Keine Adoptivkinder für Dicke (Spiegel-online)

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    • Furchtbar schlimm, wenn ein Land seine Kinder verkaufen muss.
      Egal an wen.

      Furchtbar schlimm, dass es immer noch Menschen gibt, berühmtes Beispiel Ex-Kanzler Schröder und Madonna, die meinen mit einer Auslandsadoption einem armen, kleinen, benachteiligten, minderbemittelnden Wesen ein besseres Leben zu ermöglichen.

      Eine Riesenschweinerei diese Adoptionen.
      Denkt dran auch den Indianern wurden ihre Kinder weggenommen um ihnen ein "besseres" Leben zu ermöglichen.
      Ich bin ein absoluter Gegener von Auslandsadoptionen, egal wer da die Kinder verkauft
      kriegt, ob dick, dünn, doof, reich oder häßlich.

      Und dieser Artikel im "Spiegel" beweist mir nur erneut, dass auch diese Illustrierte nur der Regenbogenpresse zuzuordnen ist.
    • Unabhängig davon, dass der Spiegel nur die nüchterne Reuters-Meldung völlig unbewertet wiedergibt: Die Perversität dieser Meldung zieht mir echt die Schuhe aus. Und das hat jetzt nichts damit zu tun, dass chinesische Behörden ausgerechnet dicke Menschen für unwürdig befinden, IHRE Kinder großzuziehen. Ich frage mich, wie die Behörden eines Landes, das seine Mädchen zur Adoption frei gibt, es überhaupt wagen kann, sich so dermaßen weit zum Fenster raus zu lehnen.

      Im Übrigen schließe ich mich Soku an. Ich habe mir mein fruchtbares Leben lang Kinder gewünscht. Den potenziellen Vater dieser Kinder habe ich leider erst getroffen, als es zu spät für mich war. Natürlich hätte ich mich (bewusst) schwängern lassen können. Ich habe darauf verzichtet, bewusst und absichtlich, weil ich wollte, dass meine Kinder in einer richtigen Familie aufwachsen. Aber eins wäre mir im Leben nicht in den Sinn gekommen: Ein Kind aus dem Ausland zu adoptieren. Natürlich hätte ich mich über ein Kind gefreut, wenn ich versehentlich schwanger geworden wäre, und hätte es auch mit aller Liebe, die ich habe, aufgezogen, aber absichtlich hätte ich unter meinen Lebensumständen keine Schwangerschaft herbeigeführt. Ich denke auch, dass es - global gesehen - keine Schande ist, keine Kinder zu haben. Es täte dieser Welt sicher nicht schlecht, wenn weniger von uns auf ihr herumtrampeln würden.

      Deshalb kann ich mich bei dieser Meldung auch nicht über den Aspekt "Übergewicht" aufregen, sondern eher über alles andere.
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    • Also das mit den Auslandsadoptionen sehe ich anders.

      Wenn alles richtig und fair läuft, und sämtliche Menschenrechte eingehalten werden, ist es doch nicht schlimm, ein Kind aus der Armut zu holen, oder??

      Wer sich mit diesem Thema beschäftigt, wird sich auch gewissentlich mit diesem Theme auseinandergesetzt haben - jedenfalls hoffe ich das -.

      Die Kinder, gerade in armen Ländern, haben doch sonst kaum bis gar keine Möglichkeiten, eine Schule oder ähnliches zu besuchen. Die Eltern, die diese Kinder in die Welt setzen, sind oftmals vergewaltigt worden oder können sich sonst keine Verhütung leisten. Das sind die ärmsten der armen!

      Wie gesagt, wenn alles fair abläuft, finde ich Auslandsadoptionen okay.


      elefäntchen
    • Nein.
      Wenn ich schon was für die armen, süßen, putzigen Würmchen und Hascherl tun will, dann habe ich gefälligst den Menschen in Gesamtheit in diesem Land zu helfen.

      Eine Auslandsadoption können nur wir "reichen" Nationen uns leisten.
      Aus purem Egoismus ein Kind haben/besitzen zu wollen, können wir uns die Kinder der armen Leute der 2. und 3. Welt kaufen.
      Ich empfind das als Riesenschweinerei.
      Ob das Liebe ist, will ich nicht beurteilen. Aber fair ist es auf keinen Fall.

      Dazu habe ich eine etwas radikale Meinung, aber ich bin auch nicht bereit, da unkritisch und mit der rosaroten Brille der sogenannten "Wohltätigkeit" meine Klappe zu halten.

      Kaufen Männer sich deshalb die Katalogware "Frau" aus zweiter und dritter Welt Ländern?
      Aus purer Nächstenliebe -hahaha *bleibtmirimHalsstecken*!
    • .."der Gesamtheit des Landes helfen"... klingt interessant und im Grunde gebe ich Dir auch recht, klar!

      Leider ist es nunmal zur Zeit so, dass man der Gesamtheit nicht helfen kann, da die Länder von korrupten Staatsmännern regiert werden. Diese Leute wirtschaften sich alles, was aus anderen Ländern kommt, in die eigene Tasche. Daher hungern die Menschen in den Ländern ja. Das war auch schon ein riesen Thema bei dem diesjährigen G-8 - Treffen (Schuldenerlass usw.).

      Allerdings finde ich es schade, wie du alle Kinder dieser Welt behandelst. Wie gesagt, wenn es fair zugeht, werden die Kinder nicht "gekauft". Die Eltern in spe werden sorgsam von den örtlichen und z.b. deutschen Behörden geprüft. Oftmals sind es Menschen, die keine eigenen Kinder bekommen können und dennoch viel Liebe zu geben haben. Was hat das mit Egoismus zu tun, wenn sie ihre Liebe an jemanden weitergeben, der diese Zuneigung braucht? "Besitzen" kann man einen Menschen sowieso nie. Das ist klar und braucht nicht weiter erläutert zu werden.

      Es ist ja schon ein Segen für die geborenen Kinder, wenn sie in ein Heim gegeben werden und nicht gleich nach der Geburt erstickt oder ertränkt werden, weil die Eltern nicht noch ein 5. oder 6. Kind durchbringen können.

      Wer ausser den "reichen" Ländern sollte denn adoptieren? Meinste im ernst, ein Paar oder sonst wer, aus einem "armen" Land will noch ein Kind adoptieren, wenn sie selbst nicht wissen, wie sie überleben sollen?


      Im übrigen bin ich die letzte, die mit einer rosaroten Brille in der Welt umherläuft, ganz im Gegenteil, normalerweise übe ich Kritik an jedem und allen, allerdings sehe ich auch nicht ein, warum Kinder sterben sollen, nur weil irgendwelche Politiker korrupt sind und die westliche Welt zuschaut?? Die interessiert doch ein Sch...dreck, wenn irgendwo in Welt eine Kritik an ihrem Land geübt wird. Hauptsache sie haben ihre Konten in der Schweiz (!).

      Ich denke auch, dass dieses Thema einer Endlosschleife gleicht - und das ist auch gut so! Wo kämen wir hin, wenn niemand seine Meinung sagen würde *grübel..*.

      Frauen aus dem Katalog hat nichts mit Adoptionen zu tun, deshalb gehe ich jetzt hier nicht darauf ein.

      Das wird daher mein letzter Beitrag zu diesem Thema sein (allerdings werde ich diesen thread noch sehr interessiert verfolgen).

      Machts gut,
      elefäntchen
    • Es gibt eine Menge Gründe, die dagegen sprechen, dass man ein "armes Kind aus der 3. Welt" adoptiert.

      Ich beschränke mich auf einen.

      Mit der Adoption eines farbigen, exotischen Kindes kann der weiße Adoptierende so richtig den edlen Gutmenschen plakativ raushängen lassen, kann sich - außer der Freude an einem jungen Kind im Baby - oder Kleinkindalter - auch noch soziales Prestige verschaffen, weil jeder sehen kann, wie gut und barmherzig er ist. Es gibt in allen reichen Nationen genügend verlassene, hilfsbedürftige Kinder, denen allerdings aufgrund ihres Alters - und ihres unexotischen Aussehens der Niedlichkeitsfaktor fehlt ( auch der Nützlichkeitsfaktor - siehe Sozialprestige!).

      Echte Hilfe sieht so aus, dass ich Kindern helfe, bei ihren Eltern großzuwerden, in dem ich zum Beispiel mit Spenden, die so hoch sind wie der Kaufpreis für einen Säugling Selbsthilfeprojekte unterstütze.

      stübbken
    • ich kenne einige, die ausländische Kinder adoptiert haben und ehrlich gesagt finde ich diese Diskussion grad etwas daneben. Hier werden Menschen bewertet, die eigentlich nur ein Kind haben wollen, selbst aber keins bekommen können. Wäre es in Deutschland einfacher, ein Kind zu adoptieren, dann hätten sie es hier getan. Sind jetzt alle Menschen, die ausländische Kinder adoptiert haben, schlechte Menschen, die einfach nur den großen Gönner raushängen lassen wollen? Mal ehrlich...grad von Euch, die hier gepostet haben, hätte ich einen Tick mehr Objektivität und vor allem Diplomatie erwartet...
    • @ Na_Ich:
      Auch wenn ich jetzt (virtuell) Prügel bekomme, ich vertrete gern meine Meinung, da lege ich auf das Wort "Diplomatie" einen großen Haufen:eek: drauf.
      Seitdem ich meine Meinung auch mal nach ganz oben hin vertrete (Bundes-CDU Berlin - Volker Kauder), bin ich mit hoher Wahrscheinlichkeit beim Staatsschutz registriert.

      @ stübbken:
      Ich bin weitgehend Deiner Ansicht, auch wenn man in dem von Dir angesprochenen Punkt etwas mehr differenzieren sollte. Ich kann es auch nicht ab, daß hierzulande Kinder aus der sozialen "Unterschicht" regelrecht verrotten.

      Manfred
    • Es ist bei diesem Thema wie bei der AC. Ich kann schon verstehen, was jemanden dazu bringt, unbedingt ein Kind haben zu wollen, aber ich verurteile das ganze System. Und ich rege mich darüber auf, dass ein Land seine Mädchen verkauft, weil es sie als minderwertig erachtet, und gleichzeitig dabei auch noch - ich nenne es mal - unsachliche Ansprüche an die Adoptiveltern stellt, wobei Übergewicht dabei für mich durch jedes andere unsachliche Argument austauschbar ist.

      Ich kenne auch Menschen, die ausländische Kinder adoptiert haben, aber es ist eigentlich immer in irgendeiner Weise mit Problemen behaftet, weil die Kinder so oder so entwurzelt werden und, wenn man ihnen ihre Herkunft, ansieht, leider, leider mit enormen Vorurteilen und Vorbehalten zu kämpfen haben.

      Leider ist diese Diskussion völlig müßig, weil wir nichts an dem System ändern werden. An diesem nicht und an vielen anderen Systemen. Wir können nur für uns selbst entscheiden, uns nicht zum Instrument solcher Systeme zu machen, so wir sie überhaupt durchschauen.
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    • hallo zusammen,

      ich möchte auch noch kurz meinen senf zum thema auslandsadoption dazugeben.

      mag sein dass der/die eine oder andere jetzt sagt, dass ich mit meinen drei eigenen kindern gut reden habe.... immerhin habe ich das glück keinen unerfüllten kinderwunsch zu haben.

      doch ich frage mich immer wieder wieso menschen nicht kindern aus dem eigenen land ein zuhause geben.

      hier in deutschland gibt es mehr als genug kinder aus schwierigem hause oder ohne eltern.

      ich bin mir der situation um die schwierigkeiten einer adoption in deutschland bewusst. doch worum geht es adoptierenden menschen wirklich?

      warum wird so manchem kind die möglichkeit in einer familie anstatt in einem heim aufzuwachsen genommen?

      ich kann die angst ein pflegekind "wieder hergeben zu müssen" sehr gut nachvollziehen.... doch gehören uns unsere kinder, nur weil wir sie selbst geboren haben oder weil sie adoptiert sind?

      nein!

      ich glaube aber dass genau diese angst viele deutsche dazu bringt ein kind aus dem ausland zu adoptieren, weil in dem entsprechenden land evtl die rechtlichen bestimmungen es "einfacher" machen ein kind zu adoptieren....

      dann natürlich auch das argument meiner vorrednerinnen. die gründe der "sozialprestige" spielen sicher in so manchem fall eine nicht unwichtige rolle.

      aber genau da hakt es bei mir.

      dadurch wird einem kind...hier in deutschland die möglichkeit in einer familie aufzuwachsen genommen.

      wir haben uns vor einiger zeit dazu entschieden eine patenschaft bei einer grossen organisation zu übernehmen.

      der monatliche beitrag hilft der ganzen familie... dem ganzen dorf. das kind hat die möglichkeit in seinem land, seiner kultur und bei seiner familie gross zu werden.

      in unserem fall hat der zufall dafür gesorgt dass wir ein mädchen in indien unterstützen, welches in seinem land sonst keine chance gehabt hätte. die familie lebt unterhalb der armutsgrenze, als mädchen ist es in indien sowieso schwierig zu überleben oder gar eine angemessene ausbildung zu bekommen udn als behindertes mädchen, wie im falle unserer kleinen sowieso.

      dieser kleine monatsbeitrag ermöglicht ihr dort eine spezielle schule zu besuchen, dort eine ausbildung zu machen udn in ihrer eigenen familie und kultur gross zu werden.

      diesen weg haben wir als den für uns richtigen empfunden.

      nichts desto trotz steht langsfristig bei uns die überlegung im raum ein pflegekind aus deutschland bei uns aufzunehmen. für wie lange auch immer.

      ein text von KHALIL GIBRAN beschreibt es am schönsten

      "unsere kinder" gehören uns nicht. weder die, welche wir geboren haben, noch die, welche wir adoptieren oder auch diese, welche wir in "pflege" nehmen.


      Von den Kindern

      Deine Kinder sind nicht deine Kinder.
      Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht
      des Lebens nach sich selbst.

      Sie kommen durch dich, aber nicht von dir,
      und obwohl sie mit dir sind, gehören sie dir doch nicht.

      Du kannst ihnen deine Liebe geben,
      aber nicht deine Gedanken,
      denn sie haben ihre eigenen Gedanken.

      Du kannst ihrem Körper ein Heim geben,
      aber nicht ihrer Seele,
      denn ihre Seele wohnt im Haus von morgen,
      das du nicht besuchen kannst,
      nicht einmal in deinen Träumen.

      Du kannst versuchen, ihnen gleich zu sein,
      aber suche nicht, sie dir gleich zu machen.
      Denn das Leben geht nicht rückwärts
      und verweilt nicht beim Gestern.

      Du bist der Bogen, von dem deine Kinder
      als lebende Pfeile ausgeschickt werden!

      Der Schütze sieht das Ziel
      auf dem Pfad der Unendlichkeit,
      und er spannt euch mit seiner Macht,
      damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
      Lasst euren Bogen von der Hand
      des Schützen auf Freude gerichtet sein.

      Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt,
      so liebt er auch den Bogen, der fest ist.


      liebe grüsse
      Silke
    • Danke Ruberta.

      Und für die Neuen und Unwissenden hier sei erklärt, dass ich mich auf ein Pflegekind eingelassen habe, welches mir unter Umstäönden jederzeit wieder genommen werden kann (was nach mittlerweile 12 Jahren aber eher unwahrschienlich ist) und das unsere stübbken in einem Jugendamt arbeitet...

      Vielleicht haben wir einfach deshalb den etwas kritischeren Blick auf "Auslandsadoptionen" mit all ihren Nachteilen.
      Und die sogenannten "liebenswilligen Eltern", die aber nicht bereit sind, sich auf das Wagnis Pflegekind einzulassen, sind mir sowieso suspekt.
      Als Argument wird dann immer gebracht: "Ja aber wenns wieder zurück muss...", soviel zum Thema: Von wegen keine Besitzansprüche.

      Einem "armen" Land die Kinder wegzunehmen hat noch keinerlei politische Veränderungen in der Weltgeschichte gebracht. Das Ganze dann mit dem Mantel der Liebe und Barmmherzigkeit zu tarnen, machts für die Kinder und das betroffene Volk und mich nicht besser.
    • Ich finde es schwierig, generell von richtig oder falsch zu reden, man müsste wahrscheinlich mit mehreren Adoptierten sprechen, um sich ein realistisches Bild zu machen. Ich habe aber schon oft gehört, dass aus dem Ausland, d. h. sichtbar aus einem fremden Land und einer fremden Kultur, adoptierte Kinder als Jugendliche unter Identitätsproblemen leiden.

      Kinderlose Verwandte von uns haben über Jahrzehnte Patenschaften für Kinder in Entwicklungsländern übernommen. Vielleicht ist das ein guter Kompromiss um einerseits Kindern zu helfen und sie andererseits nicht aus ihrer Kultur zu reißen.

      Ähnlich sehen das mittlerweile auch Hilfsorganisationen, wie z. B. hier nachgelesen werden kann.
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    • Das Argument, dass in Deutschland zu viele bürokratische Hürden erhoben werden, wenn man sich eines Kindes annehmen möchte, kann ich allerdings unterstützen....

      Als mein Sohn etwa fünf Jahre alt wurde und sich herausgestellt hatte, dass er keine Geschwister haben würde, wollten wir einen etwas jüngeren Jungen (Mischling aus einer türkisch-deutschen Beziehung, Kind einer Mutter, deren Kinder alle aus gegebenem Anlass in öffentlicher Ersatzerziehung untergebracht waren, wegen seiner Auffälligkeiten schon mit drei Jahren nicht in einer Bereitschaftspflegefamilie sondern in einem Heim untergebracht, angeboten bei Pflegeeltern wie saures Bier, also Stempel "nicht vermittelbar!") zu uns nehmen - mit dem ganz egoistischen Wunsch nach einem Bruder für unseren Sohn und - zumindest bei mir! - in der Erinnerung an das armselige, ausgehungerte, verprügelte Kerlchen mit den riesigen dunklen Augen, bei dessen Herausnahme ich meine Kollegin unterstützt hatte.

      Er wäre zu denselben Konditionen großgeworden wie unser eigener Sohn...also mit berufstätigen Eltern und der Betreuung durch eine Kinderfrau während der berufsbedingten Abwesenheit der Eltern.

      Wir hätten ihn wegen seiner mangelnden Attraktivität (!) auch bekommen, allerdings unter der Voraussetzung, dass ich meinen Beruf aufgebe und mich als Vollzeitmutter zur Verfügung stelle, obwohl keiner wagte, meine fachliche oder sonstige Qualifikation (mehrjährige Ehe, gesicherte wirtschaftliche Situation, ausreichende Wohnverhältnisse, guter Leumund) infrage zu stellen. Auch eine sog. "Patenschaft" ( = verbindliche Kontakte zu einem verlassenen Kind) war unerwünscht, damit er nicht Bindungen aufbaute, die einer Pflegefamilienvermittlung entgegenstünden.

      Er wurde nie vermittelt und lebt heute - er ist ja noch nicht volljährig und deshalb bekomme ich aus dem Augenwinkel immer noch etwas mit von seinem Schicksal - nach mehreren Einrichtungswechseln und Psychiatrieaufenthalten in einer psychiatrischen Jugendwohngemeinschaft.

      stübbken
    • Und jetzt noch einmal etwas weniger Privates.......

      Ich arbeite an meinem Arbeitsplatz ja schon über 30 Jahre, habe also zu einer Zeit begonnen, als die Wurzeln der zu adpotierenden Kinder noch radikal gekappt wurden.....Es kommt immer wieder vor, dass Adoptierte auf der Suche nach ihren Wurzeln auch bei den Jugendämtern danach suchen und - falls sich jemand an ihre Herkunftsfamilie erinnert! - auch um Gespräche bitten (vielleicht bin ich da etwas häufiger betroffen als andere Kollegen, weil ich eben schon so lange diese Arbeit am selben Arbeitsplatz mache), um genaueres über die Umstände "ihrer" Vermittlung zu erfahren, gelegentlich führt das auch zur Kontaktaufnahme mit der Mutter......

      Es macht mich immer wieder betroffen, wenn ich die Dankbarkeit dieser Menschen für erbärmliche, kleine Brocken aus ihrer Vergangenheit erlebe....


      stübbken
    • Hallo,

      bis jetzt fand ich Auslandsadoptionen eigentlich ganz okay. Aber wie Madonna an ihre "Kinder kommt" finde ich mittlerweile doch sehr bedenklich. Da passt das Wort "kaufen" wirklich wie die Faust auf´s Auge.

      Okay, ich weiß nicht, wie die ganze Geschichte mit der kleinen Mercy wirklich abgelaufen ist, aber wenn das wirklich der leibliche Vater und die Großmutter sind, die gegen die Adoption waren, habe ich schon irgendwie Bedenken? Wurden die "Still" gekauft?

      Hat Mercy jetzt wirklich ein besseres Leben? Okay, sie kann jetzt Geld und Essen haben, wovon andere ihr ganzes Leben nur träumen können, aber bekommt sie auch genug Liebe von ihrer "Mutter"?

      Ich musste das mal loswerden. Ohne irgendwelche großen Diskussionen loszutreten. Muss halt ständig daran denken.
    • Ich kann Madonna eh nicht ab....andere sammeln Bierdeckeln--sie was anders........
      Hat die Frau denn kein Gewissen?????
      Erst kauft sie alles mit so einem verbissenen Gesichtsausdruck---"Will haben, sofort--egal, was es kostet"-- und dann holt sie das kleine Kind, das bestimmt angst hat--noch nicht mal ab!!! Lässt es von einem Arzt und Krankenschwester überführen (oh Gott, das Kleine könnt ja Läuse haben!!)

      Oh ja, sie hat ein paar Milliönchen Dollar Schweigegeld bezahlt.....was sie mir NOCH unsympatischer macht....
      Wenn es ihr WIRKLICH um das kleine Mädchen ginge, hätte sie eine Patenschaft übernommen--und nicht aus dem Freundeskreis in eine andere, kalte Welt gesteckt.
      Für sie sind Kinder nur schmückendes Beiwerk.....damit sie jung wirkt....(Dabei wirkt sie sooo armselig....) Hab mal irgendwo gelesen, sie hätte alte Augen in einem jungen (weil operierten) Gesicht....

      Ich persönlich finde es bei Auslandsadoptionen eh fraglich, ob man es den Kindern wirklich besser gehen lässt, wenn die Hautfarbe nicht stimmt, oder sie andere Gesichtszüge (Augen usw ) haben....Die Kinder fragen ja dann auch:Warum hab ich schräge Augen, und meine Eltern nicht....warum bin ich schwarz-und meine Familie nicht....
      Es gibt hier wirklich im eigenen Land genug Kinder, die leiden müssen, weil sie von den eigenen Eltern verstoßen wurden....

      Und über die "Vorraussetzungen", die Adoptionswillige Eltern bringen müssen, schüttel ich auch nur den Kopf.....niemand fragt bei einer anderen Frau, die ihr viertes oder fünftes Kind zur Welt bringt, welche "Vorraussetzungen" sie hat (damit will ich Kinderreiche Familien nicht angreifen.....aber das ist doch paradox---Eltern, die sich ein Kind wünschen, müssen das und das vorweisen--andere, denen es "egal"ist, und sie die Kinder vernachlässigen, da wird nicht -oder zu spät gekuckt.)


      LG

      Bärli
    • Da kann ich Bärli nur zustimmen. Als arbeitslose Alkoholikerin dürfte ich zehn eigene Kinder zur Welt bringen, aber als berufstätige Frau darf ich keins adoptieren. Mit 60 könnte ich mir Embryonen einpflanzen lassen, aber mit 35 wäre ich zu alt für eine Adoption.
      Kein Wunder, dass Leute sich Kinder aus dem Ausland holen, wo die Bestimmungen lascher sind...
      Was das Elend auf der Welt angeht, ist jede noch so gut gemeinte und liebevolle Auslandsadoption nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Viel sinnvoller wären Förderprojekte speziell für Frauen, Kinderdörfer und Patenschaften. Für die Millionen, die Madonna für Mercy locker gemacht hat, hätte sie eine ganze Dorfschule bauen können.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)