Wie bedrohlich sind wir?

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    • Wie bedrohlich sind wir?

      Ich wollte Euch schon die ganzen Tage etwas erzählen. Ich habe Post von einer stillen Leserin bekommen, die sich im Zusammenhang mit diesem Thread über die Widersprüchlichkeit meiner Aussagen beklagte. Einerseits würde ich behaupten, mir ginge es gut und ich sei glücklich und zufrieden mit meinem Leben, andererseits würde ich aber dann solche Threads in mein Forum setzen, aus denen ja klar hervor ging, dass ich nicht glücklich und zufrieden bin.

      Ich bin darüber jetzt nicht sauer. Es ärgert mich noch nicht mal. Es nervt nur noch. Ich denke manchmal noch darüber nach, was Menschen dazu treibt, solch dumme und undurchdachte Statements abzugeben.

      Halten wir mal fest: Mein Leben dauert nun seit 583 Monaten. In diesen 583 Monaten gab es einzelne mal mehr, mal weniger zusammenhängende Zeitabschnitte, in denen es mir aus unterschiedlichen Gründen körperlich oder seelisch schlecht ging. Grob geschätzt waren das zusammen gerechnet vielleicht 75 Monate. Sechs davon waren die letzten sechs Monate.

      IMMER gab es letztlich eine Lösung, IMMER hatte es nichts mit meinem Gewicht zu tun bzw. war das Gewicht nicht ursächlich, sondern eher Nebenwirkung.

      In den Augen mancher Menschen bin ich nun also verpflichtet, mit meinem Leben und meiner Gesamtsituation unzufrieden zu sein, weil in Abständen zusammengerechnet 6 - 7 Jahre meines Lebens suboptimal verlaufen sind. - Dazu fällt mir nur eins ein: :bigdenk: ... zumal sich mein sonstiges Leben in diesen Phasen ja ganz normal weiter entwickelt hat, d.h. das Krankheitsgefühl fand auf einer Ebene statt, alles andere auf anderen Ebenen, die dadurch zwar berührt wurden, aber deshalb nicht abrupt endeten.

      Um nun noch mal auf den konkreten Anlass zurückzukommen: Bei dieser stillen Leserin handelt es sich um eine AC-Anhängerin. In den AC-Foren wimmelt es von Menschen, die unter massiven Mangelerscheinungen leiden. Sie bekommen stets Trost und gute Ratschläge (was völlig in Ordnung und auch richtig so ist). Es wird immer und immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig eine engmaschige Nachsorge, insbesondere im Hinblick auf Mangelerscheinungen ist.

      Ich frage mich, mit welcher Berechtigung darf ein Operierter Mangelerscheinungen haben und mit welcher Berechtigung dürfen diese behandelt werden und mit welcher Berechtigung ist das gleichzeitig bei einem dicken Menschen, der sich nicht operieren lassen will, ein Grund, sein ganzes Leben in Frage zu stellen, wenn er aus offensichtlichen Gründen (massive Menstruationsblutungen in Verbindung mit fleischloser Kost) in einen Mangel gerutscht ist? Warum muss solch ein Mensch ein halbes Jahr lang betteln, dass die Eisenwerte gemacht werden und dafür sogar den Arzt wechseln, während Operierte diesbezüglich engmaschig überwacht werden?

      Und es treibt mich auch die Frage um: Was geht eigentlich in Menschen vor, die so denken wie unsere stille Leserin? Was ist so bedrohlich an uns, die wir versuchen, mit unserem Leben zurecht zu kommen, ohne uns selbst weiterhin Gewalt anzutun? Provokant gefragt: Steckt da nicht auch die Frage eines solchen Menschen drin, ob er selbst wohl auf dem richtigen Weg ist?

      Es würde mich interessieren, wie Ihr darüber denkt.

      Martina
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    • Einerseits würde ich behaupten, mir ginge es gut und ich sei glücklich und zufrieden mit meinem Leben, andererseits würde ich aber dann solche Threads in mein Forum setzen, aus denen ja klar hervor ging, dass ich nicht glücklich und zufrieden bin.


      Ich kann nur für mich sprechen.

      Ich würde es als ganz furchtbar schrecklich empfinden, wenn ich, nur weil ich ein positiv denkender - und im Prinzip zufriedener Mensch bin, nie auch mal zeigen dürfte, wenn es mir nicht gut geht.
      Müsste ich denn immer lächelnd druch die Gegend laufen?

      Was bin ich denn?
      Eine besondere Kreation?
      Ein Mensch, der sich von allen anderen Menschen auf dieser Welt unterscheidet?
      Ein dicker Mensch, der entweder nur glücklich oder nur unglücklich sein darf?

      Ich bin nichts von dem.

      Ich bin zufrieden, aber manchmal unglücklich und traurig oder sogar leicht depressiv..
      Der depressive Part kommt von meiner Krankheit.
      Unglücklich und traurig bin ich einfach manchmal, weil ich Gefühle habe, - ein Mensch bin.
      Und trotzdem kann ich sagen, ich bin im großen und ganzen ein glücklicher und zufriedener Mensch.

      Ich denke, ich darf mein Glück "raus lassen" , - andere teilhaben lassen,
      aber ich darf auch mein "Unglück raus lassen", wenn ich denke, dass es mir hilft.

      Ich wüsste nicht, wo da ein Widerspruch ist.
    • Weil die Operierten die "guten" Dicken sind, die sich anpassen durch die OP an das was man seltsamerweise als "Normalität" bezeichnet. Wer das OP-Risiko auf sich nimmt zeigt den vollen Einsatz um endlich endlich schlank und vor allem gesund (ja nee, ist klar) zu werden. Wir andern fressen einfach disziplinlos weiter. Null Mitleid für uns.

      Das ist jetzt natürlich schwarz-weiss-Malerei, aber genau so kommt es mir oft vor.

      Jede Krankheit auf´s Übergewicht zu schieben ist bequem und wird ja auch von so manchem Arzt propagiert.

      Wenn unter Umständen in einigen Jahren eine Welle von Folgeerkrankungen durch AC über die Welt schwappt wird die Ärzteschaft auch das rosarote OP-Bild wieder revidieren. Das ist bei vielen OP Methoden der Vergangenheit so und auch bei medikamentösen Adipositasbehandlungen. Erst ist alles ganz, ganz toll und dann verschwindet es in der Versenkung wenn eine neue, grossartige Speck-weg-Methode "erfunden" wurde.

      Solange es Dicke gibt und solange dem Dicksein ein derartiger gesellschaftlicher Makel anhaftet wird es immer wieder Angebote geben, die die einen dünn und die anderen reich machen.

      Zu mir sagte eine dünne, leicht vertrocknete und ältliche Frau gestern: "Du bist erst 36, das hätte ich nicht gedacht..." Und ich dazu: :eek:
      Sie meinte dann Übergewicht mache halt älter. :rolleyes:
      Dabei werde ich sonst oft jünger geschätzt als ich bin.

      Ich wedel sowas weg wie eine lästige Fliege aber bei vielen Dicken ist der Druck durch sowas enorm gross und sie können sich nicht vorstellen, dass andere anders mit ihrem Übergewicht umgehen und vielleicht so viele Dinge haben mit denen sie sich beschäftigen, dass die Beschäftigung mit dem Übergewicht eben keine zentrale Rolle in ihrem Leben einnimmt.

      Mir geht´s auch manchmal nicht gut. Manches davon hängt selbstverständlich mit meinem Übergewicht zusammen, na und?

      Muss ich mir deshalb gleich den Magen wegschneiden lassen und den Teufel mit dem Beelzebub austreiben? Für mich keine Option.
    • Leider lässt sich das auf alles und jeden übertragen. Nur Exraucher und Nichtraucher sind bessere Menschen. Jeder, der sich mit Diäten quält ist der bessere Mensch. Usw. usf. es wird immer welche geben, die sich über andere erheben und den moralischen Zeigefinger schwingen müssen.

      Dass schlechte Phasen auch bei einem glücklichen Menschen vorkommen, darf offenbar nicht sein. Diese Jammerei der Deutschen in der Hinsicht geht mir auch mächtig aufn Kack. Anstatt sie die anderen einfach die anderen sein lassen, müssen sich die Menschen immer ungefragt in alles reinhängen.
    • Roseanne schrieb:

      Weil die Operierten die "guten" Dicken sind, die sich anpassen durch die OP an das was man seltsamerweise als "Normalität" bezeichnet. Wer das OP-Risiko auf sich nimmt zeigt den vollen Einsatz um endlich endlich schlank und vor allem gesund (ja nee, ist klar) zu werden. Wir andern fressen einfach disziplinlos weiter. Null Mitleid für uns.

      Ja, das ist wohl die Erklärung.

      Ich verstehe, ehrlich gesagt, das Problem der Leserin nicht. Heißt denn, dass man glücklich und zufrieden mit seinem Leben ist, etwa, dass man niemals krank sein darf? Was ist das denn für eine Logik? Es gibt Heerscharen von schlanken Menschen mit Rückenleiden, Herz-Kreislauf-Problemen, Krebs und/oder chronischen Schmerzen, um nur mal ein paar Beispiele zu nennen? Und ich darf, nur weil ich dick bin, niemals irgendwelche gesundheitlichen Schwierigkeiten haben, damit ich "beweisen" kann, dass ich glücklich bin??
      Was für ein ausgemachter Blödsinn. :mad:

      Allerdings gebe ich zu, dass ich selbst auch nicht immer vor solchen Fallen
      gefeit bin. Ich habe eine Achillessehnenentzündung jahrelang unter Schmerzen verschleppt und mich vor Einlagen gedrückt, weil ich dachte, so sei das eben mit einem hohen Gewicht (sozusagen die "Strafe"!). Und was sagt mir der Orthopäde, als ich mich endlich hintraue? "Sowas passiert ganz oft, das kann jeder kriegen, hat überhaupt nichts mit dem Gewicht zu tun."
      Das hätte ich auch einfacher/früher haben können.
      Aber man lernt ja nicht aus.
    • Na_ich schrieb:

      Nur Exraucher und Nichtraucher sind bessere Menschen. Jeder, der sich mit Diäten quält ist der bessere Mensch. Usw. usf. es wird immer welche geben, die sich über andere erheben und den moralischen Zeigefinger schwingen müssen.
      Sonntags ziehe ich mir mit besonderer Vorliebe mittags einen Schmachtfetzen rein. Vor ein oder zwei Wochen sah ich im Rahmen dieses Rituals "Mädchen in Uniform". Als Antwort auf die Klagen der Schülerinnen, sie müssten in der Anstalt hungern, vernahm man Therese Giehse in der Rolle der Anstaltsleiterin sinngemäß:

      [align=center]"Hungern? Ja und? Deutschland hat sich groß gehungert."

      [align=left]Alles klar! ... dachte ich da nur.

      Wenn man sich überlegt, dass es die Düsseldorfer und die Kölner in 719 Jahren nicht geschafft haben, die Schlacht von Worringen psychisch zu verarbeiten (und das ist nur ein Beispiel, stellvertretend für Hunderte in Deutschland), dann darf man sich auch nicht wundern, dass Preußen real existierender Alltag in Deutschland ist.
      [/align]
      [/align]
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    • ich habe eine cousine, die - als sie ein kleines mädchen war, wirklich unausstehlich war. sie liebte mich total an, was ja auch okay ist :-D, aber sie war total eifersüchtig, wenn eine andere cousine mit mir was machte.

      da wurde sie dann immer arg und denunzierte die andere gemeinsame cousine ständig vor mir (ich war ein paar jahre älter als die beiden). kennt ihr nicht auch so kinder, die andere verpetzen, anschwärzen und maßregeln wollen? "aber die hat das gemacht", "aber wenn ich nicht darf, darf sie auch nicht" etc. und die keine ruhe geben und unbedingt erreichen wollen, dass die oder der "böse" von einer autorität gemaßregelt und in die schranken gewiesen oder bestraft wird. und wenn die autorität nicht zur verfügung steht, dann nutzt man bescheuerte normvorstellungen als ersatz. dicksein ist da nicht vorgesehen.

      ob wir bedrohlich sind? ja, weil wir uns das recht auf eine eigene meinung nehmen. in meinen augen sind solche äußerungen nichts als zwergenaufstand. schöne grüße an die füße, stille mitleserin.
    • Martina schrieb:

      Ich wollte Euch schon die ganzen Tage etwas erzählen. Ich habe Post von einer stillen Leserin bekommen, die sich im Zusammenhang mit diesem Thread über die Widersprüchlichkeit meiner Aussagen beklagte. Einerseits würde ich behaupten, mir ginge es gut und ich sei glücklich und zufrieden mit meinem Leben, andererseits würde ich aber dann solche Threads in mein Forum setzen, aus denen ja klar hervor ging, dass ich nicht glücklich und zufrieden bin.
      Martina


      Vielleicht ist es einfach so, dass die stille Leserin dem Irrglauben erliegt, dass alle ihre Probleme vom Übergewicht verursacht werden. Im Umkehrschluß bedeutet es dann, dass Zufriedenheit sich nur einstellen kann, wenn man schlank ist und das das gute Gefühl immer da ist.

      Ohne dieselbe Leserin jetzt beleidigen zu wollen, ging es mir während meiner Pubertät so. Ich konnte die schlechten Phasen meines Lebens nicht ertragen, ich hatte die simple Vorstellung davon, dass Lebensglück bedeutet immer zufrieden zu sein und quasi auf Wolken sitzend lächelnd durchs Leben zu gleiten. Leider oder zum Glück ist das Leben nicht so.

      Man erlebt Phasen in denen es in allen Bereichen optimal läuft. Job und Finanzen geklärt, Gesundheit und Beziehung ganz wunderbar. Familie läuft in der Spur. Eitel Sonnenschein halt.
      Und dann gibt es Tage, da kommt die 5 in Mathe, der Chef nervt, der Partner dreht am Rad oder man selbst. Morgens ist man am ganzen Körper steif und nachts liegt man wach und weiß vor lauter Sorgen nicht, wie man den nächsten Tag überlebt.
      Manche von uns haben Glück, da sind die schönen Tage häufiger, als die Schlechten. Manche Menschen haben ein besonderes Glück, sie können ihr Leben mit Höhen und Tiefen als gut akzeptieren. Und wenn sie dies trotz offenkundiger Schwierigkeiten, wie. z.B. Behinderung, Krankheit, Verlust geliebter Menschen, Übergewicht oder Armut tun können, dann sind sie ganz einfach sehr zu beneiden.
      Vielleicht ist der Grund, warum Martina solche Mails bekommt einfach der, dass manche Menschen glauben, sie könnten mit einer OP oder einer finanziellen Spritze, Drogen, einem neuen Kleid oder einem neuen Partner Glück erkaufen (erlangen).
      Vielleicht steckt auch noch die Vorstellung dahinter, dass man aktiv am Glück arbeiten muss (Das Beispiel Hungern wurde ja erwähnt) und viele es nicht akzeptieren können, dass jemand der (vermeintlich!) nichts tut um sich sein Glück zu verdienen, trotzdem oder vielleicht gerade deswegen glücklich ist.
    • Ich wedel sowas weg wie eine lästige Fliege aber bei vielen Dicken ist der Druck durch sowas enorm gross und sie können sich nicht vorstellen, dass andere anders mit ihrem Übergewicht umgehen und vielleicht so viele Dinge haben mit denen sie sich beschäftigen, dass die Beschäftigung mit dem Übergewicht eben keine zentrale Rolle in ihrem Leben einnimmt.


      Ja,
      das denke ich auch und mir fiel das Schicksal eines Freundes aus meinen jungen Jahren ein:
      Dieser junge Mann hatte einen Motorradunfall durch den sich schließlich im Laufe der Behandlungen im Krankenhaus der Zustand seines verletzten Beines so sehr verschlechterte, dass klar war, dass es abgenommen werden muss. Das war schlimm, aber ganz klar war, dass man daran nicht stirbt und dass er mit einer Prothese wieder laufen lernen wird.
      Dieser junge Mann war aber Zeit seines Lebens sehr auf Äußerlichkeiten bedacht (Er sah sehr gut aus, gekam das oft zu spüren und oft gesagt) und so konnte er sich mit diesem Gedanken nicht abfinden. Er sagte, dass er so nicht leben will. Für ihn war sein Leben nur mit gesunden Beinen lebenswert. Des weiteren verschlechterte sich sein Zustand von Tag zu Tag und schließlich starb er.
      Die Ärzte sagten, wenn jemand nicht mehr leben will, sind sie mit ihrem Latein am Ende.

      Was ich damit sagen will, ist:
      So wichtig kann das Äußere für einen Menschen sein, dass er keinen "Makel" an sich hinnehmen kann. Das er dann lieber stirbt.

      Dick sein wird von sehr vielen Menschen ebenfalls als ein sehr sichtbarer Makel angesehen, gegen den man mit allen (und seien sie noch so umstritten, - noch so wenig dauerhaft hilfreich) Mitteln zu kämpfen hat.
      Vielleicht würden sie sogar lieber sterben, als diesen "Makel" zu behalten.
      Und vielleicht können sie sich Zufriedenheit nur ohne diesen "Makel" vorstellen.
    • Martina schrieb:

      Steckt da nicht auch die Frage eines solchen Menschen drin, ob er selbst wohl auf dem richtigen Weg ist?

      Genau das dachte ich ganz oben, nach dem ersten Absatz in Deinem Post, wo Du schriebst, dass sich jemand bei Dir darüber beklagt, dass es Dir weitgehend gut geht und manchmal halt weniger.

      Mein erster Gedanke war: "Oh, da versucht mal wieder jemand, herauszufinden, ob man dick und glücklich sein kann, oder ob es nicht doch so ist, wie einen die Medien/Ärzte glauben machen wollen, dass das eben doch nicht nebeneinander existieren kann.". Ich dachte, es sei eine übergewichtige Leserin, die sehr mit ihrem Selbstbild kämpft und im Moment keine "Zweifel" in Form von schlechten Phasen anderer, die sie als Ikone auserkoren hat, aushält.

      Denn, das war mein nächster Gedanke, Martina, als Foren-Leiterin und Talkshow Gast, hast Du vermutlich eine öffentliche Rolle als Vertreterin der Dicken, die Dir vielleicht gar nicht so bewusst ist. Auch deswegen hat sie sich Dich vielleicht herausgepickt. Nun stellt sich heraus, dass sie eine AC hinter sich hat - damit hat sie also schon dem gesellschaftlichen Druck in der übelsten Weise nachgegeben und sucht vermutlich jetzt nach innerlicher Rechtfertigung für diese drastische Entscheidung - die sie eben auch darin sucht, dass es Dir, die Du geblieben bist, was Du bist nicht immer gut geht.

      Was ich ein ganz blödes Argument finde, aber das versteht sich - glaube ich - von selbst. Man kann doch wohl von niemandem verlangen, dass es ihm immer, durchgängig, pausenlos gut gehen muss - oder er muss sein Leben sofort drastisch verändern. Und ein übergewichtiger Mensch darf auch nie Probleme mit seinem Gewicht haben - sonst muss er sofort in Sack und Asche zur nächsten Ernährungsberatung schleichen.

      Die Forderung hier lautet, bei Problemen statt nach Bewältigung und Auseinandersetzung damit, nach Beseitigung zu schreien. Und da ist jedes Mittel recht. Überträgt man das mal auf andere Lebensbereiche, müssten sich ganz schön viele Paare trennen und viele wären ständig auf der Suche nach neuen Jobs und pubertierende Kinder wären wahrscheinlich in Heimen untergebracht (die können wirklich unausstehlich sein :)). Wenn es um Gewicht geht, ist aber die erste Forderung immer: Weg damit! Statt es zu akzeptieren und glücklich zu sein und sein persönliches Glücksgefühl auch an etwas anderes zu binden, als an Aussehen und Kilos. Was durchaus geht und was nicht nur Martina hier im Forum beweist. :)

      Und damit ein kleiner Absteche zu Sonnenkuss:

      Sonnenkuss schrieb:


      Mir gehts gut. Das wird mir aber hier im Forum ja auch nicht von Jeder zugestanden. :rolleyes:

      Sollte ich da auch gemeint sein: Ich gestehe Dir absolut zu, dass es Dir gut geht. Wirklich. Daran habe ich nie gezweifelt. Ich glaube nur nicht, dass ein signifikantes Übergewicht nur durch "einfach gerne essen" zustande kommt. Aber damit glücklich sein? Jederzeit!!!
    • Ich finde es so unsäglich schade, dass es anscheinend so viele Menschen nicht schaffen, den Menschen als ein wertvollel Ganzes zu sehen. Mit so viel viel mehr als dem, was das Auge zunächst wahr nimmt.

      Spontan dachte ich gerade:

      Das ist so, als wäre ein Mensch wie eine große Tüte mit ganz vielen herrlichen bunten Bonbons.
      Weil aber nur grüne Bonbons in Mode sind, werden all die anderen herrlichen Bonbons - und vor allem die die tiefer unten in der Tüte sind, einfach nicht beachtet/gesehen.
      Aber ohne all die anderen vielen bunten Bonbons, wäre es einfach nur eine Tüte mit grünen Bonbons und keine herrlich bunte Bonbonmischung mehr, denn gerade diese bunte Mischung macht sie zu einer wunderbaren Tüte Bonbons.

      P.s.

      Ach ja
      und dazu noch ein Gedanke:
      Es kann und darf gar nicht sein, dass man sich über diese große bunte Tüte Bonbons freut, auch wenn man vielleicht keine Grünen darin findet!
    • Dass wir hier eine gewisse "Vorbildrolle" haben, ist mir schon bewusst. Und es ist ja auch so gewollt. Wenn wir keine Message hätten, von der wir meinten, ihre Verbreitung lohne sich, könnten wir uns das Forum und die Website wirklich sparen.

      Ich hatte aber schon oft das Gefühl, dass unsere "Feinde" nur auf solche Threads wie den oben Verlinkten gewartet haben, um ihn dann genüsslich als den Gegenbeweis aller Dinge, die ich/wir jemals behauptet habe/n, zu zerpflücken.

      Wie gesagt, das ficht mich nicht mehr an. Ich gebe aber zu, dass ich dreimal überlege, bevor ich negative Befindlichkeiten im Forum poste. Andererseits fände ich es aber verlogen, weil jenseits aller Realität, so etwas nicht zu formulieren. Schlechte Befindlichkeiten gehören zu JEDEM Leben dazu. Auch zu meinem. Und ein Ziel ist es ja auch, zu zeigen, dass nicht alles, was uns fehlt, im Übergewicht seine erste und einzige Ursache hat.

      Aber selbst, wenn meine Schmerzen und meine Schlappheit vom Übergewicht gekommen wären, hätte ich es zugegeben, denn ich bin weit davon entfernt, es schön zu reden. Ich halte es schlicht für erwachsenes Verhalten, auch zu Irrtümern zu stehen. Nur war meine Einschätzung der Situation in diesem Fall kein Irrtum, sondern Ergebnis einer differenzierten Auseinandersetzung mit mir selbst und einer recht genauen Kenntnis meines eigenen Körpers.

      Also fand ich den Hinweis, doch noch mal darüber nachzudenken, welche Rolle mein Übergewicht bei dieser Sache spielte, irgendwie ... na ja ... ich nenne es mal überflüssig.

      Martina
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    • Ich gebe aber zu, dass ich dreimal überlege, bevor ich negative Befindlichkeiten im Forum poste.


      Bitte tu das nicht.
      Erstens hilft es sicher ganz vielen, zu sehen, dass es auch Dir nicht immer gut geht und man nicht immer und ewig und überall stark und gesund und fröhlich und obenauf sein kann
      und zweitens gäbst Du den Besagten damit eine gewisse Macht und die haben sie einfach nicht verdient.
    • Sogar "Uneinsichtige Dicke" haben ein Recht auf ein ganzes Leben, oder etwa nicht?

      Und zum ganzen Leben gehört das Glück, das Unglück, die Zufriedenheit, die Unzufriedenheit, das Wohlbefinden und auch das Unwohlsein....

      Und zum konkreten Thema:

      Liebe Martina!

      Ich will hier keine Heldenstatue der dicken Selbstakzeptanz auf so hohem Podest, dass ich als Lieschen Durchschnittsdicke niemals daran reiche, sondern genau den Menschen mit seinen Tiefen und seinen Höhen, der Du bist!


      stübbken
    • Liebe Martina,
      bleib bitte so wie Du bist.Ich schreibe heute das erste mal,habe mich vorige Woche angemeldet, bin aber eher eine stille Leserin.
      Im Moment bin ich auch in einem Tief und bin gerade dabei zu lernen, dass ich nicht immer stark sein kann/muss.Egal ob meine Seele leidet oder mein Körper.
      Mir hat das sehr gut gefallen, dass Du als starke ( bitte nicht falsch verstehen)Frau, auch darüber schreiben kannst, wenn es Dir mal schlecht geht.Das muss man auch können.
      liebe Grüße Angelika
    • Glücklichsein ist der Normalfall

      Hallo Leute, glaubt mir, es lohnt sich eigentlich nicht wirklich, sich über Leute, die einen wegen irgendwelcher Befindlichkeiten, die man hat oder haben sollte, aufzuregen.
      Es gibt zur Glücksforschung u.a. das Ergebnis, dass die meisten Menschen, wenn sie ihre Befindlichkeit zwischen Unglück und Glück in eine Bewertungsskala bringen sollen, immer eher im Bereich des Glücklichseins liegen. Also bei einer Skala von 0 - 100 (0 = totunglücklich, 100= euporisch glücklich) geben die meisten Menschen, denen gerade nichts besonderes widerfahren ist (Lottogewinn oder Todesfall in der Familie) meistens einen Wert von 60 und mehr an. Es gibt natürlicherweise Ausschläge nach unten und oben, aber es pendelt sich immer wieder im eher Positiven ein. Seit ich das weiß, kann ich mit manchen Dingen wirklich gelassener umgehen. Leider habe ich die genaue Quelle vergessen. Aber es scheint wirklich was dran zu sein, finde ich.
      Ok. meine Betrachtung ist vielleicht wieder für manch jemanden zu ...na was weiß ich denn. Ich finde ja nur, dass man selbstverständlich zu all seinen Befindlichkeiten stehen sollte. Leider findet man oft, dass bestimmte beschissene Zustände viel zu lange dauern.
      Liebe Grüße
      Marion
    • Hmmm, ich wollte jetzt nicht auf die "Bleib' so, wie Du bist"-Schiene. Ich bin schon ziemlich lange so, wie ich bin, und habe auch nicht vor, das zu ändern. Gerade in diesen Tagen habe ich flammende Texte gelesen, die ich vor sechs, sieben Jahren zu unserem Thema geschrieben habe. Jeden dieser Texte würde ich heute noch genauso schreiben. Einziger Unterschied: Damals war ich noch davon überzeugt, mich allein dick diätet zu haben. Die Schilddrüsenproblematik habe ich "nur" für erschwerend gehalten. Heute sehe ich das andersrum.

      Das ...
      Ich gebe aber zu, dass ich dreimal überlege, bevor ich negative Befindlichkeiten im Forum poste.
      ... tue ich nur deshalb, weil ich ja weiß, dass dann solche Reaktionen kommen, wie ich sie hier beschrieben habe. Und ich muss zugeben, dass mich das manchmal sehr ermüdet und auch extrem langweilt, weil es so absehbar ist. Ich frage mich dann also eher: Tue ich mir das jetzt an? *seufz* *gähn*

      Aber wie ich schon schrieb: Ich will eben genau das auch gar nicht sein, was stübbken da schrieb. Ich will authentisch sein. Und zu einem normalen Leben gehören auch mal kleinere oder größere Nackenschläge.

      That's it!

      Guats Nächtle
      Martina
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    • Ist zu verstehen, dass Du keine Lust auf Reaktionen hast, die Du schon voraussiehst. Andererseits überraschen sie dann auch nicht mehr so und man kann vielleicht lernen, sie links liegen zu lassen.

      Ich habe noch einmal über die Überschrift "Wie bedrohlich sind wir?" nachgedacht.

      Wenn es so ist, dass bestimmte Menschen glauben, das Lebensglück/glücklich sein, erlangt man nur und einzig dadurch, dass man Kilos verliert und einem bestimmten äußeren Maß entspricht, - dann den Weg einer OP wählt und vielleicht feststellt, dass eben nicht alles vom Gewicht abhängt, dann braucht es Ventile.
      Was ist ein besseres Ventil, als jemand, der behauptet, trotz seines Gewichtes, oder auch mit seinem Gewicht ein zufrieden/glücklicher Mensch zu sein und den man dann dabei "erwischt" wie er darüber berichtet, dass es ihm (wenn auch nur gerade oder zurzeit) nicht gut geht?
      Aaaaha!
      Man hatte also recht! Mit vielen Kilos kann es einem gar nicht gut gehen! Alles andere ist gelogen! Das Glück hängt davon ab, das man Kilos verliert, - auf welchem Wege auch immer!
      Das beruhigt dann, das gibt einem noch im nachhinein Recht und wenn man nach der Gewichtsreduktion zufällig gerade (noch) nicht glücklich ist, dann kommt das sicher noch... und jeder dicke Mensch, der von sich sagt, er wäre ein zufriedener oder gar glücklicher Mensch, ist eine erhebliche Bedrohung! Lässt er doch das gesamte Weltbild wie ein Kartenhaus zusammen stürzen! Wir guuuuuuuut tut es da, zu lesen, dass es diesem Menschen nicht gut geht....

      Ich kann nur sagen, ich finde es traurig, dass da jemand all die vielen positiven Worte, Berichte, die lebenfrohe Einstellung, das selbstbewusste Auftreten... all das beiseite wischt, wenn sich dieser Mensch erlaubt, zu schreiben, dass es ihm momentan nicht gut geht.
      Das ist einfach arm.

      Liebe Martine,
      lasse bitte weiter heraus, wenn es Dir nicht gut geht.
      Erstens ist das völlig normal, weil es jedem Menschen nicht immer gut geht,
      zweitens tut es gut, zu wissen, das man mit all den Wehwehchen und Aufs-und Abs nicht alleine ist,
      drittens kann kein Mensch nur geben und stark sein, sondern muss sich auch einfach mal gehen lassen können
      und viertens tut es gut, wenn man selber auch einmal geben/trösten/helfen darf.
    • Ein vielleicht unpassender Vergleich.
      Als Halterin eines Bernersennhundes kenne ich die Anfeindungen an Besitzer großer Hunde. Was ich immer wieder nervig finde sind die Kleinen "Kläffer" die versuchen meinen Hund zu verbellen, oder sie ins Ohr oder in die Beine zu beißen. Im Bewustsein ihrer Stärke ignoriert sie solche Tiere und ist zu allen lieb. Das einzige wo sie sauer wird ist wenn uns Menschen etwas geschieht oder ein junger Rüde meint sie besteigen zu müssen.
      Ich nehme mir ein Beispiel an unserer Hundedame und ignoriere alles was mir persönlich nicht zu nahe kommt beim Rest werde ich ungemütlich.
      Mechtild
    • Itsme schrieb:

      Aaaaha!
      Man hatte also recht! Mit vielen Kilos kann es einem gar nicht gut gehen! Alles andere ist gelogen! Das Glück hängt davon ab, das man Kilos verliert, - auf welchem Wege auch immer!
      Das beruhigt dann, das gibt einem noch im nachhinein Recht und wenn man nach der Gewichtsreduktion zufällig gerade (noch) nicht glücklich ist, dann kommt das sicher noch... und jeder dicke Mensch, der von sich sagt, er wäre ein zufriedener oder gar glücklicher Mensch, ist eine erhebliche Bedrohung! Lässt er doch das gesamte Weltbild wie ein Kartenhaus zusammen stürzen! Wir guuuuuuuut tut es da, zu lesen, dass es diesem Menschen nicht gut geht....
      Nun, dazu muss ich selbstkritisch sagen, dass das umgekehrt aber genauso abläuft, wobei ich das aber nie mit Schadenfreude betrachte, sondern immer mit Empathie und MitLeid. Aber es ist schon so, dass ich mich durch die ganzen Horrorfolgen der OPs, von denen man immer wieder liest, in meiner Entscheidung dagegen bestätigt fühle. Und gleichzeitig bin ich froh und dankbar, dass in meinem derzeitigen Umfeld niemand von diesen schlimmen Folgen betroffen ist. In meinem früheren Umfeld war das leider anders.

      Martina
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
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    • Glücksforschung

      Bin beim googeln auf einen interessanten Link gestoßen von einem Institut für Glücksforschung in München. Ich möchte hier nicht alles referieren, nur soviel, dass angeblich das persönliche Potential Glücksempfindungen zu haben zu 50 % genetisch determiniert sein soll, zu nur 10 % von beruflichen/karrieremäßigen (monetären also Kohle) Dingen gestaltet werden, aber - und das ist doch echt ein Hoffnungsschimmer - zu 40 % durch das eigene Verhalten, soweit ich das verstanden habe, durch konsequent das tun was man sich vorgenommen hat, geschaffen werden kann. Wäre doch irre, wenn einem das immer gelänge, oder?
      Die Frage ist dann allerdings, warum es mir eben nicht oft genug gelingt, genau das zu tun. Zu hohe Ziele, zu viele Ziele, zu viele von außen bestimmte Ziele, zu wenig Kraft? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Kennt jemand das Gefühl?
      Allerdings kenne ich auch das Glücksgefühl, wenn ich was geschafft habe, das ich mir auch vorgenommen hab.
    • emmamarion schrieb:

      Zu hohe Ziele, zu viele Ziele, zu viele von außen bestimmte Ziele

      Das ist bestimmt ein Teil der Antwort. Da erkenne ich mich auch gut wieder. :) Und bei mir kommt noch hinzu: Zu viel Ablenkung! (Internet, Fernsehen, Leute treffen, spontane Verabredungen) - statt dass ich mich auf die Dinge konzentriere, die ich mir eigentlich vorgenommen habe.
    • Glück basteln

      Hallo Stadtmadl,
      das mit der Verhinderung des richtigen Verhaltens treibt mich immer mehr rum. Leider kann ich einfach körperlich nicht immer so wie ich will. Und dann die vielen Ablenkungen, Du hast Recht. Aber teilweise brauche ich die auch, sonst bin ich noch trister dran.
      Ich hatte kürzlich die Idee, dass man doch mal ungewöhnliche Sitzmöbel mit eingebautem Stepper oder Elipticalpedalen oder was auch immer, jedenfalls etwas, das man bewegen kann, entwickeln müßte. Das ist jetzt glaube ich wirklich der richtige Zeitpunkt. Ich würd mir so ein Gerät sehr wünschen. Sich bewegen, so ganz nebenbei, wär doch toll, oder?
      Kann nicht jemand aus dem Forum sowas erfinden und bauen und uns dann allen verkaufen?:grins: Das könnte ein richtig großes Geschäft werden, davon bin ich überzeugt. Wenn ich besser drauf wäre, würde ich es selbst entwerfen und mir von einem motivierten Schlosser oder was auch immer bauen lassen.
    • emmamarion schrieb:
      Die Frage ist dann allerdings, warum es mir eben nicht oft genug gelingt, genau das zu tun. Zu hohe Ziele, zu viele Ziele, zu viele von außen bestimmte Ziele, zu wenig Kraft? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Kennt jemand das Gefühl?


      Ein kleines Beispiel:
      Ich mag gern ein Tagesplan aufstellen. Darin halte ich alles fest, was ich an dem Tag schaffen möchte.
      Während des schreibens fällt mir immer mehr ein... "ja, das will ich auch noch schaffen... und das und das..."
      Das Ende von Lied war nicht selten, dass ich den ganzen Tag geackert habe, aber immer noch Punkte nicht durchgestrichen waren. So war ich oft, trotz so vieler Arbeit, die ich geschafft hatte, unzufrieden.
      Wenn ich mir jetzt eine Liste mache, schätze ich die Zeit (großzügig) ab, die ich für die einzelnen Punkte brauche. So komme ich nicht mehr in die Lage, Unmögliches von mir zu verlangen, - bin zufrieden und froh, denn am Ende des Tages sind alle Punkte durchgestrichen und erledigt.


      Stadtmadl schrieb:
      Und bei mir kommt noch hinzu: Zu viel Ablenkung! (Internet, Fernsehen, Leute treffen, spontane Verabredungen) - statt dass ich mich auf die Dinge konzentriere, die ich mir eigentlich vorgenommen habe.


      Wenn man diese Dinge jetzt aber nicht als Ablenkung, sondern als ein Teil des Glücklich seins betrachtet, sieht die Sache ganz anders aus.
      Es gehört doch zu einem glücklichen Leben, Zeit für Leute, spontane Verabredungen, Internet, Fernsehen und so weiter zu haben?

      emmamarion schrieb:
      Ich hatte kürzlich die Idee, dass man doch mal ungewöhnliche Sitzmöbel mit eingebautem Stepper oder Elipticalpedalen oder was auch immer, jedenfalls etwas, das man bewegen kann, entwickeln müßte. Das ist jetzt glaube ich wirklich der richtige Zeitpunkt. Ich würd mir so ein Gerät sehr wünschen. Sich bewegen, so ganz nebenbei, wär doch toll, oder?


      Wenn es um Bewegung im Sitzen geht, gibt es schon so Teile, die man vor sich auf den Boden stellt, so eine Art Stepper, klein und handlich, aber es gibt auch eine ganze Reihe von Bewegungen, die man im Sitzen und ohne jegliches Hilfmittel machen kann und die sehr effektiv sind!;)

      Und was das Thema "Glück" ansonsten anbelangt, spricht Dale Carnegie mir aus der Seele:

      "Vergiss nicht, Glück hängt nicht davon ab,
      was Du hast, oder wer Du bist,
      es hängt nur davon ab, was Du denkst!"

      Nun wäre die Frage, ob wir andere Menschen Herr über unsere Gedanken sein lassen, und diese dadurch eventuell negativ beeinflussen lassen, -
      oder selber bestimmen, was wir denken.