Eine neue Venus

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    • Eine neue Venus

      ... beschäftigt derzeit die Medien. Muss archäologisch eine ziemliche Sensation sein.

      Und so sieht sie aus.

      Hier gibt es unter dem obersten Link ("die ältesten Menschenfiguren") auch noch eine Fotostrecke mit anderen frühen Kunstwerken.

      Bis auf eine Ausnahme sind die Frauen dort alle erstaunlich rund. Was für mich unter anderem die Frage aufwirft: Wenn, wie wir ja immer wieder erzählt bekommen, der Urzeit-Mensch sich nur von den Früchten des Waldes und dem gejagten Fleisch ernährte (also Low Carb ;)) und definitiv kein Fast Food, keine Limo und keine Geschmacksverstärker kannte, wie konnte er dann dick sein? Das widerspricht doch allem, was uns die Montignacs, Steinzeit-Diät- und Schlank-im-Schlaf-Gurus vermitteln ...?

      Zumindest für einige der Statuen geht man ja davon aus, dass sie keine "Wunschfiguren", sprich Schönheits-/Fruchtbarkeitsideale waren - so wie die "neue" Venus -, sondern dass reale Menschern für sie Modell gestanden haben.
    • Sally schrieb:

      .

      Bis auf eine Ausnahme sind die Frauen dort alle erstaunlich rund. Was für mich unter anderem die Frage aufwirft: Wenn, wie wir ja immer wieder erzählt bekommen, der Urzeit-Mensch sich nur von den Früchten des Waldes und dem gejagten Fleisch ernährte (also Low Carb ;)) und definitiv kein Fast Food, keine Limo und keine Geschmacksverstärker kannte, wie konnte er dann dick sein? Das widerspricht doch allem, was uns die Montignacs, Steinzeit-Diät- und Schlank-im-Schlaf-Gurus vermitteln ...?

      Zumindest für einige der Statuen geht man ja davon aus, dass sie keine "Wunschfiguren", sprich Schönheits-/Fruchtbarkeitsideale waren - so wie die "neue" Venus -, sondern dass reale Menschern für sie Modell gestanden haben.


      Vielleicht haben die damaligen Herren sich aber doch ihre Traumbilder als Pendant zu all den dünnen, gesund ernährten Frauen geschaffen? ;)
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Jedenfalls ist ihr Kopf im Verhältnis zum Körper absolut winzig - sollen wir nun daraus schließen, dass sich Männer vor allem Frauen mit riesigen Titten, aber möglichst wenig Hirn wünschen?
    • Itsme schrieb:

      Vielleicht haben die damaligen Herren sich aber doch ihre Traumbilder als Pendant zu all den dünnen, gesund ernährten Frauen geschaffen? ;)


      Wir wissen es nicht, ob Männer diese Bildnisse geschaffen haben, wir vermuten es nur.

      Wer hat nochmal gesagt, eine Welt ohne Männer wäre eine Welt voller dicker und glücklicher Frauen?:baeh:
      Wer weiß, ob damals alle Frauen dünn und gesund ernährt waren? Kann ich mir gar nicht vorstellen. Wenn etwas zu essen da war, konnte man essen, wenn nicht hat man gehungert und ist sogar verhungert. Ein dicker Körper war also ein Symbol von Wohlstand und Gesundheit, mager war man in Hungerzeiten.

      Vielleicht werden wir nie rausfinden, von wem und zu welchem Zweck diese Venus geschaffen wurde. Aber runde Frauen waren scheinbar schon damals schöner und begehrenswerter als Magergeißen :girl:
    • Vielleicht sind die Figuren ja auch nur so rund und dick, weil die "Erschaffer" total grobmotorisch waren und keine dünnen Ärmchen aus dem Ton formen konnten ...
      Wenn man sich die Höhlenbilder anschaut, sind da ja eher dünne Strichmännchen aufgemalt ...

      Steckt also möglicherweise gar kein total durchdachter Plan dahinter sondern einfach eine technische Ursache?
    • Darcy schrieb:

      Jedenfalls ist ihr Kopf im Verhältnis zum Körper absolut winzig - sollen wir nun daraus schließen, dass sich Männer vor allem Frauen mit riesigen Titten, aber möglichst wenig Hirn wünschen?


      Nö... dass der "Kopf" so klein ist, liegt daran, dass es kein Kopf sondern eine Öse ist, wo man den Körper dran aufhängen kann. Also quasi ne Art Modeschmuck oder so. Was eine kopflose Figur allerdings über die Intelligenz von Frauen aussagt - nunja :D :rolleyes:
    • Boewi schrieb:

      Wir wissen es nicht, ob Männer diese Bildnisse geschaffen haben, wir vermuten es nur.


      Zumindest bei dieser hier (fr-online.de/_em_cms/_multifun…&em_cnt=1754488&em_page=4) wird gemutmaßt, dass die Erschafferin der Statuette ein 11-14-jähriges Mädchen sein könnte, dessen Fingerabdruck darauf gefunden wurde.

      Nach Betrachten der Bilder steht für mich jedenfalls fest, dass ich in der falschen Epoche lebe. Diese Figuren kommen mir so vertraut vor. ;)

      Gruß
      Carmen
    • Das

      carmen schrieb:


      Nach Betrachten der Bilder steht für mich jedenfalls fest, dass ich in der falschen Epoche lebe. Diese Figuren kommen mir so vertraut vor. ;)

      ... denke ich auch immer wieder! Und ist nicht - korrigiert mich, wenn ich falsch liege - unsere Epoche sowieso die einzige bzw. erste in der Geschichte der Menschheit überhaupt, in der nur dünne Figuren erwünscht sind? Blödes Pech aber auch... ;)
    • Lea schrieb:

      Das

      ... denke ich auch immer wieder! Und ist nicht - korrigiert mich, wenn ich falsch liege - unsere Epoche sowieso die einzige bzw. erste in der Geschichte der Menschheit überhaupt, in der nur dünne Figuren erwünscht sind? Blödes Pech aber auch... ;)



      Ich korrigiere mal. Als Schönheitsideal schlanke Figuren zu haben gab es schon früher (ich rede jetzt mal nur von Europa). Klassisches Griechenland/Rom, Mittelalter und Renaissance als Beispiele genannt. Im Übrigen finde ich nicht, dass nur dünne Figuren erwünscht sind. Es gibt auch heute durchaus Künstler, die dicke Figuren darstellen.
    • Sicher gibt es heute Künstler, die dicke Figuren darstellen, und früher gab es auch das schlanke Ideal, in der Antike oder die Heiligen im Mittelalter.
      Das Problem ist, das durch die Massenmedien eine Vereinheitlichung erreicht wird, angeführt von der Hollywood-Filmindustrie. Die Filmstars und Popsternchen sehen aus wie geklont. Und es wird suggeriert, dass jeder so aussehen muss.
      Die antike Göttin war eine Göttin, ein unerreichbares Ideal, kein verpflichtendes Ziel. Früher galt es als unschicklich oder sündhaft, so sein zu wollen wie die Götter oder auch zu sehr aufs Äußere zu achten. Eitelkeit war im Christentum eine Todsünde. Heute wird viel Geld damit verdient, dass sich Menschen den Traum erfüllen wollen, so zu sein wie das Ideal. Die Botschaft lautet: du kannst, wenn du willst (und wenn du genug bezahlst).
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:

      Die Botschaft lautet: du kannst, wenn du willst (und wenn du genug bezahlst).

      Nicht nur das, sondern auch: Du musst, auch wenn du nicht willst!

      Und dass heutige Künstler auch dicke Figuren darstellen, heißt ja nicht, dass diese grundsätzlich gern gesehen sind im Sinne eines Ideals, so wie das meist bei den dünnen Figuren der Fall ist...
      Wobei ich es schon begrüße, wenn Künstler dicke Figuren darstellen, keine Frage: Es korrigiert vielleicht wenigstens ein bisschen den allgemeinen Eindruck, den die Medien uns sonst vermitteln, dass alle dünn, jung und schön sind (bzw. zu sein haben). Aber ein Ausdruck von "positiver Bewertung" (in Ermangelung eines besseren Begriffs) ist es für mich nicht.
    • Die Darstellung von Dicken in der Gegnwartskunst sehe ich in erster Linie als Tabubruch (Darstellung des Hässlichen) oder als Gag. In Film und Fernsehen ist das auch nicht anders.
      Und dann wird zusätzlich ein Unterschied bei Männern und Frauen gemacht. Etliche beliebte Schauspieler sind dick (Hunold, Otti Fischer, Bud Spencer...), aber sie bekommen trotzdem "seriöse" oder coole Rollen (allerdings auch mit einem witzigen Touch). Dicke Frauen dagegen sind entweder Prolo-Schlampen oder Schrullen, aber ich kann mich nur an Hannelore Hoger in einer guten Rolle erinnern. Und die ist nicht wirklich dick.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • ich kann mich nur an Hannelore Hoger in einer guten Rolle erinnern. Und die ist nicht wirklich dick.


      Wollt ich grad sagen - die Hoger ist doch nicht dick!

      Marianne Sägebrecht dagegen würde ich durchaus zu den Dicken zählen und da fällt mir spontan mindestens eine gute Rolle ein (dass mir nicht mehr einfällt liegt daran, dass ich mir Filme und ihre Besetzungen so gut wie nie merken kann).
    • Roseanne Barr in "Die Teufelinnen" war auch spitze.
      Aber das sind Ausnahmen im Mager-Einerlei.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Ich frage mich wirklich, wann die Medien denn wohl dieser stinklangweiligen, einheitsoperierten, nichtssagenden, sich alle wie ein Ei dem anderen ähnelnden Gesichter und Figuren überdrüssig werden.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Ich hatte bei der Darstellung von dicken Figuren in der Kunst auch weniger an die Darstellung von Dicken (als Schauspieler) in den Medien gedacht, sondern eher als - hm - Kunstobjekt, wie z. B. in den Fotografien von Leonard Nimoy. Ob man das nun ästhetisch findet oder nicht, ist ja eine andere Sache. Aber die Diskussion hatten wir ja schon hier.

      Ansonsten sehe ich auch eher die Gefahr, dass Dicke in den Medien oft nur der Volksbelustigung dienen - mit Ausnahmen (die hoffentlich mehr werden!).

      Ach ja: Wer kommt auf die Idee, Hannelore Hoger sei dick?! :eek:

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