JETZT auf Arte: Unansehnlich, aber stolz

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    • Gestern gab es auf Arte eine interessante Sendung mit dem Titel "Unansehnlich, aber stolz."

      Nicht irritieren lassen, der Titel ist keine Herabwürdigung von Menschen, die in irgend einer Form nicht der Norm entsprechen, denn bei dem Wort "Unansehnlich" wurde schnell klar, dass man damit das Gegenteil der zurzeit propagierten angeblichen Schönheit meint.

      Mehrere Menschen sprachen immer wieder zu bestimmten, vorgegebenen Themen. Wie es in ihrer Kindheit war, wie sie ihre Jugend erlebt haben, wie sie ihre Sexualität erleben, wie sie sich hzute sehen, bezw. wie sie mit dem "Makel" leben, etc.
      Dabei waren eine Frau mit einer auffallenden, außergewöhnlichen Nase, ein Mann, der sehr früh eine Glatze bekam, eine sehr hagere, blasse Frau, ein Mann der stark unter Akne leidet, ein Mann, der recht klein ist, eine sehr große Nase und rote Haare hat und eine dicke Frau.
      Allesamt haben sie in irgend einer Form unter ihrem "Makel" gelitten. Der eine so, der andere so. Und fast alle haben sich mittlerweile arrangiert, oder sind sogar so weit gekommen, sich genauso anzunehmen, oder ihre Besonderheit, als etwas Positives anzusehen. Als etwas, dass sie aus der Masse hebt.

      Was ich sagen will, ist,
      dass sehr viele Menschen dazu neigen, alles, was aus der Norm fällt, (das muss nicht unbedingt etwas Optisches sein) zumindest mit gerümpfter Nase anzuschauen.
      Letztlich ging es nicht darum, den einzelnen "Makel" hervor zu heben, sondern es wurde klar, dass wir alle mehr oder weniger dazu neigen, so zu sehen/zu denken.
      Wenn jemand anders ist, kriegt er es erst einmal ab. Und bei einem jeden von uns gibt es wahrscheinlich zumindest ein "anders sein", was wir mit gerümpfter Nase betrachten. Vielleicht sogar abfällig. Oder aber doch zumindest mit sehr wenig Verständnis für diesen Menschen.

      Nach einigem Überlegen - nachdem ich dies für mich zunächst weit von mir wies - habe ich festgestellt, ich gehöre auch dazu. Bin froh, diese Sendung gesehen zu haben, denn Erkenntnis ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Ich habe Deinen Beitrag mal hier rein verschoben, da ich gestern die Sendung kurzfristig angekündigt hatte.

      Ich habe sie auch zum größten Teil gesehen und würde mir wünschen, dass viele sie gesehen haben. Für mich waren die Rückschlüsse der Interviewten nichts Neues, aber was nutzt es schon den anderen, dass ich das schon lange rausgefunden habe.

      Wichtig fand ich, dass die Makel so unterschiedlich waren und klar wurde, dass man de facto alles zum Makel erklären kann, wenn man will.

      Die Frau mit der außergewöhnlichen Nase fand ich im Übrigen extrem schön. Ich habe sie gerne angeschaut und war hinterher ganz traurig, als die Sendung vorbei war. Wir hatten das Thema ja schon öfter: Ich kann die komischsten Leute schön finden, die außer mir bestimmt kein Mensch schön finden wird. Und ich kann es nicht erklären. Irgendwas ist an diesen Menschen, was mich einfach nur fasziniert.

      Interessant fand ich auch die Erzählung dieser Frau von einem Besuch beim Schönheitschirurgen, der dann auf dem Computer eine sehr kleine Nase entwarf. Die war ihr aber zu klein. Sie hatte auch Angst, dadurch nicht mehr atmen zu können. Er machte dann eine etwas Größere, aber die war ihr immer noch zu klein. Schließlich zeigte er ihr einen dritten Entwurf. Der gefiel ihr sehr. So wollte sie es haben. ... Es war das Ausgangsfoto, also ihr Originalaussehen. Es gibt wohl kaum eine schönere Geschichte, mit der man erzählen kann, dass man selbst oder gerade mit Makel immer auch ein Gesamtkunstwerk ist, an dem man ohne Not nichts verändern sollte.
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    • Keiner der dort gezeigten "Makel" war unansehnlich. Aber die Makel wurden von ihren Trägern irgendwann einmal so empfunden. Es ging darum, wie sie ihre Haltung zu sich selbst im Laufe der Jahre geändert haben.
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