchte aber eigentlich Vitamin B aus den Nüssen und ist mit den Chips nicht zufrieden - der Appetit hält an, obwohl der Energiebedarf längst gedeckt ist und eine Handvoll Nüsse völlig ausgereicht hätten. Sowas kann man umgehen, wenn man möglichst naturbelassene Lebensmittel einkauft, selbst kocht und den Asia-Imbiss links liegen lässt.

      Ist der Appetit tatsächlich rein seelisch bedingt, liegt die Sache viel schwieriger. Da zu raten, traue ich mir nicht zu. Nur soviel: Wenn man sich selbst den Seelentröster strikt untersagt, bedeutet das natürlich zusätzlichen Stress und somit einen Anstieg des Cortisolspiegels. Auch das kann dick machen. Sich regelmäßig etwas zu "gönnen", kann u.U. also nicht nur Essanfälle, sondern auch eine stressbedingte Zunahme verhindern.
      [CENTER]Bunt ist das Dasein und granatenstark![/CENTER]
      [CENTER][SIZE=1](Bill und Teds verrückte [/SIZE][/CENTER]
      [CENTER][SIZE=1]Reise durch die Zeit)[/SIZE][/CENTER]
    • Also ich kaufe schon größtenteils naturbelassene Produkte ohne Geschmacksverstärker, Glutamat etc. Da achte ich schon drauf.
      Bei mir liegt es eher an emotionalen Zuständen. Bin ein sehr sehr emotionaler Mensch. Ich merke z.B. wenn ich ausgeglichen bin, habe ich keine Heißhungeranfälle. Wenn ich allerdings Stress habe, dann brauche ich regelrecht Nervennahrung. Aber ich denke das ist auch nicht unnormal. Man muss sich dann nur wieder bremsen können, auch wenn die Schoki noch so lecker schmeckt ^^
    • Eine Alternative um Stress abzubauen, wären auch mentale Übungen. Aber damit muss man sich ein bisschen auseinander setzen, weil man das lernen muss.
      Andererseits gibt es auch CDs die man ohne Vorkenntnisse nutzen kann.
      Ich persönliche habe gute Erfahrungen damit gemacht.
      Wie immer hilft nicht alles bei jedem, aber ich finde, es lohnt sich, das auszuprobieren.
      Falls das wen interesiert - ich habe eine tolle Seite entdeckt, wo man gute Mental-CDs zu allen möglichen Themen zu einem vernünfigen Preis bekommen kann.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Sassy schrieb:

      Wenn ich allerdings Stress habe, dann brauche ich regelrecht Nervennahrung. Aber ich denke das ist auch nicht unnormal. Man muss sich dann nur wieder bremsen können, auch wenn die Schoki noch so lecker schmeckt ^^

      Was ist es denn genau, was dir die Schokolade gibt?

      Ist es der Zucker, der den Organismus aufputscht?
      Ist es das cremige Gefühl im Mund?
      Ist es der Duft nach Kakao und Vanillin (Schokolade wird übrigens auch sehr stark aromatisiert)?
      Ist es eine antrainierte Gewohnheit = "Schnullerersatz"?

      Du sagst, du brauchst Nervennahrung. Medizinisch gesehen ist das aber eher nicht Schokolade, sondern B-Vitamine und Folsäure, die viel höher konzentriert z.B. in Nüssen oder Hefeflocken vorkommen.

      Ich glaube, du brauchst den Trost, den du unterbewusst mit Schokolade-Essen verbindest: wieder ein Kind sein, Süßigkeiten essen, sich geborgen fühlen (Vanille- und Schokoduft vermittelt Geborgenheit, wird auch bei Aromatherapie für Traumapatienten verwendet). Kann das sein?

      Das ging mir früher so. Ich bin nachts 15 km mit dem Fahrrad gefahren, um am Bahnhof Schoki zu kaufen.
      Und daran ist nichts Falsches. Wenn du Schokolade essen willst, dann tu es. Aber überlege, ob du eigentlich etwas ganz anderes willst: Trost, Zuwendung, Geborgenheit. Wenn du das nur durch Schoki-Essen bekommen kannst, dann iss. Wenn du dir abrupt Schokolade verbietest, erzeugt das nur ein noch größeres Begehren. Lass dir Zeit. Wenn es dir nur gelegentlich gelingt, einen Essanfall abzuwenden, ist es gut so. Und hass dich nicht, wenn es dir nicht gelingt.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:

      Was ist es denn genau, was dir die Schokolade gibt?

      Ist es der Zucker, der den Organismus aufputscht?
      Ist es das cremige Gefühl im Mund?
      Ist es der Duft nach Kakao und Vanillin (Schokolade wird übrigens auch sehr stark aromatisiert)?
      Ist es eine antrainierte Gewohnheit = "Schnullerersatz"?



      Also nach stundenlangem Lernen bin ich meistens mental so fertig, dass ich was Aufputschendes brauche um konzentriert bei der Sache zu bleiben. Meistens mache ich dann eine Stunde Pause, trinke einen Kaffee und esse eins, zwei Streifen Schoki dazu. Dann gehts mir schon besser. :D Aber auch nicht immer; oft reicht auch schon frische Luft.
      Mal abgesehen davon, dass ich eigentlich ohne Schokolade nicht leben könnte, zumindest nicht lange, weil ich beispielsweise auch nach jedem herzhaften Essen was Süßes brauche. Was nicht heißen soll, dass ich da jedesmal ins Süßigkeitenregal greife, manchmal reicht auch ein Apfel, Joghurt oder eins, zwei Mandeln.
      Auf Chips&Co. kann ich verzichten, mag ich eh nicht gerne. Esse z.B. auch Erdnüsse etc. nicht, weil mir das einfach zu naja "fettig nussig" schmeckt. Aber so eins, zwei Stückchen an Schokoloade brauche ich einfach. Ich denke auch nicht, dass das an irgendeiner psychischen Störung liegt. :confused: Ich empfinde es eher als eine Art Entspannung, so wie andere jeden Abend nach getaner Arbeit ein Glas Wein trinken. Habe am liebsten eine mit sehr hohem Kakaoanteil. Alles andere ist mir inzwischen zu süß.
    • Wenn es nur bei ein, zwei Stückchen bleibt - so what? Genieß es und mach dir keinen Kopf wegen Kalorien etcetera. Ich würde mein Verhalten vielleicht kritisch hinterfragen, wenn es ein, zwei Tafeln wären, aber so wie du es schilderst, ist das ganz normal. Zu Anfang hatte es sich so gelesen, als würdest du Schokoladen-Exzesse betreiben...
      Irgendwo hab ich mal einen Spruch gelesen: Lebst du schon, oder wiegst du dich noch?
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:


      Irgendwo hab ich mal einen Spruch gelesen: Lebst du schon, oder wiegst du dich noch?


      Also es gab Zeiten da habe ich mich täglich 2x gewogen und ne Krise bekommen, wenn ich nur ein paar Gramm zugenommen hatte.
      Zur Zeit gehe ich so 1x im Monat auf die Waage bzw. wenn ich merke, dass meine Klamotten zu eng bzw. zu weit werden. Und was hab ich ferstgestellt, ist viel relaxter :D
    • Pandora schrieb:

      Aber was meinst Du, wie relaxed sich das erst anfühlt, wenn Du die Waage komplett aus Deinem Leben verbannst! :daumen:

      Hab ich gemacht und es war wirklich lange Zeit sehr, sehr wichtig für mich, dass ich sagen konnte "weiß ich nicht!", wenn ich nach meinem Gewicht gefragt wurde.
      Anfangs habe ich das gemacht, weil ich nicht mehr von anderen auf drei Zahlen reduziert werden wollte -und es verdammt häufig irrelevant ist, wie viel man genau wiegt-, aber auch, weil ich mich nicht auf drei Zahlen reduzieren wollte.

      Für mich war's gut. Mittlerweile hat es einfach nicht mehr so viel Bedeutung für mich, so dass ich glaube, dass ich mich doch vielleicht mal anfangen könnte, regelmäßig zu wiegen. Manchmal hat es ja eine Relevanz. Und ansonsten ich habe keine riesengroße Angst mehr davor. Das wäre dann der wirklichere Grund.
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    • Pandora schrieb:

      Sassy, Du bist hier auf jeden Fall schon mal auf einem guten Weg, finde ich. Aber was meinst Du, wie relaxed sich das erst anfühlt, wenn Du die Waage komplett aus Deinem Leben verbannst! :daumen:


      Hab ich mal ein halbes Jahr lang ausprobiert und habe in der Zeit extrem zugenommen. Also ich brauche diese Art Kontrolle schon. Mein Ziel ist es ja vorrangig erstmal nicht weiter an Gewicht zuzunehmen, sondern meins zu halten und mich damit zu arrangieren. Also mit 1x im Monat bin ich gut im Einklang ^^