Sehnsucht und Hunger

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  • Knalle schrieb:

    Mich würde auch noch interessieren was die machen, die sich nicht mit Essen trösten und lieber Zuwendung hätten aber diese nicht in dem Moment bekommen?


    Alkohol, Nikotin, Joggen, Walken ... ggf. auch in Kombination.

    Wir dicken tragen unsere Probleme gut sichtbar mit uns rum und zwar in einer Weise, die gesellschaftlich geächtet ist. Deswegen haben bestimmt viele von uns das Gefühl, mit einem besonderen Problem belastet zu sein.
    Stimmt nicht, normalgewichtige Personen haben die Probleme auch und kompensieren lediglich anders. Eben auf gesellschaftlich anerkannte Art. Die Feierabend-Halbe wird als völlig normal angesehen und der Rotwein wurde ja schon vor langem zur Volksmedizin hochstilisiert. Dass es oft nicht bei einer Halben oder einem Glas Wein bleibt und es dabei oft genausowenig um den Genuss geht wie beim Überessen - nun, davon ist weniger die Rede. Ist ja schließlich Privatsache, man hat ja niemandem vorzuschreiben, wieviel er trinken darf ... im Gegensatz zu unserem Essverhalten. Da gibt jeder gerne seinen Kommentar ab.
  • Eine weitere gesellschaftlich sogar geförderte Sucht ist die Arbeitssucht. Innere Leere wird durch berufliches Engagement ausgefüllt. Für mich ist der Beruf zwar auch sehr wichtig, und ich bin auch schon an meine Belastungsgrenzen und darüber hinaus gegangen, aber was manch andere aus ihrem Leben machen, da kann ich nur den Kopf schütteln. Erst schaffen die wie die Blöden, weil sie keine Familie haben, und dann haben sie keine Familie, weil sie wie die Blöden schaffen... Aber wie beim Essen wird der wirkliche Hunger nie gestillt, und man glaubt, mehrmehrmehr vom Gleichen würde irgendwann helfen.

    Durch Stoffwechselstörungen oder Medikamente hervorgerufenes Übergewicht ist eine ganz andere Sache, das klammere ich jetzt mal aus.

    Aber wenn wirklich "nur" zuviel Essen oder Esssucht der Grund ist, sind alle Diäten und OPs zwecklos, weil nur am Symptom herumgedoktert wird, nicht an der Ursache. Da hilft nur radikales Erforschen der eigenen Seele, ob mit oder ohne Hilfe. Und dann ein Umprogrammieren der alten eingeschliffenen Bewältigungsstrategien. Mir persönlich hat ein Suchtseminar (eigentlich primär auf Alkoholsucht im Betrieb bezogen) das Aha-Erlebnis gebracht.
    Immer zu fragen: Was bringt mir das Essen, jetzt oder im Allgemeinen? Was ist der Suchtgewinn? Wäre etwas anderes nicht geeigneter?
    Seit ca. 1 Jahr habe ich meine Essanfälle stark reduzieren können. Es kommt immer noch gelegentlich vor, aber anders als beim Alkoholiker ist ein Rückfall ja keine Katastrophe. Und ich habe bereits etliches abgenommen, ohne Verzicht zu empfinden.
    Am schwersten ist, die negativen Gefühle wirklich zuzulassen und nicht durch Essen wegzuschlucken. Das tut manchmal weh, und ich laufe im Haus herum wie ein hungriger Tiger (auch genauso böse), ich tobe und weine und prügle das Sofakissen, aber hinterher fühle ich mich erleichtert, wenn ich mal wieder einen Puzzlestein eingefügt habe.
    Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
  • Günther schrieb:


    Wir dicken tragen unsere Probleme gut sichtbar mit uns rum und zwar in einer Weise, die gesellschaftlich geächtet ist.


    Dagegen wehre ich mich entschieden! Nicht jeder Dicke ist dick, weil er (gemeint waren hier ja wohl psychische) Probleme hat. Leute mit Essstörungen vielleicht. Aber nicht jeder Dicke ist essgestört! Mich stört diese vereinfachte Denkweise - das ist doch genau die Grundlage der Vorurteile, die andere uns gegenüber haben...

    Dass das Dicksein dann letzten Endes - eben weil es gut sichtbar für alle ist - neue Probleme schafft, wo vielleicht sonst keine gewesen wären, ist ein anderes Ding.
  • Lea schrieb:

    Dagegen wehre ich mich entschieden! Nicht jeder Dicke ist dick, weil er (gemeint waren hier ja wohl psychische) Probleme hat. Leute mit Essstörungen vielleicht. Aber nicht jeder Dicke ist essgestört! Mich stört diese vereinfachte Denkweise -
    .


    Mich auch!! Es gibt so viele unterschiedliche Gründe warum jemand dick ist.

    Und ich finde, dass man sich (gerade in diesem Forum) solcher - schlichtweg falschen - Verallgemeinerungen nicht bedienen sollte.

    LG
    Hummelchen
  • Lea schrieb:

    Dagegen wehre ich mich entschieden! Nicht jeder Dicke ist dick, weil er (gemeint waren hier ja wohl psychische) Probleme hat. Leute mit Essstörungen vielleicht. Aber nicht jeder Dicke ist essgestört!


    In meiner Antwort ging es um Essgestörte Dicke. Das nächste mal schreib ich´s dazu.
  • Aber auch das "Wir Essgestörte" ist meiner Ansicht nach nicht in Ordnung. Ich bin auch essgestört und mein Problem ist nicht mein Dicksein, was jeder sehen kann, sondern ganz andere Dinge, die keiner auf Anhieb sehen kann. Und wenn ich nichts erwähne, weiß auch niemand davon.

    Am einfachsten ist es, wenn man einfach nur von sich selbst spricht. Und vielleicht noch von denjenigen, bei denen man sicher weiß, dass sie genauso sind wie man selbst.

    Gruß
    Dani
  • Nordlicht schrieb:

    Aber auch das "Wir Essgestörte" ist meiner Ansicht nach nicht in Ordnung. Ich bin auch essgestört und mein Problem ist nicht mein Dicksein, was jeder sehen kann, sondern ganz andere Dinge, die keiner auf Anhieb sehen kann. Und wenn ich nichts erwähne, weiß auch niemand davon.

    Am einfachsten ist es, wenn man einfach nur von sich selbst spricht. Und vielleicht noch von denjenigen, bei denen man sicher weiß, dass sie genauso sind wie man selbst.

    Gruß
    Dani

    :daumen:
    Genau - das wäre nämlich mein nächster Einwand gewesen. "Wir Dicke" oder "wir Essgestörte" ist mir eigentlich auch schon zu verallgemeinernd. Dann ist es nämlich wieder nicht mehr weit bis "alle Dicken sind...", "alle Essgestörten haben..." usw. Aber das war hier ja schon verschiedentlich Thema.
  • Lea schrieb:

    :daumen:
    Genau - das wäre nämlich mein nächster Einwand gewesen. "Wir Dicke" oder "wir Essgestörte" ist mir eigentlich auch schon zu verallgemeinernd. Dann ist es nämlich wieder nicht mehr weit bis "alle Dicken sind...", "alle Essgestörten haben..." usw. Aber das war hier ja schon verschiedentlich Thema.


    Das kam mir beim Schreiben meiner Antwort auch gleich in den Sinn - aber ich wollte Günther nicht noch mehr verschrecken.

    Solche Verallgemeinerungen finde ich wenig hilfreich und ich reagiere leicht allergisch darauf...

    Zumal es auch essgestörte Menschen gibt die kein Übergewicht haben...
  • Hummelchen schrieb:

    Das kam mir beim Schreiben meiner Antwort auch gleich in den Sinn - aber ich wollte Günther nicht noch mehr verschrecken.
    Nein, natürlich wollte ich Günther auch nicht verschrecken. Es ist ja auch verständlich, dass man erst mal von sich ausgeht und dann auf andere schließt. Aber eben nicht unbedingt richtig. Drum hab ich was dazu gesagt.


    Hummelchen schrieb:

    Solche Verallgemeinerungen finde ich wenig hilfreich und ich reagiere leicht allergisch darauf...
    Zumal es auch essgestörte Menschen gibt die kein Übergewicht haben...
    Eben. Meine Rede. :)
  • nochmal kurz dazu - dann ist aber auch gut :-D:

    Darum finde ich es immer hilfreich einfach nur von sich zu sprechen und nicht im Plural.

    Denn die Dicken und die Essgestörten gibt es nicht!

    Hummelchen
  • Also hier nochmal das Zitat auf welches ich geantwortet habe:

    Knalle schrieb:

    Mich würde auch noch interessieren was die machen, die sich nicht mit Essen trösten und lieber Zuwendung hätten aber diese nicht in dem Moment bekommen?


    "was die machen" ist ebenfalls plural, also habe ich mit meiner Antwort diejenigen gemeint, die sich mit Essen "trösten" (und deswegen dick sind) und diejenigen, die sich mit etwas anderem "trösten" (eben Alkohol, Nikotin, Sport etc.). Wenn wir es schon so genau nehmen gibt es nicht nur nicht "die Dicken" und nicht "die Essgestörten" sondern auch nicht diejenigen "die sich nicht mit Essen trösten".

    Am einfachsten ist es, wenn man einfach nur von sich selbst spricht.
    Ja sicher, nur dass ich dann auf oben genanntes Zitat nicht hätte antworten können. Ich nehme es auch gerne genau, aber wenn man beim auseinanderziselieren überhaupt kein Ende mehr findet kann man nur noch darüber diskutieren, was man überhaupt sagen darf und das eigentliche Thema vergessen.

    Falls mein Beitrag jemanden beleidigt hat entschuldige ich mich hiermit offiziell und möchte euch versichern, dass ich niemandem auf die Zehen treten wollte.

    Günther
  • Hallo! Ich habe letztes Wochenende ein Seminar von Sehnsucht und Hunger besucht. Ich muss sagen, dass ich am Anfang echt skeptisch war, allerdings wurden alle meine Erwartungen bei weitem übertroffen!!
    Ich kann natürlich die Kritikpunkte der anderen verstehen, allerdings kann ich Alexandra nur recht geben, man kann das schwer beschreiben!
    Ich versuche es mal: Also, im letzten halben Jahr hab ich mich komplett verloren und eigentlich den ganzen Tag nur noch gegessen, mich quasi betäubt! Angemeldet zum Seminar hab ich mich schon länger..
    Es war einfach der Hammer! Absolut nicht esoterisch oder so.. Wir haben gelacht, geweint und hart gearbeitet!
    Im Grunde geht es darum die Spannungen, die einen Essanfall auslösen, aufzulösen! Vom Kopf her hab ich immer gewusst wann und warum ich esse, konnte es aber trotzdem nicht verhindern.. Nun habe ich aber Werkzeug bekommen um mir zu helfen.. Natürlich kann ich noch nicht sagen wo sich das hin entwickeln wird.. Es ist aber so schön wieder Boden unter den Füßen zu haben und ich hab keine Angst vor dem nächsten Essanfall (ich bin mir sicher er wird kommen). Ich habe seit gestern ein großes SChockocremeglas zu Hause und früher hätte ich es sofort auf einmal ausgegessen, nun steht es seit gestern zu Hause und ich habe gar keinen Drang es aufzumachen! Das hatte ich schon seit Jahren nicht mehr!!
    Es wird ein steiniger Weg mit sicherlich vielen Rückschlägen werden, aber ich werde ihn gehen!
    Ich habe auch das Buch vorab gelesen und war sehr enttäuscht keine Anleitungen zu finden. Ich muss aber sagen, dass kann man nicht aufschreiben man muss es fühlen und sich anleiten lassen! Sonst wäre man sicher viel viel mehr enttäuscht vom Buch, das es nicht klappt.. denn das kann es fast nicht nur mit dem Buch!
    Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg!
    LG Andrea
  • Günther schrieb:

    Gerade habe ich die Lektüre des Buches "Sehnsucht und Hunger - Heilung von emotionalem Essen" von Maria C. Sanchez beendet und ich bin nicht nur enttäuscht sondern auch wütend verdammt aggressiv.

    Wo fange ich an? Am besten bei meiner eigenen Situation (wer nicht soviel lesen will, kann auch einfach den letzten Absatz lesen, dort steht der langen Rede kurzer Sinn). In der Beschäftigung mit meiner Esssucht bin ich über das Buch "Essen als Ersatz" von Geneen Roth zu der Ansicht gekommen, dass es um ein natürliches Essverhalten geht. Der Hunger sagt mir wann ich essen soll, der Appetit was ich essen soll, das Sättigungsgefühl verrät mir, wann es genug ist. Leider schaffe ich es nur in mehr oder minder kurzen Phasen, auf meinen Körper zu hören. Außerhalb dieser Phasen will ich einfach nur essenessenessenessen ...
    Seit Jahren versuche ich herauszufinden, woran das liegen könnte. Und schon mehrmals hatte ich beim Nachdenken das Gefühl, auf den springenden Punkt gekommen zu sein. Das hielt aber nie lange und der Zusammenhang zwischen dem Gefühl essenessenessen und den geistig ermittelten Gründen dafür wurde immer abstrakter oder war von vornherein nie konkret zu spüren. Mein Geist hat also schon Erklärungen dafür, warum ich mich überesse, aber das nutzt leider nichts.

    Hier setzt auch das Buch Sehnsucht und Hunger an, was mich sehr ansprach. Das Gefühl, trotz allem Hintergrundwissen dem Essensdrang ausgeliefert zu sein kenne ich nur zu gut und ich hatte wirklich das Gefühl, hier wird mir weitergeholfen. Was schlägt Frau Sanchez jetzt vor?

    Um die Heilung von emotionalem Essen zu erlangen reicht es nicht, die psychischen Aspekte allein zu sehen, sondern man solle sich auch um die physische Seite kümmern. Das heißt, mit dem Essensdrang sind Gefühlsspannungen verbunden, die man aufspüren und dann durch bestimmte Übungen auflösen soll. Das klingt wirklich gut. Und wir bekommen in dem Buch auch 2 Übungen, mit denen man diesen Gefühlsspannungen auf die Schliche kommen soll - wobei selbige hier aber gar nicht mehr die überragende Rolle spielen, sondern auch auf die Gefühle selbst eingegangen wird (also dass, was auch in Roths Buch schon zu lesen ist).
    Nun gut, ich bin durchaus im Stande, diese Spannungen zu spüren. Es beginnt oben im Mund, hier schreien die Geschmacksnerven nach Erlebnissen und setzt sich im Oberkörper und Oberbauch als Verspannung fort. Wie löse ich diese Gefühlsspannungen jetzt auf? Über Entspannungsübungen ja schon mal nicht (siehe die Anwort von Frau Sanchez oben). Aber wie dann????
    Tja, es wird von Übungen gesprochen, welche Frau Sanchez für sich selbst entwickelt hat und von Übungen, die ihre Seminarteilnehmerinnen in der Gruppe lernen. Und welche wären das bitte und wie sehen die aus? Davon wird nicht gesprochen. Fehlanzeige.
    Und so geht es weiter und weiter, immer schön ins Leere hinein. Es wird noch viel erläutert, vom inneren Kind, vom konditionierten Kind, vom inneren Wächter usw. usw. und was man mit dieser Erkenntnis anstellen sollte. Aber WIE, davon ist nicht die Rede. Kennt ihr die Babuschkas? Diese russischen Püppchen die man öffnet und ein weiteres russisches Püppchen in ihr findet welches man öffnet und ein weiteres russisches Püppchen in ... genau so fühlt es sich an, dieses Buch zu lesen. In der Hoffnung, doch noch etwas konkretes an die Hand zu bekommen liest man weiter bis zum Schluß und dort öffnen wir dann die letzte Babuschka:
    "In meinen Seminaren erwerben die Teilnehmer und Teilnehmerinnen konkretes alltagstaugliches psychologisches Handwerkszeug für ihren Essensheilungsweg."
    Aha. Und dafür habe ich jetzt das Buch gekauft und gelesen. Um zu erfahren, dass ich besser in so ein Seminar gehen soll. Prima. Ganz toll.
    Um dem Fass endgültig die Krone ins Gesicht zu schlagen gibt es noch einen "Anhang" in dem die angebliche persönliche Rückmeldung einer Bianca aufgeführt ist und in der es - wer hätte das gedacht - um das unglaublich tolle Seminarwochenende geht.

    Dieses Buch ist nichts weiteres als ein Appetizer, der uns den Mund nach dem Sehnsucht-und-Hunger-Seminar wässrig machen soll. Ein zu dick geratener Werbeflyer der schon im Untertitel mit dem Wort Heilung um sich wirft und letzten Endes nur dafür sorgen soll, dass die recht kostspieligen Seminare immer schön ausgebucht sind. Da hilft auf das Beteuern nichts, dass es sich nicht um ein Arbeitsbuch handelt. Eine Riesenenttäuschung.

    Günther


    Lieber Günther,

    mir gings echt ähnlich wie Dir. Ich las das Buch und dachte währenddessen: "Ja genau- das ist es (allerdings war ich durch die Lektüre von Geneen Roth, Paul McKenna, Doris Wolf und nicht zuletzt einer Esstherapie schon selbst auf die Idee von Frau Sanchez gekommen). Also das Buch bat mir nichts Neues, 20 Euronen umsonst aus dem Fenster gepulvert denn der Kern der Sache "Wie gehe ich es an"- wurde in dem Buch leider nicht "verraten".

    Ich sags gleich wie es ist, die Seminare sind mir viel zu teuer und viel zu weit weg.

    LG
    Speckhasi
  • Liebe Gabriele,

    gehe ich recht in der Annahme, dass Du weder das Buch gelesen hast, noch weißt, was auf den Seminaren passiert?
    Es geht mir nicht darum, die Seminare von Maria als magic bullet anzupreisen, die jedem die sofortige Heilung bringt. Daran muss man selbst hart arbeiten, aber wenigstens lernt man da, wie man sich helfen kann. Und ehrlich gesagt ist mir das das Geld wert.
    Die Alternative wäre, nichts zu tun und mich damit abfinden, dass ich essgestört bin. Das kommt für mich nicht infrage.
    Interessant fände ich, ob irgendjemand hier Heilung erfahren hat, nachdem er Bücher von Geneen Roth, McKenna oder anderen gelesen haben, die genauere Handlungsanweisungen geben.

    Viele Grüße
    Alex
  • Liebe Alex,

    es wird höchstwahrscheinlich fast für jede "auf dem Markt" befindliche Gewichtsnormalisierung auch Erfolgskandidaten geben. Die Frage die sich mir bei Sehnsucht und Hunger stellt ist: Gibt es retrospektiv (längere Zeit! Denn das ist der Knackpunkt) gesehen- außer bei Frau Sanchez persönlich- schon Erfolge zu verzeichnen? Allerdings müsste man zur Ehrenrettung sagen, dass die "Methode" wohl ja noch nicht so lange verbreitet wurde.

    Du schreibst dass sich Dein Gewichtsnormalisierungsweg hauptsächlich auf eine Körperübung zurückführen lässt. Wieso ist das so ein Geheimnis welche Übung das ist? Ich finde es fragwürdig wenn so eine Geheimniskrämerei um etwas gemacht wird, ob nun wirksam oder nicht.

    Was Günther schreibt kann ich wirklich nur unterstützen: Das Buch zumindest ist ein absoluter Appetitmacher auf die Seminare. Was machen denn die Menschen die eben die Seminare aus zeitlichen/finanziellen/logistischen Gründen nicht besuchen können? Das ist ja bei nur 5 Seminarorten weltweit sehr wahrscheinlich dass man eben ein Seminar nicht buchen kann. Sehr unbefriedigend für jemanden der gerne die Methode anwenden möchte aber leider aus oben genannten Gründen nicht kann.

    Die Botschaft ist einfach: Ohne Seminar keine Heilung. Wobei ich zu den Übungs-CD's nichts sagen kann, die habe ich noch nicht ausprobiert. Es würde mich sehr freuen da ein Feedback- vielleicht sogar von Frau Sanchez persönlich- zu bekommen. Denn die überwiegende Mehrzahl der Betroffenen wird ein Seminar einfach nicht besuchen können, aber durchaus in der Lage sein sich gewissen Vorgehensweisen autodikatisch anzueignen. Wäre echt schade wenn man die Leute im Regen stehen lassen würde.

    Dass man aus emotionalen Gründen isst- das ist wirklich nichts neues. Das Neue ist- wie geht man erfolgreich mit diesem Wissen um. Erfolgreich in dem Sinne dass sich mit der Nahrungsaufnahme versöhnt. Genau auf die Botschaft wartete ich die ganze Zeit in dem Buch- aber es kam einfach: Nichts. Hm.

    LG
    Speckhasi
  • Ich kenne die Bücher von Doris Wolf und Geneen Roth, und ich habe ein paar interessante Erkenntnisse daraus gewonnen, aber eher als Denkanstoß. Mit den sogenannten "Handlungsanweisungen" konnte ich mich allerdings überhaupt nicht anfreunden. Dabei besteht immer die Gefahr, dass man zwar oberflächlich ein Programm abspult, aber trotzdem nicht an die Wurzel des Problems vordringt. Was nützt es mir, wenn ich akribisch ein Fressanfall-Tagebuch führe, aber nicht ehrlich genug darüber nachdenke, warum ich fresse? Wenn ich essgestört bin, um gegen Zwänge zu rebellieren, hilft es nicht, wenn ich mir durch irgendwelche Handlungsanweisungen wieder selber Zwang installiere. Und wenn man alles so wie vorgeschrieben gemacht hat, aber dann keine "Heilung" kommt, ist die Enttäuschung riesig.

    "Heilung" bei ES gibt es meiner Meinung nach überhaupt nicht. Wie bei einer Alkoholsucht ist die ES ein Teil der Persönlichkeitsstruktur geworden. Man kann lernen, damit umzugehen und die ES im Zaum zu halten, aber latent wird man immer rückfallgefährdet bleiben. Nur wenn man weiß, wo die Wurzeln der ES liegen, kann man die gefährlichen Situationen umgehen, und seine Probleme anders als mit Essen/Kotzen/Nichtessen bewältigen.

    Ich habe ein paar Ursachen für meine vergangenen und heutigen ES aufgedeckt, so dass ich zur Zeit meine Fressanfälle im Griff habe. Ohne Diät (im Sinne von geplanter und kontrollierter Nahrungszufuhr) habe ich mittlerweile eine zweistellige Kilozahl verloren, aber das heißt nicht, dass das einfach war. Die Erforschung meiner inneren Beweggründe war schmerzhaft genug und hat mehr Disziplin erfordert als z.B. Weight Watchers. Da kommen einem Einsichten, die man nicht so gerne wahr haben möchte. Es hat aber auch dazu geführt, dass ich Bedürfnisse nach bestimmten Lebensmitteln, die ich früher hatte oder zu haben glaubte, jetzt nicht mehr habe.
    Als Beispiel: Ich brauche keine Schokolade mehr, um mich zu trösten. Ich sorge jetzt lieber dafür, dass ich nicht erst in einen Seelenzustand gerate, in dem ich Trost nötig habe. Das heißt nicht, dass solche Situationen gar nicht mehr vorkommen, in denen ich fresse, aber sie werden immer seltener.
    Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
  • @ Alexandra
    dieses Buch habe ich nicht gelesen, das ist richtig. aber dafür viele andere schon. Mein Geldbeutel hat abgenommen, aber ich nicht. Und Seminare weiß ich halt von anderen, soll auch wenig bringen. Eine Therapie vielleicht, aber das muß man über viele Monate oder sogar Jahre durchziehen, sonst wird das nichts.
    Ich finde mich nicht ab mit meiner Essstörung. Aber du hast Recht, man muß an sich selbst arbeiten. Nur- das kann ein Buchautor für mich nicht erledigen.

    im Moment geht es eh nach unten mit meinem Gewicht, nachdem ich mein Arbeitspensum anders geordnet habe, dazu brauche ich aber kein Buch.
  • Hey Gabriele,

    es freut mich für Dich, dass sich das gut entwickelt. Ich gebe Dir übrigens völlig recht: Kein Buch kann uns Betroffene einfach heilen.
    Was ich an den Seminaren gut finde ist, dass die keine Vortragsform haben, sondern direkt praktisch gearbeitet wird. Das kann man dann für die eigene Arbeit mir nach Hause nehmen.

    Viele Grüße
    Alex
  • Liebe Sophie,

    das finde ich total interessant. Hast Du eine Therapie gemacht? Wie sorgst Du dafür, dass Du nicht mehr in diese Situationen kommst?
    Daran arbeite ich nämlich auch gerade.

    Viele Grüße
    Alex
  • Upps,

    Speckhasi, ich hatte Deinen Eintrag erst übersehen.

    Jetzt aber. Wenn Du meinen Eintrag weiter oben noch einmal genau liest, da habe ich versucht die Körperübung zu beschreiben (Wo es um meinen Essdrang wegen Liebeskummer ging).

    Besser kann ich es leider nicht beschreiben.

    Dass die Seminare etwas kosten und Maria die an nur fünf Orten in Deutschlabd durchführt, kann ich ihr als 'Einfrau-Unternehmen' nicht vorwerfen. Ich wüsste nicht, wie sie Deutschlands Esssüchtige gleichzeitig in ganz Deitschland und noch dazu für umsonst helfen sollte.

    Und ehrlich gesagt bin ich bereit Geld auszugeben und auch ein Wochenende in eine andere Stadt zu fahren, um mir zu helfen. Es kostet ja nicht 10000 Euro oder findet nur einmal im Jahr in Papua statt.

    Viele Grüße
    Alex
    PS: Natürlich gibt es nicht nur die Körperübung, aber der Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit dem Körper und mir hilft das am meisten.
  • Liebe Alex,

    OK, ich hab mich nochmal durch den Fred gelesen und dies von Dir gefunden:

    Wenn ich Essdruck bekam, ohne körperlichen Hunger, habe ich mich hingelegt und in meinen Körper hineingehört, die Spannungen hochkommen lassen und sie nicht weggegessen. Ich kann es nur so schwer beschreiben, weil es ein innerer Prozess ist, aber man lässt die Spannungen zu und geht mit ihnen mit. Das musste ich lange immer wieder üben, bis ich überhaupt viel wahrnehmen konnte. Weil danach gefragt wurde, gebe ich ein Beispiel dafür: Ich hatte ziemlichen Liebeskummer ,und es ging mir wirklich mies. Eine Freundin hat mich abgeholt, wir wollten Essen gehen, ich hatte aber keinen körperlichen Hunger. Ich spürte einen enormen Drang, trotzdem zu essen. Also habe ich den Druck da sein lassen und genau in ihn hineingefühlt. Es dauerte eine Weile, dann musste ich sehr weinen, weil ich so traurig war wegen meines (Ex-)Freunds. Vorher war nur der Gedanke ‚ESSENESSENESSEN‘ (repeat) da, nach dem Weinen war der Druck weg und ich musste nicht mehr essen. Vorher wusste ich nicht einmal, dass ich gerade so traurig bin.
    Das ist quasi ein Zulassen der aufkommenden Gefühle ohne dem Essdruck erstmal nachzukommen. Das kenne ich da ich ja auch eine Esstherapie gemacht habe- dort ist das eine ganz gängige Übung. :) Selbstverständlich wurde der Körper da mit einbezogen- wie fühlt sich das an, wo fühlt man das, was passiert wenn ich es zulasse usw.

    Mir gehts glaub ähnlich wie Günther, ich bin wirklich sehr tief in der Thematik drin und im Grunde weiß ich, dass jeder nur mit Wasser kocht und die Hauptarbeit selbstverständlich nur von einem selbst geleistet werden kann, dazu gehören die Bereitschaft sich mit sich und seinen Gefühlen auseinanderzusetzen.

    Ich weiß dass einem kein Buch und auch kein Seminar und keine CD dieser Welt diese Arbeit abnehmen kann. Logisch. Aber es ist halt ein bisschen blöd wenn man für etwas was man wirklich schon wusste Geld auf den Tisch legt um zu erfahren dass der eigentliche Lösungsansatz lediglich in einem Seminar vermittelt werden kann.

    Ich wünsche Dir wirklich von ganzem Herzen dass diese Methode bei Dir dauerhaft wirkt, dass Du quasi Deine Essproblematik abstreifen kannst.

    Ich für mich bin schon fast so weit wie
    @Sophie:
    "Heilung" bei ES gibt es meiner Meinung nach überhaupt nicht. Wie bei einer Alkoholsucht ist die ES ein Teil der Persönlichkeitsstruktur geworden. Man kann lernen, damit umzugehen und die ES im Zaum zu halten, aber latent wird man immer rückfallgefährdet bleiben. Nur wenn man weiß, wo die Wurzeln der ES liegen, kann man die gefährlichen Situationen umgehen, und seine Probleme anders als mit Essen/Kotzen/Nichtessen bewältigen.
    Dem kann ich nur zustimmen. Ich hatte Phasen, wo ich durch meine Erkenntnisse mein Normalgewicht 2 Jahre halten konnte, aber man darf einfach nicht aus den Augen verlieren dass man "rückfallgefährdet" ist.

    Wenn die Sanchez'e Methode ein Mittel für Menschen ist dauerhaft Gewicht verlieren zu können: :applaus:
    Selbstverständlich würde ich niemals verlangen dass jemand aus altruistischen Gründen seine Weisheiten an den Mann bringt. Das ist Unsinn. Aber ein Buch zu schreiben in dem vermittelt wird dass Überessen was mit Emotionen zu tun hat ist überflüssig. Das ist wirklich bekannt. Wobei ich sagen möchte dass das Buch gut erklärt und mit viel Liebe und Hingabe geschrieben ist. Von daher war es angenehm das zu lesen, ich hatte halt gar keine "Aha"-Effekte aber macht ja nichts. Es gibt genug Bücher die teuerer sind und nicht halb so viel Unterhaltungswert haben.

    Im Grunde kann man jetzt nur abwarten was mit den Seminaristen in 10 Jahren gewichtsmäßig/essverhaltensmäßig passiert. Ich glaub im Moment ist es noch zu früh darüber zu diskutieren. :holy:

    Zumindest hat jeder meine guten Wünsche auf seinem ganz persönlichen Essensweg.

    Herzliche Grüße
    Speckhasi
  • Liebe Sophie, lieber Speckhasi,

    ich gebe Euch in vielen Punkten recht. Mich stoert nur, dass es fuer mich so klingt, als waere man einer Essstoerung eben fuer den Rest seines Lebens ausgeliefert und sollte sich auf keinen Fall grosse Hoffnungen machen, das Problem je loszuwerden.
    Das ist mir zu frustrierend.

    Viele Gruesse
    Alexandra