Wann ist der Mensch eigentlich dick?

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    • Wann ist der Mensch eigentlich dick?

      Aus gegebenem Anlass möchte ich die Frage mal hier ins Forum werfen.

      Die Ausgangslage: Drei Menschen, die ich kenne, mag und schätze, haben ein Buch geschrieben. Titel "Leben für Fortgeschrittene - vom Glück des Älterwerdens". Zwei dieser Menschen sind die eigentlichen Autoren, einer ist Psychologe und hat die einzelnen Geschichten kommentiert.

      Es handelt sich um Geschichten von Menschen, die (wie ich) der Generation Babyboomer angehören, d.h. die jetzt alle so um die 50 sind und sich mitunter fragen, ob's das denn jetzt wohl war oder ob es die Möglichkeit gibt, vielleicht doch nochmal was ganz anderes zu machen und/oder sich alte, ungelebte Träume zu erfüllen.

      Mir haben diese Geschichten sehr gut gefallen (auch, weil sie wirklich Mut machen, die Regie im eigenen Leben zu übernehmen).

      Nur eine Geschichte hat mir nicht gefallen.

      Ich habe den drei "Verantwortlichen" dazu (neben viel Lob für eine wirklich gelungene Umsetzung einer tollen Idee) in einer Mail unter anderem geschrieben:


      Eine Geschichte sitzt mir quer. Vielleicht keine Überraschung – die Geschichte von Heidi.

      Erstens einmal ist eine Frau, die Kleidergröße 44 trägt, nicht dick!
      In unserem Umfeld gibt es eine ganze Reihe Frauen mit Größe 44 – und die sind alles andere als dick. Mit Adipositas haben sie aber auch gar nichts zu tun.

      ICH bin dick. Ich trage Größe 56/58. Gern auch mal 60, wenn’s locker sitzen soll.
      Das nur mal, um euch so eine Vorstellung von Kleidergrößen zu geben. Obwohl ich sonst nicht darüber rede, – auch um Tratsch zu vermeiden – hier erscheint es mir wichtig.

      Meine Tochter trägt inzwischen 38/40, manchmal auch 42. Und sie ist ein elfjähriges Mädchen in der Pubertät. Nicht dünn, aber auch alles andere als dick.

      Zudem werden euch vele Frauen bestätigen: Die Größen sind in den letzten Jahren in dem Maße geschrumpft, in dem sich das Schönheitsideal immer weiter Richtung Magerkeit entwickelt hat – vor allem in den angesagten Läden wie H&M, Zara etc.

      Zum zweiten: Wer sich gesund ernährt, nimmt keineswegs ab. Vor allem dann nicht, wenn er (und vor allem sie) a) im mittleren Lebensalter ist und b) schon –zig Diäten hinter sich hat. Da ist es – Entschuldigung – geradezu lächerlich zu glauben, drei … fünf … sieben … kg abzunehmen, indem man mal eben das Abendessen durch einen Salat ersetzt. Und dann noch auf der nächsten Seite in der Cartoon-Zeichnung wie weiland der Fastenpapst Dr. Lützner plötzlich erschlankt aus der Riesenhose steigt.

      Heidis Geschichte suggeriert, was Politik und Medien uns per Sperrfeuer seit Monaten und Jahren einhämmern: Wer dick ist, ernährt sich falsch, isst zuviel, zu fett, zu schlecht, hat keine Ahnung von Ernährung und gesundem Essen und stopft sich mit Müll voll. Nur deswegen ist er dick. Stellt er die Ernährung um, geht alles wie von selbst. Nicht umsonst wird mittlerweile fast jede Diät als Ernährungsumstellung“ deklariert.

      Nota bene: Menschen sind aus unterschiedlichen Gründen dick. Während bei einigen die Ursache tatsächlich in falscher Ernährung und Bewegungsmangel liegen mag, häufen sich die gesundheitlichen Gründe für Übergewicht zusehends. Aber selbst bei den „falsch Ernährten“ führt eine jahrzehntelange Diät“karriere“ irgendwann dazu, dass es gar nicht mehr funktioniert mit dem Abnehmen. Es gibt Frauen, die mit 800 Kalorien nicht mehr abnehmen.

      Wer diese Geschichte liest, „lernt“ zweierlei: a) ist eine Frau, die Größe 44 trägt, bereits dick und b) ist sie (wieder mal) eine Versagerin, wenn sie nicht schafft, was Heidi schafft. Um so mehr, wenn sie sich vielleicht durchaus gesund ernährt und auch bewegt.

      Das finde ich traurig.

      Die Geschichte passt nicht zu den anderen, weil Heidi nicht sich selbst und ihre Persönlichkeit entdeckt und entfaltet, sondern sich vor allem bemüht, den Anforderungen zu entsprechen, die die Gesellschaft (und ihr Mann) an sie stellen. Das ist ein Glücksversprechen – aber eines, das leider nicht trägt, wie viele Menschen immer wieder erfahren. Denn selbst wenn die Kilos verschwinden – die Probleme verschwinden nicht analog dazu. Auch nicht die in einer Partnerschaft.

      Ich hätte mir gewünscht, dass Heidi einen Weg findet, sich so zu lieben und zu akzeptieren, wie sie nun mal ist. Das wäre ihrer Ausstrahlung sicher sehr zugute gekommen.

      Ob ihr Mann diesen Weg mitgegangen wäre oder nicht, steht wieder auf einem anderen Blatt. Dieses Risiko muss man dann eingehen.

      Denn in Abwandlung des alten Rosa-von-Praunheim-Spruchs gilt: Nicht der dicke Mensch verhält sich falsch, sondern die Gesellschaft, in der er lebt.
      Dazu kam von allen eine Reaktion in dem Sinne ... stimmt, wir hätten dich vorher mal fragen sollen.

      Einer der drei schrieb:

      Hätte ich Dich mal vorher konsultiert. Too late... Mindestens
      können wir das bei einem Frühstück im Duweißtschonwo ein bisschen
      nachholen! Dann will ich von Dir auch eine klare Stellungnahme zum
      Thema "ab wann IST man denn nun dick"? Und wer hat die
      Definitionshoheit? Darf eine Frau mit Größe 38 oder ein Mann mit 32
      sagen "ich bin zu dick? Und wenn nein, ab wann darf er es? Ab Größe
      60? Ernsthaft, das frage ich mich jetzt. Aber Dialog ist ja der
      Anfang! Also los!
      Ich finde das eine sehr interessante Frage. Und ich habe auch schon ein bisschen darüber nachgedacht. Natürlich kann man diese Frage nicht losgelöst von der Gesellschaft beantworten. Denn wie dick oder nicht man sich selbst empfindet, hat sicher auch mit der Reflexion des Umfelds zu tun. Als ich ein Kind war, wäre niemand auf die Idee gekommen, eine Frau mit Größe 44 als dick zu bezeichnen. Heute ist bei Frau Klum und Konsorten schon jemand dick, der Größe 38 trägt.

      Also - was meint ihr? Wann ist der Mensch dick?
    • Obwohl ich im Aufbruch war, habe ich neugierig Dein interessantes Thema noch schnell gelesen und schon zu Beginn genau diesen Gedanken von Dir:

      wie dick oder nicht man sich selbst empfindet, hat sicher auch mit der Reflexion des Umfelds zu tun.

      Aber irgendwie gilt dies nur bis ich es schaffe, auf das, was andere über die eigene Figur denken mögen, zu pfeifen. Sobald mir die Meinung anderer egal ist, was meine Figur anbelangt, kann ich kann für mich beschließen, mich schön, oder rund, oder dick, oder schlank, oder was auch immer zu finden.

      Von mir kann ich sagen, dass ich Rundungen mag und schön finde. Andere fänden dieses Maß an Rundungen vielleicht schon dick. Ich nicht.
      So wie ich jetzt bin, finde ich mich dick. Sehe ich eine Frau, die ähnliche Rundungen hat, finde ich sie nicht dick. Es gibt also auch noch einen Unterschied in der Eigenwahrnehmung und der, wie man andere Menschen sieht.

      Und dann kommt noch der Vergleich oder die Sichtweise: Alles ist ja auch relativ. Ein Mensch, der doppelt so viel wiegt wie ich, mag meinen, ich wäre gar nicht so dick.
      Hat ein ansonsten superschlanker bis dürrer Mensch ein Bäuchlein, findet er sich dick...

      Ich glaube, je mehr Menschen man fragt, desto mehr werden die Meinungen darüber auseinander gehen, sofern diese Menschen denn noch wissen, was wirklich ihr eigener Geschmack ist und was sie aufgrund der Gehirmwäscheähnlichen Bilder, die uns täglich entgegen prangen, angenommen haben.

      Meiner Meinung nach kann man nicht sagen, ab dann und dann ist ein Mensch dick, weil dick oder nicht dick ein ganz persönliches Empfinden ist.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Eine meiner Erfahrungen moechte ich euch erzaehlen.
      Ich war so ca. 23 bis 24 Jahre alt und machte meine xte Diaet.
      Bei einer Groesse von 1,68 m war ich mittlerweile bei 64 Kilo gelandet, dass war damals nach der allgemeinen Meinung fast Idealgewicht. (Groesse minus 100 minus 10 Prozent)
      Ich trug Groesse 40 bis 42 und fuehlte mich total schlank und rank. :girl:
      Eines Tages hatte ich eine Begegnung in den Toilettenraeumen mit einer aelteren Kollegin ueber 50, die selber nicht schlank war.
      Sie musterte mich von oben bis unten und meinte, dass ich wohl abgenommen haette. Ich bejahte dies fruedestrahlend und dann kam ihr naechster Satz.
      >Da muss aber noch was runter<
      Das hat mich so runtergezogen und deprimiert, dass ich sofort aufhoerte mit der Diaeterei.
      Schade, dass ich damals nicht das Selbstbewusstsein und die Schlagfertigkeit hatte ihr die passende Antwort zu geben. :keule2:


      Zu Sallys Frage wann ein Mensch dick ist, moechte ich sagen, dass er vielleicht dann dick ist, wenn er sich dick fuehlt. Das strahlt er ja auch aus.
      Es gibt auch noch sowas wie gemachtes/gesteuertes Fuehlen. Das ist durch die Medien gesteuert und Menschen die sich daran orientieren, messen sich/ihren Koerper daran. Und fuehlen sich dann dick. Und strahlen es dann aus.

      Es gibt wohl noch zig andere Definitionen dazu. Bin aber momentan schon zu muede um noch mehr von meinem Senf dazugeben zu koennen.

      Also, guats Naechtle
      Engelchen


      [SIZE=1]:holy:

      Hast DU heute schon einen dicken Menschen umarmt??? Fang bei dir selber an!!! (Engelchen)
      [/SIZE]
      [SIZE=1]

      [/SIZE] [SIZE=1]Denn: "LIEBE deinen Nächsten wie DICH SELBST" (mein Chef, der Jesus)[/SIZE]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Engelchen ()

    • ich denke, daß diese merkwürdige Kollegin einfach nur neidisch war. Da hätte sie doch froh sein können wenn sie dein Gewicht gehabt hätte. Du hattest idealgewicht aber nicht nur fast, sondern wirklich. Daß immer noch was runter geht ist schon klar, übertreiben muß man es aber nicht. Dennoch, warum war die Kollegin dick und macht dich runter. Das war purer Neid, sonst nichts.
    • wann ist ein mensch dick? gute frage.

      von außen würde ich sagen, jeder, der noch in eine standard-kleidergröße passt ist nicht als dick zu bezeichnen.

      dass die zierliche frau, die ihr leben lang 36 trug sich selbst mit 40/42 als dick wahrnimmt, und dass ich (56/58/60 wenns locker sitzen soll) mich mit 50 als dünn bezeichnen würde ist wiederum die sache, dass selbst- und fremdwahrnehmung da immer auseinanderklaffen werden.
      Lieben Gruß

      Rita

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rita ()

    • Engelchen schrieb:

      Eine meiner Erfahrungen moechte ich euch erzaehlen.
      Ich war so ca. 23 bis 24 Jahre alt und machte meine xte Diaet.
      Bei einer Groesse von 1,68 m war ich mittlerweile bei 64 Kilo gelandet, dass war damals nach der allgemeinen Meinung fast Idealgewicht. (Groesse minus 100 minus 10 Prozent)
      Ich trug Groesse 40 bis 42 und fuehlte mich total schlank und rank. :girl:
      :keule2:





      Gleiche Größe, gleiches Alter, gleiche Kilos, obenherum Gr. 36/38 unten rum 40/42 - und ich fand mich etwas "rundlich", war mir immer sicher, "da muß noch was runter".
      Jetzt könnte ich mich darüber kringeln, wäre mit weitaus mehr sehr zufrieden.
      Aber - oh Wunder, ich finde mich auch jetzt nicht völlig unansehlich ... und meine Umwelt, glaube ich, auch nicht.
      (damals wäre ich bei der Vorstellung wahrscheinlich gestorben :eek:)

      So verschieben sich Perspektiven (aber auch das Selbstbewußtsein!).
    • Rita schrieb:

      wann ist ein mensch dick? gute frage.

      von außen würde ich sagen, jeder, der noch in eine standart-kleidergröße passt ist nicht als dick zu bezeichnen.

      dass die zierliche frau, die ihr leben lang 36 trug sich selbst mit 40/42 als dick wahrnimmt, und dass ich (56/58/60 wenns locker sitzen soll) mich mit 50 als dünn bezeichnen würde ist wiederum die sache, dass selbst- und fremdwahrnehmung da immer auseinanderklaffen werden.


      Gut ausgedrückt!!!

      Und jeder ist da ganz anders. Ich bin überzeugt, jeder hat sein ganz persönlich "richtiges" Gewicht, was kaum mit Mittelwerten usw. darzustellen ist.
      Meine Kollegin hat grad abgenommen - von 73 Kilo auf 63 Kilo bei einer Größe von 1,60 und sie fand sich bei 73 Kilos definitv hübscher anzusehen als jetzt - was von allen Kollegen bestätigt wurde (sie war nie dick, aber wesentlich besser proportinioniert als jetzt).
    • Meine Kollegin hat grad abgenommen - von 73 Kilo auf 63 Kilo bei einer Größe von 1,60 und sie fand sich bei 73 Kilos definitv hübscher anzusehen als jetzt - was von allen Kollegen bestätigt wurde (sie war nie dick, aber wesentlich besser proportinioniert als jetzt).


      Und nimmt sie dann die 10 Kilo wieder zu, nachdem ihr sogar Außenstehende bestätigen, dass sie dicker besser aussah?
    • Darcy schrieb:

      Und nimmt sie dann die 10 Kilo wieder zu, nachdem ihr sogar Außenstehende bestätigen, dass sie dicker besser aussah?


      Freiwillig vermutlich nicht - aber die Wahrscheinlichkeit, dass es hinterher sogar noch ein wenig mehr ist ist ja erfahrungsgemäß sehr hoch!
    • Hach ja. Vor einem Vierteljahrhundert: 1,63m groß, 48 Kilo schwer. Größe 36 passt schlabberig. Kommentar eines "Freundes": Du hast nen Arsch wie ein Flugzeugträger. Willst du nicht was abnehmen?
      Damals fühlte ich mich fett.

      Heute wiege ich doppelt so viel, aber ich habe nicht mehr das dauernde Empfinden, ich wäre fett. Gelegentlich vor dem Spiegel packt mich der Frust, besonders an sowieso traurigen Tagen, aber solange ich keine körperlichen Einschränkungen empfinde, fühle ich mich ganz normalgewichtig. Ich habe auch schon mehr gewogen, da konnte ich mir nicht mehr bequem die Schuhe zubinden, da finde ich, war ich (zu) dick.

      Bei anderen Menschen ist es mehr das Verhalten, was den Eindruck erweckt "dick". Ein relativ dicker Kollege ist lebhaft und beweglich, auf mich macht er nicht den Eindruck "dick". Ein anderer Kollege ist objektiv schlanker, aber er keucht und schnauft und jammert, der wirkt auf mich einfach dicker.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sally schrieb:

      Zwei dieser Menschen sind die eigentlichen Autoren, einer ist Psychologe und hat die einzelnen Geschichten kommentiert.


      Die Geschichte passt nicht zu den anderen, weil Heidi nicht sich selbst und ihre Persönlichkeit entdeckt und entfaltet, sondern sich vor allem bemüht, den Anforderungen zu entsprechen, die die Gesellschaft (und ihr Mann) an sie stellen. Das ist ein Glücksversprechen – aber eines, das leider nicht trägt, wie viele Menschen immer wieder erfahren. Denn selbst wenn die Kilos verschwinden – die Probleme verschwinden nicht analog dazu. Auch nicht die in einer Partnerschaft.


      Schade finde ich, daß der Psychologe Deinen Gedankengang nicht selbst hatte. Ein Mensch, der andere in Phasen emotionaler Probleme begleitet, sollte eben auch Charaktere stärken und nicht in die Formen der gesellschaftlichen Norm begleiten/führen. Aber wohlmöglich war die kritische Auseinandersetzung mit den Charakteren der Geschichte gar nicht die an ihn gestellte Aufgabe.


      Nun bin ich ein Mensch mit Konfektionsgröße 58/60. Ich als Dicke definiere Dicksein wie folgt: Mollig – wenn man das denn an Konfektionsgrößen festmachen möchte – fängt für mich bei Gr. 48 mit rundlichen Formen an, dick beginnt für mich bei Konf.-Gr. 54.

      Engelchen schrieb:




      Zu Sallys Frage wann ein Mensch dick ist, moechte ich sagen, dass er vielleicht dann dick ist, wenn er sich dick fuehlt.

      Meine Freundin beispielsweise trägt Größe 38 und fühlt sich unheimlich dick, weil sie früher 36 getragen hat. Man mag mich da jetzt unsensibel schimpfen, aber das hat aus meiner Sicht mit Dicksein nichts zu tun.

      Und dennoch: eine feste Definition für: die Person ist dick ab xx kg oder Konfektionsgröße xx wird man wohl nie einheitlich festlegen können. Subjektive Faktoren spielen bei dieser Definition wohl eine große Rolle.
      Die Sumpitt

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Sumpitt ()

    • Hm, das mit der Konfektionsgröße allein würde in meinen Augen "dick" nicht beschreiben, da ja schließlich nicht alle Frauen gleich groß sind und auch nicht gleich proportioniert.
      Die Konfektionsgröße müßte man also ins Verhältnis Körpergröße setzen. Da die Konfektionsgröße nicht immer gleich ausfällt, müßte also der eigentliche Umfang der Person herhalten. Um dann auch gleich unterschiedliche Körperformen miteinzubeziehen, müßte also die Körpergröße in ein Verhältnis zu mindestens Taillen- und Hüftumfang gesetzt werden. Die sich daraus ergebende Zahl wäre dann der Indikator für dick oder mollig oder schlank oder dünn... natürlich nur rein messtechnisch.
      Die Frage ist dann eher, wo man die Grenze setzt. Und da wären wir dann wieder beim Ausgangsproblem. Jemand mit einem Hüftumfang von 145cm bei einer Größe von 175cm als dick anzusehen ist noch relativ eindeutig. Aber irgendwo darunter ist es eher schwierig, weil jeder andere Vorstellungen davon hat, wer dick ist und wer nicht. Da müßte man also eine Befragung vornehmen, bei denen verschiedene Personen in diese Kategorien eingeordnet werden müssen und anhand der Ergebnisse nach Häufigkeit einteilen und darauf eine Formel aufbauen, mit der man rechnen kann.

      Davon ab, ganz persönlich finde ich mich aus jetziger Sicht mit Größe 44 (Hosen) normal, mit 48 mollig und mit 54 dick. Als ich Größe 44 hatte, war ich aber der Meinung, am Rande zum Dicksein zu hängen, später mit Größe 48 fand ich mich auch dick. Größe 48 sieht aber von hier aus betrachtet schon viel besser aus als damals ;)
    • Sumpitt schrieb:


      Und dennoch: eine feste Definition für: die Person ist dick ab xx kg oder Konfektionsgröße xx wird man wohl nie einheitlich festlegen können. Subjektive Faktoren spielen bei dieser Definition wohl eine große Rolle.

      Dem möchte ich mich anschließen.
      Für michist ebenfalls so, dass ich wohl sagen würde, dass Frauen (bei Männerkonfektionsgrößen kenn ich mich nicht aus) ab um und bei Größe 50 als dick zu bezeichnen sind.

      Vera Int-Veen ist für mich zB nicht dick, wenn ich mal ein Promibeispiel nehmen soll. Tine Wittler emfpinde ich als dick. Andere würden das bestimmt anders sehen.
      Aber ich finde auch diese ganzen Abstufungen total schwierig. Ich kann mir unter "mollig", "korpulent", "rund", "vollschlank" usw zwar etwas vorstellen, kann aber nicht sagen, was nun mehr an Gewicht ist und was nicht.

      Ich denke, dass es da mindestens 3 verschiedene Sichten darauf gibt. Die eigene/subjektive, die gesellschaftliche und die medizinische. Diese Sichtweisen sind sehr häufig nicht deckungsgleich, das steht ja mal fest.

      Außer bei mir, da sind sich alle einig. ;) Aber ich bin auch gerade in einer bestimmten Schnittmenge.
      [Body] Shaming doesn’t make people thin, or healthy. It just makes them hurt.
      [SIZE=1](Miss Rosie, Blogger)[/SIZE]
    • Nordlicht schrieb:

      Hm, das mit der Konfektionsgröße allein würde in meinen Augen "dick" nicht beschreiben, da ja schließlich nicht alle Frauen gleich groß sind und auch nicht gleich proportioniert.
      Die Konfektionsgröße müßte man also ins Verhältnis Körpergröße setzen. Da die Konfektionsgröße nicht immer gleich ausfällt, müßte also der eigentliche Umfang der Person herhalten. Um dann auch gleich unterschiedliche Körperformen miteinzubeziehen, müßte also die Körpergröße in ein Verhältnis zu mindestens Taillen- und Hüftumfang gesetzt werden. Die sich daraus ergebende Zahl wäre dann der Indikator für dick oder mollig oder schlank oder dünn... natürlich nur rein messtechnisch.
      Die Frage ist dann eher, wo man die Grenze setzt. Und da wären wir dann wieder beim Ausgangsproblem.

      ... bzw. bei einem ähnlich (un)sinnigen Maß wie dem BMI. Ich glaube nicht, dass sich ein allgemeines Maß dafür finden ließe, denn es würden wieder mal zu viele Leute über denselben Leisten geschert werden. Dazu sind die Figuren auch viel zu unterschiedlich.

      Nordlicht schrieb:

      Jemand mit einem Hüftumfang von 145cm bei einer Größe von 175cm als dick anzusehen ist noch relativ eindeutig.


      Echt? Von 2 Leuten mit diesem Hüftumfang kann die/der eine auch obenrum entsprechend füllig sein - oder noch fülliger - oder sehr viel schmaler... Ich trage z. B. Hosen 2 Größen größer als meine Oberteile... bin ich dann nur "untenrum" dick? Oben gerade noch mollig? Oder sogar schlank? Und wie bezeichnet man so eine Figur dann gesamtheitlich?

      Nordlicht schrieb:

      Da müßte man also eine Befragung vornehmen, bei denen verschiedene Personen in diese Kategorien eingeordnet werden müssen und anhand der Ergebnisse nach Häufigkeit einteilen und darauf eine Formel aufbauen, mit der man rechnen kann.
      Lieber nicht... Ehrlich gesagt, möchte ich nicht wieder in irgendeiner Schublade landen, die irgendwer konstruiert oder ausgerechnet hat...

      Nordlicht schrieb:

      Davon ab, ganz persönlich finde ich mich aus jetziger Sicht mit Größe 44 (Hosen) normal, mit 48 mollig und mit 54 dick. Als ich Größe 44 hatte, war ich aber der Meinung, am Rande zum Dicksein zu hängen, später mit Größe 48 fand ich mich auch dick. Größe 48 sieht aber von hier aus betrachtet schon viel besser aus als damals ;)
      Ach ja, wem sagst Du das... :ja:

      Ich finde, Dicksein ist etwas Individuelles. Erstmal wird das jeder in Relation zu seinem Körperbild empfinden (was natürlich auch von außen beeinflusst wird, klar).
      Ich würde es aber nicht wagen, eine allgemeine Definition von "dick" zu geben bzw. eine Linie zu ziehen, ab wann jemand nun dick ist oder nicht - egal wie diese Linie zustande gekommen ist oder wo sie liegt.
    • Sophie
      Bei anderen Menschen ist es mehr das Verhalten, was den Eindruck erweckt "dick". Ein relativ dicker Kollege ist lebhaft und beweglich, auf mich macht er nicht den Eindruck "dick". Ein anderer Kollege ist objektiv schlanker, aber er keucht und schnauft und jammert, der wirkt auf mich einfach dicker.


      Da ist irgendwie was dran, finde ich. Und ich würde da einfach mal noch die Ausstrahlung hinzu nehmen. Nicht nur, wer lebhaft und beweglich rüber kommt, sondern auch wer in seiner Art etwas lebenfrohes hat, wirkt weniger schwerfällig oder dick, als jemand, der jammert und irgendwie träge und eher mißgelaunt daher kommt.

      Bei mir selber ist mir aufgefallen, dass ich mich, seit dem ich langsam fitter werde, anders - leichtfüßiger nenne ich es mal - bewege. Ich habe eher das Gefühl, mich zu bewegen, wie ich mich mit weniger Kilos bewegte, obwohl ich nicht weniger wiege.
      Würde ich bei jemandem anders eine solche Veränderung beobachten, käme er mir schlanker als vorher vor, obwohl er nicht schlanker ist.

      Und dann ist da (abgesehen von dem Blick auf mich selber) noch der allererste Eindruck und der zweite Blick:
      Jemand kann auf den ersten Blick, in der ersten Sekunde wegen seiner Körperfülle dick herüber kommen, sobald man ihn kennen lernt, ist das jedoch, wegen seiner so freundlichen positiven vielleicht auch quirligen Art futsch, während sich der erste Eindruck bei jemandem anders, der stönt und jammert und sein Dick-sein regelrecht zelebriert, eher festigt.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Hummelchen schrieb:

      Freiwillig vermutlich nicht - aber die Wahrscheinlichkeit, dass es hinterher sogar noch ein wenig mehr ist ist ja erfahrungsgemäß sehr hoch!

      Bei ihr eher nicht (sie ist schon Ende 40 und ihr Gewicht pendelt seit ihrem 16. Lebensjahr zwischen 63 und 73 Kilo hin und her - ohne daß sie aufs Essen achtet).
      Ich vermute, sie hat sich von dem "Gesundheitswahn" einer weiteren Kollegin anstecken lassen (diese ist Mitte 50, schlank, hungert, macht Sport ohne Ende, zählt Punkte ... und hat leider auch kaum ein anderes Thema) und ist jetzt eines Besseren belehrt worden.
      Sie sagt, sie "läßt es schleifen" und wartet, wie sich ihr Gewicht wieder einpendeln wird.
      Bei ihr bin ich mir sicher, daß sie das auch gut hinbekommt (... ist eigentlich auch nen interessantes Unterthema - gibt es Leuts, bei denen sich automatisch ein "normales" Gewicht einstellt und gibt es Leuts, die immer damit Probleme haben, egal ob "zu dünn" oder "zu dick" ... oder gibt es so etwas gar nicht?)
    • Seit Du das Thema eröffnet hast, Sally, denke ich ständig darüber nach ;)

      Tja, ab wann ist man eigentlich dick ... Gute Frage :ueberleg: Nun ja, dick war ich mein Leben lang - die ersten Jahre eingeredet, seit etwa 15 Jahren wirklich. Und ich bin wohl auch nicht die einzige hier, die alle Gefühlslagen in Verbindung mit dem Dicksein durchgemacht hat.

      Jetzt ist es so, dass ich mich immer dann, wenn es mir nicht gut geht (psychisch oder physisch) geradezu elefantös finde, als gäbe es kein Tuch, das groß genug für mich wäre, als würde ich mindestens 2/3 des 180x200cm-Bettes belegen, als passe ich nicht hinters Lenkrad, usw. usf. Das sind dann auch die Phasen, in denen ich meinen nackten Anblick im Spiegel nicht ertragen kann.

      Aktuell fühle ich mich "schlanker", und das, obwohl die monatliche Wiegung ergeben hat, dass mir der August gewichtstechnisch weniger gut getan hat :cool2: Dazu trug auch bei, dass ich gestern bei einem Versandshop, die auch Ladengeschäfte haben, im Geschäft eine Bestellung aufgab und vor Ort noch eine Hose anprobierte und diese "erste Wahl" heute gleich zur Arbeit angezogen habe. Und ich habe das Gefühl, dass ich in dem Riesenbett nur den Platz in der Größe eines Kopfkissens benötige.

      Klar. Ich bin dick. Keine Frage. Aber in der jetzigen Phase habe ich das Gefühl, dass ich eben nicht diese Leuchtreklame "Seht her, ne Dicke" vor mir her trage und es auch rüberbringe, dass ich mich gut fühle, so wie ich bin.

      Itsme hat es gut auf den Punkt gebracht

      Itsme schrieb:

      Jemand kann auf den ersten Blick, in der ersten Sekunde wegen seiner Körperfülle dick herüber kommen, sobald man ihn kennen lernt, ist das jedoch, wegen seiner so freundlichen positiven vielleicht auch quirligen Art futsch, während sich der erste Eindruck bei jemandem anders, der stönt und jammert und sein Dick-sein regelrecht zelebriert, eher festigt.


      Ich habe das Glück, von Natur aus "schnell" zu sein - schnell reden, schnell gestikulieren, schnell die Denkrichtung ändern, meine Aufgaben schnell erledigen, manchmal auch schnell an die Decke gehen ... :cool: Das den Dicken oft gern nachgesagte Phlegma ist mir fremd. Einzig mein Körper ist langsamer als ich :D
      [CENTER]Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
      [SIZE=1](Søren Aabye Kierkegaard)[/SIZE]
      [/CENTER]
    • Deern,

      bei diesem Deinem letzten Satz

      Einzig mein Körper ist langsamer als ich :-D

      musste ich gerade laut lachen, denn ich befasse mich gerade intensiv mit Renovierungsgedanken und in meinem Kopff sah ich mich bei der Arbeit, die - O-Ton in meinem Kopf - "Doch eigentlich fix getan ist"
      bis mir einfiel, dass ich seit dem letzten Anstrich figürlich "leicht" verändert bin. :D

      Mein Kopf hat die Arbeit schon hinter sich, während mein Körper gerade die erste Sprosse der Leiter erklimmt.:-o
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Sich dick fühlen, andere als dick ansehen, selber dick sein und ab wann werde ich eigentlich als "Dick" bezeichnet?

      Dick fühlen darf sich jeder ohne das ich ihm das absprechen würde. Wenn jemand mit 175cm (nehme mal meine Größe) bei 40kg, bei 60kg, bei 80kg, bei 100kg, bei 120kg dick fühlt, dann akzeptiere ich das. Das ist seine Subjektivität und die Gefühle die jemand hat, werde ich ihm nicht absprechen. Wenn mich der Mensch interessiert, würde ich dies ggb.falls hinterfragen.

      Dann gibt es die Frage, ab wann ich jemanden als dick bezeichne und das unterscheidet sich bestimmt von der Masse, weil ich a) mit der Zeit wirklich immer mehr dazu übergegangen bin Frauen mit mehr auf den Rippen auch erotischer zu finden. Beispiel: Beth Ditto auf dem Cover der Love finde ich richtig spitze! So sieht eine hübsche Frau in meinen Augen aus!
      und b) weil ich hier auch bewust der Meinungsmache widersprechen möchte.
      Tatsache ist, dass ich eine Masse von Frauen die sich in Rubensforen äußern niemals als dick bezeichnen würde. Aber jeder der sich dick fühlt, hat meiner Meinung nach das Recht dort zu schreiben oder Foto zu veröffentlichen.


      Ich selber werde als dick bezeichnet mit Gewichtsangaben, die ich selber als untergewichtig abtue. Der BMI ist ein Beispiel dafür, das vermittelte Medienbild ein weiteres. Daran gemessen bin ich nicht dick, sondern gehöre zu diesen extrem fetten Ausnahmen über die RTLII eine Doku machen würde.


      Bleibt also offen, ab wann ich denn nun dick bin.
      Hm ... man muss sich auf Definitionen einigen in einer Gesellschaft damit man nicht aneinander vorbeiredet.
      Meinetwegen kann man meine 150kg als untergewichtig oder normalgewichtig oder dick kategorisieren, das ist mir eigentlich egal.
      Das Problem sind doch die Bilder die jeder vor Augen hat, wenn er die Worte hört. Das Problem ist die Sau, die mit dem Wort "dick" dann durchs Dorf getrieben wird. Das Problem ist die Stigmatisierung.

      Und das bleibt, egal wie ich die Worte umdefiniere.

      Ich fühle mich nicht nur dick, sondern ich würde von mir auch sagen "Ich bin dick". Wer sich den Hintern nicht mehr abwischen kann, wer keine Kleider im Geschäft für Mollige mehr bekommt, wer nicht in den Sitz der Fluggesellschaft passt, ja, der ist dick für mich.

      Zur Kommunikation muss man sich einfach einer Definition anpassen, sollte dann aber immer dafür sorgen, dass das negative Bild, dass man der Gesellschaft versucht in Verbindung mit "Dick sein" einzutrichtern, dass man diesem immer bewusst wiederspricht.

      definierte Grüße,
      Teichrose
    • teichrose schrieb:

      Dick fühlen darf sich jeder ohne das ich ihm das absprechen würde. Wenn jemand mit 175cm (nehme mal meine Größe) bei 40kg, bei 60kg, bei 80kg, bei 100kg, bei 120kg dick fühlt, dann akzeptiere ich das.

      Na ja ... bei 40 kg auf 175 cm ist man dem Tod näher als dem Leben. Wer sich da dick fühlt, ist sehr schwer krank.

      Ganz wichtig finde ich aber das hier:

      teichrose schrieb:


      Das Problem sind doch die Bilder die jeder vor Augen hat, wenn er die Worte hört. Das Problem ist die Sau, die mit dem Wort "dick" dann durchs Dorf getrieben wird. Das Problem ist die Stigmatisierung.

      Das ist glaube ich, der wirklich entscheidende Punkt in der Diskussion. Denn es geht ja nicht darum, mit dem Begriff "dick" einfach einen unveränderbaren Aggregatzustand zu definieren, so wie "groß" oder "klein".

      Jemand, der sagt, "ich bin/fühle mich dick" oder der von anderen gesagt/suggeriert bekommt, er sei dick, wertet sich selbst in dem Moment ab bzw. wird abgewertet. Denn bei uns gilt die Definition dick = schlecht, hässlich, unattraktiv, disziplinlos, faul.

      Ich bin gespannt auf die Diskussion mit meinem guten Freund demnächst bei einem guten Frühstück und danke euch für eure vielen interessanten Gedanken dazu. Ich werde sie mitnehmen.
    • Lea schrieb:

      ... bzw. bei einem ähnlich (un)sinnigen Maß wie dem BMI. Ich glaube nicht, dass sich ein allgemeines Maß dafür finden ließe, denn es würden wieder mal zu viele Leute über denselben Leisten geschert werden. Dazu sind die Figuren auch viel zu unterschiedlich.

      Genau das ist ja das Problem an der Sache, dass es einfach zu viele Unterschiede gibt. Und dass die Beurteilung dadurch an sich wieder "zu" schwierig wird. An sich müßte man viel mehr Maße nehmen, um überhaupt Vergleiche ziehen zu können. Aber das löst ja nicht das Problem der Unterteilung in Kategorien - wer kann schon von sich behaupten, objektiv sagen zu können "Hey, du bist dick - und du nicht"?

      Lea schrieb:

      Echt? Von 2 Leuten mit diesem Hüftumfang kann die/der eine auch obenrum entsprechend füllig sein - oder noch fülliger - oder sehr viel schmaler... Ich trage z. B. Hosen 2 Größen größer als meine Oberteile... bin ich dann nur "untenrum" dick? Oben gerade noch mollig? Oder sogar schlank? Und wie bezeichnet man so eine Figur dann gesamtheitlich?

      Ja, echt. Relativ eindeutig, wie gesagt. Das heißt nicht absolut eindeutig. Da das ungefähr meine Maße sind und ich Hosengröße 54/56 trage bin ich der Meinung, dass das relativ eindeutig ist. Und meine Größe für Oberteile liegt bei 52, nicht drüber. Auch wenn ich obenrum 50 tragen würde, wär ich im Gesamtbild trotzdem reltiv eindeutig dick, nicht nur untenrum, sondern insgesamt. Aus meiner Sicht ist das so.

      Lea schrieb:

      Lieber nicht... Ehrlich gesagt, möchte ich nicht wieder in irgendeiner Schublade landen, die irgendwer konstruiert oder ausgerechnet hat...

      ;) Das sagt doch keiner. Nur müßte man es machen, um eine halbwegs verläßliche Beurteilung hinzukriegen, denn der Maßstab ist ja (oder sollte es sein) immer der Mensch selbst. Dass dieser ganze hypothetische Ansatz eh nicht verwirklicht wird, ist ja klar. Derzeit geht man ja eh nach kg, obwohl das nun wirklich uneindeutig ist, da es ja das Muskel-Fett-Verhältnis des Körpers nicht berücksichtigt...

      Lea schrieb:

      Ich würde es aber nicht wagen, eine allgemeine Definition von "dick" zu geben bzw. eine Linie zu ziehen, ab wann jemand nun dick ist oder nicht - egal wie diese Linie zustande gekommen ist oder wo sie liegt.

      Ich fände es durchaus interessant, ernsthaft drüber nachzudenken, wie und ob sich so etwas überhaupt bewerkstelligen ließe... was ich ja auch oben getan habe. Ob das dann in die Tat umgesetzt wird steht auf nem anderen Blatt. Die Idee an sich ist nur menschlich, schließlich vergleicht sich der Mensch andauernd mit anderen, egal, ob er daraus den Schluß zieht, dass er deshalb weniger Wert oder genausoviel Wert oder sogar mehr Wert hat oder was auch immer. Was daraus gemacht wird ist immer die eigene Entscheidung, aber ich würde sagen, dass man Vergleiche nicht scheuen braucht, auch nicht als mehr oder weniger dicke Person.
    • Sally schrieb:

      Na ja ... bei 40 kg auf 175 cm ist man dem Tod näher als dem Leben. Wer sich da dick fühlt, ist sehr schwer krank.


      Absolut!
      Aber wenn er sich dick fühlt, fühlt er sich dick und muss von mir darin ernst genommen werden und gerade, wenn man befreundet ist, dann heisst es hier auch Unterstützung anzubieten.

      Aber du siehst: automatisch empfinden wir (also ich auch) einen Menschen mit 40kg bei der Größe von 175 als etrem dünn und damit krank.
      Und zu Beth Ditto im anderen Thread schreibst du, dass du dicke Menschen per se nicht erotisch findest und sagst damit, dass du Beths Körper als dick empfindest.

      Es gibt also Grenzen die wir alle igendwie im Kopf haben, weil sie uns eingetrichert wurden und mit denen leben wir und nach denen kategorisieren wir.

      Sally schrieb:

      Das ist glaube ich, der wirklich entscheidende Punkt in der Diskussion. Denn es geht ja nicht darum, mit dem Begriff "dick" einfach einen unveränderbaren Aggregatzustand zu definieren, so wie "groß" oder "klein".


      Aggregatzustand! Ein tolles Wort, dass ich aufgreife.
      Meine Cousine (60 Jahre) war letzthin schockiert, als ich in einer Diskussion sagte, dass sie alt ist. Aber "alt" und "jung" hatte für mich in dem Moment keine Wertigkeit, sondern war nur eine Beschreibung des Aggregatzustandes :D

      Und mehr sollte dick oder dünn und auch normalgewichtig eben auch nicht sein und ich wünschte mir, dass die ganzen negativen Assoziationen auch aus den Köpfen genommen werden könnten.
      Jeder darf über mich sagen, dass ich dick bin. Das ist kein Makel! Schlimm ist es nur, wenn mir jemand damit etwas negatives unterschieben will.

      Sally schrieb:

      Denn bei uns gilt die Definition dick = schlecht, hässlich, unattraktiv, disziplinlos, faul.


      Genau. Und das nervt!
      Ich bin nämlich weder ausgeflippt und lesbisch wie Beth Ditto, noch die begnadete Raumausstatterin Tine Wittler und kann auch keine Gärten gestalten oder in lustigen Overalen lustige Dinge raten.

      Ich bin einfach nur ein wunderbarer und wunderschöner Mensch.

      wunderbare Grüße,
      Teichrose
    • teichrose schrieb:

      Es gibt also Grenzen die wir alle igendwie im Kopf haben, weil sie uns eingetrichert wurden und mit denen leben wir und nach denen kategorisieren wir.

      Da hast du Recht! Andererseits sind die Grenzen für jeden von uns ein wenig anders.

      An den Beispielen, die ich gegeben habe (175cm/40 kg = sehr dünn, krank, Beth Ditto = dick), macht sich für mich fest, dass es Menschen gibt, die für mich ganz klar in den einen oder anderen Aggregatzustand gehören. Bei denen finde ich es auch nicht schwierig. Rainer Calmund ist dick, Dieter Pfaff ist dick, Otfried Fischer ist dick. Aber: Christine Neubauer ist für mich nicht dick. Nur mal so als Beispiel für eine ganze Reihe von Frauen in meiner Umgebung, die z.B. die eingangs zitierte Größe 44/46 tragen und sich oftmals dick finden oder von anderen als dick empfunden werden. Das "Problem" sind aus meiner Sicht nicht die Menschen, bei denen es sehr eindeutig ist (wie auch bei mir), sondern es ist die Frage, die auch mein guter Freund mir gestellt hat: Wo ist die Grenze? Die gibt es eben nicht, weil die was mit der persönlichen Wahrnehmung zu tun hat.

      teichrose schrieb:

      Ich bin nämlich weder ausgeflippt und lesbisch wie Beth Ditto, noch die begnadete Raumausstatterin Tine Wittler und kann auch keine Gärten gestalten oder in lustigen Overalen lustige Dinge raten.
      :hahaha2:
    • Christine Neubauer ist sicher nicht dick. Ich finde sogar das sie eine super Figur hat. Schöne Kurven an den richtigen Stellen :-D.

      Meine Mutter ist auch so ein Fall. Sie wiegt jetzt für sie unfassbare 70 kg (172 cm) :eek: und trägt Gr. 42 -44. Ohne Worte..............und ich sag auch nichts mehr dazu ..........

      Von ihr bekam ich den Stempel dick mit 10 oder 11 Jahren aufgedrückt, als meine Brüste grösser wurden als ihre. Alles nur Fett ! Also wurde ich auf Diät gesetzt :applaus:.
    • Genau das meine ich. Diese "Grenzfälle". Für die einen sind Frauen mit Größe 42/44 dick, für die anderen schlank. Als ich ein Kind war, galten Frauen mit dieser Kleidergröße einfach als "normal". Heute nicht mehr.