etwas mutlos

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    • Schon sehr lange spielt Essen in meinem Leben eine größere Rolle als es sollte.
      Warum genau weiß ich nicht. Ich habe immer gerne gegessen, war dann als Kind mollig. Dadurch war das Essen aber erst recht Thema.
      Obwohl ich wirklich nicht schlimm dick war, haben Kinderärztin und Schulärztin Alarm geschlagen, von Hüttenkäse und Knäckebrot geredet.
      Meine Mutter war verunsichert und hat sich hilflos gefühlt, denke ich.
      Schon als Kind war ich bei Weight Watchers. Ich wurde nicht gezwungen, wollte es selbst. Aber ich denke hätten es andere nicht thematisiert hätte mich mein Gewicht damals nicht gestört, weil es sicher noch keine gesundheitlichen Auswirkungen hatte.
      Durch Verbote wurde Essen aber erst Recht zu etwas Besonderes.
      Als ich alt genug war und eigenes Geld hatte, habe ich die Freiheit genossen mir selbst Süßigkeiten kaufen zu können oder einfach mal Pommes zu holen und dadurch sehr stark zugenommen.

      Seit einigen Jahren halte ich mein Gewicht ungefähr.

      Ich bin seit diesem Frühling in Therapie. So richtig gebracht hat es aber noch nichts.
      Das macht mich etwas mutlos. :(
      Ich muss gar nicht unbedingt abnehmen, deswegen mache ich die Therapie auch nicht. Das habe ich dort auch gleich gesagt.
      Er möchte aber die Essucht in den Griff bekommen.
      Ich koche mir fast immer zu viel und habe dann auch den Zwang es auf zu essen. Ich fühle mich dann so voll, das es wirklich nicht schön ist.
      Trotz dieses Völlegefühls mache ich es am nächsten Tag wieder so. Egal wie sehr ich es mir vornehme.
      Dieses Gefühl so wenig Kontrolle zu haben und sich immer wieder so voll zu fühlen ist nicht schön.

      Auch wenn ich meine Psychologin sehr nett finde und Vertrauen zu ihr habe, hat sich bisher noch nichts geändert.

      Meint ihr das braucht einfach noch mehr Zeit?
      Oder sollte ich wechseln?
    • Ich muss gar nicht unbedingt abnehmen, deswegen mache ich die Therapie auch nicht. Das habe ich dort auch gleich gesagt.
      Er möchte aber die Essucht in den Griff bekommen.


      Wer ist "er"? Oder meintest Du damit die Psychologin und hast Dich nur verschrieben?
      Ich denke, in der Therapie sollte es um die Ziele gehen, die man sich selbst setzt, nicht welche, die von außen vorgegeben werden.
      Außerdem heißt es ja nicht automatisch, dass man nun richtig schön abnimmt, nur weil man die ES überwunden hat. Es wäre ja schon ein toller Erfolg nicht mehr zuzunehmen.

      Ob Du wechseln sollst oder nicht, musst Du ganz allein entscheiden - es ist allerdings wohl nicht leicht, eine andere Therapeutin zu finden, wo dann wieder alles vom Gefühl und Vertrauen her passt, was ich ja sehr wichtig finde.
      Und vom Frühjahr bis jetzt, also ein halbes Jahr, finde ich eigentlich nicht sooooo lange für die Therapie einer ES (und sicher noch weiterer Probleme) - die sind ja auch alle nicht in wenigen Monaten entstanden.

      Vielleicht würde aber auch eine stationäre Therapie etwas bringen? Soweit ich weiß, gibts dort auch Kochkurse, wo man auch lernt, wie groß die Portionen sein sollten.
    • Hallo Lyssi,

      Ob du die Therapeutin wechseln solltest oder nicht, kann ich nicht beantworten. Da musst du auf dein Gefühl vertrauen.

      Ich habe vor gut 10 Jahren meine Therapie angefangen. Mal bin ich wöchentlich da, mal monatlich und mal gehe ich 1 Jahr oder 3 Jahre gar nicht hin. Im Frühjahr/Sommer habe ich nach vielen Jahren wieder angefangen weiterzumachen und gehe ca. alle 2 Wochen.

      Ich werde 40 Jahre und bin seit 40 Jahren süchtig. Im Mutterleib waren es Tabletten, als Kind ein merkwürdiges Verhältnis zu Essen, dann Drogen, dann eine Eßsucht, die bis heute anhält.

      10 Jahre und immer noch in Therapie. Bin ich gescheitert?
      Seit 40 Jahren lebe ich falsch. Falsche Verhaltensweisen wohin ich schaue. Unterstützt von meiner Familie (natürlich unbewußt), die ihre falschen Verhaltensweisen und Traumata unreflektiert an mich weitergibt/weitergegeben hat.

      Die Therapie ist wundervoll!
      Ich konnte ganz viele Verhaltensweisen und Charakterzüge ändern, manche kann ich nur beleuchten und bin noch nicht bereit sie zu ändern. Aber auch darum weiss ich und werte das schon als Erfolg. Dann gibt es noch einige Ecken (ich vermute die Wesentlichen), wo ich weiss: da ist was, aber ich habe noch nicht erfassen können, was es genau ist.

      Zwischendrin schaffte ich es mal mein Leben umzukrempeln, verlor aber nach 2 Jahren wieder den Halt. Heute habe ich verstanden warum und das macht mich froh. Ich habe verstanden, dass es ein paar zentrale Dinge gibt im Leben, die ausschlaggebend für alles andere sind. Und wenn ich an die nicht rangehe, wird der Rest nicht dauerhaft klappen.

      Abgesehen davon schätze ich aber das Gespräch mit meiner Therapeutin. Auch wenn ich mal nicht bereit bin an mir zu arbeiten, kann ich mich sehr gut mit ihr über meinen Alltag oder Beruf austauschen und empfinde es als Bereicherung jemanden in meinem Leben zu haben, der mir von einer Außenseiterposition Feedback gibt und eine ganz andere sichtweise auf mich hat.

      Dinge, die so viele Jahrzehnte falsch laufen, werden nicht in ein paar Monaten oder -2 Jahren wieder grade gerückt. Ausnahmen gibt es immer, aber davon würde ich erstmal nicht ausgehen.

      therapiebegeisterte Grüße,
      Teichrose
    • Ach Lyssi,
      halbes Jahr Theraphie ist wirklich nicht viel. Andererseits sollten die Ziele schon deckungsgleich sein.

      Weswegen wolltest Du denn zur Theraphie? Hat sich das eventuell geändert seit Du begonnen hast?

      Wir können mal plaudern wenn Du möchtest, wir machen ja immer "nur" Sport und reden nicht viel.

      Umarme Dich mal ganz fest virtuell
      :stay:
      lg
      Renate

      Ein Freund ist jemand, der dich mag, obwohl er dich kennt. (Dr. Eckhart von Hirschhausen)
    • Lyssi
      Ich koche mir fast immer zu viel und habe dann auch den Zwang es auf zu essen. Ich fühle mich dann so voll, das es wirklich nicht schön ist.
      Trotz dieses Völlegefühls mache ich es am nächsten Tag wieder so. Egal wie sehr ich es mir vornehme.
      Dieses Gefühl so wenig Kontrolle zu haben und sich immer wieder so voll zu fühlen ist nicht schön.


      Gleich vorweg:
      Dies sind nur Gedanken eines absoluten Laien auf diesem Gebiet.
      Trotzdem möchte ich Dir meine Gedanken mitteilen.
      Deine Schilderung ließ mich sofort den schönen alten großen Kochtopf von WMF vor mir sehen, den ich von meiner Mutter geerbt habe. Weil sie fast immer für einen Teil der Familie mit kochte und diese zu ihr zum essen kam, brauchte sie einen solch großen Topf.
      Ich habe ihn - wie gesagt - geerbt. Mit ihm verbinden sich viele wunderschöne Stunden und ich nutze ihn gern. Nur - er ist sehr groß.
      Also koche ich in ihm gern Eintöpfe. Dabei wird der Topf irgendwie immer voll. Aber ich habe keine so große Familie! Seit dem meine Kinder aus dem Haus sind, schon gar nicht. Also müssen wir ihn zu zweit leeren. Und er wird leer. Okay, er reicht dann für zwei Tage, aber immer noch sind die Portionen einfach sehr groß. Immer wenn der Topf zum Einsatz kommt, esse ich mehr als normalerweise.
      Ich habe versucht, weniger in diesem Topf zu kochen, ihn also nur dreiviertel voll zu machen. Das ist irgendwie ein falsches Gefühl. Der Topf muss voll sein.

      Nun habe ich mir angewöhnt, die Hälfte einzufrieren. Ich kann den Topf immer noch schön voll machen, weil sich das so für diesen Topf gehört, aber ich muss nicht dafür sorgen, dass er in zwei Tagen leer wird.

      Aufgrund dieser Gedanken dachte ich, dass es Dir vielleicht helfen könnte, Dir kleineres Kochgeschirr anzuschaffen? So dass Du gar nicht mehr die Möglichkeit hast, so große Mengen zu kochen?
      Vielleicht wäre das ja eine kleine Hilfe?
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Darcy schrieb:

      Wer ist "er"? Oder meintest Du damit die Psychologin und hast Dich nur verschrieben?
      Ich denke, in der Therapie sollte es um die Ziele gehen, die man sich selbst setzt, nicht welche, die von außen vorgegeben werden.
      Außerdem heißt es ja nicht automatisch, dass man nun richtig schön abnimmt, nur weil man die ES überwunden hat. Es wäre ja schon ein toller Erfolg nicht mehr zuzunehmen.


      Erstmal muss ich mich entschuldigen. Ich hatte mich tatsächlich verschrieben und wollte schreiben: ICH möchte die ES in den Griff bekommen. Werde es gleich ausbessern.
      Ich war gestern wohl eigentlich schon zu müde, habe den Fehler beim Durchlesen nicht mehr gesehen. :-o
      Wollte es mir aber gerne von der Seele schreiben.
      Es tut mir leid, wenn das Verwirrung gestiftet hat.

      Danke für die lieben Antworten.

      Diese Therapie ist der erste Versuch, der wirklich nur von mir ausgeht und nicht von anderen.
      Es war meine Idee und ich wurde dann aktiv und habe ein Institut für Essstörungen gesucht.
      Das Schöne ist dort, dass es wirklich nicht um Gewichtsreduktion geht, sondern darum sich besser zu fühlen.
      Meine Therapeutin fragt mich nicht, ob ich ab- oder zugenommen habe.
      Das finde ich auch sehr wichtig, weil sowas für mich immer Druck erzeugt hat.

      Natürlich kann außer mir keiner wissen, ob die Therapeutin die richtige ist.
      Aber ich wollte gerne Erfahrungswerte, wie lange es dauern kann bis sich ein erster Erfolg einstellt. (Und mit Erfolg meine ich nicht Abnahme, sondern eine Änderung des Verhaltens)
      Das habt ihr ja auch getan - danke. :)
      Wahrscheinlich braucht es wirklich noch mehr Zeit.

      Im Prinzip weiß ich wohl schon welche Portion angemessen wäre.
      Ich spüre auch recht deutlich wann es eigentlich genug wäre, kann aber trotz des Sättingsgefühls nicht aufhören zu essen bis alles weg ist.
      Etwas übrig zu lassen gelingt mir nur selten.

      Mit kleineren Töpfen zu kochen, damit ich gar nicht so viel kochen kann, wäre einen Versuch wert! Eine gute Idee.
      Denn wenn ich extra nochmal kochen müsste, verzichte ich dann doch lieber.
      Auch wenn ich es dann schade finde (rein gefühlsmäßig) dass die Mahlzeit vorbei ist.
      Vielleicht würde das helfen.

      Ich vermute aber ich koche auch so viel, weil ich Angst habe nicht satt zu werden.
      Früher war es nämlich öfters so, dass ich nach dem Essen mehr oder weniger unkontrolliert noch anderes aus dem Kühlschrank geholt habe (Obstgarten, Joghurts, Schokolade,..) wenn ich nicht pappsatt war.
      Davor habe ich irgendwie Angst, da es fast noch ein schlechteres Gefühl hinterlässt als so voll zu sein.
      Klar, es ist nicht schlimm als Nachspeise noch etwas zu essen. Aber es war dann eben nicht nur eine Sache, sondern nach einigen Minuten wieder das nächste.


      @Miss Silver:
      Gerne. :)
    • Was mir geholfen hat, was übrig zu lassen war mir zu sagen. Das gibt es wieder, wenn ich will schon Morgen. Das ist nicht das letzte Mal - ich fange nicht z.B. Morgen oder Montag oder am 1. oder was weiß ich mit einer Diät an und darf das nie wieder essen und so weiter. Ich darf das wieder essen.

      Das hat nicht gleich geklappt, aber es wird - zumindest bei mir.
      :stay:
      lg
      Renate

      Ein Freund ist jemand, der dich mag, obwohl er dich kennt. (Dr. Eckhart von Hirschhausen)
    • Hallo Lyssi,

      ein halbes Jahr ist nicht lang für eine Therapie.
      Veränderungen brauchen ihre Zeit.
      Deine Geschichte hätte ich vor einigen Jahrenm als ich seit kurzem in Therapie war, genauso über mich schreiben können.

      Ich war ca. 3 Jahre in Therapie. Geholfen hat die Therapie mir von Anfang an: Ich war weniger bedrückt, konnte mich jemandem anvertrauen, habe nach und nach die Traurigkeit hinter mir gelassen und gelernt, in vielen Bereichen für mich Verantwortung zu übernehmen.
      Mein Essverhalten hat sich lange nicht verändern lassen, und das hat mich bisweilen an mir zweifeln lassen.
      Irgendwann kam aber auch hier die Veränderung. So nach ungefähr zwei Jahren, so genau kann ich es gar nicht bestimmen, wurden die Essanfälle weniger, konnte ich mir erlauben, gesund zu essen, entwickelte ich wieder ein Gespür, was meinem Körper gut tut.
      Es ist nicht so, dass ich ab da abgenommen und mich nie wieder übergegessen hätte. Aber ich habe nicht mehr das Gefühl, meiner Sucht ausgeliefert zu sein und quasi hilflos in meinem Körper zu stecken.

      Im Nachhinein stellt sich das für mich so dar:
      Im zwanghaften Essen drückt sich seelisches Leid aus. Es ist die sozusagen die sichtbare Spitze des Eisberges.
      Die Heilung erfolgt deshalb auch von unten nach oben: Erst müssen die seelischen Verletzungen heilen, dann verabschiedet sich die Sucht.
      Dieser Prozess dauert, er verläuft auch nicht linear und ohne Rückschläge.

      Lyssi, ich wünsche dir ganz viel Kraft und Geduld auf deinem Weg.
      Ob du die Therapeutin wechseln solltest, kannst du nur selber fühlen.
      Kannst du dir vorstellen, deine hier formulierten Sorgen mit ihr zu besprechen?
    • Vielen Dank für die aufmunternden Worte.

      Kannst du dir vorstellen, deine hier formulierten Sorgen mit ihr zu besprechen?


      Doch, schon.
      Vielleicht wäre es nicht schlecht. Sie kann mich dann ja vielleicht auch beruhigen, dass sowas eben länger dauert.
      Es ist ja auch nicht so, dass ich es bisher als nutzlos empfinde - es tut wirklich gut mit jemandem sprechen zu können.


      m Nachhinein stellt sich das für mich so dar:
      Im zwanghaften Essen drückt sich seelisches Leid aus. Es ist die sozusagen die sichtbare Spitze des Eisberges.
      Die Heilung erfolgt deshalb auch von unten nach oben: Erst müssen die seelischen Verletzungen heilen, dann verabschiedet sich die Sucht.
      Dieser Prozess dauert, er verläuft auch nicht linear und ohne Rückschläge.


      Das macht mich nachdenklich. Ich weiß bei mir nämlich nicht wo die eigentlichen Probleme liegen.
      Es gibt wenig was sich "greifen" lässt.
      Ich habe mich immer gefragt woher dieses Verhältnis zum Essen kommt.
      Denn eigentlich habe ich nichts Schlimmes erlebt.
      Abgesehen davon, dass ich wegen meiner Figur als Kind immer wieder verspottet wurde und Ärzte darauf herum hackten, hatte ich eine glückliche Kindheit.
      Natürlich, das Ausgelacht werden war nicht schön. Trotzdem hatte ich aber immer Freundinnen und war nie eine Außerseiterin, nie alleine.
      Ich glaube schon dass das Thema Essen durch alle Versuche in der Kindheit ich solle weniger essen, noch wichtiger für mich wurde. Dass da viel schief ging.
      Aber das Problem war ja auch vorher schon da.
      Soweit ich mich erinnere war es als Kind auch schon so, dass mir Essen sehr wichtig war. Ich konnte zwar noch aufhören, wenn ich satt war, habe aber auch immer zwischendurch etwas haben wollen.
    • Lyssi
      Abgesehen davon, dass ich wegen meiner Figur als Kind immer wieder verspottet wurde und Ärzte darauf herum hackten...

      Natürlich, das Ausgelacht werden war nicht schön. ...

      Ich glaube schon dass das Thema Essen durch alle Versuche in der Kindheit ich solle weniger essen, noch wichtiger für mich wurde. Dass da viel schief ging.


      Ich glaube, wenn das einem Kind geschieht, dann sitzt das tief und fest und löst sich nur langsam und mit viel Anstrengung. Ich denke, Du bist genau dabei, das zu tun. Es wird seine Zeit brauchen, bis das Kind (in Dir), das damals nicht so essen durfte wie es sein Körper verlangte, versteht, dass es jetzt eine Frau ist, und selber für sich entscheiden darf und das ihm niemand mehr sein Essen weg nehmen wird.

      Soweit ich mich erinnere war es als Kind auch schon so, dass mir Essen sehr wichtig war. Ich konnte zwar noch aufhören, wenn ich satt war, habe aber auch immer zwischendurch etwas haben wollen.


      Und ich glaube, dass ein Kind seinem ganz natürlichen Hunger nachgibt. Warum sollte das nicht in Ordnung sein? Das einzige, was ich als nicht in Ordnung ansehe, ist, wenn man diesem natürlichen Hunger einen Riegel vorschiebt. Das hat man mit Dir getan. Das war scheiße, das war falsch, das war verletzend und hart.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Und ich glaube, dass ein Kind seinem ganz natürlichen Hunger nachgibt. Warum sollte das nicht in Ordnung sein? Das einzige, was ich als nicht in Ordnung ansehe, ist, wenn man diesem natürlichen Hunger einen Riegel vorschiebt. Das hat man mit Dir getan. Das war scheiße, das war falsch, das war verletzend und hart.


      Nun ja - man kanns auch übertreiben. Ich finde schon, dass Kinder nicht ständig zwischendurch sich am Kühlschrank bedienen sollten. Ich kenne einige Kinder, die sich da dauernd irgendwelche "kleinen Steaks" oder ähnliches rausholen und dann (oh Wunder!) laut ihren Müttern ach so schlechte Esser sind oder aber komischerweise ziemlich moppelig, obwohl man doch drauf achtet, dass sie nicht so viel essen ...
      Sicher - wenn ein Kind (und natürlich auch ein Erwachsener) wirklich Hunger hat, sollte es essen. Wenn es aber nie zwischen den Mahlzeiten ohne Essen durchhält, sollte man schon mal schauen, woran das eigentlich liegt. Vielleicht ist es nur eine schlechte Angewohnheit, vielleicht ist zu viel Naschkram im Kühlschrank, der einfach zum Zugreifen verführt, vielleicht hat es aber auch Hunger nach Liebe und Aufmerksamkeit ...
    • Darcy schrieb:

      Nun ja - man kanns auch übertreiben. Ich finde schon, dass Kinder nicht ständig zwischendurch sich am Kühlschrank bedienen sollten. Ich kenne einige Kinder, die sich da dauernd irgendwelche "kleinen Steaks" oder ähnliches rausholen und dann (oh Wunder!) laut ihren Müttern ach so schlechte Esser sind oder aber komischerweise ziemlich moppelig,

      :applaus::applaus:
      Da bin ich ganz deiner Meinung. Meine Jüngste ist ein moppeliges Kind, und ich weiss auch, wieso. Ständig muss ich sie vom Kühlschrank verjagen, ich habe mir eine Zeitlang überlegt, ob sie zu wenig am Mittagstisch gegessen hat, aber selbst mit Nachschlag ging die Nascherei mit Joghurts, Bananen 2 Stunden nach der Mahlzeit los. Auch mit so etwas "Gesundem" kann ein Kind zu dick werden, wenn es einfach zuviel ist.
      Sie hat die gleichen Probleme wie ich, ich muss mich auch zwingen nichts zwischendurch zu essen.
      Wenn wir außer Haus sind fällt es mir recht leicht zu verzichten, die Kleine sieht aber jeden Brezelbäcker, Eisdiele und ist entsprechend motzig, wenn ich nein sage. Ich möchte eigentlich das Thema Essen und Gewicht nicht in den Mittelpunkt stellen, aber was soll ich nur machen, wenn ich sehe, dass sie übermässig zunimmt und keine Einsicht zeigt?
      Ihre Geschwister sind superschlank, essen viel weniger.

      Ratlose Grüße
      Evi
    • Ich finde schon, dass Kinder nicht ständig zwischendurch sich am Kühlschrank bedienen sollten.


      Stimmt. Voraussetzung ist aber, dass Kinder bei den Mahlzeiten satt werden.
      Und auch wissen, dass sie bei der nächsten Mahlzeit wieder satt werden.

      Ich kann mich an keine Mahlzeit erinnern, zu der ich unbedarft gegessen habe, bis ich satt war. Ich habe gegessen, soviel ich glaubte essen zu dürfen. Bis ich von meiner Mutter schief angeschaut wurde, bis gesagt wurde, ich soll aufhören, bis das Thema Diät wieder auf den Tisch kam. Ich habe nicht nach Hungergefühl gegessen, sondern nach (gefühlter oder tatsächlicher) Erlaubnis meiner Eltern.
      Natürlich war mein Hungergefühl gestört. Natürlich habe ich mehr gegessen, wenn ich unbeobachtet war. Natürlich bin ich oft an den Kühlschrank gegangen. Ich wusste doch nicht, wann und wie viel ich wieder würde essen dürfen. Ob nicht schon bei der nächsten Mahlzeit wieder eine wochenlange Phase der Unterernährung, sprich Diät, beginnen würde.
      (Und natürlich habe ich die Diät heimlich sabotiert und ein wahnsinnig schlechtes Gewissen gehabt und mich für eine schlechtes Kind gehalten. Zumal ich die Lebensmittel "stehlen" musste.)


      Ich bin sicher, nicht die einzige mit so einer Geschichte zu sein.
    • Ich frage mich, wieso ein Kind Hunger haben muss wenn das Essen auf dem Tisch steht und satt sein muss, bis es das nächste mal zu einer bestimmten Uhrzeit etwas gibt.
      Und ich frage mich, ob Verbote in Punkto Essen nicht alles noch viel interessanter machen.
      Ich denke einfach, dass wenn man ein Kind essen lässt, wenn es Hunger hat, dies der beste Weg ist.
      Ich erninnere mich an Pläne, die ich als frisch gebackene Mutter von den sogenannten Experten bekam, wann, wie oft und wieviel ich meinem Baby geben darf. Schon nach kurzer Zeit empfand ich das als Schwachsinn, oder ich bekamm Tipps von meiner Mutter, genau weiß ichs nicht mehr. Danach habe ich meinem Kind dann, wenn es das Signal gab, zu essen gegeben. Das fühlte sich richtig an und meiner Überzeugung nach war es das auch.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Liebe Itsme, ich habe meine Kinder alle ad libitum gefüttert im Baby/Kleinkindalter.
      Die zwei Großen haben ein Maß und essen, bis sie satt sind. Die Kleine nicht, sie ißt zu hastig und hat leider ein verzögert einsetzendes Sättigungsgefühl. So muss ich sie bitten, langsamer zu essen und bitte keinen Nachschlag zu nehmen, denn es kann nicht sein, dass ein Kind von sieben Jahren, eine Erwachsenenportion ißt.
      Und schon ist etwas eingetreten, was ich eigentlich gar nicht möchte, dass Essen ein Gesprächsthema bei meinem Kind ist mit negativen Assoziationen.
      Mein Kinderarzt hat mir empfohlen den Kindern ein Tellermenue zu machen, so dass sie gar nicht auf die Idee kommt etwas nachzuholen.
      Weiterhin sollte sie jeden Tag Sport machen, was aber nicht machbar ist, da sie noch andere Interessen hat und auch mal einen Nachmittag mit Freunden spielen will.
      Ich finde es richtig schwer bei einem übergewichtigen Kind alles richtig zu machen, eines mache ich aber auf keinen Fall, eine Diät. Ich hoffe, dass mit ganz normaler gesunder Ernährung sich das ganze verwachsen tut.
      Allerdings werde ich das Übergewicht bei einem Endokrinologen abklären lassen.

      LG
      Evi
    • milane schrieb:

      Ich bin sicher, nicht die einzige mit so einer Geschichte zu sein.


      Nein, bist Du nicht - deswegen schrieb ich ja, dass man nach den Ursachen für dieses ständige Bedürfnis nach Essen ist.
      Eben weil ich in meiner Kindheit/Jugend auch ständig zwischendurch essen "musste" - heimlich den Kühlschrank geplündert oder das ganze Taschengeld in Schokolade umgesetzt - weiß ich, dass es kein körperlicher Hunger war, der mich dazu trieb.

      Itsme schrieb:

      Ich frage mich, wieso ein Kind Hunger haben muss wenn das Essen auf dem Tisch steht und satt sein muss, bis es das nächste mal zu einer bestimmten Uhrzeit etwas gibt.
      Und ich frage mich, ob Verbote in Punkto Essen nicht alles noch viel interessanter machen.
      Ich denke einfach, dass wenn man ein Kind essen lässt, wenn es Hunger hat, dies der beste Weg ist.
      Ich erninnere mich an Pläne, die ich als frisch gebackene Mutter von den sogenannten Experten bekam, wann, wie oft und wieviel ich meinem Baby geben darf. Schon nach kurzer Zeit empfand ich das als Schwachsinn, oder ich bekamm Tipps von meiner Mutter, genau weiß ichs nicht mehr. Danach habe ich meinem Kind dann, wenn es das Signal gab, zu essen gegeben. Das fühlte sich richtig an und meiner Überzeugung nach war es das auch.


      Es redet niemand von den Essensplänen der 50er Jahre oder so - auch nicht von Verboten, sondern von Ursachenforschung.
      Es ist eben nicht "normal", wenn ein Kind eine ausreichend große Portion gegessen hat, aber kurz danach schon wieder etwas essen "muss". Normalerweise dauert die Verdauung ja ein paar Stunden an und in der Zeit sollte das Sättigungsgefühl auch anhalten. Wenn man stillt, dann stellt sich ja auch ein gewisser Rhythmus ein - außer in den Zeiten von Wachstumsschüben/Entwicklungssprüngen liegt der schon ca. bei 3-4 Stunden. Also sollte es auch bei einem Kind so sein, dass ein paar Stunden zwischen den Mahlzeiten möglich sind, ohne ständig etwas "nachzuschieben". Wir sind ja schließlich keine Meerschweinchen, wo ständig oben nachgestopft werden muss, damit die Verdauung nicht zum Erliegen kommt.

      Die Frage ist also, WARUM das Kind immer essen will und wo die Vorlieben liegen bzw. auch wie die Ernährung generell aussieht.
      Vielleicht auch, wie die Vorfahren (Eltern, Großeltern etc.) aussehen - möglicherweise liegt der stabilere Körperbau der Kleinen ja in der Familie.
      Eventuell besteht in der Familie aber auch eine Neigung zu Diabetes und man sollte bei der Kleinen mal auf Insulinresistenz oder andere Stoffwechselprobleme untersuchen.
      Vielleicht ist sie aber auch völlig normal und wird nur von der Mutter als mollig empfunden ;)

      Wer weiß das schon alles???

      Von Tellerportionen, wie sie der Kinderarzt empfiehlt, halte ich übrigens nix.
      Mein Sohn durfte sich immer selbst auffüllen, seitdem er in der Lage ist, das entsprechende Besteck zu bedienen (vorher durfte er selbst "stopp" sagen, wenn er meinte, das genug auf dem Teller ist).
      Das waren teilweise schon sehr große Portionen - es dauerte ein bissel, bis er gelernt hatte, dass er auch noch nachnehmen kann und den Teller nicht überfüllen muss.
      Generell würde ich sie ZU DEN MAHLZEITEN (!) so viel essen lassen, wie sie möchte, aber das Naschen zwischendurch eher unterbinden (was spätestens dann schwierig ist, wenn die Kinder das Haus auch mal ohne die Eltern verlassen).
      Ich finde es aber wichtig, dass Kinder neben dem Satt-Gefühl auch das Gefühl für Hunger kennenlernen und auch unterscheiden können zwischen körperlichem Hunger und Langeweile, Einsamkeitsgefühl, Frust oder auch einfach nur Appetit.
      Das ist ein schwieriger langwieriger Lernprozess - ich bin da zum Teil heute noch dran. Inzwischen schaffe ich es aber schon sehr oft, Dinge stehen zu lassen und nicht zu essen, von denen ich weiß, dass sie mir nicht gut tun oder wenn ich eigentlich gar keinen Hunger haben KANN, weil ich grad gegessen hab.
    • Wenn ich von mir selber ausgehe, so habe ich Tage, an denen ich Hunger ohne Ende habe und vielleicht fünf mal am Tag etwas essen möchte, und ebenso Tage, an denen ich gerade das Nötigste essen mag. Ich halte das für ganz normal.
      Ich fühle mich ja auch nicht jeden Tag gleich und nicht jeder Tag verlangt die gleiche Energie.

      Natürlich muss man bei einem Kind abklären, ob es krankhaft viel isst. Nur glaube ich, dass dies bei den wenigsten Kindern der Fall ist und viel zu schnell und viel zu heftig eingegriffen wird. Damit spreche ich niemanden hier an, ich meine das ganz allgemein.
      Ich finde es nicht okay, wenn schon Kinder in eine Norm passen sollen. Auch Geschwister können total unterschiedlich gebaut sein.

      Meine beiden Kinder haben zeitweilig sehr unterschiedlich gegessen. Heute noch ist es so, dass die jüngere Tochter sich in einer Form ernährt, bei der ich zum Beispiel wöchentlich zunehmen würde. Sie ist jedoch gertenschlank und war es immer. Die andere Tochter war schon von klein auf viel stabiler gebaut und ist es immer noch.
      Wenn ich darauf hin gearbeitet hätte, dass sich beide figürlich gleich entwickeln, hätte ich der heute schlanken Tochter so manches Essen verbieten müssen und der heute fülligen Tochter mehr auf den Teller tun.
      Das passt eigentlich gar nicht zusammen.
      Für mich sind es einfach die sehr unterschiedlichen Gene, die meine Töchter geerbt haben.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Darcy schrieb:

      Und Du würdest Dir keine Gedanken machen, wenn Du TÄGLICH, IMMER nach JEDER Mahlzeit gleich wieder an den Kühlschrank gehen würdest, um etwas zu naschen? Sorry, aber das nehm ich Dir nicht ab.


      Itsme
      Wenn ich von mir selber ausgehe, so habe ich Tage, an denen ich Hunger ohne Ende habe und vielleicht fünf mal am Tag etwas essen möchte, und ebenso Tage, an denen ich gerade das Nötigste essen mag. Ich halte das für ganz normal.
      Ich fühle mich ja auch nicht jeden Tag gleich und nicht jeder Tag verlangt die gleiche Energie.
      ...
      Natürlich muss man bei einem Kind abklären, ob es krankhaft viel isst.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Ja eben - bei DIR ist es nicht täglich und natürlich ist es normal, dass man mal mehr, mal weniger Hunger hat.

      Bei der Kleinen allerdings ist es eben wohl so, dass sie ständig am Futtern ist und da MUSS man m.E. schauen, woran das liegt.
    • Evi schrieb:

      denn es kann nicht sein, dass ein Kind von sieben Jahren, eine Erwachsenenportion ißt.
      LG
      Evi


      Ist das immer so, zu jeder Mahlzeit? Ich kann mich nämlich erinnern, dass meine Tochter nicht nur eine, sondern 2-3 Erwachsenenportionen verdrückt hat. Das ging dann etwa für zwei Wochen so und dann war sie ein Stück größer. Das ganze hat sich dann regelmäßig 3-4 Monate später wiederholt.
      Ansonsten könntest du vielleicht versuchen deine Tochter ein wenig auszutricksen, z.B. einen Salat oder eine leichte Brühe vor dem eigentlichen Essen zu servieren und dann den Tisch neu decken. Da vergeht viel Zeit und das sättigungsgefühl kann einsetzen.
    • Eigentlich ist es fast immer so.
      Wenn sie einen Wachstumsschub hat, ist es viel mehr.
      Babelfish, die Idee mit dem Umdecken finde ich sehr gut, das werde ich die nächsten Tage beherzigen.
      Bei mir gibt es eigentlich zu jeder Mahlzeit einen frischen Salat, den darf sie ad libitum essen, was sie auch gerne macht. Sie ißt sehr gerne und sehr vielseitig. Ihre schlanken Freundinen sind eine einzige Katastrophe, was das Essen anbelangt. Essen nur einen bestimmten Joghurt einer Marke, nur trocken Nudeln, Gemüse sehr spärlich. Da ist meine Kleine ein richtiger Gourmet, die probiert alles und freut sich jeden Tag richtig auf das frische Mittagessen. Es macht mir Spass, so ein Kind am Tisch zu haben, denn ich freue mich natürlich, dass meine Kochkünste ankommen. Wenn das Übergewicht nur nicht wäre!
      Ich muss das abklären lassen, ich komme nicht drum herum.

      Evi
    • Lyssi, ich wollte noch mal auf dich zurückkommen.

      Du schreibst, dass es da nix Großes/Schlimmes in deiner Vergangenheit/Kindheit gibt.

      Du warst also Kind bereits dick.
      Warum?
      Hast du übermäßig gegessen? Hast du schlecht gegessen? Haben dir andere Essen gegeben und dich überfüttert? Hast du dich einfach als Kind gar nicht bewegt?

      Mich würden die Gründe interessieren. Vielleicht ergeben sich daraus dann weitere Fragen.

      wählende Grüße,
      Teichrose
    • Darcy schrieb:

      Ist sie denn wirklich besorgniserregend dick oder einfach nur ein bissel pummelig? Über welches Ausmaß an Übergewicht reden wir eigentlich?


      Ich muss aus der XL Kollektion die Kleider kaufen, sie wiegt bei 134 cm 36 Kg und ist 7 Jahre alt.
      Sie ist immer noch ein hübsches Mädchen, aber das Bäuchlein, Popo und Schenkelchen sind zu kräftig.

      LG
      Evi