TV-Tip: Müssen Sänger dick sein?, 3SAT, Sa. 24.1., 22:30Uhr

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    • Ich erinnere mich vage an die Aussage eines meiner Lehrer, wobei ich nicht mehr weiß, wer genau es gesagt hat. Jedenfalls sehe ich mich als moppeliger Teenager vor meiner Klasse stehen. Vermutlich hielt ich ein Referat. Und vermutlich hat jemand über mich gelästert.

      Jedenfalls sagte der Lehrer, dass Dicksein durchaus auch seine Vorzüge habe. Man solle sich doch mal die Callas ansehen. Sie sei eine phantastische Sängerin gewesen, aber seitdem sie abgenommen habe, habe sie ihren Resonanzkörper verloren und sei als Sängerin nur noch Durchschnitt.

      Ich kann nicht beurteilen, ob diese Aussage stimmt, aber mir fiel diese Szene eben wieder ein, als ich die Ankündigung der Sendung las.
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    • Martina schrieb:

      Jedenfalls sagte der Lehrer, dass Dicksein durchaus auch seine Vorzüge habe. Man solle sich doch mal die Callas ansehen. Sie sei eine phantastische Sängerin gewesen, aber seitdem sie abgenommen habe, habe sie ihren Resonanzkörper verloren und sei als Sängerin nur noch Durchschnitt.


      Staatsoperndirektor Holender ist da entschieden anderer Ansicht. Er gilt als Feind aller übergewichtigen SängerInnen. Wenn er sonst keine Probleme hat...
    • Nein, natürlich müssen Sänger nicht dick sein, aber auch nicht schlank, schön, oder sonst etwas. Sänger müssen singen können! Das gilt für mich besonders für Opernsänger. Und da ist es völlig egal, wie sie aussehen. Bestes Beispiel: Thomas Quasthoff - ein ganz wunderbarer Sänger, der durch eine Erkrankung kleinwüchsig ist. Das ist aber ganz egal, sobald er anfängt zu singen. Man vergisst es ganz einfach und für mich wäre er auch als Wotan auf der Opernbühne absolut glaubwürdig. Es kommt wirklich nur auf die Stimme und den Ausdruck an und nicht auf die Gestalt.
    • Das
      Ich war erdverbunden und spürte diese Kraft besser, als ich es heute tue.
      finde ich einen bemerkenswerten Satz. Ich habe mich auch schon oft gefragt, ob ich (zumindest eine gewisse) Schwere für mich ganz persönlich brauche, um genug Kraft zu haben.

      Ob man die Schwere bzw. das Körpervolumen zum Singen braucht, sei dahingestellt. Ich glaube es eher nicht.

      Aber Deborah Voigt hat ja nur abgenommen, weil sie einem äußeren Druck nachgab. Sie hätte sonst den von ihr sicher sehr geliebten Beruf nicht mehr ausüben können. Ich weiß nicht, was ich in der Situation täte. Ich lebe auch im Wortsinn von meiner Stimme. Wenn man mir das untersagte ... womöglich würde ich auch zu radikalen Maßnahmen greifen. Ich weiß es nicht.

      Stadtmadl schrieb:

      Bestes Beispiel: Thomas Quasthoff - ein ganz wunderbarer Sänger, der durch eine Erkrankung kleinwüchsig ist.

      Absolut - ein wunderbarer Sänger, ein wunderbarer Mensch. Ich durfte ihn mal kurz kennenlernen, und er hat alle Eindrücke, die man so von ihm hat, auch persönlich bestätigt.

      Mein Lieblingssatz von ihm:
      Wer Probleme mit meinem Aussehen hat, der soll halt das nächste Mal mit seinem Hintern zu Hause bleiben.
      :applaus:

      Übrigens ist er nicht wegen einer Erkrankung kleinwüchsig.
      Er ist schlichtweg ein Contergan-Betroffener.
    • Wenn für einen Spielfilm eine kleine, zierliche Frau gesucht würde, weil die Rolle es so verlangt, würde man keine dicke, große Frau damit besetzen. Ähnlich sehe ich das beim Theater. Man hört ja nicht nur, man sieht auch.

      Ob ein radikal verändertes Gewicht Einfluss auf die Stimme hat, weiß ich nicht. Aber das man, um gut singen zu können, dünn sein muss, glaube ich überhaupt nicht. Dafür gibt es zu viele gegensätzliche Beispiele.

      Traurig finde ich die Aussage, dass sie "die Freude am essen" verloren hat. Das hört sich so generell an. Freude/Genuss am essen ist für mich ein genauso generelles Bedürfnis, wie die körperliche Liebe. Ärzte würden sicher alles tun, um jemandem, der die Freude am Sex verloren hat, zu kurieren, um ihm diese Freude zurück geben zu können. Wenn jedoch jemand sagt, er habe die Freude am Essen verloren, kräht kein Hahn danach. Es sei denn, er würde gefährlich mager. Erst dann, wenn sichtbar, ist dies ein Thema. Wie verrückt ist das denn?

      Ich bin da sehr hin und her gerissen.
      Zum Thema des Threads:
      Nein ich glaube weder, das Sänger dick, noch das Sänger dünn sein müssen. Sie müssen gut singen können. Basta.
      Und das nicht jeder Sänger für jede Rolle geeignet ist, bei der es auf eine bestimmte Optik ankommt, finde ich auch normal. Man würde die Rolle einer voluminösen Frau ja auch nicht mit einer spindeldürren Sängerin besetzen.
      Anders ist es, wenn es nur auf die Stimme ankommt. Bei Aufnahmen für CDs zum Beispiel. Da ist es wurst, ob der Interpret nun groß, klein, dick oder dünn ist.

      Aber was so eine radikale OP anbelangt, die nichts von dem Ursachen beseitigt und die "die Freude am Essen" nimmt, da bezweifel ich sehr stark, ob das wirklich einen Sinn macht.
      Natürlich, der äußere Mensch entspricht nun den Vorstellungen derer, die ihn schlank haben wollen, (oder auch den eigenen Vorstellungen) aber was ist mit seinem Inneren?
      Das ist für mich in etwa so, als hätte jemand eine schlimme Hautkrankheit, die er mit teurer Designermode bedeckt, welche gerade in Mode ist.
      Die Hautkrankheit ist deswegen nicht verschwunden. Sie ist nur angepasst ver- oder bedeckt.
    • Ich habe die Sendung gesehen. Sie war gut gemacht.

      Die einzelnen Protagonisten gaben völlig unkommentiert ihre Statements ab. Dazwischen gabe es nur schriftliche Kommentierungen wie dereinst im Stummfilm, allerdings nicht vor schwarzem Hintergrund, sondern über die Bilder geblendet. Außerdem wechselten die Statements mit Kostproben der jeweiligen Gesangskünste ab, zum Teil in Vorher-Nachher-Manier.

      Die schriftlichen Kommentierungen, kurz und knapp gehalten, erschienen mir zum Teil ein bisschen bissig, aber nicht zu Ungunsten der Dicken. Bei der Netrebko stand z.B.: Die Netrebko kann alles: schlank sein und schön und singen.

      Die obige Aussage meines Lehrers wurde bestätigt. Einer der Protagonisten sagte, Maria Callas habe den Gewichtsverlust mit ihrer Stimme bezahlt. Ihre Triebfeder abzunehmen war übrigens, dass sie wie Audrey Hepburn aussehen wollte.

      Martina
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    • Itsme schrieb:


      Und das nicht jeder Sänger für jede Rolle geeignet ist, bei der es auf eine bestimmte Optik ankommt, finde ich auch normal. Man würde die Rolle einer voluminösen Frau ja auch nicht mit einer spindeldürren Sängerin besetzen.

      Also hier bin ich gänzlich anderer Meinung (auch wenn ich in der Fernsehsendung lernen durfte, dass das ein veralteter Standpunkt ist): Ich finde nicht, dass es bei Opernrollen auf eine bestimmte Optik ankommt. Für mich ist wirklich nur ausschlaggebend, dass der Sänger die Partie stimmlich ausfüllt und mit Leben und Ausdruck erfüllt - egal, wie er dabei aussieht oder wie alt er ist. Modernes Regietheater gut und schön, aber die Oper lebt nun mal von der Musik und nur wenn die toll ist, dann ist es ein schöner Abend, sonst möchte man einfach nur davonlaufen (da hätte ich massenhaft Beispiele für Dich, wo die Attraktivität der Sänger und des Bühnenbildes keinerlei Rettung für den Abend war). Und ausserdem: Es gibt keine Rollen für voluminöse Frauen - oder hättest Du einen Vorschlag? Dafür gibt es viele ausgezeichnete Sängerinnen mit Übergewicht. Was sollen die denn dann alle singen? Ich bin echt überrascht, dass ausgerechnet Du plötzlich einem "Optik spielt auch eine Rolle" Argument erliegst. Zumal Du im weiteren dann schreibst, wie schlimm Du die OP findest. Was soll Deborah Voigt denn Deiner Meinung nach tun, mal vorausgesetzt, sie möchte ihren Beruf nicht wechseln?

      Die Sendung fand ich insgesamt gut, ähnlich wie Martina, weil ich sie als objektiv empfunden habe. Es wurden so ziemlich alle Seiten nebeneinander gestellt und durften für sich sprechen. Das Problem beim Singen besteht dabei - so habe ich das zumindest verstanden - nicht im Schlanksein sondern im Abnehmen, da sich durch den Verlust an Fülle Sitz und Stütze für die Stimme ändern oder - im schlimmsten Fall - verlorengehen. Deborah Voigt hat es offenbar (hörbar) geschafft, sich die Stimme zu erhalten und das freut mich für sie. Sie war mir überhaupt sehr sympathisch und ich konnte ihre Entscheidung gut nachvollziehen, wenn ich auch den Weg nach wie vor ziemlich drastisch finde.

      Was ich an der Sendung deshalb auch witzig fand, war dass die OP Bilder, die wohl einen Magenbypasseingriff zeigen sollten, ausgerechnet mit der Arie: "Es gibt ein Reich ... es hat auch einen Namen: Totenreich" unterlegt waren (in das sich die Sängerin in dieser Oper unbedingt begeben will). Es hätte ja auch der "Triumphzug" sein können.
    • Martina schrieb:

      Ihre Triebfeder abzunehmen war übrigens, dass sie wie Audrey Hepburn aussehen wollte.


      Ihre Triebfeder war vor allem Aristoteles Onassis, dem sie zu dick war und der sie dann wegen Jackie Kennedy abservierte, was ihr schlicht das Herz brach. Ihre legendär irren Hungerkuren haben den Stimmbändern sicher geschadet, das war ja alles massive Selbstverletzung.

      Zu den SängerInnen: Der Markt der klassischen Musik funktioniert längst so wie jener der Popmusik. Best-of-CDs an, Konzepte wie die drei Tenöre, ein Miteinander von Rock/Pop (z.B. Montserrat Caballé/Freddy Mercury) und natürlich ein attraktives Äußeres bei Frauen wie Männern.
      Junge Sängerinnen und Sänger werden produziert und gehypt, neulich wurde eine junge Frau mit dem Attribut vorgestellt "die neue Netrebko".
      Ich mein, die "alte" Netrebko hätte sich sicher "gefreut".
    • Stadtmadl schrieb:

      Also hier bin ich gänzlich anderer Meinung (auch wenn ich in der Fernsehsendung lernen durfte, dass das ein veralteter Standpunkt ist): Ich finde nicht, dass es bei Opernrollen auf eine bestimmte Optik ankommt. Für mich ist wirklich nur ausschlaggebend, dass der Sänger die Partie stimmlich ausfüllt und mit Leben und Ausdruck erfüllt - egal, wie er dabei aussieht oder wie alt er ist. Modernes Regietheater gut und schön, aber die Oper lebt nun mal von der Musik und nur wenn die toll ist, dann ist es ein schöner Abend, sonst möchte man einfach nur davonlaufen (da hätte ich massenhaft Beispiele für Dich, wo die Attraktivität der Sänger und des Bühnenbildes keinerlei Rettung für den Abend war).


      Natürlich geht es in der Oper in erster Linie um die Musik/Stimme. Aber es werden "Geschichten" gesungen und derjednige, der die Geschichten dazu schrieb, hat sich bestimmte Charaktere dazu ausgedacht. Ich kann nicht glauben, dass stets alle Menschen dünn gedacht sind.

      Und ja, natürlich, - nur die Optik passend, aber mit schlechter Stimme, - so hatte ich natürlich nicht gedacht. Beides sollte passen.


      Und ausserdem: Es gibt keine Rollen für voluminöse Frauen - oder hättest Du einen Vorschlag? Dafür gibt es viele ausgezeichnete Sängerinnen mit Übergewicht. Was sollen die denn dann alle singen? Ich bin echt überrascht, dass ausgerechnet Du plötzlich einem "Optik spielt auch eine Rolle" Argument erliegst. Zumal Du im weiteren dann schreibst, wie schlimm Du die OP findest. Was soll Deborah Voigt denn Deiner Meinung nach tun, mal vorausgesetzt, sie möchte ihren Beruf nicht wechseln?


      Wenn ich in diesem Zusammenhang von Optik spreche, dann meine ich die Vorstellung oder Angabe des Schreibers der Geschichte. Nicht grundsätzlich eine bestimmte Optik, wie "schlank über alles". Das ist ein großer Unterschied.
      Ich meine damit, wenn die Rolle in einem Fall eine schlanke, in einem anderen Fall eine dicke Frau vorschreibt, dann wird sie eben entsprechend besetzt.

      Wenn es allerdings so wäre, dass grundsätzlich alle Frauenrollen schlank gedacht wären, würde ich das allerdings nicht in Ordnung finden.

      Wenn ich den Artikel recht gelesen habe, so ging es um eine Rolle, zu der ihre Optik nicht passte. Auch Schauspieler werden nicht nur nach Können, sondern auch danach, ob sie optisch das vorgebene Bild der Rolle ausfüllen, besetzt.
      Auch eine schlanke Schauspielerin könnte, wenn sie gut ist, von von ihrem Können her die Rolle einer dicken Mutti spielen, aber sie passt optisch nicht, also sucht man sich eine entsprechende Schauspielerin mit Können.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Itsme schrieb:

      Auch eine schlanke Schauspielerin könnte, wenn sie gut ist, von von ihrem Können her die Rolle einer dicken Mutti spielen, aber sie passt optisch nicht, also sucht man sich eine entsprechende Schauspielerin mit Können.

      Allerdings ist es tatsächlich so, dass in der Oper die dicken Muttis ausgesprochen rar gesät sind. Von "La Traviata" über "La Bohème" bis zu "Hoffmanns Erzählungen" - die Regel sind eher schwindsüchtige Damen, die am Ende lange singend einen langen Tod sterben.

      Oder denk mal an "Hänsel und Gretel" von Humperdinck (fällt mir nur jetzt gerade ein, weil wir es gerade gesehen haben). Weder als Hänsel (Alt) noch als Gretel (Sopran) noch als Mutter (die Familie hungert schließlich und hat nix zu beißen) ist da eine dicke Frau denkbar. Carmen? Aida? Ich weiß nicht. Ganz bestimmt auch nicht als dicke Muttis gedacht.

      Die einzigen, die mir einfallen, sind die wagnerischen Weiber.
      Aber Wagner ist nun auch nicht jedermanns (und -fraus) Sache.
      Und auch ein bisschen einseitig, wenn man sonst nichts kriegt.

      Lovely Rita hat Recht: Der Klassikmarkt hat sich dem Popmarkt angeglichen. Die Stars sind die, die sich als Gesamtprodukt vermarkten. Und dazu gehört auch, dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen. Netrebko und Villazón haben Caballé und Pavarotti abgelöst.
    • Sally schrieb:

      Die Stars sind die, die sich als Gesamtprodukt vermarkten.


      Und das betrifft auch PianistInnen, GeigerInnen etc.

      Da ich ja in Salzburg aufgewachsen bin: ich fand es als Kind schon immer köstlich, wenn in den ganz normalen Geschäften auf einmal die Konterfeis von Karajan, Placido Domingo, José Carreras etc. platziert wurden. Da stand dann beim Metzger der Maestro in der Auslage und schwang zwischen Schinken und Schweinsbraten den Taktstock.
    • Itsme schrieb:

      Ich kann nicht glauben, dass stets alle Menschen dünn gedacht sind. ... Wenn es allerdings so wäre, dass grundsätzlich alle Frauenrollen schlank gedacht wären, würde ich das allerdings nicht in Ordnung finden.

      Ich hab auch mal kräftig überlegt, aber mir fallen einfach keine "dicken" Opernfrauenrollen ein, höchstens ein paar, bei denen Dicksein eventuell als nicht so schlimm gewertet werden würde, das sind aber alles alte Frauen, wie z.B. die Küsterin in Janaceks "Jenufa", Ulrica in Verdis "Maskenball", Azucena aus dem Troubadour, die Hexe in "Hänsel und Gretel", Lucia (die Mutter) in Cavalleria Rusticana von Mascagni - und das sind auch schon alle, die mir einfallen (und alles Nebenrollen). Selbst bei den wagnerischen Weibsbildern sind es allenfalls die Walküren, die man sich stattlicher vorstellen könnte. Alle anderen Hauptfiguren (Eva, Elsa, Elisabeth, Isolde, Sieglinde) sind junge Frauen oder Mädchen, die sind in der landläufigen Vorstellung auch nicht übergewichtig.

      Die Geschichten, auf denen Opern basieren sind ja in der Mehrzahl Liebesgeschichten (das betrifft alle italienischen Opern) und noch ein paar Sagen oder Legenden (eher das deutsche Fach), aber auch da sind keine "dicken" Rollen-Charaktere dabei.

      Aber auch mal abgesehen von Opern, fallen Dir Märchen, Sagen oder Liebesgeschichten mit dicken Frauen oder Männer als wesentliche Charaktere ein? (Mal abgesehen von Frau Holle.)

      Bei Deborah Voigt ging es auch nicht um nur eine Rolle, ihr wurde von verschiedenen Seiten mitgeteilt, dass sie zu dick sei, lediglich in einem Fall hat man sie dann konkret aus der Produktion ausgeschlossen, obwohl sie es gesanglich sicher toll gemacht hätte.

      Sally schrieb:

      Lovely Rita hat Recht: Der Klassikmarkt hat sich dem Popmarkt angeglichen. Die Stars sind die, die sich als Gesamtprodukt vermarkten. Und dazu gehört auch, dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen.

      Lovely Rita und Sally haben recht, auch auf dem Klassikmarkt regiert immer mehr das gängie Schönheitsideal. Irgendwie finde ich es da besonders schade, weil es echt eine Qualitätseinbuße sein kann, wenn Sänger und Sängerinnen plötzlich (auch) nach Aussehen beurteilt werden. Das ist sowas von unnütz, aber wahrscheinlich lässt sich das in der heutigen Zeit einfach nicht ändern.
    • Sally schrieb:

      Nur der Vollständigkeit halber:

      Das ist traditionell eine Rolle, die mit einem Tenor besetzt wird.
      :klug:

      Hatte noch dunkel im Hinterkopf, dass das immer ein Mann gesungen hat - aber in der Oper war ich zuletzt mit 10 ... das war wohl zu lange her, um mich da besser zu erinnern. :-o
    • Sally schrieb:

      Na holla, dann wird's ja mal wieder Zeit!

      Das machen wir dann, nachdem wir Münchens bedeutendste Kirchen besichtigt haben. :D

      Gerne! Aber muss es unbedingt "Hänsel und Gretel" sein? Es gibt so viele schöne Opern ... oder ist das Mißverständnis jetzt komplett und Du hast es so gelesen, dass ich mit 10 überhaupt das letzte mal in der Oper war? Zum Glück nicht, nur "Hänsel und Gretel" habe ich seitdem nicht mehr gesehen, weil es mir eigentlich schon damals nicht besonders gefallen hat. :) Ich hoffe, es ist nicht gerade Dein Lieblingsstück. :-o
    • Stadtmadl schrieb:

      Gerne! Aber muss es unbedingt "Hänsel und Gretel" sein? Es gibt so viele schöne Opern ... oder ist das Mißverständnis jetzt komplett und Du hast es so gelesen, dass ich mit 10 überhaupt das letzte mal in der Oper war? Zum Glück nicht, nur "Hänsel und Gretel" habe ich seitdem nicht mehr gesehen, weil es mir eigentlich schon damals nicht besonders gefallen hat. :) Ich hoffe, es ist nicht gerade Dein Lieblingsstück. :-o


      Ja, guck mal oben ... du hast geschrieben

      Stadtmadl schrieb:

      in der Oper war ich zuletzt mit 10
      und nicht

      Stadtmadl schrieb:

      in der Oper war ich zuletzt mit 10
      - aber egal. Ich habe bloß deshalb eine besondere Beziehung zu Hans und Grete, weil ich mit 17 selbst einer von den vierzehn Engeln war. Heute guck ich sowas nur noch mit meinem Nachwuchs.
      So. Jetzt ist aber Schluss mit :offtopic:
      ;)
    • Ein Engel! Wie süß! :holy:

      Mit der fehlenden Betonung (Fettdruck) hast Du völlig Recht, beim zweiten Lesen ist es mir auch aufgefallen.

      Aber das ist doch hoffentlich nicht das Ende von unsereren Plänen? ;)
    • TV-Tip: Müssen Sänger dick sein?, 3SAT, Sa. 24.1., 22:30Uhr

      Hallo Ihr Lieben,

      ein TV-Tip, der vielleicht den einen oder anderen interessiert:

      3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/musik/129698/index.html

      Ich kenne den Film nicht, aber er klingt ganz interessant. Unter anderem kommt die Sängerin Deborah Voigt zu Wort, die sich ein Magenband legen ließ, weil sie aufgrund ihres Körpergewichts entlassen wurde. Sie war - zumindest für den Regisseur - zu dick um sich in bestimmten Rollen glaubwürdig präsentieren zu können.
    • Was ein Glück, daß es noch Musikrichtungen gibt, wo es schnurz ist, wie dick oder dünn jemand ist - sondern wo es einfach nur zählt, ob man gut singen kann ...

      ... weil sie zu dick für eine bestimmte Inszenierung der Ariadne auf Naxos war. Die Bühnenfigur sollte in einem kleinen schwarzen Cocktailkleid auftreten.


      Sicher ungeheuer wichtig, dieses Kleid für das Verständnis und den Musikgenuß ... /Ironie off. (Wer weiß, wie die Inszenierung letztendlich war ... vielleicht eher nicht so dolle ... ).
      Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat,
      der wäre auch nicht mit dem zufrieden, was er haben möchte. (Berthold Auerbach)
    • Was ein Glück, daß es noch Musikrichtungen gibt, wo es schnurz ist, wie dick oder dünn jemand ist - sondern wo es einfach nur zählt, ob man gut singen kann ...


      Ach ja? Welche denn?
      Alles, was über den privaten Hausgebrauch in Richtung Kommerz geht ist heute nicht mehr nur stimmabhängig, sondern auch von der Optik/Außenwirkung beeinflusst.
    • Deborah Voigt sieht auf dem letzten Foto zwar dünner, aber verhärmt aus. Außerdem sagt sie, daß sie ihren natürlichen Resonanzkörper vermisst. Ich kann mir vorstellen, daß sie als dicke Sängerin eine füllige Stimme hatte. Schade...
    • klein und fein schrieb:

      Deborah Voigt sieht auf dem letzten Foto zwar dünner, aber verhärmt aus. Außerdem sagt sie, daß sie ihren natürlichen Resonanzkörper vermisst. Ich kann mir vorstellen, daß sie als dicke Sängerin eine füllige Stimme hatte. Schade...


      Trotzdem schreibt man im ersten Abschnitt des Links, unter der Überschrift "Entlassen - zu hohes Gewicht" sie sei überglücklich.
      Tja... wenn sich das nicht widerspricht ;)

      LG
      LOF