Arzt der übelsten Sorte

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    • Arzt der übelsten Sorte

      Wie ich bereits schrieb, erlitt meine Frau (manche von Euch kennen sie) vor Kurzem einen Herzinfarkt.

      Am Ende des 1-wöchigen KH-Aufenthaltes wurde ihr in Abstimmung mit dem Stationsarzt eine ambulante 14-tägige Reha vor Ort angeboten, die sie gestern begann. Laut Rehaplan sollte sie an den ersten fünf Tagen mit dem Taxi von zu Hause abgeholt und wieder zurückgebracht werden.

      Gestern, also nach dem ersten Reha-Tag, kam sie stinksauer nach Hause.

      Der begleitende Arzt reitet in einer Art und Weise auf dem Übergewicht herum, die oft unter die Gürtellinie geht:
      1.) Fünf Stunden lang nur Thema Übergewicht, und was man davon alles so bekommt (Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall etc. - wir kennen so was zur Genüge).
      2.) Ohne zu fragen, behauptete er rotzfrech, meine Frau würde Alkohol trinken (hier mal ein Schnäpschen - da mal ein paar Flaschen Bier, das ist der Grund fürs Übergewicht). Dabei trinkt meine Frau so gut wie nichts, sie ist eigentlich die geborene Antialkoholikerin.
      3.) Als er bei ihr Ultraschall machte, ließ er die Bemerkung los: "Sch..., bei dem ganzen Fett kommt man ja nicht richtig durch". (Anmerkung von mir: Meine Frau ist zwar übergewichtig, aber nicht "fett")
      4.) Der Arzt ritt auch dann weiter auf dem Thema Übergewicht herum, als meine Frau ihm sagte, daß diese üble Masche meine Stieftochter in die Magersucht getrieben hat und deretwegen sie fast gestorben wäre!

      Heute morgen haben wir vergeblich auf das Taxi gewartet. Daraufhin haben wir bei der Reha-Einrichtung angerufen und mussten erfahren, daß dieser Arzt meiner Frau willkürlich und ohne Absprache die Taxifahrt aus dem Leistungsplan gestrichen hat. Daraufhin sind wir zur Geschäftsstelle der Krankenkasse gefahren. Meine Frau hat sich dort über die Vorkommnisse (ich habe noch längst nicht alle aufgezählt) beschwert und klargestellt, daß sie unter den gegebenen Umständen die Reha nicht fortführen kann. Der Sachbearbeiter empfahl uns gezielte Programme, die von der KK gefördert werden und legte uns nahe, sich bei der Ärztekammer über diesen Arzt zu beschweren. Letzteres werden wir morgen schriftlich erledigen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von klein und fein () aus folgendem Grund: Mir fiel noch ein wichtiger Punkt ein.

    • Ein solch feinfühliges Verhalten wird sicherlich dazu beitragen, einen kranken oder noch anfälligen Menschen schnell gesunden zu lassen...:mad:
      Das ist doch das erste Ziel eines Arztes, oder?


      Ich wünsche Dir und Deiner Frau viel Erfolg und hoffe, dass dieser Arzt so richtig einen auf den Deckel kriegt!!!

      Gute Besserung unbekannterweise an Deine Frau.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Manfred, zunächst mal gute Besserung für Deine Frau. Es tut mir Leid, dass sie so krank ist, und ich hoffe, dass sie bald wieder auf dem Posten sein wird.

      Aber eins verstehe ich nicht: Wo bitte ist Deine Frau übergewichtig? Mag sein, dass sie nicht dürr ist, aber ich habe sie schon als relativ zierlich in Erinnerung. In jedem Fall hat sie ein Gewicht, das in ihrem Alter sicher eher von Vorteil als von Nachteil ist.

      Wie würde der Arzt mit Leuten umspringen, die ein wirkliches Gewichtsproblem haben?
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Martina schrieb:

      Manfred, zunächst mal gute Besserung für Deine Frau. Es tut mir Leid, dass sie so krank ist, und ich hoffe, dass sie bald wieder auf dem Posten sein wird.
      Danke, Martina, ich werd´s ihr ausrichten.

      Martina schrieb:

      Aber eins verstehe ich nicht: Wo bitte ist Deine Frau übergewichtig? Mag sein, dass sie nicht dürr ist, aber ich habe sie schon als relativ zierlich in Erinnerung. In jedem Fall hat sie ein Gewicht, das in ihrem Alter sicher eher von Vorteil als von Nachteil ist.
      Sie hat etwa 15 - 20 kg drüber, also ist sie im Sinne der herrschenden Lehrmeinung übergewichtig und wahrscheinlich für manche Ärzte sogar "fett". :mad:

      Martina schrieb:

      Wie würde der Arzt mit Leuten umspringen, die ein wirkliches Gewichtsproblem haben?
      Das habe ich mich auch schon gefragt. Möglicherweise bekommt der beim Anblck von Leuten unserer Güteklasse einen Herzinfarkt... :grins:
    • Itsme schrieb:

      Ein solch feinfühliges Verhalten wird sicherlich dazu beitragen, einen kranken oder noch anfälligen Menschen schnell gesunden zu lassen...:mad:
      Aber sicher doch! Bei so einem beeilt man sich, gaaaaanz schnell gesund zu werden, damit man nicht mehr dahin muss!:rolleyes:

      Itsme schrieb:

      Das ist doch das erste Ziel eines Arztes, oder?
      Na ich weiß es nicht... Zum besseren Verständnis ein bekanntes Zitat von Eugen Roth:
      Was bringt den Doktor um sein Brot? a) Die Gesundheit, b) der Tod. Drum hält der Arzt, auf daß er lebe, uns zwischen beiden in der Schwebe.

      Itsme schrieb:

      Ich wünsche Dir und Deiner Frau viel Erfolg und hoffe, dass dieser Arzt so richtig einen auf den Deckel kriegt!!!

      Gute Besserung unbekannterweise an Deine Frau.
      Danke, liebe Itsme! :)
    • Lieber Manfred,

      ja wie kann es denn bloss solche Ärzte geben.:eek:
      Da kann man ja von Glück sagen,solch einem Exemplar noch nicht begegnet zu sein.
      Das ist eine bodenlose Frechheit und Unverschämtheit dazu.:mad:
      Hoffentlich bekommt so ein Rüpel sein Fett weg.

      Deiner Frau wünsche ich unbekannterweise Gute Besserung.
    • Ersteinmal guten Besserung für deine Frau.

      Ich hoffe, dass dieser Arzt eins auf den Deckel bekommt. So gehts ja nun nicht. Aber ich denke, wenn ein dünner Patient kommt, dann sagt er dem essen sie mal was, dann kommen sie zu Kräften. Diese Art Ärzte halte ich für inkompetent und faul, die halten sich nur mit dummen Sprüchen auf ohne auf den Menschen einzugehen.
    • Mir grummelt da ziemlich wütend was durch den Kopf:

      Was ist denn überhaupt "Übergewichtig"???
      Das was mehr ist, als das was Menschen als obere Grenze gesetzt haben?
      Wieso können Menschen irgend eine Kilo-Zahl als "Normalgewicht" bezeichnen dürfen?

      Ist es nicht im Grunde so, dass nur jeder für sich ganz allein sagen kann, dass er sich in einem für ihn guten Gewichts-Bereich befindet, oder aber nicht? Wer, außer mir selber, weiß denn, wie gut oder schlecht ich mich mit welchem Gewicht in meinem Körper fühle?

      Und dies frage ich mich auch:
      Wann lernen (etliche) Ärzte endlich, dass eine freundliche, menschliche und mitfühlende Behandlung eine ebenso wichtige "Medizin" ist, wie eine buchstäbliche Medizin???

      Das mal nur so dazwischen geschoben.

      @ klein und fein
      Ich hoffe einfach, dass Deine Frau sich nicht durch solch einen inkompetenten Menschen herunter ziehen lässt. Gut, dass Du mit ihr an einem Strang ziehst!
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Huhu Manfred,
      das ist aber wirklich eine absolute unverschämheit von diesem Arzt...:mad: gut das ihr euch das nicht bieten lasst.
      Ich habe deine Frau auch als eigentlich schlank in Erinnerung...da frage ich mich auch wenn i c h dahin käme... würde der Kerl wahrscheinlich direkt ins Koma fallen. So ein infantiler Arzt trägt garantiert nicht zur Gesundung deiner Frau bei....da kann ich mich echt soo drüber aufregen...:mad:
      Ich wünsche deiner Frau alles Liebe u.Gute u.vor allen Dingen gute Besserung mit Hilfe von wirklich kompetenten Fachleuten.
      Seid beide lieb gegrüßt von Marion :five:
    • Also ich kenne nun Manfred Frau nicht, aber wenn er schon selber sagt, sie hat ca. 20Kilo zu viel, ist sie wohl eher nicht schlank ;)
      Das gibt natürlich niemandem, schon gar keinen Arzt, das Recht sie so mies zu behandeln, aber ich denke, solche Typen finden an jedem etwas, wo sie ihre schlechte Laune auslassen können.

      Problematisch sehe ich die Beschwerde "nach oben" - wenn Manfreds Frau keine Zeugen hat, wird sie wohl nicht wirklich weit kommen. Melden würde ich es trotzdem, vielleicht gibt es schon mehr Beschwerden ...

      Für Deine Frau alles Gute, Manfred!
    • Ich habe mir gerade noch mal Fotos aus Schloss Burg angeschaut. Außerdem habe ich da ja auch neben ihr gesessen. Ich weiß nicht, wie groß und schwer Manfreds Frau ist, aber ich behaupte jetzt mal, ihr BMI ist unter 30. In ihrem Alter ist ein BMI von 25 bis 30 ideal.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • @ alle:
      Vielen Dank für eure lieben Worte. Im übrigen ist es an der Zeit, daß man sich als mündiger Bürger so was nicht mehr bieten läßt.

      Darcy schrieb:

      Problematisch sehe ich die Beschwerde "nach oben" - wenn Manfreds Frau keine Zeugen hat, wird sie wohl nicht wirklich weit kommen. Melden würde ich es trotzdem, vielleicht gibt es schon mehr Beschwerden ...
      Wir werden uns beschweren, und wenn wir mit dem Kopf gegen die Wand rennen. Wir haben die Schnauze voll!
    • klein und fein schrieb:

      Im übrigen ist es an der Zeit, daß man sich als mündiger Bürger so was nicht mehr bieten läßt.Wir werden uns beschweren, und wenn wir mit dem Kopf gegen die Wand rennen. Wir haben die Schnauze voll!


      Und wenn es lediglich so viel bringt, dass diese Beschwerde bei dem Arzt landet und er Kenntnis davon bekommt!
      Das könnte zumindest bewirken, dass er merkt, das er sich nicht alles erlauben darf und vielleicht... ja vielleicht gibt ihm das zu denken und reißt er sich in der Zukunft mehr zusammen.
      Damit wäre ja schon einiges erreicht!
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Itsme schrieb:

      Und wenn es lediglich so viel bringt, dass diese Beschwerde bei dem Arzt landet und er Kenntnis davon bekommt!
      Das könnte zumindest bewirken, dass er merkt, das er sich nicht alles erlauben darf und vielleicht... ja vielleicht gibt ihm das zu denken und reißt er sich in der Zukunft mehr zusammen.
      Damit wäre ja schon einiges erreicht!


      Na klar ... und so geläutert, steht er dann eines Abends mit einem Strauß voller Rosen vor Frau K&F und bitte sie um Vergebung ob seiner bösen Worte ...
      Und wenn sie nicht gestorben sind, schreibt er ihr auch in 100 Jahren noch jedes Jahr 'ne Weihnachtskarte.

      Mal ehrlich - solche Menschen ändern sich nicht, schon gar nicht aufgrund einer Beschwerde. Für so einen "Gott in Weiß" ist das maximal so lästig wie eine Mücke in 'ner heißen Sommernacht ...
      Wenn überhaupt kriegt er ein Schreiben, den Sachverhalt aus seiner Sicht darzustellen - er wird es abstreiten und damit wars das dann.
    • Darcy schrieb:

      Na klar ... und so geläutert, steht er dann eines Abends mit einem Strauß voller Rosen vor Frau K&F und bitte sie um Vergebung ob seiner bösen Worte ...
      Und wenn sie nicht gestorben sind, schreibt er ihr auch in 100 Jahren noch jedes Jahr 'ne Weihnachtskarte.

      Mal ehrlich - solche Menschen ändern sich nicht, schon gar nicht aufgrund einer Beschwerde. Für so einen "Gott in Weiß" ist das maximal so lästig wie eine Mücke in 'ner heißen Sommernacht ...
      Wenn überhaupt kriegt er ein Schreiben, den Sachverhalt aus seiner Sicht darzustellen - er wird es abstreiten und damit wars das dann.



      Die Konsequenz hieße dann also den Mund zu halten, weil es ja sowieso nichts bringt?
      Es kann aber doch auch sein, dass, wenn Viele so konsequent wie klein und fein und seine Frau sind und nicht den Mund halten, aus der einen Mücke schon mehrere, wenn nicht vielleicht sogar ein kleiner (oder großer?) Schwarm wird. Und der ist dann bestimmt lästig. :-p :D Auch ein Gott in Weiß lässt sich nicht gern pieken.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Itsme ()

    • Obwohl wir wissen, daß wir gegen Windmühlen kämpfen, setzen wir das Schreiben heute noch auf. Einen Ausdruck geben wir der KK zu deren Akten, weil das Reha-Institut mit dem Vermerk "Frau XYZ hat die Therapie abgebrochen" gegenüber der KK die volle Zeit berechnen wird.
    • Ich denke, niemand erwartet sich von so einer Beschwerde irgendwelche Wunder, davon kann ich hier auch nichts lesen.
      Allerdings halte ich sie trotzdem für sehr wichtig und richtig und hoffentlich auch hilfreich, da zum einen die Betroffene dadurch zumindest aktiv werden kann und nicht in ihrem vermutlichen Ohnmachts- oder Opfergefühl verharren muss und darüber hinaus macht es eben deutlich, dass sie nicht einfach so alles mit sich machen lässt.
      Sie zieht hier klar ihre Grenze, die von diesem Arzt deutlich überschritten wurde und setzt aus meiner Sicht damit ein Zeichen für sich, diesen Freak-Arzt (von dessen Sorte es für mienen Geschmack viel zu viele gibt), die Krankenkasse und die Ärztekammer.
      Das finde ich per se schon ziemlich effektiv und wirkungsvoll - egal, ob es Konsequenzen hat, wie z.B. eine Verhaltensänderung des Arztes oder ähnliches.
      Außerdem ist es auch stark und konsequent von ihr, dass sie die Behandlung da direkt abgebrochen hat, statt das einfach so über sich ergehen zu lassen!

      Auf jeden Fall alles Gute für deine Frau und ich wünsche ihr, dass sie möglichst bald ein angemessene Unterstützung für ihren Gesundungsprozess erhält!
      [CENTER]★ [SIZE=1]I am fat. And I have this radical idea that I am allowed to exist.[/SIZE] ★
      [SIZE=1]by Fat Grrrl A[SIZE=1]ctivism[/SIZE][/SIZE]
      [/CENTER]
    • klein und fein schrieb:

      Obwohl wir wissen, daß wir gegen Windmühlen kämpfen, setzen wir das Schreiben heute noch auf. Einen Ausdruck geben wir der KK zu deren Akten, weil das Reha-Institut mit dem Vermerk "Frau XYZ hat die Therapie abgebrochen" gegenüber der KK die volle Zeit berechnen wird.


      Erstmal gute Besserung an deine Frau & alles Gute für die nächste Reha-Klinik.

      Laßt euch mal nicht abschrecken, solche Beschwerden landen heute nicht mehr in der "Rundablage"! Die wollen nämlich alle unser Bestes, sprich: die Kohle, und dafür müssen sie schon etwas aus der Hüfte kommen und nicht die Patienten vergraulen.

      Wie im anderen Thread schon gesagt wurde - ich laufe auch genau dann zu Höchstform auf, wenn es nicht mich betrifft... Wir haben eine ähnliche Situation vor ein paar Jahren gehabt, als mein Mann in der Reha war. Er hatte nach einem Unfall einen Oberschenkelhalsbruch. Soweit nicht das Riesenproblem, aber er ist Spastiker und hat von daher Probleme mit dem Gleichgewicht. Sowie natürlich dann einen Heidenbammel, nochmals auf die Nase zu fallen und the same procedure as last time. Dazu kam dann noch eine gar nicht optimale Behandlung im Krankenhaus, so daß er nach zweieinhalb Wochen dort im zu kurzen Bett mit verkürzten Sehnen dastand - naja, eben nicht stand, das mußte in der Reha-Klinik als erstes angegangen werden.

      Der eigentlich zuständige Arzt war top, auch der Chefarzt. Aber die Vertretung war eine Granate übelster Sorte. Er hat sogar der Sozialarbeiterin in der Klinik gegen den erklärten Willen meines Mannes Akteneinsicht gewährt und die waren schon munter dabei, meinen Mann in den "Spastiknast" zu verfrachten (was wir leider erst sehr viel später erfuhren...). Jedenfalls hat er, nachdem er die Urlaubsvertretung übernahm, sofort meinem Mann angekündigt, daß Ende der Woche für ihn Schulz sei - ab nach Hause, Sie lernen sowieso nie mehr gehen!

      Als ich an dem Tag in die Klinik kam, war mein Mann entsprechend durch den Wind. Er schaffte gerade mal ein paar Meter an Krücken und Treppe war eine Riesenhürde, eher gar nicht. Wir wohnten aber im 5. Stock Altbau *ohne* Fahrstuhl - also hätten sie mir meinen Mann per Krankentransport in der Wohnung abgekippt und da hätte er dann gehockt.

      Also zum Ar... - äh: Arzt und um ein Gespräch gebeten. Beim Gespräch kam der uns mehr als dusslig - so zb ich wolle meinen Mann ja nur hospitalisieren. Herr Doktor war u.a. der Meinung, er könne uns mit Fremdworten imponieren. Na ja, schon mal nicht wirklich, aber mein Studium steht mir ja auch nicht auf die Stirn tätowiert. Da er es aber nicht wirklich mit den Fremdworten hatte, habe ich mir bei passender Stelle (die recht fix kam) erlaubt, ihn auf ein falsch gebrauchtes Fremdwort aufmerksam zu machen. Er ist dann immerhin doch so rot angelaufen, daß es schon dunkelviolett war :auslach:.

      Jedenfalls wollte er mit dem Chefarzt weiteres besprechen und uns am nächsten Tag informieren, ob die Reha weitergeht. Und wir hockten und warteten. Irgendwann war klar - das wird nix. Also frech selbst beim Öbersten vorgesprochen, den Vorzimmerdrachen niedergerungen. Der Öberste war sehr nett und vernünftig - war allerdings gar nicht vom Herrn Dr informiert worden (es sollte offenbar so laufen, daß er uns einfach mitteilt, der Öbere hätte abgelehnt). Dies konnten wir im Gespräch auch schön herausarbeiten, ohne ein Wort entgleisen zu lassen. Der Herr Arzt hatte den Öbersten im Gegenteil informiert, die Entlassung stehe an und der Patient wieder lauffähig (wie im Gespräch durchschien). Der Öberste hatte sogar den Anstand, sich pro forma vor seinen Mitarbeiter zu stellen, allerdings hatte er so ein Leuchten in den Augen, das bereits gut andeutete, daß da einer zum Einlauf bestellt wird, sobald wir um die Ecke verschwunden sind.....

      Ende vom Lied: zwei Monate Rehaverlängerung dann doch kein Thema, mein Mann hatte die Chance, wieder aus dem Rollstuhl auf die Füße zu kommen. Dieselbe Chance wg auf die Füße kommen hatte offenbar auch der Arzt, denn wir sahen ihn nur noch zwei Wochen in der Klinik...... Und ich vermute mal stark, der hat nicht den gesamten Jahresurlaub auf einmal angetreten.

      Also, nichts gefallen lassen, was nicht sein muß! Die Reha-Kliniken wollen nicht nur unser Geld, die brauchen es sogar, weil sie Profite machen müssen. Dies klappt aber nur, wenn die zahlende Kundschaft sich gut aufgehoben fühlt. Wenn da einer noch die Kunden vergrault, macht er sich auch 'oben' gar nicht so beliebt, denn die Klinik 'lebt' auch von ihrem Ruf. Bzw. wenn der ruiniert ist, lebt sie nicht mehr lange.

      Ich drücke euch die Daumen für die Beschwerde. Laßt euch nicht unterbuttern - auch Menschen mit Rettungsring um die Mitte haben Menschenrechte, nicht nur die Hungerhaken.
      NB: es kann ja schon gar keine Rede davon sein, daß deine Frau die Reha abgebrochen hat, das laßt euch nicht unterjubeln - das Taxi abbestellt habt ja nicht ihr.

      Also ein kräftiges :daumen: und toi-toi-toi und beste Genesung!
    • Danke Mischka!:)
      Dein Bericht hat mich sehr gefreut, ich kann Dir/Euch nur gratulieren.:five:
      Und außerdem hat er viel Mut gemacht, immer den Mund auf zu machen, wenn etwas im Argen liegt.
      Beim lesen dieser Stelle:
      " allerdings hatte er so ein Leuchten in den Augen, das bereits gut andeutete, daß da einer zum Einlauf bestellt wird, sobald wir um die Ecke verschwunden sind....."
      ist mir "leider" ;) ein kleines, fieses Lachen entfleucht. Sorry... :baeh:
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • klein und fein schrieb:

      Obwohl wir wissen, daß wir gegen Windmühlen kämpfen, setzen wir das Schreiben heute noch auf. Einen Ausdruck geben wir der KK zu deren Akten, weil das Reha-Institut mit dem Vermerk "Frau XYZ hat die Therapie abgebrochen" gegenüber der KK die volle Zeit berechnen wird.


      Hallo,

      erstmal alles Gute für deine Frau, auf dass sie bald gesund wird. Ein Herzinfarkt ist ja kein Witz. UNd den bekommen,nebenbei, auch dünne Menschen, aber sei's drum.....

      Zur Beschwerde: ich würde an eurer Stelle nicht nur an die KK und die Ärztekammer schreiben, sondern auch dem Leiter der Reha-Einrichtung, sprich, dem Vorgesetzten dieses Arztes, alles in Kopie zukommen lassen. Ich würde auf keinen Fall gegen dessen Aussage argumentieren, dass Dicksein zu Folgeerkrankungen führt, denn da kann alles, was dieser Knilch gesagt hat, noch als "Aufklärung des Patienten" hingestellt werden. Sondern ich würde mich auf dessen Ton und die Schimpfwörter kaprizieren. Ein Wort wie "Scheixxe" bei einer Untersuchung steht sicher nicht im ärztlichen Lehrplan.

      Dass er das Taxi gestrichen hat, ist ja bei der heutigen Kostenpolitik nur konsequent, also würde ich in diesem Fall auf den Reha-Plan hinweisen, auf den sich ein Patient wohl verlassen können sollte, zumindest bis etwas anderes besprochen wurde - was ja in eurem Fall nicht zutrifft.

      Ich würde ebenfalls den Arzt, in welchem Schreiben auch immer, NICHT als "unverschämt" o.ä. betiteln, sondern eher schildern, wie entsetzt ihr bzw deine Frau über dessen Ton seid und dass ihr euch den gar nicht erklären könnt.....

      Alles andere ruft bloß Gegenargumente der Klinik und Verteidigungshaltung hervor. Ich finde auch, dass " der geläuterte Arzt" kein Ziel sein kann und auch keine Diskussion über Beginn und Ende von Übergewicht, das bringt nix in diesem Fall. Also, so seh ich das.

      Wie auch immer - vergesst auf keinen Fall dessen Vorgesetzten! In der Ärzteschaft gibt es, wenn auch selten nach außen sichtbar, ganz klare Hierarchien. Nutzt das.

      Liebe Grüße
      eau-de-preautestschreiben:grins:
    • ... eine Kopie gehört auch zur Verwaltungsdirektion (jedes Krankenhaus und Reha-Einrichtung hat ja so eine Art Gewaltendreiteilung: ärztliche Direktion, Pflegedirektion und Verwaltungsdirektion)!
      Und jede Einrichtung hat so etwas wie eine Patientenbeschwerdestelle.
      Wenn ihr euer Schreiben an alle schickt, geht wenigstens nichts unter (was sonst leider der Fall sein kann!).
      Ich habe nur beste Erfahrungen mit Beschwerden gemacht (ihr könnt in eurem Schreiben auf Stellungnahme bestehen!!!),- meine Erfahrungen mit der Behandlung meiner chronisch kranken Mutter würden ein Buch des Entsetzens füllen.
      Wenn sich viel mehr Patienten in der Form beschweren würden, würde sich mit der Zeit Grundlegendes ändern!
    • apple schrieb:

      ... eine Kopie gehört auch zur Verwaltungsdirektion (jedes Krankenhaus und Reha-Einrichtung hat ja so eine Art Gewaltendreiteilung: ärztliche Direktion, Pflegedirektion und Verwaltungsdirektion)!
      Und jede Einrichtung hat so etwas wie eine Patientenbeschwerdestelle.
      Wenn ihr euer Schreiben an alle schickt, geht wenigstens nichts unter


      Genau, apple. Die hab ich noch vergessen - also, Kopien der Beschwerde an alle schicken, die es angeht!

      apple schrieb:


      Wenn sich viel mehr Patienten in der Form beschweren würden, würde sich mit der Zeit Grundlegendes ändern!


      Das seh ich auch so. Nicht nur, dass Lob wenig ausgesprochen wird, auch berechtigte Beschwerden werden zu oft fallengelassen.

      Insofern...@klein und fein, berichte doch mal, wie es weitergegangen ist.

      eau-de-keaupie:grins: