TV-Tip: Müssen Sänger dick sein?, 3SAT, Sa. 24.1., 22:30Uhr

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    Bitte beachtet unsere überarbeitete Datenschutzerklärung sowie unsere ebenfalls überarbeiteten Forenregeln.

    • Jetzt erstmal, würde ich mal auf die eigentlich Sendung warten. ;)

      Ich persönlich finde es schrecklich und einen Skandal, dass Deborah Voigt sich quasi gezwungen sah abzunehmen um noch Jobs zu bekommen, kann aber irgendwo nachvollziehen, dass sie es gemacht hat. Das muss schliesslich jeder für sich selbst entscheiden.

      Was mich wirklich nervt, ist dass hier so schnell und mit kaum Hintergrundinformationen mit solcher Häme über sie gesprochen wird. ("Die sieht verhärmt aus").

      Ich kann mir gut vorstellen, dass sie ihren dicken Körper beim singen vermisst, dass sie um ihr altes Leben trauert, es aber beim Kleider kaufen oder in engen Stühlen sitzen eben auch wieder nicht vermisst. Immerhin hat sie fast das Gewicht eines erwachsenen Menschen abgenommen. Dieses Gewicht zu tragen oder nicht zu tragen ist schon ein Unterschied, LOF. Deshalb ist z.B ein *überglücklich sein über neue Jobangebote* und und ein *unglücklich sein über den Verlust eines Körpergefühls* nicht unbedingt ein Widerspruch. Die Welt ist schliesslich nicht nur schwarz und weiß. Ich wünsche mir eine Dokumentation die alle Seiten beleuchtet und dazu gehört sowohl Kritik als auch eine mögliche Verbesserung des eignen Lebens. Ob diese wirklich beleuchtet werden, werden wir ja dann sehen. Dass ich persönlich die Entwicklung, dass Sänger und Musiker selbst im klassischen Bereich windschnittig schlank und klassisch schön sein müssen, zum kotzen finde und mir wünsche sie hätte sich kein Magenband legen lassen ist hoffentlich klar, dennoch finde ich Bemerkungen und Spott über ihr neues angeblich verhärmtes Aussehen oder Spekulationen über widersprüchliche Aussagen einfach daneben. Wir alle haben schliesslich die Sendung noch gar nicht gesehen.
    • @Fräulein Wunder:

      Ich hab das eigentlich auch gar nicht hämisch oder abfällig gemeint... ist mir beim Lesen nur so aufgefallen. Und ehrlich gesagt hab ich mir dabei nur gedacht, dass ihr das vielleicht wohl der Schreiber des Artikels quasi in den Mund gelegt hat. Du hast natürlich trotzdem Recht mit deinem Einwand... von daher danke für den Hinweis ;) Mit mir ist einfach mal wieder der Magen-OP-Gegner durchgegangen.

      LG
      LOF
    • Ganz abgesehen von einer bestimmten Person oder von dem, was der Film aussagen mag, finde ich die Frage:
      "Müssen Sänger dick sein" genauso blöde wie eine eventuelle Frage, ob Sänger dünn sein müssen.
      Ich finde Sänger müssen singen können.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Itsme schrieb:

      Ich finde Sänger müssen singen können.
      Ja. klar! Aber sie müssen auch ins Bühnenbild passen. Als übergewichtige(r) Sänger(in) paßt man nur dem Anschein nach nur dann ins Bühnenbild, wenn man Weltruhm genießt, wie z.B. Montserrat Caballé oder Luciano Pavarotti (†).
    • Es kommt halt auch drauf an, was man singt ...
      Wenn man einen klassischen Liederabend/Konzert gestaltet, ist das Gewicht sicherlich mehr oder weniger egal.
      In einer Oper oder auch Operette, wo ja durchaus eine Handlung erzählt wird (wie bei einem Theaterstück auch, nur dass eben der Text gesungen wird), wird durchaus auch so besetzt, dass der Darsteller zur Rolle passt.
      Da gehts auch nicht nur um die Figur, sondern z.B. auch ums Alter.
      Meine Schwägerin z.B. ist durchaus eine Sängerin von Weltruhm, wird aber trotzdem nicht mehr als jugendliche Rolle besetzt, sondern bekommt eher "ältere" Rollen wie die der Mutter oder so. Stimmlich ist sie immer noch top und wird in der ganzen Welt gebucht für Konzerte, aber wenn sie in einer Oper engagiert wird, spielt eben auch ihr Alter eine Rolle.
    • Das mit dem Alter kann ich gut nachvollziehen. Eine Siebzigjährige kann nicht gut die vierzehnjährige Schülerin spielen.

      Aber in Punkto Figur sehe ich eigentlich überhaupt keine Gründe, warum jemand mehr oder weniger wiegen müsste. Alles, was das Leben bietet, erlebe ich doch, wenn ich es erlebe, ganz unabhängig von den Kilos, die ich auf die Waage bringe. Also ist es doch nicht befremdend oder komisch oder sonst was, dies auch in einer Rolle zu verkörpern?
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Itsme,

      nur das reale Leben ist real. Auf der Bühne wird einen Moment lang ein bestimmtes "Bild" produziert, das nicht immer dem realen Leben entsprechen muß. Ähnliches erleben wir in den Medien.

      Darüber weiter zu philosophieren, halte ich für sinnlos.
    • Ah ja.
      "Bühnenbild" klang halt so, als wären sie 'ne Art Requisite, wo es nur um die spinnerten Vorlieben irgendwelcher Regisseure geht ...
      Es geht aber eben auch um die Inhalte - Oper ist ja nicht nur "schöne Musik", sondern auch Inhalt wie ein Theaterstück.
    • Darcy schrieb:

      Sorry, aber wenn in einer Arie die grazile Gestalt der Geliebten angeschmachtet wird, kannste eben keine "Roseanne" besetzen - das passt einfach net.


      Ich weiß, was Du meinst, Darcy.
      Aber das ist eben die Frage:
      Muss der Regisseur die Geliebte als eine grazile Gestalt beschreiben? Warum kann nicht die ebenso und genauso aussagekräftig die proppere Roseanne angeschmachtet werden? Macht das der Geschichte einen Abbruch? Kommt das weniger echt herüber? Werden denn proppere Frauen nicht als Geliebte angeschmachtet?

      Das ist es, was ich nicht verstehe und auch nicht akzeptiere.

      Und dann frage ich mich gerade bei klassischer Musik, deren Erschaffung ja in einer ganz anderen Zeit stattfand, in der die Frauen (ich nehme an mit ziemlicher Sicherheit) keine der heutigen Modelfiguren hatte, die Frauen dem heutigen Ideal entsprechen müssen?
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Aber das ist eben die Frage:
      Muss der Regisseur die Geliebte als eine grazile Gestalt beschreiben?


      Der Regisseur doch net ... das steht im TEXT!
      Sei es nun in La Traviata, in der die Hauptrolle schwindsüchtig ist, Salome, die vor Liebeskummer nichts mehr essen kann und wahnsinnig wird, in La Boheme, wo es ebenfalls um eine schwindsüchtige Frau geht ...

      Diese Rollen sind ja in der Regel schon zu Beginn der Oper so schwach, dass einem klar ist, dass sie die Oper nicht überleben werden. Da kannst Du doch keine dralle, vor Leben strotzende Walküre einsetzen - das passt nicht!

      Ich mein, für die Rolle der Protagonisten aus "Die Kinder vom Bahnhof Zoo" käme ja auch niemand auf die Idee, z.B. Marianne Sägebrecht oder auch nur Barbara Schöneberger (wirklich nicht dick, sondern super Figur, aber eben durchaus drall) einzusetzen.
      Die Figur der Darstellerin muss eben auch zur Rolle passen - Dickenemanzipation hin oder her :rolleyes:
    • Darcy schrieb:

      Der Regisseur doch net ... das steht im TEXT!
      Sei es nun in La Traviata, in der die Hauptrolle schwindsüchtig ist, Salome, die vor Liebeskummer nichts mehr essen kann und wahnsinnig wird, in La Boheme, wo es ebenfalls um eine schwindsüchtige Frau geht ...

      Diese Rollen sind ja in der Regel schon zu Beginn der Oper so schwach, dass einem klar ist, dass sie die Oper nicht überleben werden. Da kannst Du doch keine dralle, vor Leben strotzende Walküre einsetzen - das passt nicht!


      Sorry, wenn ich ein bisschen mehr nachgehakt habe, aber ja - jetzt verstehe ich! Und ich musste nun bei der deutlichen Darstellung dessen was Du meinst, laut lachen, weil ich das plastisch vor mir gesehen habe.
      Du hast vollkommen recht!
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Darcy schrieb:

      Der Regisseur doch net ... das steht im TEXT!
      Sei es nun in La Traviata, in der die Hauptrolle schwindsüchtig ist, Salome, die vor Liebeskummer nichts mehr essen kann und wahnsinnig wird, in La Boheme, wo es ebenfalls um eine schwindsüchtige Frau geht ...

      Diese Rollen sind ja in der Regel schon zu Beginn der Oper so schwach, dass einem klar ist, dass sie die Oper nicht überleben werden. Da kannst Du doch keine dralle, vor Leben strotzende Walküre einsetzen - das passt nicht!

      Ich mein, für die Rolle der Protagonisten aus "Die Kinder vom Bahnhof Zoo" käme ja auch niemand auf die Idee, z.B. Marianne Sägebrecht oder auch nur Barbara Schöneberger (wirklich nicht dick, sondern super Figur, aber eben durchaus drall) einzusetzen.
      Die Figur der Darstellerin muss eben auch zur Rolle passen - Dickenemanzipation hin oder her :rolleyes:


      Ich habe mal eine Aufführung von Romeo und Julia gesehen, wobei ab irgendwann ein Knallfrosch über die Bühne hüpfte, während die Hauptdarsteller nackt auf einem Trapez saßen.
      Das Bühnenbild bei einer Aufführung der Zauberflöte bestand mal aus lauter Stuhlreihen und die Sänger hatten als Kostüme etwas an, das aussah wie Konstruktionen aus Draht und Stoff (der aber nur als Bänder ...).
      Wenn der Rest schon so wenig mit der Geschichte zu tun hat (ok, da bin ich eben Kunstbanause :baeh2: ), warum dann nicht auch eine dicke Schwindsüchtige ... ? :rausch: :flucht1:
    • Ich glaube, ich bin da auch ein Banause.

      Für mich hätte Pavarotti mit seiner Stimme auch eine Generalabsolution. Sicherlich sollte der Kalaf, der sein Nessun Dorma singt auch ursprünglich nicht die Figur Pavarottis haben. Trotzdem ist Pavarotti für mich DER Sänger für dieses Lied schlechthin. Für mich bleibt bei solchen Aufführungen der Gesang im Vordergrund und mich würde die falsche Optik nicht so sehr stören.

      Abgesehen davon finde ich nicht, dass Deborah Voigt nach ihrem Gewichtsverlust verhärmt ausschaut - im Gegenteil!
    • Ich hab das Thema nicht vergessen ... die Sendung ist aufgenommen, ansehen muss ich sie aber noch ;) bevor ich was dazu schreibe.
      Gerade das Thema rollennahe Besetzung ist in Zeiten in denen Heinrich VIII (So sah er aus: upload.wikimedia.org/wikipedia…ngofengland_1491-1547.jpg) mit ehemaligen Jeansmodels besetzt werden (So sieht Heinrich VIII in der aktuellen Kostümserie "The Tudors" aus: Foto) eigentlich ein Witz. ;)

      Bitte: Nichts gegen Jonathan Rhys Meyers - ein wundervoller Schauspieler, aber wie Heinrich VIII sieht er nun wirklich nicht aus.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Martina () aus folgendem Grund: 2. Link funktionierte nicht; habe einen anderen gesucht.

    • Maxima schrieb:

      Findest du es so wichtig, dass er dem Original sehr ähnelt? Ist es nicht viel wichtiger, dass er sein Wesen und sein Handeln gut imitiert?


      *lach*
      Aber darum geht es ja ... natürlich ist es wichtig dass er sein Wesen und Handeln imitiert ... na ja "imitiert" ist für einen Schauspieler wohl eher eine Beleidigung ;) - sagen wir mal für den Zuschauer interpretiert und darstellt.

      Bei einem sexy jungen Mann *hechel* ist die fehlende Ähnlichkeit wurscht, den sieht man eh lieber als einen dicklichen, mittelalten Monarchen. ;) Bei einer dicken Frau ist es dann plötzlich künstlerisch immens wichtig, dass sie zu 100 % wie ihre Rolle aussieht und dass sie in ein Cocktailkleid Grösse 36 passt.:rolleyes:
      Ich wollte nur darauf hinweisen, dass offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird , ich denke es ging in Wirklichkeit nicht um Glaubwürdigkeit ... man wollte halt schlicht keine Dicke in der Rolle sehen.

      Wenn die Leute genug Phantasie haben in Jonathan Rhys Meyers, Heinrich VIII zu sehen ... dann haben sie m.E. auch genug Phantasie Debbie Voigt auf der Bühne in Ariadne auf Naxos zu akzeptieren.

      Ich gebe Darcy schon Recht, dass es Rollen gibt, die eben einfach für Dicke nicht geeignet sind. So wie eben auch der Beruf Stewardess und die Konfektionsgrösse 64 nicht zusammen gehen, aber im Großen und Ganzen finde ich die öffentliche Diskussion darüber ob dicke Sänger bestimmte Rollen vertreten können eher heuchlerisch.

      Kein Mensch kräht danach, wenn eine dicke Rolle mit einer schlanken Schauspielerin besetzt wird - so wie z.B. ganz aktuell in "Tintenherz", wo die Rolle der mürrischen Tante Elinor, die im Buch als dicklich (oder zumindest als sich etwas zu dick fühlend) beschrieben wird ... kommentarlos mit der zweifellos wundervollen, aber spindeldürren Helen Mirren besetzt wird.
      Ist ja auch OK - muss ja nicht alles so 1 zu 1 umgesetzt sein - nur das müsste dann eben auch umgekehrt für runde Sängerinnen gelten, finde ich. ;) Ich persönlich kann theoretisch sowohl mit dem Modellike Jonathan Rhys Meyers als auch mit der wohlgerundeten Debbie Voigt in ihren Rollen leben (rein praktisch habe ich weder den Einen noch die Andere in den angesprochenen Rollen gesehen) ... aber um mich persönlich ging´s eigentlich nicht.