Wir sollten wieder selbst nähen

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    • Wir sollten wieder selbst nähen

      schöne klamotten, aber ich nähe selber und so kostet mich ein shirt nur 7 euro. wir sollten wieder lernen selber zu nähen. so kostet es erheblich weniger. warum nähen nur so wenige. ich nähe z.B. gerade einen Leinenhose selber.
    • Ich nähe auch sehr gern. Vor allem weil man eine bessere Passform hinkriegt als mit Stangenware.
      Es ist aber äußerst frustrierend, wenn man einen ganz bestimmten Stoff sucht und zum Verrecken nicht findet. Ich suche derzeit einen kuschligen Angorajersey in weinrot oder pflaume für ein Winterkleid. Glaubt ihr, ich krieg sowas? Im Internet ist es auch schwer zu beurteilen, wie die Qualität ist, da fass ich lieber in Natura an.
      Übrigens hat Florence Stoffe in Bonn wunderschöne, absolut edle Stoffe zu relativ günstigen Preisen.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • ravenclaw schrieb:

      schöne klamotten, aber ich nähe selber und so kostet mich ein shirt nur 7 euro. wir sollten wieder lernen selber zu nähen. so kostet es erheblich weniger. warum nähen nur so wenige. ich nähe z.B. gerade einen Leinenhose selber.


      vielleicht weil man diesbezüglich 2 linke Hände hat????? :(

      Handarbeit war mir von jeher ein Graus... dann lieber Handwerken etc. aber schade finde ich es dennoch---nur aufraffen könnte ich mich auch nicht.
    • Der Handarbeitsunterricht in der Schule (nur für Mädchen, die Jungs hatten frei :mad:) war einfach ätzend. Und richtig was gelernt habe ich dabei auch nicht. Ansage der Handarbeitslehrerin: "Wer noch nicht stricken kann, der macht mal ein Probeläppchen!" HÄ? Ich wußte nicht mal, wie man die Nadeln hält, und dann ein Probeläppchen??? Beinahe wäre ich wegen Sport und Handarbeiten sitzen geblieben. Aber mit 1en in Mathe, Physik und Latein und dem Rest mit 2en hat sich das die Schule doch nicht getraut...:grins:
      Später hab ich mir die Techniken selbst angeeignet. Ich habe mir eine Nähmaschine gekauft, Stoff und alles und einfach losgelegt. Gut gebügelt ist halb genäht. Mein Mann näht sich auch seine Boxershorts selbst. Dem Inschenör ist nichts zu schwör. Und der Inschenörin erst recht nicht.:daumen:

      Ohne Witz: mit linken Händen hat das nichts zu tun, sondern nur mit peinlich sorgfältigem Arbeiten und einer guten Anleitung. Fang einfach mit einem leichten Stück in geraden Linien an, einer Bluse aus Baumwollstoff oder einem Jäckchen aus leichtem Loden oder Fleece - da muss man noch nicht mal versäubern. Zum Beispiel die Kaftane, die ich mir letztens gekauft habe: der Schnitt ist babyeinfach, nur gerade Nähte.
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    • Sophie schrieb:

      Ohne Witz: mit linken Händen hat das nichts zu tun, sondern nur mit peinlich sorgfältigem Arbeiten und einer guten Anleitung.

      Ist doch schön, wenn das für dich so funktioniert hat. Ich bin in meinem Leben mit allem, aber wirklich allem gescheitert, wofür man handwerkliches Geschick in irgendeiner Form braucht. Und zwar immer und immer und immer wieder. Jetzt habe ich keine Lust mehr.

      Punkt zwei: Neben der ganzen Arbeit im Job und als Alleinerziehende soll ich mich dann abends um zehn auch noch hinsetzen und Klamotten selber nähen? Och nö.

      Im übrigen fehlen mir auch Geduld und Lust an solchen Tätigkeiten. Wenn ich schon Hausarbeit, Kochen und Backen hasse, wieso sollte ich Nähen, Handarbeiten, Handwerken etc. lieben? Nein, da setze ich lieber auf den Austausch mit anderen (ich habe eine Freundin, die genial ist mit zwei Händen und froh, wenn ich ihr mal einen Brief entwerfe) oder auch auf gute Dienstleister. Die wollen ja auch leben.

      ravenclaw schrieb:

      wir sollten wieder lernen selber zu nähen. so kostet es erheblich weniger. warum nähen nur so wenige.


      Wieso "wir"? Wer will und mag, soll sich gern Kleidung oder was auch immer selbst herstellen, aber bitte auch nicht die anderen verständnislos angucken, die es nicht machen.
    • Zitat von ravenclaw [IMG:http://das-dicke-forum.de/forum/images/buttons/viewpost.gif]
      aber ich nähe selber und so kostet mich ein shirt nur 7 euro. wir sollten wieder lernen selber zu nähen. so kostet es erheblich weniger. warum nähen nur so wenige. ich nähe z.B. gerade einen Leinenhose selber.


      Jeder kann etwas anderes ... das heißt aber nicht, daß man auch Zeit (oder Muße) für alles (was man kann) hat. Der Tag hat nun mal nur 24 h Stunden und es werden auch nicht mehr, wenn man die Nacht dazunimmt :D

      Da könnte auch jemand der handwerklich begabt ist, den Kopf schütteln, warum nicht mehr Leute ihre Wohnung selbst renovieren oder warum nicht mehr Leute ihre Reifen selbst wechseln oder ihr Gemüse selbst anbauen etc. etc.

      Es gibt 1000 Dinge, die man machen könnte ... dummerweise reicht oft die Zeit nicht für alles -also muß jeder für sich selbst eben Prioritäten setzen. Ein "WIR" gibt es da nicht. (Ich bin jedenfalls ich und nicht wir - egal, um was es geht.)
      Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat,
      der wäre auch nicht mit dem zufrieden, was er haben möchte. (Berthold Auerbach)
    • ravenclaw schrieb:

      schöne klamotten, aber ich nähe selber und so kostet mich ein shirt nur 7 euro. wir sollten wieder lernen selber zu nähen. so kostet es erheblich weniger. warum nähen nur so wenige. ich nähe z.B. gerade einen Leinenhose selber.


      Der Zeitfaktor wurde bereits erwähnt.
      Bei der Berechnung darf man zusätzlich eines auch nicht vergessen:
      Auch wenn ich mir ab und zu die Zeit nehmen kann, ist meine Arbeitszeit ja nicht umsonst. Wenn ich nur 10.- € pro Stunde berechne und für mich als ungelernte Hobbyschneiderin ein einfach geschnittenes Oberteil erfahrungsgemäß mit Aufbau und hinterher alles wieder wegräumen und säubern, mindestens 5 Stunden dauert, dann wird das auch nicht mehr so billig.
      Hätte ich nicht vor allem Spaß daran und könnte ich mir so nicht Teile nähen, die genau nach meiner Vorstellung sind, dann würde ich das nicht tun. Jedenfall nicht unbedingt, weil es so billig wird.

      So kann ich Martina nur zustimmen, dass 70.- € für ein maßgeschneidertes Stück (das für einen Laien bestimmt mehr Arbeit bedeutet als mein einfacher Schnitt) aus schönem Stoff (der sicher auch teurer als 1.50 € pro Meter ist) absolut nicht teuer ist.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • @Sally: Was soll denn jetzt diese Aggressivität? Kein Mensch hat gesagt, dass ab sofort alle sich ihre Klamotten selber nähen müssen. Es wurde als eine Alternative zu schlecht sitzender Stangenware in den Raum gestellt. Es blickt niemand von uns verächtlich auf dich herab, wenn du sagst, du kannst nicht nähen, kochen, handarbeiten etc.

      Ich habe übrigens trotz 50-Stunden-Woche Zeit dafür. Wie gesagt: jeder muss für sich selbst die Prioritäten setzen. Wenn jemand Nähen blöd findet, dann eben nicht. Es wäre nur schade, wenn jemand eigentlich schon Lust hätte, sich aber nicht traut. Viele Leute haben eine so schlechte Meinung von sich und ihren Fähigkeiten, dass sie erst gar nichts versuchen aus lauter Angst vor einem Misserfolg. Man muss ja nicht mit dem Schwierigsten anfangen. Es gibt auch einen Kick fürs Selbstwertgefühl, wenn man mit selbstgemachten Klamotten strunzen kann. Und ich kann trotzdem am Auto die Räder wechseln und Türen einbauen. Das eine schließt das andere nicht aus.
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    • Hat nix mit Aggressivität zu tun, aber aus dem Beitrag von ravenclaw sprach für mich schon sehr viel Unverständnis gegenüber Menschen, die nicht nähen wollen oder können oder beides. Und wenn mir jemand sagt, es habe mit linken Händen nichts zu tun, kann ich wirklich nur vehement widersprechen. Es gibt tatsächlich Menschen, denen gelingt nichts, aber auch gar nichts, was mit Handarbeit (im wörtlichen Sinne) zu tun hat. Nach jahrzehntelangen Frust-Produkten hat man das irgendwann mal erkannt. Ich kann hier in aller Kürze nicht beschreiben, wie oft in meinem Leben ich vor den traurigen Resten irgendwelcher Bastel-, Näh-, Handwerks-, Küchen-, oder sonstiger Versuche gesessen und geheult habe, um anschließend alles in die Tonne zu versenken. Und beileibe nicht nur in der Schule, sondern sehr sehr oft auch noch als Erwachsene. Meine Talente liegen eindeutig woanders. Und ich hole mir gern Hilfe für das, was ich nicht kann. Sei es beim Reifenwechsel oder für Handwerkliches aller Art.

      Natürlich gibt es andererseits auch Menschen, die wollen und sich nicht trauen. Die darf man natürlich gern ein bisschen anstupsen.

      Für mich gilt einfach, genauso wie für Martina: Ich liebe es, im Internet einzukaufen. Die Auswahl empfinde ich als ausreichend groß, und ich finde eigentlich immer was, das mir gefällt, passt und sitzt. So wie gerade wieder diese zwei tollen Badeanzüge. Der Preis ist mir ... na ja, nicht egal, aber dann doch zweitrangig.
    • Shoppen?! Der pure Graus für mich. Ich mach mir lieber gelegentlich was selber, da kann ich es genau so machen wie ich es will.
      An zweiter Stelle kommt schon das Internet.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Zum Glück sind wir alle verschieden :five:

      Ich nähe auch sehr gerne , es ist ein Hobby von mir. Darum ist mir die Zeit die ich für so ein Teil brauche egal. Allein wegen dem günstigen Preis würde ich es nicht machen.

      Oft sind meine selbst genähten Sachen auch gar nicht soooo günstig. Ich möchte außergewöhnliche Teile haben und der Stoff den ich dafür brauche kostet dann auch entsprechend.

      Manchmal hab ich auch Glück und mache ein Schnäppchen, vor ein paar Wochen habe ich mir ein Top genäht aus Leinenmischgewebe für grade mal 3 €.
    • Ich kann ´n büsch nähen - aber ich mag es eigentlich nicht. Nähen macht mit aggressiv. Ich mache es nur, wenn ich Dinge brauche, die es so nicht zu kaufen gibt oder maßgefertigt zu teuer wären. Mittelalterkram gehört zu den Dingen, die ich noch gut selber hinkriege und mit einem glücklichen Stoffeinkauf kann ich auch mal ´n komplettes Outfit für 15 Euro haben, dass mich Maßgefertigt eher ab 150 gekostet hätte (mit Recht. Die Arbeitszeit eines Schneiders ist meist auch so schon unterbezahlt).

      Aber Shirts, Alltagshosen oder gar Anzüge - neeee. Da gibt es ja zum Glück auch für stark Übergewichtige die Möglichkeit des Kaufs von der Stange - für wenig Geld und mit geschonten Nerven.


      Schnitte für mich müssen ey immer gemacht werden. Und das ist ja selbst bei Schneidern "MEISTER"sache (klar können das auch mal einfache Schneider oder Hobbyleute - aber gerade wenn es Richtung Anzüge und co geht hört es oft auf).

      Ich hab da das Glück ein paar Leute zu kennen, die mir mal Grundschnitte für mich gemacht haben. Wer das nicht hat und nicht selber erstellen kann - schwierig.

      Mein Ruf nach Selbernähen kommt daher auch eben nur bei so Dingen wie MA-Kleidung und Tuniken (was quasi eins ist vom Schnitt her :P ). Das lässt sich an Hand eines passenden T-Shirts simpel ableiten. Und weil man imho selten taugliche MA-Kleidung zu einem vernünftigen Preis zu kaufen findet. In einer gewissen Größe schon gar nicht.
      "My body is a cage
      That keeps me from dancing with the one I love
      But my mind holds the key"

      Peter Gabriel
    • @ Sophie

      An dieser Stelle mal ein dickes Danke an Dich. Du machst mir wirklich Mut. :)
      Meine Erfahrungen im Handarbeitsuntericht waren ähnlich wie Deine und seitdem habe ich mich nicht so richtig an Nähprojekte rangewagt.
      Allerdings war ich z.B. früher auch eine geradezu legendär schlechte Köchin und koche inzwischen ausgesprochen gut :), bzw bin überzeugt dass (fast) jeder bis zu einem bestimmten Grad kochen lernen kann wenn er das gern möchte. Mir fehlte früher zum kochen irgendwie die Ruhe und Geduld ... heute ist es z.B auch noch so, dass alles misslingt wenn ich schlecht drauf bin.
      Irgendwie glaube ich, dass es mit dem nähen bei mir ähnlich sein könnte. Da war Dein Beitrag ein schöner Schubs in die richtige Richtung.

      Grundsätzlich empfand ich ravenclaws Beitrag übrigens überhaupt nicht als Angriff. Man muss sich den Schuh, den einen andere zuwerfen auch nicht immer gleich anziehen. Wer nicht zu "wir" gehört braucht sich ja nicht angesprochen zu fühlen. Schliesslich ist die schwierige Kleidersuche in grossen Größen immer wieder ein Thema ... das war zumindest mal ein konstruktiver Lösungsvorschlag.
      Zugegeben 70 € sind für ein maßgeschneidertes Teil nicht viel Geld ... aber je nach Budget sind 70 € für ein (!) einzelnes Kleidungsstück für den einen oder anderen schon ziemlich viel. Da ist es schon ein Unterschied ob man 7 € für den Stoff zahlt oder 10 mal soviel für das fertige Kleidungsstück.
      Selbstverständlich lesen und schreiben hier nur gutbürgerliche, hochverdiendene, dicken-politisch korrekte Wohlstands-Übergewichtige, für die Geld kein Thema ist, aber ich denke der Ansatz ist trotzdem nicht verkehrt.
      Vor ein paar Jahren lebte ich in der Situation, dass ich alles kaufen konnte was ich wollte, kein Preis ein Problem war. Ich habe viel gearbeitet und gut verdient. Da dachte ich auch ich habe für solche Späßchen wie Kleidung nähen keine Zeit. Dann kam der Zusammenbruch: Burnout, Erschöpfung, schwere Depression ... und dann daraus folgende Schulden.
      Inzwischen geht es mir gesundheitlich und finanziell wieder gut, aber ich sehe die Dinge etwas anders. Ich finde es gut sich mit anderen Dingen als nur mit seiner Arbeit zu beschäftigen :daumen: ... und ich finde es gut von anderen dazu angeregt zu werden neue Seiten und Fähigkeiten zu entwickeln. Vielleicht kommt man mal wieder in eine Situation in der man diese Fähigkeiten geradezu braucht um zu überleben, bzw. um sich chic zu kleiden zu können ohne ein Vermögen auszugeben. Natürlich muss das niemand so machen ... für die Anregung bin ich aber schon dankbar.
    • Meine Mutter näht supergut selber. Netterweise auch für uns. Z.B. gibt es schon eine regelrechte familieninterne "Abendkleiderkollektion" die sie selbst genäht hat, für jeden Schulabschlussball ein anderes:grins:

      Das ist übrigens auch ne Möglichkeit an tolle selbergenähte Klamotten zu kommen: ich könnte das vermutlich auch selber bzw. würde es mit der Zeit lernen, aber dafür bin ich viel zu ungeduldig und zu wenig detailinteressiert, deshalb sieht es nicht gut aus wenn ich es selber mache.
      Also mache ich nen Deal mit meiner Mutter wenn ich mal dort bin: sie näht für mich und ich mache in der Zeit, was sie sonst machen würde. Also kochen oder büglen oder putzen usw.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Martina () aus folgendem Grund: Teilung eines Threads

    • Ich bin aus dem selben Grund eine schlechte Näherin, meine Mama und meine Oma waren beide Schneiderinnen und haben uns von kleinauf mit ganz persönlichen Klamotten ausgestattet.
      Manchmal, wenn ich mich dann doch an ein Drum rantraue, bin ich verblüfft, welche Riesenarbeit auch hinter kleinen Sachen steckt und bewunder meine Oma im Nachhinein und meine Mama im jetzt.
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    • Die Profis, also Leute mit einer Schneider-Ausbildung, haben natürlich alle möglichen Tricks drauf und das richtige Werkzeug. Da können die meisten Hobby-Schneider natürlich nicht mithalten. Ich muss oft Einzelheiten, z.B. eine Pattentasche, an Stoffresten erstmal ausprobieren, bevor ich mich an das echte Teil traue. Da fehlt mir die Routine. Ich sitze ja nicht ständig an der Nähmaschine, sondern ich muss mir die Zeit auch irgendwo abknapsen.

      Wenn man Zeit und Material rechnet, spart man auch nicht wirklich etwas. Aber ich nähe auch nicht, um in erster Linie zu sparen. Mir geht es hauptsächlich um die Befriedigung, etwas Konkretes selbst geschaffen zu haben. Diesen Gegensatz von "Hand" und "Kopf", der in unserer Gesellschaft oft konstruiert wird, kann ich nicht nachvollziehen. Zu einem erfüllten Leben gehört für mich beides, Kultur und Wissenschaft auf der einen Seite sowie Sport und Handarbeit/Heimwerken auf der anderen Seite. Keins von beiden ist wertvoller als das andere, aber ohne einen der beiden Teile würde ich mich nicht vollständig fühlen. Das kommt wohl auch daher, dass es gerade handwerkliche Arbeit war (in meinem Fall war es ein Metallpraktikum mit Feilen, Bohren, Fräsen etc.), die mich aus tiefster Depression rausgeholt hat. Angespornt duch diesen Erfolg habe ich mich dann auch an Anderes gewagt, wie Stricken oder Nähen.

      Ich habe nie behauptet, dass mir immer alles gelingt. Ich verbocke auch mal was. Wenn ich von vornherein überzeugt bin, dass ich etwas nicht kann, oder wenn ich während der Arbeit merke, dass ich es doch nicht schaffe wie gedacht, dann werde ich ungeduldig, fahrig, ruppig, und dann klappt es auch tatsächlich nicht. Ich mache Fehler, ärgere mich noch mehr, werde noch ungeduldiger, werde frustriert, und dann ist es ganz aus. Aber dadurch lasse ich mir nicht den Mut rauben, es später nochmal zu versuchen, vielleicht einen Level einfacher.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:

      Die Profis, also Leute mit einer Schneider-Ausbildung, haben natürlich alle möglichen Tricks drauf und das richtige Werkzeug. Da können die meisten Hobby-Schneider natürlich nicht mithalten. Ich muss oft Einzelheiten, z.B. eine Pattentasche, an Stoffresten erstmal ausprobieren, bevor ich mich an das echte Teil traue. Da fehlt mir die Routine. Ich sitze ja nicht ständig an der Nähmaschine, sondern ich muss mir die Zeit auch irgendwo abknapsen.

      Wenn man Zeit und Material rechnet, spart man auch nicht wirklich etwas. Aber ich nähe auch nicht, um in erster Linie zu sparen. Mir geht es hauptsächlich um die Befriedigung, etwas Konkretes selbst geschaffen zu haben.

      Das ist eine nachvollziehbare Haltung.
      Ich habe stets mit dem Nähen versagt (Schule, Nähkurse ... ).
      Ganz ähnlich gehts mir bei anderen Sachen, z.B. Kuchen backen: ich habe genau einen Kuchen in meinem Leben gebacken (und ich bin nicht mehr die jüngste) - als ich las 100g davon und 150 g davon und usw. - schier endlos dachte ich mir - das ist Lebenszeit, die draufgeht - das machste doch NACH GEFÜHL (:-D - der Kuchen war natürlich nicht genießbar - weia!).
      Somit habe ich bei diesen Dingen absolut versagt - macht nix, ich kann ja anderes.
      Zum Schneidern habe ich jetzt eine alte Dame in der Nachbarschaft gefunden, die nach meinen Entwürfen (sehr günstig) fertigt (und das ist eine Leistung, die ich nicht genug bewundern kann!!) - das Färben übernehme ich.
      Meine Mutter bäckt für mich (sie kann gar dreistöckige Torten aus dem Ärmel schütteln) - dafür übernehme ich ggfs. tagelang alle niedersten Arbeiten für sie (:-D).
      ...
      So gleicht sich alles irgendwie aus. Und das ist gut so!!!

      Jeder kann etwas anderes sehr gut und sollte sich nicht krampfhaft zwingen, alle Fähigkeiten zu entwickeln.
    • apple schrieb:

      ich habe genau einen Kuchen in meinem Leben gebacken (und ich bin nicht mehr die jüngste) - als ich las 100g davon und 150 g davon und usw. - schier endlos dachte ich mir - das ist Lebenszeit, die draufgeht - das machste doch NACH GEFÜHL (:-D - der Kuchen war natürlich nicht genießbar - weia!).
      Somit habe ich bei diesen Dingen absolut versagt - macht nix, ich kann ja anderes.

      Du hättest mal meine erste Pizza probieren müssen! Irgendwie hatte ich mich verlesen und 3 Esslöffel Salz reingetan. :-o Mittlerweile bin ich pizzamäßig besser als Dr. Oetker.
      Wie oft bist du als Kind beim Laufenlernen hingefallen und wieder aufgestanden? Wenn du dich beim ersten Hinplumpser hingelegt hättest und gesagt hättest, ich kann das nicht, würdest du jetzt noch krabbeln....
      Nunja, wenn dir Kuchenbacken echt zu blöd ist, dann musst du dich auch nicht dazu zwingen. Ich backe auch keinen Kuchen, weil ich halt keinen esse, wozu also? Aber von einem einmaligen Fehlversuch darauf zu schließen, dass du unfähig bist? Dein Erlebnis beweist dir doch nur, dass du einen Fehler gemacht hast, als du dich nicht an das Rezept gehalten hast, nicht dass du generell zu doof zum Backen bist.
      Das ist mir schon oft aufgefallen, dass viele Leute sofort aufgeben und an sich zweifeln, nur weil irgendwas nicht auf Anhieb perfekt ist (Backen, Nähen, Sport, Fremdsprachen - was auch immer) oder weil irgendwer genörgelt hat. Ohne Versuch und Irrtum kann man sich aber nicht weiterentwickeln. Und man bringt sich um das geile Erfolgserlebnis, dass es doch geklappt hat.
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    • ravenclaw schrieb:


      warum nähen nur so wenige.


      Mir macht Nähen absolut keine Freude, ganz im Gegenteil, obwohl ich es prinzipiell könnte. Spass, Entspannung und Abstand zum Alltag finde ich beim Lesen, Musik machen, Radfahren und seit einiger Zeit besonders beim Geocachen. Ich würde ungern auf die vielen schönen Touren verzichten, um Zeit für's Nähen freizuschaufeln, das ich als Aufgabe empfinde, aus der ich nichts Positives für mich ziehen kann.

      Es mag durchaus sein, dass Selbernähen billiger kommt, auch wenn ich vermuten würde, dass bei einer echten Kostenkalkulation (Material UND dafür erforderliche Arbeitszeit) das Ergebnis nicht so eindeutig ist. Entscheidend ist meiner Ansicht nach allerdings, dass jeder in seinem Leben nach seinem Gusto andere Prioriäten setzen kann. :)

      Gruß
      Lucia
    • Genau das ist es. Wenn jemand irgendein Hobby probiert hat, und es doof findet, dann ist es die absolut richtige Entscheidung, es bleiben zu lassen. Für mich ist Schwimmen so ein Bäh-Hobby.
      Aber ich kenne leider viele viele, besonders Frauen, sich durch ein einmaliges Misserfolgserlebnis oder abfällige Bemerkungen wie "du kannst das ja doch nicht", "das ist nichts für Mädchen/Jungen/dich" abschrecken lassen. Das ist dann doch schade, weil es vielleicht gerade dieses Hobby gewesen wäre, das besonders viel Spaß gemacht hätte.
      Also: jede/r nach seinem/ihrem Gusto!
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • es geht doch gar nicht darum, daß nähen billiger ist. Gute Stoffe kosten schon was. Es geht eher darum etwas exclusives einzigartiges und sich von der Masse abzuheben. Immer nur von der Stange zu kaufen kann schon langweilig sein.Ich selbst bin keine Näherin (oder noch nicht). Aber ich bedauere es sehr.
    • gabriele schrieb:

      es geht doch gar nicht darum, daß nähen billiger ist. Gute Stoffe kosten schon was. Es geht eher darum etwas exclusives einzigartiges und sich von der Masse abzuheben. Immer nur von der Stange zu kaufen kann schon langweilig sein.Ich selbst bin keine Näherin (oder noch nicht). Aber ich bedauere es sehr.
      Ich auch. Eigentlich würde ich gerne mal einen Nähkurs besuchen - irgendwann mach ich das auch noch.;)