Dick durch Psychopharmaka

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    • Flocke schrieb:

      als ALG 2 Empfängerin zu wenig Geld für eine abwechslungsreiche gesunde Ernährung


      Tut mir leid, aber das glaube ich dir nicht. Das Essen in Deutschland ist lächerlich billig. Aus eigener Erfahrung bin ich davon überzeugt dass man sich auch mit kleinem Budget gut und abwechslungsreich ernähren kann.

      Aber ich vermute das ist gar nicht der springende Punkt. Vermutlich steckst du in einer Selbstbeschuldigungs-Falle. Und möglicherweise unterliegst du dem Irrglauben dass das Leben besser wäre, wärest du nur schlank.

      Edit: Mir hats das Zitat zerschossen aber ich bekomme es nicht gerichtet, sorry
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Boewi () aus folgendem Grund: Zitat repariert

    • @kampfzwerg, danke fürs Kopieren in einen eigenen thread


      Hallo Flocke,

      ich habe mich ziemlich mit dem Thema beschäftigt, seit ich mich in wenigen Wochen quasi gewichtsmäßig "verdoppelt" hatte. Es ist ein Thema, über das selbst Ärzte wenig wissen. Meine Psychiater machten "Gewichtskontrolle", das bedeutete aber nur, dass sie das Gewicht überprüfen und in irgendwelche Tabellen eintragen. Keiner konnte mir aber genau sagen, warum diese Kurve sprungartig nach oben ging; ich bekam dann auch so "nette" Kommentare wie: Von nix kommt nix!
      Ich finde es aber nicht in Ordnung, dass man als Patient mit dem Problem alleine gelassen wird. Ja noch mehr - dass die Schuld und Verantwortung auch noch dem Patienten aufgeladen wird.
      Gerade Depressive neigen eh dazu, sich für alles die Schuld zu geben - da rennen dann solche Leute offene Türen ein.
      @Knallfrosch, das Leben ist bestimmt nicht besser, nur weil jemand schlank ist. Aber das Dickwerden macht im Fall von Depressionen eine neue " Mir geht es mies und ich trage alle Schuld der Welt dafür"- Baustelle auf.Selbstbewußtstechnisch ist man sozusagen nicht auf der Höhe.....:mad:

      Um den Test zu machen, habe ich übrigens mal die Psychopharmaka einfach abgesetzt. Ich war so wütend, dass ich meine Gesundheit riskiert habe, nur um zu zeigen, dass ich nicht allein schuld war. Der Lohn war: üble Gallenkoliken, Gallensteine und zum schluss eine OP. Keiner hatte es für nötig befunden, mich vor einer zu rasanten Gewichtsabnahme zu warnen.

      mein Fazit: Es kann sein, dass man auf Psychopharmaka angewiesen ist und dadurch richtig dick wird.
      Es wäre einfach besser, wenn diese Möglichkeit im Vorfeld des Aufklärungsgesprächs abgeklärt werden kann - auch mit der Möglichkeit, im Vorfeld zu sagen, welche Gewichtszunahme man akzeptiert - und wann eine Umstellung bzw. Absetzen erfolgen soll.
      ( eine ärztin sagte mir mal , sie stellt ab 20 kg um. Aber auch das kann schon außerhalb der persönlichen Toleranzgrenze liegen, das ist sehr individuell)

      liebe grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Flocke schrieb:

      :danke1: Kampfzwerg

      Ich denke, es ist die Summe aus vielen Komponenten. Medikamente, älter werden, weniger Sport, wegen Psyche mehr Zeit daheim verbringen gerne auch vor dem Läppi :-D), mehr essen, als ALG 2 Empfängerin zu wenig Geld für eine abwechslungsreiche gesunde Ernährung, Frustfressen, ........
      Wenn es nur eines wäre...wer weiß...vllt wäre ich wieder normalgewichtig...:pflaume::kirsch:


      möchte Dir recht geben, für 143,19 Euro Regelsatz im Monat ist es sehr schwer, sich abwechslungsreich und gesund zu ernähren.

      Bei mir hat Fluoxetin sehr positive seelische Auswirkungen gehabt.
      Dazu eine Gewichtsabnahme von zehn Kilo.
      Ich war froh, daß ich durch dieses Mittel wieder normal arbeiten konnte.
    • BUFFY schrieb:


      Bei mir hat Fluoxetin sehr positive seelische Auswirkungen gehabt.
      Dazu eine Gewichtsabnahme von zehn Kilo.
      Ich war froh, daß ich durch dieses Mittel wieder normal arbeiten konnte.



      Mich hat Fluoxetin fast zum Selbstmord getrieben, denn es war zu sehr antriebssteigernd. Ich bekam enorme Angstzustände und erst recht Depressionen. Ich weiß nicht mehr, das wievielte Antidepressivum es nun war, das ausprobiert wurde. Letztendlich stellte sich dann heraus, dass mir nur Psychopharmaka etwas bringen, die beruhigen, beruhigen und nochmals beruhigen und natürlich stimmungsaufhellend sind.

      Die grundlegende Veränderung zum Guten hin, brachte dann, nach vielen Höllenwochen so ein Medikament. Es machte mich dick, ja, es machte mich sehr dick. Aber die Alternative wäre gewesen, schlank vom Hochhaus zu springen. Nun - dann habe ich mich eben fürs Leben entschieden. In einem dicken Leib zwar, aber ich habe überlebt.

      Ich nehme noch viele andere Medikament ein. Sicher sind die Psychopharmaka nicht alleine daran schuld, dass ich so dick geworden bin.
    • Knallfrosch schrieb:

      Tut mir leid, aber das glaube ich dir nicht. Das Essen in Deutschland ist lächerlich billig. Aus eigener Erfahrung bin ich davon überzeugt dass man sich auch mit kleinem Budget gut und abwechslungsreich ernähren kann.

      Aber ich vermute das ist gar nicht der springende Punkt. Vermutlich steckst du in einer Selbstbeschuldigungs-Falle. Und möglicherweise unterliegst du dem Irrglauben dass das Leben besser wäre, wärest du nur schlank.


      Aaaalso... Im Vergleich zu anderen Ländern ist Nahrung hier in Deutschland wirklich sehr günstig. Vor allem wenn man Preise vergleicht, auch mal was kauft was knapp vor oder knapp nach Ablauf des MHD ist, was ich alles tue. Ich koche auch vor... Aber ich zahle meinen Kühlschrank als auch Laptop in Raten ab und nur noch dieses Jahr Raten an die Schuldnerhilfe. Ich habe summa sumarum nach Abzug der Katzenstreu, Hygieneartikel die ich für einen Monat im Voraus einkaufe und dieverse Konserven pro Woche 30 Taler zum Leben. Davon kaufe ich dann noch das Nassfutter für die Katzen. Davon zahle ich dann auch den Kaffe an der Ecke wenn mir mal der Bus vor der Nase wegfährt und ich mir nett die Zeit vertröste bis zum nächsten Bus ;)

      Und nun zu deiner Idee des "Selbstbeschuldigungsvorwurf":
      Erst einmal würde ich ganz gerne darum bitten, das akzeptiert wird, das jeder eine andere Geschichte und einen anderen Ansatz im Umgang damit hat. Du kennst mich doch gar nicht Knallfrosch. Da schon zu wissen wie ich ticke...ist doch sehr...gewagt :rolleyes:
      Tatsächlich ist es so, das ich seit meines Übergewichts, je mehr es stieg, es mir seelisch als auch körperlich wesentlich besser geht, als wie zu meinen schlanken Zeiten. Es ist eine ganz andere Lebensqualität. Ein ganz anderer Weg zu innerem Frieden mit mir selbst und ein freierer Umgang in dieser Gesellschaft. Menschlich bin ich an meinen Kilo`s gewachsen. Und ich würde nie wieder schlank sein wollen, weil ich dann in alte Muster fallen würde, die widerrum dafür sorgen das es mir seelisch wieder schlechter geht.
      Und nun gehe ich auf die anderen Posts ein...uno momento:)
    • Lisa Cortez schrieb:

      Hallo Flocke,
      Gerade Depressive neigen eh dazu, sich für alles die Schuld zu geben - da rennen dann solche Leute offene Türen ein.


      In den ersten 3 Monaten des Jahres 2003 habe ich Insidon (heute heißt`s Opipramol) genommen. Ich hatte am Tag so um die 15 Panikattacken und musste aber funktionieren. (Das ist ein kleiner mini Blick auf diese Episode von damals...)Während dieser 3 Monaten habe ich satte 30 kg zugenommen. Wie du schon treffend schriebst, wegen des runtergefahrenen Stoffwechsels und dem gesteigerten Appetits. Bei mir war es das Süße:rolleyes:
      Von den Tabletten hätte ich nur 3 am Tag nehmen dürfen und habe eigenmächtig weil es mir so schitte ging, 7 am Tag genommen. Bis meine Hausärztin es merkte und mich vor ein Ultimatum stellte. Weitere Rezepte nur wenn ich eine Therapie mache. Ich habe mir einen Therapeuten gesucht und das Insidon abgesetzt. Und mein Leben radikal verändert.

      Lisa Cortez schrieb:

      @Knallfrosch, das Leben ist bestimmt nicht besser, nur weil jemand schlank ist. Aber das Dickwerden macht im Fall von Depressionen eine neue " Mir geht es mies und ich trage alle Schuld der Welt dafür"- Baustelle auf. Selbstbewußtstechnisch ist man sozusagen nicht auf der Höhe.....:mad:

      mein Fazit: Es kann sein, dass man auf Psychopharmaka angewiesen ist und dadurch richtig dick wird.
      Es wäre einfach besser, wenn diese Möglichkeit im Vorfeld des Aufklärungsgesprächs abgeklärt werden kann - auch mit der Möglichkeit, im Vorfeld zu sagen, welche Gewichtszunahme man akzeptiert - und wann eine Umstellung bzw. Absetzen erfolgen soll.liebe grüße Lisa

      Am Anfang war ich total wütend das ich so sehr durch die Tabletten zugenommen habe... Aber eigentlich war es meine einzige Chance diesen Lebensabschnitt zu überstehen. Ohne...wäre ich sicher tot.
    • BUFFY schrieb:

      möchte Dir recht geben, für 143,19 Euro Regelsatz im Monat ist es sehr schwer, sich abwechslungsreich und gesund zu ernähren.
      Bei mir hat Fluoxetin sehr positive seelische Auswirkungen gehabt.
      Dazu eine Gewichtsabnahme von zehn Kilo.
      Ich war froh, daß ich durch dieses Mittel wieder normal arbeiten konnte.


      Fluoxetin hab ich auch mal genommen und zumindest nicht zugenommen während der Zeit. Aber ich reagiert unverträglich darauf und musste es ausschleichen. Hatte es dann mal "ohne" Medis versucht...aber geht nicht. Ich hab ja ne PTBS mit vordergründig einer Angst & Panikstörung. Episodische Depressionen kamen bei mir immer, wenn ich ein länger anhaltende Phase der Panikattacken hatte.

      Bevor ihr fragt, ich habe Therapien gemacht, es geht mir mehr als gut psychisch, ich habe Hobbies und arbeite ehrenamtlich. Habe keine offene Baustelle außer meine körperliche Gesundheit...;)
    • Elisabeth schrieb:

      Die grundlegende Veränderung zum Guten hin, brachte dann, nach vielen Höllenwochen so ein Medikament. Es machte mich dick, ja, es machte mich sehr dick. Aber die Alternative wäre gewesen, schlank vom Hochhaus zu springen. Nun - dann habe ich mich eben fürs Leben entschieden. In einem dicken Leib zwar, aber ich habe überlebt.

      Ich nehme noch viele andere Medikament ein. Sicher sind die Psychopharmaka nicht alleine daran schuld, dass ich so dick geworden bin.

      :bigdaum: Du sprichst mir aus der Seele..
      Södele...fertig für heute...:cool:
    • Flocke schrieb:

      Tatsächlich ist es so, das ich seit meines Übergewichts, je mehr es stieg, es mir seelisch als auch körperlich wesentlich besser geht, als wie zu meinen schlanken Zeiten. Es ist eine ganz andere Lebensqualität. Ein ganz anderer Weg zu innerem Frieden mit mir selbst und ein freierer Umgang in dieser Gesellschaft. Menschlich bin ich an meinen Kilo`s gewachsen. Und ich würde nie wieder schlank sein wollen, weil ich dann in alte Muster fallen würde, die widerrum dafür sorgen das es mir seelisch wieder schlechter geht.

      Das könnte auch von mir sein. Leider kann sich kaum jemand auch nur vorstellen, dass eine Frau lieber dick und ausgeglichen als schlank und verzweifelt sein möchte. Letztens bei einer Konferenz am Kuchenbüffet: "Ach Frau X, wie passt denn das in Ihren Diätplan?" Ich: "Ich mache keine Diät, aus Prinzip nicht." - "Waaaas??? Das kann nicht sein, Sie sind doch so - äh - hmmm..." -"Dick? Ja. Ich bin dick und das ist gut so."

      Wenn du schreibst, dass du unter PTBS leidest, kann es sein, dass du sexuelle Gewalt meinst? Mein Dicksein ist auch ein Schutz davor (oder zumindest glaube ich daran, und dann stimmt es auch). Ich bin lieber die Dicke mit dem grimmigen Blickkontakt als das zarte scheue Opfer-Lamm.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Flocke schrieb:


      Und nun zu deiner Idee des "Selbstbeschuldigungsvorwurf":
      Erst einmal würde ich ganz gerne darum bitten, das akzeptiert wird, das jeder eine andere Geschichte und einen anderen Ansatz im Umgang damit hat. Du kennst mich doch gar nicht Knallfrosch. Da schon zu wissen wie ich ticke...ist doch sehr...gewagt :rolleyes:


      Weißt du, Flocke, du hast vollständig Recht. :)

      Ich habe einfach mal provokant eine Vermutung in den Raum - und dich in eine Schublade- geworfen. Es gibt einfach eine Menge Dicke, die denken sie müssen nur ein bisschen disziplinierter/klüger/selbstsicherer etc sein, dann wären sie schlank. Es war von mir ein Schuß ins Dunkle und rein auf Spekulation gebaut. Dank dir dass du es geklärt hast und ich hoffe du verzeihst mir.
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******
    • Hallo Flocke und Elisabeth,
      da habt ihr einen sehr selbstbestimmten, akzeptierenden Umgang mit den Psychopharmaka gefunden.
      Bei mir war die Situation etwas anders: Ich war in der Klinik und wurde sozusagen zwangsbehandelt. Man hat mich nicht mitentscheiden lassen.
      Deshalb plädiere ich so für die Aufklärungspflicht der Ärzte; es wäre gut, sie würden einen auf Spätfolgen hinweisen.
      Das ist so wie mit den Spätdyskinesien. de.wikipedia.org/wiki/Sp%C3%A4tdyskinesie
      Niemand hat mich auf diese mögliche Folge hingewiesen; was ich darüber weiß, habe ich aus dem Internet gelernt.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Hallo Lisa,

      mein Psychiater hat mich über die Spätdyskinesie aufgeklärt. Ich habe es zur Kenntnis genommen, aber es war und ist mir wichtiger keine Depressionen zu haben. Besser ausgedrückt - nicht mehr solche extremen Schübe. Depressionen an sich, habe ich immer noch, leichte bis mittelschwere.

      Deswegen bekomme ich ja auch nun schon seit 13 Jahren ein Prophylaxenmedikament, welches dafür sorgt, dass die schlimmen Schübe aufgefangen werden. Ohne dieses Medikament, könnte ich an Antidepressiva einnehmen was ich wollte - es würde nach einer Weile nicht mehr wirken. Und ich habe sechs Antidepressiva ausprobiert, bevor das "Mirtazapin" endlich gegriffen hat.

      Bei der Bezeichung: "rezidivierende depressive Episode", ist die lebenslange (bei mir) Therapie, gar nicht so einfach. Unbedingte, tägliche, regelmäßige Medikamenteneinnahme ist da die Voraussetzung.
    • Hallo Elisabeth,

      es ist wichtig, dass Gefühl zu haben, dass Medikamente helfen - dann nimmt man auch Nebenwirkungen in Kauf.
      Ich habe von der Hauptwirkung nix oder wenig gespürt, eigentlich nur die Nebenwirkungen. Wenn ich mich dar+über beschwerte, hieß es, man müsse in der Dosis höher gehen.....
      Jemand sagte mir dann den Spruch:
      "Wenn etwas nicht hilft, hilft auch MEHR davon nichts."
      Das fand ich ziemlich klug.....
      Allerdings ist es so, dass ich jetzt den Psychiater gewechselt habe, und der erstmal ziemlich entsetzt über meine Dosierung war. Er hat das Seroquel innerhalb eines Jahres von 800 mg auf 25 mg reduziert - meiner Ansicht nach ist es angenehmer als vorher, weil die starke Sedierung und die Konzentrationsunfähigkeit weg fallen - aber Wirkung? Weiß immer noch nicht, in was sie genau bestehen soll....
      das einzige was ich echt gemerkt habe, ist die hohe Gewichtszunahme,

      Du scheinst aber einen guten Psychiater zu haben, dass er dich über all das vorher aufgeklärt hat. Vielleicht läuft das ambulant grundsätzlich besser als stationär oder teilstationär.
      Klar, ist es nicht einfach, die richtige Medikation zu finden. Schon gar nicht für so ein Symptom- Chameläon , wie es die schizoaffektive Störung ist.
      Ich finde aber, dass ist des Arztes Job. Ich habe das schon in einem anderen thread geschrieben, es kann nicht angehen, dass der Patient die halbe Arbeit und die Recherche machen muss.

      Außer Neuroleptika sind es die Stimmungsstabilisatoren, die ganz schöne Gewichtszunahme machen - und da so ziemlich alle.
      ( da ich das schon wußte, habe ich Lithium besser nicht ausprobiert )
      Das AD Mirtazapin dürfte nochmals einen drauf setzen ( Wechselwirkung mit dem anderen)
      Auch ich habe ja so eine Kombi : Quetapin plus Pregabalin plus Trimipamin
      ( alle drei machen Gewichtszunahme)

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Liebe Lisa,

      das Schlimme an den Psychopharmaka ist auch, dass zuerst die Nebenwirkungen in Erscheinung treten, bevor die gute, beruhigende und vor allen Dingen, stimmungsaufhellende Wirkung eintritt.

      Ich habe wochenlang im Bett gelegen, so sediert war ich - weil ich es nicht gewöhnt war. Ich habe auch jetzt nicht die beste Kondition, aber ich kann den Tag überstehen, ohne mich hinlegen zu müssen.

      Ich muss ein Antidepressiva, Neuroleptika (sehr schwach dosiert) und das Prophylaxemedikament nehmen. Und ich bin insgesamt 50kg dicker geworden. Halte dieses Gewicht aber nun seit 10 Jahren. Nehme also nicht mehr zu.

      Leider bin ich mehrfach chronisch krank und muss für: Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion, chronische Gastritis und gegen sehr hohen Blutdruck, auch noch Medikamente nehmen.

      Das bedeutet: drei mal täglich eine Handvoll "Smarties" - es ist nicht zu ändern. :(
    • Hallo Elisabeth,

      so ähnlich wie bei Dir ist es bei mir auch. Auch die Großenordnung der Gewichtszunahme. Da das so irre schnell ging, denke ich auch mal, dass Muskeln und Sehnen gar nicht mitgekommen sind - schon gar nicht in einer Kliniksituation, die ja per se sehr bewegungsarm ist.
      Wie gehen Andere mit dir um? Bekommst du öfter gesagt: "Ja, aber warum müssen Sie so viel essen!" oder ist es akzeptiert, dass das von den Medis kommt.
      ich nehme die Medikamente jetzt auch seit 9 Jahren.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Elisabeth schrieb:

      Leider bin ich mehrfach chronisch krank und muss für: Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion, chronische Gastritis und gegen sehr hohen Blutdruck, auch noch Medikamente nehmen. Das bedeutet: drei mal täglich eine Handvoll "Smarties" - es ist nicht zu ändern. :(


      Ich auch. Ich nehme auch was für die Schilddrüse, Magenschutz, Schmerzmittel wegen meiner Bandscheiben, Amineurin wegen der Schmerztoleranz und unterschiedliches wegen Asthma. Viele viele bunte Smarties:rolleyes:
    • Lisa Cortez schrieb:

      Hallo Elisabeth,
      Wie gehen Andere mit dir um? Bekommst du öfter gesagt: "Ja, aber warum müssen Sie so viel essen!" oder ist es akzeptiert, dass das von den Medis kommt.
      ich nehme die Medikamente jetzt auch seit 9 Jahren.

      liebe Grüße Lisa


      Mein Hausarzt weiß natürlich auch, dass die Gewichtszunahme, überwiegend von den Psychopharmaka kommen. Sogar bei Vertretungsärzten (bis auf einer), die ich vorher noch nie gesehen habe, kommt kein Gegenwind, wenn sie mein Gewicht und dann meine Medikamentenliste sehen.

      Ich kann nicht sagen, ob Hausärzte das lange Zeit einfach nicht wussten oder ob manche einem einfach nur Angst machen wollten, indem sie den Zusammenhang von Psychopharmaka und Gewichtszunahme negiert haben.

      Mir sagte mal ein Vertretungshausarzt, dass er wohl wisse, dass ich von den Medis so zugenommen habe, aber ich müsse dringend abnehmen. Nein, er wisse auch nicht wie - aber ich müsse Gewicht verlieren, weil sonst noch mehr Krankheiten auf mich zukommen würden. Dessen war er sich sicher. Insbesondere weil ich ja jetzt schon 50 Jahre alt bin und das fortschreitende Alter, dann diesbezüglich nichts Positives für mich bereithalten würde.

      Na, das hat mich "aufgebaut" - ich kann euch sagen. :(
    • Elisabeth schrieb:


      Mir sagte mal ein Vertretungshausarzt, dass er wohl wisse, dass ich von den Medis so zugenommen habe, aber ich müsse dringend abnehmen. Nein, er wisse auch nicht wie - aber ich müsse Gewicht verlieren, weil sonst noch mehr Krankheiten auf mich zukommen würden. Dessen war er sich sicher. Insbesondere weil ich ja jetzt schon 50 Jahre alt bin und das fortschreitende Alter, dann diesbezüglich nichts Positives für mich bereithalten würde.

      Na, das hat mich "aufgebaut" - ich kann euch sagen. :(


      Ja, dafür braucht man Ärzte.....:eek:

      Bei manchen Menschen werden psychische probleme mit dem Alter weniger - das ist was Positives, was man mir zumindest gesagt hat. So ab 70 geht es bergauf.
      Wünsche ich dir auch.

      liebe grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Lisa Cortez schrieb:


      Bei manchen Menschen werden psychische probleme mit dem Alter weniger - das ist was Positives, was man mir zumindest gesagt hat. So ab 70 geht es bergauf.
      Wünsche ich dir auch.


      Exakt das hat mir mein Psychiater auch schon oft gesagt. Nur - erst mal muss ich 70 Jahre alt werden dürfen, da steckt man ja nicht drin. Ich danke dir aber herzlich für deinen lieben Wunsch diesbezüglich. :) :) :)

      Auch ich wünsche dir alles Gute. :bigja:


      Liebe Grüße

      Elisabeth
    • Ist das hier noch irgendwie aktivierbar, das Thema "Gewichtszunahme unter Antidepressiva"?
      Ich hab es auch gerade erlebt: ich habe Rheuma und Fibromyalgie. Ein sehr gut informierter Schmerzarzt schlug mir vor, Venlafaxin, einen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer einzunehmen, was bei Fibro tolle Erfolge haben sollte.

      Naja, hatte es erst auch. Ca. ein halbes Jahr war ich ziemlich baff über den Effekt - aber dann kam's...äh...dicke: ich habe mir mal eben locker 30 Kilo in wenigen Monaten auf den Corpus geladen. Zuerst hatte ich weniger Appetit, aber dann kam die Phase, wo es mir schlicht egal war. Ich saß einfach da und aß, so habe ich das in Erinnerung. Irgendwann machte ich mir dann natürlich doch gedanken und wurde seitens des Arztes mit "das kann nicht sein, soviel zuzunehmen" abgebügelt.

      Als dann noch ein wahnsinniges heftiges Schwitzen dazu kam, so dass ich nicht mehr vor die Tür wollte und nur noch im Bett lag, was ja nun ein Antidepressivum per se ad absurdum führt, beschloß ich, unter Zuhilfenahme meiner Freundin, die mir schon mal sehr geholfen hatte, das Zeug abzusetzen.

      Ich hab es auch geschafft, aber das Absetzen war sehr sehr schlimm. In Amiland spricht man bei sowas von "Absetzsyndrom" und es steht in den Beipackzetteln. Hier in D? na? Ja, richtig "Kann nicht sein".

      Ich bracuhte 3 Monate, um mich wieder einigermaßen wie ich selbst zu fühlen, nicht pausenlos zu heulen, noch mehr zu schwitzen oder hysterische Anfälle zu bekommen. Es war die Hölle. Besagter Schmerzarzt war ENT-SETZT als ich endlich "clean" vor ihm stand.

      DiePfunde sind mir jedoch treu geblieben, auch wenn ich wieder ein völlig anderes Essverhalten habe. Die Scheiß-Fibro-Schmerzen kamen langsam, aber stetig zurück.

      Ich bin so schlau wie vorher, aber etliches schwerer.

      Nur zur Info: ich bin NICHT gegen Antidepressiva. Manchmal müssen sie sein und dann ist das so. Wenn sie mir bei der Fibro ohne diese Kack-Nebenwirkungen oder mit weniger Nebenwirkungen geholfen hätten, wäre ich dabei geblieben, denn Fibro ist auch so ein Mist, den keiner braucht.

      Es gibt auch andere Erfahrungen: meine Freundin zB war immer schon schlank, die isst oder isst nicht, da tut sich nüscht. Sie nimmt Fluoxetin. Effekt: kein Appetit. Sie kaut lustlos auf dem Essen rum, ist ihr aber auch nicht sooo wichtig, da sie sonst mit Zwängen anderer Art kämpft. Ich würde mal sagen, dass sie sehr von den ADs profitiert.

      Kein Appetit ist übrigens etwas, was lt. Ärzten durchaus "sein kann". Ist doch interessant.....
    • Habe gerade das Wirkungsprofil von Prozac nachgesehen,
      scheint wirklich eher gewichtsneutral bzw. sogar senkend zu wirken,
      kann allerdings genauso üble Absetz- Symptome machen.
      Das heißt, die Probleme fangen erst an, wenn man den Kram wieder loswerden möchte.
      Wenn ich allerdings eh ein AD nehmen soll, ist ein gewichtsneutrales besser als eines, was mir außerdem noch das Problem einer Zunahme beschert.

      Bei Schmerzerkrankungen werden fast immer Trizyklika verordnet, das einzige wirksame SSRI ist in der Tat Venlafaxin, Prozac würde nicht wirken.

      Trizyklische AD machen aber leider alle dick.

      Wenn der Arzt "Venlafaxin" in wikipedia nachgeschlagen hätte, hätte er schon auf dieser Seite, die sich nicht an Fachpublikum richtet, die Beschreibung des Absetzsyndromes gefunden.

      Ein "Das gibt es nicht!" ist Hammer :mad:

      Mit freundlichen Grüßen Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • BUFFY schrieb:

      bei der Einnahme gingen bei mir 20 Pfund runter.
      Und Fluoxetin hat die Depression auch weggebracht.


      BUFFY schrieb:

      ich hatte keine Probleme mit Absetzen


      Da hst du in allen drei Fällen Glück gehabt - wobei es bei Fluoxetin auch einfacher ist beim Absetzen als bei Venlafaxin.
      Venlafaxin gilt absetztechnisch als das wirklich Schlimmste von allen.

      Bei Fluoxetin kann man ja sogar die Tropfen einnehmen und diese langsam runterdosieren - es wird sogar als Absetzhilfe bei Venlafaxin eingesetzt.

      Noch weniger schlimm als Fluo ist wohl Cipralex. Soll völlig easy sein, wobei man auch wieder nichts davon als für alle gültig ansehen sollte. Jeder reagiert anders.

      Buffy, warum hast du denn abgesetzt, wenn Fluo dir bei Depression geholfen hat? Ging es dir irgendwann auch ohne gut bzw besser?
      Denn darauf kommt es ja letztlich an - dass es einem besser geht.
    • Lisa Cortez schrieb:

      (...)
      Das heißt, die Probleme fangen erst an, wenn man den Kram wieder loswerden möchte.
      (...)
      Bei Schmerzerkrankungen werden fast immer Trizyklika verordnet, das einzige wirksame SSRI ist in der Tat Venlafaxin, Prozac würde nicht wirken.

      Trizyklische AD machen aber leider alle dick.

      (...)

      Ein "Das gibt es nicht!" ist Hammer :mad:



      Volle Zustimmung. Amytriptillin wird auch gern bei Schmerzerkrankungen verordnet - hat bei mir nüscht gebracht.

      Ja, und der Spruch "gibt's nicht, kann nicht sein" scheint so eine Art Lieblingsaussage von manchen Ärzten zu sein. Im Grunde heißt das nichts anderes: "lassen Sie mich bitte mit Ihren Problemen in Ruhe - ich weiß auch keine Lösung" :grins:

      Wir witzeln hier manchmal: Arzt wäre so ein schöner Beruf, wenn nur die blöden Patienten nicht wären....:baeh2:

      Ich nehme selbstverständlich davon alle GUTEN Ärzte, die sich Mühe geben und mit denen man reden kann, aus! Es sind nicht alle verpeilt.