Wann ist der Mensch eigentlich dick?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    Bitte beachtet unsere überarbeitete Datenschutzerklärung sowie unsere ebenfalls überarbeiteten Forenregeln.

    • Mich erinnert das immer an einige Mädchen, die ich zwar nicht persönlich kenne / kennen will (die üblichen "stylischen" Tussis halt) - die sagen "boah ich bin so fett!", bei Kleidergröße 34.
      Wenn sie fett sind, was bin ich dann bitteschön? Oo
      Der Kölner Dom? ^^

      Mich regt sowas auf, wenn dann solche Menschen ankommen und meinen, sie seien übergewichtig obwohl sie schon an der Grenze zum Untergewicht stehen.

      Geschätzt werde ich auch immer 10kg weniger. Einerseits macht mich das stolz, andererseits bin ich aber hauptsächlich "die dicke da" und nicht "die mit den schönen langen Haaren, der tollen Haut etc."
      Ich wurde von 'nem Freund mal auf 80kg geschätzt - was mich persönlich extrem verwundert hat. Ich sehe nicht mal ansatzweise wie 80kg aus. Aber gesagt habe ich nichts.

      Wahrscheinlich liegt's an meiner Generation, dass ich sowieso stets von anderen Jugendlichen als "Die Dicke" (oder schlimmer) bezeichnet werde. Mich stört es wenig, denn die Menschen die mich auf mein Gewicht reduzieren, eh nur Vakuum im Kopf haben.
    • ChubbyPrincess schrieb:

      Mich erinnert das immer an einige Mädchen, die ich zwar nicht persönlich kenne / kennen will (die üblichen "stylischen" Tussis halt) - die sagen "boah ich bin so fett!", bei Kleidergröße 34.
      Wenn sie fett sind, was bin ich dann bitteschön? Oo
      Der Kölner Dom? ^^


      Da habe ich mal eine ähnliche Geschichte erlebt. Ich war mit meiner besten Freundin shoppen und ich glaube es war bei C&A. Ich habe was anprobiert und neben mir in der Kabine war auch ein Mädchen, dass sich lautstark mit ihrer Begleitung unterhalten hat. Und auf einmal hat sie losgeschrieben "Ahhh hilfe ich brauche ne 36, ich bin so fett geworden!" :eek:


      ChubbyPrincess schrieb:


      Mich stört es wenig, denn die Menschen die mich auf mein Gewicht reduzieren, eh nur Vakuum im Kopf haben.


      Ja das denke ich mir dann auch ab und an. Meine Freunde, die mich nehmen so wie ich bin, meinen tollen Charakter kennen sind nämlich allesamt intelligent, tolerant und niveauvoll. :applaus:
    • Nach dem Krieg,
      nachdem viele hungern mussten, war jemand, der ordentlich zugenommen hat, stattlich oder wohlgenährt. Wenn ein Mann einen ordentlichen Bauch vor sich her trug, war es ein Wohlstandbauch und ein Zeichen dafür, dass er sich ernährenkonnte, also erfolgreich war.
      Kinder wurden noch in den 50er-60er Jahren in die Erholung geschickt, mit dem Ziel, dass sie zunehmen. Und wenn es gar recht pummelig war oder wurde, war dies ein Zeichen dafür, dass es gesund war.
      Auf der obligatorischen Rotbäckchenflasche war ein Kind mit dicken Pausbacken abgebildet und es war das Ziel vieler Eltern, dass ihr Kind auch so aussehen sollte. Dann wusste man, dass die Eltern gut für ihr Kind sorgen konnten.

      Jetzt wird das vermeintliche Ideal immer dünner. So sahen die Menschen im Krieg aus, wenn sie kurz vor dem verhungern waren.

      Wann wird also ein Mensch als dick bezeichnet?
      Im Grunde immer dann, wenn viele andere dünner sind, oder wenn Dünnsein "in" ist. Und da spielt es überhaupt keine Rolle, wer denn der gesündere Mensch ist. Das, was gerade Mode ist, wird als Richtwert genommen, auch wenn dieser noch so absurd, verrückt und ungesund ist.

      Sollte man sich davon leiten lassen?
      Ich tue es nicht (nicht mehr) und mir ist volkommen schnurz, was die Modebranche oder irgendwelche dummen Menschen meinen. Mir ist wichtig, dass ich lerne auf meinen Körper zu hören, denn das tut ihm gut. Und das ist mir wichtig.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Es ist z.B. auch im Barock eher ein Ideal gewesen rundere Formen zu haben, weil die breite Masse eher wenig zu essen hatte und unterernährt war.
      Es gilt komischerweise immer das Ideal, was entgegen des Nahrungsangebotes ist: ist das gut, soll man möglichst dünn sein, ist es schlecht, sind füllige Formen "in".
      Wo da die Logik liegt verstehe ich allerdings auch nicht.
    • das was jetzt hier geschrieben wurde, kann ich nicht ernst nehmen. Mit Größe 34 ist kein Mensch fett, die sind höchstens psychisch krank und leiden an Wahrnehmungsstörungen oder sie wollen provozieren. Wann jemand dick ist, kann man nicht beschreiben. Das sieht man oder eben nicht.
    • A propos psychisch krank; gerade bei Punkt 12 gesehen: Eine Mutter, die ihrem Kind Abführmittel ins Fläschchen gemischt hat, weil sie es zu fett fand. Dabei war/ist die Gute selbst essgestört. :eek: Da sieht man mal wie weit dieser gesellschaftliche Druck labile Menschen beeinflussen kann.
    • Bei mir ist es ein Gefühl, wen ich eher als dick und wen ich nicht als dick bezeichnen würde. Ich glaube auch, dass viele so ein Gefühl haben, dass das aber nicht bei allen gleich sein muss und dass es schwer zu kommunizieren ist.

      Ich bin dazu übergegangen wirklich schlanken Menschen, die sich in meiner Gegenwart als dick bezeichnen schlicht und einfach zuzustimmen. Die Reaktion darauf ist immer wunderbar!:-D
    • Mich regt sowas auf, wenn dann solche Menschen ankommen und meinen, sie seien übergewichtig obwohl sie schon an der Grenze zum Untergewicht stehen.

      Mich auch. Das ist nichts als "fishing for compliments". Deshalb finde ich dies hier:
      Ich bin dazu übergegangen wirklich schlanken Menschen, die sich in meiner Gegenwart als dick bezeichnen schlicht und einfach zuzustimmen
      genial. :D

      Muss ich mir merken. :cool:
    • Das sich dick fühlen mit Größe 36 kenne ich auch von meinen Töchtern als sie in der Pubertät waren.
      Das hat mir dann zu denken gegeben,denn sie haben wirklich beide eine gute Figur und sind schlank. Einerseits orientieren sie sich ja am gängigen Schöheitsideal der Medien, also nahe der Magersucht, aber ich mußte mich auch an der eigenen Nase packen da sie mich auch oft am "diäten" erlebt haben. Da hilft dann nur reden und ihnen Tips zur gesunden Ernährung zu geben. Inzwischen sind sie erwachsen und mit ihren Körpermaßen zufrieden, und ich wünsche ihnen dass dies auch so bleiben kann.

      Ach ja, ich fühl mich auch je nach Stimmung mal sehr dick, und mal nur etwas aus den Fugen geraten...

      Liebe Grüße
      Gartenzwerg
    • wollmaus schrieb:

      [...] Ich bin dazu übergegangen wirklich schlanken Menschen, die sich in meiner Gegenwart als dick bezeichnen schlicht und einfach zuzustimmen. Die Reaktion darauf ist immer wunderbar!:-D

      In der Richtung habe ich in einem anderen Forum mal etwas Nettes gelesen.

      Eine dicke Dame sitzt mit ihrer Freundin, normal-bis untergewichtig, im Café. Die Freundin fängt das übliche Komplimentefischen an. Sie habe ja sooo zugenommen und müsse unbedingt wieder diäten, das gehe ja gar nicht, ogottogott, sie sei ja so fäääääht!

      Ihr Gegenüber hat dieses Mal keine Lust, ihr wortreich zu versichern, wie doll und schlank sie doch ist und dass sie das doch nicht nötig hätte, neinnein, und sagt stattdessen „Ja, stimmt. Fällt richtig auf. Steht Dir aber.“

      Die Antwort der Fischerin?

      „Spinnst Du??? Ich habe gar nicht zugenommen!!“

      Ertappt würde ich sagen. :baeh2:
    • :applaus:
      Ich muss aber hinzufügen, dass ich durchaus auch schlanken oder schlankeren Menschen Probleme mit ihrem Gewicht zugestehe. Ich nehme die auch durchaus ernst und glaube, dass sie einen entsprechenden Leidensdruck haben können.
      Ich reagiere nur so bei Menschen, bei denen es klar ersichtlich ein Fishing for compliments ist.

      Abgesehen davon finde ich es aber tatsächlich - abgesehen von guten Freunden, mit denen ich gerne über alles rede - von irgendwelchen Kollegen oder Co taktlos sich bei mir zu beklagen, wenn sie sich wegen zwei oder drei Kilos fett fühlen - ich habe auch schon mal jemanden gefragt, was er denken würde, wie ich mich dann fühlen müsste.
      Ich finde es auch einfach eine grobe Taktlosigkeit. Um es zuzuspitzen - ich würde auch nicht bei einem Rollstuhlfahrer, den ich auf dem Flur treffen über meinen verstauchten kleinen Zeh reden. Das verbietet einfach der Anstand - den es aber wohl Übergewichtigen gegenüber nicht gibt.
    • Zitait: Das verbietet einfach der Anstand - den es aber wohl Übergewichtigen gegenüber nicht gibt.

      Wie sagte doch neulich jemand im TV:
      "Die allgemeine Haltung gegenüber dicken Menschen ist der einzige heute noch tolerierte Rassismus!" -
      Drastisch, aber kommt schon hin.
    • Ja hab ich auch so erlebt, könnte es nicht besser ausdrücken.
      Es ist leider all zu selbstverständlich geworden, als dicker Mensch gemobbt und nicht toleriert zu werden.
      Wenige Leute sind völlig frei von dem Denken, wenn sie dicke Menschen auf der Straße sehen.
      Nicht alle geben Kommentare ab, aber man wird schon hier und da abfällig angeschaut bzw. kann ich mir
      vorstellen, dass das Unterbewusste schon "denkt" "Boah ist der/die dick, kann die/der nicht abnehmen?!" etc.
      Ich denke der Irrglaube, dass dick sein mit ungesunder Ernährung, regelrechtem in sich rein fressen, mangelnder Disziplin und fehlender
      Bewegung zu tun hat, quasi dass es selbstverschuldet ist und zwar in 100% aller Fälle..ist der Hauptgrund. Man schert eben alle über einen
      Kamm.
    • wollmaus schrieb:

      [...]
      Ich finde es auch einfach eine grobe Taktlosigkeit. Um es zuzuspitzen - ich würde auch nicht bei einem Rollstuhlfahrer, den ich auf dem Flur treffen über meinen verstauchten kleinen Zeh reden. Das verbietet einfach der Anstand - den es aber wohl Übergewichtigen gegenüber nicht gibt.

      Genau das denke ich mir auch immer, wenn es mal wieder einschlägige Diskussionen darüber gibt, dass jeder ja wohl das Recht dazu hätte, sich mal zu dick zu fühlen, und sei es mit einem BMI von 19 und tüdeldidüh.

      Ist richtig. Das Recht dazu hat jeder, auch wenn man es ab einer gewissen Körperunfülle durchaus kritisch betrachten kann.

      Nur sind dieses Recht und das Gefühl für Angemessenheit eines Themas völlig unabhängig voneinander.

      Jammere ich vor einem Rollstuhlfahrer darüber, dass ich mir den großen Zeh angestoßen hätte und jetzt bestimmt drei ganze Tage(!) lang nur noch humpeln könne und dass das ja so schräääääcklich sei?

      Jammere ich vor einem Blinden darüber, dass ich heute gar nicht richtig sehen könnte? Einem Gehörlosen, dass das Konzert gestern so laut war und ich grade gar nicht so richtig hören könne? Vor einem Kommilitonen, der sich sein Studium mühsam mit mehreren Nebenjobs finanziert, dass meine Eltern mir mein Geld gekürzt hätten und ich jetzt nur noch einmal wöchentlich ins Nagelstudio und zum Friseur könnte und wie sehr mich das in meinem Lebens-Syle einschränken würde, ach großer Jammer?

      Nicht unbedingt, oder? Weil das allgemein als grob gefühllos und unhöflich gelten würde.

      Natürlich kommt es noch auf die allgemeinen Befindlichkeiten der Betroffenen an, klar, und so manches Mal kann man es selbst mit großer grundsätzlicher Empathie nicht vermeiden, dass man seinem Gegenüber auf die Zehen tritt. Das ist nur normal und menschlich.

      Aber die nun wirklich ganz offensichtlichen Fettnäpfchen, die einem nicht nur ins Auge springen sondern auch noch in den Hintern treten, in die Seite poken und ins Ohr brüllen, die sollte man dann doch vermeiden können. ;)
    • Ich verstehe, was Ihr mit Euren Beispielen ausdrücken wollt Lyssa und Wollmaus. Ich möchte trotzdem ein aber einwenden:

      Mich kann doch im Grunde nur dann der Hinweis der Superschlanken auf ein Pfündchen zuviel verletzten, wenn ich selber meine Pfunde als für mich als verletzend empfinde. Wenn ich jedoch schlicht denke, es gibt eben unterschiedliche Figuren und unterschiedliche Geschmäcker, kann mir das Gejammer der Schlanken nichts anhaben. Es wäre dann einfach das Recht der Schlanken, sich mit 3 Kilo mehr unwohl zu fühlen, ganz egal, ob ich dicker oder dünner bin und es würde mich nicht berühren.

      Es ist schon länger her, als eine extrem schlanke Frau einmal so etwas in meiner Gegenwart sagte und ich habe ohne Überlegen ehrlich geantwortet, dass ich es nach meinem persönlichen Geschmack im Gegenteil für sie von Vorteil fände, wenn sie ein paar Kilo zunehmen würde. Später erst ist mir klar geworden, dass ich es im umgekehrten Fall vielleicht als Beleidigung verstanden hätte.
      Heute würde ich einfach sagen: "Wenn das eher Deinem eigenen Wohlgefühl entspricht, dann ist das so. Jeder hat eben einen anderen Geschmack."

      Fazit:
      Wir sind eben nicht behindert, oder blind, oder gehörlos oder arm, wir haben nur eine vielleicht auffallende Figur, und entweder mögen wir uns auch mit ihr, selbst wenn sie nicht auf der Wunschliste stand, oder wir tun das nicht.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]